Reden ist silber, Schreiben ist gold

23.09.2013 15 Jahre zugeschaut und nichts getan

GFDK - Gottfried Böhmer

Es geschehen noch Zeichen und Wunder, sollte man aber nur meinen. 15 Jahre lang haben Abmahn-Anwälte sich in Deutschland eine goldene Nase verdient, in dem sie die Abmahnmasche zu ihrem Geschäftsmodell gemacht haben. Vier Millionen Deutsche sind unter den Augen von "Blinden" Politikern von CDU, CSU, SPD, FDP und Bündnis 90 Die Grünen seitdem abgezockt worden.

15 Jahre Zuschauen und nichts tun.

Am Freitag den 20. September 2013 hat der Bundesrat in seiner letzten Sitzung vor der Bundestagswahl endlich ein Gesetz gegen diese juristischen Verbrecherbanden, die jahrelang per Gesetz geschützt wurden, erlassen. Das Gesetz, auch Anti-Abzocke-Gesetz genannt, soll die Verbraucher nun nach anderthalb Jahrzehnten vor unseriösen Geschäftspraktiken von Anwaltskanzeleien schützen.

Für die erste Abmahnung dürfen Kanzeleien nur noch einen Gebühren-Höchstbetrag von 150 Euro geltend machen. Bisher wurden im Durschnitt mehr als 800 Euro von den Verbrauchern eingetrieben.

Auch wir können ein Lied davon singen. 2011 verlangte eine Berliner Kanzelei im Auftrag einer Fotoagentur für die angebliche widerrechtliche Verwendung eines einzigen Bildes von den Freunden der Kuenste 5.700 Euro. In einem anderen Fall wollte eine sehr renommierte Kanzelei aus Hamburg von der GFDK mehrere Tausend Euro für eine angebliche abgeschriebene Textpassage aus Who is Who eintreiben.

Renomierte Anwaltskanzeleien machten fette Beute

In beiden Fällen konnte unser GFDK-Anwalt Oliver Jakob aus Wiesbaden diesen Abzockern alle Zähne ziehen. Sowohl in dem ersten als auch im zweiten Fall konnte er nachweisen, dass es sich um nicht berechtigte Forderungen, bzw sogar um einen versuchten Betrug handelte.

Wohlgemerkt: hieran waren renommierte Anwaltskanzeleien beteiligt, die sich wohl fette Honorare einstreichen wollten. Nicht jeder Verbraucher war in der Lage sich einen Anwalt zu leisten, der den ungerechtfertigten Forderungen nachspürte und somit abwehren konnte.

Die besagten Kanzeleien haben sich umgehend von ihren Mandaten und Klienten getrennt, nachdem sie wussten, dass ihnen mit unserem Anwalt Oliver Jakob ein harter Hund auf den Fersen war, der den gegnerischen Anwälten auch zu verstehen gab, dass sie Beihilfe zum Betrug leisteten.

Die Rechtslage hat sich nur scheinbar geändert

Die Anwaltskanzeleien müssen nach dem neuen Gesetz künftig bis auf den letzten Cent genau aufschlüsseln, für wen und für was sie Abmahnungzahlungen geltend machen. Aber leider ist das nur die halbe Wahrheit. Alle Benutzer von Facebook oder WhatsApp machen sich weiter strafbar, wenn sie den Zugriff auf ihre Kontakte erlauben und damit personenbezogene Daten (das kann ein Bild sein) ermöglichen.

Hier tut sich ein neues lukratives Geschäftsfeld für die Abzockeranwälte auf, dass die Politik wieder besseren Wissens nicht geschlossen hat. Alles in allem ist das, was am 20. September 2013 beschlossen wurde, nur eine halbe Sache. Wir werden uns weiterhin mit dem Urheberrecht beschäftigen müssen.

Unglaubliche Zahlen, das wird einem schlecht

Laut einer Statistik des „Vereins gegen den Abmahnwahn“ kam es in Deutschland 2011 zu 218.560 Abmahnungen, mit denen insgesamt über 165 Millionen Euro gefordert wurden.

Kommentar auf der FAZ.de zum Thema:

"Dass die Regierung auch mal etwas für den Bürger zustande bringt..... Was für eine Leistung!"

Gottfried Böhmer

 

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17.09.2013 unter der Schirmherrschaft von Amnesty International

GFDK - Gottfried Böhmer

Eine Begegnung der besonderen Art - Wenn Michael Horbach zu einer Präsentation eines Kunst- und Kulturprojektes einlädt, kann man sich in Köln auf sehenswerte, auch zeitkritische Kunst freuen. Wenn dazu aber noch Roger Willemsen die Ausstellung eröffnet, kann man sich auf Wort-, Sprachgewaltiges, Tiefgründiges und Hintergründiges einstellen. Mit anderen Worten, wer in Köln dabei war, hat viel zu erzählen und mitgenommen.

Aber der Reihe nach:

Michael Horbach (Horbach Stiftung) präsentierte die Fotoserie ZORN des Saarbrücker Fotografen Axl Klein. 55 großformatige Portraits prominenter Zeitgenossen, bekannt aus Literatur, Film, Funk und TV, Autoren, Schauspieler, Musiker, und Moderatoren verteilt auf 3 großzügige Räume erwarteten die geladenen Gäste und Besucher.

Verdunkelte Studios, zwei Stunden Shooting

Axl Klein wollte wissen, wie sich ZORN in den Gesichtern von Menschen ausdrückt. Axl Klein fuhr mit seinem Assistenten Mattias Wittekind durch ganz Deutschland. Die Studios mietete er direkt vor Ort, mit Ausnahme von Markus Lanz, der stellte nicht nur sich, sondern direkt auch sein Hamburger Fernsehstudio zur Verfügung. 

Blicke des ZORNS in den Gesichtern

Ein nicht ganz leichtes Unterfangen, da seine Protagonisten (A und B-Promis) in aller Regel gute Gründe haben, ihrem ZORN, dieses elementare Gefühl menschlichen Lebens, das als eine der sieben Todsünden gilt, in der Öffentlichkeit zu vermeiden. Nicht alle waren von dieser Idee begeistert und so gab es auch etliche Absagen, aber auch viel Zustimmung, wie sich an der Liste der Portraitierten sehen läßt.

Axl Klein hat vor dem Beginn seines Projektes 150 Künstler angefragt, mehr als die Hälfte hat sofort abgewunken oder erst gar nicht reagiert. Prominente sehen sich lieber auf dem roten Teppich oder in guter Laune-Stimmung. ZORN, so Axl Klein ist nicht der Moment für Eitelkeiten.

Reiner Idealismus

Als Türöffner erwies sich Amnesty International, die die Schirmherrschaft für das Kunstprojekt übernommen hatten. An dieser Stelle müssen wir erwähnen, dass Axl Klein das Projekt ZORN aus reinem Idealismus verwirklicht hat. Der gesamte Verkaufserlös der Werke (abzüglich der Printproduktion) spendet der Künstler und Fotograf Amnesty International.

Großformatige Bilder in bestechender Qualität

Axl Klein konnte sich die fast zweijährige Arbeit nur leisten, weil er als Werbefotograf das Projekt querfinanzieren konnte. Die großformatigen Bilder in bestechender Qualität sind zu einem für den Kunstmarkt unglaublichen Preis von 1.250 Euro zu erwerben. Auch die Verkaufserlöse des gleichnamigen Buchtitels ZORN, das ab Mitte September im Buchhandel erscheint, gehen an Amnesty International.

Roger Willemsen und Michael Horbach

Roger Willemsen war einer der ersten Protagonisten, die dem Projekt zustimmten. Scherzhaft meinte er im Pressegespräch, das er nur mitgemacht hat, um mal an ein gutes Foto von sich zu kommen.

Willemsen war es auch, der den Kontakt zu seinem Freund Michael Horbach hergestellt hat. Roger Willemsen und Michael Horbach hatten sich vor sehr vielen Jahren auf einem Treffen in Düsseldorf des Afghanischen Frauenvereins kennengelernt, den Michael Horbach mit großzügigen Spenden, so Willemsen, bis heute unterstützt. Seit dem Frühjahr 2006 ist Roger Willemsen Schirmherr des Afghanischen Frauenvereins e. V., der seinen Sitz in Osnabrück hat und für den er sich persönlich sehr engagiert.

Anmerkung der Redaktion: Michael Horbach hat den Freunden der Künste erst im Mai diesen Jahres ein Exklusiv-Interview gegeben. Unserer Redakteurin Michaela Boland hat er dabei tiefe Einblicke in sein Leben, sein Schaffen und der Horbach-Stiftung gegeben. Das ausführliche Interview können Sie im u.a. link nachlesen.

Das absolutes Highlight des Abends

Die beiden Freunde entschieden sofort, das die Ausstellung von Axl Klein in den Kunsträumen der Horbach Stiftung in Köln gezeigt und eröffnet werden muss. Roger Willemsen hat es sich auch nicht nehmen lassen, die Ausstellung zu eröffnen und das Vorwort für das Buch ZORN zu schreiben.

Die Ausstellungseröffnung durch Roger Willemsen war für viele Gäste ein absolutes Highlight des Abends. Was Willemsen mit Wortgewalt, Sprachwitz und Ironie pointiert zum Thema ZORN vortrug, stimmte nachdenklich, brachte aber auch die Zuhörer an vielen Stellen zum lachen. Der Schriftsteller Matthias Altenburg hat mal über Willemsen gesagt "das er schon drei kluge Sätze gesagt hat, bevor man den eigenen dummen, den man auf der Zunge hat noch verwerfen könnte" Das kann ich nun bestätigen.

Das Publikum klebte an seinen Lippen. Der ZORN so die Erkenntnis, ist allgegenwärtig, steckt in jedem von uns und ist nicht selten eine Triebfeder der Veränderung.

Irgendwie waren alle glücklich

Zum Mitschreiben liess er mir keine Chance. Willemsen feuerte seine Worte wie ein Sturmgewehr heraus und ich hätte es nicht mal zu Stichwörtern gebracht. Nach 20 Minuten war es leider schon vorbei. Die meisten Anwesenden hätten ihm gerne noch 1 Stunde zugehört. Irgendwie waren alle glücklich. Wir, Michael Horbach, Axl Klein, die Gäste und natürlich die vielen portraitierten Prominenten, die an diesem Abend erschienen waren, um das Werk von Axl Klein zu bestaunen.

Nachdem offiziellen Teil des Abends ging es nun zum get-together bei leckerem Kölsch wie man es in Köln auch nicht anders erwartet hätte. Erstaunt hat uns das unkomplizierte Aufeinandertreffen vieler Prominenter mit dem Publikum. Vielleicht ist so etwas auch nur in Köln möglich, wo selbst die Promis sich als ganz normale Menschen ohne Starallüren sehen und kein großes Trallalla um ihre Persönlichkeiten machen. Vielleicht lag es aber auch an dem sympathischen Michael Horbach, der als Gastgeber in Köln für seine direkten (offenen Worte) und unkomplizierte Art bestens bekannt ist.

Jedenfalls hatten Barbara Auer, Frank Schätzing (der uns leider den Titel seines neuen Buches, welches er im Februar 2014 präsentieren wird, nicht verraten konnte und wollte), sowie Wolke Hegenbarth, Dietmar Bär und Roger Willemsen keine Berührungsängste mit den Gästen. Gut gelaunt liessen sie sich fotografieren, hielten mit jedem ein Schwätzchen, beantworteten Fragen und genossen gemeinsam den Abend.

Zornig war an diesem Abend niemand.

Viele alte Freunde haben wir in Köln getroffen. Die Künstlerin Gila Abutalebi mit der die Gesellschaft Freunde der Künste schon mehrere Kunst und Kultur Projekte veranstaltet hat, unter anderem das Goethe-Festival 255 Jahre Goethe "Wie sehen Künstlerinen Goethe" erzählte uns das sie eingeladen wurde zu einer Einzelausstellung zum 16. ISLAMIC ART FESTIVAL 2013. Das Festival findet in Sharjah einem der sieben Emirate bei Dubai statt. Als Persisch-Deutsche Künstlerin empfindet sie das als grosse Auszeichnung womit sie niemals gerechnet hätte.

Ach ja, das hätte ich fast vergessen, immer wieder musste ich feststellen, wieviele Frauen Roger Willemsen im Arm lagen - meine auch.

Gerne getroffen hätte ich Kontantin Wecker, der aber verhindert war. Wir wünschen an dieser Stelle dem Künstler Axl Klein, der Horbach-Stiftung und Amnesty International noch viel Erfolg für dieses bemerkenswerte Ausstellungsprojekt.

Gottfried Böhmer

 

ZITAT:

„Aus bitterster Erfahrung zog ich diese eine und höchste Lehre: Man muss den Zorn in sich aufstauen, und so wie gestaute Wärme in Energie umgesetzt werden kann, so kann unser gestauter Zorn in eine Kraft umgesetzt werden, die die Welt zu bewegen vermag.“

Mahatma Gandhi (1869 – 1948)

Die Liste der Portraitierten umfasst:

Barbara Auer, Hugo Egon Balder, Dietmar Bär, Gabi Bauer, Frank-Markus Barwasser, Meret Becker, Carolyn Breuer, Peter Brugger, Jochen Busse, Thomas D, Samy Deluxe, Olli Dittrich, Anke Engelke, Herbert Feuerstein, Annette Frier, Chris Geletneky, Gentleman, Wolke Hegenbarth, Swantje Henke, Christoph Maria Herbst, Klaas Heufer Umlauf, Guildo Horn, Carolin Kebekus, Michael Kessler, Henning Krautmacher, Bettina Lamprecht, Leonard Lansink, Markus Lanz, Roman Lob, Peter Lohmeyer, Bjarne Mädel, Matthias Matschke, Lena Meyer-Landrut, Antoine Monot Jr., Silvia Neid, Sonsee Neu, Magdalena Neuner, Wolfgang Niedecken, Matthias Opdenhövel, Patrice, Axel Prahl, Frank Schätzing, Denis Scheck, Andreja Schneider, Nadine Schori, Devid Striesow, Heinz Strunk, Mina Tander, Konstantin Wecker, Oliver Welke, Julia Westlake, Daniel Wiemer, Roger Willemsen, Joko Winterscheidt, Ranga Yogeshwar


Wir lieben Kunst...
weil sie mehr sagt als 1000 Worte

Kunsträume der Michael Horbach Stiftung
Wormser Str. 23 (Hinterhaus)
50677 Köln
Telefon: +49 221 29993378

Öffnungszeiten: Sonntag 11:00 -13:00 Uhr, Mittwoch und Freitag 14:00 - 17:00 Uhr sowie nach Vereinbarung.

www.michael-horbach-stiftung.de
www.facebook.com/horbach.kunstraeume.koeln
Projektleitung / Kontakt Axl Klein:
Benjamin Knur / art conexxion GmbH / +49 171 286 1334

 

// Über Michael Horbach und die Stiftung

Michael Horbach (62) stieg im Jahr 2000 aus einem erfolgreichen Unternehmerleben aus und gründete die Michael Horbach Stiftung, die Entwicklungsprojekte in Ländern der sogenannten Dritten Welt fördert und sozial engagierten Künstlern eine Plattform bietet.

Schon während seiner Unternehmertätigkeit hat er sich einen Namen als Sammler und Galerist gemacht. Seine Fotosammlung „Die andere Seite der Schönheit“ wurde 1995 erstmals im Rheinischen Landesmuseum Bonn ausgestellt und befand sich dort bis 2011 als Dauerleihgabe in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft Photo Archiv e.V. (Prof. Klaus Honnef).

Von 1986 bis 1991 führte Michael Horbach neben seinem Unternehmen die Galerie von Hans Jürgen Müller in der Kölner Schaafenstraße weiter mit Künstlern wie Blalla W. Hallmann, Thomas Huber, Marie-Jo Lafontaine und Heinz Zolper.

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05.09.2013 Das Schlachtopfer der Grünen sind die Deutschen

GFDK - Wolfgang Hübner

5. September 2013: - So kann es weitergehen. Zweieinhalb Wochen vor der Bundestagswahl sind die Grünen auf den schlechteste Wert seit November 2009 geschrumft. Aber das ist eine traurige Nachricht. Sie kommen immer noch auf 10 Prozent und das sind immer noch 10 Prozent zuviel.

Letzte Meldung 29. August 2013: Umfragewerte der Grünen sinken. Die "Verbotspartei" verliert endlich an Zustimmung. Grüne noch bei elf Prozent, das sind immer noch elf Prozent zu viel.

Wer die kaum erträgliche Claudia Roth von den Grünen in den letzten Tagen im Fernsehen erlebt hat, wurde mit einer eifernden Furie konfrontiert, die endlich wieder Gerechtigkeit in Deutschland walten lassen will. Dazu sollen nach einmütigem Beschluss der Grünen Steuersätze angehoben, das Ehegattensplitting ebenso wie die Abgeltungssteuer erhöht und eine Vermögenssteuer eingeführt werden.

Das sind zwar Ankündigungen, doch wer nicht ignoriert, wie sich die Strompreise entwickelt haben und immer weiter entwickeln, der wird diese Pläne sehr ernst nehmen.

Denn es müssen gar nicht die Grünen selbst sein, die in einer künftigen Bundesregierung all diese Griffe in die Geldbörsen der Deutschen bewerkstelligen. Die „Energiewende“ hat gezeigt, dass diese Partei mit ihrer massiven Unterstützung in vielen meinungsbildenden Medien und wichtigen Institutionen ein erpresserisches Potential besitzt, das keiner Regierungsmacht bedarf, um die anderen politischen Kräfte zur Übernahme grüner Positionen zu nötigen.

Alternative für Deutschland wählen.

Es war schon immer ein wirksames Mittel der Grünen, ihre eigenen politischen Interessen unter moralisierendem Bombast zu verstecken. Wenn es darum geht, den Deutschen die nationale Identität zu rauben, dann haben sich die Grünen mit ihren Sympathisanten noch nie gescheut, die „Hitler-Keule“ zu schwingen und faktisch die unbefristete Erbschuld eines ganzen Volkes zu deklarieren. Und wenn es darum geht, eine große Kulturnation in der „multikulturellen Vielfalt“ verschwinden zu lassen, sind selbstverständlich die Grünen ganz vorne mit dabei.

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Keine andere Partei versteht es so gut, zugleich die historisch erklärbare Selbstverachtung vieler Deutscher anzustacheln wie auch auszunutzen. Für unzählige Mandatsträger, Mitglieder und Unterstützer der Grünen hat sich das in barer Münze ausgezahlt und tut es das mehr denn je. Mit finanzpolitischen Beschlüssen, die wie gehabt von moralisierender Rhetorik im peinigenden Stil einer Claudia Roth begleitet werden, gehen die Grünen nun zum Generalangriff auf Einkommen und Besitz jener über, die den Sozialstaat Deutschland letztlich tragen und ermöglichen.

Zeit für Widerstand


Klaus Müller, Landesvorsitzender der „Alternative für Deutschland“ in Rheinland-Pfalz, schreibt dazu:
„Während 1960 noch das 18fache des Durchschnittseinkommens notwendig war, um auf die Höhe des Spitzensteuersatzes zu kommen, zählt heute schon ein besseres Facharbeitergehalt zu den ‚Reichen‘. Schon ab 5000 Euro Monatseinkommen wird der Steuersatz erhöht, ab 6670 Euro ist dann der Spitzensteuersatz fällig. Der Abstand zwischen Arm und Reich beträgt somit gerade einmal um die 4000 Euro….


Hierzu passt, das laut der kürzlich veröffentlichten Vermögensstudie der Europäischen Zentralbank das Haushaltsvermögen der Deutschen das niedrigste in ganz Europa ist. Sukzessive wurde in Deutschland erst die Altersvorsorgen in Form von kapitalgedeckten Lebensversicherungen kaputtversteuert, dann Spareinlagen von kleinen Sparern in Milliardenhöhe durch Niedrigzins und Kapitalertragssteuer vernichtet und das ganze garniert mit der längsten Lebensarbeitszeit und den niedrigsten Renteneinkünften in Europa, Altersarmut garantiert.

Das krude Gesellschaftsbild der Grünen offenbart sich in der Aussage von Trittin, dass mit diesen, insgesamt 100 Mrd. Euro umfassenden Steuererhöhungsplänen der Bürger nicht belastet werden soll. Damit teilt er die deutsche Bevölkerung in Bürger (bis 5000 Euro Einkommen) und Un-Bürger ein, die offensichtlich nur dazu dienen, nach Strich und Faden ausgenommen zu werden.“

Die politische Kunst das Volk zu schlachten

Bei etlichen Kommentatoren in den Medien haben die Beschlüsse des Grünen-Parteitags zu der erstaunten Frage geführt, warum die Partei solche Absichten, deren Realisierung ja auch nicht wenige Grün-Wähler betreffen würde, vor den Wahlen publik macht und nicht, wie das so üblich ist, danach. Ist es Übermut? Ist es Arroganz? Oder ist es gar ein Anflug von Ehrlichkeit? Es lohnt auf jeden Fall, sich ein paar Gedanken über dieses in der Tat ungewöhnliche Vorgehen der Grünen zu machen. Was also bewegt die Partei dazu?
Erste Antwort:

Die Grünen brauchen für ihre Pläne Geld, viel Geld. Und auch die derzeit höchsten Steuereinnahmen der deutschen Geschichte reichen nicht aus, um all das zu finanzieren, was der Partei vorschwebt, um das Land noch mehr unter ihren Einfluss zu bringen. Dabei ist allerdings jetzt schon klar, dass auch bei der vollständigen Umsetzung der grünen finanzpolitischen Ziele nur die Begierde auf noch mehr Steuermittel geweckt werden würde.

Hierin unterscheiden sich die Grünen in keiner Weise von SPD und Linkspartei, die unter dem Ruf nach „Gerechtigkeit“ immer neue Gründe für höhere Abgaben derer entdecken, die mit Arbeit, Leistung und Besitz den Staat ernähren.


Zweite Antwort: Die Grünen haben in vielen Jahren ihrer Existenz gelernt, dass Frechheit Erfolg hat. Warum sollen sie also nicht schon jetzt offen sagen, dass sie höhere Steuern wollen, wenn die Wähler aus leidvoller Erfahrung wissen, dass alle etablierten Parteien nach den Wahlen anders handeln als zuvor versprochen. Sie erwarten also dieses Mal, den Preis für die irrsinnige Euro-Rettungspolitik Deutschlands zahlen zu müssen, auch und nicht zuletzt durch Steuererhöhungen. Dazu gibt es offenbar sogar eine Bereitschaft bei Teilen der steuerzahlenden Bevölkerung, solche Lasten zu tragen, jedenfalls so lange das staatliche Abmelken keine allzu schmerzlichen Folgen hat. Damit kalkulieren die Grünen, wahrscheinlich noch nicht einmal erfolglos.


Dritte Antwort: Die Grünen haben ebenfalls in ihrem Kalkül die immer größere Zahl von Wählern, die gar keine oder nur sehr geringe Steuern entrichten. Diese Bevölkerungsgruppe fühlt sich von den Steuerplänen der Grünen nicht bedroht – im Gegenteil: Wenn dem besser und viel verdienenden, besitzendem Teil der Deutschen möglichst viel weggesteuert wird, können sie auf die Fortsetzung und sogar Aufstockung staatlicher Transferzahlungen und Leistungen rechnen.

Ganz unverfroren zielen die Grünen dabei auch auf reichen Nutzen aus einer höchst unschönen menschlichen Neigung, dem Neid. Die ach so moralische Partei der Claudia Roth und Jürgen Trittin hat nicht die geringsten Skrupel, diesen Neid anzustacheln und in Wählerstimmen umzumünzen.
Vierte Antwort: Mit ihren finanzpolitischen Plänen erreichen die Grünen eine Polarisierung, die weder CDU/CSU noch SPD in dem Maße riskieren können. Wer polarisiert, stößt die einen ab, gewinnt aber umso stärker die anderen.

Und, was auch nicht unwesentlich ist, bestimmt die öffentliche Diskussion. Es hat den Grünen in der Vergangenheit nur einmal gefährlich geschadet, auch eine riskante Positionierung vorzunehmen, nämlich mit ihrer demonstrativen Unlust an der Wiedervereinigung, für die es bei der Bundestagswahl 1990 in der alten Bundesrepublik ein Ergebnis unter 5 Prozent gab. Offenbar sind die grünen Strategen sicher, dass sie inzwischen ein Niveau erreicht haben, um vor solchen Einschnitten sicher zu sein.


Es mag noch mehr Antworten auf die Frage geben, warum die Grünen diesen finanzpolitischen Kurs einschlagen. Eines ist sicher: Dieser Kurs liegt ganz auf der Linie einer Partei, die glänzend damit gefahren ist, unter Ausnutzung der deutschen Schuldkomplexe, im Wissen um die spezielle gutmütige politische Naivität und Staatsgläubigkeit breiter Schichten und im Vertrauen auf den Fleiß des Arbeitsvolkes in Europas Mitte für sich selbst und ihre Klientels zu profitieren.

Die Grünen haben es geradezu zur politischen Kunst gemacht, das Volk zu schlachten, dem sie selbst angehören, das sie aber verachten. Doch das gelingt nur so lange, wie dem kein energischer Widerstand entgegen gesetzt wird. Es ist nicht erst seit den Steuerbeschlüssen der Grünen Zeit für diesen Widerstand.


Wolfgang Hübner ist Journalist aus Frankfurt.

Der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler Frankfurt ist
der neuen Alternative für Deutschland (AfD) beigetreten.


Joschka Fischer:

"Deutschland ist ein Problem, weil die Deutschen fleißiger,disziplinierter und begabter sind, als der Rest Europas. Das wird immer wieder zu "Ungleichgewichten" führen. Dem kann aber gegengesteuert werden,indem soviel Geld wie nur möglich aus Deutschland herausgeleitet wird. Es ist vollkommen egal wofür, es kann auch radikal verschwendet werden - Hauptsache, die Deutschen haben es nicht."

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23.08.2013 ELIF „Unter Meiner Haut“

GFDK - Michael S. Kurth

Es gibt Dinge, deren Notwendigkeit liegt so sehr auf der Hand, dass man sich wundert, warum es sie noch nicht gibt: einen Streichelzoo für Eulen, ein nie endendes Coldplay Konzert oder einen Second-Hand Laden nur für schöne Kleider im Uniformen-Look. 

Elif würde uns all diese Dinge sofort verordnen. Die junge Frau, gerade mal 20 Jahre alt, ist nicht nur in der Auswahl ihrer Lieblings-Streicheltiere sehr „besonders“. Wenn man in ihre Augen schaut sieht man sofort ihr offenes Wesen. Sie ist klar, und dennoch verspielt. Sie ist reif für ihr zartes Alter, vielleicht ein Umstand der aus ihrer Biografie entwächst.

Frische Musik aus Berlin

Elif lacht gerne und laut, sie gestikuliert ausladend – und ist dann ganz plötzlich wieder still, introvertiert, vielleicht um auf sich zu hören, sich selbst zu fragen, ob das, was sie gerade tut, wirklich „wahr“ ist. Und wenn sie eine Antwort darauf gefunden hat, entscheidet sie sich trotzdem manchmal dazu diese zu ignorieren - und dann lacht sie wieder, wischt die Stille aus dem Raum, die Haare aus dem Gesicht und erzählt.

„Ich glaube, das was ich im Leben am aller liebsten mag ist es zu basteln!“ Basteln?  „Schau mal, du kannst mit Schere und Papier basteln und die wundersamsten Dinge machen! Aber du kannst auch mit Musik basteln. Du nimmst Eindrücke, Gefühle, vielleicht eine Melodie, die dir morgens in den Sinn kommt – und daraus bastelst du dann ein Lied. Und genauso bastelst du auch dein Leben. Wir alle tun das!“.  

Eine Künstlerin, eine Persönlichkeit, ein Talent

Elif bastelt ihre Welt – und sie erlebt sich selbst in den Liedern, die Sie schreibt. Lieder für den unbekannten Jungen im Fahrstuhl, der die Rettung ihrer Welt sein könnte („Ein Wort“).  Lieder für das Fernweh und den Abschied („Feuer“), für das kleine Glück („Regenstadt“) und für die Liebe. Immer wieder für die Liebe. Elifs Lieder erzählen Geschichten von Begegnungen, Gefühlen und Momenten, die ihr selbst tief unter die Haut gegangen sind. Und wenn Elif singt, schafft sie es immer wieder, dass diese Emotionen auch uns tief berühren.

Elif war verliebt – „aber mehr in die Idee.

Und so geht es uns auch bei dem Lied „Unter Meiner Haut“, welches dem Album seinen Namen verleiht. Elif besingt hier ein Erlebnis, das uns vielleicht alle einmal so berührt, beflügelt und verletzt hat: zum, ja, erneuten mal trifft sie „Ihn“. Denjenigen, der so viel zu versprechen scheint. Dessen Nähe auf einmal alles erhellt.

Mit dem sie wach ist und wach bleibt, über zwei Tage „Panic at the Disco Songs“ singend – nur um ihn dann nie wieder zu sehen. Elif war verliebt – „aber mehr in die Idee. In das, was er sein könnte. In meine Träume, die ich in ihm gesehen habe“. Eine Mücke, die zum Elefanten wurde, und die doch so nah und ehrlich ist. Weil wir sie alle kennen.

Eine Berlinerin, deren Lieder aus kleinen Momenten und großen Träumen entstehen

Fast so sehr wie das Basteln liebt Elif es nämlich, „aus einer Mücke einen Elefanten zu machen“. Wie sie selbst als erste zugibt. Und das hören wir auf diesem Album in seiner schönsten Form: Elif entdeckt die kleinen, anfassbaren Momente ihres Alltags, in denen diese besondere Magie liegt, das Große im Kleinen greifbar zu machen.

„Fahr mich noch mal auf deinem Fahrrad heim... ist jetzt die Luft raus? ...bitte, atme ein.“ Elif verabschiedet sich von einem Menschen, der zu viel verlangt, zu nah zu kommen droht.  Sie flüchtet vor dem Moment, in dem Nähe zu Obsession wird und in Abneigung zu kippen droht:  aus „Du“ wird „Du kannst mir nichts“ – denn der Rückzug wird mit verletztem Stolz und dem Versuch der Rache quittiert. 

Eine junge, besondere Frau. Hübsch und apart

Wow - ein ganz schöner „Elefant“ - der allerdings genau so sehr oder so wenig eine „Mücke“ ist. Elif repräsentiert diese Generation junger, selbstbewusster Mädchen in Deutschland, die zu Frauen heran wachsen zwischen Tradition und Facebook, zwischen Familienwerten und ihrer Dekonstruktion, zwischen strengen Vorstellungen und ihrer Biegung, Erweiterung und Überschreitung - durch den Durst nach Abenteuer. Immer bewusst und behutsam – doch sehr mutig.

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Elif ist eine Tochter Berlins, und die Stadt prägt sie ebenso wie es Musik, Phantasie und Offenherzigkeit tun. Dass gerade diese Generation von jungen Frauen bisher in der Popkultur und Musiklandschaft noch keine hörbare Stimme haben, ist äußerst verwunderlich.

Auf „Unter Meiner Haut“ hören wir eindringlich und deutlich, dass Elif keine Angst kennt, wenn es darum geht, ihr Inneres musikalisch nach Außen zu kehren. Und wir  spüren, dass hier Dinge ausgesprochen werden, die nicht aus Elifs lächelnder Seite stammen, sondern aus einer weitaus ernsteren Welt kommen. Das sind Geschichten, die ihren Ursprung im Herzen Berlins haben und von Erlebnissen berichten, die manchmal weniger mit einer heilen Welt zu tun haben. Elif will nichts erfinden.

Nächte von denen man sich wünscht, dass sie nie enden.

Sie will bei der Wahrheit bleiben. Bei einer Wahrheit, die Sie selbst durchlebt und gefühlt hat. Dinge passieren. Ereignisse, die sie prägen. Darüber spricht sie nicht – aber sie singt.  Und das tut sie sehr pur, sehr eindringlich. Nicht nur zu hören sondern zu spüren ist dieses ungeschminkte, rohe Wesen Elifs vor allem auch in Liedern, in denen sich die dunkle, schwierige Seite ihrer Welt findet. Manche Erlebnisse haben die Kraft, unsere Sicht nachhaltig grau zu färben. Und gerade in diesen Liedern hört man auf „Unter Meiner Haut“ die außergewöhnliche Reife einer Künstlerin, deren emotionaler Tiefgang uns mitnimmt und berührt. Ohne zu belasten. Doch mit einem bleibenden Eindruck

Doch Elif weiß: „Nichts Tut Für Immer Weh“ - denn sie liebt das Leben, ihr Leben. Sie liebt es so sehr, dass sie immer wieder dahin zurückkehrt, wo sie sich zu Hause fühlt: zu ihrem Herz. Und so ist „Nichts tut für immer weh“ das Motto dieses jungen Lebens, und es ist auch der Song von dem Elif sagt: „Der hat mir echt von allen am meisten weh getan. Ich war doch zum ersten Mal verliebt! Da gibt es keine Grenzen, keine Erfahrungen, auf die man zurück greift – da gibt es nur das Eine!“.

Hübsch und apart, mit schrägem Humor und funkelnder Schüchternheit

Und weiter: „Genau diesen Song musste ich „groß“ machen. Groß in der Musik, groß von der Stimme her“.   Immer wieder wird klar, was „Unter Meiner Haut“ ist: hier geht es um Liebe, offene Liebe, Versprechen, Träume und Zukunftspläne, gescheiterte und neugemachte, immer-noch-dran-geglaubte, und vollen Herzens gelebte. Elif ist nicht abgeklärt. Oft ist sie romantisch. Doch was sie sagt, sagt sie ehrlich. Aus dem Bauch, und eben aus dem Herzen. Ist das nicht genau das, was wir in dieser oft so ernüchternden Welt brauchen?

Elif veröffentlicht nun ihr erstes Album – ein Album, von dem erzählt wird, dass bereits die ersten Demosongs diese enorme emotionale Kraft hatten, die nun musikalisch vollendet zu hören ist. Ina Müller zumindest schien davon überzeugt zu sein, als sie Elif bereits im Jahr 2011 zu ihrer Show „Inas Nacht“ einlud, um die junge Künstlerin der Welt vorzustellen. Eine junge, besondere Frau. Hübsch und apart, mit schrägem Humor und funkelnder Schüchternheit, bescheiden und mit der Gabe, zu berühren.

Eine, der man zuhören möchte wie sie wächst, erlebt, liebt und verliert, versucht und vergibt.  Eine Berlinerin, deren Lieder aus kleinen Momenten und großen Träumen entstehen, in denen wir uns wiederfinden. Eine Künstlerin, eine Persönlichkeit, die so besonders ist, und dennoch so nah. Man wundert sich eigentlich warum es so eine Künstlerin bisher nicht gab. Bisher. Denn es gibt sie: Sie heißt Elif.

Michael S. Kurth

ELIF -  "Unter meiner Haut" erscheint am 30.08.2013 bei Urban /Vertigo/Universal Music.

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22.08.2013 ein nachruf auf eine Legende

GFDK - Gottfried Böhmer

Wir möchten uns an dieser Stelle nicht mit Aufzählungen all der Stars, die Fritz Rau im Rahmen seiner Karriere und seines Lebens als legendärer Konzertveranstalter nach Deutschland geholt hat beschäftigten, das machen ja schon unsere Qualitätsmedien, den ganzen Tag und zur genüge.

Über 35 Jahre galt Fritz Rau neben Marek Lieberberg, Marcel Avram und Matthias Hoffmann als der wichtigste und einflußreichste Konzertveranstalter in Deutschland. Der oft cholerische Rau galt für viele Künstler als Übervater der Musik- und Konzertszene. Nun ist die Legende im Alter von 83 Jahren in Kronberg an einem Schlaganfall gestorben.

Kofferträger, Visionär und Freund der Künstler

Fritz Rau begann seine schillernde Karriere 1955 als Kofferträger für den Musikmanager Horst Lippmann. Neben seinem Jurastudium arbeitete der junge Rau quasi Nebentätig als Tourneeleiter für diverse Jazzgrößen.

Lippmann, so wird erzählt, hatte Rau beim Deutschen Jazzfestival in Frankfurt 1954 daran gehindert, sich ohne Eintrittskarte in ein Konzert zu schummeln, wofür Rau ihn „Arschloch“ titulierte: So sollen sie sich kennen gelernt haben.

1963 bot ihm der mittlerweile zum Freund gewordene Lippmann eine Partnerschaft an. Daraufhin wurde die Konzertagentur "Lippmann und Rau" gegründet. Das erste große Ding war die Organisation des American Folk Blues Festivals und über Nacht wurde Fritz Rau ein Begriff in der internationalen Konzertszene.

Leidenschaft für die Jazz-, Indie- und Bluesmusik

Zu Anfang konzentrierte sich Rau vornehmlich auf die Jazz-, Indie- und Bluesmusik, deren Konzerte er mit viel Leidenschaft managte. Ehe man sich versah wurde die Agentur Lippmann und Rau der Branchenprimus. Fritz Rau sagte einmal, "die Welt hat einen Anwalt weniger und einen Kartenverkäufer mehr", so Fritz Rau zu seiner Entscheidung Konzertveranstalter zu werden.

Wenn Rau rief, kamen die Stars

Die Arbeitsaufteilung in der Agentur war klar geregelt. Lippmann holte die besten Musiker unter Vertrag, Rau machte die Organisation und Finanzen. Das erfolgreiche Duo bestimmte schnell, was in Deutschland auf den Konzertbühnen stand. Ohne jeden Zweifel kann man sagen, dass Rau einen großen Einfluss auf die Popularmusik genommen hat, vielleicht hat er sie sogar geprägt, zumindest mitbestimmt.

Kofferträger: eine maßlose Untertreibung

Der Förderer der deutschen Jazzmusik blieb aber bescheiden. Gerne bezeichnete er sich als Kofferträger (so hat er begonnen) für musikalische Stars. Und weil er ein guter Kofferträger sei, habe man ihm auch andere Dinge machen lassen, Konzerte veranstalten zum Beispiel.

Die Musiker aus aller Welt schätzten an Fritz Rau seine Professionalität, seine Zuverlässigkeit und seinen Arbeitsethos. Auch wenn er zuweilen ein aufbrausendes Wesen war, das die Nerven seiner Mitmenschen des öfteren strapaziert haben soll. Das brachte ihm, so wird es zumindest kolpotiert, den Spitznamen "Ayateollah Kollerie".

Nach den Jazzkonzerten in den 60-er Jahren, die Rau als Veranstaltungen gegen den Rassissmus verstand und den Folkkonzertreihen als Kampf gegen Militärismus, begann er 1970 sich dem Rock und Pop (Popularmusik) zu widmen, dessen größter Veranstalter er wurde.

Die Impresarios der Konzertmacher

Im Laufe der Jahre bekamen Lippmann und Rau aber auch Konkurrenz, da sich das Konzertbusiness zu einer Geldmaschine entwickelte. Schließlich gab es einen riesigen Kuchen zu verteilen, die Umsätze stiegen europaweit, schon bis in die 90er Jahre auf über 4,5 Mrd DM und Deutschland galt als wichtigster Markt. Auf der Bühne erschienen nun mit Marek Lieberberg, Marcel Avram und Matthias Hoffmann - drei neue Mitspieler, die an dem Kuchen naschen wollten. Zwei von diesen ist es wie sich später herausstellte nicht recht bekommen (verschluckt).

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1970 gründete Marek Lieberberg mit Marcel Avram die Konzertagentur Mama Concerts. Die beiden Newcomer waren vom ersten Tag an erfolgreich und eine starke Konkurrenz zu Rau. 1986 trennten sich beide im Streit und für Fritz Rau taten sich neue Perspektiven auf. 1989 fusionierte die Rau Agentur mit der von Marcel Avram geleiteten Agentur Mama Concerts.

In der Folge dominierten Rau und Avram über viele Jahre den deutschen Rock- und Popmarkt. Mit über 120 Millionen Mark Umsatz stiegen die Beiden schon 1992 zur größten Konzertagentur Europas auf. Das Ende dieser äußerst erfolgreichen Zusammenarbeit (Geldquelle) läutete 1997 die Staatsanwaltschaft und das Finanzamt ein.

Mit einem Bein im Gefängnis

Marcel Avram, der Mann mit den vielen Pässen, wurde 1997 verhaftet und wegen Steuerbetrugs zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt. Der Süddeutschen Zeitung sagte Fritz Rau beim Prozess gegen seinen damaligen Partner Marcel Avram "wir stehen doch mit einem Bein im Gefängnis". Eine Verurteilung seines Partners werde auch seine Existenz vernichten, er werde dann aus der gemeinsamen Agentur Mama Concerts aussteigen.

Dem Spiegel sagte er, "er fühle sich zu alt und gesundheitlich nicht auf der Höhe die Geschäfte alleine weiterzuführen". Weiter klagte Rau im Spiegel "Die Behörden hätten offenbar kein Verständnis für Avrams 30-jährige Kulturarbeit, fernab hochsubventionierter Staatstheater, wir stehen da wie Sittenverderber". An den Äußerungen von Fritz Rau ließ sich erkennen das er sichtlich geschockt war.

Na ja, auf die Freundschaft mit Marcel Avram sollt sollte man aber auch nicht setzen. Der liebe Marcel verklagte 2002 seinen "guten Freund" Michael Jackson, der ihn 1998 sogar im Münchner Knast besucht hat auf 21 Millionen Dollar.

Im Folge der Ereignisse wurde die Fritz Rau GmbH gegründet und der gute Fritz arbeitete von da an als unabhängiger Produzent- und Tourneeorganisator. Ohne jede Frage, Fritz Rau gehörte zu den großen Zeitzeugen einer Gründerzeit, die das Konzert- und Musikgeschäft nachhaltig gestaltet hat.

Ein Tag ohne Musik wäre ein verlorener Tag, hat Rau oft gesagt. 2004 zog sich Fritz Rau aus dem aktiven Konzertgeschäft zurück. 2005 veröffentlichte er seine Memorarien unter dem Titel "50 Jahre Backstage - Erinnerungen eines Konzertveranstalters".

Seinen langandauernden Erfolg erklärte er so "Herzblut, Angstschweiß und Freudentränen", das hat mich wohl über die Zeit gerettet.

So clever wie ein Haifisch

Seinen 80. Geburtstag feierte er mit 2500 Gästen und vielen prominenten Gratulanten aus der "Fritz-Rau-Familie" in der Frankfurter Alten Oper. Wolfgang Sandner, der Laudator des Abends, würdigte die besondere Menschlichkeit Raus im "Haifischbecken" des Showgeschäfts: "Er ist nie selbst ein Haifisch gewesen. Aber er war so clever wie ein Haifisch."

Mit bewegenden Worten verabschiedet sich Udo Lindenberg laut dpa

Mit bewegenden Worten hat Udo Lindenberg, 67, am Dienstag auf den Tod von Fritz Rau reagiert. "Ein letztes Ahoi, mein Abenteurer-Freund und großer Bruder Fritz Rau. Du warst immer schon ein Pionier – jetzt reist du schon mal vor, irgendwann folg ich dir...", schrieb Lindenberg am Dienstag in Anlehnung an seinen Songtext "Stark wie Zwei".

"Brian Jones, Janis Joplin, Jimi Hendrix, Amy (Winehouse), Kurt (Cobain) und Michael (Jackson). Mach die Bühnen klar, Fritze, da oben – hinter den Sternen – the show goes on", schrieb er in einer Mitteilung. "Du bleibst immer dabei – stark wie zwei", meinte Lindenberg. "Du bist nicht von uns gegangen – du bist nur vor uns gegangen. Für immer – dein kleiner Bruder Udo L.

Ach ja, das hatte ich noch vergessen:

Der vierte im Bund der Konzert Impresarios Matthas Hoffmann wurde ein Jahr nach Marcel Avram gleichfalls der Steuerhinterziehung angeklagt und zu einer mehjährigen Haftstrafe verurteilt.

Das Ende der Konzert Impresarios?

Auch Marek Lieberberg ist seit 2000 nicht mehr Herr im eigenem Haus. Am 1. July 2000 übernahm die CTS Eventim AG aus München 51 Prozent der Anteile an MLK. Was auf die Bühne kommt entscheidet wohl nun der Ticketanbieter aus München und Lieberberg darf noch ein wenig mitspielen. Eventim hat sich durch Übernahmen von Mehrheitsbeteiligungen an weiteren Veranstaltern wie Semmel Concerts, Argo Konzerte und auch Peter Rieger etc, den Konzertmarkt in Deutschland unter den Nagel gerissen.

Marcel Avram gab nach Ende seiner Haftzeit die Agentur Mama Conzerts auf. Ende 2000 ließ er mitteilen, dass er mit der Deutschen Entertaniment (DEAG) von Peter Schwenkow kooperieren werde. Gemeinsam so ließ er verlauten werden beide die Firma Entertaniment One AG mit Sitz in Zürich führen. Avram legte großen Wert darauf, dass er kein Angestellter von seinem ärgsten Konkurrenten Schwenkow sei, und er weiterhin die Geschäfte aus Israel leiten werde.

Die DEAG erwarb 70 Prozent der Anteile an der von Marcel Avram als Generalbevollmächtigsten geführten Entertaniment One AG. Auch diese "Freundschaft" währte nicht lange. 2005 beendete Avram die Zusammenarbeit mit der DEAG. PS: Was aus der 70 Prozent Beteiligung der DEAG geworden ist konnte ich nicht ermitteln.

Wenn ihr wissen wollt, wen der gut Fritz in Deutschland auf die Konzertbühnen geholt hat, dann folgt dem link auf Wikipedia.

Gottfried Böhmer

Freunde der Künste,
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17.08.2013 Sogar Robbie Williams outete sich als Fan

GFDK - Gottfried Böhmer

Zuletzt glänzte Helene Fischer auf dem Hessentag, wo sie in dem ausverkauften Auestadium 18.000 Schlagerfans begeisterte. Nun ist das aber nichts neues. 5 Millionen Alben hat sie bisher verkauft, ihre Shows sind phänomenale Inszenierungen, die mittlerweile internationale Beachtung finden und sie sind natürlich immer ausverkauft. Zudem hat sie auch eine eigene Fernsehshow.

Das 1,58 m große Fliegengewicht zieht das Publikum, wo immer sie auftritt, in seinen Bann. Es muss wohl eine tiefe Liebe der Deutschen zu Helene Fischer geben, denn nicht anders lassen sich diese Erfolge erklären.

Mittlerweile will Helene Fischer aber mehr. Sie will sich, so wie sie sagt, nicht nur auf die Schlagersängerin beschränkt werden. Ihre Moderation der Echo-Preisverleihung 2013 war schon ein Wink, wohin die Reise gehen könnte. Nach ihrem TV-Auftritt im "Traumschiff" ist nun auch ein Kinofilm mit Helene Fischer als Besetzung der Hauptrolle in Vorbereitung. Die Fans wird es freuen.

Sogar Robbie Williams outete sich als Fan von Helene Fischer. Am Abend der Echo-Preisverleihung soll er hin und weg gewesen sein von der charmanten schönen Helene. "Sie hat so eine Frische und Herzenswärme", meinte der sichtlich begeisterte Robbie, "sehr sexy, diese Lady...."

Kommt Helene Fischer für Markus Lanz?

Mittlerweile schlagen sich die Chefs der deutschen TV-Sender um Helene Fischer. Bei zunehmend sinkenden Einschaltquoten wollen alle von der Bildschirmpräsenz des Multitalents profitieren. Denn eins ist sicher, wenn die Fischer auf Sendung ist, stimmen die Quoten.

Es soll sogar Gerüchte geben, dass das ZDF darüber nachdenkt, den erfolglosen Markus Lanz "Wetten, dass...." durch Helene Fischer zu ersetzen.

Dazu sagen wir, wo Rauch ist, ist auch Feuer.

Die in Sibirien geborene Helene ist ohne Zweifel ein Glücksgriff für die deutsche Unterhaltungsindustrie. Keinen Auftritt absolviert sie unter 2 Stunden und jede Minute, so das Publikum und die Fans, ist sie ihr Geld wert. Ihre Bühnenshows krönen 12 Tänzer, die sie vorwiegend aus Los Angeles geholt hat. Mindestens 6 mal wechselt sie während ihrer Show ihre Kostüme und sieht dabei immer blendend aus.

Erstaunlich ist auch, und das spricht für die Künstlerin, dass selbst die überaus kritischen Medien, wie FAZ, Spiegel, STERN etc die oft kein gutes Haar an "Schlagersternchen" lassen, an Helene Fischer nichts auszusetzen haben. Das könnte aber auch daran liegen, dass sie nichts privates nach aussen läßt und somit Spekulationen wenig Spielraum gibt. Ein gutes Beispiel dafür ist, dass sie schon seit 2005 mit Florian Silbereisen liiert ist, die Öffentlichkeit aber erst 2008 davon erfahren hat. 

Helene Fischer ist der kommende Superstar

Fans und Kritiker sind sich aber einig, Helene Fischer ist der kommende Superstar in Deutschland, der alles vereint, was sich die deutsche Seele so wünscht. Sie ist bodenständig, hat keine Starallüren, ist zu allen freundlich, soll sehr humorvoll sein, ist sehr hübsch und sexy und kann Menschen für sich einnehmen.

Am 5. August ist die sympathische Künstlerin 29 Jahre jung geworden und wir gratulieren nachträglich.

Reden ist silber...Schreiben ist gold

Fakten-Check Helene Fischer:

Geboren am 5. August 1984 in Krasnojarsk/Sowjetunion; Ausbildung als staatlich geprüfte Musicaldarstellerin an der Stage & Musical School in Frankfurt/M.; erster TV-Auftritt am 14. Mai 2005 in der ARD. Auszeichnungen: 4 Echos, 3mal Goldene Henne, 5mal Krone der Volksmusik, 1 Goldene Kamera

Helene Fischer geht auch 2014 Live auf Tour durch Deutschland. Ihr neues Album “Farbenspiel” erscheint am 4. Oktober.

  • Im August 2008 gab Fischer ihre Beziehung zu Florian Silbereisen bekannt. Die beiden seien seit Ende Mai 2008 ein Paar.
  • 2012 stand Helene Fischer erstmals als Schauspielerin vor der Kamera. Im ZDF übernahm sie in der Fernsehreihe Das Traumschiff die Rolle der Reiseleiterin Franziska Stein. Die Erstausstrahlung dieser Folge erfolgte am 1. Januar 2013.
  • Seit dem 28. Januar 2010 ist die Marke Helene Fischer im deutschen Markenregister eingetragen.
  • Seit dem 21. Oktober 2011 wird bei Madame Tussauds Berlin die Wachsfigur von Helene Fischer gezeigt. Die Wachsfigur wurde nicht in dem Museum selbst enthüllt, sondern am 15. Oktober 2011 in der Fernsehsendung „Herbstfest der Abenteuer“ mit Florian Silbereisen.
  • Seit Dezember 2012 engagiert sich Helene Fischer als sogenannter „Schutzengel“ für den Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Ausbeutung durch Prostitution und Pornographie im Verein roterkeil.net.
  • Nachdem Helene Fischer im Jahr 2012 selbst die Goldene Kamera in der Kategorie „Beste Musik National“ erhielt, trat sie bei der Verleihung 2013 als Laudatorin auf und überreichte den Preis dem „Grafen“ von Unheilig
  • Seit 2013 steht Fischer bei Universal Music Publishing unter Vertrag, nachdem sie vorher ihre Alben unter der Leitung von EMI Music veröffentlichte.
  • Für die Neuauflage der ZDF-Zeichentrickserie Die Biene Maja sang sie den Titelsong mit gleichem Text neu ein. Am 29. März 2013 erfolgte die Erstausstrahlung im ZDF

Gottfried Böhmer

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11.08.2013 Vertrauen Sie keinem JEMAND

GFDK - Gottfried Böhmer

Sommer, Sonne, Urlaubsfreuden, sollte man meinen. Das kann aber auch anders kommen. Der Urlaub kann für Arbeitsnehmer zu unerwünschten Nebenwirkungen führen. Bevor Sie also verreisen, fragen Sie Ihren Anwalt nach den Nebenwirkungen.

Passend in der Urlaubszeit hat das Bundesarbeitsgericht in Erfurt in seinem neuesten Urteil bekräftigt, dass eine Kündigung während des Urlaubs rechtsgültig ist, wenn die Einspruchsfrist von 3 Wochen nicht gewahrt wird. Das Bundesarbeitsgericht geht davon aus, das Hausbriefkästen täglich geleert würden. Ob die Kündigung den Mitarbeiter erreicht und dieser die zur Kenntnis nehmen kann, sei unerheblich.

Arbeitsnehmer sollten dafür sorgen, dass während ihres Urlaubs "JEMAND" regelmäßig ihre Post durchwühlt. Ansonsten läuft die Frist innerhalb einer Kündigungsschutzklage zulässigen Zeit ab. (Es gilt das Datum der Zustellung).

Das wirft nun einige Fragen auf:

1. Wer soll dieser "JEMAND" sein, ein Familienangehöriger? Aber was wenn die Familie hunderte von Kilometer weg wohnt?

2. Ein Nachbar? Aber was wenn man sich mit allen verkracht hat? Diese Fragen hat das Gericht in Erfurt nicht beantwortet, aber es kommt ja noch besser.

Der ominöse "JEMAND" müßte ja nicht nur den Briefkasten leeren, da wohl kaum auf dem Briefumschlag in großen Lettern steht "Sie sind gekündigt", müßte dieser "JEMAND" die gesamte Post während Ihrer Abwesenheit öffnen. Stellen Sie sich mal vor, Sie bekämen Post von Ihrem Notar über eine Erbschaft, Post von Ihrem Arzt, der Sie über Ihre HIV Infektion informiert oder der Bank, die Ihnen mitteilt, dass alle Ihre Kredite gekündigt sind, all das soll unser "JEMAND" nun brühwarm über Sie erfahren.

Vertrauen Sie keinem JEMAND

Auch müßte dieser "JEMAND" nun auch wissen, wo und wie er Sie erreichen kann, um Sie von den Neuigkeiten und der Kündigung zu informieren. Dazu fällt mir gerade ein, dass eine unserer Mitarbeiterinnen nächste Woche für 5 Wochen in Schottland wandern geht. Und schon angekündigt hat, dass sie auch per Handy schlecht erreichbar sein wird.

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Hier wird der Kündigungsschutz durch die Hintertür eingetreten. Als Arbeitsgeber könnte ich diese Information nun nutzen, um der Mitarbeiterin zu kündigen, ohne das sie die Möglichkeit hat, dieser zu widersprechen. Das Bundesarbeitsgericht untergräbt das vom Grundgesetz garantierte Briefgeheimnis, in dem es einen "JEMAND" dazu Befugnis erteilen will, Ihre Post zu öffnen.

Schluss mit dem Briefgeheimnis

Das Briefgeheimnis ist laut der Verfassung ein garantiertes Grundrecht, das die Unverletzbarkeit von Briefen garantiert. Dabei dürfen nach § 94 STPO verschlossene Briefsendungen nicht einmal von der Polizei und der Staatsanwaltschaft geöffnet werden. Nur ein Richter ist dazu befugt.

Mit einer Einschränkung: Aufgrund des Besatzungsrechts dürfen die Geheimnisse der Besatzungsmächte sowie die Geheimdienste BND, MAD und der Verfassungsschutz das Briefgeheimnis verletzen.

Die Lösung

Wir haben aber die Lösung für Sie gefunden. Während Ihres Urlaubs bestellen Sie einen Richter (nicht ganz billig), der Ihren Briefkasten täglich leert und die Post liest.

Da dieser der Verschwiegenheitspflicht unterliegt, darf er das, was er da liest nicht ausplaudern noch gegen Sie verwenden. Auch sollten Sie sich während Ihres Urlaubs ein Satellitentelefon zulegen (Funkloch), damit der Richter Sie auch in den Schottischen Highlands erreichen kann.

Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Urlaub.

Gottfried Böhmer

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10.08.2013 haben die grünen ihre finger im Spiel?

Gottfried Böhmer - Luise Bruche

Haben die Grünen ihre Finger im Spiel? Charlotte Roche ist entsetzt

Anmerkung der Redaktion: Wir vermuten, dass die Grüne Verbotspartei hier ihre Finger im Spiel hat. Nach unbestätigten Gerüchten sollen Jürgen Trittin, Claudia Benedikta Roth sowie Cem Özdemir heftigst interveniert haben, damit der Trailer zum Kinofilm FEUCHTGEBIETE gesperrt wird. Jürgen Trittin, so wird gemunkelt soll seine besten Kontakte bei den Bilderbergern ins Spiel gebracht haben.

Nach den Enthüllungen der letzten Wochen gibt es keinen Zweifel mehr: die USA und ihre Geheimdienste haben nichts als unser Wohl im Sinn – und die großen Internetkonzerne helfen dabei nach Kräften!

Endlich nimmt sich jemand der Sache an und greift durch!

Aber es geht nicht nur um Kontrolle, inzwischen nehmen die Platzhirsche aus den USA auch endlich ihre erzieherische Aufgabe wahr, die deutsche Jugend vor der sexuellen Verrohung zu schützen: So wurde der Trailer zum Kinofilm FEUCHTGEBIETE – leichtsinnigerweise von der FSK ab 12 Jahren freigegeben – von Facebook, Google & YouTube wegen „sexuell expliziter und aufreizender Inhalte“ als nicht jugendfrei von ihren Plattformen verbannt bzw. für werbliche Nutzungen gesperrt. Endlich nimmt sich jemand der Sache an und greift durch!

Die Sittenwächter haben sich durchgesetzt

Aus Rücksicht auf unsere amerikanischen Freunde, aber auch alle Menschen, die sich schon beim Anblick ihres eigenen Körper ekeln, wollen wir helfen, unsere Jugend zu schützen. Daher bieten wir ab sofort eine zensierte Version des Kinotrailers zu FEUCHTGEBIETE an. 100% jugendfrei. Versprochen

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PS: Die von Gottfried Böhmer ins Spiel gebrachten Vermutungen wollten die Günen nicht bestätigen

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09.08.2013 Wie sich Menschen doch ändern können

Konstantin Wecker und Gottfried Böhmer

Letzte Meldung 09. August 2013:

Auch das noch,
Der verschlüsselte E-Mail-Service den wohl auch Edward Snowden benutzt hat hat seinen Dienst  eingestellt. Die US-Behörden wollten sich anscheinend Zugriff auf die Kundendaten verschaffen. Ladar Levison sieht sich gezwungen den E-Dienst zu schließen. Er will so schreibt er, sich nicht schuldig machen "an möglichen Verbrechen am amerikanischem Volk beteiligen zu sein". Ladar Levison schreibt das er über die Hintergründe seiner Entscheidung nicht sprechen dürfe.

Wiesbaden - München 2. August 2013.

Der Albtraum ist wahr geworden. Seit gestern wissen wir, dass wir in einem allüberwachenden Staatssystem leben, der millionenfachen Rechtsbruch begeht. Der unbegrenzte Datenzugriff des Staates auf unsere Daten hat uns zu gläsernen Bürgern gemacht, die  der totalen Kontrolle unterliegen.

Ohne Zweifel können wir von einem Generalangriff auf die Bundesbürger und das Grundgesetzes sprechen. Die Totalüberwachung des Internets, der Zugriff auf die Kommunikationsdaten aller Bürger , die bei Google, Facebook, Microsoft und Apple gespeichert sind, hat tiefgreifende Folgen für uns Alle.

Auf Deutsch, die haben uns am Arsch.

So werden z.B. alle Kommunikationsvorgänge aller deutschen Bürger, die das Internet benutzen verdachtsunabhängig gespeichert, und soll so das Argument zur Identifikation Verdächtiger dienen.

Aber wer ist nun der Verdächtige?

Wer zum Beispiel mehrfach kritische Artikel über die USA bei Spiegel, Welt, FAZ usw gelikt hat und auf Facebook empfiehlt, dürfte nach diesen Kriterien wohl schon verdächtig sein. Jeder ist ein potenzieller Terrorist, das ist die Kernaussage des Prism-Programms.

Wer sich kritisch mit dem deutschen Staat auseinandersetzt oder das Rechtssystem anzweifelt, ist wohl schon ein Staatsfeind. Das ganze könnte man mal zu Ende denken. Da das System weiss, wo wir uns aufhalten, was wir einkaufen, mit wem wir befreundet sind, was wir denken und mit wem wir telefonieren oder schreiben, haben wir unsere Souveränitätsrechte als Bürger unwiderbringbar eingebüst.

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Das ist der feuchte Traum von Georg Orwell und der innere Reichsparteitag der Überwachungspolitiker.

Für uns stellt sich noch ein anderes Problem. Da wir davon ausgehen können, dass alle Internetportale und Blogs mit mehr als 10.000 Besuchern im Monat einer ganz gezielten Überwachung unterliegen, da sie ja eventuell meinungsbildend sind und somit unter Generalverdacht stehen, macht uns das natürlich einige Sorgen.

Es stellt sich die Frage, in wieweit Journalisten, Autoren und Mitarbeiter dieser Portale einer besonderen Überwachung unterliegen.

Und zu guter letzt, möchte ich auch noch folgendes sagen. Die Heuchelei der Opposition in den letzten Wochen war kaum zu ertragen. Seit 2006 also auch unter Rot-Grün waren die Bundesregierungen von der Überwachungswut der NSA nicht nur informiert, sie haben sie auch umfänglich genutzt.

"XKeyscore" sammele Unmengen von Daten. Inhalte der Kommunikation würden für drei bis fünf Tage gespeichert, Verbindungsdaten für 30 Tage. Innerhalb eines solchen 30-Tage-Zeitraums im Jahr 2012 seien 41 Milliarden Daten zusammengekommen. XKeyscore ist ein System zur umfassenden Auswertung und Erfassung von Internet- und Telefonkommunikation.

E-Mails können in Echtzeit mitgelesen werden:

Demnach können NSA-Mitarbeiter beispielsweise in Echtzeit die E-Mails von Nutzern lesen sowie ihre Suchen im Internet oder Einträge in sozialen Netzwerken verfolgen.

Pro Monat sollen 500 Millionen Datensätze aus Deutschland beim US-Geheimdienst einlaufen.

In Echtzeit können sie beobachten, was eine Zielperson tippt. Über eine Zusatzfunktion namens "DNI Presenter" können sie auf sämtliche Facebook-Chat-Inhalte einer Person zugreifen. Auch können sie rückwirkend überprüfen, was jemand im Internet gesucht hat. Überall und zu jeder Zeit.

Sollten Sie ein Telefon besitzen, dass mit Googles mobilen Betriebssystem Android ausgerüstet ist, schmeißen Sie es besser gleich weg. Über eine bestimmte Software können die feinen Herren das Mikrophon dieser Telefone aktivieren und alle Gespräche mithören und aufzeichnen.

PS: Eine Studie hat ergeben, dass 80% aller Mobiltelefone auch nachts nicht ausgeschaltet werden, na, was die NSA da wohl aufzeichnet? Die meisten Geheimisse sollen ja im Bett ausgeplaudert werden.

Gottfried Böhmer


Und nun ein Wort von Konstantin Wecker

Liebe Freunde,
der frühere Bundesinnenminister Otto Schily rät der SPD, die Ausspähaffäre um den US-Geheimdienst NSA nicht im Wahlkampf zu thematisieren. Die größte Gefahr gehe vom Terrorismus aus, nicht von Geheimdiensten, sagte Schily dem SPIEGEL. Die Furcht vor dem Staat trage "wahnhafte Züge".
Prism und Tempora, Datenspeicherung und Überwachung durch den US-Geheimdienst NSA - alles kein großes Problem für Otto Schily.

Im Gespräch mit dem SPIEGEL sagte Schily, man solle nicht so tun, als ob die größte Gefahr für die Menschen in Deutschland von der National Security Agency ausgehe: "Die größte Gefahr geht vom Terrorismus und von der Organisierten Kriminalität aus. Ich finde manches Getöse, was da im Moment zu hören ist, nicht angemessen."

Und:“Law and Order sind sozialdemokratische Werte.“

Der ehemalige Bundesinnenminister Otto Schily, der sich für die Einführung biometrischer Ausweisdokumente stark machte, damit dem elektronischen Reisepass und dem elektronischen Personalausweis den Weg ebnete und heute in den Aufsichtsräten der Firmen sitzt, die von der Einführung dieser neuen Ausweisdokumente profitieren.


2005 Schily peitschte die neuen biometrischen Pässe über eine EU-Verordnung durch und machte sich schon früh für die Zöglinge des ePasses – den ePerso und die elektronische Ausländerkarte – stark.
Die übereilte Einführung der neuen Ausweise war nicht zum Schaden von Schily. Er wurde Mitglied in den Aufsichtsräten von byometric® systems AG und SAFE ID Solutions AG, die just jene Produkte für die biometrische Erkennung anbieten, welche für die neuen Pässe erforderlich ist.

Doch nicht nur das. Schily war auch Anteilseigner von SAFE ID Solutions. Dieses für Bundesbeamte unziemliche Verhalten brachte ihm Korruptionsvorwürfe ein, die ihm in einem weiteren Fall zum Verhängnis wurden. Von Siemens nahm er 140.000 Euro für Beratungshonorare, welche er nur widerwillig deklariert hatte. Weil er die Auskunft verweigert hat, für welche Dienste er bezahlt wurde, verhängte ihm das Bundestagspräsidium ein Ordnungsgeld in Höhe von 22.000 Euro.

Wie sich Menschen doch ändern können.

Als Strafverteidiger der ausserparlamentarischen Linken unterschrieb er noch die mahnenden Worte einer Erklärung der „Humanistischen Union“, in der es wörtlich heißt: „Man bekämpft die Feinde des demokratischen Rechtsstaats nicht mit dessen Abbau, und man verteidigt die Freiheit nicht mit deren Einschränkung“ (1978).


(Quelle:Digitalcourage e.V. Wurde 1987 als FoeBuD von den Künstlern padeluun und Rena Tangens in Bielefeld ins Leben gerufen und setzt sich für Bürgerrechte, ungehinderte Kommunikation und Datenschutz ein)

Konstantin Wecker

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06.08.2013 Max' kulinarische Kolumne

GFDK - Michael H. Max Ragwitz

Das letzte Mal Urlaub habe ich im Harz Anfang der 1960er Jahre gemacht. Natürlich bin ich in der Zwischenzeit hin und wieder einmal durch die Region gefahren. Ein Kurzurlaub 2013 aber war dazu angetan, sich dort auch in Sachen Kulinarik umzuschauen. Was ich entdeckt habe, war durchwachsen und hat durchaus Reserven.

Ein Quartier im unmittelbaren Umfeld des legendären Brocken war dank Internet schnell gefunden. In waldreicher, ruhiger Gegend war Benneckenstein das Ziel. Die Unterkunft, das in die Jahre gekommene, aber durchaus sehenswerte und mit (fast) allem Komfort modernen Wohnens versehene ****Hotel Harzhaus (treffender kann man es nicht bezeichnen).

Die Zimmer sind geräumig, vom Ambiente her nicht unbedingt aufregend, aber eben mit den Standards dieser Hotel-Kategorie ausgestattet. Gewünscht hätte ich mir zumindest noch einen Mini-Kühlschrank. Aber diverse Getränke hätte man sich aufs Zimmer bringen lassen können. Nicht ratsam an heißen Tagen.

Das Restaurant befindet sich im Wintergarten. Der ist schlicht, aber ansprechend ausgestattet und bietet einen herrliche Sicht auf den Harz. Der versprochene Brockenblick war allerdings etwas übertrieben. Vielleicht in den Zimmern zwei Etagen höher... Die angrenzende Gaststube gibt sich harzhaft rustikal. Am Tresen kann man gemütlich sitzen, ein Bier, einen Schierker Feuerstein oder Mixgetränke genießen.

Und bei schönem Wetter bevorzugen die Gäste, ihr Mahl auf der geräumigen Terrasse mit dem Blick auf das weitläufige Wildgehege einzunehmen. Wenn die Tische etwas anderes als den Plaste-Deckenbelag in "Strickausführung" aufweisen würden, könnte man sich hier richtig wohlfühlen. Von einem 4-Sterne-Haus sollte man da etwa mehr Geschmack und Sinn für's Detail erwarten können.

Die Küche des Hauses hat im wesentlichen gehalten, was man erwarten durfte. Keine Spitzenküche, aber solide zubereitet, wenn auch im Detail nicht unbedingt alles selbst zubereitet. Die Saucen nicht aufregend, aber keine Einheitssauce für alles. Erstaunlich gut und auf den Punkt gegart die offensichtlich selbst hergestellten Bandnudeln. Auch die angebotenen Suppen, rustikalen Steakgerichte und Gerichte wie Roulade oder Rostbrätel kann man mit Genuss verspeisen. Zum Glück wird das alles, wie anderswo sehr oft, nicht unter dem Motto "Futtern wie bei Muttern" angepriesen.

Bier geht auch regional

Enttäuscht war ich vom Bierangebot. Aus dem Fass gab's König Pilsener und Hasseröder Schwarzbier. Das helle Hasseröder dagegen nur aus der Flasche. Das ist für mich inakzeptabel. Nichts gegen KöPi, aber im Harz möchte ich das regionale Bier auch aus dem Fass verkosten. Und Schwarzbier ist wegen seiner teils süffigen süßlichen Note eben nicht jedermanns Geschmack.

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Ich bin auf Radeberger umgestiegen. Auch nicht schlecht, aber eben nicht regional. Kleiner Minuspunkt ebenso wie die Tatsache, dass man den Rotwein ziemlich warm (nicht zu verwechseln mit temperiert) serviert. Die Weinauswahl selbst war akzeptabel und von guter Qualität

Das Frühstücksbuffet hat für mich keine Wünsche offen gelassen. Ich wollte ausgedehnt und deftig frühstücken. Das kann man sehr ausgiebig und vielseitig. Gut, die Eier waren durchweg "hart", aber wohl von glücklichen Hühnern, weil ohne Stempel. Wäre eine Idee, auch "weichere" Eier anzubieten. Rühreier auf Wunsch, nicht so mein Ding. Ansonsten große Vielfalt an Wurst, Käse, Schinken, Fisch und diverse süße, aber auch gesunde Leckereien.

Mehr Liebe zum Detail kann nicht schaden

Die Vollkornbrötchen und das Brot waren frisch und sehr schmackhaft. Die normalen Brötchen dagegen im sprichwörtlichen farblos. Sie sahen aus, wie "schon mal gegessen", würde man in meiner früheren Heimat, dem Erzgebirge, sagen. Probiert habe ich sie jedenfalls nicht. War mir zu unansehnlich und zu wenig knackig. Geschmacks- aber auch Ansichtssache...

Auch die Käseplatte am Abend habe ich mir nach Ansicht am Nachbartisch verkniffen. Da war, außer dem berühmten Harzer Käse, wenig Regionalität zu erkennen. Schnittkäse kann ich auch zu Hause essen. Das Candle-Light-Dinner am ersten Abend dagegen war recht in Ordnung. Die Rinderkraftbrühe mit Flädle hatte eine dezent-würzige Note und war eine passende Einstimmung.

Als Hauptgang ein sehr schmackhaftes Hähnchenfilet im Speckmantel und einer raffinierten Beigabe von Salbeiblättern. Das Sorbet war allerdings noch ziemlich tiefgefroren und das Dessert stammte wohl eher aus dem Hause Dr. Oetker und Co. Drei Übernachtungen mit Frühstück und Dinner für 100 Euro, da kann man aber insgesamt nicht meckern. Und einen Begrüßungssekt gab's auch...

Echt gut war übrigens der Service. Die Kellnerinnen durchweg fesch, adrett, sehr freundlich und aufmerksam. Da fehlte auch der kommunikative Draht zum Gast und so manches humorige Wort nicht. Mein Motto: "Hier bin ich Gast, hier will ich es sein..."

Der Harz könnte kulinarisch anziehender sein

So weit, so gut. Harz ist aber nicht nur in Benneckenstein. Um es vorwegzunehmen: Kneipen, Restaurants aller Couleur sowie Hotels und Pensionen für alle Ansprüche gibt es en masse. Manche sehen von außen einladend, manche von innen ausladend (und umgekehrt) aus. Für die Hochsaison im Sommer (der Harz setzt ja auch sehr auf Wintersport) war mir das Angebot insgesamt etwas dürftig.

Dagegen waren die Gerichte, was man so sehen konnte, oft auf übervollen Tellern serviert. Wer da an frische Kost glaubt. Ich jedenfalls nicht. Und die Angebote in vielen "Schaukästen" waren alles andere als harzhaft. Schnitzel mit Pommes oder Kartoffelsalat kann ich auch zu Hause essen, preisgünstiger und besser. Mir ging immer wieder das Wort Regionalität durch den Kopf. Sollten die Gastronomen (meist) nur einfallslos sein, oder nur dem Geschmack und dem Preisdenken der Masse unterliegen? So ganz preiswert waren nämlich diese Angebote auch nicht. Preiswert und gut gehrt auch anders.

Sichtbare und wohl auch (m)essbare Qualität gibt's natürlich auch. Wernigerode und Schierke (aber auch Quedlinburg im Vorland) sind da wohl die ost-harzlichen Paradepferde. Da gibt's schon schmucke Cafes und Restaurants, die mit einem breitgefächerten und anspruchsvollen Angebot aufwarten.

Für Gourmets empfehlen sich das Gothische Haus in Wernigerode (da spielt Küchenchef Ronny Kallmeyer sein ganzes Können aus) oder im *****Landhaus "Zu den Rothen Forellen" in Ilsenburg (ist für mich eher Harzvorland). Im letzteren Haus kocht dort (wieder) der gebürtige Sachsen-Anhaltiner Thomas Barth, der wohl an die Sterneküche seines Vorgängers Axel Kammerl anknüpfen möchte. Leider hat es meine Zeit nicht erlaubt, diese Häuser aufzusuchen. Das hole ich nach. Versprochen.

Der Gipfel war geprägt vom kulinarischer Einfallslosigkeit

Aber klar, wer in den Harz fährt, sucht nicht unbedingt Gourmet-Spitzenküche. Ich möchte dort originäre, frische Küche nach Art der Region genießen. Das ist der Kreativität der Küchenchefs keine Grenze gesetzt. Und wer sich auf die Reise mit der romantischen Brockenbahn auf den höchsten Berg im nördlichsten Mittelgebirge macht, dem schmeckt auch ein deftige Erbsensuppe oder eine kräftige Gulaschsuppe im urigen Bahnhofslokal in Schierke.

Alles zu seiner Zeit, und in Wanderschuhen muss man auch nicht ein nobles Restaurant  aufsuchen, nur, um damit anzugeben. Was nicht heißt, dass man im Touristensaal dazu gezwungen werden muss, sein Bier selbst zu zapfen.  Das ist keine gute Aussicht und keine Ansichtskarte für dieses schöne Fleckchen Erde. Mal ganz abgesehen von der dort vorwiegend angebotenen Fertigkost als Gipfel von kulinarischer Einfallslosigkeit.

Michael H. Max Ragwitz "der Harz hat durchaus Reserven"

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Kunst Kultur und Kulinarik

Michael H. Max Ragwitz

www.ragwitz.de

Facebook-Profile: M H Max Ragwitz, Redaktionsbüro MHR und Genussbotschafter

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