07.12.2021 Stefan Heyms Kriegsroman von 1944

Der Verlust der Unschuld - Zwei ganz außergewöhnliche Afrika-Romane

von: GFDK - Reden ist Silber - Sönke C. Weiss

Zwei ganz außergewöhnliche Afrika-Romane stelle ich heute mit großer Freude vor. Zum einen Stefan Heyms Kriegsroman von 1944 mit dem Titel „Flammender Frieden“, der jetzt zum ersten Mal überhaupt in deutscher Sprache zum 20. Todestag des Autoren erschienen ist.

(Heym, geboren 1913 in Chemnitz, emigrierte als Hitler an die Macht kam und kehrte erst in den 50er Jahren aus den USA in seine Heimat zurück.) „Flammender Frieden“ ist ein mitreißender wie politisch tiefgründiger Roman voller Intrigen und Verrat, der 1942 in Algerien spielt, als die Amerikaner in Algier landen und die deutschen Wehrmacht anfängt zu zerfallen.

Amerikaner, Franzosen und Deutsche kämpfen fortan um Macht, Geld und jeden Quadratmeter.

Aber was ist mit den Algeriern selbst? Wie weit darf man überhaupt gehen, wenn es um Demokratie geht? Heym, der selbst als GI im Krieg war, hat einen moralisierenden Kriegsroman geschrieben, bei dem selbst ein Hemingway kapitulieren würde.

C. Bertelsmann (www.cbertelsmann.de), knapp 500 Seiten, 24 Euro.

Ebenso feinsinnig und lebendig ist der Roman „Das verlorene Paradies“ des auf Sansibar geborenen Abdulrazak Gurnah, der 2021 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet wurde. Es geht um den zwölfjährigen Yusuf in einer Welt des Übergangs.

Die Kolonialisierung der Europäer hinterläßt in seiner ostafrikanischen Heimat immer mehr Spuren, das alte Leben verschwindet und somit auch Yusufs Traum von einer heilen Welt.

Gurnahs Geschichte zeigt, was der Verlust der Unschuld nicht nur für jeden einzelnen Menschen bedeutet, sondern auch für eine ganze Generation von Menschen und deren Nachfahren.

Ein grandioses Werk, erschienen bei Penguin (www.penguin-verlag.de), um die 330 Seiten, 25 Euro. 

Sönke C. Weiss

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