03.10.2022 Theaterstücke sind Literatur

Intrige, Verrat, Rache und Stolz - Eine gewaltige Tragödie

von: GFDK - Reden ist Silber - Sönke C. Weiss

Tragische Heroine, Magierin, Rächerin, ihrer Kinder Mörderin: „Medea“, die laut ihres Autoren Euripides 'der Ehr beraubte Unglücksfrau', berührt wie polarisiert seit 2500 Jahren als Leidende wie als Leidbringende und ist eine der ambivalentesten Figuren des antiken Dramas.

Intrige, Verrat, Rache und Stolz, „Medea“ ist noch immer eine gewaltige Tragödie, das vielschichtige Psychogramm einer erbitterten Mutter und Frau, jetzt prachtvoll in einer neuen Übersetzung von Kurt Steinmann als zweisprachige Leseausgabe mit acht Farbillustrationen bei Manesse (www.manesse-verlag.de) erschienen.

Wer sich davor scheut, ein Drama zu lesen, mein Hinweis: Zu wissen, wie man ein Theaterstück liest, ist keine komplexe oder beängstigende Angelegenheit.

Wenn Sie einen Roman lesen und der Autor Ihnen einen Sonnenuntergang beschreibt, lesen Sie nicht nur die Worte, Sie sehen, was die Worte beschreiben.

Warum sollte man also annehmen, dass ein Theaterstück dem Leser weitaus schwierigere Probleme bereitet? Einfach ausgedrückt: Theaterstücke sind Literatur, und obwohl sie den meisten Menschen durch Aufführung zugänglich sind, sind sie auch ohne Schauspieler vollständige künstlerische Erfahrungen.

Diese „Medea“-Ausgabe ist grandios und absolut empfehlenswert. 240 Seiten. 60 Euro.

Hier geht es zu unserem Feuilleton, Reden ist Silber....Schreiben ist Gold

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Sönke C. Weiss