Reden ist silber, Schreiben ist gold

15.11.2013 Überwachungsprogramm

GFDK - Andreas Lang

Mal eine kleine Lachstunde von Andreas Lang. Einer der größten Internetknoten ist in Frankfurt. Schon 2008 konnte der BND dort je Sekunde bis zu 60 GB mitlesen. Dank der guten Glasfaserkabel. Damit das alles sauber klappt, gab man den Auftrag an ein belgisches Unternehmen mit deutschsprachigen Informatikern.

Diese entwickelten ein Überwachungsprogramm natürlich nicht für den BND sondern für eine kleine US Firma.(Welche aber einem Investmentfonds gehörte, der wiederum eine Strohfirma des BND ist). Man hatte von den USA gelernt. Diese Programme waren so gut, daß die CIA und der NSA sie sich einverleibten! Für ihr Prism Programm und andere.

Das Haushaltsvolumen des BND 2012- 504.770.000 EUR

Ihre gleichsprachigen Mitländer wurden auch so ausstaffiert. So konnten die USA die Welt und auch deutsche Mitbürger überwachen. Da es dem BND nicht einfach erlaubt war Bundesbürger zu überwachen, machte dies nun die NSA.


Kein Problem: Man hatte Backdoorprogramme instalilert, welche immer noch nicht entfernt werden konnten. Somit gehen alle Infos an den BND! Auch die widerechtlichen Abhöraktionen von US Bürgen (Abgeordneten ,Senatoren usw..).

Anmerkung der Redaktion 

Heute erreicht uns folgende Meldung die uns zu denken gibt.

Geheimer Krieg: die verborgenen Operationen der US-Dienste in Deutschland

Gemeinsame Recherchen von NDR und Süddeutscher Zeitung durch-leuchten US-Drohnenprogramme, Spionage und Helfer in Deutschland. Durch eine ganze Serie konkreter Themen und Fälle gelingt es den Journalisten, die Bandbreite der US-Aktivitäten in einem bislang unbekannten Ausmaß in Deutschland zu beleuchten. Erste Ergebnisse möchten wir Ihnen vorstellen. NDR und Süddeutsche Zeitung laden Sie zu einem Pressegespräch ein:

Es erwarten Sie Hans Leyendecker, Süddeutsche Zeitung, sowie vom NDR John Goetz („Panorama“), Christoph Heinzle (NDR Info), Dirk Neuhoff (Leiter der Fernseh-Abteilung Dokumentation und Reportage), Julia Stein (Teamchefin Recherche Fernsehen) und Stephan Wels (stellvertretender Chefredakteur Fernsehen).

Das Pressegespräch soll Auftakt einer breit angelegten Veröffentlichungs-serie im Ersten, dem Radioprogramm NDR Info, in der Süddeutschen Zeitung und dem gemeinsamen Onlineportal von NDR und SZ „geheimerkrieg.de“. Ein Höhepunkt der Berichterstattung ist der Schwerpunkt zum „Geheimen Krieg“ am 28. November im Ersten mit einer monothematischen „Panorama“-Sendung, einer Diskussion bei „Beckmann“ und der Dokumentation „Schmutzige Kriege“ im Anschluss. Auf den Websites „geheimerkrieg.de“ werden relevante Rechercheergebnisse und bislang geheime Datensätze öffentlich zugänglich gemacht.

Zitat: zu Vertägen der USA und der BRD in der Süddeutschen Zeitung

Abkommen zum finstersten Teil des völkerrechtlichen Dunkelfeldes. "Wir werden sie nie zu Gesicht bekommen", sagt der an der Universität Köln forschende Experte für das Nachrichtendienstrecht, Nikolaos Gazeas.

Nachrichten, Stories, Meinungen und Unterhaltung

Freunde der Künste,

mehr

07.11.2013 Wo fängt der Nationalsozialismus an?

Georg Wilhelm von Fürstenberg

Das "böse" Wort Nationalsozialismus - Ich habe ein Schlagwort, genetischer Nationalsozialismus, dass ich im Zusammenhang sozialen Strukturen, also menschlichen Zusammenleben gerne verwende. Es beschreibt das normale Verhalten von Primate, zu denen wir uns auch zählen. Doch es gibt immer wieder Betonköpfe, die nicht verstehen wollen, das Nationalsozialismus etwas anderes ist, als Massenmord und Krieg.

Nationalsozialismus ist eine psychologische Gruppendynamik, die vor den Wort Nationalsozialismus existierte und auch danach existieren wir. Es beschreibt nur das verhalten einer Gruppe, die mit anderen Gruppen konkuriert. Alles was daraus folgt sind Nebenwirkungen von Politik und Politik wird immer nationalsozialistisch bleiben. Auch wenn sie anders genannt wird und wenn sie sich im Wandel der Zeiten, Nationen sich anders definieren.

Wo fängt der Nationalsozialismus an?

Die Gruppendynamik wird immer existieren. Denn selbst wenn wir einst den Planeten geeint haben, eine Tatsache die ich noch für sehr lange, für sehr unwahrscheinlich halte. Selbst dann werden wir argwöhnisch in den Kosmos schauen, ob uns nicht eine andere Spezies bedroht.

Wir machen das Wort Nationalsozialismus an einen dunklen Kapitel deutscher Geschichte fest, meinen jedoch eine faschistoide, ideologische Grundstruktur, wie Kommunismus oder eben Faschismus, der die Welt in einen Abgrund menschlichen Obrigkeitswahn stürzt. Der dann in dem endet, was wir zweiten Weltkrieg nennen. Mit allen Folgen menschlicher Perversion, die wir noch gut als Holocaust in Erinnerung haben.

Das Kürzel USA sollte man aber nicht zum Unwort erklären

Stellen wir doch einmal klar, wenn wir Nationalsozialismus sagen, dann meinen wir faschistoide Ideologien. Wieso nennen wir es dann nicht auch Faschismus. Es ist so als ob wir das Kürzel USA heute zum Unwort erklärst, weil Massenmord, Folter und Krieg zur Erlangung von Rohstoffen und geopolitischen Vorteilen zur Politik der US Administrationen gehören.

Menschen besetzten Worte negativ, Menschen können diesen Worten auch wieder ihre positiven Aspekte zurückgeben. Wenn Sie den Mut dazu finden, darüber zu reden. Ich rede gerne darüber und viele Menschen verstehen mich auch. Denn sowohl National als auch Sozialismus, das sind zwei Dinge über die man diskutieren darf.

Böse Worte, böse Menschen

Es gibt keine bösen Worte, aber es gibt es einige böse Menschen und genau diese wollen oft über Nationalsozialismus reden. Denn Nation uns Sozialismus, das sind Wörter, die heute viele Menschen, negativ besetzen wollen. Warum, weil sie der Ideologie des Kapitalismus im Wege stehen. Lasst euch nicht durch Wörter verwirren. Denkt selbst.

Nachrichten, Stories, Meinungen und Unterhaltung

Freunde der Künste,
das Sprachrohr der Kreativwirtschaft

mehr

03.11.2013 Ein Käfig voller Leichen in München

GFDK - Liane Bednarz

Am Wiener Burgtheater gibt es seit dieser Saison Shakespeares „Hamlet“ quasi in voller Länge zu sehen. Also satte sechs Stunden lang. Andrea Breth hatte diese durchaus ungewöhnliche Regie-Idee. Im Marstall des Münchner Residenztheaters geht der Isländer Gísli Örn Garðarsson den umgekehrten Weg und inszeniert Shakespeares „Sturm“ im Highspeed-Tempo.

Radikal heruntergebrochen auf knappe 90 Minuten. Wobei man hier ehrlicherweise nicht von einem Stück „von“, sondern eher „nach“ Shakespeare sprechen sollte, so sehr hat der isländische Regisseur den Text an zentralen Stellen in das Gegenteil des Originals verwandelt, gewissermaßen um 180 Grad gedreht. Wie das geht, dazu später.

Ein Käfig voller Leichen

Wie schon öfter in diesem „kleinen Haus“ des Residenztheaters vorgeführt – man denke etwa an den riesigen Glaskasten, in dem Martin Kušej „Die bitteren Tränen der Petra von Kant“ in der vorletzten Saison inszenierte -  tritt der Zuschauer direkt in eine spektakulär konstruierte Kulisse ein.

Dem alten Gemäuer muss ein besonderer Spirit innewohnen. Jedenfalls scheint es - mit seinen nackten unverputzten und hohen Wänden - Regisseure und Bühnenbildner zu besonderen Kreativitätsleitungen zu animieren. Von der Insel, auf der das Stück bei Shakespeare spielt, ist nichts angedeutet (Bühne: Börkur Jónsson). Dabei gäbe es sie ja, diese typischen Bühne-wird-Insel-Insignien.

Stattdessen findet sich in der Mitte des Marstalls eine riesige Folterkammer, ein dunkler Käfig, dessen Dach noch über die Zuschauer hinwegreicht. Unterteilt ist dieses seltsame Gebilde in einen niedrigen Keller, in dem überall Leichen, Stofftiere und Schuhe herumliegen. Ja, man sieht dort tatsächlich das ganze Stück über Leichen, deren Darsteller erst vom Schlussapplaus als Kommando aus ihrer Starre erlöst werden.

Die Etage darüber ist unterteilt in drei Räume, mittig taucht unter Spotlight Prospero, der Zauberer und frühere Herzog von Mailand auf, den Manfred Zapatka in einer fulminanten Mischung aus Grandseigneur im Smoking und rachedürstigem Egozentriker in Szene setzt.

Die Handlung bei Shakespeare

Shakespeares „Sturm“ handelt also von besagtem Prospero, der von seinem machtbesessenen Bruder Antonio zwölf Jahre zuvor vom Thron gestürzt wurde, unterstützt von Alonso, dem König von Neapel.

Zusammen mit seiner damals knapp dreijährigen Tochter Miranda floh Prospero aus Mailand und landete schließlich auf einer Insel, die ihnen zur zweiten Heimat wurde. Dort ist Prospero zum unangefochtenen Herrscher avanciert, unterstützt von Ariel, einem Luftgeist, den er einst aus der Spalte einer Fichte befreite, in der ihn die Hexe Sycorax gefangen hielt. Und von Caliban, dem deformierten Sohn jener Hexe, dem er die Herrschaft über die Insel entriss und den er ebenso wie Ariel zu seinem Untertanen machte.

Mit Hilfe Ariels lässt Prospero zu Beginn die an der Insel vorbeikommende Flotte Alonsos in einen Sturm geraten, der das Schiff des Königs geradewegs auf das Eiland treibt. Mit an Bord sind Antonio, Sebastian - der Bruder Alonsos - und der Königssohn Ferdinand. Nach vielen Turbulenzen kommt es zum Happy End. Ferdinand und Miranda verlieben sich, Prospero vergibt seinem Peiniger Antonio, schenkt Ariel sowie Caliban die ersehnte Freiheit und hat vor, als neuer alter Herzog nach Mailand zurückzusegeln.

So weit, so schön. Aber ganz anders als Gísli Örn Garðarssons Fassung des Stücks: Ja, Fassung, denn über eine Interpretation reicht diese weit hinaus. Und zugleich tief in den Kern des ambivalenten Charakters Prosperos hinein.

Die Handlung bei Gísli Örn Garðarsson

In München vergibt Prospero niemandem. Er wird zum Rachegott. Man ahnt von Beginn an, dass die Angelegenheit böse enden wird. Links und rechts im Folterkäfig hängen Männer an Galgen, denen nach und nach Stoffüberhänge von ihren Köpfen abgezogen werden, um dem Zuschauer ihr Antlitz zu enthüllen: Alonso (René Dumont), Antonio (Jens Atzorn), Sebastian (Arthur Klemt) und Gonzalo, glänzend gespielt von Miguel Abrantes Ostrowski, der hier eine dominante Bühnenpräsenz zeigt.

Ein Zusammenspiel, das Gísli Örn Garðarssons mit einem Mord auflädt, den man in Shakespeares Text nicht liest. Zwar stiftet auch dort Antonio Sebastian zur Tötung des Bruders Alonso an; jedoch wird dieser Plan nicht umgesetzt. Im Marstall hingegen schreitet man kurzerhand zur Tat, und befördert Alonso - ein ziemlich manierierter Typ im dunkelroten Samt und mit hellblonder Popper-Frisur - ins Jenseits. Um der Leiche anschließend die auf modern getrimmten royalen Insignien zu entreißen. Die dicke silberne Kette wird abgerissen, der Finger mit dem Königsring kurzerhand durch Antonio abgebissen. Ein heftiger Ekeleffekt!

Ferdinand, die Fantasy-Figur

Unterdessen tobt Caliban wie ein wildes Tier im Untergeschoss des Käfigs zwischen all den toten Körpern herum (überzeugend verkörpert von Guntram Brattia). In oliv-grünen Cargo-Pants und mit langen zerzausten dunklen Haaren. Optisch am ehesten ein Art Grunge-Rocker aus den frühen 90ern, hier mutiert zu einer Art Waldschrat und Bestie. Sehr edel erscheint demgegenüber zunächst Ariel, der wie Prospero im Smoking auftritt. Etwas später wird er als eine Art Travestit im weißen Kleid erscheinen.

Gänzlich in Weiß schwebt auch der Königssohn Ferdinand (Franz Pätzold) ein, hoch oben über dem Käfig auf einem Trapez. Eine Zirkus-Artisten-Nummer! Und ach herrje, auch noch zu den Klängen von Lionel Ritchies 80er-Schmonzette „Hello“.

Miranda (Friederike Ott), die bis dahin mal in abgerockter Unterwäsche, mal im silbernen Glitzerkleid an den Käfiggittern umherturnte, schmilzt dahin. Schmachtet den Weißgekleideten an, der in seiner Aufmachung ein wenig an jene Teenager erinnert, die sich als Fantasy-Figuren an den Publikumstagen auf den Buchmessen in Frankfurt und Leipzig einfinden.

In Shakespeares Original liest man von einer zarten und zugleich intensiven Liebe. Von Romantik! Hier erlebt man eher einen Auszug aus einem kitschigen Grusel-Musical. Zudem sind die Textpassagen der beiden Liebenden massiv gekürzt. Passend zur rasanten Geisterbahnfahrt erwacht dann auch noch der längst abgemurkste Alonso, um wiederum seinen Sohn Ferdinand mit einem Messer brutal zu erstechen. Blut quillt aus dem Sterbenden hinaus. Grausamkeit und Brutalität sind die großen Konstanten in dieser Inszenierung.

Showdown à la „Matrix“

In einem finalen Showdown kommt es zum großen Kampf zwischen Prospero und Ariel einerseits sowie Antonio und Sebastian andererseits. Den Schauspielern wird jetzt alles abverlangt. Mit voller Wucht knallen sie immer wieder gegen die Gitterstäbe. Dann jedoch wird es auf den letzten Metern doch noch komisch. Man kloppt sich in Slow-Motion – die Reminiszenz an die Filmtrilogie „Matrix“ ist unverkennbar - und zielt mit Laserstrahlen aufeinander.

Ende. Sebastian und Antonio sind tot. Und Prospero? Endet als Einsamer. Lässt Ariel und Caligan frei, und wird von Miranda verlassen.

Das alles mag sich jetzt wild und irgendwie chaotisch anhören. Und mutet dem Zuschauer sicher sehr viel zu. Gleichwohl aber hat die „Sturm“-Fassung Garðarssons etwas für sich. Denn Prospero ist auch bei Shakespeare keineswegs nur Opfer, sondern unterdrückt eben auch selbst. Diese Ambivalenz überzeichnet der isländische Regisseur zwar massiv, in dem er Prospero zum wilden Rächer macht. Ganz verkehrt ist dieser Ansatz aber nicht.

Was bleibt, ist die große Erkenntnis Prosperos, mit seinem Rachedelirium gescheitert zu sein. Großer Applaus für ein aufregendes Theatererlebnis.

Dr. Liane Bednarz studierte Rechtswissenschaften in Passau, Genf und Heidelberg. Sie wurde 2005 zum Dr. iur. promoviert und arbeitet als Rechtsanwältin im Bereich "Mergers & Acquisitions". Liane Bednarz war Stipendiatin der Konrad-Adenauer-Stiftung.

Nachrichten, Stories, Meinungen und Unterhaltung

Freunde der Künste,
das Sprachrohr der Kreativwirtschaft

 

mehr

30.10.2013 Menschheit unter Generalverdacht

GFDK - Iris N. Masson

Dieser Mann hat den Friedensnobelpreis verdient: Für die WAHRHEIT riskierte der ehemalige NSA-Mitarbeiter Edward Snowden, den Rest seines Lebens aus Angst vor den USA in den Untergrund abtauchen zu müssen. Er hatte es als seine Pflicht erachtet, die Öffentlichkeit über Abhörprogramme wie Prism, XKeyscore und Tempora zu unterrichten, deren Techniken angeblich der Bekämpfung von Terrorismus dienen sollen.

Stattdessen aber wird mit ihnen die gesamte Menschheit unter Generalverdacht gestellt und deren Persönlichkeitsrechte wie das Grundrecht auf vertrauliche Kommunikation untergraben. Er wird der SPIONAGE respektive des Geheimnis-Verrates,bezichtigt und weltweit gejagt, auf den einst (oder immer noch??) Todesstrafe stand (oder steht?). 

Ein ungesetzlicher, törichter, krimineller Akt

Noch vor zwei Monaten hatte Kanzleramtsschef Ronald Pofalla (CDU), Verbal-Ministrant von Angela Merkel, das Ausspähen SÄMTLICHER Daten des gesamten deutschen Volkes für nichtig und als "erledigt" erklärt: „Es gibt in Deutschland keine millionenfache Grundrechtsverletzung.“ Diese leidenschaftslose wie dilettantische Aussage von Merkels Adlatus hatte ihm reichlich Häme eingetragen, obwohl doch gerade er als Koordinator der Geheimdienste sich kaum zu Illusionen über die Methoden dieses Gewerbes hätte hinreißen lassen dürfen.

Nun gibt es von jeher und seit Urzeiten die klassische Spionage – betrieben durch das Abfangen von Brieftauben und Geheimnisträgern, Öffnen von Briefen über Wasserdampf, durch Agenten oder Wanzen. Nie wurde sie als völkerrechtswidrig angesehen, weil sie gezielt auf Machthaber gerichtet war. Das ist der große Unterschied zum heutigen globalen Lauschangriff auf alle Bürger, auf all unsere Daten, der in totalitärer Manier die informelle Selbstbestimmung und Persönlichkeitsrechte aushöhlt.


Eben so schwer dürfte wiegen, dass Frau Merkel erst bei Bekanntwerden des Abhörens ihrer EIGENEN Daten Betroffenheit an den Tag legte; die Sorgen und Wut "ihres" Volkes waren ihr offensichtlich gleichgültig. Gegenüber den "Freunden" USA allerdings legt sie im Zuge reflexartiger Verteidigung der Großmacht nach wie wie vor eine devote Haltung an den Tag – indem sie anstelle harscher Worte das Ausspionieren ihres Handys als "nicht hinnehmbar" bagatellisiert. Dafür aber bleckt der gesamte Rest der Politriege nunmehr vor lauter Empörung die Zähne.

Heuchelei – auf ALLEN Seiten. Denn laut Deutsche Presse-Agentur (dpa) vom 27.10.2013 sei US-Präsident Barack Obama bereits vor drei Jahren von NSA-Chef Keith Alexander persönlich in die Geheimoperation "Überwachung Angela Merkel" eingeweiht. Die NSA habe sowohl das Parteihandy der CDU-Chefin als auch ein unlängst angeschafftes angeblich abhörsicheres Mobiltelefon angezapft. Dem "Spiegel" zufolge habe Merkel bereits seit 2002 noch unter George W. Bush auf der Spionageliste der NSA gestanden.

Obama aber habe noch am Mittwoch telefonisch beteuert, nichts von jedweder Abhöraktion gewusst zu haben. Man darf indes vielmehr davon ausgehen, dass er sehr wohl informiert war – es sei denn, er hat seinen Job verfehlt, indem er wider konkreten Wissens seiner National Security Agency totale
autarke Handhabe zugesteht.

Wen mag es noch verwundern, wenn die USA sich in gewohnt maßloser Arroganz und Überheblichkeit trotz völligem wirtschaftlichem Zusammenbruch und staatlicher Insolvenz – wenngleich mit noch immer Top-Rating – als die FÜHRENDE Weltnation mit umfangreicherem Hegemonialstreben aufspielen und sich trotz mehrfacher Aufforderung zu detaillierter Offenlegung des Spionageausmaßes in Schweigen hüllen?

Wen mag es wundern, wenn sie die Hand nehmen anstatt des gereichten Fingers? Immerhin hatte laut Pressemitteilung des Deutschen Bundestages dessen Finanzausschuss am 26. Juni im Zuge der "Verbesserung der deutsch-amerikanischen Zusammenarbeit bei der Bekämpfung der Steuerhinterziehung" einen Ausbau des automatischen Austausches von Steuerdaten beschlossen – mit den Stimmen der Koalitionsfraktionen CDU/CSU und FDP sowie der SPD-Fraktion und der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (die Fraktion Die Linke hatte sich enthalten).

Wen mag es wundern, dass trotz Warnung Peter Schaars (Bündnis 90/Die Grünen), Bundesbeauftragter für Datenschutz und Informationsfreiheit, der Bürger habe künftig KEINERLEI Kontrolle mehr über sämtliche seiner Daten, dieses Abkommen ratifiziert wurde? Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) und Justizministerin Brigitte Zypries (SPD) hatten nur zu gern gemeinsam mit US-Justizminister Michael Bernard Mukasey (Republikanische Partei) dieses Abkommen zum Datenaustausch zwischen den beiden Ländern unterzeichnet – angeblich zur Intensivierung des Kampfes gegen Terror und grenzüberschreitende Kriminalität – einzig auf VERDACHT hin.

Dieses sieht einen weit reichenden Informationsaustausch zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten vor unter anderem mit gegenseitigem Online-Zugriff auf die Fingerabdruck- sowie DNA-Dateien, obwohl US-Datenschutzvorkehrungen weit unter in Europa üblichem Datenübermittlungs-Niveau liegen. Völlig außer Acht gelassen wurde zudem, WELCHE der 17.000 unabhängig voneinander agierenden
Strafverfolgungsbehörden sich ÜBERHAUPT unserer Daten bemächtigen dürfen – OHNE Auskunftsrecht der Betroffenen hinsichtlich der über sie gespeicherten Daten noch deren gerichtlicher Überprüfung.

"Wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht", forderte einst Berthold Brecht. Doch was geschieht stattdessen? Bis auf wenige Facebook-Aufreger und die unisono zur Schau getragene Empörung der Parlamentarier werden in Kürze andere Schlagzeilen die Titelseiten zieren. Bereits in wenigen Tagen macht dieser zum Himmel schreiende Skandal Meldungen über "Baby George" oder dem in China umgefallenen Sack Reis Platz – den objektiven und informativen Mainstream-Medien sei Dank ...

Dennoch: Spionagetätigkeiten – zumal in diesem Ausmaß – verletzen  ähnlich einer innerehelichen Vergewaltigung, die auch nicht "völkerrechtswidrig" ist, national geltendes Recht. Sie verletzt und missachtet die vom Grundgesetz garantierten Grundrechte. So wird der Verrat des Briefgeheimnis' gemäß § 202 GG mit Freiheitsentzug von bis zu fünf Jahren bestraft. Eine derart systematische Verletzung der Grundrechte durch die USA DARF von daher nicht relativiert oder heruntergespielt werden.

Ehre, Courage und Verantwortung sind hohle Phrasen für unsere Politiker. Denn die Strippen der Macht ziehen Wirtschafts- und Industriemagnate, für die überwiegend diese Begriffe eben so sehr Fremdworte sind! Immerhin überdenkt laut dpa die CSU als Folge der NSA-Abhöraffäre ihre Haltung bei der Vorratsdatenspeicherung: "Der Schutz der persönlichen Kommunikationsdaten muss in den Koalitionsgesprächen eine zentrale Rolle spielen", sagte deren Vorsitzender Horst Seehofer dem Nachrichtenmagazin "Focus". Nun, Papier beziehungsweise der Bildschirm beziehungsweise das
VOLK ist geduldig.

Dies aber widerspruchslos hinzunehmen, erinnert an die dunkelste Zeit Deutschlands. Bislang galt Orwells "Big Brother" als Repräsentant der  totalitären Diktatur. Die Dimension jedoch, in der die NSA ihre Überwachung auch in der westlichen Welt betreibt, entbehrt jeglicher Demokratie und freier Entscheidung wie weiland im nationalsozialistischen Reich auch. Auch hier handelt es sich um eine Zäsur – in politischer, juristischer, kultureller und interkultureller Hinsicht. Dies muss unverzüglich aufhören. Vertrauliche Kommunikation ist kein Marktplatzgespräch.

Von daher muss dem Tor in den digitalen Orbit, in dem sich "unser großer Bruder" allzu schamlos umsieht, ein Riegel vorgeschoben werden. Dieser Riegel kann ein internationales Abkommen sein oder eine Erweiterung der UN-Menschenrechtscharta, um das verfassungsrechtlich verankerte Bürgerrecht auf die Integrität der menschlichen Individual- und Intimsphäre auch im Weltreich des Digitalen in einen abhörsicheren Hafen zu steuern. Ansonsten tauchen wir wieder ab: in die dunkelste Zeit Deutschlands.

Wohin die geführt hat, muss nicht erläutert werden. Von daher wäre es nur opportun, Edward Snowden für seine aufklärerische Arbeit und Erhellung der Völker mit dem Friedensnobelpreis zu ehren. Vorgesehen ist dieser nämlich für "denjenigen, der am meisten oder am besten auf die Verbrüderung der Völker [...] sowie das Abhalten oder die Förderung von Friedenskongressen hingewirkt hat“. Opportun wäre es auch, unsere Kanzlerin mit einem neuen Handy auszustatten ... mit einem WAHRLICH abhörsicheren.

Anmerkung der Redaktion:

28.10.2013 - Der große Historiker Fritz Stern hat den Lauschangriff auf das Telefon von Angela Merkel als „ungesetzlichen, törichten, kriminellen Akt“ bezeichnet. Durch diesen verbrecherischen Leichtsinn höchster Stellen sei Vertrauen, das in Jahrzehnten zwischen den USA und Deutschland aufgebaut wurde zerstört worden.

Nachrichten, Stories, Meinungen und Unterhaltung

Freunde der Künste,
das Sprachrohr der Kreativwirtschaft



mehr

18.10.2013 Warum wir wieder lernen müssen zu empfinden

GFDK - Konstantin Wecker

Liebe Freunde, der große Psychoanalytiker Arno Gruen, den persönlich zu treffen ich mehrmals die Ehre hatte, hat ein neues Buch geschrieben. „Dem Leben entfremdet“ spiegelt die Entwicklung seines Denkens, das mit dem Buch „Der Verrat am Selbst“ begann. In all seinen Büchern umkreiste Arno Gruen das „Wie“ unseres Seins. Bescheiden schreibt er: “ich glaube, dass das jetzige Buch diesem Ziel gerecht wird.“


Und wie! Mir hat es die Augen geöffnet, wie seinerzeit „Der Fremde in uns“, ich habe durch dieses Buch erfahren, was ich immer schon geahnt hatte, aber nie so formulieren konnte, dass wir in dieser vollkommen durchkonstruierten Welt unfähig sind, lebendig, mitfühlend und empathisch die Wirklichkeit wahrzunehmen.

Wie wirklich ist denn die Wirklichkeit? Was ist Wirklichkeit?

„Wir glauben, unser Denken sei realistisch, wenn es von Mitgefühl befreit ist, von der Fähigkeit Schmerz zu teilen, Leid zu verstehen, und vom Gefühl der Verbundenheit mit allen Lebewesen. Denken wir aber ohne Mitgefühl, dann leben wir in einer Scheinwelt aus Abstraktionen, die Kampf und Konkurrenz zu den Triebkräften unserer Existenz machen....Diese Vorstellung eines Lebens ohne Mitgefühl ist auf Feinde angewiesen, ja, wir beginnen uns selbst durch das Feindbild, das wir heraufbeschwören zu definieren.“


Schon unsere Sprache, beweist er durch Vergleiche mit anderen, sogenannten primitiven Kulturen, ist eine Sprache die das Empathische mehr oder weniger ausklammert.Das abstrakte Denken, das Kognitive hat schon seit Jahrtausenden das Empathische in uns ersetzt und wir entfernen uns dadurch immer mehr von der gefühlten Wirklichkeit.


Wie wirklich ist denn die Wirklichkeit? Was ist Wirklichkeit? Und zwar dann, wenn wir von Geburt an dazu angehalten werden, die Welt so zu sehen, wie man sie uns vermittelt und uns vorschreibt.
Sehr beeindruckend war für mich zu erfahren, dass früheste Kindheitserinnerungen in unserer Sprache nicht reproduziert werden können, da die Sprache der Erwachsenen keine Kategorien für die intensiven Erlebnisse hat, die so typisch für die frühe Kindheit sind.

Ein großartiges, ein großes Buch das die Augen öffnet.

„Was so viele der angeblich primitiven Völker von denen der großen Zivilisationen unterscheidet. ist ihre Vielfalt bezüglich der Wahrnehmung der Welt und ihrer sprachlichen Fähigkeit, diese wiederzugeben.“
Ich glaube deshalb habe ich mich schon in jungen Jahren zur Poesie so hingezogen gefühlt, bin ihr bis heute geradezu verfallen.


In den schönsten Gedichten, zum Beispiel denen Rilkes, spürt man etwas von dieser anderen Wirklichkeit, der erahnten, eigentlichen, wahrhaftigen, nicht ausschließlich rational erdachten.
„Schmerz und Leid als Zeichen von Schwäche zu deuten, verfestigt deren Entwertung und zieht physiologische Konsequenzen nach sich, die sich wiederum in feindlichen Verhalten äußern.....Schmerz und Trauer wurden Anathema, zum Verfluchten der patriarchal geprägten Welt. Die Trias Leid. Schmerz und Trauer wird aus dem Bewusstsein verdrängt und muss, weil sie ständig das Männliche bedroht, unterdrückt werden.“


Ein großartiges, ein großes Buch das die Augen öffnet. Eine Fundamentalkritik an unserer Zivilisation, geschrieben von einem 90 jährigen, weisen und warmherzigen Mann.
Ich kann Euch dieses Buch nur wärmstens empfehlen.

Arno Gruen
Dem Leben entfremdet
(Warum wir wieder lernen müssen zu empfinden)
Klett-Cotta
ISBN 978-3-608-94746-5

mehr

16.10.2013 DIE MACHT DER STIMME

GFDK - Gottfried Böhmer

Die Stimme ist der Klang der Seele, sie gibt im Außen wieder, was Innen schwingt. Angelika Wende weiß das. Die ausgebildete Sprecherin und psychologische Beraterin arbeitet seit über 25 Jahren mit Stimme und Sprache. Mit ihrer warmen Altstimme und ihrer charismatischen Kamerapräsenz moderierte sie 13 Jahre lang das ZDF-Programm.

Sie war Sprecherin der heute-Nachrichten und gab vielen Beiträgen für Phönix und arte ihre Stimme. Heute bietet Angelika Wende in ihrer Wiesbadener Praxis Sprechtraining und psychologisches Coaching an.

Wir Menschen leben in der Sprache. Sie ist unser wichtigstes Mittel, Gedachtes und Gefühltes auszudrücken. Das macht sie zum einzigartigen Instrument unserer Kommunikation. Angelika Wende spricht aus Erfahrung: „Reines Sprechtraining, ohne die Persönlichkeit des Klienten einzubeziehen, ändert wenig und wirkt nicht nachhaltig. Der Raum, den die Arbeit mit Stimme und Sprache ausmacht, ist für mich enorm groß.

Eine Universalmethode, die bei allen Menschen gleich wirkt, gibt es meiner Erfahrung nach nicht. Die ganze Persönlichkeit entscheidet, wie das individuelle Training aussieht.“ Die Art und Weise, wie wir sprechen, sagt viel über uns und bestimmt, wie andere uns wahrnehmen. Wie ein Mensch spricht, gibt Hinweise auf sein Alter, sein Geschlecht und seine Herkunft. Gleichzeitig manifestieren sich in der Stimme auch wesentliche Charaktereigenschaften – etwa ob ein Mensch eher ängstlich oder gelassen ist, anderen gegenüber verschlossen oder offenherzig.

Besonders Dauerstress, Erschöpfung, Ärger, Kummer und Angst werden durch subtile Vorgänge in unserem komplexen Sprechapparat für andere hörbar. Sogar psychische und körperliche Erkrankungen schlagen sich in Stimme und Sprechweise nieder. Sprechwirkungsforscher konnten das eindeutig nachweisen.

„Stellen Sie sich einen völlig erschöpften Manager vor, der eine wichtige Präsentation halten soll. Er wird seine Kunden kaum überzeugen, weil man ihm anhört, dass er keine Energie mehr hat. Ein Politiker mit Kameraangst mag sein Programm im Schlaf abspulen können, steht er dann im Rampenlicht ohne seine Angst bearbeitet zu haben, fehlen ihm Glaubwürdigkeit und Charisma“, sagt die Trainerin. Eines ist für Angelika Wende klar: Unsere Stimme offenbart höchst Intimes – unsere Gefühle nämlich. Wer spricht, kann kaum verheimlichen, wie es ihm geht.

Umso unbegreiflicher ist es für Angelika Wende, wie wenig Menschen sich mit der eigenen Stimme und Sprechweise auseinandersetzen, sie bewusst wahrnehmen und trainieren.

Unsere Stimme und Sprechmuster vermitteln, neben Gestik und Mimik, ein Bild von uns selbst. Dieses Bild nehmen andere Menschen wahr. Sie sehen es, hören es – und bewerten. Wahrgenommenes schnell zu bewerten, war ein evolutionärer Vorteil. In der zivilisierten Gesellschaft ist es bisweilen ein Problem. Die Eigenschaften unserer Stimme wie Klang, Sprechduktus und Tonlage sind Werkzeuge der Persönlichkeit und formen und verfestigen sie zugleich.

Mit Stimme, Sprechweise und Wortwahl kommunizieren wir hörbar uns selbst. „Es kommt nicht nur darauf an, WAS wir sagen, sondern vor allem auch, WIE wir es sagen. Wie wir sprechen – wie laut, wie leise, wie schnell, wie tief, wie hoch – spricht vom Umgang mit uns selbst. Die Stimme ist der Klang unserer inneren Gestimmtheit“, davon ist Angelika Wende überzeugt, und das erfährt sie tagtäglich in ihrer Praxisarbeit.

Sprech- und Stimmtraining ist ein absoluter Mehrwert

Führungskräfte, PolitikerInnen, SängerInnen, Menschen aus unterschiedlichsten Berufen, aber auch BerufseinsteigerInnen und Azubis sind die Klienten der Trainerin. Bei allen zeigen sich schon nach kurzer Zeit positive Veränderungen, sowohl stimmlich als auch was das seelische Wohlbefinden und das Selbstwertgefühl angeht.

„Sprechen, Hören und Fühlen haben viel miteinander zu tun. Viele Menschen sprechen. ohne sich selbst bewusst zu hören. Hineinhören in sich selbst ist aber wesentlich, um sich selbst wahrzunehmen. Das Bewusstsein für uns selbst beginnt damit, uns zu hören, sprich - uns zuzuhören. Wir alle möchten gehört werden, wir möchten, dass man uns zuhört, dass man uns erhört, auch das.

Aber wie soll das gehen, wenn wir uns selbst nicht (zu)hören? Sich zuhören, sich sprechen hören heißt auch: Achtsam mit sich selbst zu sein. Um dann achtsam mit Stimme und Sprache umzugehen. Das macht in der Kommunikation mit anderen selbstsicherer und überzeugender“, sagt Wende.

Für wen lohnt sich also Sprechtraining?

„Für alle Menschen“, sagt Angelika Wende. „Die Stimme ist nicht nur das entscheidende Werkzeug von BerufssprecherInnen. Ob jemand  im Vertrieb arbeitet oder am Bankschalter steht, Reden, Vorträge und Präsentationen hält oder sich stimmlich häufig in Meetings und Verhandlungen behaupten muss, die Stimme wird beansprucht. Daher ist es wichtig, sie zu schulen und zu pflegen.“

Und funktioniert das bei jedem?

„Aber sicher“, lächelt Angelika Wende. „Wir haben enorme Spielräume, die Frequenz, mit der die Stimmlippen schwingen, zu verändern. Schon die allgemeine Körperspannung, die bei psychischen Belastungen auftritt, wirkt auf die vielen kleinen Muskeln, die am Entstehen der Laute beteiligt sind. Sind wir aus irgendeinem Grund verkrampft, verkrampft sich die Stimme. Was sich nicht ausdrückt, drückt sich ein. Hier setzt meine Arbeit an.

Ich doktere mit meinen Klientinnen nicht am Symptom herum, wir arbeiten gemeinsam neben dem konsequenten Sprechtraining an den Ursachen für stimmliche Defizite mit dem Ziel, nicht nur hörbar, sondern spürbar zu einem freieren und selbstbewussteren Menschen zu werden.

Meine KlientInnen gewinnen nicht nur stimmliche Überzeugungskraft, sie gewinnen innere Stärke, Lebensfreude, Kraft und den Mut, endlich sie selbst zu sein. Das ist ein Prozess und wie der sich vollzieht, weiß ich aus meiner eigenen Biografie und Lebenserfahrung“, lächelt die kraftvolle und empathische Trainerin.

Sprech-und Stimmtraining macht

selbstsicherer

charismatischer

redegewandter

erfolgreicher

Angelika Wende ist auch Botschafter der Gesellschaft Freunde der Künste.

Angelika Wende
Langgasse 20-22
65183 Wiesbaden
www.wende-praxis.de
aw@remove-this.wende-praxis.de

Termine nach Vereinbarung

Nachrichten, Stories, Meinungen und Unterhaltung

Freunde der Künste,
das Sprachrohr der Kreativwirtschaft

mehr

08.10.2013 Das Literaturfest in Frankfurt

GFDK - Gottfried Böhmer

Heute Abend geht es los. In Frankfurt treffen sich 1.500 Autoren auf rund 3.000 Veranstaltungen mit 300.000 Leseratten. Spannende Neuerscheinungen erwarten die Besucher auf der weltgrößten Bücherschau in Frankfurt. 7.100 Aussteller aus der ganzen Welt präsentieren in den kommenden fünf Tagen ihre Autoren und Publikationen.

Die ersten drei Messetage sind leider nur dem Fachpublikum vorbehalten, erst am Wochenende dürfen die Lesebegeisterten das Messegelände erobern. Eröffnet wird die Bücherschau am Dienstagabend von dem noch amtierenden Bundesaußenminister Guido Westerwelle.

Digitale Umwälzung führt zu neuen Geschäftsmodellen

Buchmesse-Direktor Juergen Boos spricht sogar von einer "neuen Gründerzeit". "Die Digitalisierung habe sowohl das Verlegen als auch das Verkaufen in der herkömmlichen Form definitiv verändert. Vor drei Jahren habe noch niemand Self-Publisher ernst genommen, heute stellen diese Autoren eine wachsende und ernstzunehmende Größe dar" sagte er der ARD.

Durch die Digitalisierung wird der internationale Vertrieb einfacher, so Boos; heute orientierten sich Verleger an Themen, nicht an Länder und ihren Grenzen. Das verändere nicht nur die Branche, sondern auch die Messe selbst:

Das sehen nicht alle so. Der Deutsche Buchhandel blickt angesichts der Digitalisierung in eine unsichere Zukunft. Während Amazon und Gesellen weiter wachsen verzeichnet der traditionelle Buchhandel für das laufende Jahr erneut ein Minus von gut fünf Prozent. Dazu sagte Gottfried Honnefelder, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels der Frankfurter Rundschau "Ich halte das für eine Zahl, über die man nachdenken muss."

Buchbranche macht sich aber Mut

Honnefelder zeigte sich dennoch optimistisch für den stationären Handel. Der FR sagte er: Bundesweit entstünden mit neuen Ideen neue Buchläden. "Mein Eindruck ist, dass jetzt die Stunde der inhabergeführten Buchhändler schlägt."

Kann die Deutsche Buchbranche vom Imageverlust der US-Bücherkrake Amazon profitieren? Zumindest ist sich die Branche einig, das Buch als Geschäftsmodell steht in Frankfurt wieder mal auf dem Prüfstand. Auch wenn die Deutschen zunehmend skeptisch gegenüber Amazon sind darf man sich nicht täuschen lassen, noch ist der US-Buchhändler die einzige nennenswerte Wachstumsgröße auf dem Buchmarkt. Weder der Skandal um die Leiharbeiter noch die NSA aktivitäten und Überwachungspraktiken des Internets haben daran etwas geändert.

Die Frage ist, wo wird gekauft?

Bisher liegen die Argumente bei Amazon. Wir können 24 Std. rund um die Uhr bestelllen, anderntags wird geliefert. Die FAZ stellte schon die Frage: Wer gegen Jeff Bezos (Amazon) Effiziensmaschine überhaupt noch eine Chance habe. Die Verlagsgruppe Weltbild mußte kurz vor der Frankfurter Buchmesse 2013 zugeben das sie in einer "prekären Lage" sei. Die Buchhandelsgruppe Thalia hat im Geschäftsjahr 2011/12 einen Vorsteuerverlust von 175 Millionen Euro gemacht und es werden bestimmt noch mehr werden.

Dazu schrieb die FAZ " Amazon ist der Supertanker; Weltbild und sein deutscher Wettbewerber Thalia sind im Vergleich dazu winzige Tretboote, in denen einem bei Sturm durchaus schlecht werden kann". Die Buchbranche in Deutschland muß umdenken.

Besser gut kopiert als schlecht kreiert

Was hat Amazon so stark gemacht? Einfach bestellen, schnell und gratis ausliefern. In den großen Ballungsgebieten und Städten kann der Deutsche Buchhandel sogar gegen Amazon gewinnen. Viele kleine Buchhandlungen setzen heute schon Fahrradkuriere ein, das hat den Vorteil dass das bestellte Buch sofern es auf Lager ist noch am gleichen Tag ausgeliefert werden kann. Und sollte es nicht auf Lager sein, kann es am nächsten Tag ausgeliefert werden, schneller ist Amazon auch nicht.

Mut machte der Branche am heutigen Dienstag eine Marktstudie der Beratungsgesellschaft PwC. Trotz rückläufiger Geschäfte im ersten Halbjahr erreiche der deutsche Buchmarkt im laufenden Jahr einen stabilen Umsatz von 9,6 Milliarden Euro.

Gottfried Böhmer

Nachrichten, Stories, Meinungen und Unterhaltung

Freunde der Künste,
das Sprachrohr der Kreativwirtschaft

 

 

mehr

30.09.2013 Der Herbst trübt unsere Antlitze

GFDK - Stefanie Tendler

Warum überfällt sie uns jedes Jahr wieder und warum fällt es dem einen leichter und dem anderen schwerer mit ihr Freundschaft zu schließen? In Fachkreisen schimpft man sie als saisonal affektive Störung oder saisonal affektive Depression und bereits in der Antike war sie berüchtigt, dennoch ist sie alljährlich erneut ein Überraschungsgast, der sich hartnäckig bei uns einnistet und mehrere Monate nicht von unserer Seite weicht.

Können wir uns nicht versuchen auf den herbstlichen Besuch vorzubereiten, uns gar auf ihn zu freuen? Auf eine gewisse Weise gestaltet er unser Leben bunter, abwechslungsreicher, färbt es in den buntesten Tönen und bringt die Hydraulik in die Achterbahnfahrt unseres irdischen Daseins.

Ohne ihn wüssten wir die langen warmen Tage, die uns der Sommer beschert vermutlich gar nicht richtig zu schätzen. Dennoch fällt es uns schwer die Kälte und Nässe, die der Herbst mit sich bringt, anzunehmen und die Dunkelheit, die uns morgens beim Aufstehen empfängt und abends nach Hause begleitet als treuen Kumpanen zu akzeptieren.

Es fällt uns von Tag zu Tag schwerer morgens die Decke abzustreifen und einen neuen Tag zu begrüßen, denn die Müdigkeit lässt sich ohne das lebensnotwendige Vitamin D kaum abschütteln. Der Herbst trübt unsere Antlitze, färbt sie in einem grau, das in unterschiedlicheren Nuancen und Abstufungen zu keiner anderen Jahreszeit vorkommt, nichts desto trotz ist es die Zeit in der die Nähe zu unseren Mitmenschen uns mit Energie auflädt und für etwas Ausgleich in dieser alltäglichen Grauheit sorgt.

Es ist wichtig diese Jahreszeit auszunutzen um etwas näher zusammenzurücken, um mit dem Partner zu kuscheln, sich Wärme zu spenden und die bunte Melancholie der herbstlichen Tristesse zu genießen! Es gibt kein Entkommen, sie überkommt euch ohnehin alle Jahre wieder...

Bangkok/Berlin - Mit dem gereiften Blick einer Wiederkehrenden fallen Stefanie Tendler Ähnlichkeiten auf

http://www.freundederkuenste.de/aktuelles/reden-ist-silber/meinung/bangkokberlin-mit-dem-gereiften-blick-einer-wiederkehrenden-fallen-stefanie-tendler-aehnlichkeit.html

mehr

29.09.2013 Anna Bergmann eröffnet die Saison mit Ibsens „Frau vom Meer“

GFDK - Liane Bednarz

Trance. Morbidität. Halbdunkelheit. So beginnt Ibsens „Frau vom Meer“ in der Interpretation von Anna Bergmann. Die Saison 2013/14 am Wiener Akademietheater ist eröffnet. Mit einem Zeitlupen-Prolog. Einem stillen Tanz, Ibsens Worten vorangestellt. Der Blick geht auf die gemauerte nackte Bühnenrückwand. Links ein Aquarium auf einem weißen Sockel im klassizistischen Stil (Bühne: Ben Baur). Gelb-grün angestrahlt. Überall auf dem Fußboden: Vasen mit Blumen. Weiß. Rosa. Lila. Und mit norwegischen Fähnchen. Klingt nett, weckt aber Assoziationen von Friedhof und Beerdigung. Am rechten Bühnenrand: ein braunes Piano samt Schemel. Noch mehr Blumen.

In diese stille Szene hinein erklingen Akkorde von Lana del Reys „Video Games“. Verfremdet und düster. Eine Arbeit des Sounddesigners Heiko Schnurpel. Der Song wird neben dem Klassiker “Wonderful World“ als zweites Leitmotiv den Abend musikalisch begleiten. Alle Schauspieler der Inszenierung stehen auf der Bühne. Sie bewegen sich langsam, sehr langsam gemeinsam zur Musik und schwenken die Arme. Wie Untote. Interaktion gibt es nicht. Auf dem Boden zwischen Aquarium und Klavier liegt unbeachtet eine leblos anmutende, rothaarige Frauengestalt im bunten Seiden-Morgenmantel.

Meerfrau

Das im Jahre 1889 uraufgeführte Stück handelt von der „Meerfrau“ Ellida, die als Tochter eines Leuchtturmwärters an der Westküste Norwegens aufwuchs. Später ehelichte sie den gut situierten Arzt Doktor Wangel. Aus Vernunft. Allerdings zu einem für sie hohen Preis: Dem Entzug der Weite des offenen Meeres. Wangel nahm sie mit in seine Heimat, in die engen Schluchten eines Fjords. Und zu seinen zwei Töchtern. Die Patchwork-Idylle jedoch blieb aus. Keine Nähe, keine wirklichen Beziehungen entstanden. Das einzige gemeinsame Kind der Wangels verstarb im Säuglingsalter.

Anna Bergmann gelingt in Wien das Kunststück, aus einem zwar subtil psychologisierenden, aber handlungsarmen, selten gespielten Stück ein Psychodrama um eine Wahnsinnige zu machen, die am Tod des Kindes, einer langweiligen Ehe und - gleich einer im Fjord gestrandeten Nixe - am Verlust des offenen Meeres zugrunde geht. Der Preis, den die Regisseurin dafür zu zahlen bereit ist: fehlende Text- bzw. Handlungstreue beim Plot.

Gebannt starrt man mit schaudernder Faszination auf die immer schizoider werdende „Meerfrau“, großartig dargestellt von Christiane von Poelnitz. Die Sache wirkt echt. Geht an die Nieren. Diese Ellida ist eine psychisch schwer kranke Frau, die mit monströsen Stimmungsschwankungen die Familie malträtiert. Man könnte meinen, man wohne dem „Grande Finale“ einer Familienaufstellung bei. Regisseurin Bergmann spielt dabei gekonnt mit Assoziationen. Mit ihren langen kupferroten Haaren und ihren eleganten Kleidern (Kostüme: Claudia Gonzáles Espíndola) ist diese Ellida der Inbegriff der femme fatale, erinnert mit der Frisur und ihrem ätherischen Gesicht zugleich auch an Arielle, die zarte und schöne Meerjungfrau, zumindest dann, wenn sie ruhigere Töne anschlägt, was selten genug passiert.

Sturzbach

Ellidas Sehnsucht nach dem Meer wird im weiteren Verlauf zum emotionalen Crescendo, das immer rasanter anschwillt. Ein Gefühlssturzbach, der die elegante Welt der Wangels - visualisiert mittels strahlend weißer Rück- und Seitenwände mit edlen Bildern und Sprossenfenstern - überflutet.

Anna Bergmann dient die Kulisse zugleich als Leinwand für großflächige, rasante, die ganze Bühne ergreifende Video-Sequenzen (Sebastian Pircher, Impulskontrolle). Ellidas Vergangenheit. Die Hochzeit. Das quietschfidele Baby. Dessen Beerdigung. Und immer häufiger: das tiefblaue weite, offene Meer. Und Ellida mit vorgestreckten Armen auf den rauen Klippen. Bergmann spielt hier gekonnt mit dem „Holländer“ Motiv, mit der unentrinnbaren Sogwirkung der See.

Nur leider ist Ellidas Ehemann Wangel (Falk Rockstroh) keine maskuline Senta. Bergmann zeichnet ihn als gute Seele, als zunächst netten kauzigen Provinzarzt, der, emotional völlig überfordert, Ellida beständig und besorgt umtänzelt, der versucht, sie bei Laune zu halten, oder ihr, wenn das nicht gelingen will, Psychopharmaka verabreicht. Optisch mindestens 20 Jahre älter, mit wirrer Frisur, aber grauem eleganten Anzug unter dem weißen Kittel. Lieb, aber langweilig.

Die Restidylle, an der Wangel krampfig festhält, wird jäh zerstört, als Ellida ihm unvermittelt in einem Anfall von Hypernervosität erklärt, dass sie emotional unfrei und die gemeinsame Ehe eine Farce sei. Vor Jahren, noch vor der Ehe, habe sie sich mit einem Seemann verlobt. Dann aber habe ihr Auserwählter fliehen müssen, weil er an seinem Kapitän zum Mörder wurde. Die Rückkehr des Seemanns stünde nun bevor, noch in dieser Nacht. Und für jenen müsse sie frei sein, zumindest frei, sich für ihn entscheiden zu können. Deshalb müsse Wangel sie nun freigeben.

Psychothriller

In Ibsens Text taucht der Seemann wirklich auf und stellt Ellida vor die Wahl, mit ihm fortzugehen. Auch dort verlangt sie von ihrem Mann, sie freizugeben, was dieser schließlich tut. In einer recht abrupten Wendung entscheidet Ellida sich sodann, bei Wangel zu bleiben und wendet sich den Stieftöchtern endlich liebevoller zu. Friede, Freude, Patchwork. Also ganz untypisch für Ibsen; fast unglaubhaft.

Das findet offenbar auch Jungregisseurin Bergmann, von der Süddeutschen Zeitung „das explodierende Fräuleinwunder des deutschen Theaterbetriebs“ genannt. Kühn ändert sie die Handlung (Dramaturgie: Florian Hirsch). Die Rolle des Seemanns bleibt unbesetzt, offen sogar, ob er überhaupt je existiert hat. Seine bevorstehende Rückkehr jedenfalls ist nichts anderes als eine fixe Idee, ein Hirngespinst Ellidas, die schließlich zum wilden Tier wird.

Sie deliriert, sucht das tote Baby. Reißt mit der Kraft der Wahnsinnigen die schweren Planken des Parkettfußbodens raus, und lässt sie dann krachend niederdonnern. So stellt man sich heute Crack-Süchtige vor, wie ferngesteuert auf der Suche nach dem letzten Krümel Stoff. Aus dem zerstörten Fußboden quillt Wasser. Klar, das Meer, denn auch Fjorde bestehen aus Salzwasser, wenn auch in der Brack-Version. Und diese Vorboten des Meeres holen sich nun die Holländer-Ellida mit aller Macht zurück. Hat sie am Ende sogar ihr Kind selbst getötet? Die Regie deutet es an.

Coming-of-Age

Die verbleibenden Figuren kontrastieren scheinbar den Wahnsinn Ellidas, taumeln aber in Wahrheit ihrem ganz eigenen Abgrund entgegen. Das früh pubertierende Luder Hilde (Jasna Fritzi Bauer) räkelt sich in einer fulminanten Coming-of-Age Szene lasziv dem jungen Bildhauer und Tagträumer Lyngstrand (Christoph Luser) entgegen. Der erscheint als zappeliger Hipster mit kitschiger tannengrüner Haarsträhne im blonden Haar, der seine tödliche Lungenkrankheit fröhlich ignoriert und mit Hilde von einer gemeinsamen Zukunft träumt. Einer, die dann auch zerplatzt wie eine Seifenblase: Er hustet.  Spuckt Blut. Bricht zusammen. Alles aus.

Hildes Schwester Bolette (Alexandra Henkel), eine Spießerin, an der nur die Optik jung wirkt, gibt, nachdem sie bei Lyngstrand mit einem unbeholfenen Striptease-Versuch kläglich scheiterte, resigniert dem Werben ihres früheren Lehrers Arnholm (Tilo Nest) nach. Den hatte Wangel allerdings eigentlich nur zur Aufheiterung Ellidas eingeladen. Im Ursprungstext ist Arnholm eher putzig in seinem Werben um Bolette. In Wien sieht man ihn als fiesen und feisten Alterslustmolch, der am Piano ein Mischmasch aus „Video Games“, „Roxanne“ (Police) und „Kiss“ (Prince) zum Besten gibt. In seiner Schmierigkeit, Dumpfheit und grenzenlosen Selbstverliebtheit ist er allerdings etwas überzeichnet. Besonders, wenn er ins Aquarium steigt, untertaucht und vorher noch schnell sein Toupet abnimmt. Das wirkt recht komödiantisch. Fast slapstickhaft. Aber geschenkt.

Ein Highlight im Akademietheater ist wiederum der Auftritt des gerissenen Lebenskünstlers Ballested (Franz J. Csencsits), der sich im Verlauf des Stücks von einem tuntigen und exaltierten Esoteriktypen im Wallegewand optisch immer mehr Ellida annähert. Am Schluss kommt er gar im kupferroten Haar und schwarzem Pailletenkleid daher. Eine Mischung aus Rita Hayworth und Milva.

Brackwasser

Es kommt, wie es kommen muss. Wangel resigniert und besäuft sich. Torkelt volltrunken Arm in Arm mit Arnholm herum, um irgendwann auszurasten. Er schlägt Ellida. Und versucht verzweifelt, die herausgerissenen Planken wieder in den Fußboden einzusetzen. Es misslingt. Eine für den kurzen Moment scheinbar seelisch wieder aufgeräumte, frisch frisierte und adrett angezogene Ellida setzt sich am Ende zu ihm, bittet ihn ein letztes Mal, sie freizugeben. Und tatsächlich, Wangel kapituliert.

Wer das Originalstück kennt, schöpft noch einmal kurz Hoffnung. Vielleicht ist der Spuk jetzt vorbei. Doch dann kommt das grausame Erwachen. Ellida weiß mit ihrer frisch gewonnenen Freiheit nichts anzufangen. Erkenntnis. Dann Verzweiflung und allertiefste Depression. Jetzt kann nur noch der Tod Freiheit bedeuten. Sie bittet Wangel, sie zu erlösen, sie umzubringen. Und Wangel fügt sich. Er drückt Ellidas Gesicht in dieses elende Brack-Fjordwasser, das dort immerfort aus dem offenen Fußboden hervordringt.

Man kann über dieses neue Ende streiten. Eines ist Bergmanns ganz eigene Interpretation des Stücks in jedem Fall: konsequent. Konsequent durchdacht und mit großem Spannungsbogen. Atemlos wartet man stets darauf, wie schlimm der nächste Ausraster Ellidas sein wird. Der Versuch, aus dem etwas drögen Ibsen-Stück einen solchen Psychothriller zu kreieren, ist sehr gut gelungen. In einem ebenfalls dem Stück hinzugefügten Epilog erscheinen die noch Lebenden in Ballkleidung, in Smoking und großer Robe. Und schlendern erneut wie Untote umher. Nur Bollested steht entspannt in der Mitte und raucht. Vielleicht, weil er sich anders als die anderen nicht in eine von vornherein zum Scheitern verurteilte Beziehung geflüchtet hat. Großer Applaus zum Saisonauftakt.

Dr. Liane Bednarz studierte Rechtswissenschaften in Passau, Genf und Heidelberg. Sie wurde 2005 zum Dr. iur. promoviert und arbeitet als Rechtsanwältin im Bereich "Mergers & Acquisitions". Liane Bednarz war Stipendiatin der Konrad-Adenauer-Stiftung.

Nachrichten, Stories, Meinungen und Unterhaltung

Freunde der Künste,
das Sprachrohr der Kreativwirtschaft

 

mehr

24.09.2013 Beruhigt, enttäuscht aber auch

GFDK - Gottfried Böhmer

24. September 2013 - SPÄTE EINSICHT NACH DER WAHL

Die Rechnung wir sind die Guten und allen anderen moralisch überlegen ist nicht aufgegangen.
Der schleswig-holsteinische Energie- und Umweltminister Robert Habeck sagte heute dem Spiegel. "Wir haben skeptische Wähler mit unserer trotzigen Art für blöd erklärt." " Die Partei habe "ein Vorschreiber-Image" und "etwas Spießbürgerliches" erworben, "das wir nie sein wollten". Durch das Wahlprogramm der Grünen ziehe sich "die moralische Erziehung des Menschengeschlechts".

11. September 2013. Grüne Verbots-Partei wird abgestraft? 11 Tage vor der Bundestgswahl kommen die Grünen noch auf 9 Prozent in der Forsa-Umfrage. Das sind immer noch 9 Prozent zu viele Stimmen für eine Partei die mir ihre weltanschauung aufzwingen will.

Vor den Wahlen, ist nach den Wahlen. Seit dem 1. Mai 2013 hat NRW unter Führung der SPD im Verbund mit der grünen Verbotspartei das strikte Rauchverbot für alle gastronomischen Betriebe eingeführt. Damit wurden alle gastronomischen Betriebe, die sich als Raucherclubs auswiesen illegal und es dürfte, wenn es nach den Grünen geht, auch noch so weit gehen, dass der Raucher an sich demnächst illegal ist.

Wie man hört, haben diese schon umfangreiche Umerziehungspläne (Lager?) in der Schublade. Nun sind die ersten Monate vergangen und in NRW haben schon etliche Betriebe (ehemalige Kommunikationsinseln der guten Nachbarschaft pleite gemacht.) Für die süchtigen Täter (Raucher) brechen nun nach den Sommermonaten aber schwere Zeiten an, da die Außengastronomie sich dem Ende zuneigt.

Matthias Johann, Kölner Vize-Geschäftsführer des Hotel & Gaststättenverbandes hatte schon im Mai verärgert reagiert, der Welt sagte er, "in den klassischen Eckkneipen verkehren rund 10 mal so viele Raucher wie Nichtraucher". Für Johann geht es schon lange nicht mehr um den Nichtraucherschutz "jetzt geht es nur noch um die Umerziehung der Süchtigen".

Rot-Grüne Diktatoren

Die Rot-Grünen Diktatoren wollen sogar das Denunziantentum wiederbeleben. Offen erklärten sie, dass sie bei Verstößen auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen seien. Im kommenden Herbst und Winter wird es die vielen Jazz & Musikclubs in Köln, Düsseldorf, im Ruhrgebiet und anderswo hart treffen, da diese Clubs erfahrungsgemäß von vielen Rauchern aufgesucht werden. Den Hütern der korrekten politischen Gesinnung in NRW unter Federführung der Grünen, geht es anscheinend um die Durchsetzung einer fanatischen Ideologie.

Der Winterurlaub in Bayern wird nach Österreich ausgelagert

Ich möchte mal daran erinnern, dass die Grünen an jeder freien Ecken Drogenkonsumräume schaffen wollen, aber die letzten freien Rückzugsräume für Raucher mit allen Mitteln bekämpfen. Die Intoleranz der Grünen degradieren die Raucher in Deutschland zu Menschen zweiter Klasse. Die Tyrannei der vermeintlichen Mehrheit gegenüber der Minderheit ist aber langfristig zum Scheitern verurteilt. Der Winterurlaub in Bayern wird nach Österreich ausgelagert.

Und da spreche ich aus eigener Erfahrung, übernachten tun wir zwar noch im bayrischen Mittenwald, zum Ausgehen fahren wir aber ins benachbarte Seefeld auf österreichische Seite. Zum Shoppen mit anschliessenden geselligen Essen und Trinken, geht es nicht mehr nach Garmisch, sondern nach Innsbruck.

Was soll daran auch gut sein? Ein Kaffee ohne Zigarrette? Beim Gläschen Wein sich das Rauchen verkneifen? Anscheinenden haben die Grünen vergessen, dass noch gute 40% unserer Mitbürger das nicht missen wollen. Und so geht die Städtetour eben nicht mehr nach Köln oder Düsseldorf, sondern nach Salzburg, Wien oder Innsbruck. Und die Kegelclubs werden bestimmt keine Stationen mehr in NRW-Städte planen, wo ihnen die Regulierungswut der grünen Bevormundungspartei die gute Laune verdirbt.

Grüne Erlösermodelle und heile Welt Versprechungen

Das grüne Erlösermodell grenzt an eine fanatische Ideologie und hat nichts mit dem Schutz der Nichtraucher im Sinn. Die grünen Hüter der politisch korrekten Gesinnung haben per se schon seit langem ein Problem mit Menschen, die ihrem Weltbild und heile Welt Versprechungen misstrauen, weite Teile der Bevölkerung werden diskriminiert und entmündigt. Zudem haben die Grünen nicht nur in der Raucherfrage Schwierigkeiten mit Auffassungen, die ihrer eigenen widersprechen. Der grüne Gesundheitsrassismus degradiert den Raucher zu einem Menschen zweiter Klasse.

Im Juni 2013 wollten die GRÜNEN dem Neusser Bürgermeister Herbert Napp das Rauchen in seinem Dienstzimmer sogar per Gerichtsbeschluß verbieten lassen. Während der Nichtraucherschutz-Debatte im Düsseldorfer Landtag platzte dem FDP-Abgeordneten Joachim Stamp der Kragen. Er beschimpfte die Grünen als "Abbild eines neuen deutschen Spießertums".

Ihnen gehe es nicht um den Nichtraucherschutz, sondern um Umerziehung, sie seien autoritäre Moralisten, "eine Art ÖDP mit Dienstwagen", die ihre wohl altersbedingte Abstinenz nun der ganzen Gesellschaft verordnen wolle.

NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) hatte die Städte und Gemeinden genötigt, die Einhaltung des Nichtraucherschutzgesetzes, das im Mai in Kraft trat mit allen Mitteln durchzusetzen. Sämtliche Ausnahmeregelungen, die die schwarz-gelbe Vorgängerregierung geschaffen hatte, gelten nicht mehr. Den Wirten drohen die GRÜNEN Bußgelder bis zu 2500 Euro an, im Wiederholungsfall drohten sie mit dem Entzug der Konzession.

Stellungsnahme in der RP

Karl-Josef Laumann, Chef der CDU-Fraktion im Düsseldorfer Landtag, kritisierte das neue Nichtraucherschutzgesetz. "Mit der Verschärfung des Rauchverbotes setzt Rot-Grün seine Politik fort, freie und mündige Bürger von oben herab per Gesetz zu bevormunden, zu erziehen und ihnen die Entscheidungsfreiheit zu nehmen", sagte der Unionspolitiker.

Dietmar Brockes, Landtagsabgeordneter der FDP, erklärte, die SPD gönne "dem einfachen Bürger nicht mehr das Feierabendbier mit Zigarette am Tresen". Kai Schmalenbach (Piratenpartei) bemängelte, SPD und Grüne hätten das Gesetz mit der "Holzhammermethode" durchgeboxt.

Ein Sargnagel in unsere freie Gesellschaft

Und daran möchte ich auch erinnern: die Politik hat die Aufgabe für alle Bürger einen Ausgleich zu schaffen und somit für den vielbeschworenen sozialen Frieden zu sorgen. Mit der totalen Abschaffungen der Raucherräume hat die Rot-Grüne Regierung in NRW nach meiner Meinung der Demokratie einen Bärendienst erwiesen. In wenigen Tagen wird in Deutschland gewählt und jede Stimme für die Grünen ist ein Sargnagel in unsere freie Gesellschaft.

Gottfried Böhmer

Berlin 9. November 2008 - Witz der Woche:

Von guten Menschen und Experten. Schoko-Zigaretten sollen verboten werden.

Krebsforscher und Verbraucherschützer haben ein Verbot von Schoko-Zigaretten in Deutschland gefordert. Zigaretten aus Schokolade oder Kaugummi führten bei Kindern später häufig zum Rauchen, teilten das Deutsche Krebsforschungszentrum und der Verbraucherzentrale Bundesverband mit.

Durch den Konsum und das Spielen mit zigarettenähnlichen Süßwaren lernten Kinder, Rauchen als normales Verhalten und harmloses Vergnügen anzusehen. Die Experten verwiesen auf eine repräsentative Umfrage aus den USA.

Was sagen die Rheinländer dazu? Dazu fanden wir folgendes in der Rheinischen Post. Experten sind Experten, weil sie Expertenwissen haben: Kluge Köpfe aus der Jugendsoziologie etwa haben jetzt festgestellt: durch Schoko-Zigaretten wird man nicht zum Raucher.

Beruhigt, enttäuscht aber auch

Das beruhigt, enttäuscht aber auch etwas. Können wir uns jetzt doch die Hoffnung abschminken, dass man nach dem Genuß von Hähnchenfleisch fliegen kann? Oder, essen Sie also ruhig Hamburger, Sie müssen nicht umziehen. Gönnen Sie sich Sauerbraten – Sie werden ihre gute Laune nicht verlieren.

Nachrichten, Stories, Meinungen und Unterhaltung

Freunde der Künste,
das Sprachrohr der Kreativwirtschaft

 

mehr
Treffer: 955