18.10.2021 Die Verdammten dieser Erde

Illustrierte Menschenrechte - Frantz Fanon und der Antikolonialismus

von: GFDK - Reden ist Silber - Sönke C. Weiss

Aufruf zur Gewalt oder pointierte Analyse des Kolonialismus? Frantz Fanons Hauptwerk „Die Verdammten dieser Erde“ avancierte nach seinem Erscheinen 1961 zur Kampfschrift der antikolonialen Linken und wurde ab den 1990er-Jahren im Zusammenhang mit postkolonialen Theorien wiederentdeckt. Rom, im August 1961.

Der französische Philosoph Jean-Paul Sartre und seine damalige Lebensgefährtin Simone de Beauvoir treffen sich mit Frantz Fanon kurz vor Erscheinen seines wohl wichtigsten Buches, wovon der neue illustrierte Roman von Frédéric Ciriez und Romain Lamy mit dem schlichten Titel „Frantz Fanon“ vor allem handelt: drei der bedeutendsten Intellektuellen ihrer Zeit diskutieren den Antikolonialismus.

Weiter erzählt dieser außerordentliche Band auf gut 230 Seiten die Lebensgeschichte des heute oftmals vergessenen Vorkämpfers der Gleichberechtigung unter den Völkern.

Fanon war ein Mann mit vielen Gesichtern. 1925 auf der von Frankreich kolonial beherrschten Karibikinsel Martinique geboren, meldete er sich 1944 freiwillig zur französischen Armee, um gegen das nationalsozialistische Deutschland zu kämpfen, und musste erleben, dass er als schwarzer Soldat von den weißen Franzosen nicht als ebenbürtig behandelt wurde.

Nach dem Zweiten Weltkrieg studierte er Medizin und Philosophie in Frankreich und ging zu Beginn der 1950er-Jahre nach Algerien, wo er einige Jahre als Chefarzt in einer psychiatrischen Klinik arbeitete.

Nach dem Ausbruch des algerischen Unabhängigkeitskrieges schloss er sich 1956 der Partei Front de Libération Nationale an, für die er zeitweilig als Gesandter unterwegs war.

Die Unabhängigkeit Algeriens erlebte er jedoch nicht mehr. Nur drei Tage nach der Publikation von „Die Verdammten dieser Erde“, Sartre schrieb das Vorwort, starb er in einem Washingtoner Krankenhaus an Leukämie.

Zeit seines Schaffens setzte Fanon die psychische Dimension des kolonisierten Menschen - seine Erfahrung und Entfremdung - in den Mittelpunkt, was auch das Graphic Novel „Frantz Fanon“ in seiner Gänze spiegelt.

Eine Geschichtslektion in Sachen Menschenrechte. Erschienen bei der Hamburger Edition (www.hamburger-edition.de). Preis: 25 Euro.

Sönke C. Weiss

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