03.03.2017 Glyphosat ist mit Sicherheit krebserregend

Der Tod auf den Feldern, vergiften uns die Chemie-Konzerne?

von: GFDK - Gottfried Böhmer

Der gesundheitsschädliche Düngestoff Nitrat verseucht unser Grundwasser wie die „Neue Osnabrücker Zeitung“ und „Tagesschau.de“ aus dem aktuellen Nitratbericht, den die Bundesregierung an die EU-Kommission übermittelte mitteilte.

Eine Nitratkonzentration von über 50 Milligramm pro Liter kann nach Angaben der EU-Kommission erhebliche Auswirkungen auf die Gesundheit von Menschen haben. Bedenklich ist sie insbesondere für schwangere Frauen und Kleinkinder. Verursacher ist aus Sicht des Bundesumweltministeriums die Landwirtschaft, die Nährstoffe in Form von Gülle oder Kunstdünger auf die Felder ausbringt.

Donnerstag, 19. Januar 2017 - Die Wasserpreise in Deutschland könnten wegen der Nitratverschmutzung laut einem aktuellen Gutachten der Wasserwirtschaft um fast zwei Drittel steigen. "Trinkwasser könnte in einigen Regionen um bis zu 62 Prozent teurer werden", sagte Martin Weyand, Hauptgeschäftsführer beim Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft.

Erst stirbt das Tier, dann der Mensch

Feldhamster sterben in Deutschland aus
, mahnen die Deutsche Wildtier Stiftung und andere Experten. In Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern gibt es nach Zahlen des Bundesamts für Naturschutz (BfN) von 2012 längst keine Exemplare mehr, auch in Nordrhein-Westfalen sind die kleinen Nager ausgestorben. In Baden-Württemberg leben nicht einmal mehr 100 Feldhamster, bundesweit sind Experten zufolge inzwischen weniger als 100.000 verblieben.

Schon bald keine Wald- und Wiesenvögel mehr in Deutschland. "Die kleinen Vögel verhungern"

Die Feldlerche kämpft ums nackte Überleben - sie wird auf der Roten Liste in Deutschland als gefährdet eingestuft. Der WWF sieht die intensivierte Landwirtschaft als Ursache. Bei Rebhühnern gab es demnach seit 1980 ein Minus von 90 Prozent, bei Turteltauben und Braunkehlchen sind es um 70 Prozent.

Bayer, BASF und Syngenta verklagen die Europäische Kommission
. Ihr Plan: Ein Verbot von Neonikotinoiden zu kippen -- Pestizide, die massenhaft Bienen töten. Erst enormer öffentlicher Druck hatte das EU-Gesetz überhaupt ermöglicht. Wir können uns jetzt nicht zurücklehnen und der Pestizid-Industrie das Feld überlassen, während die Bienen für immer verschwinden.

Sollte es den Wirtschaftsgiganten gelingen, Europa in die Knie zu zwingen, wäre das eine Katastrophe für den weltweiten Bienenbestand. Bayer and Co. stellen ihre Profite über das Wohlergehen der gesamten Erde -- zeigen wir ihnen, dass wir das nicht hinnehmen!

Der Dokumentarfilmer, Filmproduzent und Autor Andreas Kieling postet auf Facebook ein Video, in dem er auf das Krebsrisiko von Glyphosat hinweist. Womit er nicht gerechnet hat: Hunderte von "Agraexperten" , "Landschaftsgärtner" und "Landwirte" meldeten sich zu Wort und beschimpften Kieling der Unwissenheit, Inkompetenz und Falschbehauptung.

Halbwisser und Walldorf Schüler?

Die Wenigen, die Kielings Meinung teilten, wurden als  weichgespülte Halbwisser und Walldorf Schüler beschimpft, und das war noch harmlos. 1182 "Experten" haben sich mit Schaum vor dem Mund zu Wort gemeldet. Viele fühlten sich persöhnich angegriffen oder waren der Meinung, Kieling würde der gesamtem Landwirtschaft schaden.

Eine übermächtige Lobby im Bundestag?

Der größte Aufreger war dabei die Sikkation, die in Deutschland zwar verboten ist, aber trotz Verbot häufig angewendet wird. Es gibt so gut wie keine Kontrollen und die Lobby ist übermächtig. Kieling hat in dem kurzen Beitrag allerdings nicht behauptet, dass alle Landwirte sich nicht an das Verbot halten. Ein großes Problem sind zudem die Importe, wer will für die seine Hand in Feuer legen?

Es war grauenhaft zu lesen wie hier ein Gift von vielen Menschen verteidigt wurde. Gift gehört nicht auf unsere Felder, Böden und nicht in unsere Nahrung. Auch wenn wir nicht alle Aussagen von Herrn Kieling zustimmen können, hat er den Kern getroffen und der besagt ohne wenn und aber:

Glyphosat ist mit Sicherheit krebserregend

Glyphosat ist ein Totalherbizid, das vor der Aussaat von Kulturpflanzen auf die Felder ausgebracht wird. Es tötet alle Pflanzen in kürzester Zeit ab, die Menschen sind später dran. Dann kommt das Saatgut in den Boden. Leider darf auch noch immer fast reifes Getreide, zur einheitlichen Abreife, mit Glyphosat gespritzt werden.

Das Gift steht stark im Verdacht krebserregend zu sein. Selbst bei Großstädtern, die keinen direkten Kontakt zu Glyphosat hatten, ist das Mittel im Urin nachgewiesen worden. Trotzdem hat die EU Kommission den Beschluss, ob das Herbizid weiterhin zugelassen werden soll, auf weitere 18 Monate verschoben.

Allein in der Schweiz werden jährlich 300 Tonnen Glyphosat verkauft und in Deutschland wird derzeit laut Erhebungen der Universität Göttingen auf 39 Prozent der Ackerflächen Glyphosat gespritzt. Betroffen sind insbesondere Winterraps, Hülsenfrüchte, Wintergerste und Sommergetreide.

Verharmlost und geleugnet

(Zentrum der Gesundheit schreibt zu diesem Thema) – Glyphosathaltige Unkrautvernichter werden tonnenweise eingesetzt – nicht nur in der Landwirtschaft, auch vom Hobbygärtner. Sie heissen Roundup oder Glyfos und werden vom berüchtigten Gentech-Konzern Monsanto hergestellt. Die schädlichen Auswirkungen auf Natur und Mensch werden verharmlost oder gar geleugnet.

Glyphosat-Rückstände tauchen in allen Grundnahrungsmitteln auf: In Weizen und somit in vielen Mehlprodukten (Teig- und Backwaren), in Mais, Soja und Zucker. Stichproben ergaben Rückstände in Haferflocken. Natürlich sickert das Mittel auch ins Grundwasser und gelangt auf diese Weise früher oder später ins Trinkwasser.

Glyphosat vernichtet alles

Es regnet und das Glyphosat wird von Ihren Wegen in den nächsten Weiher gespült. Glyphosat ist für Gewässer hochtoxisch. Je nach Dosis vernichtet Glyphosat im Wasser nahezu alles, was darin lebt und wächst – ob nun Fische, Molche, Frösche, Libellenlarven, Algen oder Wasserpflanzen.

Wer Roundup eine Schädlichkeit nachweisen kann, wird von Monsantos Anwälten zum Schweigen gebracht. Nun hat sich die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eingeschaltet. Ihre Untersuchungen haben ergeben, dass Glyphosat sehr wohl schädlich ist und auch Krebs auslösen kann. Die Studie zeigt auf, dass insgesamt fünf Organophosphate, die als Herbizide oder Pestizide zum Einsatz kommen, krebserregend sind. Darunter befindet sich auch das Herbizid Glyphosat.

Die Studie hat ergeben, dass diese Supstanzen bei Tieren definitiv und bei Menschen höchstwarscheinlich Krebs auslösen. Krebs-Experten aus 11 Ländern kamen eindeutig und einstimmig zum Schluß, das Roundup bei Tieren Krebs auslösend wirkt. Wer jetzt noch glaubt, dass der Mensch verschont bleibt, sollte sich ins Krankenhaus begeben.

Die Wissenschaftler konnten laut der WHO-Studie überzeugende Beweise vorlegen, dass das Herbizid Lymphdrüsen und Lungenkrebs auslöst. Weitere Untersuchungen haben gezeigt, dass Glyphosat in menschlichen und tierischen Zellen DNA und Chromosonschäden verursacht.

Glyphosat-Rückstände in Mehl, Zucker und Haferflocken

Wer nun glaubt, Glyphosat betreffe nur Landwirte, die direkt mit dem Mittel hantieren, hat sich getäuscht:

Seit 1996 wird glyphosatresistente Gensoja in Europa als Futtermittel eingesetzt. In der EU werden jährlich etwa 36 Millionen Tonnen überwiegend Gen-Sojabohnen und -schrot eingeführt. Allein Deutschland importiert etwa Dreiviertel der Eiweißfuttermittel, überwiegend Gen-Soja. Über Eier, Milch und Fleisch gelangt Glyphosat auf unsere Teller.

Aktuelle Studien belegen gravierende gesundheitliche Risiken von Glyphosat, POEA und AMPA schon bei geringsten Konzentrationen. Besonders besorgniserregend sind Hinweise auf eine hormonelle Wirkung. Auch Krebs, Zelltod, Fruchtbarkeitsstörungen, Schädigung des Erbguts, der Embryonalentwicklung, der Leber und der Niere zählen zu den Folgen.

Krebsrate bei Kindern verdreifacht

In ländlichen Regionen Lateinamerikas, (hier hat Monsanto fast eine Weltmachtstellung) in denen glyphosatresistente Pflanzen angebaut werden, wird Roundup nahezu flächendeckend per Flugzeug versprüht. Menschen, die dort leben, sind schutzlos ausgeliefert. Dort hat sich von 2000 bis 2009 die Krebsrate bei Kindern verdreifacht. Die Rate der Fehlgeburten und Fehlbildungen stieg nahezu um das Vierfache an.

Drei Meinungen auf Facebook zum Thema

"Glyphosat IST erwiesenermaßen schädlich. Der Krebs"verdacht" wird immer nur zur verharmlosenden Ablenkung vorgeschoben, ist aber gar nicht das Hauptproblem. Glyphosat verursacht genetische Schäden, Fehlgeburten und Missbildungen wie Offener Rücken bei Tier und Mensch, wie empirische Studien ergeben haben. DAS gehört endlich zur Kenntnis gebracht, anstatt die Alibi-Meinung der EU und der unkritischen Journaille wiederzugeben".

"Früher hat Monsanto ja behauptet, Roundup würde in 2 Wochen biologisch abbaubar. Damit wurde Werbung gemacht. Deswegen sind auch die Landwirte so drauf abgefahren. Erst eine französische Studie hat ergeben, dass das Zeug nur zu 10% pro JAHR im Boden abgebaut wird. Was das bei 2 mal pro Jahr spritzen für Boden und Grundwasser bedeutet, kann ja jeder ausrechnen".

"Ich arbeite in einem Wasserwerk für einen großen Wasserversorger. Unsere Wasserproben die wir täglich machen und seit Jahren aufzeichnen zeigen, dass die Nitratwerte stetig steigen. Zur Zeit halten wir die Grenzwerte locker ein, aber keiner weiß wie es in ein paar Jahren aussieht. Es dauert natürlich Jahre, bis der Cocktail aus Gülle und Gift im Grundwasser angelangt ist".

Das Problem: Nitrat kann nicht auf natürliche Weise rausgefiltert werden. (Bei uns wird mit Kies gefiltert auf ganz natürlicher Weise ohne Chlor oder ähnlichem). Es müssten spezielle Filteranlagen gebaut werden, die sehr teuer sind. Der Kunde muss dann die Kosten tragen. Der Mensch macht sich durch die kranke Art von Landwirtschaft selber kaputt. Wir verschmutzen unser eigenes Trinkwasser. Ohne Trinkwasser kein Leben".

Das Monsanto Tribunal

Der berühmte deutsche Sänger Konstantin Wecker ist Botschafter des Monsanto Tribunals. "Wir müssen beginnen uns zu wehren gegen die Übermacht von Konzernen und in diesem Fall gegen einen Konzern, der nachweislich mit Umweltgiften unsere Erde zerstört."

Angela Merkel will das Gift - Merkel will für Glyphosat kämpfen

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) macht sich für eine weitere Verwendung des umstrittenen Pestizids Glyphosat in der Landwirtschaft stark. Sie werde sich dafür einsetzen, dass das Mittel auf wissensbasierter Grundlage weiterhin eingesetzt werden kann, sagte Merkel am Donnerstag (18. August 2016) auf einem CDU-Agrarforum in Boldekow (Mecklenburg-Vorpommern).

Studien würden laut Merkel belegten, dass die Risiken nicht sehr groß seien. Leider konnte Merkel nicht belegen welche Studien das sind. Das haben wir von ihr auch nicht erwartet. Zuletzt hatte die WHO das Mittel für möglicherweise krebserregend qualifiziert.

70 Prozent sind für Merkel keine Mehrheit

In der Koalition kam es zum Streit, weil die SPD-Minister sich gegen eine Verlängerung der Zulassung in der EU ausgesprochen haben. Der SPD-Parteivorstand schrieb am Freitag auf Twitter: "Merkel ist für weiteren Glyphosat-Einsatz – wir bleiben beim NEIN! Im Zweifel für die Verbraucher- und Umweltschutz." 70 Prozent aller Deutschen wollen das Gift nicht mehr auf den Feldern, aber 70 Prozent sind für Merkel noch lange keine Mehrheit.

Das Geschäft mit der Agrarchemie

9. September 2016: Der US-Konzern Monsanto geht für 66 Milliarden Dollar an den deutschen Dax-Konzern Bayer. Die Übernahme soll bis Ende 2017 abgewickelt werden. PS: Blackrock ist der größte Aktionär bei Bayer und Blackrock ist auch der größte Aktionär bei Monsanto. Wer hat hier wen gekauft?

Ich habe meine eigene Theorie

Die Gifte, auch Glyphosat und viele andere wurden erstmals Mitte/ Ende der 60 er und dann massiv in den gesamten 70er Jahren eingesetzt, um bessere Ernteerträge zu erzielen. Umweltstandards hatte es seinerzeit so gut wie nicht gegeben. Eine Prüfung auf schädliche Auswirkungen auf den Menschen hatte nicht stattgefunden.

Nun sind früher Menschen auch an Krebs erkrankt, nur waren das in der Regel die älteren Semester. Heute erkranken und sterben viele im Alter von 25-45 und das ist sehr ungewöhnlich. In meinem eigenen Freundes und Bekanntenkreis sind es schon sechs, die letzte erst vor vier Wochen.

Geschädigte Zellen lösen Krebs aus

Die Theorie: da die Gifte sehr massiv und ohne jede Kontrolle in den 70er Jahren eingesetzt wurden, sind sie angefangen von der Babynahrung in allen Lebensmitteln gelangt. Wenn Kleinkinder und Jugendliche im Wachstumsalter diese Gifte aufgenommen haben und Zellen geschädigt wurden, besteht höchstwahrscheinlich die Möglichkeit, dass eine Krebserkrankung einige Jahrzehnte später ausbricht.

Und nun rechnen Sie einmal zurück. Die in den 70ern bis Mitte der 80er Jahren geborenen, sind genau die Generation, die heute vermehrt an Krebs erkrankt und stirbt. Das ist natürlich nur meine Theorie. Da es keine Möglichkeit mehr gibt, nachzuweisen wie viele dieser Gifte und in welcher Dosierung sie eingesetzt wurden. Das Motto war damals "viel hilft".

Das Todesurteil

Die ahnungslosen Landwirte konnten ja nicht wissen, was sie da auf ihre Felder hauen. Ich bin mir aber sicher, dass die Chemiekonzerne für den Tod von tausenden junger Frauen und Männer verantwortlich sind. Mord verjährt nicht. Der Gifttod ist ein Morddelikt. Wir müssen die Verantwortlichen zur Verantwortung ziehen. Vom deutschen Lande frisch auf den Tisch kann auch ein Todesurteil sein.

Ihr Gottfried Böhmer

 

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Gottfried Böhmer ist seit 1997 künstlerischer Direktor der Gesellschaft Freunde der Künste und Redaktionsleiter der GFDK.

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