05.03.2020 Krisenmanager klärt auf

Loveparade-Comeback - Neuanfang oder Verhöhnung der Opfer?

von: GFDK - Reden ist Silber - David Rölleke

Elf Jahre nach dem verheerenden Unglück in Duisburg soll die Loveparade zurück nach Berlin kommen. Die ganze Welt hat 2010 über die Ereignisse (21 Tote, mehr als 600 Verletzte) berichtet und noch heute gibt es die Videos auf Youtube, in denen man die Massenpanik, welche damals ausbrach, genau beobachten kann. Es ist einfach nur schrecklich- keine Frage.

Doch es gibt auch die anderen Videos, in denen man Millionen glückliche Raver und Techno-Fans sieht, die durch Berlin tanzen. Es war eine Veranstaltung, welche damals einmalig war und Dr. Motte brachte damals Millionen zum Tanzen und möchte es am 10.06.2021 in Berlin erneut tun. Und das mitten in der Hauptstadt.

Ist diese Entscheidung richtig? Ja, aber…

Die Fortsetzung der Loveparade ist richtig! Aber im Vorfeld müssen alle Fragen bezüglich der Aufklärung beantwortet werden und ich würde dazu zwei Pressekonferenzen ansetzen.

Die erste muss ausschließlich der Aufklärung dienen und somit auch dem Respekt vor den Opfern sowie deren Angehörigen. Weiterhin müssen die verbesserten Sicherheitsmaßnahmen vorgestellt werden und es muss im Vorfeld kommuniziert werden, wer für die Sicherheit der Menschen verantwortlich ist.

So ist es unmöglich bei einem erneuten Vorfall, die Schuldfrage ungelöst zu lassen. Ich würde hier auf keinen Fall den Bezug zu ehemaligen Ereignissen aus der Vergangenheit suchen, wo es zu Todesfällen kam und erneut gefeiert wird, so Krisenmanager David Rölleke.

Am 26.09.1980 gab es zum Beispiel auch einen Anschlag des Oktoberfests in München, bei dem zwölf Personen ermordet wurden und heute spricht kaum noch jemand darüber und es wird wieder ordentlich gefeiert.

In den Kommentaren auf Facebook wird genau dieser Vergleich auffällig oft genannt. Viel sinniger ist es, offen darüber zu sprechen, dass man mit diesen Veranstaltungen früher enorm viel Erfolg hatte.

Sobald diese Fragen alle geklärt sind, sollte man in der Tat zur Aufbruchstimmung übergehen und dazu eine zweite Pressekonferenz ansetzen, in der man alte Videos einblendet und ganz offensiv in die Werbung geht.

Zum Start der Parade würde ich eine Schweigeminute empfehlen und -auch nur wenn die Angehörigen es wollen- einen Gedenkwagen der Verstorbenen. Da muss man aber ganz vorsichtig sein und sich ganz langsam herantasten.

Man kann sich dennoch bereits auf einen großen Shitstorm in den sozialen Netzwerken einstellen, sobald die Veranstaltung offiziell angesetzt wird. Aber da muss man durch.

David Rölleke

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