Reden ist silber, Schreiben ist gold

24.03.2014 Zusammenarbeit zwischen der NPD und "Swoboda

Konstantin Wecker - Redaktion GFDK

Bettina Gaus schreibt in ihrem klugen Beitrag in der TAZ:
"Man kann das, was auf der Krim passiert ist, mit guten Gründen verurteilen. Aber man kann doch nicht wirklich davon überrascht worden sein. Wie würden denn wohl die USA reagieren, wenn Kanada ein Bündnis mit Moskau einginge und feindselige Signale an Washington aussendete?"

Konstantin Wecker nimmt zum dritten Mal in Folge Stellung zu den Vorkommnissen in der Ukraine.


Man kann doch nicht überrascht sein, vor allem wenn der Putsch schon seit langem mit großen Finanzzuwendungen vor allem auch der Konrad Adenauer Stiftung geplant worden ist. War das vielleicht der Grund, warum das NPD Verbot immer noch nicht so richtig in die Gänge kommt?


Offenbar gibt es eine enge Zusammenarbeit zwischen der NPD und "Swoboda" - jedenfalls verkünden das die Nazis stolz auf ihrer website. Für mich ist das keine Revolution in der Ukraine, ich bin da etwas altmodisch gestrickt. Wenn anschließend lupenreine Faschisten in der Regierung das Sagen haben, war das keine Revolution, sondern ein Putsch. Und ich bin auch darin altmodisch: eine Regierung in der Faschisten mitmischen, ist eben nun mal eine faschistische Regierung.


Und doch tun alle Transatlantiker so unglaublich überrascht. Als wenn es nicht wieder mal nur um wirtschaftliche Interessen ginge. Alle Kriege wurden immer und zu allen Zeiten mit Lügen vorbereitet, anders ist dieser Wahnsinn ja auch nicht vermittelbar. Und meistens wurde den Menschen vorgegaukelt, es ginge um Menschenrechte.


Wo bitte bleibt unsere Friedensbewegung??? Wo bleibt der Aufschrei? Die Waffenhändler reiben sich jedenfalls schon mal die Hände. Es sieht so aus, als würden sie wieder mal guten Zeiten entgegensehen.

Dr. Petra Erler Geschäftsführerin der "The European Experience Company GmbH" in Potsdam und ehemalige Kabinettschefin des damaligen EU-Kommissars Günter Verheugen in Brüssel schreibt:

Die braune Pest wird von der SPD, der CDU und der EU weißgewaschen

"Die braune "Swoboda"-Partei, Koalitionspartner der jetzigen ukrainischen Regierung wird von der EU und den beiden großen deutschen Volksparteien weißgewaschen. Sie nehmen in Kauf, dass Rechtsextremisten hohe Ämter haben und ignorieren eine Warnung des Europäischen Parlaments von Dezember 2012".

"Dass Swoboda in der Regierung der Ukraine vertreten ist, Rechtsextremisten dort hohe Ämter haben, interessiert uns leider noch einen Dreck".

ZAPP-Bericht im NDR enthüllt die Manipulation der deutschen Bevölkerung durch die hiesigen Medien im Ukraine-Konflikt. Aufwachen! Es geht schon lange nicht mehr um neutrale Berichterstattung. Deutsche Medien beteiligen sich nachweislich an Propaganda zum Nutzen der deutschen Bundesregierung.

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14.03.2014 Wer sind die Räuber, Diebe und Wegelagerer?

GFDK - Rainer Kahni

Ein Kommentar von Rainer Kahni der schon in gleicher sache für die Freunde der Künste zum Fall Uli Hoeneß geschrieben hat.

Uli Hoeneß hat unseren Respekt mit dieser Entscheidung zurück gewonnen! JA, er hat schwere Fehler begangen. JA, er hat sich strafbar gemacht. JA, er hat sich selbst überschätzt. Kein Mensch hat es jedoch verdient, von den Medien und vom Netz in dieser teilweise hasserfüllten Weise an den Pranger gestellt zu werden. Auch ein Straftäter hat Rechte in einer aufgeklärten Gesellschaft des 21. Jahrhunderts.

Kein Mensch darf vernichtet werden, macht er sich vor dem Gesetz noch so schuldig. Uli Hoeness hat ein Vermögensdelikt begangen und keinem Menschen ein persönliches Leid zugefügt. Das sollte nicht vergessen werden. Sobald die Staatsanwaltschaftschaft die Revision zurück zieht, wird das Urteil rechtskräftig und Uli Hoeness kann seine Haftstrafe nach Ladung zum Strafantritt antreten. Er wird cirka ein Jahr im geschlossenen Vollzug bleiben und dann sicher in den offenen Vollzug kommen.

Danach kann er den Antrag stellen, dass der Rest der Strafe zur Bewährung ausgesetzt wird. Und nun muss Schluss sein mit diesem Kesseltreiben gegen einen Menschen. "Habt Erbarmen, das Leben ist schwer genug!" (Kurt Tucholsky)

Wer sind die Räuber, Diebe und Wegelagerer?

Wenn sich ein Staat mitsamt seiner Politikerkaste als Räuber, Diebe und Wegelagerer an seinen Bürgern so schamlos vergreift, wie dies in der Bundesrepublik Deutschland der Fall ist, so hat das Volk drei Möglichkeiten, von seinem legitimen Recht auf Notwehr Gebrauch zu machen. Entweder es tritt in den Streik, es stimmt mit den Füßen ab und verlässt das Land oder es parkt wenigstens sein Geld im Ausland.

Der Staat nimmt jedem Bürger von jedem verdienten Euro 79,2 Prozent weg. Das setzt sich aus den Steuern aus Arbeit, also Lohnsteuer, Einkommensteuer, Körperschaftsteuer und allen Verbrauchsteuern, wie der Mineralölsteuer, der Umsatzsteuer, der Tabaksteuer, Sektsteuer usw. usw. usw. zusammen.

Nehmen wir das Beispiel eines Niedrigverdieners, verheiratet, ein Kind, mit einem Bruttolohn von 1500 Euro, woraus sich ein Nettolohn von 1339 Euro ergibt. Arbeitet er nicht, sondern bezieht er Sozialhilfe, dann beträgt diese 1318 Euro. Wo ist also der Anreiz, sich um eine Arbeit zu bemühen? Die Steuer- und Abgabenbelastung eines Singles beträgt ohne Verbrauchssteuern in Deutschland 51,3 Prozent, in der Schweiz lediglich 29,6 Prozent.

Bei einem Alleinverdiener, verheiratet, zwei Kinder, beträgt die Steuer- und Abgabenlast in Deutschland 32,5 Prozent, in der Schweiz lediglich 18,1 Prozent. Oder nehmen wir das Beispiel einer Ehefrau, die als Halbtagsbeschäftigte arbeiten gehen will, um sich etwas dazu zu verdienen. Sie erhält einen Bruttolohn von 1250 Euro, wovon 263 Euro Sozialbeiträge, 564 Euro Einkommensteuer, 31 Euro Solidaritätszuschlag und 51 Euro Kirchensteuer abgezogen werden.

Es bleiben ihr also netto 341 Euro aus ihrer beruflichen Tätigkeit.

Ergebnis dieses Wahnsinns ist, dass diese Menschen Steuern hinterziehen und dem Staat dadurch Milliarden an Steuern und Sozialabgaben entgehen. Die einzige Branche, die in Deutschland boomt, ist die legale und illegale Steuerhinterziehung. Sie macht inzwischen gigantische 370 Milliarden Euro aus. Doch es lohnt sich oft gar nicht, Steuern zu hinterziehen. Eine Gewinnmaximierung erlaubt der Staat hauptsächlich den Konzernen, durch ein Steuergesetz mit sovielen legalen Schlupflöchern wie ein Scheizer Käse.

Der halbstaatliche VW – Konzern hat seinen zu versteuerden Gewinn von 38 Milliarden Euro mit Hilfe des deutschen Steuerrechtes völlig legal auf 17 Milliarden Euro gesenkt. Wie das geht? Sehr einfach: VW und andere Konzerne gründen Offshore – Gesellschaften in Steueroasen und führen dorthin steuerschmälernde Lizenzgebühren ab, anstatt mit den Gewinnen in Arbeitsplätze zu investieren.

Niemand wundert es noch, dass Deutschland nun eine der schwächsten Beschäftigungsbilanzen der industrialisierten Welt aufweist. In anderen Ländern sind in den vergangenen Jahren über zehn Millionen Jobs geschaffen worden, in Deutschland stagniert die Beschäftigung. Nur 65 Prozent der arbeitsfähigen Bevölkerung sind derzeit erwerbstätig. Dies ist die traurige Realität des deutschen Arbeitnehmers. Dem mittelständischen Arbeitgeber geht es nicht viel besser.

Er wird durch eine Flut von Gesetzen und Vorschriften vom Staat derart schikaniert, dass er heute fast 50 Prozent seiner Arbeitskraft einsetzen muss, um die Flut von Gesetzen, Verordnungen, Statistiken, Erhebungen und Vorschriften des Staates zu beachten. Circa 70 Prozent aller weltweiten Steuergesetze, Erlasse zu Steuergesetzen und deren Ausführungsverordnungen wurden nur in Deutschland erlassen. „Es gab genau drei Deutsche, die dieses Steuerchaos je verstanden haben:

Der eine ist gestorben, der Zweite ist verrückt geworden und der Dritte hat alles vergessen!“ (Zitat: Peer Steinbrück). Stirbt der Unternehmer dann eines Tages, dann greift der Staat nochmal kräftig in seine Kasse, um die Erbschaftssteuer zu kassieren. Das ist reiner Diebstahl, denn dieses Geld wurde von dem Verblichenen im Laufe seines langen Lebens schon jahrzehntelang immer und immer wieder versteuert.

Ein Nationalneid-Sozialistisches Urteil?

Also taugt die Neiddebatte um die Steuerhinterzieher überhaupt nichts. Es ist einzig und alleine die Schuld der Verantwortlichen der Bundesrepublik Deutschland, wenn sich Konzerne, Unternehmer, Sportler und Arbeitnehmer in Deutschland mit ihrem Geld vom Acker machen. Dies ist ihr gutes Recht! Es ist ein Akt der Notwehr gegen einen räuberischen Staat, der jede Kontrolle über seine Einnahmen- und Ausgabenpolitik verloren hat.

Seit 1969 hat der Staat es nicht mehr geschafft, einen ausgeglichenen Haushalt zu erwirtschaften, oder gar seine Billionenschulden zurück zu bezahlen und dies trotz sprudelnder Steuereinnahmen. Dies macht ihn zum leicht erpressbaren Opfer der Banken, wie man täglich besichtigen kann. Doch wie geht der Staat mit den Steuern der Bürger um? Laut Bundesrechnungshof verschwenden die Behörden jährlich cirka 60 Milliarden Euro völlig sinn – und folgenlos! Er führt teure Kriege in aller Welt gegen den Willen der eigenen Bevölkerung.

Er unterhält 16 Bundesländer mit völlig unnötigen Parlamenten und einem Rattenschwanz von Behörden, von denen 13 nicht ohne Bundeshilfen existieren können. Er unterhält zwei Hauptstädte (Bonn und Berlin) mit einer Flut von Beamten und horrenden Kosten. Er wirft den plärrenden Lobbyisten jahrlich 170 Milliarden Euro Subventionen in den gierigen Rachen usw. usw. !

Uli Hoeness und auf die anderen Millionäre, die mit einer beispiellosen Neid – und Hass – Debatte medial hingerichtet werden, haben wahrscheinlich den Hals nicht vollgekriegt, insofern taugen sie nicht als leuchtendes Vorbild für eine steuerliche Notwehrhandlung. Der berühmte Schweizer Mundart-Musiker Polo Hofer hatte in den siebziger Jahren mit seiner Band Rumpelstilz den Nagel auf den Kopf getroffen, als er mit Kiosk den Hit des Jahres komponierte:

Är sammli för ne guete Zwäck, seit dä Fretz, wo da for mer steit, Derbi mues i sälber sammle, we das so wiiter geit. Si wei alli öppis vo mer, z’Militär u z’Stürbüro, Obschon si erscht grad chörzli hei min Zahltag öbercho. Ben i gottfredstotz e Kiosk, oder ben i öppe ne Bank, Oder gsehn i us wienes Hotel, oder wie ne Kasseschrank?

Für die, die es noch nicht verstanden haben

Weil es die meisten Hetzer gegen Uli Hoeneß nicht begreifen wollen. Wenn er an einem Tag mit einer Devisen-Spekulation 10 Millionen Gewinn macht und am nächsten Tag mit einer anderen 20 Millionen Verlust, ist er um 10 Millionen ärmer. Er muß die 10 Millionen Gewinn dennoch versteuern, die 20 Millionen Verlust werden vom Finanzamt NICHT berücksichtigt. Pervers?

Im Klartext gesprochen: Der Fiskus bereichert sich an den Gewinnen, mit den Verlusten will er nichts zu tun haben. Und noch was: Bis Ende der 90-Jahre galten diese Geschäfte als "Spiel und Wette" und waren steuerfrei, was sie auch hätten bleiben müssen. Aber ein paar windige Finanzbeamte rochen dicke Kohle, die man sich auch noch einverleiben könnte. Und schwupp die wupp wurden die Gesetze geändert. Wer ist der Dieb? Wer sind die Betüger?


Schon vor über 10 Jahren schreibt Hans Herbert von Arnim im Buch “Das System”: “Jeder Deutsche hat die Freiheit, Gesetzen zu gehorchen, denen er niemals zugestimmt hat; er darf die Erhabenheit des Grundgesetzes bewundern, dessen Geltung er nie legitimiert hat; er ist frei, Politikern zu huldigen, die kein Bürger je gewählt hat, und sie üppig zu versorgen – mit seinen Steuergeldern, über deren Verwendung er niemals befragt wurde. Insgesamt sind Staat und Politik in einem Zustand, von dem nur noch Berufsoptimisten oder Heuchler behaupten können, er sei aus dem Willen der Bürger hervorgegangen.”

Rainer Kahni

Rainer Kahni, besser bekannt als Monsieur Rainer, ist Autor von Romanen, Polit- und Justizthrillern. Auch seine Sachbücher und Kolumnen finden eine breite Leserschaft. Als Journalist und Mitglied von Reporters sans frontières hat er viele Reportagen publiziert !

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13.03.2014 Für die, die es noch nicht verstanden haben

GFDK - Rainer Kahni

Nach Konstantin Wecker und Hans Friedrich kommt nun Rainer Kahni für die Freunde der Künste zu Wort - Die mediale Hinrichtung eines Menschen, egal, gegen welche Norm oder welches Gesetz er verstossen hat, ist abstossend und erinnert an die längst vergessen geglaubte Lynch - Justiz der vorigen Jahrhunderte. Da werden Menschen als Schmarotzer der Gesellschaft abgeurteilt, weil sie den Staat beklaut haben, in dem sie ihm Steuern vorenthalten haben.

Das verstösst gegen das Gesetz, darüber braucht man nicht diskutieren, doch ich plädiere für eine Mässigung in der öffentlichen Meinung und in den Medien. Entsetzt und geradezu hasserfüllt geifern der Netz – Pöbel und die Mainstream – Medien gegen Menschen, die Fehler gemacht haben und dass derjenige sich nicht mea culpa in den Staub des Gerichtes werfen. Reue und Demut sind aber keine strafrechtlichen Kategorien.

"Das Recht ist der zum Gesetz erhobene Wille der jeweils herrschenden Klasse."

Das ist vermuffte Seelenkunde und gehört nicht mehr in die Neuzeit. Das Gericht hat lediglich einen Straftatbestand zu subsummieren und dann ein Urteil zu sprechen. Der Talar hat nichts zu bestrafen, denn Sühne ist kein Bestandteil einer Rechtssprechung. Der angerichtete Schaden muss wieder gut gemacht werden und der Angeklagte hat eine entsprechende Wiedergutmachung an den Geschädigten zu bezahlen. Nicht mehr und nicht weniger.

Ich kritisiere die aktuelle Tendenz der Totalentwertung, die in der öffentlichen Diskussion deutlich wird.

Es ist weder Aufgabe des Rechtstaates, noch der Bevölkerung, noch der Medien, darüber hinaus die Existenz des Angeklagten zu vernichten. Uli Hoeneß soll Steuern hinterzogen haben und das im zweistelligen Millionenbereich. Das ist eine Straftat, aber deswegen ihn als « Sozialschmarotzer der Republik » zu bezeichnen, wird den tatsächlichen Dimensionen in diesem Staat nicht gerecht.

Die grössten « Sozial – Schmarotzer » sitzen in den Banken, die ungestraft dem Land und Steuerzahler  Milliardenschäden zugefügt haben und nichts zu befürchten haben. Es ist ein Skandal dieses Staates und seiner Justiz, dass sie sich standhaft weigern, diesen Banken die Lizenz zu entziehen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

Hier geht man wohl nicht zu weit, wenn man eine heimliche Komplizenschaft zwischen dem Staat und den Banken unterstellt, vor der eine weisungsgebundene Justiz kapituliert hat. Ich gehe sogar soweit, zu behaupten, dass ganze Bundesländer, die es nicht fertigbringen, ordentlich zu wirtschaften und den Steuerzahler um Milliarden von Euro bringen, mehr Schäden am Volksvermögen anrichten, als einige
Steuersünder.

Ich plädiere für Mässigung und verbale Abrüstung im Fall Hoeneß in den Medien und im Netz! Dieser Lynch - Mob ist ekelerregend! Dass Herr Hoeneß Steuern in Millionenhöhe hinterzogen hat, bestreitet er nicht. Die Beweisaufnahme ist abgeschlossen und das Gericht hat nun zu subsummieren. Sachlich, juristisch sauber und ohne Malus oder Bonus für den Angeklagten. Die spannende Frage wird sein, wie das Gericht die Ergebnisse der Beweisaufnahme würdigt.

1. Wurde die Selbstanzeige rechtzeitig gestellt? Antwort: Nach übereinstimmenden Aussagen der Zeugen JA. 2. War sie vollständig? Antwort: Die Verteidigung meint JA, die Staatsanwaltschaft sagt NEIN. Nur darauf kommt es bei der Urteilsfindung an. Kommt das Gericht zu der Auffassung, dass die Selbstanzeige rechtzeitig und vollständig war, dann muss freigesprochen werden.

Verneint das Gericht dies, wird der Angeklagte verurteilt. Beim Strafmass wird natürlich die Höhe des Schadens berücksichtigt werden müssen. Strafmilderungen sieht das Gesetz vor, wenn der Angeklagte z.B. eine grosse Lebensleistung und aussergewöhnliches soziales Engagement gezeigt hat. Ob das noch für eine Bewährungsstrafe ausreicht, steht im Ermessen des Gerichtes.

Für die, die es noch nicht verstanden haben

Weil es die meisten Hetzer gegen Uli Hoeneß nicht begreifen wollen. Wenn er an einem Tag mit einer Devisen-Spekulation 10 Millionen Gewinn macht und am nächsten Tag mit einer anderen 20 Millionen Verlust, ist er um 10 Millionen ärmer. Er muß die 10 Millionen Gewinn dennoch versteuern, die 20 Millionen Verlust werden vom Finanzamt NICHT berücksichtigt. Pervers?

Im Klartext gesprochen: Der Fiskus bereichert sich an den Gewinnen, mit den Verlusten will er nichts zu tun haben. Und noch was: Bis Ende der 90-Jahre galten diese Geschäfte als "Spiel und Wette" und waren steuerfrei, was sie auch hätten bleiben müssen. Aber ein paar windige Finanzbeamte rochen dicke Kohle, die man sich auch noch einverleiben könnte. Und schwupp die wupp wurden die Gesetze geändert. Wer ist der Dieb? Wer sind die Betüger?


Schon vor über 10 Jahren schreibt Hans Herbert von Arnim im Buch “Das System”: “Jeder Deutsche hat die Freiheit, Gesetzen zu gehorchen, denen er niemals zugestimmt hat; er darf die Erhabenheit des Grundgesetzes bewundern, dessen Geltung er nie legitimiert hat; er ist frei, Politikern zu huldigen, die kein Bürger je gewählt hat, und sie üppig zu versorgen – mit seinen Steuergeldern, über deren Verwendung er niemals befragt wurde. Insgesamt sind Staat und Politik in einem Zustand, von dem nur noch Berufsoptimisten oder Heuchler behaupten können, er sei aus dem Willen der Bürger hervorgegangen.”

Hier eine kleine Liste von wirklichen Schmarotzern der Republik, die der Staat als völlig überflüssig längst hätte entfernen müssen :

Die deutsche Bundesbank mit über 12.000 hochbezahlten Beamten.

Sämtliche Landeszentralbanken in allen Bundesländern.

Sämtliche Oberfinanzdirektionen.

Alle Regierungspräsidien.

Sämtliche parlamentarischen Staatssekretäre und Bundesbeauftragte für zu kurz gekommene Politiker.

Das gesamte Presse – und Informationsamt, alle Pressesprecher der Ministerien.

Sämtliche Restministerien in Bonn.

Der zweite Amtssitz des Bundespräsidenten in Bonn.

Die zivile Bundeswehrverwaltung mit 123.000 Beamten.

Alle kassenärztlichen Vereinigungen.

Sämtliche « Fortbildungswerke » der Gewerkschaften rund um die Bundesanstalt für Arbeit.


Alle Handwerkskammern.

Sämtliche parteinahe Stiftungen.


Die Fahrbereitschaft des Bundestages.

In Deutschland werden den plärrenden Lobbyisten jährlich 170 Milliarden Euro an Subventionen in den gierigen Rachen geworfen. Milliarden von Euro werden in sinnlose Rüstungsprojekte gesteckt. Die Beamten verschwenden laut Bericht des Bundesrechnungshofes, strafrechtlich völlig folgenlos, jährlich über 60 Milliarden Euro.

Der Staat und die Banken sind die grössten Sozial – Schmarotzer der Republik und nicht die paar Steuerhinterzieher. Doch davon hört man wenig in den Medien und im Netz und schon gar nichts vom Steuerzahler.

Rainer Kahni


Rainer Kahni, besser bekannt als Monsieur Rainer, ist Journalist und Autor von Polit - und Justizthrillern. Er ist am Bodensee aufgewachsen, lebt jedoch seit vielen Jahren in Paris und bei Nizza. Seine Muttersprache ist deutsch, seine Umgangssprache ist französisch. Er ist Mitglied von Reporters sans frontières und berichtet für Print - Radio - und TV - Medien aus Krisengebieten.

Zwischen den Reisen recherchiert er für seine Polit - und Justizthriller, die meist auf historischen Ereignissen beruhen. Der Stil seiner Reportagen und Thriller wird wegen seiner exacten Recherchen, sehr guten Ortskenntnissen und einer unverwechselbaren Sprachgewalt bei seinen Lesern geschätzt.

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13.03.2014 Eine Hommage an die Steuerhinterzieher

GFDK - Hans Friedrich

Zwei Drittel der Deutschen fordern nun den Rücktritt von Uli Hoeneß. Knapp zwei Drittel der Deutschen fordern den sofortigen Rücktritt von "Steuersünder" Uli Hoeneß als Präsident des deutschen Fußball-Rekordmeisters FC Bayern München. Das ergab eine "repräsentative" Online-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov von Montag bis Mittwoch dieser Woche.

Wir vermuten, dass es sich bei den "zwei Drittel der Deutschen" um die Gruppe handelt, die kaum Steuern zahlen. Wir wollen doch mal folgendes festhalten: 20 Prozent der Deutschen zahlen 80 Prozent aller Steuern und genau diese 20 Prozent haben sich nach der von uns gestern Abend erhobenen Umfrage im Freundeskreis immer noch positiv zu Uli Hoeneß geäußert. Soviel zum Wert von sogenannten "repräsentativen Umfragen".

"Die Freiheitsstrafe ist so sicher wie das Amen in der Kirche" konnte man gestern vielfach lesen.

Rainer Kahni schreibt dazu:

Die mediale Hinrichtung eines Menschen, egal, gegen welche Norm oder welches Gesetz er verstossen hat, ist abstossend und erinnert an die längst vergessen geglaubte Lynch - Justiz der vorigen Jahrhunderte.

DER EIGENTUMSSCHÜTZER LEBE HOCH

Unsere grenzdebilen Schreibgriffel können jetzt ihre Unkenntnis, Hysterie und Kriegshetze in der Ukraine- und Krimfrage gegen das staatsapplaudierende Neidschreiben bei Uli Hoeneß austauschen. Mit anderen Worten: Die Medienwalze rollt weiter.

Eine Hommage an die Steuerhinterzieher

Auch die „Experten“ werden ausgetauscht. Anstelle von Russlandexperten kommen jetzt Moralexperten zu Wort. Und natürlich Finanzexperten. Die nächsten Talkshows und Quatschveranstaltungen sind also gesichert. Und wetten, dass bei allen diesen „Experten“ keiner eingeladen wird, der Steuerhinterziehung, also Eigentumsschutz, verteidigt.

Der im Sinne von Murray Rothbard oder der Österreichischen Schule argumentiert? Und keiner wird eingeladen, der zugibt Steuern zu hinterziehen, na wenigstens einer der im Ausland wohnt und den man nicht im Studio verhaften kann?

Also sind alle Artikel und Laberveranstaltungen wieder Events von Onanisten und Selbstbefruchtern, Staatsbefürwortern und Rechtsverdrehern. Und die staatsbezahlte Kaste der Richter wird ihrem Arbeitgeber und Aushalter, dem sie alimentierenden Staat zuarbeiten und seine Unrechtsgesetze zum Nachteil des Angeklagten zur Anwendung bringen. Denn:

"Das Recht ist der zum Gesetz erhobene Wille der jeweils herrschenden Klasse."

Wer daran zweifelt, könnte sich ja auch ganz schnell in einer Klapse in Bayern wiederfinden.

Also Herr Hoeneß: Kommen wir zu Ihnen. Wenn Sie nicht nur an Fußball und ans Zocken denken würden, sondern Murray Rothbard und andere passende Literatur gelesen hätten, dann wären Sie der ideale Mann um mit der Kohle, die sie haben, das System vorzuführen.

Aber dazu fehlt Ihnen die intellektuelle Potenz. Leider. Denn so sind Sie kein Überzeugungstäter oder Anarchist, sondern ein Würstchen, dass an den Staat glaubt, die Demokratie für eine wunderbare Sache hält und sich abends, vor dem ins Bett gehen fragt: „who will build the roads without government!“. So gesehen sind Sie dann nur einer, der sich nicht am Löcherstopfen beteiligen wollte, aber ansonsten ein enteignendes System stützt und den Staat für unverzichtbar hält.

Vergessen wird: Dass die Einnahmen von Hoeneß ja schon mehrfach versteuert waren. Es geht also um den Zweit- oder Drittraub. Freitum sagt es treffend: „Uli Hoeneß versuchte lediglich sein Eigentum zu schützen. Sein gutes Recht! Mit Gier, die ihm vorgeworfen wird, hat das nichts zu tun.

Die Hetze gegen ihn beweist wieder mal nur wie moralamputiert unsere Gesellschaft ist. Thomas Sowell bringt es auf den Punkt: ,,Ich habe noch nie verstanden, warum es Gier genannt wird, das eigene verdiente Geld behalten zu wollen, es aber keine Gier ist, sich das Geld anderer Leute aneignen zu wollen.''

Mit anderen Worten: Ich möchte weder, dass mit den Ergebnissen meines Einkommens die Hamas unterstützt wird, noch irgendwelche Polynesier auf einer EU-assoziierten Insel mit durchgefüttert werden, noch ich am Moscheebau von Kleinkleckersheim beteiligt werde, weil der Islam neuerdings zu uns gehört, den gendergerechten Umbau mitfinanziere und auch die Diätenerhöhungen der 630 Faulpelze im Bundestag und der 45 000 Vollhonks in Brüssel und Straßburg möcht ich nicht mitfinanzieren.

"Mir san' mir." Gisela Friederichsen SPIEGEL-Reporterin erteilt Uli Hoeneß (München) schon heute Absolution. Der Freistaat Bayern möge dem Fußballherrscher dankbar sein, dass er soviel Steuern nachfordern kann.

Wie schrieb Christopher Lesko schon letzes Jahr:

Bei aller Berechtigung einer notwendigen öffentlichen Diskussion sollte der Blick auf die eigene, trittbrettfahrerartige Verlogenheit nicht ganz verschwinden.
Auch, wenn dies eine Irritation der eingeschwungenen Kultur bedeuten mag.

Hans Friedrich

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13.03.2014 Der Uli ist ein ehrenwerter Mann

GFDK - Konstantin Wecker

Bei Uli Hoeneß passt einfach alles. Er ist Wurstfabrikant, Spekulant, Präsident der derzeit spektakulärsten Fußballmannschaft der Welt und wohnt in einer Villa am Tegernsee. Er ist ein Bilderbuchkapitalist, hat steuervergünstigt Millionen gespendet und etliche Millionen mehr hinterzogen. Business as usual. Ein Bankensystem, das spezialisiert ist auf den Steuerbetrug superreicher Schwerverbrecher hat es ihm leicht gemacht.


Ich weiß nicht genau, was man als Hilfsarbeiter in einer Wurstfabrik verdient, aber man muss schon ein paar Stunden schuften, um sich ein Ticket in der Allianz Arena zu erarbeiten. Nirgendwo in Europa klafft die Schere zwischen arm und reich so weit auseinander wie in Deutschland.


Gut für Menschen wie Hoeneß, der sich seinen Reichtum ja auch hart erarbeitet hat. Zum Beispiel durch kräftezehrendes Zocken am Handy. So funktioniert nun mal das System.


Der Uli ist ein ehrenwerter Mann

82 Prozent der Deutschen wünschten sich noch vor zwei Jahren mehr Hoeneß in der Politik.
Das sagt mehr über uns Deutsche aus, als die meisten soziologischen Abhandlungen.
Ich habe ihn mal in einer Talkshow fragen hören, warum es denn überhaupt noch andere Parteien als die CSU brauche.


Mehr Hoeneß in der Politik?

Dieser Mann - und das kann man ihm gar nicht übel nehmen, wenn man bedenkt, wie er jahrzehntelang hofiert und angeschleimt wurde- dieser Mann wird nie verstehen, dass er irgend etwas falsch gemacht haben soll. In seinem Universum hat er auch nichts verbrochen. So funktioniert nun mal das System und der Uli ist ein ehrenwerter Mann.


Ich wünsche niemandem den Knast. Verständlicherweise. Und auch dem Herrn Hoeneß nicht.
Warum auch. Der Mann ist sowieso nicht resozialisierbar. Ebensowenig wie seine Freunde von den Banken und Automobilkonzernen und Versicherungen. Aber ich fordere ab sofort die Möglichkeit zur straffreien Selbstanzeige für alle Opferstockdiebe, Drogenkonsumenten, Bankräuber, Hausbesetzer, Demonstrationsvermummer, Sitzblockierer - ach, mir fielen noch viele ein.


Ich halte den Fussballmanager für nicht schuldfähig

Er ist wie das System, das er verkörpert, verteidigt und liebt. Ulli Hoeneß ist - und das trägt er schon lange zur Schau -der fleischgewordene Kapitalismus. Eine wandelnde Wurstfabrik.
Und wenn man ihm eines vorwerfen kann, dann nur seinen sattsam bekannten vergeigten Elfmeter.
Wir linksradikalen Häuserbesetzer, Kryptokommunisten, Steinewerfer, Gutmenschen und Friedensdeppen sehen das eventuell anders. Aber für jeden aufrechten Kapitalisten gibt es nur einen möglichen Kampfruf:


Freiheit für Uli Hoeneß!

PS: Zwei Drittel der Deutschen fordern nun den Rücktritt von Uli Hoeneß

Knapp zwei Drittel der Deutschen fordern den sofortigen Rücktritt von "Steuersünder" Uli Hoeneß als Präsident des deutschen Fußball-Rekordmeisters FC Bayern München. Das ergab eine "repräsentative" Online-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov von Montag bis Mittwoch dieser Woche.

Wir vermuten, das es sich bei den "zwei Drittel der Deutschen" um die Gruppe handelt, die kaum Steuern zahlen. Wir wollen doch mal festhalten. 20 Prozent der Deutschen zahlen 80 Prozent aller Steuern und genau diese 20 Prozent haben sich nach der von uns gestern Abend erhobenen Umfrage im Freundeskreis immer noch positiv zu Uli Hoeneß geäußert. Soviel zum Wert von sogenannten "repräsentativen Umfragen".

Rainer Kahni schreibt zu dazu:

Die mediale Hinrichtung eines Menschen, egal, gegen welche Norm oder welches Gesetz er verstossen hat, ist abstossend und erinnert an die längst vergessen geglaubte Lynch - Justiz der vorigen Jahrhunderte.

Rainer Kahni, besser bekannt als Monsieur Rainer, ist Autor von Romanen, Polit- und Justizthrillern. Auch seine Sachbücher und Kolumnen finden eine breite Leserschaft. Als Journalist und Mitglied von Reporters sans frontières hat er viele Reportagen publiziert !

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11.03.2014 Moritz Gathmann ist freier Journalist in Moskau

GFDK - Gemma Pörzgen

Ich möchte mit diesem Eintrag für kollegiale Unterstützung für unseren Kollegen Moritz Gathmann werben. Er berichtet als engagierter, freier Journalist seit Monaten für deutschsprachige Medien aus der Ukraine. Zuvor hat er mehrere Jahre in Moskau als freier Korrespondent gearbeitet und ist ein ausgezeichneter Osteuropa-Kenner, der mit großem Engagement und guter Schreibe ein großer Gewinn für die Berichterstattung vieler deutscher Medien ist.

In den letzten Tagen gab es eine böswillige Kampagne von Kollegen gegen ihn, die unter anderem per Twitter und Facebook lief, weil er auch für die Verlagsbeilage der SZ "Russland Heute" tätig war. Das ist eine zweifelhafte PR-Publikation, die monatlich der SZ beiliegt und für die viele junge Kollegen arbeiten, weil sie gut zahlen und weil man dort viele Russlandthemen unterbringt, die in anderen Medien keinen Platz mehr finden.

Mediale Polarisierung der Ukraine-Krise

Es war immer einer von Moritz Gathmanns Kunden und es war jederzeit auf seiner Website nachzulesen. Er hat dort Texte redigiert und einige Artikel geschrieben, die inhaltlich völlig in Ordnung sind. Dass deutsche Kollegen ihm deshalb nun vorwerfen, er betreibe Kremlpropaganda ist nicht nur unfair, sondern ein gezielter Versuch einen Journalisten zu verleumden, dessen Darstellung einem nicht passt.

Zeit-Online hat nun die Zusammenarbeit mit Moritz Gathmann aufgekündigt, obwohl er noch in der Ukraine ist. Ich finde das im Umgang mit einem freien Kollegen indiskutabel und für ein Medium wie die "Zeit" unverzeihlich. Da berichtet einer gerade aus einer schwierigen Krisenregion und hält als freier Kollege für das Medium den Kopf hin.

Kölner Journalistik-Professor Überall kritisiert Zeit Online

Der Kölner Journalistik-Professor Frank Überall kann die Reaktion der „Zeit-Online“-Redaktion nicht verstehen.

Gegenüber Newsroom.de sagt Prof. Überall: „Ich erwarte, dass man sich in solchen Fällen konkret mit den Texten und Inhalten beschäftigt und nicht pauschal einen Journalisten in eine missliebige Ecke stellt".

Statt sich hinter den Kollegen zu stellen, das Gespräch mit ihm nach seiner Rückkehr zu suchen und ihn vor einer solchen Hexenjagd zu schützen, distanziert sich Zeit-Online in einem Eintrag unter seinem Artikel von ihm und beendet die Zusammenarbeit. Ich finde das für "Zeit"-Online ebenso beschämend wie für die selbstgerechten Anstifter, die diese Mobbing-Aktion vorangetrieben haben. Ich hätte nie für möglich gehalten, dass deutsche Kollegen zu so einer Niedertracht fähig sind.

Das schreibt unser Kollege Sergej Sumlenny sehr richtig:

Zum Fall Moritz Gathmann. Natürlich hat jede Redaktion ihr Recht, Zusammenarbeit mit jedem freien Autor zu beenden. Eine rasche Beendigung der Zusammenarbeit ist aber erst dann verständlich, wenn ein schwerer Vorfall vorliegt, der solchen schnellen Abbruch rechtfertigt. Eine Zusammenarbeit von Moritz Gathmann mit Russland Heute war langfristig und intensiv, und keinesfalls für die ZEIT unbekannt.

Eine Information, dass die ZEIT Redaktion Herrn Gathmann vor dem Wahl gestellt hat, entweder für RH weiter zu arbeiten, oder für die ZEIT zu schreiben, liegt mir nicht vor. Deswegen kann ich die Entscheidung von die ZEIT nur bedauern. Einen freien Journalisten wegzuschmeißen in der Zeit, wenn dieser sich im Krisen- (wenn nicht Kriegsregion!) befindet, verletzt alle Vorstellungen von einem kollegialen Verhalten.

Das kann ich nicht verstehen. Die Einschätzungen von Herrn Gathmann konnte ich nicht immer teilen, aber das war monatelang der Redaktion von die ZEIT kein Grund, mit ihm weiter nicht mehr zu arbeiten. Die Schnelligkeit dieser Entscheidung ist traurig.

Das Verhalten von der Redaktion die ZEIT, die erst ihr Moskau-Büro schließt und dann einen freien Kollege aus politischen Gründen kurzzeitig entlässt verschärft nur die traurige Situation auf dem deutschen Printmedienmarkt. Nicht umsonst verlassen immer mehr Journalisten das schwierige Mediengelände und starten ihr neues Arbeitsleben als PR-Berater, Analysten etc. Ich wünsche dem Herrn Kollege Gathmann alles gute.


Moritz Gathmann arbeitet als freier Journalist in Moskau. Geboren 1980 in Göppingen, beliefert er Titel wie die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“, den „Spiegel“ oder „Das Magazin“ mit Berichten und Hintergrundstücken aus Russland. Seit 2008 ist er ebenfalls Mitglied im angesehenen Korrespondenten-Netzwerk n-ost.

Berlin: Die frühere Bundestagsvizepräsidentin Antje Vollmer (Grüne) hat Verständnis für das russische Vorgehen in der Ukraine-Krise geäußert. „Ich habe immer gewusst, dass wir für den Bruch des Völkerrechts im Kosovo-Krieg irgendwann von Russland oder China die Rechnung vorgelegt bekommen“, sagte Vollmer der „Berliner Zeitung“.

ZAPP-Bericht im NDR enthüllt die Manipulation der deutschen Bevölkerung durch die hiesigen Medien im Ukraine-Konflikt. Aufwachen! Es geht schon lange nicht mehr um neutrale Berichterstattung. Deutsche Medien beteiligen sich nachweislich an Propaganda zum Nutzen der deutschen Bundesregierung.

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06.03.2014 Mein Völkerrecht, dein Völkerrecht, wessen Völkerrecht

Gottfried Böhmer

Vor ein paar Tagen schrieb Konstantin Wecker von den Kriegsliteraten und Journalisten, deren Blut in Kriegen selten vergossen wurde. Heute muss ich zu meinem Erschrecken feststellen, dass ein gewisser Daniel Brössler, Korrespondent der Süddeutschen Zeitung in Brüssel ganz subtil Töne anschlägt, die alles andere als friedlich klingen.

Konstantin Wecker schrieb: Die Rhetorik der Presse und unserer Politiker wird kriegerischer, auch wer nicht hellhörig ist, hört die Kriegstrommel. Gauck, Merkel und zunehmend auch Kommentatoren in bürgerlichen Zeitungen rüsten verbal auf.

Brössler schreibt von der "russischen Aggression" und dass Putin das Völkerrecht gebrochen hätte. Brössler unterstellt Russland autoritäre Herrschaft, Willkür, Machtmissbrauch, Nationalismus und imperialen Phantomschmerz. Des Weiteren bedauert Brössler, dass die Ukraine kein Natomitglied ist, dann so der Umkehrschluss könnten wir ja wohl in den langersehnten Krieg gegen Russland ziehen. Denn nach Brössler ist der Westen ja ohnehin moralisch über jeden Zweifel erhaben.

Des Weiteren suggeriert Brössler, das ohne die Nato Osteuropa und Zentralasien vor Putin nicht mehr sicher seien. Putin solle zur Besinnung kommen. Brössler ruft zwar nicht zum Krieg auf, aber er titelt "Der Westen muss Putin Grenzen setzen" und erzeugt eine klare Anti-russische, dämonische Stimmung gegen Russland. Die Botschaft lautet "Wir, die EU und Amerika sind die Guten und Russland ist das Reich des Bösen".

Stefan Cornelius, der seit 2000 das außenpolitische Ressort der Süddeutschen Zeitung leitet, stößt ins gleiche Horn. Cornelius schreibt: "Für die Unverfrorenheit des russischen Präsidenten gäbe es keinen Vergleich". Cornelius führt weiter aus „fast eine Woche nach Beginn der russischen Besetzung der Krim, steht die Kaltschnäuzigkeit von Putin.... Die Kollegen der Süddeutschen sollten ihre Wortwahl überprüfen und sich an Fakten halten.

Wir liefern der Süddeutschen mal einen Vergleich und das nennen wir "unverfroren".

Am 3. März 2014 hat der afghanische Präsident Hamid Karzai mit den ach so guten Westen und den Amerikanern abgerechnet. Karzai sagte der Washington Post, Afghanen seien in einem Krieg gestorben "der nicht unser ist". Er sei sich sicher, dass die Offensive nach den Anschlägen in New York vom 11. September 2001 aus Gründen gestartet worden sei, die "im Interesse der USA und des Westens" lägen".

"Richten Sie dem amerikanischen Volk meine besten Wünsche und meine Dankbarkeit aus", sagte er der Zeitung. "Richten Sie der US-Regierung meine Wut, meine extreme Wut aus." Sein Hauptkritikpunkt: die zahlreichen zivilen Opfer bei ausländischen Militäroperationen der vergangenen Jahre.

Mein Völkerrecht, dein Völkerrecht, wessen Völkerrecht ist gemeint?

"Das Völkerrecht sieht vor, dass wenn in Kenia ein jüdisches Kaufhaus angegriffen wird, Israel das Recht hat seine Bürger (Volksangehörigen) zu schützen. Israel hatte in diesem Fall eine Spezialeinheit dorthin entsendet. Das wurde zu gutem Recht auch nie beanstandet.

Wenn in der Ukraine 74 Russen getötet werden und 60 Prozent der Bevölkerung auf der Krim Russen sind, macht Putin von dieser Völkerrechts-Anwendung gebrauch. Die EU, die Nato, Frau Merkel, Herr Obama und auch Frankreichs Oberhaupt akzeptieren aus welchen Gründen auch immer das Völkerrecht der Russen nicht.

Vielleicht sollten die Kollegen der Süddeutschen Zeitung bevor sie weiter auf Russland herumtreten sich einmal damit beschäftigen, für wen und für was hunderttausende Afghanen und tausende Nato-,  amerikanische-, und auch deutsche Soldaten gestorben sind.

Die Russen und Putin jedenfalls haben nach unserer Erkenntnis noch keinem Ukrainer ein Haar gekrümmt, was man im Fall der Nato, der Amerikaner, den beteiligten EU-Staaten, die sich an den kriegerischen Handlungen im Irak, in Afghanistan, in Libyen etc. beteiligt haben nicht behaupten kann.

Der Förderationsrat und Putin haben bisher und nicht weniger als eine Option beschlossen, für den Fall der Fälle militärisch einzugreifen, sollten russischstämmige Bürger in Gefahr sein. Von einer militärischen Besetzung der Krim und das ist auch eine maßlose Übertreibung der westlichen Medien kann auch keine Rede sein.

Im Gegensatz zur Süddeutschen hat sich der Spiegel deutlich mehr Mühe gemacht die Umstände zu beleuchten, die Russland zwangen zu handeln. Vorab stellt sich aber eine andere Frage, mit welchem internationalem Recht hat eigentlich Frank-Walter Steinmeier, Laurent Fabius und Rodoslow Sikorski am 21. Februar 2013 die Bildung einer Übergangsregierung in der Ukraine gebilligt?

Gab es da nicht einen Präsidenten, der vom Volk gewählt war? Dieser Präsident hat Neuwahlen zugestimmt, aber nicht bis zu diesen Wahlen auf sein Amt verzichtet. Auch, wenn das in unseren Medien geflissentlich unterschlagen wird, ist Wiktor Janukowitsch immer noch rechtmäßiger Präsident der Ukraine. 

Nachdem Steinmeier und Co abgereist waren, haben die rechtsextremen Kräfte in der Ukraine das Ruder übernommen. Rechtsextreme wurden entgegen allen Zusagen als Minister und Chefankläger der Swoboda Partei eingesetzt.

Dazu hat der Spiegel richtigerweise geschrieben:

"Dass die Aufnahme von Rechtsextremen in die Regierung kein Beitrag zur nationalen Versöhnung war, erkannte man in den russischsprachigen Regionen der Ukraine schneller als in westlichen Außenministerien. Die braune Swoboda-Partei stellt im Kiewer Kabinett mehrere Minister, einen Vizepremier und den Generalstaatsanwalt Oleg Machnitzkij".


"Zu den Mitbegründern der Sozial-Nationalen Partei der Ukraine, die sich jetzt Swoboda nennt, zählte neben Tjagnibok auch der neue Sekretär der Sicherheits- und Verteidigungsrates der Ukraine, Andrij Parubi. Zum Koordinator der Sicherheitsdienste stieg der Rechtsradikale auf, weil er zuvor "Kommandant" des Maidan gewesen war".

Bewaffnete Extremisten für "Entrussifizierung"

Dort kooperierte er laut "Spiegel "eng mit dem Führer des militant rechtsextremistischen Rechten Sektors, Dmitrij Jarosch. Der ließ seit Januar seine Kameraden auf die Polizei schießen. So trug er maßgeblich zur blutigen Eskalation bei. Besagter Jarosch soll zwei Jahrzehnte lang bewaffnete Nationalisten bei Wehrübungen geschult haben.

Dieser mit Hilfe der EU eingesetzte Meuchelmörder und sein rechter Sektor verfügen jetzt über mehrere tausend bewaffnete Kämpfer. Die Krönung dieser EU Politik ist, dass er zum "nationalen Befreiungskrieg" für die "Entrussifizierung der Ukraine" aufruft.

Zusammengefasst:

Die EU hat rechtsradikale Mörder in Schlüsselstellungen einer vom Volk nicht autorisierten Regierung gebracht, die den Russen die "Entrussifizierung" androhen. Putin, so der Westen, soll dazu schweigen. Die drei westlichen Unterzeichner Steinmeier, Sikorski und Fabius haben total versagt oder es gehörte zu ihrem Plan?

Hier macht es sich der Spiegel zu einfach.

Er schreibt: "Es ist müßig, jetzt lange darüber zu streiten, wer schuld daran trägt, dass es überhaupt so weit kommen konnte. Das sollen die Historiker erledigen".

Nach all diesen Erkenntnissen, die auch die Deutschen Kriegsliteraten hätten sehen müssen, empfindet die russische Elite die europäischen Politiker zu Recht als Heuchler. Den Kollegen, nicht nur der Süddeutschen Zeitung, kann man nur raten, besser zu recherchieren, bevor sie weiter in das Kriegsgeschrei einsteigen und Putin wartet zu recht nicht auf die Historiker.

Der deutsche Historiker Michael Hesemann schrieb gestern:

"Ich hatte gestern Abend ein längeres Gespräch mit einem Mitarbeiter des Moskauer Patriarchats. Natürlich sprachen wir auch über die Krim-Krise. Er meinte, Putin habe gar keine andere Chance, als jetzt Stärke zu zeigen, sonst wäre er die längste Zeit Präsident gewesen. Die Russen würden ihm keine Weichheit oder Nachgiebigkeit verzeihen, sie wollen einen starken Mann als Präsidenten.

Jeder Russe sei überzeugt, dass die Krim ein Teil von Russland sei und nicht an eine amerikanisch kontrollierte Ukraine gehen dürfe. Die von den USA und der EU finanzierte Revolte in der Ukraine wird als unerlaubter Eingriff in die inneren Angelegenheiten eines souveränen Staates, als bezahlte und von außen gesteuerte Machtübernahme gesehen".

Ein militärischer, verfassungswidriger Staatsstreich

Putin sagte: "Er habe vom legitimen Präsidenten der Ukraine, Wiktor Janukowitsch, die Bitte erhalten, für Sicherheit und Stabilität zu sorgen. "Was wir tun, geschieht zum Schutz des ukrainischen Volkes. Wir werden nicht einen Krieg gegen das ukrainische Volk beginnen" Laut Putin hat sich in der Ukraine ein militärischer, verfassungswidriger Staatsstreich ereignet. Putin sprach von Anarchie und Chaos. Eine solche Situation könne nicht akzeptiert werden.

Wir halten es mit dem Journalisten Karl Krauss:

"Nach Kriegsende sollte man Kriegsliteraten einfangen und von Kriegsinvaliden auspeitschen lassen"

Im Internet wird ohnehin nur von der Nato-Propaganda-Presse gesprochen, aber Ausnahmen bestimmen auch hier die Regel.

Der Cicero schrieb:

"Unbemerkt wurde die nächste Expansion der EU vorbereitet." Still und heimlich hat die EU Vorbereitungen getroffen, sich die Ukraine wie auch Georgien einzuverleiben. "Östliche Partnerschaft" heißt der Gegenentwurf zu Putins "Eurasischer Union".

Und nun sind wir wahrscheinlich nah an der Wahrheit worum es um den derzeitigen Konflikt eigentlich geht. "Östliche Partnerschaft" hört sich ja gut an. Für die Russen ist das alles andere als gut. Liebe Freunde der Künste, die Ereignisse um die Ukraine und Krim sind derart ungeheuerlich, dass ich das nicht in einem Artikel zusammenfassen kann. Unglaublich ist daran, wie die Fakten und die Wahrheit verdreht werden. Also werde ich wohl noch einen weiteren Artikel schreiben müssen, um die Geschichte weiter auszuleuchten. Dabei geht es auch um die Heuchler in der deutschen Politik. Ganz vorne dabei, wie nicht anders zu erwarten, die Grünen.

Peter Scholl-Latour:

"Wir leben in einem Zeitalter der Massenverblödung, besonders der medialen Massenverblödung".

Wenn Sie sich einmal anschauen, wie einseitig die hiesigen Medien, von TAZ bis Welt, über die Ereignisse in der Ukraine berichten, dann kann man wirklich von einer Desinformation im großen Stil berichten, flankiert von den technischen Möglichkeiten des digitalen Zeitalters, dann kann man nur feststellen, die Globalisierung hat in der Medienwelt zu einer betrüblichen Provinzialisierung geführt. Ähnliches fand und findet ja bezüglich Syrien und anderen Krisenherden statt.«

http://www.heise.de/tp/artikel/41/41168/1.html

Kanzlerin Angela Merkel spricht vom Bruch des Völkerrechts durch Russland? Das ist Geschichtsklitterung übelster Machart! Die deutsche Wiedervereinigung wurde nur möglich, weil der Westen den Russen vertraglich zugesichert hat, dass keine NATO Truppen auf dem Territorium ehemaligen russischen Einflussgebietes aufgestellt werden! Der Westen hat all diese Verträge gebrochen, Polen, das Baltikum, Tschechien, Ungarn, Bulgarien, Rumänien, Ex - Jugoslawien, Georgien, überall stehen NATO - Truppen! Der Westen hat Russland betrogen und hetzt in der Ukraine weiter gegen Russland! Es geht um Märkte, Macht und Interessen, aber nie um Menschen!

Berlin: Die frühere Bundestagsvizepräsidentin Antje Vollmer (Grüne) hat Verständnis für das russische Vorgehen in der Ukraine-Krise geäußert. „Ich habe immer gewusst, dass wir für den Bruch des Völkerrechts im Kosovo-Krieg irgendwann von Russland oder China die Rechnung vorgelegt bekommen“, sagte Vollmer der „Berliner Zeitung“.

ZAPP-Bericht im NDR enthüllt die Manipulation der deutschen Bevölkerung durch die hiesigen Medien im Ukraine-Konflikt. Aufwachen! Es geht schon lange nicht mehr um neutrale Berichterstattung. Deutsche Medien beteiligen sich nachweislich an Propaganda zum Nutzen der deutschen Bundesregierung.

Gottfried Böhmer

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03.03.2014 mit Volldampf zurück in absolutistische Zeiten

Konstantin Wecker

Liebe Freunde, das Gedicht "Der Krieg" von Georg Heym hat mich schon als Jugendlicher fasziniert. Es stammt aus dem Jahr 1911 und setzt sich drei Jahre vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges mit dem Thema des Krieges auseinander. Der Krieg lag seit der Marokkokrise (1905/06 und 1911) atmosphärisch in der Luft.

Heym, der schon 1912 im Alter von 24 Jahren bei einem Unfall ums Leben kam, hat die Schrecken des Krieges im Gegensatz zu seinen Altersgenossen nicht mehr erlebt.
Umso faszinierender, mit welchem prophetischen Genie er das Grauen der nächsten Jahre in Worte zu fassen vermochte.

Das Gedicht beginnt mit den Zeilen:

Aufgestanden ist er, welcher lange schlief,
Aufgestanden unten aus Gewölben tief.
In der Dämmrung steht er, groß und unerkannt,
Und den Mond zerdrückt er in der schwarzen Hand.

Man muss kein Prophet sein um zu spüren, dass diese Zeilen aktueller sind als in den letzten Jahrzehnten. Die Rhetorik der Presse und unserer Politiker wird kriegerischer, auch wer nicht hellhörig ist, hört die Kriegstrommel. Gauck, Merkel und zunehmend auch Kommentatoren in bürgerlichen Zeitungen rüsten verbal auf.


Der Textschreiber Stefan Scholl schreibt in der Südwestpresse in einem Beitrag über den "heroischen Kampf in der Ukraine", nachdem er erstmal über die "zivilisierte, von Pazifismus und Rundumtoleranz getränkten Öffentlichkeit Westeuropas " lästert:


" Die Ukrainer haben ihren ostslawischen Brüdervölkern gezeigt, wie man Zaren das Fürchten lehrt. Und dass Demokratie lohnt, sein BLUT FÜR SIE ZU VERGIEßEN."
Es war ja auch selten das Blut der Journalisten, das in Kriegen vergossen wurde, nicht wahr, Herr Scholl? "Nach Kriegsende sollte man die Kriegsliteraten einfangen und von den Kriegsinvaliden auspeitschen lassen" schrieb Karl Kraus.


Und der wußte, wovon er schrieb.
Freunde - fallen wir säbelrasselnd in die Zeit vor dem ersten Weltkrieg zurück?
Der Journalist und Autor Jürgen Weber schreibt, er schäme sich für seinen Berufsstand, wenn er so etwas liest. Er hat eine lesenswerte Erwiderung geschrieben.

Konstantin Wecker

http://hinter-den-schlagzeilen.de/2014/02/28/heldentot-und-heroischer-kampf/

Dazu ein Leser:

Nicht nur militärisch und sprachlich, auch gesellschaftlich befinden wir uns auf dem Weg mit Volldampf zurück in absolutistische Zeiten. Der neue Herrscher heißt nicht mehr König, sondern Vorstandsvorsitzender, CEO oder Investor, der seine Schergen in der Politik ausschickt, um die Steuern einzutreiben und die jungen Männer in den Krieg zu schicken. Das ganze wird von einem Staatsoberhaupt befördert, der Kriegseinsätze im Ausland befürwortet (dass der Mann Theologe ist, spielt wohl in einem anderen Leben eine Rolle).

Die Hofberichterstattung findet alles toll, kritische Stimmen sind kaum zu hören und werden gern als Vaterlandsverräter gebrandmarkt. Der Russe ist wie immer der Böse, auch und gerade für die Presse. Und wo wir gerade dabei sind, irrlichtert ein bayrischer Provinzfürst mit dumpfen rassistischen und fremdenfeindlichen Aussprüchen durch die Stammtische und wird dafür bejubelt.

Das ganze wird begleitet von der systematische betriebenen Verarmung weiter Bevölkerungsteile, damit diese über der Sorge um ihr täglich Brot nicht mehr auf die Idee kommen, sich um mehr zu kümmern. Die Wahlen werden ohnehin nur noch als Folklore inszeniert, denn eine Wahl hat man nicht mehr. Da macht es auch schon nichts mehr, dass manche fordern, dass ein jeder nach seinem Einkommen wählen dürfen soll.

Der Staat wird ausgehungert und abverkauft, damit immer mehr Könige und Fürsten immer mehr Macht kriegen können. Gesegnet wird das von den Auguren und Priestern der Marktwirtschaft, die heute Wirtschaftswissenschaftler heißen. Da passt das Säbelrasseln in der Ukraine doch wunderbar ins Bild.

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28.02.2014 es gab darauf keine einzige reaktion

GFDK - Heinz-Josef Mess

Das waren noch strenge Zeiten, jaja, das war eine geile Geschichte , hatte 100 aus Blattgold bestehende Kerzenbilder gemacht und komplett an einen Sammler verkauft, diese wurden (kein scheiß) als Weihnnachtsgeschenk vom Sammler an seine Kunden verschenkt.

Und wie es in Germany nun um die Kunst bestellt ist, gab es darauf keine einzige Reaktion. So wurde ein außergewöhnliches Unterfangen einfach ignoriert. Das muß so 1997 gewesen sein.

"Das hätte ich auch machen können"

Kunstbanause oder Kulturbanause ist ein Vorwurf von fehlendem Kunstverständnis. Die Banausie ist das rein handwerksmäßige Betreiben einer Kunst oder Wissenschaft.

"Ist das Kunst oder kann das weg"

Heinz-Josef Mess wurde 1955 im Münsterland, in Legden, geboren. Nach der Schulausbildung, die er mit Abitur beendete, studierte er an der Fachhochschule für Grafik und Design in Münster Freie Malerei und Fotografie. An der Hochschule für bildende Künste in Hamburg folgten bei Prof. Franz E. Walther weitere drei Jahre Studium der Malerei.

Seit 1985 arbeitet Heinz-Josef Mess freischaffend in Köln, Düsseldorf und auf Teneriffa. Im gleichen Jahr gründete er in Köln die Künstlergruppe »Köln 1« mit L. Grossmann, R. Schmilorz und M. Niepel. Mit Ausstellungen im »Klapperhof« wurde die Gruppe rasch über die Grenzen Kölns hinaus bekannt. Es folgten sehr schnell Einzelausstellungen. In den ersten Jahren fand er in Hans-Jürgen Müller und seiner Galerie in Stuttgart einen Förderer. Bis heute unterstützt Heinz-Josef Mess seinerseits das Projekt »Mariposa«.

Daran möchte unsere Redaktion noch einmal erinnern

Kultur kostet Geld. Sie kostet vor allem deshalb, weil der Zugang zu ihr nicht in erster Linie durch einen privat gefüllten Geldbeutel bestimmt sein darf. (…)

Substantiell hat die Förderung von Kulturellem nicht weniger eine Pflichtaufgabe des öffentlichen Haushalts zu sein als zum Beispiel der Straßenbau, die öffentliche Sicherheit oder die Finanzierung der Gehälter im öffentlichen Dienst. Es ist grotesk, dass wir Ausgaben im kulturellen Bereich “Subventionen” nennen, während kein Mensch auf die Idee käme, die Ausgaben für ein Bahnhofsgebäude oder einen Spielplatz als Subventionen zu bezeichnen.

Der Ausdruck lenkt uns in eine falsche Richtung. Denn Kultur ist kein Luxus, den wir uns entweder leisten oder nach Belieben auch streichen können, sondern der geistige Boden, der unsere innere Überlebensfähigkeit sichert.

Und Kultur hängt auch von Personen ab, die sie ins Werk setzen sollen. Es ist ein zentrales öffentliches Interesse, dass Leute, die das können und die schon in Berlin leben, die notwendigen Entfaltungsmöglichkeiten behalten oder bekommen. Und darüber hinaus auch, dass in möglichst großer Dichte und Qualität solche Menschen für Berlin gewonnen werden, wenn sie bereit sind, sich zu engagieren, damit sie hier ihre Kreativität und ihre Kenntnisse wie ihre Weltläufigkeit in den Dienst der Kultur der Stadt und des ganzen Landes stellen.

Richard von Weizsäcker

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27.02.2014 Der Künstler hat ein eigenes verständnis von räumen

Michaela Boland - Gottfried Böhmer

2013 war ohne Zweifel das bisher erfolgreichste Jahr der Michael Horbach Stiftung. Begonnen hat es mit der Preisverleihung der Horbach-Stiftung an den Fotografen Thomas Karsten, der für seine Arbeiten "60 Bicycles for Uganda" und "Foundation Mukisa, Uganda" mit dem 10.000 € dotierten Preis ausgezeichnet wurde.

Von Mai bis August 2013 zeigte die Horbach-Stiftung die Ausstellung "Wunden" von 4 prominenten Fotografen und einer Malerin an der Jaro Poncar, Marcos Zimmermann, Heiner Schmitz, Thomas Karsten und Pari Moradi teilnahmen. Im September konnte die Horbach-Stiftung ein einzigartiges Ausstellungsprojekt des Künstlers Axl Klein präsentieren.


Zur Ausstellung von Axl Klein waren viele Prominente wie Roger Willemsen, Barbara Auer, Frank Schätzing sowie Wolke Hegenbarth und Dietmar Bär in die Horbach Stiftung geströmt. Die Freunde der Künste waren vor Ort und Gottfried Böhmer hat über die Austellung ausführlich berichtet.

Im Oktober folgte der Abschluß der Jahres mit der Ausstellung „Che Guevara. Fotografien der Revolution

2014 startet die Horbach Stiftung mit einer Ausstellung des Künstlers Joan Cortes

Mit seinem "Teorema de l`espai" (Raum Theorem) fasziniert der spanische Künstler Joan Cortes derzeit die Besucher der Michael Horbach Stiftung in Köln. Der 1964 im mallorquinischen Pollensa geborene Cortes zählt zu den profiliertesten Künstlern der Balearen.

Michaela Boland hat für die Freunde der Künste die Ausstellung von Joan Cortes in der Michael Horbach Stiftung Köln besucht und hat sich ein ganz eigenes Bild von den besonderen Kunstwerk des Spaniers gemacht.

Im Rahmen seiner Installation "Teorem de l `espai" beschäftigt er sich in erster Linie  mit der Relation zwischen Mensch, Gegenstand und Raum. So staunte das interessierte Publikum beim Anblick der Installation von zahlreichen weißen Couchtischen, die durch eine zweieinhalb Monate lang dauernde, sensible Aufhängungstechnik miteinander verwoben, beinahe wie ein helles Kampffluggeschwader in der Luft anmuteten, nicht schlecht.

Ausstellung in Köln bei Michael Horbach

Der multidisziplinäre Künstler hat sich eben ein neues Raumverständnis angeeignet. Cortes befasse sich mit der Eingliederung des einzelnen Objekts in die Gruppe und die der Gruppe in den Raum, heißt es in seinem aktuellen Katalog.

Beim Empfang zu Ehren einer balearischen Delegation, bestehend aus Antoni Vera Alemany (Leiter des Instituts d`Estudis Balearics/ IEB), Margalida Vidal Llabres (Koordinatorin IEB), Joan Carles Gomis (Kulturberater der Regionalregierung der Balearen) und Karen Müller (Projektleiterin für Bildende Kunst am IEB), welche die Ausstellung kuratiert und finanziert, präsentierte  Joan Cortes seine Kunst jetzt erstmals in den Räumlichkeiten der Horbach-Stiftung.

Alberto Giacometti war sein großes Idol

Inspiriert durch seinen Großvater, einem Handwerker, der mit Holz arbeitete und nebenbei immer wieder Skulpturen angefertigt hatte, kam Cortes im Alter von 14 Jahren auf die Idee, auch selbst einmal Skulpturen zu gestalten. Studiert hat der 50-Jährige, der eine Aachener Lebensgefährtin hat, jedoch leider weder Deutsch noch Englisch spricht, dann in Palma de Mallorca und Barcelona. Zu diesem Zeitpunkt war allerdings längst Alberto Giacometti  für ihn zum Idol geworden. "Die Art und Weise, wie Giacometti menschliche Figuren gestaltet hat, hat mich stets fasziniert," schwärmt der Mallorquiner.

Ein flexibles Kunstwerk

Entwickelt hat sich Corte`s recht geometrisches Raum Theorem, das zuvor noch in London ausgestellt war, jedoch zunächst über menschliche Formen, von denen der Künstler dann zu tierischen Formen überging. Diese hat Joan Cortes dann immer mehr abstrahiert bis hin zu organischen Formen. Die klare geometrische Form stellt somit den aktuellen Entwicklungsstand seiner Kunst dar. Das Besondere am Theorem des Raumes: Abhängig von der jeweiligen Ausstellungsräumlichkeit werden die Bestandteile der Installation immer wieder anders zusammengefügt.

Zu bestaunen ist das Raum Theorem noch bis zum 2. April 2014 in der Michael Horbach Stiftung, Wormser Str. 23 in Köln. Infos unter: www.michael-horbach-stiftung.de  oder:  www.joancortes.es

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