14.02.2013 Der Valentins Tag im 21. Jahrhundert

Beliebt waren Liebesbriefe und Gedichte - Der Valentins Tag nur noch ein Tag der Kommerzialisierung ?

von: GFDK - Georg Wilhelm von Fürstenberg

Der Valentins Tag im 21. Jahrhundert - Ein wenig Historisches, ein wenig Nachdenkliches ....
Einer der wirklich schönen, nicht gesetzlichen Feiertage des Jahres. Ich persönlich mag diesen Tag sehr. Ganz klar ist natürlich auch, dass ich es nicht lassen kann, mehr zu schreiben. Diesen Tag nur zu würdigen, reicht mir nicht. Ich möchte meine Betrachtung auch kritisch reflektieren. Es gibt in unserer modernen Zeit, leider immer mehr Gründe, den Leser auch darauf hinzuweisen, dass er sich freiwillig und unbewusst, dem Diktat der Kommerzialisierung unterordnet. 

Ein kleiner Ausflug in die Geschichte.

Historisch gibt es über den Valentins Tag so viel zu berichten, dass man sagen kann, der wirkliche Ursprung ist historisch eher unklar.

Der Valentinstag reicht wohl weiter als 2000 Jahre zurück und hatte mit den Liebenden noch wenig zu tun. Allein drei Heilige der katholischen Kirche sind potentielle Namensgeber. Vermutungen zum Ursprung des Valentinstages sind sehr populär.

Der Tag diente dem Gedenken der Bestattung der Heiligen Valentine, um 270 n. Ch. Mitte Februar, ist eine Spekulation. Eine andere Vermutung geht davon aus, dass der Valentinstag der Christianisierung des heidnischen Festes Lupercalia bezweckte, dass um den 15. Februar gefeiert wurde.

Lupercalia war das Fest zu ehren des Faurun, der römische Gott des Ackerbaus. Es wurde mit diesen Fest auch den Gründer Roms, Romulus und Remus gehuldigt. Die Feier war ein Fruchtbarkeitsfest. Der Legende nach wurden in einer späteren Zeitperiode, die Namen junger Frauen in einer Urne gesammelt und die Junggesellen der Stadt, durften einen Namen aus der Urne ziehen, um sich ein Jahr lang mit der jungen Frau zu vergnügen. Ziel war die Eheanbahnung. Eine schöne Vorstellung, wie ich finde.

Gesichert ist, dass Papst Gelasius den 14. Februar am Ende des 5. Jahrhunderts zum Valentinstag erklärte. Bis zum Tag der Liebenden, verging noch viel Zeit.

Im mittelalterlichen England und Frankreich glaubte man, der 14. Februar datierte den Beginn der Paarungszeit der Vögel. Einer unmittelbaren Verbindung mit der Romantik der Liebe, stand somit nichts mehr im Wege.

Das Fest erfreute im 14. Jahrhundert bereits die Damenwelt. Besonders der Liebhaber und der Angetraute machten ihrer Herz Damen, ihre Aufwartung. Oft in Form kleiner schriftlicher Aufmerksamkeiten. Beliebt waren Liebesbriefe und Gedichte.

Erhalten ist ein Gedicht aus dem Jahre 1415, des Charles Herzog von Orleon an seine Frau. Charles war zu diesen Zeitpunkt im Tower of London, als Kriegsgefangener der britischen Krone inhaftiert war.

Eine umfangreiche Handschriften Sammlung dazu, ist in der British Library in London erhalten.

Ab dem 17. Jahrhundert erfreute sich der Valentinstag bereits im gesamten angelsächsischen Sprachraum und Kolonien größter Beliebtheit. Die heute bekannte Tradition der Valentins Grußkarten wurde mit dem Aufkommen von Massendruck Sachen im 19. Jahrundert populär. Bis heute werden geschätzte 1 Mrd. Grußkarten zum Valentinstag versandt. Ohne dabei, die im Internet generierten Grüße zu berücksichtige, die vermutlich nicht weniger zahlreich sind.

Somit wird diesen Tag der Liebenden offensichtlich eine große Wertschätzung, durch den Menschen geschenkt. Wen wundert das, es geht um die Liebe.

Ein Herz für Commerz?

In unserer heutigen, hektischen Zeit, hat sich unser Repertoire von dargereichter Wertschätzung unter den Liebenden, nochmals erweitert. Heute werden nicht nur Blumen und Süßwaren an den Liebsten oder die Liebste verschenkt. Auch hochwertigeres Konsumgut findet den Weg zum Herzen.

Eine Notwendigkeit, die wenigstens, die Werbeindustrie zu erkennen scheint. Langsam wird auch Tag der Liebenden, von dem Gedanken befreit, die Wertschätzung für den Partner mit kleinen Aufmerksamkeiten zu zeige.

Wobei ich mir gestatte, zu fragen, wo der Sinn darin liegt, sich immer mehr freiwillig den Gesetzen des Kommerzes zu unterwerfen. Ist es wirklich nur der irrwitzige Werbekrieg, der gegen den Bürger geführt wird? Oder ist es das oberflächliche Weltbild, - VIEL hilft VIEL -, als Ausdruck des Unterbewussten für ein schlechtes Gewissen gegenüber, dem in der Regel vernachlässigten Partner?

Ich beantworte diese Fragestellung, aus meiner Sicht.

Sicher sind die beiden, vorgenannten Gründen gewichtig, doch auch viele andere Gründe spielen eine Rolle. Diese will ich aber unberücksichtigt lassen. Der vordergründige Kommerz sorgt in der Hauptsache für das Gefühl der Generierung von Bedürfnissen und Verpflichtungen. Doch spielen auch Schuldkomplexe eine Rolle. Die uns, unter den schon, als teils neurotischen Zwang setzen, Versäumnisse in der Partnerschaft mit Konsumgeschenken wieder gut zu machen.

Allerdings sehe ich keinen Grund sich freizukaufen. Ist es nicht so, das wir Alle versuchen müssen, einen Tag, der den Liebenden gewidmet ist, auch die geistige Würdigung zu geben? Ohne uns mit den in Modetrend liegenden Firlefanz indirekt zu entschuldigen.

Der Tag der Liebenden.

Der Valentinstag, der Tag der Romantik und der Liebe. Wir sollten an diesen Tag, Zeit für unseren Partner finden. Diesen besonderen Tag mit einer kleinen Aufmerksamkeit am frühen Morgen beginnen und mit ein paar schönen Stunden am Abend beenden. Ein schönes Essen, ein Kino oder ein Theaterbesuch, die Dinge im Leben, die oft zu kurz kommen. Sich mehr Zeit für Zweisamkeit nehmen. Einmal Zeit finden, besonders schöne Blumen für die Partnerin auszusuchen. Es zählt der Gedanke der Zweisamkeit.

Haben das so viele Menschen schon vergessen? Was Liebende sich wirklich schulden, Aufmerksamkeit und Zeit füreinander.

Wir sind oberflächlich geworden und verlieren dadurch zu viel.

Wir Alle machen es uns oft so einfach. Lieblos ausgesuchte Geschenke, ein „Ich liebe Dich“ und dann wird zur Tagesordnung übergegangen. Ich empfinde, das zu viel vom Zauber der Romantik verloren geht. Geschuldet der oberflächlichen Gedankenlosigkeit vieler Menschen.

Menschen die zu gerne der Werbeindustrie zuhören, die Lösungen in Form von Konsumgütern anbietet, als sich selber zu bemühen.

Doch Ausreden zählen nicht, wer Wertschätzung für seinen Partner hat, der wird auch an diesen Tag einen Weg finden, etwas Zeit zu opfern. Dem wertvollsten Gut unserer modernen Zeitrechnung. Das ist doch der Sinn dieses Tages, die Pflege der Partnerschaft.

Ich wünsche Euch Allen einen wunderschönen Valentinstag und macht etwas daraus.

PS. Mein etwas boshaftes Foto soll euch nicht den Valentinstag vermiesen, es soll euch nur errinnern, dass dieser Tag nicht vom banalen, alltäglichen Dingen verdorben werden sollte.