07.05.2019 literarischer Masochismus

Keine Furcht vor Moral - Max, Mischa und die Tet-Offensive

von: GFDK - Reden ist Silber - Sönke C. Weiss

Ich versuche mich ja wirklich nur zu Büchern zu äußern, die ich selbst auch mag; denn jedes Buch bedeutet meine Lebenszeit, und die ist bekanntlich limitiert.

So habe ich mich nichtsdestotrotz durch die nie enden wollenden 1248 Seiten von Max, Mischa und die Tet-Offensive gekämpft, nur dass mich der Autor, Johan Harstad, Wohnhaft in Oslo, damit bestraft, dass der Held seines Buches die große Liebe seines Lebens trotz aller Bemühungen nicht bekommt, weil er zu viel quatscht.

Das ist so gemein, dem Leser gegenüber, mir. Fette 34 Euro kostet dieser literarische Masochismus, der im Rowohlt Buchverlag erschienen ist und folgende Story erzählt: Max Hansen - vermutlich zum Teil aka Johan Harstad - zieht von Norwegen in die USA.

Mit seinen Eltern, deren Ehe zerbricht, während er sich mehr und mehr fürs Theater begeistert, in einem Typen namens Mordecai seinen besten Freund findet, sich in Mischa verliebt und all das über Jahrzehnte hinweg und - wie gesagt - über 1000 Seiten langgezogen, so dass ich - und ich bin da ganz ehrlich - zum Schluß gar nicht mehr weiß, was, wem, wo, wie überhaupt passiert ist und ich irgendwann froh bin, dass der Spuk ein Ende hat, Max Hansen, selbstverliebt und wirklich eine fiese Labertasche, seine Liebe nicht kriegt.

Sie hat in der Tat etwas Besseres verdient. Und noch was vorweg: Mordecai bringt sich um. So. End of Story. 

Sönke C. Weiss

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