Reden ist silber, Schreiben ist gold

11.11.2018 Das Jahrhundertthema

GFDK - Reden ist Silber

Die Bundesregierung hat die Öffentlichkeit kaum über die konkrete Bedeutung des UN-Migrationspaktes informiert – trotz der Brisanz des Themas. Wäre es nach ihr gegangen, hätte sie der Vereinbarung ohne Bundestagsdebatte zugestimmt.

Der Antrag auf eine formelle Abstimmung über den UN-Migrationspakt in der CDU/CSU Fraktion, gestellt von der CSU-Abgeordneten und ehemaligen Staatsanwältin Dr. Silke Launert, wurde von der Fraktionsführung hintertreiben.

Es gab keine Abstimmung. Launert verließ schließlich den Sitzungssaal, nicht ohne eine Warnung an das Establishment zu hinterlassen. „Wundert euch nicht, wenn hier bald nur noch hundert Leute sitzen!“

Für den Morning Briefing Podcast hat Gabor Steingart mit der Klartext-Frau gesprochen. Ein Hörgenuss für die Freunde der Demokratie, eine Zumutung für den Fraktionsvorstand und die Kanzlerin. Angela Merkel, unbedingt weghören.

In einer hitzigen Debatte über den UN-Migrationspakt haben sich fast alle Parteien hinter das geplante Regelwerk gestellt. Der AfD warfen sie die Verbreitung von Verschwörungstheorien vor.

Gauland von der AfD begann die Debatte wie folgt:

„Meine Damen und Herren, Bismarck hat mal gesagt: ‚Wenn irgendwo zwischen zwei Mächten ein noch so harmlos aussehender Pakt geschlossen wird, muss man sich sofort fragen, wer hier umgebracht werden soll.“

Wieso rege sich „überall“ Widerstand gegen die Erklärung, wenn es es sich dabei um eine völlig unverbindliche Vereinbarung handle, wie die Bundesregierung behaupte, fragte Gauland. „Warum wollen die USA, Ungarn, Österreich, Polen, Kroatien den Pakt nicht unterzeichnen?“ Die Antwort stehe im Pakt selbst:

Migration werde dort ausschließlich als „Quelle für Wohlstand und nachhaltige Entwicklung“ dargestellt. „Kein Wort davon, dass Migration Länder auch destabilisieren kann.“

Es sei zu erwarten, dass der Pakt der erste Schritt sei, Zuwanderung „zu einem Menschenrecht“ zu machen, das „Staatenrecht übersteigt und zu Völkergewohnheitsrecht wird“, sagte Gauland. „Millionen von Menschen aus Krisenregionen“ würden „angestiftet“, sich auf den Weg zu machen.

Linke Träumer und globalistische Eliten wollen unser Land klammheimlich aus einem Nationalstaat in ein Siedlungsgebiet verwandeln.“

Kein Antwort der Bundesregierung

Warum denn die Bundesregierung auf Zeichnung des Pakts bestehe, wenn er doch unverbindlich sei, wollte Fraktionsvize Beatrix von Storch in einer Kurzintervention wissen. Darauf ging die Regierung nicht ein, sprich, keine Antwort.

Der Migrationspakt der Vereinten Nationen dient den deutschen Interessen. Da waren sich die Vertreten von CDU, CSU, SPD, FDP, Linken und Grünen im Bundestag einig. Und widersprachen damit scharf der AfD.

Es wurde laut im Bundestag

Die möchte, dass die Bundesregierung dem Abkommen im Dezember nicht zustimmt, weil Deutschland damit seine Souveränität preisgebe, behauptete Fraktionschef Alexander Gauland.

Es drohe eine Einwanderung in die Sozialsysteme. Millionen von Menschen aus Krisenregionen würden angestiftet, sich auf den Weg zu machen. "Linke Träumer und globalistische Eliten wollen unser Land klammheimlich aus einem Nationalstaat in ein Siedlungsgebiet verwandeln", sagte er.

Da wurde es laut im Bundestag. Das sei eine Verschwörungstheorie, Angstmache und Hetze, hieß es von den anderen.

Selbst in der Union gab es vor dieser Debatte  Stimmen, die vor einer Annahme des Pakts warnten. Es sei ein Nachteil, dass hier Flucht- und Arbeitsmigration miteinander vermischt würden, warnte der CDU-Bundestagsabgeordnete Marian Wendt. Er werde dafür werben, den Pakt in seiner jetzigen Verfassung nicht anzunehmen.

Der Migrationspakt der Vereinten Nationen soll im Dezember in Marrakesch unterzeichnet werden. Deutschland hat das Abkommen mit verhandelt. Unter anderem die USA, Österreich, Ungarn sind nicht dabei.

Dazu kommt noch: Die Bundesregierung hat erfolglos versucht, Grüne und Linke für einen Gesetzentwurf zu sicheren Herkunftsländern zu gewinnen. „Wir lehnen diesen Gesetzentwurf natürlich ab“, sagte Grünen-Abgeordnete Luise Amtsberg.

Für die von der großen Koalition geplante Einstufung der Maghreb-Staaten Tunesien, Marokko und Algerien sowie Georgien als sichere Herkunftsländer zeichnet sich keine Unterstützung der im Bundesrat benötigten Grünen ab.

Claudia Roth fordert eine Ausweitung des Asylrechts - Vor dem Parteitag der Grünen hat Claudia Roth eine Ausweitung des Asylrechts etwa für Klimaflüchtlinge gefordert.

Die vorsätzliche Naivität des Papiers verblüfft

Zum Schluß noch einige Anmerkungen von Gabor Steingart: "Offiziell heißt das strittige Dokument Globaler Pakt für sichere, geordnete und reguläre Migration. Wenn man diese Beamtenprosa in voller Länge liest, ist man klüger, aber überzeugt ist man nicht.

Die Welt wird mit den Augen der Migranten gesehen. Der Gedanke, dass die einen ihre Heimat verlassen und damit die Heimat der anderen nicht nur besuchen, sondern womöglich kulturell und ökonomisch verändern, wird hier nicht gedacht.

Das Papier stammt aus der Feder von Menschen, die offenbar keine Kriminalitätsstatistik gelesen und das Geschäftsmodell der internationalen Schleuserindustrie nie studiert haben. Vorgelegt wurde eine Liebeserklärung an die Migranten. Notwendig wäre eine Gebrauchsanweisung für den richtigen Umgang mit diesem Jahrhundertthema."

Weiter so?

Die CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer hat den UN-Migrationspakt gegen wachsende Kritik verteidigt. „Es sind vor allem rechtspopulistische Parteien, die versuchen, aus dem Migrationspakt ein Verhetzungspotenzial zu ziehen“, sagte sie den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Zugleich verteidigte Kramp-Karrenbauer die Flüchtlingspolitik von Kanzlerin Angela Merkel (CDU).

Hier geht es zu unserem Feuilleton, Reden ist Silber....Schreiben ist Gold

GFDK ist ein unabhängiges Nachrichtenportal mit einer etwas anderen Sichtweise auf das Weltgeschehen.

Nachrichten, Stories, Meinungen und Unterhaltung

Freunde der Künste,
das Sprachrohr der Kreativwirtschaft




mehr

08.11.2018 Früher war alles besser

GFDK - Reden ist Silber - Gottfried Böhmer

War die Welt früher ein besserer Ort? Ja, sagen 67 Prozent in einer Bertelsmann-Umfrage in fünf EU-Staaten. Die Studie fand heraus, dass für eine Mehrzahl der Menschen in Europa und auch in Deutschland der Satz gilt: Früher war alles besser.

Was hat das mit Nostalgie zu tun?

61 Prozent der Deutschen seien in Zeiten des Wandels und der Verunsicherung ins Lager der „Nostalgiker“ geflüchtet. Und diese Menschen seien eher alt als jung und eher rechts als links im politischen Spektrum angesiedelt, sagt Isabell Hoffmann, Leiterin dieser Studie, dem Journalisten Gabor Steingart.

Na ja, ich sage mal so: Junge Menschen können wohl kaum beurteilen, ob früher alles besser war, es sei denn, sie sehnen sich an ihre Wiege zurück, solls ja auch geben.

Dass die Älteren sich an gesicherte Arbeitsplätze, eine bessere Gesundheitsvorsorge, (was zahlt heute noch die Krankenkasse?) oder zum Beispiel, dass man mit einem Einkommen, ein Haus bauen konnte und mit der Familie zwei mal im Jahr in den Urlaub reiste, noch sehr gut daran erinnern können, ist ja auch kein Wunder.

Daran können sich eben nur die Älteren erinnern. Die Aussage "Früher war alles besser" trifft in diesen, und noch viel mehr, anderen Punkten zu. Dass in Deutschland 61 Prozent eher "Rechts" sein sollen, kann ich nicht nachvollziehen, es sei denn, man würde alle Bürgerlichen, "Rechts" verorten.

Besonders nostalgisch sollen die Italiener ein. Auffällig: Männer trauern der Vergangenheit eher nach als Frauen, so die Stiftung.

Zwei Drittel der Europäer sind einer Umfrage zufolge der Meinung, die Welt sei früher ein besserer Ort gewesen. Das ist das Ergebnis der repräsentativen "eupionions"-Umfrage im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung unter fast 11.000 Menschen aus fünf europäischen Ländern.

Die Italiener sind mit 77 Prozent besonders nostalgisch, die Polen mit 59 Prozent hingegen deutlich weniger. In Deutschland geben 61 Prozent der Bevölkerung an, die Welt sei früher eine bessere gewesen. In Frankreich und Spanien ist die Situation ähnlich wie in Deutschland.

Nostalgiker sind gefährlich, weil sie sich erinnern können

Für die Bertelsmann-Stiftung ist das alles ganz einfach. Wer sich an die besseren Zeiten erinnern kann, ist kein Realist, sondern ein Nostalgiker, und vor diesen muß man uns warnen.

Die Autoren der Studie appellierten an die bürgerlichen Parteien, sich von populistischer "Nostalgie-Rhetorik" abzugrenzen und konstruktive Gespräche zu suchen.

"Wenn Parteien Ängste und Unsicherheiten für ihre Wahlerfolge ausnutzen, um eine nie dagewesene goldene Vergangenheit zu beschwören, ist das fahrlässig", sagte der Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann-Stiftung, Aart De Geus.

Hier geht es zu unserem Feuilleton, Reden ist Silber....Schreiben ist Gold

GFDK ist ein unabhängiges Nachrichtenportal mit einer etwas anderen Sichtweise auf das Weltgeschehen.

Nachrichten, Stories, Meinungen und Unterhaltung

Freunde der Künste,
das Sprachrohr der Kreativwirtschaft

mehr

01.11.2018 Diener des Kapitals

GFDK - Reden ist Silber - Willy Wimmer

Friedrich Merz ist Gründungsmitglied des Fördervereins für die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) und des Frankfurter Zukunftsrates, Blackrock-Aufsichtsrat, Atlantikbrücken-Chef, Trilaterale Kommission, und INSM-Gründer.

Stellt sich die Frage, ist das der richtige Mann, an der Spitze der CDU? Wenn es nach Gabor Steingart ginge JA, andere sehen das nicht so. Die Bewerbung von Friedrich Merz für den CDU-Parteivorsitz verändert das Spiel um die Macht, schreibt Steingart, und führt zehn Gründe an, warum er der richtige Mann ist.

Willy Wimmer, Parlamentarische Staatssekretär a.D. beim Bundesminister der Verteidigung, kommentiert die Kandidatur von Friedrich Merz, der Chefposten bei der Atlantik-Brücke und beim US-Finanzgiganten BlackRock inne hat, für den CDU-Parteivorsitz.

von Willy Wimmer

Die Kandidatur von Merz für den Parteivorsitz ist von langer Hand vorbereitet und am Samstag letzter Woche finalisiert worden. Vertraute im Lande wurden darüber unterrichtet, dass er im Fall einer Abwahl von Bouffier noch am Sonntagabend seine Kandidatur zum Parteivorsitz ankündigen werde, ansonsten zwei Wochen Bedenkzeit vorziehe.

Eine Kandidatur von Merz bedeutet, die CDU völlig als Ableger US-amerikanischer Politik der Globalisten bewerten zu müssen. Die US-amerikanischen Herrschaftsinstrumente liegen bei Friedrich Merz mit dem Chefposten bei der Atlantik-Brücke und der Funktion des Aufsichtsratschefs des Finanzgiganten BlackRock klar auf der Hand.

Die Verzweiflung in der CDU muss gigantisch sein, ein derartiges Risiko mit Herrn Merz eingehen zu wollen. Merkel hinterlässt in jeder Beziehung „verbrannte Erde“ innerhalb der CDU/CSU, die sich wie die SPD unter und nach Schröder von Merkel nicht wird erholen können. Deutschland steht politisches Siechtum bevor.

Merz, der Diener des Volkes, oder Diener des Kapitals

Merz werde Chefkontrolleur der Blackrock Asset Management Deutschland AG, teilt das Unternehmen mit. Zudem werde er eine "weiter gefasste Beraterrolle einnehmen", in der er "die Beziehungen mit wesentlichen Kunden, Regulierern und Regierungsbehörden in Deutschland für Blackrock fördern wird". Sprich: Merz wird offenbar wichtiger Lobbyist des Investmentriesen in Deutschland.

Für das US-Unternehmen wird Merz, der 60-jährige Rechtsanwalt damit zur Schlüsselfigur seiner Wachstumsstrategie in Europa. Merz werde einen wichtigen Beitrag dazu leisten, das Geschäft in Deutschland weiter voranzutreiben, so David Blumer, Leiter von Blackrock in der Region Europa, Naher Osten und Afrika.

Auch Christian Staub, Blackrock-Chef für Deutschland, Schweiz, Österreich und Osteuropa, gibt sich überzeugt, Merz werde mit seiner Expertise und Erfahrung zu weiterem Wachstum beitragen.

Blackrock ist die weltweit größte unter den Gesellschaften, die Gelder institutioneller und privater Anleger verwalten. Zuletzt managte das Unternehmen eigenen Angaben zufolge ein Anlagevolumen von insgesamt 6,3 Billionen US-Dollar. Zum Vergleich, die deutsche Wirtschaftsleistung beträgt in einem Jahr 3,7 Billionen Dollar.

Hier geht es zu unserem Feuilleton, Reden ist Silber....Schreiben ist Gold

GFDK ist ein unabhängiges Nachrichtenportal mit einer etwas anderen Sichtweise auf das Weltgeschehen.

Nachrichten, Stories, Meinungen und Unterhaltung

Freunde der Künste,
das Sprachrohr der Kreativwirtschaft

 

mehr

31.10.2018 Missbrauch bekämpfen

GFDK - Reden ist Silber - Dr. Lindsey Blumell

Dr. Lindsey Blumell, Fachbereich für Journalismus, City University of London - #metoo ein Jahr später: "Journalisten sollten die Ursachen für sexuellen Missbrauch bekämpfen"

Laut „New York Times“ haben im vergangenen Jahr rund 200 Männer in hohen Positionen ihren Job verloren, nachdem ihnen sexuelle Übergriffe vorgeworfen wurden. In knapp der Hälfte der Fälle seien sie durch Frauen ersetzt worden, berichtete die Zeitung.

rape culture in Wort, Schrift und Bild

Die afroamerikanische Bürgerrechtlerin Tarana Burke startete die Metoo-Kampagne 2006, um Opfer von sexuellem Missbrauch, insbesondere schwarze und farbige Frauen, zu unterstützen.

Aber als sie sich ihren Weg in das öffentliche Bewusstsein bahnte, um zum populären weltweiten Hashtag mit unerhörter Reichweite zu werden, nachdem der Weinstein-Skandal vor 12 Monaten ausbrach, reagierten die Medien.

Nachrichtenagenturen berichteten über Weinstein und Hunderte von anderen Angeklagten, und eine Reihe von Fernsehserien und Filmen zogen #metoo in ihre Handlungsstränge ein. Das sind alles positive Schritte.

Aber während sich die Medien regelmäßig auf #metoo beziehen, politisiert die Berichterstattung im Allgemeinen weiterhin sexuellen Missbrauch und behandelt ihn als selten und schockierend, anstatt als systemisches Ergebnis der Vergewaltigungskultur.

Die Vergewaltigungskultur bezieht sich auf die Normalisierung des sexuellen Missbrauchs durch die Verabschiedung mehrerer Vergewaltigungsmythen wie "Anklägerlüge", "Vergewaltigung ist nicht schlimm", "es war nur ein Zufall", "sie wird das Leben des Angeklagten ruinieren", und "das Opfer hat darum gebeten".

Vergewaltigungsmythen sind vor allem in der politischen Berichterstattung präsent. Die Vergewaltigungskultur hängt von Machtstrukturen ab, die die Angeklagten begünstigen und die Opfer benachteiligen - und die Medien halten allzu oft an der Vergewaltigungskultur fest, indem sie nur selten Vergewaltigungsmythen in Frage stellen und den Machthabern in der Regel das größte Mitspracherecht geben.

Mit sehr wenigen Verurteilungen hat sich in letzter Zeit ein beträchtlicher Teil der Berichterstattung mit der Frage beschäftigt: "Ist #metoo zu weit gegangen?"

Journalisten werden oft letztendlich von Machtstrukturen geleitet, in denen die Vergewaltigungskultur gedeiht und der Status quo erhalten bleibt.

Bevor zu viele Comebacks für die Angeklagten im Zeitalter von #metoo geplant werden, müssen die Medien erkennen, dass mehr getan werden muss, um zu verstehen, warum sexueller Missbrauch überhaupt stattfindet - und was dagegen getan werden kann.

Über City, University of London
 
City, University of London ist eine internationale Hochschule, die sich der akademischen Exzellenz verschrieben hat, mit einem Fokus auf Wirtschaft und Beruf und einem beneidenswerten zentralen Standort in London.

Das akademische Angebot der Stadt ist breit gefächert mit weltweit führenden Schwerpunkten in den Bereichen Wirtschaft, Recht, Gesundheitswissenschaften, Mathematik, Informatik, Ingenieurwesen, Sozialwissenschaften und Kunst einschließlich Journalismus und Musik.

City hat rund 19.500 Studenten (35% auf Postgraduiertenniveau) aus mehr als 150 Ländern und Mitarbeiter aus über 75 Ländern.

Im letzten REF (Research Excellence Framework) verdoppelte City den Anteil ihres gesamten akademischen Personals, das weltweit führende oder international herausragende Forschung leistet.

Mehr als 130.000 ehemalige Studierende aus über 180 Ländern sind Mitglieder des City Alumni Network.

Die Geschichte der Universität geht auf das Jahr 1894 zurück, mit der Gründung des Northampton Institute auf dem heutigen Campus der City.  Im Jahr 1966 erhielt City den Universitätsstatus durch die Royal Charter und der Oberbürgermeister von London wurde sein Rektor  Im September 2016 trat City dem Verband der University of London bei und die Prinzessin Royal wurde Rektorin der City.

Unter der Leitung des Präsidenten, Professor Sir Paul Curran, investiert City seit 2010 in ihre akademischen Fachkräfte, ihren Immobilienbestand und ihre Infrastruktur und arbeitet weiter an der Verwirklichung ihrer Vision einer weltweit führenden Universität: Sie hat kürzlich eine neue Vision & Strategie 2026 vereinbart.

Hier geht es zu unserem Feuilleton, Reden ist Silber....Schreiben ist Gold

GFDK ist ein unabhängiges Nachrichtenportal mit einer etwas anderen Sichtweise auf das Weltgeschehen.

Nachrichten, Stories, Meinungen und Unterhaltung

Freunde der Künste,
das Sprachrohr der Kreativwirtschaft

mehr

30.10.2018 Schein und Sein beim Bauhaus

GFDK - Reden ist Silber

Das Bauhaus sei links gewesen, konnte man zuletzt in allen Gazetten lesen. Besonders Nils Minkmar, der "Spiegel-Autor", wollte uns das weismachen. Aber stimmt das auch?

Der Autor Don Alphonso ist da ganz anderer Ansicht als Nils Minkmar und findet, man sollte etwas genauer hinschauen und überlegen, was das Bauhaus war, wer dort arbeitete, und was die betreffenden Personen so taten, schreibt er für "Welt-Online".

Schein und Sein beim Bauhaus

Die Linke Punkband Feine Sahne Fischfilet sollte am 6. November im Bauhaus in Dessau auftreten. Das ZDF hatte die Band für die Reihe „zdf@bauhaus“ eingeladen. Die Bauhaus-Direktion Claudia Perren, eine etwas ängstliche Dame, hat das Konzert, aus Angst vor den "Rechten" dann aber abgesagt. So weit so gut.

Das kommentierte die Punkband „Feine Sahne Fischfilet“ als erbärmlich, diese sei vor dem Druck von AfD und der Neonazi-Szene eingeknickt. Das rief umgehend die Kulturjournalisten der Gazetten auf den Plan, die das Bauhaus und deren Künstler, posthum allesamt als Vertreter der Linken-Bewegung verkaufen wollten. Auf diese abwegige Idee muß man erst einmal kommen.

Bauhaus-Künstler für die NSDAP

Don Alonso rückt die Stühle zurecht, und schreibt: "Der letzte Leiter des Bauhauses Mies van der Rohe unterzeichnete mit 36 anderen den Aufruf der Kulturschaffenden an das deutsche Volk, für Adolf Hitler zu stimmen.

Der Designer des berühmten Barcelona Sessels blieb erst einmal in Deutschland, weil er dort weiter tätig sein wollte. Erst 1938 wanderte Mies van der Rohe unter Druck in die USA aus.

Sein Zaudern und Taktieren im Dritten Reich hat ihm damals nicht geschadet, aber es steht im deutlichen Gegensatz zur Behauptung, „das Bauhaus“ sei durchweg links und im Widerstand gegen die Nazis gewesen.

Den Aufruf unterzeichneten neben Mies van der Rohe auch der berühmte Architekt Emil Fahrenkamp und der Maler Emil Nolde, der sich einerseits ein Haus von Mies van der Rohe gewünscht hatte, und sich andererseits der NSDAP willig anbot.

Herbert Bayer war Leiter für Druck und Reklame in Dessau, gestaltete Bücher und Ausstellungen für das Bauhaus und emigrierte 1938, nicht ohne davor auch Ausstellungen für den NS-Staat mit arischen Recken verantwortet zu haben.

Der Meisterschüler und Büroleiter des Bauhausgründers Gropius war Ernst Neufert, der 1936 auswandern wollte, dann aber mit einem Buch über Baunormen in Deutschland immensen Erfolg hatte und unter Albert Speer zu einem wichtigen Berater des Dritten Reiches in Baufragen aufstieg.

Er wurde Reichsbeauftragter für Baunormung und von Hitler in die Gottbegnadetenliste aufgenommen, um dann später in der BRD bruchlos weiter im Stil der Neuen Sachlichkeit zu bauen. Das wird in der Wissenschaft inzwischen kritisch gesehen, aber in der Öffentlichkeit gilt das Bauhaus weiterhin als links.

Die Verachtung dieser Musikgruppe für die Bundesrepublik Deutschland, das wörtlich als „Dreck“ bezeichnet wird, die Zumutung des ZDF, so etwas zu finanzieren, und die Propaganda des DDR-Regimes, die heute wieder als Wahrheit gilt, sind der eigentliche Skandal dieser Absage." So weit Don Alonso.

Die Bauhaus Stiftung rudert zurück

"Nach der heftigen öffentlichen Diskussion um den abgesagten Auftritt der Band Feine Sahne Fischfilet hat die Theaterleitung verstanden, dass der Diskurs über Kunst nur geführt werden kann, wenn die Kunst sich unbedingt in aller Freiheit präsentieren kann.


Die abschlägige Antwort auf eine kurzfristige Anfrage der Medien war schlecht überlegt und falsch. Daher hat das Theater Kontakt mit der Band aufgenommen, um Entschuldigung gebeten und den Akteuren in Dessau, die sich um einen alternativen Spielort bemühen, Hilfe und Beteiligung, sei es im Theater oder anderswo, angeboten.

Als das heutige Gebäude des Theaters errichtet wurde, wurden Künstler gegängelt, an der Ausübung ihres Berufs gehindert und massenweise vertrieben, verschleppt und getötet. Dem Theater ist bewusst, dass Versuchen, die Kunst zu behindern, jederzeit entgegengetreten werden muss".

Anhaltisches Theater Dessau

Und schon wieder wird etwas sehr Wichtiges verschwiegen. Die Nazis haben einige Bauhaus-Künstler vertrieben, umgebracht wurden diese aber nur von den Kommunisten.

Hier geht es zu unserem Feuilleton, Reden ist Silber....Schreiben ist Gold

GFDK ist ein unabhängiges Nachrichtenportal mit einer etwas anderen Sichtweise auf das Weltgeschehen.

Nachrichten, Stories, Meinungen und Unterhaltung

Freunde der Künste,
das Sprachrohr der Kreativwirtschaft

 



mehr

22.10.2018 müssen wir Druck machen

GFDK - Reden ist Silber

Aufruf von "Aufstehen" - Die Bundesregierung plant, den Rüstungshaushalt von derzeit 38,52 Milliarden Euro auf 42,9 Milliarden Euro in 2019 zu erhöhen. Das ist eine Steigerung um 4,38 Milliarden Euro. Mit dieser Summe könnte die GroKo:

Brauchen wir noch mehr Waffen?

schnell, kostengünstig und ökologisch Kitas für 146.000 Kinder bauen
oder die allein im Jahr 2017 in Deutschland geschlossenen 175 öffentlichen Schwimmbäder wieder eröffnen und 263 neue errichten
oder die Sanierung der maroden Brücken in Deutschland beschleunigen
oder allen Erstklässlern ein beitragsfreies Jahr in einem Sportverein schenken – inklusive eventuell notwendiger Sportbekleidung.

Das tut die GroKo nicht und deshalb müssen wir Druck machen vor der Bundestagsabstimmung über den Bundeshaushalt im November. In den kommenden Tagen starten wir unsere Kampagne „Würde statt Waffen", zu der wir Dir Vorschläge für Aktionsideen zusenden.

Wir planen zwei bundesweite Aktionstage: am Samstag, den 03.11.2018 und am Samstag, den 17.11.2018.

Der 3. November ist zugleich auch ein Aktionstag der Kampagne „abrüsten statt aufrüsten", die wir begrüßen – den Aufruf kannst du hier online unterzeichnen und weiterverbreiten.

Aufstehen möchte überall im Land mit den Menschen ins Gespräch kommen und sie fragen: „Wollt Ihr wirklich, dass Milliarden mehr für Waffen ausgegeben werden?" Wir meinen, es ist nicht im Interesse der Mehrheit, immer weiter aufzurüsten. Deshalb: Geld in die Wiederherstellung des Sozialstaates statt Militär und Rüstung.

Hier geht es zu unserem Feuilleton, Reden ist Silber....Schreiben ist Gold

GFDK ist ein unabhängiges Nachrichtenportal mit einer etwas anderen Sichtweise auf das Weltgeschehen.

Nachrichten, Stories, Meinungen und Unterhaltung

Freunde der Künste,
das Sprachrohr der Kreativwirtschaft

mehr

21.10.2018 US Zwischenwahlen

GFDK - Reden ist Silber

Vor fast zwei Jahren hat Gottfried Böhmer geschrieben: Die Presse schäumte zum Amtsantritt von Donald Trump. "Keine 100 Tage Toleranz für Trump". Journalisten mahnen uns alle vor einem "bauernschlauen Geschäftsmann", so die "ZEIT".

Trump ist kein Betriebsunfall

Der stellvertretende Chefredakteur des "ZDF" Elmar Theveßen meinte, " Trump sei eine Gefahr für sein Land und die ganze Welt", und kündigte ihm den Kampf an. Daraus ist wohl nichts geworden, wie man nun sieht.

Donald Trump verzeichnet nur Erfolge. Amerikas Bergleute, die Bauern und die Autoindustrie profitieren vom neuen NAFTA Abkommen. Die Arbeitslosenquot liegt mit 3,7 Prozent so niedrig wie seit 1969. Unter Trump nahmen die Arbeitsplätze um zwei Prozent zu, bei Obama nur um 0,1 Prozent.

Die Unternehmensgewinne sprudeln, wie eine Ölquelle. Trumps Steuerreform (Volumen: 1,5 Billionen US-Dollar) hat der Wirtschaft Flügel verliehen. Trump senkte die Unternehmenssteuern von 35 auf 21 Prozent, davon profitieren auch die mittleren Einkommen.

Dazu schrieb Böhmer damals: Dumm ist nur, dass Trump immer mehr Erfolge einfahren kann. Apple will in den kommenden fünf Jahren 30 Milliarden US-Dollar in den USA investieren und 20 000 neue Stellen schaffen.

Als Ergebnis der Steuerreform von Donald Trump will Appel 38 Milliarden Dollar als Steuer auf im Ausland angesammelte Gewinne an den US-Fiskus zahlen und mehr als 250 Milliarden Dollar zurück in die USA holen, die im Ausland gelagert wurden. Viele weitere Unternehmen werden dem folgen.

Eine ganze Reihe von US-Konzernen hat schon Milliarden Investitionen angekündigt, wenn nur die 500 größten Firmen der USA durchschnittlich 2 Milliarden Dollar investieren, sind das schon EINE BILLIONEN Dollar. Es könnte auch noch viel mehr werden.

Gabor Steingart bringt es auf den Punkt, ich möchte fast sagen wie immer: Trump befindet sich im Endspurt zu einem Wahltag, der womöglich nicht mit einem Sieg, sondern mit einem Triumph für ihn endet.

Nichts deutet auf einen Durchmarsch der Demokraten hin. Die Arbeitsteilung hat sich wie folgt eingebürgert: Sie besitzen die Moral, er erreicht die Menschen. Sie beherrschen den hohen Ton, er die niederen Gefühle. Sie überzeugen das Feuilleton, er die Wähler.

Mit politischer Korrektheit und moralischer Entrüstung über Trump, werden die Demokraten keinen Blumentopf gewinnen. Die Mehrheit der Kongressabgeordneten ist republikanisch, und das wird wohl so bleiben.

In den 50 US-Bundes-Staaten stellen die Repulikaner 34 Gouverneure, die Demokrate gerade mal 16. Selbst wenn sie hier ein paar dazu gewinnen, ändert das nichts an dem Machtverhältnis.

Den Schlußpunkt setzt Gabor Steingart so: Trump ist kein Betriebsunfall, wie viele in Europa, und die meisten in Deutschland glauben, sondern die politische Antwort auf eine gesellschaftliche Magenverstimmung. Er hätte genauso schreiben können, auch die AfD ist kein Betriebsunfall, die Magenverstmmung trifft auch auf Deutschland zu.

Gabor Steingart, 56, ist Journalist und Buchautor. Sein kostenloses Morning Briefing erhalten Sie hier: www.gaborsteingart.com

Hier geht es zu unserem Feuilleton, Reden ist Silber....Schreiben ist Gold

GFDK ist ein unabhängiges Nachrichtenportal mit einer etwas anderen Sichtweise auf das Weltgeschehen.

Nachrichten, Stories, Meinungen und Unterhaltung

Freunde der Künste,
das Sprachrohr der Kreativwirtschaft



mehr

20.10.2018 Feldzug und Hexenjagd

GFDK - Reden ist Silber

Staatsanwälte, Gerichte, Umweltverbände, die "grünen" und die Unfughilfe gegen das Auto. Auch die SPD droht VW, BMW und Daimler. Und die Große Koalition streitet derzeit über mögliche Milliarden-Bußgelder für die Autobauer. 900.000 Arbeitsplätze stehen allein beim Diesel auf dem Spiel. Der Vorstandschef von VW, Herbert Diess warnte vor weiteren Belastungen für das Unternehmen.

Die Folgen von Dieselgate, die Umstellungen auf den neuen, realitätsnäheren Prüfzyklus WLTP und die strengeren Vorschriften beim Ausstoß des Klimagases CO2 könnten Volkswagen und die gesamte Branche überlasten.

Feldzug und Hexenjagd gegen das Automobil

Wir sind es gewohnt, dass das Auto in der Kritik steht. Der jetzige Feldzug gegen die individuelle Mobilität und damit gegen das Auto nimmt jedoch existenzbedrohende Ausmaße an“, sagte Diess auf einer VW-Veranstaltung in Wolfsburg, wie "Welt-Online" berichtete.

Schüsselindustrie in Deutschland in Gefahr

Und die Folgen für die Schüsselindustrie in Deutschland könnten fatal sein: „Wer sich ehemalige Autohochburgen wie Detroit, Oxford-Cowley oder Turin anschaut, der weiß, was mit Städten passiert, in denen einst starke Konzerne und Leitindustrien schwächeln.

Aus heutiger Sicht stehen die Chancen vielleicht bei 50:50, dass die deutsche Automobilindustrie in zehn Jahren noch zur Weltspitze gehört, warnte Diess.

Ich möchte, dass Wolfsburg und Ingolstadt, Stuttgart und München auch in zehn, 15 und 20 Jahren noch lebendige Industriezentren sind“, sagte Diess.

Wenn die deutsche Schlüsselindustrie in die Knie geht und die ersten Massenentlassungen anstehen, können sich die Arbeitnehmer auch bei den deutschen Gerichten bedanken. Die Alltagsmobilität und die Wohlstandsgaranten der Bundesrepublik Deutschland stehen auf dem Spiel, wenn dieser Feldzug gegen das Auto nicht aufhört.

Ralf-Dieter Brunowsky stellte schon vor einiger Zeit die richtige Frage: "Will man jetzt alle Vorstände von Daimler, VW, Audi, Porsche und BMW in Untersuchungshaft bringen? Will Deutschland sich den neben der Telekommunikation wichtigsten industriellen Ast absägen, auf dem es sitzt?"

Der Deutsche Saubermann

Zuletzt haben wir dazu geschrieben: Hauptsache man kann den deutschen Saubermann spielen und dabei auch noch nachhaltig der deutschen Wirtschaft schaden. Glaubt irgendein Depp, dass es ein US-Staatsanwalt wagen würde, sich mit den US-Konzernen-Managern anzulegen, um ein US-Unternehmen zu schädigen? Das machen nur die Deutschen.

Dieselfahrverbote vernichtet Daimler Wert

"Maßgeblich" sei "ein Anstieg der erwarteten Aufwendungen im Zusammenhang mit den laufenden behördlichen Verfahren und Maßnahmen in verschiedenen Regionen betreffend Mercedes-Benz-Dieselfahrzeuge", teilte der Autohersteller in Stuttgart mit.

Hier geht es zu unserem Feuilleton, Reden ist Silber....Schreiben ist Gold

GFDK ist ein unabhängiges Nachrichtenportal mit einer etwas anderen Sichtweise auf das Weltgeschehen.

Nachrichten, Stories, Meinungen und Unterhaltung

Freunde der Künste,
das Sprachrohr der Kreativwirtschaft

 


mehr

13.10.2018 350 Exponate in Dortmund

GFDK - Soenke Weiss

Eines vorweg: Beim Gedanken an das Jahr 1981, als sie und 120.000 andere Menschen aus ganz Europa zwischen dem 13. und 19. Februar nach Dortmund pilgerten, um dort die legendäre „Wall“-Tournee in der Westfalenhalle zu erleben, zitterten der Fotografin zu diesem Artikel noch immer die Knie.

Vielleicht lag es aber auch am Wiedersehen mit Roger Waters und seinen drei künstlerischen Rebellenfreunden, denen man beim Besuch der Ausstellung „The Pink Floyd Exhibition - Their Mortal Remains“ durch die Räume im Dortmunder U begleitet.

Aber der Reihe nach: Bislang wurde die Show in London und Rom gezeigt, Dortmund ist das einzige Gastspiel in Deutschland, bevor es weiter nach New York geht. Warum Dortmund?

Wegen unserer Geschichte hier“, sagte Nick Mason, Gründungsmitglied und Drummer der Band, im Rahmen der Eröffnung. Er hat mit an der Konzeption der Ausstellung gewirkt.

Mehr als 350 Exponate gibt es zu bestaunen: Schlagzeuge, Gitarren, Notizbücher, Interviews mit den Künstlern, eine Nachbildung der „Wall“ natürlich, das berühmt-berüchtigte fliegende Schwein fehlt ebenfalls nicht, alle Alben seit 1965 sind vertreten, Musik begleitet den Besucher über einen kristallklaren Sennheiser-Sound - die Kopfhören passen sich übrigens an den Rhythmus des Zuschauers an, nicht umgekehrt, was sehr erfrischend ist - zum Schluß gibt es sogar noch ein 360-Grad-Video-Live-Erlebnis vom bislang letzten gemeinsamen Pink-Floyd-Auftritt in London 2005.

In London und Rom, so heißt es, saßen die Zuschauer manchmal sogar weinend auf dem Boden, im Dortmunder U wird man von einem Security-Typen höflich aufgefordert, wieder aufzustehen.

Auf die Frage „Warum ?“ lautet die Antwort schlicht: „Weiß ich nicht.“ (Dass mit der Gelassenheit sollten die Damen und Herren von der Sicherheit noch mal üben; übrigens empfand der Autor dieses Artikels das Sicherheitsaufkommen in den Showräumen für „leicht“ übertrieben.)

Knapp 30 Euro kostet der Eintritt zu dieser wirklich beeindruckenden Ausstellung; wem die Band sein Leben lang begleitet hat, bereut dies sicher nicht. Man kann hier schon einige Stunden verbringen, ohne dass es einem langweilig wird oder sich etwas wiederholt. Das tut es nie. Was das U nach Dortmund geholt hat, ist wirklich einzigartig.

Einziger Wermutstropfen neben dem Sicherheitspersonal: Vorm U steht ein riesiger Container mit allerlei völlig überteuerten Pink-Floyd-Kitsch-Nippes-Zeugs-PR-Marketing-Kram, das kein wahrer Fan braucht und, wenn man‘s genau nimmt, nicht mit dem Weltbild der Band korrespondiert, der bodenlose Kommerz eben.

Den hätten sich die Projektverantwortlichen wirklich sparen können. Die grandiose wie zeitlose Musik spricht für die Weltkünstler selbst.

Pink Floyds „sterblichen Überreste“ sind noch bis zum 10. Februar 2019 im Dortmunder U zu sehen. Tickets unter: www.pinkfloydexhibition.de

Hier geht es zu unserem Feuilleton, Reden ist Silber....Schreiben ist Gold

GFDK ist ein unabhängiges Nachrichtenportal mit einer etwas anderen Sichtweise auf das Weltgeschehen.

Nachrichten, Stories, Meinungen und Unterhaltung

Freunde der Künste,
das Sprachrohr der Kreativwirtschaft

 

 


 

mehr

05.10.2018 Weniger Moral, mehr Politik

GFDK - Reden ist Silber - Gottfried Böhmer

Vor ein paar Tagen hat Gabor Steingart in seinem Morning Briefing geschrieben: "Was als medialer Willkommensgruß begann, hat sich zu einer nationalen Therapiestunde entwickelt, bei der jeder den anderen gern auf die Couch legen möchte.

Die einen sind empört, dass die andern empört sind. Wenn man das Deutschland der Gegenwart auf nur eine Formel bringen wollte, dann wäre es diese: Wut zum Quadrat minus Gelassenheit."

Weniger Moral, mehr Politik

Bernd Ulrich von der „Zeit“ ist längst genervt. Er schreibt: „Überall ein Du sollst, Du darfst nicht, Du musst. Zehn Gebote? Tausende.“ Deutschland, so Ulrich weiter, sei zurzeit ein moralisch aufgedunsenes Land. Er wünscht sich „weniger Moral, mehr Politik“.

Der Tag der Deutschen Einheit hat es uns gezeigt. Berlin, München und Dresden, von Einheit keine Spur. Die Hetzer sitzen in allen Lagern, bei den Grünen, den Linken, und auch bei den Rechten. Alle wollen sie von der Verunsicherung der Bevölkerung, nur eines, profitieren. Das Schlimme daran, es gelingt ihnen auch noch. Und die Medien spielen kräftig mit.

Die Demos zum Tag der Deutschen Einheit

Die Demonstration in München stand unter dem Motto: "Jetzt gilt’s" – Gemeinsam gegen eine Politik der Angst".

21.000 in München

Viele Teilnehmer trugen Plakate auf denen sie direkt Bundesinnenminister Horst Seehofer und Ministerpräsident Markus Söder attackierten: "Ausgsödert is" und "ausgseehofert is" lauteten einige der Sprüche. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) kritisierte die "üble Stimmungsmache"

Gemeinsame Sache mit Extremisten?

Herrmann kritisierte auch, dass SPD und Grüne bei der Organisation der Demonstration gemeinsame Sache mit extremistischen Organisationen gemacht hätten. Tatsächlich trugen Teilnehmer eine Fahne mit dem Logo der SDAJ, der sozialistischen deutschen Arbeiterjugend, die der bayerische Verfassungsschutz als linksextremistisch einstuft.

Die SDAJ, so der Verfassungsschutz, sei eng mit der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) verbunden. Eines war in München sicher, es gab keine Einheit.

Auch in Berlin wehte ein kalter Einheits-Wind. Rund um das Einheitsfest in Berlin haben rund 1.000  Menschen in Berlin demonstriert, unter ihnen bekannte Rechtsextremisten. Ihnen stellten sich ebenso viele Gegendemonstranten in den Weg, so der rbb.

Rechtsextremisten und Hooligans mischten sich dabei mit "äußerlich unauffälligen Teilnehmern", darunter auch Rentner und Kinder, schrieb der rbb. Die Polizei stellte mindestens einen Hitlergruß fest. Die Demonstranten der rechten Demo riefen in Sprechchören „Wir sind das Volk“, „Merkel muss weg“ und „Lügenpresse“.

20.000 in Dresden

Was in den Medien aber total unterschlagen wurde, war die Demo in Dresden. Bei der Pegida-Demonstration in Dresden waren 20.000 Teilnehmer auf die Straße gegangen um gegen die Regierung zu demonstrieren.

Sie trugen Transparente und Plakate mit Sprüchen wie: Das System ist am Ende. Wir sind das Volk. Und, Verfassungs- und Staatsschutz befreit uns endlich von dem wahnsinng gewordenen Merkel-Regime.

Fazit: Von einer "Einheit" kann in Deutschland keine Rede sein, das Volk ist gespalten wie nie zuvor. Man sollte diesen Tag abschaffen bis wir uns einig sind.

Woher kommt der ganze Ärger?

Susanne Gaschke schreibt: Liebe Politiker, eure leeren Phrasen machen die Menschen wütend: "Ich will aber nicht auf alles Unbekannte neugierig sein. Ich will, wo wir schon dabei sind, auch nicht lebenslang lernen. Ich will mich nicht ständig irgendwelchen Herausforderungen stellen, die andere definiert haben." Ich sage mal, die Dame hat Recht.

Eine Ermahnung an die Medien

Der Verleger der „Weltwoche“, Roger Köppel im Morning Briefing Podcast von Gabor Steingart: Köppel diagnostiziert in Deutschland „eine gespenstische Gleichförmigkeit“: Meinungsvielfalt sei durch Meinungseinfalt ersetzt worden. Viele unserer Berufskollegen, meint er, hätten ihren Beruf verfehlt: „Sie sind Partei geworden, denken nicht vor, sondern plappern nach.“

Hier geht es zu unserem Feuilleton, Reden ist Silber....Schreiben ist Gold

GFDK ist ein unabhängiges Nachrichtenportal mit einer etwas anderen Sichtweise auf das Weltgeschehen.

Nachrichten, Stories, Meinungen und Unterhaltung

Freunde der Künste,
das Sprachrohr der Kreativwirtschaft

 




 

mehr
Treffer: 758