24.03.2020 Ausstellung „Where’s Gulu?“

Coronavirus legt auch Kultur in Afrika lahm

von: GFDK - Reden ist Silber - Sönke C. Weiss

Als erster europäischer Fotograf war ich im Februar eingeladen, meine Fotos drei Monate lang im Kigali Center for Photography in Ruanda zu zeigen.

Jetzt wurde auch meine Ausstellung „Where’s Gulu?“ wegen des Corona-Viruses geschlossen, die Hauptstadt des ostafrikanischen Landes zieht ihre Konsequenzen aus der Pandemie.

Hintergrund: Gulu liegt in Norduganda nahe der Grenze zum Südsudan. Von 1987 bis 2006 führte die Widerstandsarmee des Herrn, eine militärisch-religiöse Kultbewegung, einen Bürgerkrieg gegen die Zivilbevölkerung, den die Weltöffentlichkeit so gut wie gar nicht zur Kenntnis nahm.

Ich kenne Gulu seit 2003, zwischen 2017 und 2019 entstand meine Fotoreportage, die zeigt, wie die Menschen Gulus langsam wieder in eine Zivilgesellschaft finden.

„Sönkes Fotos strahlen Zuversicht, Mut und den Willen zur Eigenständigkeit aus, deshalb wollten wir seine Arbeiten unbedingt präsentieren“, sagte Jacques Nkinzingabo, der Direktor des Kigali Center for Photography, im Rahmen der Vernissage vor einem internationalen Publikum.

In gewisser Weise sei Gulu für ihn archetypisch, denn trotz aller Schwierigkeiten liebten die Menschen ihre Heimat. Nkinzingabo: „Unser Ziel ist es, Afrika in der Fotografie ohne Klischees zu zeigen.

Mit 22 Jahren Afrikaerfahrung gelingt dies Sönke immer wieder.“ Wann und ob „Where’s Gulu?“ wieder eröffnet ist unklar, denn auch in Ruanda ändert sich das Leben aufgrund von Corona täglich.

Übrigens: Das Kigali Center for Photography (www.kigaliphotocenter.com) ist einzigartig in Ruanda. Vermutlich, bis auf wenige Fotogalerien in Südafrika, auf dem afrikanischen Kontinent.

2017 eröffnet, dient es darüber hinaus als Fortbildungszentrum für junge Fotografen. Mir war es eine Ehre, dort ausstellen und unterrichten zu dürfen.

Sönke C. Weiss

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