24.03.2020 Es geht um die Existenz

Bonitätsschutz für Unternehmen, sonst kippt die Stimmung

von: GFDK - Reden ist Silber - David Rölleke

Die Modebrache sieht sich wegen der Coronavirus-Krise im Ausnahmezustand und fordert Direkthilfen vom Staat, meldet W&V.

"Unsere Lieferketten sind zusammengebrochen. Viele unserer Unternehmen sind in einem Ausnahmezustand", sagte Ingeborg Neumann, Gesamtpräsidentin der deutschen Textil- und Modeindustrie, der "Rhein-Neckar-Zeitung". Viele hätten bereits Kurzarbeitergeld beantragt. Jetzt seien Direkthilfen nötig.

Hier wäre es von Nöten, dass sich die Politik sowie die Schufa oder andere Bonitätsanbieter schnell was überlegen.

Denn es wird in den nächsten Wochen zu vielen Zahlungsproblemen kommen und es wäre sehr schlecht, wenn dadurch die Bonität der Unternehmen auch für Zeiten nach der Krise im Keller wäre, da es ebenfalls stark auffällt, dass das Mahnwesen von der anderen Seite gerade auffällig aggressiver wird und die Zahlungen zum Teil nicht getätigt werden können.

Hier rät Krisenmanager Rölleke den betroffenen Unternehmen sofort mit der Gegenseite in den Dialog zu treten oder wenn die Mahnungen zu aggressiv oder völlig überhöht sind, umgehend einen Anwalt hinzuzuziehen. 

Fakt ist: bei Tausenden Firmen wird das Geld knapp und das öffentliche Leben steht still, was für viele Firmen bedeutet, dass sie keine Einnahmen mehr haben, während die Kosten weiterlaufen.

Und was macht man als Unternehmer, wenn das Geld knapp wird? Man geht zu seiner Bank und verlangt einen Kredit. Doch auch hier gilt das Hausbankprinzip und man prüft die Bonität und bewertet die Unternehmen.

Oft werden Liquiditätspläne verlangt, doch wenn das Unternehmen keine Einnahmen hat, wird das schwer,  was für die Banken eine große Herausforderung mit sich bringt, da man sehr strenge Kreditrichtlinien beachten muss. 

Gerade in der Gastronomie ( Quelle Wirtschaftsforschungsinstitut ZEW ) verfügen mindestens 16% der kleinen Unternehmen über eine schlechte Bonität. Diese Situation wird sich aber noch verschlimmern.

Auch wenn nun die ersten konkreten Rettungskredite in Planung sind, wird es bei den meisten nicht schnell genug gehen, damit die Betriebe ihre Verbindlichkeiten begleichen können.

Während sich derzeit viele über Ausgangsbeschränkungen ärgern oder freuen, sind die Banken auffällig voll und getreu dem Motto "nur Bares ist Wahres", wird ordentlich Bargeld abgeholt.

In den meisten Fällen sogar so viel, dass vielen Unternehmen / Bürgern schon jetzt klar ist, dass die Kontoabbuchungen zum 01.04.2020 schon nicht mehr vollständig bedient werden können.

Sei es, weil man aufgrund der Krise schon eh kein Einkommen / Guthaben mehr hat oder aus Angst, dass einem in der Krise das Geld ausgeht und man kein Neues mehr bekommt.

Wenn Politiker Sätze wie: "die härteste Probe seit dem 2ten Weltkrieg" in den Mund nehmen, steigt die Unsicherheit natürlich stark an.

David Rölleke ist derzeit der wahrscheinlich gefragteste Krisenmanager für den Mittelstand und kennt daher die Sorgen der Unternehmer aus der ersten Hand. Hier geht es auch nicht um Theorie, sondern um die knallharte Praxis.

Am Wochenende haben manche Betriebe ihre Geschäftskontos gelehrt, da plötzlich Zettel mit den folgenden Inhalten an den Bankautomaten hangen:

„Aufgrund der aktuellen Situation können die folgenden Serviceleistungen nicht mehr in vollem Umfang erbracht werden ( persönliche Beratungsgespräche, Barauszahlungen an der Kasse, Hilfe an den Terminals, etc. )“.

Hier hatten viele Unternehmer Angst, dass die Banken erst garnicht mehr öffnen, was Rölleke aber für unbegründet hält.

Weiterhin rechnen Experten mit bis zu eine Million Anträge auf Kurzarbeit, alleine in dieser Woche und seit gestern steht fest, dass auch weitere Betriebe ( z.B. Friseure, Restaurants ) schließen müssen.

Die Gesamtkombination ist daher gerade für viele Unternehmen einfach zu unüberschaubar und es wäre eine Katastrophe, wenn man die Unternehmen, deren Bonität und somit deren Geschäftsfähigkeit hier nicht unbürokratisch schützen würde.

Viele Unternehmer erhoffen sich eine Bonitätsstundung, da die Verschlechterung der Bonität dem Unternehmen Probleme bei Lieferanten sowie Geschäftspartnern und Kunden bringen kann und wird.

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