18.07.2018 unser Rückblick auf die Fakten

80 Prozent der Bevölkerung werden zur Unterschicht

von: GFDK - Reden ist Silber - Gottfried Böhmer

Auf "Welt-Online" konnte man am 17. Juli lesen: "Eine Analyse zeichnet ein düsteres Bild der Zukunft in den Industrieländern. Volkswirtschaften formen sich durch Alterung und Automatisierung neu. Im Extremfall wandelt sich das Drei-Klassen-Modell in ein Zweiersystem - mit 80 Prozent Unterschicht".

Einer umfassende Analyse der amerikanischen Managementberatung Bain malt ein düsteres Bild für die nahe Zukunft.

Die Amerikaner erwarten ein ausgewachsenes Krisenjahrzehnt. „Die 2020er-Jahre werden zu einer Dekade der Extreme“, sind sich die Berater sicher. „Über den Industriestaaten braut sich ein Sturm zusammen“, heißt es.

Drei absehbare Trends bündeln sich nach Einschätzung der Autoren Karen Harris, Austin Kimson und Andrew Schwedel zu einem unheilvollen Ganzen. „Die Automatisierung wird ganze Volkswirtschaften neu formen, die Arbeitsmärkte in Tumult versetzen und die Spielregeln in vielen Wirtschaftszweigen verändern“, heißt es in der Studie.

Nun unser Rückblick auf die Fakten

Dass die Digitale Transformation in großen Schritten auf uns zukommt, war im Bundestagswahlkampf für die Parteien kein Thema. Dass gerade hier der soziale Sprengstoff der nahen Zukunft liegt, wollten die Politiker lieber verschweigen.

Diese und andere Fragen hat unser Autor Gottfried Böhmer schon Anfang 2017 gestellt.

"Werden wir von der Digitalisierung bedroht? Läutet die Digitale Transformation das Ende der Wohlfahrts-Arbeits-Gesellschaft ein? Wer hat in Zukunft noch Arbeit und ein Ein-Auskommen? Und was machen dann die Millionen Menschen für die es keine Arbeit mehr gibt?"

Im Güterverkehr und der Logistik - Strasse, Schiene, Luftfahrt werden Millionen Mitarbeiter nicht mehr gebraucht. LKWs fahren ohne Fahrer, Flugzeuge fliegen ohne Piloten und Lagerarbeiter sind vollkommen überflüssig.

Autonomes Fahren braucht keine Mitarbeiter

Die Nutzfahrzeugbranche träumt schon davon keine Mitarbeiter mehr beschäftigen zu müssen, selbstfahrende Autos wecken in der Branche schon kühnste Visionen. Schließlich entfallen im Transportgewerbe fast 50 Prozent der Betriebskosten auf den Mitarbeiter am Steuer an.

Die Digitalisierung-Automatisierung in der Industrie und dem verarbeitenden Gewerbe wird in den nächsten 20 Jahren einen Quantensprung machen und Millionen Arbeitsplätze werden verloren gehen.

Weil Roboter Menschen ersetzen und Arbeitsplätze vernichten, droht Deutschland eine „trostlose Zukunft“: So jedenfalls klingt eine neue, düstere Analyse der Deutschen Bank. Wie ausweglos ist das Arbeitsmarkt-Desaster?

Die Digitale Transformation wird ihre Opfer fordern

Und wer zahlt in dieser Zukunft die Steuern und Sozialleistungen? Brauchen wir doch das bedingungslose Grundeinkommen? Müssen Maschinen besteuert werden? Viele Fragen, kaum Antworten.

Was da auf uns zukommt ist ein D-Zug mit Atomantrieb

Schauen wir uns das an Hand der grossen Lebensmittelketten an. Die Schweizer Migros-Genossenschaft mit zuletzt über 100.000 Beschäftigten hat schon damit begonnen wie man in Zukunft keine oder nur noch sehr wenige Mitarbeiter braucht.

Der digitalisierte Supermarkt braucht kein Personal mehr (self-check-out). Der Kunde scannt seine Ware selbst ein und bezahlt an einer Selbstbedienungskasse ohne Kassenpersonal. Aber auch die Waren werden in Zukunft nicht mehr von Menschen nachgefüllt sondern von Robotern.

Nur Raketenbauer haben eine Zukunft

Auch die Handelsketten Real, Globus, Familia, Edeka und Rewe haben an einigen Standorten schon damit begonnen, diese Systeme anzuwenden. Schon heute werden dadurch die Personalkosten pro Filiale um 30 Prozent gesenkt, und das ist erst der Anfang.

2015 waren in Deutschland etwas über drei Millionen Menschen im Einzelhandel beschäftigt. Davon fast zwei Millionen teilzeitbeschäftigt oder geringbeschäftigt. Die Anzahl der Teilzeitbeschäftigten hat sich sei 2004 fast verdoppelt.

Die braucht in fünfzehn Jahren kein Schwein mehr. Aber auch die heute noch 1,1 Millionen Vollzeitbeschäftigten lassen sich auf unter 500.000 drücken, wenn nicht sogar mehr. Denen wird der Onlinhandel den Rest geben.

Die Zündschnurr brennt schon, aber wie viele Meter hat sie noch?

Von dieser Entwicklung sind alle Branchen betroffen, wenn ich schreibe alle, dann meine ich auch alle. Sogar der Journalismus ist betroffen. In Zukunft werden Computer die Texte generieren und schreiben, auch hier ist der Mensch bis auf wenige Ausnahmen nicht mehr gefragt. Texte wie diesen werden sie dann nicht mehr zu lesen bekommen, ist ja so oder so schon heute im twitter-Zeitalter nicht mehr gefragt.

Drohnen werden die Strassenbauarbeiter ersetzen, auch das ist kein Scherz, sondern die Realität. Daran arbeiten Wissenschaftler in Großbritannien. Die Drohnen sollen Straßenschäden mithilfe von Kameras automatisch finden und mit einer Art 3D-Drucker gleich beheben. "Erkennen und flicken" heißt das Projekt an der University of Leeds.

Die Digitalisierung-Automatisierung in der Industrie und dem verarbeitenden Gewerbe wird in den nächsten 20 Jahren einen Quantensprung machen und Millionen Arbeitsplätze werden verloren gehen.

Auch die Akademiker werden nicht verschont

Frank Thelen, einer der Investoren und Juroren der VOX-Gründershow "Die Hölle der Löwen" meinte unlängst in einem Interview mit WIRED Germany "Banken werden nicht mehr benötigt werden, weil alles über Peer-to-Peer-Lösungen mit intelligenter Software passieren wird."

Künstliche Intelligenz wird in fast alle Wirtschaftsbereiche eingreifen, nicht nur in der Kundenberatung. In der Medizinbranche wird ein Großteil der Ärzte durch KI und Big Data abgelöst werden. Die eigentliche Frage wird bald sein: Welche Branche ist so klein, dass sie noch ein bisschen in Ruhe gelassen wird?“

Politiker, Gewerkschaften und Medien machen die Augen zu, der Philosoph Richard David Precht nicht

Der Journalist Rainer Himmelfreundpointner für eine Sonderausgabe der Zeitschrit "Trend" ein Gespräch mit Richard David Precht und dem Digital Evangelist Karl-Heinz Land. Allein in Deutschland sind laut A.T. Kearney 45 Prozent aller Arbeitsplätze in Gefahr.

Digitalisierung: Auch auf dem Medienkongress 2017 sprach Richard David Precht über eine Gesellschaft, in der die Hälfte der Bevölkerung keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgeht. Prechts Ausführungen zu dem Thema zeigten, dass die Debatte um die Zukunft Deutschlands in der digitalen Welt an Intensität gewinnt.

Precht: "Auch heute könnte es an sehr vielen Ecken und Enden sehr, sehr laut knallen, und damit meine ich nicht den Terrorismus. Was wir heute in Europa an Chauvinismus züchten, auch als Reaktion auf die Digitalisierung, ist als Breiten-Phänomen bei weitem gefährlicher als die paar Idioten, die mit einer Kalaschnikow in der Hand Allahu Akbar schreien. In Deutschland liegt die AfD trotz einer der geringsten Arbeitslosenraten zwischen zehn und 20 Prozent.

Was wenn es mit den Jobverlusten erst richtig losgeht?

Stellen Sie sich vor, wenn es mit den Jobverlusten erst einmal so richtig losgeht, wenn jene, die mal gut verdient haben wegen der Digitalisierung überhaupt keine Chance mehr auf dem Arbeitsmarkt haben. Deswegen muss das Grundeinkommen ganz, ganz schnell kommen. Wir können nicht warten bis alles auseinander fliegt. Wir können maximal versuchen, das Tempo der Digitalisierung zu drosseln."

Nebeneffekt und Nebenwirkung

Menschen ohne Arbeit - verweiste Innenstädte - und leere Immobilien. In einigen Kleinstädten wurden schon die Fußgängerzonen abgeschafft und für den Strassenverkehr freigegeben. Die Geschäfte hatten dicht gemacht, weil die Kundschaft durch den Onlinehandel ausgeblieben ist. Dieser Trend wird auf kurz oder lang auch die grösseren und zum Schluß die Großstädte erreichen. Freie Fahrt für Bürger ohne Arbeit und Einkommen.

Einige glauben, dass man ja noch viel Zeit habe, 15 - 20 Jahre ist ja noch weit weg. Falsch: "Relentless" - unbarmherzig, unerbittlich, gnadenlos, so wollte Jeff Bezos der Gründer von Amazon ursprünglich seine Firma nennen, Freunde haben ihn davon abgeraten. Für den stationären Handel ist es aber die Realität geworden.

Und schauen sie sich Zalando an. Die Firma wurde vor 8 Jahren in einem Hinterhofbüro gegründet. Mit gerade einmal 500 Mitarbeitern machen sie heute schon einen Umsatz von 3,6 Milliarden Euro. Mit 9,4 Milliarden Euro ist das Unternehmen fast doppelt so viel Wert wie die Axel Springer AG.

Automatisierung bedroht Arbeitsplätze

Die Verunsicherung der Menschen greift alle demokratischen Werte an. Viele fragen sich, ob sie morgen überhaupt noch gebraucht werden. In den nächsten 15 Jahren sind laut einer Studie der Universität Oxford 59 Prozent der Arbeitsplätze in Deutschland durch Automatisierung bedroht. Selbst wenn es nur 30 Prozent würden, wäre es eine Katastrophe für die Menschen.

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Kassiererinnen, Lkw-Fahrer, Pflegepersonal aber auch Rechtsanwälte, Journalisten und Ärzte werden nicht mehr gebraucht. Die Armut wird sich in die Mitte der Gesellschaft fressen, heute schon arbeiten 25 Prozent aller Erwerbstätigen im Niedriglohnsektor. Wie soll das in 10 Jahren aussehen? Und die Politik hat keine Antwort, kein Lösung auf diese Fragen.

"Welt-Online" schreibt am 24. März 2017: "Das Gespenst der Digitalisierung erfasst allmählich die Anwaltsbranche. Auch in der Rechtsberatung wird die Maschine den Menschen ersetzen – von vielen Kanzleien wird nichts übrig bleiben".

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