20.09.2019 einmal im leben Afrika besuchen

Schmetterlinge in Afrika, eine Liebeserklärung von Sönke C. Weiss

von: GFDK - Reden ist Silber - Sönke C. Weiss

Wenn ich bereits als Kind irgendetwas wußte, so wußte ich, dass ich am falschen Ort in die falsche Familie geboren wurde. Mit meinem Traum nach Afrika zu reisen, konnten meine Eltern ebenso wenig etwas anfangen, wie mit meinem Wunsch, mein Leben der Kunst zu widmen.

Eine Liebeserklärung an Afrika

Aber ich habe es gemacht, bin nach Afrika gereist, zum ersten Mal 1998 auf Einladung der Welthungerhilfe, habe später dort viele Jahre gelebt, knapp 40 afrikanische Länder bereist, Bücher über den Kontinent geschrieben, Filme und Fotoausstellungen gemacht, die wunderbarsten Menschen kennengelernt und bin momentan mal wieder in Uganda, wo ich vor einigen Jahren mein Theaterstück „Butterflies of Uganda“ am Nationaltheater in Kampala, der Hauptstadt, inszeniert habe.

Mein Freund Henning Mankell, den ich aus Mosambik kannte, und ich wollten das Stück, es behandelt das Trauma und die Gegenwart von Kindersoldaten, auf Afrikatour bringen, doch daraus wurde leider nichts mehr, nachdem Henning 2015 viel zu früh verstarb.

Kein Blick für die Schönheiten des afrikanischen Kontinents

„Afrika ist voller Schmetterlinge, leider sehen das die Menschen in Europa nicht“, sagte er zu mir, als wir zuletzt über Skype telefonierten. Wir sprachen über den Verrat der Massenmedien, die uns Halbwahrheiten erzählen, die uns den Vorwand geben, auf Afrika zu pfeifen; wie die Kunst, die vermutlich letzte Domäne, in der künstliche Grenzen wie Rasse und Herkunft keine Bedeutung haben.

Nun kann man nicht von allen Menschen erwarten, dass sie Afrika so intensiv bereisen, wie es Mankell und ich tun, beziehungsweise getan haben.

Nichtsdestotrotz kann ich es jedem empfehlen, mindestens einmal in seinem Leben Afrika zu besuchen, sei es zu einer Safari, einem Badeurlaub oder einfach nur um am Viktoriasee die atemberaubende Schönheit dieses Kontinents zu bewundern.

Denn was einem hier begegnet ist zu groß, um es sich durch die Medien klein-klein in Stückchen vorlegen zu lassen. Der europäische Winter wird sicher wieder lang. Vielleicht Zeit, ihn in Afrika zu verkürzen?

Einige Tipps:

Über www.booking.com buche ich seit Jahren sorgenfrei Unterkünfte in Afrika, die meist bis wenige Tage vor Anreise kostenlos stornierbar sind. In Kampala empfehle ich das Speke Hotel, am Viktoriasee das Victoria Royal Hotel. Beide helfen auch gerne bei der weiteren Reiseplanung. Apropos:

Dumont (www.dumontreise.de) hat eine Reise-Handbuch-Serie (24,99 Euro in Deutschland, 26,99 Euro in Österreich) zu Afrika: „Namibia“ von Dieter Losskarn ist eine wahre Entdeckungsreise ins Land der Herero, „Kenia/Tansania“ von Daniela Eiletz-Kaube, Steffi Kordy und Diana Schreiber führt von den Tierparadiesen Masai Mara und Serengeti auf den Kilimanjaro und zu den Traumstränden von Lamu und Sansibar;

„Das Südafrika Buch“ präsentiert die ganze Welt in einem Land: zwischen Atlantik und Indischem Ozean, Naturlandschaften, die ihresgleichen suchen - 39,95 Euro in Deutschland, 41,10 Euro in Österreich, erschienen im Kunth Verlag.

Und besonders empfehlen möchte ich „kapstadt & kapprovinz“, ebenfalls von Dieter Losskarn und bei Dumont erschienen. Ein überraschend anderer Reiseführer, mal mitten im Leben, mal im Nirgendwo, individuell, stylish und sehr umweltbewußt mit lesenswerten Geschichten und Porträts:

18,90 Euro in Deutschland, 20,40 Euro in Österreich. Ganz famos. Und wer über jedes Land Afrikas, immerhin 50, etwas lernen möchte, der sollte sich „Die Welt“ kaufen. Ein Reiseführer für wirklich alle Länder dieser Erde, erschienen bei Lonely Planet für 29,99 Euro (Deutschland) und 31,99 Euro (Österreich).

Mit diesem Buch hält man in der Tat die Welt in seinen Händen. 40 Jahre Reiseerfahrung sind hier eingeflossen. Ein ultimatives Nachschlagewerk. Hammer

Sönke C. Weiss

Sönke C. Weiss, ist ein international ausgezeichneter Journalist (u.a. Nominierung für den Pulitzer-Preis) und Buchautor, er hat mehrere Jahre lang in Afrika gelebt und bereist den Kontinent seit 1998.

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