05.08.2016 Ein moderner "Zikkurat"

London hat ein neues Museum: New Tate Modern

von: GFDK - Herwig Nowak

Gemeint ist die "New Tate Modern",eröffnet am 17.Juli 2016 und weltstädtisch aussen wie innen. Eines der grossen Museen dieser Welt.

Ein moderner "Zikkurat"

Im äusseren zunächst nehmen die Schweizer Architekten Herzog und de Meuron Struktur und Farblichkeit des Gebäudes der benachbarten "Tate Modern"- eines ehemaligen Elektrizitätswerks auf und übertragen sie auf den angebauten Neubau. So bildet das Bisherige und des Neue eine architektonische Einheit. Und dennoch spricht der Neubau eine eigene Sprache.

Er erhält seine eigene Wertigkeit durch  die "gedrehte "Bauform des als Turm gestalteten Bauwerks und durch die gekonnte, ja kunstvolle Art der Verblendung des Turmbauwerks mit Londoner Ziegeln. Der Vergleich mit einem "Zikkurat", einem kunstvollen mesopotamischen Tempelbau, geht nicht fehl.

Raum für Kunst

Das Innere der "New Tate Modern" stellt eine wunderbare Einheit von Raum und Kunst dar. Dabei ist der Raum die Heimstatt der Kunst. Die riesigen hohen Hallen geben der modernen Kunst die Luft zum Atmen, die sie braucht, und die Fläche, um sich zu zeigen. Beides realisiert sich hervorragend. Namentlich in der zweiten Etage des Neubaus.

Die Ausstellung dort macht deutlich, welche wunderbaren Bezüge, Ergänzungen "between the work of art and the environment around it" möglich sind. Sie herzustellen, ist allerdings dem Betrachter selbst aufgegeben. Ihm kommt die Wertung der Kunst im Raum zu und sie erfolgt dementsprechend in seiner subjektiven Sicht. Nicht immer ein leichtes Unterfangen.

Und die Kunst selbst

Dem Betrachter stellt sich eine Vielzahl von Künsten vor. Alle eigentlich sind vertreten bis auf den Tanz. Dabei kommt die Malerei vielleicht gegenüber dem alles beherrschenden "kunstvoll gestaltenen Raumelement", für das eine generalisierende Bezeichnung zu finden, nicht möglich ist, ins Hintertreffen.

Die Eckgestaltung etwa, hängend von der Decke herab in gedrehten Aluminiumbändern unterschiedlicher Breite oder nur den Eckboden ausfüllend, die tönende Holzkonstuktion, die weit in den Raum greift oder einfach die doppelte Holzwand, die von innen beleuchtet wird. Seitdem sich die Kunst aus der förmlichen und inhaltlichen Gebundenheit, in der sie in früheren Jahrhunderten verharrte, erlöst hat, hat sie sich einen ganzen Kosmos neuer Ausdrucksformen erobert.

Besonderer Erwähnung bedarf allerdings die Filmkunst, die mit ihrem Film "Birds" in der Ausstellung vertreten ist. Er vereint tänzerische Performance, ausgezeichnet durch Bewegung und Kostüme, mit  filmischen Gestaltung in skulpturaler Manier. Und dazu wird eine Musik komponiert, die den Film insgesamt zu einem singulären Kunstwerk macht.

Die Rheinische Kunstwelt sieht sich gerne als den Nabel der Welt, was moderne Kunst angeht. Von Zeit zu Zeit ist allerdings ein Abstecher nach London "indisponsable".

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