Reden ist silber, Schreiben ist gold

19.12.2019 Das war die Wahrheit, aber nur die halbe

GFDK - Reden ist Silber

Rolf Schröter, Mitglied der Chefredaktion bei W&V, liegt hier vollkommen falsch, Greta Thunberg hätte ja auch ein Foto von sich machen können wie sie in der ersten Klasse des ICE gesessen hat, aber nöö sie postet ein Foto, das suggeriert wie die arme Greta auf den Boden des ICE sitzen muß. Und ich frage mich auch, wer bezahlt eigentlich ihre erste Klasse Tickets und nicht nur diese. Ich habe hier gleich zwei Fake-News der Klimakinder.

Lieber Herr Böhmer,

die Deutsche Bahn greift Greta Thunberg an. Das ist zwar äußerst ungeschickt. Aber der Twitter-Dialog zwischen Konzern und Mädchen ist andererseits auch sehr lehrreich. Während sich die Bahn kleingeistig und aggressiv präsentiert, zeigt Greta wahre Größe.

Angefangen hatte der Beef mit einem Selfie, das Greta Thunberg auf Twitter gepostet hatte, neben ihrem Gepäck auf dem Boden eines ICE sitzend. Der anschließende Kommunikationsverlauf im Social-Media-Kanal zeigt vorbildlich, wie man es nicht machen sollte (Deutsche Bahn) und wie man professionell damit umgeht, wenn dich jemand dissen will (Greta Thunberg).

„Überfüllte Züge sind ein großartiges Zeichen, weil das bedeutet, dass die Nachfrage nach Bahnreisen groß ist“, schreibt die Klimaaktivistin. Ein versöhnlicher Schwenk auf ein gemeinsames, größeres Ziel. Problem gelöst.

Gabor Steingart fast es so zusammen: PR-Wirbel um Greta Thunberg. Via Twitter verbreitete sie ein Bild, das sie mit ihren gepackten Taschen auf dem Boden zwischen den Waggons eines Zuges zeigt: das Leiden der jungen Greta. Ihr Zug sei „überfüllt“ gewesen, teilte sie ihren 3,6 Millionen Followern mit.

Nur die halbe Wahrheit von Greta

Das war die Wahrheit, aber nur die halbe. Wenig später saß die Klimaaktivistin – umrahmt von ihrem Team – auf einem für sie reservierten Sitzplatz in der 1. Klasse. Diese Bilder allerdings sah ihr Publikum nie.

Auch die der Mär von den angeblich 500.000 Öko-Demonstranten in Madrid hat sich als Lüge herausgestellt. Ausgerechnet die "taz" hat das aufgedeckt. Die Polizei sprach von 15.000 Teilnehmern.

Die Begeisterung kannte keine Grenzen. „500.000 Menschen auf den Straßen in Madrid. „Großartig – der Protest lebt“, twitterte der BUND-Vorsitzende Olaf Bandt. „So etwas habe ich noch nie gesehen“, jubelte die deutsche Fridays-for-Future-Sprecherin Luisa Neubauer. Auch Greenpeace und die Grünen-Abgeordnete Bärbel Höhn verkündeten die gewaltige Zahl von Menschen, die aus Anlass der Weltklimakonferenz vor einer Woche in der spanischen Hauptstadt demonstriert haben sollen.

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13.12.2019

GFDK - Reden ist Silber - Gottfried Böhmer

Boris Johnson ist nicht der Clown, den die deutschen Medien aus ihm machen wollten. Die Wahlempfehlungen der Hamburger Redaktionen und die Warnhinweise zu den Tories, formuliert von den Meinungsführern aus Berlin-Mitte, haben nichts genützt. Boris Johnson hat die Wahl haushoch gewonnen.

Boris Johnson, die Zielscheibe des deutschen Hasses

Boris Johnson fährt den größten Sieg seit Thatcher ein, und die deutschen Medien haben sich ein weiteres Mal blamiert. Der "Spiegel" kommentierte den Sieg von Johnson wie folgt: "verloren haben Anstand, Aufrichtigkeit und Integrität." Was soll man dazu noch sagen?

Weiter behauptet der "Spiegel", Boris Johnson sei der unbeliebteste Premier der Geschichte und hat die Wahl trotzdem klar gewonnen. Och nee, Donnerwetter, wusste bisher nicht, dass man als unbeliebtester Politiker eines Landes Wahlen klar gewinnen kann.

Die Krönung, der "Spiegel" beleidigt auch noch die Wähler. Bei „Spiegel Online“ wurden die Wähler mit Gänsen verglichen, die zu Weihnachten die falsche Entscheidung getroffen haben.

Die deutschen Medien haben hinreichend deutlich gemacht, dass es nicht okay ist, diesen Mann und seine Partei zu wählen. So oder so ähnlich formulierte es Ulf Poschardt, Chefredakteur der "WELT".

Poschardt meinte weiter: " Diese neue ungebrochene deutsche Sehnsucht, es dem Rest der Welt beizubringen, wie er zu denken und zu wählen hat, ist nicht nur ahistorisch, sondern einfach auch auf interessante Art selbstvergessen."

Die deutschen Besserwisser haben wie schon bei Donald Trump ins Klo gegriffen

Ulf Poschardt stellt richtiger Weise fest: Wenn die Bürochefin der ARD in London auf ihrem Twitteraccount kaum von einer Anti-Johnson-Aktivistin zu unterscheiden ist und gar nicht mehr spürt, wie anmaßend und unjournalistisch das sein kann, muss man sich nicht wundern, warum viele deutschen Medien so falsch lagen in ihren Prognosen und rituellen Grabreden auf Boris Johnson. Da war der Wunsch Vater der Berichterstattung.

Trullala aus Berlin greift tief ins Klo

Ulrike Guérot, eine der „Vordenkerinnen“ der Berliner Republik konnte nicht tief genug ins Klo greifen, und verglich die Wahl von Boris Johnson mit der Wahl von Adolf Hitler 1933. Die Trullala kann ja nicht alle Tassen im Schrank haben. Wenn solche Leute unsere politischen Vordenker sein sollen, sollten wir anfangen nachzudenken.

Peter Handke, der Nobelpreisträger für Literatur 2019 zu den viel beschworenen europäischen Werten

"Europäische Werte, das ist ein Schmäh. Alle tiefen, feinen, zarten Werte der Menschheit sind überall. Die Augen der Menschen sind ein Wert, die Blicke, die Augen. Und nicht die europäischen Werte. Arschlöcher. Wenn die das anführen, dann als Erpressung und als Rechthaberei. Die sollen aufhören, aus den europäischen Werten eine Axt gegen andere zu machen. Leute, die so reden, sind das neue Gesindel.“

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13.12.2019 dichte Porträts und Milieustudien

GFDK - Reden ist Silber - Sönke C. Weiss

Vivian Maier eine eine photohistorische Sensation - Weltberühmt aber erst nach ihrem Ableben. Es muß nicht immer Netflix sein. Denn Fotobände sind sehr schöne Weihnachtsgeschenke, die man sich während der Festtage gemeinsam anschauen kann.

Hier zwei sensationelle Schätze einer Fotografin, die eigentlich keine war und von der niemand etwas wußte, bis ein Immobilienmakler und ein Stadthistoriker bei einer Zwangsversteigerung per Zufall auf ihr Lebenswerk stießen und es einem breiten Publikum weltweit präsentierten.

Die Antithese unserer Zeit

Die Rede ist von Vivian Maier, 1926 geboren, von Beruf Kindermädchen, die seit den 50er Jahren ein unglaubliches photographisches Werk geschaffen hat: in über 100.000 Aufnahmen dokumentiert sie auf technisch und ästhetisch höchstem Niveau den amerikanischen Alltag in den Straßen von New York und vor allem Chicago und hat sich somit, ohne es zu wissen oder vielleicht gar zu wollen, zu einer Ikone der Straßenfotografie gemacht.

So heißt eines ihrer Bücher eben „Street Photographer“, ist bei Schirmer/Mosel (www.schirmer-mosel.com) erschienen und kostet 39,80 Euro. Auf 136 Seiten sehen wir das unverstellte Leben.

Es sind spannende Konstellationen auf den Straßen der besagten Metropolen, dichte Porträts und Milieustudien im Stil der Neuen Sachlichkeit. Meisterhaft. Ein weiterer umwerfender Bildband widmet sich ihrer vortrefflichen Fotokunst, die Vivian Maier neben der Dokumentarfotografie ebenfalls über Jahrzehnte unter Ausschluss der Öffentlichkeit pflegte.

Hier findet sie ihre Motive als Flaneurin vor allem in ihrer nächsten Umgebung. Porträts, Selbstporträts, surreale Stillleben aus Schaufenstern, Ladenfronten und Straßenschildern überraschen mit außergewöhnlich sicherem Blick für Komposition und Farbgefühl.

Sie sind von einer photographischen Geistesgegenwart, die alle Unterschiede aufhebt, die die Geschichtsschreibung bis heute zwischen Berufs- und Amateurfotografie aufgerichtet hat, und man könnte von einem Bilder-Tsunami sprechen, den Vivian Maier mit ihren schöpferischen Erfindungen, ihren Bildern auf eigene Rechnung, auf auch dem Feld der Farbfotografie entfacht.

„Die Farbfotographien“, ebenfalls bei Schirmer/Mosel erschienen, kostet 58 Euro und hat 240 Seiten. Festzuhalten bleibt, die Frau war ein Ausnahmetalent. Leider hat sie zu ihren Lebzeiten keines ihrer Bilder publiziert. Vivian Maier verstarb im April 2009 in einem Pflegeheim in Chicago. Sie war allein und mittellos. 

Sönke C. Weiss

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10.12.2019 Bücher, des Menschen größtes Geschenk

GFDK - Reden ist Silber - Sönke C. Weiss

Hier noch sechs hübsche Buchempfehlungen für den Gabentisch. Fangen wir mit etwas Leichtem an und arbeiten uns vor: Wo ist das Glück? Immer da, wo du nicht bist. So läßt sich Otto Jägersberg Kurzprosaband „Liebe auf den ersten Blick“ wunderbar zusammenfassen. Auf 274 Seiten streift der Blick des Autoren des Menschen größtes Geschenk, die Liebe.

Beim Lesen darf gerne gelacht und geweint werden, denn diese Mini-Essays sind geistreich, komisch, immer tief und halten, was das Buch verspricht, pures Leseglück für 24 Euro. Fünf Euro weniger kostet Ian McEwans Roman „Die Kakerlake“, die ähnlich beginnt wie eines der größten Werke der Literaturgeschichte:

„Als Jim Sams, klug, doch beileibe nicht tiefgründig, an diesem Morgen aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in eine ungeheure Kreatur verwandelt.“ Eben noch eine Kakerlake, ist Jim nun als Mensch aufgewacht, aber nicht irgendein Mensch, nein, als der britische Premierminister.

In dieser bitterbösen politischen Satire, Jim soll Boris Johnson spiegeln, verneigt sich McEwans, der große englische Erzähler vor Kafka, um eine Welt zu zeigen, die kopfsteht. „Die Kakerlake“, stramme 133 Seiten kurz, hat entsprechend Biß und wird fraglos das Buch werden, das die Brexit-Ära am Genauesten reflektiert und ist wie „Liebe auf den ersten Blick“ bei Diogenes erschienen.

Aus dem Hause Hanser kommt Botho Strauss’ neuestes Buch mit dem schönen Titel „zu oft umsonst gelächelt“, das 22 Euro kostet und auf 213 kurzweiligen Seiten die Unbestimmtheit zwischen Mann und Frau zeichnet.

Strauss schenkt uns kleine Episoden, die mal wie eine Nahaufnahme, mal wie eine Totale anmuten, gleichbleibend präzise sind, die Strauss wie ein Forscher auf Spurensuche ausgewählt hat, um uns stetig zu ermahnen: laßt die Liebe nicht aussterben. Ein kleines Buch eines großen Schriftstellers, der auch mit 75 Jahren noch ein Meister seiner Kunst ist.

Vortrefflich geschrieben ist auch Ronan Farrows Enthüllungsbuch „Durchbruch“, in dem er auf 504 nicht im Geringsten langweiligen Seiten schildert, wie er den Weinstein-Skandal (#metoo) enthüllt und den mächtigsten Mann Hollywoods zu Fall bringt.

Hammer! Konkret geht es um Missbrauch, Vertuschung und Einschüchterung, insbesondere aber um den Zeitgeist der Epoche Trump, die solch eine in großen Teilen verrohte Gesellschaft überhaupt zuläßt. Farrow ist übrigens der Sohn von Mia Farrow und Woody Allen. Das Time Magazine hat ihn kürzlich mit in die Liste der 100 einflussreichsten Personen der Welt aufgenommen.

„Durchbruch“ kostet 24 Euro und ist bei Rowohlt erschienen. Ebenso wegweisend ist Jonathan Safran Foers jüngstes Werk „Wir sind das Klima!“, das für 22 Euro bei Kiepenheuer & Witsch zu haben ist. Bereits mit seinem Buch „Tiere essen“ hat Foer einen globalen Bestseller geliefert, hier widmet er sich auf 328 Seiten dem komplexen Thema des Klimawandels und unserer Angst vor den Konsequenzen, liefert darüber hinaus gleichwohl Lösungsvorschläge, die bereits beim Frühstück anfangen.

„Wir sind das Klima!“ hebt nie den moralischen Zeigefinger, und ich brauchte mich beim Lesen auch nicht zu schämen. Im Gegenteil. Ich fühlte mich auf der Stelle motiviert, mit einem wacheren Blick durch die Welt zu gehen. Ein unerläßliches Buch für unsere fragile Zeit, in der die persönliche Freiheit immer wieder als Maßstab aller Dinge genommen wird, was mich zu meiner letzten Empfehlung dieser Kolumne bringt:

Klaus Viewegs Biographie „Hegel.“ Auf 673 Seiten plus Anhang erfahren wir, wie das Grundmotiv der Freiheit den gesamten Denk- und Lebensweg des 1770 geborenen Philosophen durchzogen hat und uns bis dato beeinflußt. Es ist die erste umfassende deutschsprachige Hegel-Biografie seit 175 Jahren, die mich eines gelehrt hat: ohne Hegels Geist ist die Moderne nicht zu fassen.

Wirklich begrüßenswert an der Biografie ist, dass sie aus Dutzenden von kleinen Kapiteln besteht, die den Leser nicht überfordern, sondern das Leben Hegels wie ein Puzzle zusammenfassen und vor allem würdigen. „Hegel“ gibt’s bei C.H. Beck und kostet famose 34 Euro. So, ich hoffe, für jeden Geschmack ist hier heute etwas dabei.

Sönke C. Weiss

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05.12.2019 Pro und Kontra

GFDK - Reden ist Silber - Philipp Egger

Im Prinzip unterscheidet sich die Zensur im Internet nicht besonders groß von den kontrollierten Inhalten der Massenmedien. Allerdings hat das Internet natürlich auch den Vorteil, dass von einigen Ländern verbotene Inhalte, auch über die Grenzen hinaus zu finden sind.

In Deutschland als Beispiel sind spezielle Texte über die NS-Kriegsverbrechen verboten, die amerikanischen Server hingegen haben mit diesen Veröffentlichungen kein Problem, da sie sich nach ihren Rechtsprechungen auf die Meinungsfreiheit berufen. Für rund die Hälfte der deutschen Internetbenutzer dient das Netz als beliebteste Informationsquelle in Hinsicht auf die täglichen Nachrichten weltweit.

Pro und Kontra der Internetzensur

Internetzensur ist in erster Linie dazu da, vor allem die Jugend und natürlich auch die gesamte Bevölkerung vor Terrorismus und Kriminalität zu schützen. Befürworter der Zensur sind der Meinung, dass die Gewaltverherrlichung, Kinderpornografie, rassistische Inhalte und rechtsextreme Artikel auf keinen Fall durch dieses schnelle und weitverbreitete Medium publik gemacht werden sollten.

Aber auch andere kriminelle Handlungen wie Internetbetrug, die Verletzung von Urheberrechten und das Versenden von Viren und Spam-Mails sollten laut den Befürwortern unbedingt unterbunden werden.

Sicherlich sind die Argumente der Befürworter der Internetzensur überzeugend. Allerdings haben auch die Gegner der Netz-Sperren Recht, wenn sie ein freies Internet fordern und sich gegen das Ausspähen der persönlichen Daten durch den Staat wehren.

Die meisten vorgeschlagenen Internetsperren sind leider nur Sichtblenden, da kriminelle Inhalte ja nicht gelöscht werden, sondern nur durch technische Eingriffe und spezielle Filter verborgen sind. Solche Webseiten sind also bei diesen Maßnahmen nur selten durch Zufall anzutreffen.

Wer aber bewusst nach einschlägigem Material sucht, wird trotzdem mit etwas Aufwand fündig, da die Seiten ja noch vorhanden sind. Es ergibt sich daraus eine wichtige Frage, warum die kriminellen Seiten nur versteckt werden und nicht gelöscht.

Warum werden kriminelle Inhalte nur versteckt und nicht einfach entfernt?

Angeblich ist das Entfernen von einschlägigen Webseiten nur mit einem extrem großen Aufwand möglich oder es funktioniert überhaupt nicht. Allerdings ist diese Aussage nicht berechtigt, wie aus mehreren Studien der Universität von Cambridge hervorgeht. Vor allem Seiten mit kinderpornographischen Inhalten bleiben deutlich länger im Internet sichtbar, als Webauftritte mit illegalen Inhalten.

Grund dafür ist, dass das BKA auf ausländische Behörden Rücksicht nimmt und die notwendigen Schritte über internationale Organisationen einleitet.

Die Seiten im Ausland können also laut unseren Behörden nicht direkt gelöscht werden. Auch bleiben die meisten strafbaren Inhalte nicht lange auf ihren Domains. Bis also die notwendigen Schritte von der Regierung eingeleitet werden, ist die Webseite schon längst auf eine andere Domain gewandert.

Der offizielle Dienstweg zum Löschen der kriminellen Inhalte ist also deutlich wichtiger und vor allem auch mit mehr Aufwand verbunden, als die praktischen Filter und Sichtblenden.

Auffallend ist übrigens auch, dass Banken so gut wie überhaupt keine Probleme damit haben, betrügerische Pishing Seiten sofort aus dem Internet entfernen zu lassen, wo es um das Spionieren von Bankkunden geht. Der Aufwand hierzu dauert nur einige Stunden, warum werden dann Webseiten mit kinderpornographischen Inhalten erst nach einem Monat gelöscht?

Was bringen eigentlich die Internetsperren?

Nachdem die Inhalte auch weiterhin im Netz stehen, bringen die Netzsperren eigentlich überhaupt nicht viel. Die kriminellen Täter werden dadurch nur vorgewarnt und können ihre Inhalte auf anderen Domains veröffentlichen. Auch sind sie in der Lage erst einmal zu überprüfen, ob sie überhaupt auf einer Sperrliste stehen oder nicht.

Bis die notwendigen Schritte zur Entfernung eingeleitet sind, haben sie ihre Spuren schon längst verwischt und vielleicht auch noch die gewünschte Aufmerksamkeit ihrer Leser erweitert. Kriminelle können die vorhandenen Sperrsysteme zu ihrem Vorteil benutzen, um frühzeitig gewarnt zu werden.

Ansonsten gibt es natürlich auch viele Interessensgruppen, die mit Internetsperren im Prinzip nur ihre eigenen Ziele verfolgen möchten. Wer Sperren umgehen will, braucht sich nur für unzensierte DNS-Server zu entscheiden.

Nicht umsonst werden die bereits vorhandenen Sperren von IT-Experten als völlig wirkungslos eingestuft, da sich auch komplette Laien aufgrund der technischen Schwächen automatisch in alternativen Servern eintragen lassen können. Zensur im Internet bringt eigentlich nur dann den gewünschten Erfolg, wenn auch wirklich effizient gegen die Kriminalität gekämpft wird und nicht nur gegen unerwünschte Inhalte auf den Webseiten.

Gesperrte Inhalte in Deutschland

Die meisten gesperrten Webseiten in Deutschland beziehen sich auf die Urheberrechtsverletzungen und nicht auf kriminelle Seiten. Im Prinzip sind die Online-Inhalte ziemlich frei. Allerdings wurde von Google GEMA-geschützte Musikvideos bei Youtube gesperrt, weshalb die meisten populärsten Videos bis November 2016 für die User auch nicht verfügbar waren.

Erst nach der Einigung mit den Lizenzrechten konnte dieses Problem von Google gelöst werden. Übrigens sperrte auch Facebook einige Posts, die sich mit Holocaustleugnungen und mit Rechtsextremismus beschäftigten.

Ansonsten gab es in Deutschland natürlich auch etliche Versuche, politisch kritische Webseiten zu entfernen, die aber als deutliche Einschränkung der Pressefreiheit eingestuft wurden. Mittlerweile haben sich aber die meisten Internetbenutzer bereits an die gegebene Internetzensur gewöhnt, da die Gegner als engagierte Aktivisten eingestuft werden, die sich massiv für mehr Transparenz im Internet einsetzen.

Philipp Egger ist ein professioneller Redakteur und ein erfahrener Content Manager bei Essayhilfe. Sie können auch ihn direkt über Facebook erreichen.

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04.12.2019 Weihnachtsgeschenke für den Gabentisch

GFDK - Reden ist Silber - Sönke C. Weiss

Apropos 1. Weihnachten. Wie ihre Kunst, ist auch das jüngste wie das umfassendste Buch zum Werk von Christo (84) und Jeanne-Claude (2009 verstorben) wie ein Geschenk verpackt.

Auf 616 Seiten erzählt und vor allem zeigt „Christo and Jeanne-Claude“ die Schaffensgeschichte dieses in der Tat außergewöhnlichen Künstlerpaares, das mit der Verhüllung von Bauwerken weltberühmt wurde: wie die Pariser Brücke Pont Neuf, der Berliner Reichstag oder für den Herbst 2020 geplant, die Verhüllung des Triumphbogens, ein nationales Heiligtum der Franzosen.

Welch eine Ehre. Bis zu zehn Millionen Euro wird diese Aktion kosten, das Geld dafür treibt Christo - wie immer - allein auf. „Ich möchte nichts erklären oder rechtfertigen müssen. Darum geht es in der Kunst: die Freiheit ist ihre Intention. Aber die Freiheit hat auch ihren Preis.

Man braucht viel Geduld und gute Nerven“, sagt Christo zu seiner Arbeit, die Grenzen überschreite, öffentlich wie privat zugleich sei. In Paris liegen die Wurzeln der Kunst von Christo und Jeanne-Claude, dort nun scheint sich der Kreis auch zu schließen, selbst wenn Jeanne-Claude die Verwirklichung ihres lebenslangen Traumes selbst nicht mehr miterleben wird: der Arc de Triomphe.

Apropos 2. Verhüllung. Kreationen aus 70 Jahren Dior-Geschichte präsentiert der fesselnde Bildband „Dior Lindbergh“ auf 520 Seiten, mit dazu kommt ein zweiter Band mit dem Titel „Archives“, der die grandiose Fotografie Peter Lindberghs wie in einer Retrospektive würdigt.

Beide Bände sind in einem hochwertigen Schuber vereint. Kurzer Rückblick: 1978 ging der damals 30-jährige Lindbergh von Deutschland nach Paris und begann eine internationale Karriere in der Modefotografie. Nichtsdestotrotz kann man seine Arbeit in keine bestimmte Kategorie pressen.

Seine Aufnahmen sind eine Art kreativer Dialog zwischen den diversen Modernen des letzten Jahrhunderts und der aktuellen Moderne, der Neo-Avantgarde, wenn man so möchte. Oder anders gesagt:

Peter Lindbergh, der am 3. September diesen Jahres 74-jährig verstorben ist, war ein Unikat, ein Meister seines Handwerks. In „Dior Lindbergh“ sehen wir Models während der Rushhour am Times Square in New York City. Einige der Aufnahmen sind unscharf, andere gestochen scharf und unmittelbar.

Zusammen strahlen sie eine beeindruckende Vitalität aus, die sich auf brillante Weise durch das Buch zieht. „Christo and Jeanne-Claude“ wie „Dior Lindbergh“ sind bei Taschen (www.taschen.com) erschienen, kosten je 150 Euro und sind wunderbare, zeitlose Weihnachtsgeschenke, die auch weit über die Festtage hinaus Freude bescheren.

Sönke C. Weiss

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03.12.2019 In seiner Sammlung „Vier Stücke“

GFDK - Reden ist Silber - Sönke C. Weiss

Selbstverständlich habe auch ich seinerzeit, so um 2005, Daniel Kehlmanns wohl berühmtestes Buch gelesen. Ein Weltbestseller, der sich bis dato weltweit über sechs Millionen Mal verkauft hat. Nichtsdestotrotz konnte ich dem Werk rein gar nichts abgewinnen. Es war mir zu bildungsbürgerlich, um ehrlich zu sein, roch schon aus der Ferne nach Feuilleton und viel zu kluger Konstruktion. Nach dem Motto:

Der Autor ist cleverer als sein Publikum. Kehlmanns weiteren Bücher und die davor habe ich seitdem, muß ich ehrlicherweise zugeben, nur noch kurz angelesen. Doch jetzt habe ich eine ganz andere Seite dieses Schriftstellers kennengelernt, die des Dramatikers. Grandios.

In seiner Sammlung „Vier Stücke“ - bei Rowohlt für 24 Euro erschienen - schafft es Kehlmann tatsächlich, Leben auf die Bühne zu bringen. Glaubhaftes Leben. Unbedingt empfehlenswertes Leben, und wer bislang noch kein Theaterstück gelesen hat, sondern nur als Darstellung kennt, hier einige Anmerkungen meinerseits:

Zu wissen, wie man ein Stück liest, ist keine komplexe oder entmutigende Angelegenheit. Wenn Sie einen Roman lesen und der Schriftsteller Ihnen einen Sonnenuntergang beschreibt, lesen Sie nicht nur die Worte, Sie „sehen“, was die Wörter beschreiben, und wenn der Romancier ein Gespräch beendet, „hören“ Sie still, was Sie automatisch lesen, ohne darüber nachzudenken.

Warum ist dann davon auszugehen, dass ein Spieltext für den Leser weitaus schwierigere Probleme bereitet? Am einfachsten ausgedrückt: Theaterstücke sind Literatur und während sie den meisten Menschen durch Aufführungen zugänglich sind, sind sie vollständige Erfahrungen ohne sie.

Ich bin davon überzeugt, dass bei einer ordnungsgemäßen Aufführung alles verschwinden sollte - Schauspielerei, Regie, Design, sogar das Schreiben - und allein die Absicht des Autors bleiben sollte. Fatal ist die Annahme, dass die Interpretation auf einer Ebene mit der Schöpfung des Stücks steht.

Natürlich ist Ihre Lektüre eines Stücks auch eine Meinung, eine Interpretation, aber Sie haben weniger Hände und weniger Verstand zu beseitigen, um sich mit dem Autor auseinanderzusetzen. Kehlmanns „Vier Stücke“, ohne in weitere Details gehen zu wollen, sind ein großes Vergnügen. Sein oben erwähnter Weltbestseller hieß übrigens „Die Vermessung der Welt.“

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02.12.2019 Autobiografie „Mein Land, unsere Erde“

GFDK - Reden ist Silber - Sönke C. Weiss

Im Oktober diesen Jahres hatten die Fotografin Eva-Maria Horstick und ich das seltene Privileg, den brasilianisch-französischen Fotografen Sebastiao Salgado auf der Frankfurter Buchmesse kennenzulernen, wo ihm der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels verliehen wurde.

Und lese ich nun seine Autobiografie „Mein Land, unsere Erde“, die bei Nagel & Kimche in deutscher Übersetzung für 22 Euro erschienen ist, spüre ich sofort, dass dieser Mensch den Preis wohl verdient hat. Seine sozialdokumentarischen Bilder, für die Salgado seit Jahrzehnten um den Globus reist, halten uns den Spiegel vor und zeigen uns zugleich die Welt als Schöpfung von überwältigender Schönheit.

Seine Bilder zeugen von der Würde des Menschen ebenso wie von der Majestät und der Verletzlichkeit unseres Planeten, wie der Fotoband „Africa“, der bei bei Taschen (www.taschen.com) für 60 Euro erhältlich ist. Dazu Salgado in seiner Autobiografie, die er der französischen Journalistin Isabelle Francq erzählt hat:

„Afrika ist Brasiliens andere Hälfte. Betrachtet man die Weltkarte, läßt sich gut erkennen, dass Afrika, Lateinamerika und die Antarktis ursprünglich ein Ganzes bildeten. Schon als Kind träumte ich davon, dorthin zu reisen.“

So erzählt er sein Leben, einfach so, und beim Lesen habe ich wirklich den Eindruck, als spreche Salgado zu mir, berichtet von seinen berühmtesten Reportagen, deren Hintergründe und gewährt einen außergewöhnlichen Einblick in sein Privatleben, das er seit über 50 Jahren mit der gleichen Frau führt. „Manche behaupten, ich sei Fotojournalist.

Das ist nicht wahr. Andere, ich sei Aktivist. Das ist auch nicht wahr. Wahr ist nur, dass die Fotografie mein Leben ist.“ In der Tat. Eine Fotografie von Sebastiao Salgado zu betrachten heißt, den Wert eines Menschen zu spüren. „Mein Land, unsere Erde“ hat 192 Seiten und enthält zahlreiche repräsentative Salgado-Fotos.

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19.11.2019 der Kampf zwischen Gut und Böse,

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Fesselnd, düster und sexy. So hat Gil Mehmert „Jekyll & Hyde“ jetzt an der Oper Dortmund inszeniert. In dem Musical von Steve Cuden und Frank Wildhorn, das aus der gleichnamigen Novelle von Robert Louis Stevenson entstanden ist, geht es um den Kampf zwischen Gut und Böse, um einen tüchtigen wie ehrgeizigen Arzt, Henry Jekyll, der es sich zur Lebensaufgabe gemacht hat, die Trennung dieser so gegensätzlicher Eigenschaften zu erforschen, was ihm im viktorianischen England verboten und er zu seinem eigenen Versuchskaninchen und so zu Edward Hyde wird, einem grausamen Sadisten.

1990 habe ich als Dramaturg am Alley Theater in Houston, Texas, an der Entwicklung und Uraufführung dieses Stücks mitgewirkt, bevor es ans Broadway ging und kann nur betonen, dass sich die Dortmunder Inszenierung in absolut keiner Art und Weise vor den US-amerikanischen verstecken braucht; ganz im Gegenteil.

Das Ensemble mit dem grandiosen David Jakobs als Jekyll/Hyde und der atemberaubenden Bettina Mönch als Lucy Harris liefert solides Theater ab, das durch Können wie Kunst überzeugt. Die Musik reißt mit, ist mal romantisch, mal rockig und immer wohl temperiert.

Nicht aufhörend wollende Ovationen aus einem fast ausverkauften Saal waren der Dank des Publikums. Was mich indes überhaupt nicht überrascht. Seit nunmehr fünf Jahren besuche ich regelmäßig die Aufführungen des Theater Dortmunds.

Ob Schauspiel, Ballett oder Oper: Was hier präsentiert wird, ist wirklich Weltkunst, was meine unverblümte wie objektive Feststellung ist und nichts, aber auch gar nichts mit irgendeinem Lokalpatriotismus zu tun hat, sondern im Gegenteil mit meinem Qualitätsempfinden. Wie zum Beispiel auch das Stück „Das Reich der Tiere“ von Roland Schimmelpfennig, in dem ein Schauspiel-Ensemble vor einer offenen Zukunft steht, weil es nicht weiß, wie es beruflich mit ihm weitergeht. Vertrag oder Straße? Und wen interessiert’s?

So sind die fünf desolaten Darsteller eines lächerlichen Tier-Musicals zur namenlosen Verfügungsmasse der Unterhaltungsindustrie degradiert. „Das Reich der Tiere“, flott, amüsant und engagiert inszeniert, ist eine Geschichte vom Theater auf dem Theater und eine Parabel vom Ende einer Epoche.

Auch auf Dortmund gemünzt, da der überaus erfolgreiche Intendant und Regisseur Kay Voges nach Wien wechselt und viele Künstler ihm folgen werden. Die er will zumindest. Wer aber bleibt zurück und wird von der neuen Intendanz übernommen, als Altlast quasi?

Die Spielzeit 2019/20 ist auf jeden Fall der Knaller und voller Überraschungen. „Jekyll & Hyde“ wie „Das Reich der Tiere“ sind im Repertoire zu sehen. Das Theater Dortmund bietet jetzt übrigens auch ein Weihnachtsabo als Geschenkidee an. Weitere Informationen gibt es auf www.theaterdo.de

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16.11.2019 Roald Amundsen der erste Mensch am Südpol

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Am 14. Dezember 1911 erreichte der Polarforscher Roald Amundsen als erster Mensch den geografischen Südpol und gewann die Jagd nach diesem Triumph gegen seinen Rivalen, dem Engländer Robert Falcon Scott, der bei seiner Reise ums Leben kam, wie sein Team übrigens auch, weil der Norweger einfach besser vorbereitet war. Amundsen wurde zum Weltstar.

17 Jahre später, am 18. Juni 1928, machte er sich auf den Weg, um den italienischen Polarforscher Umberto Nobile zu retten, der mit seinem Luftschiff bei der Rückkehr vom Nordpol abgestürzt war und verschwand spurlos.

Davon handelt das Buch „Amundsens letzte Reise“, das die norwegische Polarforscherin und Schriftstellerin Monica Kristensen 2017 geschrieben hat und was es jetzt erstmals in deutscher Übersetzung von Christel Hildebrandt im btb Verlag für 22 Euro gibt.

Basierend auf bis zum Teil bisher unveröffentlichten Quellen beschreibt die Autorin die letzten Tage und Stunden vor dem Verschwinden Amundsens und stellt immer wieder Frage, wie es sein konnte, dass so ein besonnener wie gründlicher Mann einen solch fatalen Fehler machte, der ihm und seinen Männern das Leben kostete.

Leider bleibt die Autorin in ihren Darstellungen auf der Sachbuchebene. Wenig finden wir über den Menschen Amundsen heraus, auch geht sie in keiner Weise auf die Karriere dieses ungewöhnlichen Mannes ein, den in Norwegen vermutlich jedes Kind kennt, weltweit man ihn indes dechiffrieren muß, so komplex war sein Charakter.

Ich hatte das Privileg, die Rolle des Amundsen Anfang der 90er Jahre in dem Theaterstück „Terra Nova“ von Ted Tally spielen zu dürfen; vermutlich gefiel dem Regisseur mein norddeutscher Akzent, der dem norwegischen wohl ähnlich klang. Zur Vorbereitung habe ich Amundsens Südpoltagebücher gelesen und alles, was über ihn bis dato geschrieben worden war.

Von daher hatte ich bei „Amundsens letzter Reise“ einen Heimvorteil, ohne den das Buch streckenweise eher Fachliteratur gleicht. Schade, haben wir es hier doch mit einem Helden zu tun, wie er sicher nur alle hundert Jahre geboren wird. Nichtsdestotrotz, wer sich für die Polarforschung interessiert, der wird hier wohl bedient.

Anderen empfehle ich den Film „Das rote Zelt“ von Michail Kalatosow von 1969 mit Hardy Krüger, der Amundsens Suche nach Umberto Nobile dramatisiert. Absolut sehenswert.

Sönke C. Weiss

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