05.02.2019 journalistische Standards

Der DJV-Vorsitzende Prof. Dr. Frank Überall besitzt keine Objektivität

von: GFDK - Reden ist Silber

Es gab eine Zeit, da war Prof. Frank Überall noch nicht der Chef beim DJV, und da war der gute Mann auch noch viel nachdenklicher. 2015 hat er der GFDK noch gesagt " Nur auszuwählen nach dem Motto, was nehme ich denn jetzt aus den Agenturen, das ist kein Journalismus". Zu jener Zeit war Herr Überall noch deutlich objektiver als heute.

Prof. Frank Überall ist nun der Boss des sogenannten "Deutschen Journalisten Verbandes". In diesem sind über 35.000 Journalisten organisiert. Inkl. mehr oder weniger auch alle Mitarbeiter der deutschen Mainstreammedien, aber auch PR-Fachleute und Regierungssprecher.

In dieser Funktion (und wohl eher im Auftrag seiner Puppenspieler von Springer, Bertelsmann, Burda & Co) forderte er die deutschen Behörden auf, dem "Kreml-Propagandamedium" RT die deutsche Rundfunklizenz zu entziehen.

In diesem Interview auf Heise/Telepolis (ein von mir sehr geschätztes Medium) entlarvt sich Herr Überall in nur wenigen Sätzen selbst. Vor allem, in dem er ganz offen unterschiedliche Maßstäbe ansetzt, was Objektivität, Wahrheit und journalistische Standards angeht.

Heise fragt hier geschickt, wie Herr Überall eigentlich sein völlig idiotisches Statement RT Deutsch gegenüber im Vergleich zur "journalistischen Arbeit" von Medien wie Bild & Co rechtfertigt...

HEISE: "Fällt RT Deutsch signifikanter durch unseriösen Journalismus auf als andere Medien, die regelmäßig bei BILDblog zu Gast sind?"

FRANK ÜBERALL:
"Wie ich bereits gesagt habe: RT steht nicht für seriösen Journalismus. Deshalb sind Vergleiche mit journalistischen Medien unangebracht."

HEISE:
"Der staatliche deutsche Auslandssender Deutsche Welle hatte letztes Jahr bei den russischen Präsidentschaftswahlen zum Boykott aufgerufen. Ist Ihnen eine vergleichbare Wahlbeeinflussung deutscher Wahlen durch RT deutsch bekannt?"

Frank Überall: RT befeuert eine politische Stimmung, die der AfD nützt.

HEISE:
"Sie beklagen, RT Deutsch stelle tatsächliche Ereignisse einseitig dar. Fordert der DJV also von privaten Medienhäusern künftig Objektivität?"

FRANK ÜBERALL:
"RT ist nicht privat."

Anmerkung: "Privat" war als Gegenbegriff zu öffentlich-rechtlichen Rundfunkhäusern gemeint, die zu interner Vielseitigkeit verpflichtet sind, sog. Binnenpluralismus.

Auch das noch - gerade gefunden:

So geht Journalismus: Gerade das "Tagesgespräch" auf Bayern 2. Thema ist der SPD-Rentenvorschlag. Leute können anrufen, im Studio sitzt ein Professor, der vorgibt, alles wissenschaftlich neutral einzuordnen und der ständig von "Wir Wissenschaftler" spricht. In Wahrheit ist er in der Jungen Rentenkommission und Partei in der Debatte.

Ein Verbands-Lobbyist also, der unter dem Deckmantel der Wissenschaft gegen die SPD vom Leder ziehen darf. Diese Art Journalismus unterscheidet sich nicht mehr vom Stil in den sozialen Netzwerken, nur dass wir alle dafür Gebühren zahlen.

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