06.02.2020 Buchbesprechung von Sönke C. Weiss

Phantastische Zeitreisen mit Miau-Faktor

von: GFDK - Reden ist Silber - Sönke C. Weiss

Das Jahr: 1968. Die Story: Lukas und Harry tingeln durch die deutsche Provinz, covern die Beatles, die Kinks und Donavan, bis Lukas eines Nachts im Radio Leonard Cohens Song Suzanne hört und sich alles ändern wird.

Erschienen ist das kleinformatige Hardbackbuch „Leonard Cohen“ mit 133 Seiten in Kiepenheuer & Witschs bis heute siebenbändigen Musikbibliothek als Band fünf für zehn Euro.

anderen sechs Bücher heißen unter anderem „Die Toten Hosen“, „Take That“ und „Madonna“, wobei die Künstler in der Tat lebensverändernde Musik für die Helden dieser wohl gelungenen wie sehr unterhaltsamen Literaturreihe machen.

Klaus Modick hat „Leonard Cohen“ geschrieben. Ebenso entzückend sind die Stadtporträts aus dem französischen Verlagshaus be-poles (www.portraitsdevilles.fr). Das jüngste spielt in „Freetown“ und kommt aus der Kamera des Fotografen Robbie Lawrence.

Es sind zumeist eindringliche Porträts der Menschen aus der Hauptstadt Sierra Leones im Jahr 2017, eines der ärmsten Länder der Welt. Nun kann man dem Fotografen vorhalten, seine Arbeiten sähen zu sehr nach Kunst aus oder aber er teste, was wir visuell noch ertragen können.

Diese Entscheidung indes überlasse ich jedem selbst. Die Stadtporträtreihe kostet je Band 20 Euro für knapp 40 Fotos, 39 Ausgaben sind insgesamt erschienen und weitere in Planung.

Für 45 Euro indes bekommt man im Prestel Verlag über 250 Seiten frühe Reisefotografie von 1850 bis 1914 in dem Fotoband „Die Entdeckung der Welt“ aus einer Zeit, wo sich wohl kaum ein Fotograf einen Kopf darüber gemach hat, ob seine Sehweise politisch oder kulturell korrekt sei.

Die Autoren Gilles Fumey und Olivier Loiseaux haben ein Gesamtwerk geschaffen, von Ägypten bis Neukaledonien, in dem sich ein exotisierendes Weltbild spiegelt, das immer mit einem Quäntchen Mysterium, Abenteuer und Wahnsinn gewürzt ist.

„Die Entdeckung der Welt“ ist eine phantastische Zeitreise, durch die deutlich wird, warum insbesondere Europäer ihr eigentümliches Bild der Welt da draußen haben. Dass die englische Fotografin Kate Bellm ihr ganz spezielles Menschenbild hat, wußte die Fotokunstwelt schon lange, wieder mal neu beweist sie dies in ihrem druckfrischen Band „Amor“ aus dem Hause Hatje Cantz. 192 Seiten. 126 Fotos. 54 Euro.

Dafür bekommt der Betrachter einen sonnengetränkten Roadtrip, in dem Nackt- und Coolheit nur so aus den Seiten zu tropfen scheinen. Wir werden in ein Bohemian Rhapsody geschleudert, in das provokative Narrativ aus jeder Pore ihrer Models dampft. „Amor“ ist eine Phantasie, heiß, intim, humorvoll und macht Viagra überflüssig. Miau!

Sönke C. Weiss

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