Reden ist silber, Schreiben ist gold

20.05.2014 Teilgenommen für Deutschland hat Frau Angela Merkel

Günter Verheugen - Redaktion GFDK

Günter Verheugen, einst EU-Kommissar, hat einen offenen Brief an Helmut Schmidt veröffentlicht. Er macht auch Deutschland und Angela Merkel für die Krise in der Ukraine verantwortlich. Verheugen widerspricht Helmut Schmidt, der letzte Woche die EU Beamten und Kommissare in der Verantwortung sah.

Bei dieser Gelegenheit möchten wir darauf hinweisen, dass die Freunde der Künste schon am 22. April 2014 genau das veröffentlicht haben, was nun Günter Verheugen bestätigt. Entgegen den gesamten deutschen Leitmedien haben wir ausführlich darauf aufmerksam gemacht, das dass Assoziierungsabkommen der EU mit der Ukraine der Ursprung der Krise ist.

Anmerkung unseres Redaktionsleiters Gottfried Böhmer am 22. April 2014

"Um die Lage zu überblicken sollte man vielleicht noch einmal zurückblicken. Ausgangslage der heutigen Situation ist das Assoziierungsabkommen der EU mit der Ukraine, das weder der Präsident noch das Parlament der Ukraine ratifizieren wollten.

Daraufhin wurde zunächst mit Unterstützung der EU, der Konrad Adenauer-Stiftung und den USA, die sich von Georg Soros , den US-amerikanischen Organisationen National Democratic Institut (NDI) und dem International Republican (IRI) vertreten ließen eine "friedliche Besetzung" des Maidan organisiert mit dem Ziel, Präsident Viktor Janukowitsch zu stürzen und durch Neuwahlen eine Regierung zu bekommen, die das Assoziierungsabkommen mit der EU unterschreibt

Die New York Times hat  über diese Organisationen 2011 geschrieben, dass sie zu den Vorreitern und Unterstützern des "Arabischen Frühlings" gehören und eng mit dem US-Aussenministerium zusammen arbeiten.  Den Arabischen Frühling können sie sich jetzt mal gerne in Ägypten, Syrien und Libyen anschauen. Mord, Totschlag und das totale Chaos haben sie hinterlassen. Das war wohl auch für die Ukraine vorgesehen".

"Derweil versuchte die Merkel-Regierung den Preisboxer Witali Klitschko als möglichen Präsidenten aufzubauen. Nur zu dumm, dass der zwar gut schlagen, aber nicht sprechen kann, es reicht zu Werbesprüchen, aber nicht zu mitreißenden Reden. Am 8. Dezember 2013 schrieb der Spiegel "Merkel kämpft für Klitschko". Die Merkel-Regierung und Europas Konservative wollen Vitali Klitschko nach SPIEGEL-Informationen gezielt zum neuen starken Mann in Kiew aufbauen.

So wie es ausieht, wollte Merkel die Ukraine  mit Volldampf in das Assoziierungsabkommen zwingen. Darüber hatte sich Georg Friedmann von der US-Denkfabrik STRATFOR sehr gewundert "Deutschland spiele ein komplexes Spiel" schrieb er. Vielleicht hätten die Schreihälse à la Claus Kleber und Co sich mal auch wundern sollen bevor sie allesamt einstimmig im vorauseilendem Gehorsam das Lied der EU-NATO und der Bundesregierung sangen".

Reuters meldete am Montag dem 9. Dezember 2013
"Auf dem Unabhängigkeitsplatz in Kiew hatten bereits vor einer Woche 350.000 Menschen gegen die Entscheidung von Janukowitsch protestiert, ein Assoziierungsabkommen mit der EU in letzter Minute platzen zu lassen".

Hier sei erwähnt, dass anscheinend kein einziger deutscher Journalist die 1500 Seiten des von der EU vorgelegten Abkommens gelesen hat. Hätten sie es mal gelesen, dann wäre ihnen klar geworden, dass Russland das nicht zulassen kann, weil dieser Vertrag elementare russische Interressen verletzt.

Wie besoffen war man in Brüssel? oder war Merkel besoffen?

Lieber Helmut Schmidt,

ich teile die große Sorge, die Lage in Europa könnte weiter eskalieren. Dennoch: Es ist schlicht falsch, die EU-Kommission als "größenwahnsinnig" zu bezeichnen, ihr Inkompetenz zu unterstellen und dafür die europäische Außenpolitik gegenüber der Ukraine oder Georgien als Beweis anzuführen. Noch immer sind die Mitgliedstaaten die Herren aller Verträge. Die entscheiden, nicht die Kommission.

Zur Erinnerung: Der Weg zur Assoziierung der Ukraine (und auch Georgiens) an die EU wurde unter deutscher EU-Präsidentschaft im Juni 2007 eingeschlagen. Grundlage dafür war ein Bericht, der - nicht öffentliche - Verhandlungsleitlinien zur Vertiefung der Beziehungen niederlegte sowie ein Beschluss der EU-Außenminister (damals Frank Walter Steinmeier) für Deutschland), den alle EU-Staats- und Regierungschefs billigten.

Unter Vorsitz der deutschen Bundeskanzlerin Merkel wurde der Kommission der Auftrag erteilt, Verhandlungen über vertiefte Beziehungen zu führen und das Mandat definiert. Der europäischen Nachbarschaftspolitik wurde "überragende" Bedeutung zugesprochen. Zudem waren die Staats- und Regierungschefs einhellig der Auffassung, dass das Abkommen mit der Ukraine "Modellcharakter" haben könnte (Beschluss der Staats- und Regierungschefs vom 21/22. Juni 2007).

Teilgenommen für Deutschland hat Frau Angela Merkel

Im Juni 2008 wurde durch die EU-Staats- und Regierungschefs die Östliche Partnerschaft ins Leben gerufen. Diese griff den Wunsch vieler Nachbarländer nach engerer Zusammenarbeit mit der EU auf und beantwortete ihn positiv. Formell von Polen und Schweden vorgeschlagen, hatte die Große Koalition in Berlin dieses Konzept von Anfang an ausdrücklich befürwortet.

Auf einem Gipfeltreffen der EU-Staats- und Regierungschefs am 7. Mai 2009 in Prag wurde gemeinsam mit Vertretern der östlichen Nachbarländer, einschließlich Ukraine, einschließlich Georgien, folgendes erklärt:

"Das Hauptziel der Östlichen Partnerschaft besteht darin, die notwendigen Voraussetzungen für die Beschleunigung der politischen Assoziierung und der weiteren wirtschaftlichen Integration zwischen der Europäischen Union und interessierten Partnerländern zu schaffen." Teilnehmerin für Deutschland: die Bundeskanzlerin. Auch der darauffolgende Gipfel der EU-Staats- und Regierungschefs im Juni 2009 begrüßte das Vorhaben ausdrücklich.

Auf diesen Grundlagen hat die Kommission die Verhandlungen um ein Assoziierungsabkommen mit der Ukraine, aber auch mit Georgien und anderen östlichen Nachbarn der EU geführt.

"Berlin hat das betrieben - Warnungen wurde nicht zugehört"

Das Abkommen mit der Ukraine wurde im März 2012 paraphiert. Auch dafür brauchte es einen einstimmigen Beschluss aller EU-Außenminister. Das gilt ebenfalls für die Unterzeichnung. Es war zunächst auch nicht die Ukraine, sondern die EU, die die Unterschrift unter dieses Abkommen im Jahr 2012 verweigerte (informell im Mai 2012, offiziell im Dezember 2012).

Das kann der Kommission nicht allein angelastet werden. Die Außenminister, die Staats- und Regierungschefs, ja auch die breite Mehrheit des Europäischen Parlamentes hatten der Ukraine zusätzliche Bedingungen gestellt, darunter, man erinnere sich bitte, die Freilassung von  Julija Tymoschenko, (Anmerkung der Redaktion beste Freundin von Angela Merkel die die Russen am liebsten mit Atombomben ausradierten möchte)

Damit hat die EU 2012 eine wichtige europäische Zukunftsentscheidung, die damals völlig unstrittig mit Moskau war, geopfert. Berlin und andere haben das betrieben, aus purer Parteipolitik, und weil die Ukraine nicht jeden EU-Staat interessierte. Warnenden Stimmen, aus Polen, dem Baltikum, aus Bulgarien, wurde weder im Kreis der Mitgliedstaaten noch im Parlament zugehört.

Russland wurde nicht mehr gefragt

Der Konflikt mit Russland entwickelte sich im Jahr 2013, als beide Seiten, sowohl die USA und die EU auf der einen Seite als auch Russland auf der anderen Seite, die geplante EU-Assoziierung der Ukraine zum geopolitischen Entweder-Oder hochstilisierten. Da haben nicht größenwahnsinnige Beamte oder inkompetente Kommissare mitgemacht, sondern die politisch Verantwortlichen in der Europäischen Union.

"Den amtierenden Regierungschef zum politischen Gegner erklärt und mit der damaligen Opposition in der Ukraine paktiert"

Noch im September 2013 hatte die ukrainische Regierung, trotz des Drucks aus Moskau, an der Assoziierung festgehalten und das, obwohl die EU durch ihre Parteinahme für Tymoschenko faktisch den amtierenden Regierungschef zum politischen Gegner erklärt hatte und längst mit der damaligen Opposition in der Ukraine paktierte.

Die Haltung der ukrainischen Regierung änderte sich erst, als das Land auch in die wirtschaftliche Schieflage geriet und niemand in der EU das ernst nahm. Zudem hat die EU im Jahr 2013 kein Gespräch mit Russland gesucht, und auch das kann nicht der Kommission allein angelastet werden.

Mit Russland wurde schlicht nicht darüber geredet, was die Assoziierung der Ukraine (und anderer) politisch und wirtschaftlich bedeutet. Russische Bedenken, dass sich dadurch der Handel mit der Ukraine verschlechtern könnte, wurden vom Tisch gewischt. Schließlich gab es eine Analyse aus Deutschland, die das Gegenteil behauptete.

Und zur Wahrheit gehört auch, dass der damalige ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch
die Unterschrift unter die Assoziierung mit der EU im November 2013 in Vilnius zwar aussetzte, aber dennoch Anfang Dezember nach Brüssel fuhr, in der vergeblichen Hoffnung auf finanzielle Unterstützung seines nahezu bankrotten Landes durch die EU. Erst danach fuhr er nach Moskau.

EU-Politiker  haben sich offen mit dem sogenannten Euro-Maidan solidarisiert

Auch die nachfolgenden schwerwiegenden Fehler der EU sind nicht auf Brüsseler Bürokratenmist gewachsen. EU-Politiker, nicht Beamte, haben sich offen mit dem sogenannten Euro-Maidan solidarisiert und nicht gesehen oder sehen wollen, dass es sich weder um eine landesweite noch um eine homogene Bewegung handelte. Europäische Politiker erwiesen sich als blind für die innenpolitischen Spannungen zwischen der Ost- und der Westukraine.

"Ein Gutteil der Verantwortung dafür liegt in Berlin"

Ohne Not wurde die neue ukrainische Regierung nach der Entmachtung Janukowytschs sofort rückhaltlos unterstützt, obwohl diese Regierung noch nicht einmal im eigenen Land das Vertrauen der Mehrheit genießt, antirussisch ist und ihr völkisch gesinnte Kräfte angehören. Weil europäische politische Eliten nur noch in Kategorien wie prorussisch und proeuropäisch denken konnten und den Konflikt statt den Dialog mit Russland bevorzugten, haben sie - und nicht die Brüsseler Bürokraten - die schwerste Krise in Europa in diesem Jahrhundert mit ausgelöst. Ein Gutteil der Verantwortung dafür liegt in Berlin.

Anmerkung der Redaktion:

Dazu hatten wir geschrieben: "Viele Beobachter hat es sehr erstaunt, wie schnell die EU-USA die Putschregierung des neuen Ministerpräsidenten Arsenij Petrowytsch Jazenjuk anerkannt haben. Dabei hätten sie nur ein paar Jahr zurückschauen müssen. Von Dezember 2007 bis September 2008 war Jazsenjuk Präsident des ukrainischen Parlaments. Mit seinen seinerzeitigen politischen Weggefährten, Staatspräsident Victor Juschtschenko und Julija Tymoschenko
plante er im Januar 2008 ein politisches Komplott.

Ohne das Parlament zu informieren, haben die drei NATO-Glücksritter einen Brief an die NATO unterschrieben, in dem sie offiziell um die Aufnahme der Ukraine in den Nato-Beitrittsprozess baten. Jazenjuk löste daraufhin eine Parlamentskrise aus und wurde aufgefordert seine Unterschrift zurückzuziehen. Was er bis heute nicht getan hat.

Arsenij Jazenjuk, Washingtons und Berlins ukrainischer Statthalter

Nachdem der Natoverschwörer Ende 2008 zurücktreten mußte, und in den Folgejahren bis zum Putsch am 27.2.2014 kein Regierungsamt mehr hatte, kam nun seine große Stunde. Die Financial Times bezeichneten ihn als Favoriten der Amerikaner. So weit liebe Leser, zu den Hintergründen dieses abgekarteten EU-NATO-Spiels".

Verheugen "Aber, und in dem Punkt bin ich einig, solange wir weiter, wie die "Schlafwandler", in dieser Entweder-oder-Ideologie befangen, außenpolitisch durch die Gegend taumeln, verschärfen wir die Lage täglich mit. Prorussisch und proeuropäisch sind keine Gegensätze, denn auch Russland ist Teil Europas. Das ist übrigens Georgien auch, lieber Helmut Schmidt, einst Teil der griechischen Antike (der Felsen des Prometheus befindet sich im heutigen Georgien).

Politisch betrachtet ist Georgien seit 1999 Mitglied im Europarat, dem nur europäische Völker angehören dürfen, mit deutscher Zustimmung übrigens (Regierung Schröder. Es ist Teil der östlichen Partnerschaft, die aus guten Gründen politisch ins Leben gerufen wurde.

Heute hat das georgische Volk besseres verdient, als nun wegen der Fehler gegenüber der Ukraine und gegenüber Russland geopfert zu werden. Aber auch das zeigt die Krise in der Ukraine: Wir brauchen den "Ring der Freunde" dringender denn je. Das ist und bleibt der Auftrag an verantwortungsvolle europäische Politik. Und dieser Ring der Freunde bleibt unvollkommen ohne die Ukraine, unvollkommen ohne Georgien, aber auch unvollkommen ohne Russland. Das ist kein Größenwahn, das ist bitterstes Gebot der Vernunft".

Günter Verheugen

 

Gottfried Böhmer ist seit 1997 künstlerischer Direktor der Gesellschaft Freunde der Künste und Redaktionsleiter der GFDK.

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18.05.2014 Spott und Verachtung

Rainer Kahni und Gottfried Böhmer

Rainer Kahni, ich bin ein leidenschaftlicher Europäer und Anhänger des europäischen Gedankens. Doch die Gründerväter eines friedlichen, vereinigten und freiheitlichen Europa hätten sich in ihren kühnsten Träumen nicht vorstellen können, was die Politiker und Bürokraten aus den römischen Verträgen des Jahres 1950 gemacht haben.

Das Ziel war nach den Erfahrungen von zwei entsetzlichen Weltkriegen, ein für allemal den Frieden in Europa zu sichern. Stattdessen betreiben die Bürokraten und Politiker eine aggressive Expansionspolitik der EU, die zur Konfrontation mit Russland führen musste, nur um der Macht, des Einflusses und der Märkte Willen.

Die Aufnahme von weiteren Ländern in die EU ist durch nichts demokratisch legitimiert. Das europäische Parlament wird von Parteien besetzt, die Abgeordneten werden nicht direkt gewählt. Diese Abgeordneten haben dazu noch wenig zu melden, sie wählen keine EU - Kommissare und auch nicht den Kommissionspräsidenten. Es scheint fast so, als ob Europa zum Spielfeld der Lobbyisten geworden ist. NEIN, DIESES Europa haben die Gründerväter von Rom nicht gewollt.

Anmerkung der GFDK Redaktion:

754 Abgeordnete wollen am 25. Mai 2014 von den Bürgern Europas gewählt werden. Sie produzieren gigantische Kosten und verabschieden Gesetze über die man nur den Kopf schütteln kann.

Spott und Verachtung

Schauen wir mal nach den Spitzenkanditaten für die die "Financial Times" nur Spott und Verachtung übrig hat. Über Martin Schultz (Sozialisten), Guy Verhofstadt (Liberale) und Jean Claude Junker (Konservative) schrieb das Blatt. "Die Rückkehr der Männer von gestern" titelt das Wirtschaftsblatt aus London. Die drei Führungs-Figuren seien symptomatisch für "die sich weitende Kluft zwischen der politischen Elite Europas und den Wählern".

Wir werfen mal ein Auge auf Martin Schulz, Europas Ober-Sozialisten, der zwar nicht mit politischem Können aufwarten kann, dafür aber mit dicken Sprüchen ("Ich schwitze den Machtanspruch aus jeder Pore"), er nennt andere EU-Politikdarsteller auch gerne "Pfeifenheini", "Rindvieh" oder "dumme Gans". Martin Schultz hält sich für die einzig wahre Größe in Brüssel. Und er macht allen klar, dass nur er zum neuen Präsident der EU-Kommission taugt.

Zitat: „Es gibt eigentlich nur eine Lösung: Ich muss an die Macht."

Kommentar der "Financial Times": "Der neue Kommissionspräsident muss ein effektiver Team-Führer sein und kein lästiger Intrigant. Er muss ein guter Kommunikator sein und kein Dummschwätzer."

Dem Präsidenten des EU-Parlaments wird Eigenliebe, Machtgehabe und Wichtigtuerei unterstellt. Der Focus schrieb dazu: "Größer als sein Dominanzgehabe ist wohl nur noch seine Eitelkeit". Die Deutschen, auch die SPD Wähler sollten sich fragen ob wir so einen Mann an der Spitze Europas sehen wollen.

Die Öffentlichkeit wird nicht informiert

Und noch was: Martin Schultz vertritt keine deutschen Interessen, er will „Eurobonds“ durch die Hintertür einführen – indem er sie als „Schuldentilgungsfonds“ tarnt. Aus Östereich kam vor ein paar Tagen eine Meldung, die uns alle aufschrecken sollte. Das Wirtschaftsblatt schrieb. "Frankreich schlittert im Juni in die Pleite".

Wie die Europaabgeordnete Angelika Werthmann aus verlässlicher Quelle in Erfahrung gebracht haben will, wird Frankreichs Schuldenstand bis Juni auf 100 Prozent des BIP ansteigen.

Die EU-Kommission sowie die Staats- und Regierungschefs bereiten seit Monaten ein Rettungsszenario vor, anstatt die Öffentlichkeit zu informieren, heißt es in der OTS des BZÖ. Das BZÖ hat demnach erfahren, dass es im Juni zur Pleite kommt. Gerald Grosz kritisierte im Wirtschaftsblatt das Verhalten der nationalen Regierungen, die eine Veröffentlichung des Ausmaßes einer bevorstehenden Krise bis nach der Europawahl hinauszögern:

Das Volk wird hinters Licht geführt

"Die Menschen werden hier bewusst hinters Licht geführt sagte er. Die Auswirkungen einer Pleite Frankreichs und der damit verbundene Anstieg der Staatsschulden aller Mitgliedsstaaten wird exorbitant sein. Frankreich ist eine wichtige Säule. Da hilft kein einfacher Rettungsschirm. Im Vergleich dazu, wird Griechenland ein Lercherl gewesen sein."

Grosz vermutet, dass die Erhebung sämtlicher Steuerdaten (auch in Deutschland) durch den IWF, der G8 und der EU nur die Vorbereitung für den Zugriff auf das Vermögen der Menschen war. Träfe das ein, wären die Sparguthaben aller in Europa gefährdet.

Der deutsche Währungsexperte Prof. Dr. Bernd Ramb bestätigte dem Wirtschaftsblatt offenbar die Prognose und befürchtet eine Asymmetrie der gemeinsamen Schuldentilgung: "Die Rettungsversuche sind gescheitert. Die Beseitigung der Schulden wird ausschließlich die leistungsstarken Länder betreffen, denn die ärmeren Länder werden die Steuerlast nicht stemmen können."

Das Schweigen der deutschen Leitmedien: Die Redaktion der GFDK fragt sich zu recht, warum das letzte Woche weder der WELT, dem Spiegel, der FAZ, dem Handelsblatt und auch nicht der Süddeutschen Zeitung ein Wort wert war? Passt das gerade nicht in den EU Wahlkampf? Wollen die Herren sich erst mal in trockene Tücher bringen?

Und noch mal Schultz:

ZdK-Präsident: Polemik von Schulz verletzt Christen

Auf energischen Widerspruch der Kirchen ist die Forderung des Spitzenkandidaten der Sozialdemokraten für die Europawahl am 25. Mai, Martin Schulz, gestoßen, Kreuze und andere religiöse Symbole aus Behörden und Schulen zu verbannen.

Henryk M. Broder: "Schließlich handelt es sich hier um einen gigantischen Volksbetrug und die größte denkbare Volksverdummung seit dem Ende des real existierenden Sozialismus. Es wird uns eingeredet, es gebe in der EU demokratische Strukturen, das Ganze sei für Europa vorteilhaft und alles unter Kontrolle. Nichts davon stimmt. Brüssel ist die Zentrale einer neuen gesamteuropäische Adelskaste, die sich gegenseitig stützt und fördert: Die Berufseuropäer".

 

Rainer Kahni, besser bekannt als Monsieur Rainer, ist Journalist und Autor von Polit - und Justizthrillern. Er ist am Bodensee aufgewachsen, lebt jedoch seit vielen Jahren in Paris und bei Nizza. Seine Muttersprache ist deutsch, seine Umgangssprache ist französisch. Er ist Mitglied von Reporters sans frontières und berichtet für Print - Radio - und TV - Medien aus Krisengebieten.

Gottfried Böhmer ist seit 1997 künstlerischer Direktor der Gesellschaft Freunde der Künste und Redaktionsleiter der GFDK.

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17.05.2014 Steuerpflichtige deutsche Trottel

Rainer Kahni und Gottfried Böhmer

Die meisten Deutschen sind glücklich und zufrieden. Das zumindest lässt sich aus den Wahlergebnissen ablesen. Auf den Strassen herrscht geschäftiges Treiben. Da lässt es sich leicht arbeiten und agieren für jeden Politiker.

Sie können machen was sie wollen, sie können das Grundgesetz mit Füssen treten, sie lassen ihr Volk ausspionieren, sie zahlen die Verluste der Banken mit dem Geld der Steuerzahler, sie errichten Stacheldrahtzäune rund um Europa und jagen tausende von Menschen in den Tod.

Sie führen Kriege gegen den Willen des Volkes, sie halten den Bürgern eine gesetzlich zustehende Verfassung gemäss Artikel 146 GG vor, sie fördern die Unternehmen mit neun Millionen Billiglöhnern und Zeitarbeitern, sie fördern die Altersarmut, sie erfüllen nicht einmal die Mindestanforderungen an einen demokratischen Rechtsstaat durch Trennung von Legislative, Executive und Judikative.

Sie unterstützen die Kirchen mit Milliardenbeträgen und zahlen deren Pfarrer nach dem Beamtenbesoldungsgesetz, überhaupt können diese von niemand gewählten Politiker und Lobbyisten tun und lassen, was sie wollen, der deutsche Bürger mault zwar ab und zu, aber muckt nie auf. Und so wird das auch bleiben.

Der Generalsekretär der OECD Angel Gurría sagte am Dienstag, 13. Mai 2014 in Berlin: Gute Löhne. Ein faires Steuersystem. Gleiche Chancen. Ausreichende Bildungsinvestitionen. Nichts von dem sieht die OECD in Deutschland mehr gewährleistet.

Deutschland fördert das politisch korrekte Mittelmass

Gescheitere Leute wie ich haben gescheitere Bücher wie WEHRT EUCH geschrieben und auf all diese Missstände hingewiesen, doch es rührt sich nichts. Was soll man denn von einem Volk halten, das seine oberste Verwaltungsbeamtin als "Mutti" bezeichnet?

Das ist infantil und unreif, zumal diese Frau nichts mütterliches an sich hat, sondern nur eine masslos überschätzte überambitionierte Polit - Amateurin ist, die sich nur mit schwachen Hofschranzen umgibt. Deutschland fördert das politisch korrekte Mittelmass. WEHRT EUCH

Jakob Augstein schrieb am 15. Mai, "Ob die Sozialdemokraten in der Regierung saßen oder nicht - die soziale Schere hat sich in Deutschland immer weiter geöffnet. 1970 verfügte das oberste Zehntel der Gesellschaft über 44 Prozent des gesamten Nettogeldvermögens. 2011 waren es 66 Prozent. (Anmerkung der Redaktion, 2014 sind es vieleicht schon über 75 Prozen.)

Kein Wunder. Unser Steuersystem begünstigt die Unternehmen und die Reichen. Achtzig Prozent des Steueraufkommens stammen aus Lohn- und Verbrauchssteuern. Nur zwölf Prozent aus Unternehmens- und Gewinnsteuern. Die Arbeitnehmer wurden im Stich gelassen. Am schlimmsten haben die Gewerkschaften versagt".

Um es gleich vorweg zu sagen, das hier ist keine Neiddebatte. Hier geht es um Gerechtigkeit und das was in Deutschland passiert, immerhin haben wir mittlerweile eine Staatsquote von 81 Prozent, und das hat mit Gerechtigkeit nichts mehr zu tun. Das ist Ausbeutung.

Steuerpflichtige deutsche Trottel

Hier noch ein schönes Beispiel aus der letzten Woche wie hoch das Interesse der Politik ist, die ausgeplünderten Bürger zu entlasten. Die Bundesländer Hessen, Rheinland-Pfalz haben gemeinsam mit Bremen und Schleswig-Holstein im Bundesrat Vorschläge für ein einfaches Steuerrecht vorgelegt, das die Steuerpflichtigen deutschen Trottel entlasten sollte.

Das ganze war als parteiübergreifendes Projekt geplant. Aber es kam so wie es immer kommt. Das schwarz-rote Bundeskabinett hat die Vorschläge kategorisch abgelehnt. "Steuervereinfachungen an Sonntagen zu fordern, aber nicht einmal den kleinsten ersten Schritt zu tun, das ist enttäuschend" sagte der rheinland-pfälzische Finanzminister Carsten Kühl. Man kann es auch so zusammenfassen. Es besteht überhaupt kein Interesse das die Steuerzahler jemals entlastet werden.

DAX du hast die Gans gestohlen

Fast schon süffisant hat Augstein angemerkt, das der Bürger sich darauf verlassen hat, dass die Parteien, die Gewerkschaften und die Medien sich der Sache der Gerechtigkeit annehmen würden. Alle drei haben nach unserer Meinung die Bürger, den Steuerzahler regelrecht in die Pfanne gehauen.

Dazu ein paar schöne Zahlen: 1989 hat ein DAX Vorstand durschnittlich 500 000 DM verdient. 2010 verdiente ein DAX Vorstand im Durchschitt 6 Millionen Euro (12 Millionen DM) 1998 war das zwanzigmal so viel wie das Einkommen eines Arbeitnehmers, heute verdienen die Herren das zweihundertfache.

DAX du hast die Gans gestohlen, gib sie wieder her, sage ich.

Augstein schrieb: Die Medien und Gewerkschaften haben den Weg in die Ungleichheit freundlich begleitet. Ich gehe da noch weiter: Politiker, Gewerkschaften und die Leitmedien haben in gemeinsamer Zusammenarbeit dafür gesorgt, dass es ihnen sehr prächtig geht. Und man war sich einig, dass der Reichtum der "ihren" nur zu steigern ist, wenn die anderen (das Volk, der gemeine Bürger) arm werden und auch bleiben. GESCHAFFT.

In Deutschland, leben Millionen Menschen mittlerweile in (Einkommens-Armut) Der Großteil ihres Einkommens dient der Absicherung elementarer Lebensbedürfnisse, aber zu mehr reicht es auch nicht. Fast 40 Prozent der Deutschen verfügen trotz harter Arbeit über kein Vermögen, also nicht mal ein paar Spargroschen. Dank an die Bundesregierung und ihrer Vorgänger.

Der Schutz von Investoren ist das Ziel der Amerikaner

Und die nächste Schweinerei wird gerade hinter unserem Rücken vorbereitet. Das transatlantische Freihandelsabkommen kurz TTIP für Transatlantic Trade and Investment Partnership wird uns noch ärmer machen. VERSPROCHEN. Dass alle deutschen Großkonzerne das Abkommen lieber heute als morgen hätten, sollte nun niemanden verwundern.

Und warum werden auf Verlangen der USA die Verhandlungen über das Freihandelsabkommen GEHEIM geführt und nicht, wie in einer Demokratie üblich, öffentlich diskutiert, fragte unlängst unser Autor Rainer Kahni.

Die EU und Amerika verhandeln seit Juli 2013 über eine transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft (TTIP) unter Ausschluß der Öffentlichkeit. Der Vize-Kanzler Sigmar Gabriel lehnt die von Kritikern geforderte Abbruch der Verhandlungen mit den USA ab. Hat jemand was anderes erwartet? Und unsere Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat bis Ende 2015 einen Abschluss der Verhandlungen angekündigt. TOLL.

Der Vertraute des amerikanischen Präsidenten Barack Obama, Michael Froman pochte vor zehn Tagen bei seinem Besuch in Berlin laut Ausage der FAZ auf zusätzliche Vereinbarungen zum Schutz von Investoren. Laut Sigmar Gabriel wünsche er sich durchaus mehr Transparenz in den Verhandlungen. Auf Wunsch der Amerikaner aber müsse die Vertraulichkeit von Dokumenten akzeptiert werden. Also bleiben die für uns wichtigsten Vereinbarungen weiterhin geheim.

Mal eine Frage: Wem sind Gabriel und Merkel eigentlich Rechenschaft schuldig, uns dem deutschen Volk, dem Bürger und Steuerzahler oder den Amerikanern?

 

Rainer Kahni, besser bekannt als Monsieur Rainer, ist Journalist und Autor von Polit - und Justizthrillern. Er ist am Bodensee aufgewachsen, lebt jedoch seit vielen Jahren in Paris und bei Nizza. Seine Muttersprache ist deutsch, seine Umgangssprache ist französisch. Er ist Mitglied von Reporters sans frontières und berichtet für Print - Radio - und TV - Medien aus Krisengebieten.

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17.05.2014 intensive 6 monate in Paris

GFDK - Stephanie Lottermoser

Wenn ich die letzten sechs Monate in Paris mit einem Wort beschreiben soll, würde wahrscheinlich „intensiv“ am besten passen. Ich bin jetzt seit drei Tagen wieder zurück in München und es wird wohl noch eine Weile dauern, bis ich alle Eindrücke und Erfahrungen verarbeitet habe. Vieles davon steckt in den neuen Kompositionen, die in Paris entstanden sind. Diese werde ich im Sommer mit meiner Band für das nächste Album aufnehmen.

Ich bin sehr sehr dankbar dafür diesen Bayerischen Kulturförderpreis und dieses Stipendium für die Cité Internatonale des Arts bekommen zu haben. Ich habe im letzten halben Jahr dadurch viele tolle Menschen kennengelernt, mich selbst besser kennen gelernt, viele neue Erfahrungen gesammelt und natürlich sehr viele neue musikalische Eindrücke gewonnen.

Natürlich war ich auf vielen Jamsessions und Konzerten, konnte einen Einblick in die Pariser Jazzszene gewinnen und habe auch einige internationale Jazzmusiker gehört wie z.B. Joe Lovano und Esperanza Spalding, die Vielfalt an Konzerten ist riesig - nicht nur im Jazz-Bereich, sondern auch in vielen anderen Stilistiken. Und ich bin sehr froh, dass ich auch bei einigen Konzerten in ganz verschiedenen Bereichen zum mitspielen eingeladen wurde und neue musikalische Kontakte knüpfen konnte.

Ich durfte z.B. ein Konzert mit der amerikanischen Pianistin Katy Roberts (frühere Berkeley-Dozentin) und dem französischen Bassisten Dominique Lemerle (u.a. Chet Baker, Roy Hargrove) spielen. Ich habe den amerikanischen Schlagzeuger John Betsch (u.a. Abdullah Ibrahim, Archie Shepp) kennengelernt und mit ihm gespielt, aber ich hatte auch die Möglichkeit mit afrikanischen Musikern aus dem Senegal zusammenzuarbeiten, was für mich eine völlig neue Erfahrung war.

Mit dem neu gegründeten französisch-afrikanischen Trio „Manding Kabou“ (Kora, Kontrabass, Kalebasse/Percussion) durfte ich einige Konzerte spielen und auch bei deren CD-Produktion mitwirken. Außerdem habe ich mit der Rhythm´n Blues Band „John Matthews & the Dudes“ gespielt und konnte auch einige meiner Stücke mit diesen Musikern ausprobieren. Einige dieser Kontakte werden bestimmt auch weiterbestehen und es gibt schon Pläne für weitere Zusammenarbeiten, was mich natürlich sehr freut!

Und unabhängig von der Musik ist Paris natürlich eine wahnsinnig eindrucksvolle Stadt und ich hatte zwischendurch immer wieder Momente, in denen ich gern dort bleiben wollte. Ich plane bald wieder zurückzufahren, aber ich werde wohl in der nächsten Zeit erst einmal nicht auswandern. Aber ich werde vieles vermissen: die Atmosphäre in Paris, die Vielfalt, die Internationalität, die Nachmittage an der Seine, das Marais, die Strassencafés, die Menschen die ich kennengelernt habe;

Und unabhängig davon dass ich sechs Monate ausgerechnet in Paris sein durfte, war es einfach ein unglaubliches Geschenk, so viel Zeit zu haben. Ich habe sie hauptsächlich mit Musik verbracht, aber auch vor allen Dingen mit mir selbst, was nicht immer einfach war. Die Zeit war in jeder Hinsicht sehr intensiv und ich habe versucht, sie gut zu nutzen und ich bin froh und sehr dankbar, dass ich diese Möglichkeit bekommen habe.

Stephanie Lottermoser erhielt im letztem Jahr den bayrischen Kulturförderpreis in Form eines 6-monatigen Stipendiums für einen Aufenthalt an der Cité internationale des arts Paris.

Den Freunden der Künste berichtete Stephanie Lottermoser aus Paris, dass sie sehr glücklich ist in Paris zu leben, zu üben, zu komponieren und die Szene kennenlernen darf. Stephanie Lottermoser - Deutsche Mädels erobern die Jazzmusik

 

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12.05.2014 Conchita Wurst, Musik die kein Mensch braucht

GFDK - Redaktion

Wenn Conchita W. 40 Kilo Übergewicht hätte, würde mich die Aussage, wie egal doch unser aller Aussehen ist, überzeugen. Mit Lip Gloss und Size Zero tut sie das eher weniger. Und nach einem guten Jahrzehnt als Filmmusikverleger und Labelmanager kann man dann auch irgendwann ein Bontempi-Orchester mit Audio-Samples von einem echten Orchester unterscheiden.

Es heißt Eurovision SONG Contest, nicht Eurovision TOLERANZ

Hier wurde wieder alles verdreht, was man verdrehen konnte. Ich kann den Track auch noch so oft hören, aber mehr als eine dünne Call-Center-Stimme, gemischt mit einem völlig abgedroschenen Musikthema und produziert mit einer Studio-Sound-Library bleibt bei mir da akustisch nichts hängen. Und in Sachen Homophobie wurde da nicht um Rechte gekämpft, sondern auf bereits bestehenden Rechten gefeiert.

Aber nach dieser jahrzehntelangen DSDS-Bohlen und VoiceOfGermany-Casting-Kacke kann man sowieso nicht mehr erwarten, dass noch irgendwelche Künstler oder Musiker gefunden werden, die es mit einem neuen Stil beständig bis ganz nach oben schaffen.

Meine persönlichen 12 Punkte gehen daher nur an die dahinterstehenden Marketingler. Waren bestimmt dieselben, wie von McDonald's, Aldi oder Deichmann. Schuldigung, aber wem das an Anspruch genügt, der klopft auch mittags an bereits geschlossenen Burger-King-Filialen.

Anmerkung der GFDK Redaktion:

Haben die Österreicher mehr Musikgeschmack? - Die Leser von Österreichs größter Boulevard-Zeitung www.krone.at läßt der Erfolg von Conchita Wurst eiskalt. Bei einem Online-Voting auf dieser Seite beantworten 75 Prozent die Frage "Sind Sie stolz auf Conchita Wurst?" mit Nein.

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11.05.2014 Tendenz der Totalentwertung

Rainer Kahni und Gottfried Böhmer

Ein Kommentar von Rainer Kahni der schon in gleicher Sache mehrfach für die Freunde der Künste zum Fall Uli Hoeneß geschrieben hat.

"Das war's noch nicht", rief Uli Hoeneß seinen Fans zum Abschied zu und recht hat er. Ich habe mich immer wieder in zahlreichen Kolumnen gegen diese masslosen Hasstiraden, die wie in einem Shitstorm über den Mann hinweggefegt sind, gewehrt.

Uli Hoeneß hat kein Gewaltverbrechen begangen und wurde trotzdem in einer unglaublichen Kampagne öffentlich gelyncht. Dazu hat Rainer Kahni schon am 13. März 2013 geschrieben: "Uli Hoeneß ist nicht der Schmarotzer der Republik - hasserfüllt geifern die Medien.

Die mediale Hinrichtung eines Menschen, egal, gegen welche Norm oder welches Gesetz er verstossen hat, ist abstossend und erinnert an die längst vergessen geglaubte Lynch - Justiz der vorigen Jahrhunderte. Da werden Menschen als Schmarotzer der Gesellschaft abgeurteilt, weil sie den Staat beklaut haben, in dem sie ihm Steuern vorenthalten haben".

Es ist weder Aufgabe des Rechtstaates, noch der Bevölkerung, noch der Medien, darüber hinaus die Existenz des Angeklagten zu vernichten.

Ich kritisiere die aktuelle Tendenz der Totalentwertung, die in der öffentlichen Diskussion deutlich geworden ist

Es gibt schlimmere Verbrechen an der Gesellschaft oder sitzt etwa einer der Banker, die dem Steuerzahler Milliardenschäden zugefügt haben im Gefängnis? In Frankreich sehen wir das lockerer! Die Straftäter zahlen und brummen und danach ist gut! Wir beschäftigen sogar Vorbestrafte als Minister! Ich verabscheue die verbale Verurteilung von Menschen, die einmal einen Fehler gemacht haben. Kurt Tucholsky sagte in seinem ABC des Angeklagten: "Habt Erbarmen, das Leben ist schwer genug!"

Er bleibt der Mister FC Bayern

Karl-Heinz Rummenigge hat alle Zweifel beseitigt: „Er ist als Präsident zurückgetreten, er wird als unser Präsident zurückkommen.“

Uli Hoeneß „Und dann, wenn ich zurück bin, werde ich mich nicht zur Ruhe setzen. Das war’s noch nicht!“

"Ich will mich nicht sauberer machen als ich bin. Ich habe einen großen Fehler gemacht und werde für alles gerade stehen", sagte Hoeneß den 1593 Vereins-Mitgliedern des FC Bayern München im Audi Dome.

Man hätte die Medienvertreter fast kotzen hören können. Uli Hoeneß ist entgegen dem Willen der deutschen Leitmedien noch lange nicht Geschichte, er bleibt der Mister FC Bayern, auch wenn sie sich alle Mühe gemacht haben ihn zu beerdigen.

Uli Hoeneß geht nicht in Sack und Asche

Die Mitglieder bedachten Hoeneß Ankündigung dass er zurückkommt mit Standing Ovations. Nach dem Motto, wer einen Flugzeugabsturz überlebt, überlebt auch die Medienhetze und den Knast. Uli Hoeneß machte auch keinen Hehl daraus, dass er auf manche Leute in den Medien einen regelrechten Hass entwickelt hat. In den Medien sei er als Archloch und Schwein dargestellt worden, der den Leuten das Geld aus den Taschen  ziehen würde.

Wir, die GFDK sind davon überzeugt, das dazu auch noch nicht das letzte Wort gefallen ist. Die bewegende Rede des neuen Bayern Boss, Karl Hopfner der noch einmal die Lebensleistung von Uli Hoeneß betonte, bezeichnete DIE WELT als Hopfners Lobhudelei. Wir haben von der WELT auch nichts anderes erwartet.

Lobhudelei?

Karl Hopfner sagte Uli Hoeneß sei "Kopf, Bauch, stets Herz und immer Seele von Bayern München. "Lieber Uli, du hast eine tolle Familie, du hast aber auch eine Familie, die zu dir steht in unserem Klub. Für die dir bevorstehende, sehr schwere Zeit wünschen wir dir alle Kraft. Du kannst in aller Ruhe entscheiden, was du danach machen möchtest." Lobhudelei?

Der alte Kämpfer von barocker Wucht

Die FAZ schrieb:

"Hoeneß zeigte sich nach seinem persönlichen Justiz- und Medien-Drama und vor seinem „schweren Gang“ als der alte Kämpfer von barocker Wucht. Bei allem Kopfschütteln, das sein Abschütteln jeder Reue auslösen muss, bei allem moralischen Bedenken über das Tempo seiner gefühlten Rückkehr an die Macht - der Kämpfer Hoeneß bleibt eine Naturgewalt. Eine, die wohl auf ewig das Gesicht des FC Bayern prägen wird".

Letzte Meldung 11. Mai 2014 - Wie der FOCUS erfahren haben will hat Uli Hoeneß bei der  Staatsanwaltschaft Einspruch gegen seine Inhaftierung in der Justizvollzugsanstalt in Landsberg am Lech eingelegt. Hoeneß befüchtet zu Recht das niederträchtige Medien - Journalisten Häftlinge und Wärter bestochen haben könnten um Informationen über seine Haft an die Medien zu liefern.

Und hier zitiere ich mal den Grünen Steuerhinterzieher Herrn Anton Hofreiter, wie dieser sich über Uli Hoeneß ausgelassen hat.

"Steuerhinterziehung ist kein Kavaliersdelikt und gehört streng bestraft. Uli Hoeneß hat mit seiner Selbstanzeige eine Straftat gestanden. Es ist nun Sache des Gerichts, zu einem Urteil zu kommen.
Moralisch diskreditiert ist Uli Hoeneß schon jetzt. Adidas, VW oder Audi halten im Bayern-Aufsichtsrat trotzdem zu ihm.

Das ist ein Skandal. Wer in ihren Unternehmen einen Diebstahl begehen würde, würde rausfliegen. Wer wie Hoeneß das Gemeinwesen bestiehlt, dem wird dagegen kumpelhaft der Arm um die Schultern gelegt. Diese Doppelmoral der Wirtschaftsbosse ist abstoßend."

Rainer Kahni, besser bekannt als Monsieur Rainer, ist Journalist und Autor von Polit - und Justizthrillern. Er ist am Bodensee aufgewachsen, lebt jedoch seit vielen Jahren in Paris und bei Nizza. Seine Muttersprache ist deutsch, seine Umgangssprache ist französisch. Er ist Mitglied von Reporters sans frontières und berichtet für Print - Radio - und TV - Medien aus Krisengebieten.

Gottfried Böhmer ist seit 1997 künstlerischer Direktor der Gesellschaft Freunde der Künste und Redaktionsleiter der GFDK.

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10.05.2014 Neonazi-Code: P&G nimmt Ariel-88-Packung aus Handel

GFDK - Gottfried Böhmer

Kreative und Werber sollten acht geben. Die Marketing-Abteilung des Ariel-Mutterkonzerns Procter & Gamble hat ungewollt für Schlagzeilen gesorgt.

Procter & Gamble Deutschland nimmt seine Ariel-Aktions-Packung mit der Zahl 88 auf dem abgebildeten weißen Deutschlandtrikot aus dem Handel. "Die Aktion wurde von einem multikulturellen Team entwickelt, das hatte das nicht auf dem Schirm", sagt eine Sprecherin mit Blick auf das Symbol der rechtsradikalen Szene. "Sie können dem Unternehmen vorwerfen, dass das dumm und naiv war."

Procter geht in Sack und Asche

Im Internet überschlugen sich die Kritiker die mal wieder hinter jedem Busch einen Nazi sahen, da Neonazis die Zahl 88 als Code für den verbotenen Hitlergruß verwenden. Die Westdeutsche Zeitung schrieb gar von Spott und Hohn. Der Slogan "Neue Konzentration" hat das Blut der Internet Gemeinschaft regelrecht in Wallung gebracht. Auf twitter wurde von den "Vollidioten" geschrieben und das war noch am harmlosesten.

PR-Debakel

"In jedem Fall ist es eine Vollpanne und der Chef der Marketingabteilung gehört zur Verantwortung gezogen, urteilte die Netzgemeinschaft, und verlangt sofortige Vollstreckung. "WOLLT IHR DAS TOTALE VOLLWASCHMITTEL?" ist einer der Top-Kommentar zum neuen Ariel-Verpackungsdesign. Ein anderer schrieb: "Ich wasche gerne mit Arier 88, zum Ausgleich dusche ich mit Anti-Fa"

"Unser klares 'Nein' zu rechtem Gedankengut:

Die Packung mit ungewollter Doppeldeutigkeit '88' wird seit Montag nicht mehr ausgeliefert",bestätigte der Waschmittelhersteller Ariel.

Die 88 steht in der Neonaziszene für „HH“, den verbotenen Nazi-Gruß „Heil Hitler“

Besonders peinlich für Ariel dürfte wohl sein, dass ausgerechnet diese Packung Waschmittel mit dem Slogan "Neue Konzentration" versehen wurde.

Ariel nimmt Waschmittel mit "88"-Aufschrift aus dem Verkauf | WAZ.de - Lesen Sie mehr auf:
www.derwesten.de/panorama/ariel-nimmt-waschmittel-mit-88-aufschrift-aus-dem-verkauf-id9326868.html

Besonders peinlich für Ariel dürfte wohl sein, dass ausgerechnet diese Packung Waschmittel mit dem Slogan "Neue Konzentration" versehen wurde.

Ariel nimmt Waschmittel mit "88"-Aufschrift aus dem Verkauf | WAZ.de - Lesen Sie mehr auf:
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Besonders peinlich für Ariel dürfte wohl sein, dass ausgerechnet diese Packung Waschmittel mit dem Slogan "Neue Konzentration" versehen wurde.

Ariel nimmt Waschmittel mit "88"-Aufschrift aus dem Verkauf | WAZ.de - Lesen Sie mehr auf:
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Ausgerechnet an dem Jahrestag, der an das Ende des Zweiten Weltkriegs erinnert, kochte die Geschichte hoch. Dabei wollte P&G mit der Aktion doch nur darauf aufmerksam machen, dass dank der neuen Ariel-Konzentration mit dem Inhalt einer einzigen Waschmittelpackung 88 Waschgänge möglich sind. Erst vor kurzem blamierte sich ein Möbelhaus aus Bielefeld, weil es eine Tasse mit dem Konterfrei von Adolf Hitler in den Handel brachte und eine türkische Kosmetikfirma „Biomen“ warb mit einem Adolf-Hitler-Spot für ein Antischuppenshampoo.

Für ein sauberes Deutschland

Immerhin haben ein paar Facebook und Twitter Akteure dafür gesorgt, dass von der Süddeutschen Zeitung, Bild, Spiegel, Stern und natürlich DIE WELT alle darüber berichtet haben. Jetzt warten wir nur noch auf die Stellungnahme der Politiker jeder Coleur.

Unser Ratschlag: Bieten sie niemals 88 Kettenfahzeuge an. Auch sollten sie es vermeiden 88 Karnevalsuniformen, oder Seifenspender für 0,88 cent zu verkaufen und vermeiden sie das Wort Konzentration. Und der 88 Geburtstag von Oma und Opa wird nicht gefeiert, merken sie sich das. Basta.

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"Für ein reines Deutschland fällt als Claim wohl aus", spottet Twitter-Nutzer @koerperkirmes, "Krasses Zielgruppen-Marketing" ein anderer. Auch viele andere User empören sich, nur wenige nehmen Ariel in Schutz.

Ariel nimmt Waschmittel mit "88"-Aufschrift aus dem Verkauf | WAZ.de - Lesen Sie mehr auf:
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07.05.2014 dynamische Bilder voller Lebenslust

GFDK - Gottfried Böhmer

"Ich habe die Jahre nie gezählt. Ich war nie jung. Und bin jetzt nicht alt"
"Den Tod habe ich abgelehnt und fand es eine wahnsinnige Verschwendung, dass das Leben plötzlich aus ist. Warum das Lebensende am Höhepunkt? Aber jetzt sehe ich, dass man sich von der Welt langsam entfernt. Eigentlich stelle ich mir meinen Tod sehr sanft vor." Sagte Maria Lassnig vor einem Jahr in einem Interview mit dem "Standard".

Seit 2009 haben die Freunde der Künste die Ausstellungen von Maria Lassnig ehrwürdig begleitet. Wir waren von Maria Lassnigs Lebensfreude und ihrem Mut immer begeistert. Ganz besonders hat uns das künstlerische Werk, das in sieben Jahrzehnten entstanden ist, beeindruckt.

Am 6. Mai 2014 ist die zu den wichtigsten Kunstschaffenden weltweit bekannte Künstlerin Maria Lassnig mit 94 Jahren in Wien verstorben. Geboren wurde Maria Lassnig 1919 im kärntnerischen Kappel. Mit 22 Jahren wurde die junge Frau an der Wiener Akademie der bildenden Künste aufgenommen, was zu jener Zeit eher selten vorkam.

"Die Bilder sollen lieber penetrant als elegant sein", beschrieb sie einmal ihre Intention.

Das Kunststudium mußte sie 1943 abbrechen, da die Nationalsozialisten wenig Verständnis für ihre Kunst aufbrachten. Maria ging nach Paris und anschließend nach New York, wo sie bis zu ihrem 60 Lebensjahr blieb. 60-jährig und in einem Alter, wo andere schon an die Rente denken, kehrte Maria Lassnig nach Wien zurück, um an der Hochschule für angewandte Kunst eine Professur zu übernehmen.

Mutige Darstellung des menschlichen Körpers

Das nackte Landmädchen auf einem Motorrad, ein dürres Liebespaar oder ein Sportler mit Bierbauch, Maria Lassnig zeigte die Menschen nicht besonders schön, aber mit viel Ironie und nie humorlos. Ein viereinhalb Meter breites Gemälde mit einem selbstbewussten auftrumpfenden Mann und einer sich verschämt wegduckenden Braut, sorgte 2010 in der Münchener Ausstellung im Lenbachhaus für reichlich Diskussionsstoff.

Surreale, dynamische Bilder voller Lebenslust

"Nicht die Ästhetik eines abstrakten Schönheitsideals stand im Mittelpunkt ihrer Kunst, sondern die Existenz in ihrer Wahrhaftigkeit", sagte Österreichs Kulturminister Josef Ostermayer am Dienstag. Mit Lassnig verliere Österreich eine der prägendsten Künstlerinnen. Sie habe es wie keine andere Künstlerin verstanden, die Ge- und Zerbrechlichkeit des Menschen und der menschlichen Existenz darzustellen. Der Direktor der Albertina in Wien, Klaus Albrecht Schröder, bezeichnete Lassnig als „Bahnbrecherin der Body Awareness Art“.

Maria Lassing musste lange auf ihre künstlerische Anerkennung warten

"Man hat mich so lange unterbewertet, dass ich die jetzige Bewertung gar nicht bewerten kann."

Lange, sehr lange hatte Lassnig auf künstlerische Anerkennung warten  müssen – wohl auch, weil sie  keine angepasste  Netzwerkerin war und Anbiederei an die Mächtigen des Kunstmarktes strikt ablehnte. Nein, die Kunst des Schmeichelns beherrschte Maria Lassnig nicht. Sie war widerborstig, schroff. Folglich: Kein Senkrechtstart, sondern ein schwieriges, entbehrungsreiches Künstlerdasein schrieb der Standard.

"Ich werde auch nach dem Tod noch lange nicht so gewürdigt sein, wie ich es sollte. Das klingt hochmütig. Aber es ist so - dass man meine Kunst nicht in dem Maße würdigt, wie ich es verdiene", sagte sie.

Zuletzt setzte sie sich intensiv mit ihrem Alter auseinander, etwa im Gemälde Hospital, das bettlägerige Senioren im Krankenhaus zeigt. "Die Form, mit der sie mit Körper und Raum umging, war ziemlich einzigartig",  sagte der Leiter des Grazer Universalmuseums Joanneum, Peter Pakesch, dessen Museum in enger Verbindung zu der Künstlerin stand.

"Mein Herz schlägt so stark, dass die Außenwelt wackelt", hat sie einmal gesagt.

Der Erfolg kam erst nach der Professur in Wien.

1998 erhielt sie den Oskar-Kokoschka-Preis der Österreichischen Regierung.

2002 den Roswitha Haftmann-Preis

2004 den Max- Beckmann-Preis

2003 vertrat sie Österreich in Peking bei der Kunstbiennale

Zu ihrem 90 Geburtstag wurde sie mit einer Retrospektive im Museum Moderner Kunst in Wien geehrt.

2013 Goldener Löwe der Biennale Venedig für ihr Lebenswerk.

„Die Auszeichnung ist eine tolle Würdigung ihres Schaffens, mit dem sie die Kunst seit über sieben Jahrzehnten prägt“, so Peter Pakesch der Maria Lassnig den Löwen überreichte. „In all der Zeit musste sie viele Entbehrungen in Kauf nehmen, sich erklären und immer wieder aufs neue Akzeptanz verschaffen. Der Goldene Löwe ist in dieser Hinsicht nicht nur eine große Auszeichnung für eine große Künstlerin, sondern steht vielleicht auch als Symbol für ihren beispielhaften und letztendlich erfolgreichen Kampf um einen Platz im Olymp der Kunst.“

Gottfried Böhmer ist seit 1997 künstlerischer Direktor der Gesellschaft Freunde der Künste und Redaktionsleiter der GFDK.

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07.05.2014 karriere in der Bundesdeutschen Justiz und Politik

GFDK - Rainer Kahni

KZ – Gedenktag: Alle sprechen nur von Auschwitz! Viele Orte des Grauens geraten in Vergessenheit. Ein Konzentrationslager, das nie von einem deutschen Politiker besucht wird:

Der Ort des Grauens, Natzweiler–Struthof, F – 67 130 Natzwiller, Département Bas-Rhin(67) ist ein weitgehend vergessenes Lager der Nazis. Es wird selten erwähnt bei der Aufzählung des Grauens. Das Konzentrationslager Natzweiler-Struthof war ein Straf-Arbeitslager der Nazis nahe dem Ort Natzweiler, heute Natzwiller im Elsass, etwa 55 Kilometer südwestlich von Strassbourg , 8 Kilometer vom Bahnhof Rothau entfernt, auf einem Gipfel der Vogesen in 800 Metern Höhe. Es liegt zwischen Molsheim und Sélestat.

Im September 1940 machte der SS–Oberführer und Geologe Blumberg die Stelle in den Vogesen ausfindig, an der sich eine Ader mit seltenem roten Granit befindet. Im Auftrag des Reichsführers SS Heinrich Himmler und Oswald Pohl, dem Leiter des SS-Wirtschafts-und Verwaltungs-Hauptamtes, wurde daraufhin beschlossen, in 800 Meter Höhe am Nordabhang des Mont-Louise ein Konzentrationslager für 4000 Gefangene zu errichten.

Blumberg war bei den Deutschen Erd-und Steinwerken (DEST) angestellt, einem SS-Betrieb, der von Himmler 1938 gegründet worden war. Die Firma war auf den Abbau von Steinen spezialisiert und setzte Deportierte für die härtesten Arbeiten ein.

Der rote Granit von Natzweiler-Struthof sollte auf Wunsch von Hitlers Architekt Albert Speer für den Bau des “Deutschen Stadions” in Nürnberg verwendet werden. Am 1. Mai 1941 begann der Bau des Konzentrationslagers, am 21. und 23. Mai kamen in zwei Transporten die ersten Deportierten aus Sachsenhausen an. Mit rund 7000 Gefangenen war das Lager Ende des Jahres 1944 deutlich überfüllt. Etwa 52.000 Personen aus ganz Europa sowie den nahegelegenen Gefängnissen in Epinal, Nancy, Belfort, Besançon und Dijon wurden dorthin sowie in die Aussenlager deportiert.

Allein aus Frankreich kamen 6.800 meist aus rassistischen oder aus politischen Gründen Gefangene. Von den 6.800 Franzosen gehörten 60% der französischen Résistance an und wurden entweder von der SS, der SIPO, des SD, der Geheimen Feldpolizei oder der Abwehrleitstelle “Ast” in Dijon, Abteilung Gegenspionage ( Leiter: Sonderführer–Z Walter K., mein Vater) nach Natzweiler–Struthof deportiert. 22.000 Inhaftierte starben in Folge von Entkräftung, Kälte, Mangelernährung und lagerbedingten Krankheiten, oder sie wurden direkt ermordet.

Die Gefangenen mussten bei kargen Mahlzeiten in den umliegenden Steinbrüchen für Speers geplante Monumentalbauten körperlich schwer arbeiten. Die dadurch verursachte Todesrate betrug fast 40 %. (Zum Vergleich KZ Struthof 66,5%, KZ Auschwitz 57%, KZ Mauthausen 52,5%, KZ Neuengamme 50%, KZ Sachsenhausen 42%, KZ Bergen-Belsen 40%, KZ Buchenwald 25 %). In Struthof starben allein im Jahre 1941 87 % der Gefangenen innerhalb der ersten sechs Monate. Im Jahre 1942 waren es “nur noch” 60% der Deportierten, die innerhalb des ersten halben Jahres starben.

Darüberhinaus wurden Gefangene auf mehrere Arten ermordet: Durch Genickschuss, in der Gaskammer, sowie durch Erhängen. Beim Erhängen gab es zwei Varianten: Bei geheimer Hinrichtung wurde die Person auf einen Schemel gestellt, der dann weggestossen wurde. Das Genick brach und der Tod trat sofort ein. Bei öffentlichen Hinrichtungen mussten sich die Todeskandidaten auf eine Falltüre stellen.

Der Strick um den Hals wurde bereits vorher angezogen, sodass das Genick nicht brach. Die sich langsam öffnende Falltür verursachte dann einen schrecklichen Erstickungstod, der sich über mehrere Minuten hinziehen konnte. Natürlich wurden wie in fast allen Konzentrationslagern grausame Menschenversuche durch SS – Ärzte an den Gefangenen durchgeführt. Es wurden Typhuserreger injiziert und mit den Kampfstoffen Senfgas experimentiert.

Aus Dijon wurden im Jahre 1944 107 Frauen und Männer der Widerstandskämpfer der Gruppe Réseau Alliance  eingeliefert, die in Natzweiler-Struthof sofort durch Genickschüsse und den Strang ermordet wurden. Die noch existierenden Einlieferungscheine beweisen eindeutig, dass diese Widerstandsgruppe von der Dienststelle “Ast” der Abwehrleitstelle der Wehrmacht in Dijon, Abteilung Gegenspionage in das Konzentrationslager überstellt wurden.

Von derselben Dienststelle wurden vier britische Frauen, Mitglieder des britischen Geheimdienstes, nach Natzweiler-Struthof zur sofortigen Hinrichtung überstellt. Als Angehörige der Special Operations Executive (SOE) von der Gegenspionage der Dienststelle “Ast “ in Dijon enttarnt, wurden sie am 6. Juni 1944 mit Phenolspritzen ermordet Nach der Befreiung Frankreichs 1944 existierte das KZ – Natzweiler-Struthof auf dem Papier der deutschen Behörden weiter als Stammlager der vielen Aussenlager, die zwischen Südhessen und im gesamten Bereich Baden und Württemberg errichtet wurden.

Die Häftlinge wurden auf sogenannte Todesmärsche geschickt, um sie den herannahenden alliierten Truppen zu entziehen. Es kam dabei auch zu Massenexekutionen an Gefangenen, die nicht mehr gehen konnten.

In zehn Aussenstellen des KZ Natzweiler–Struthof sollte von 1944 an zwischen Hechingen und Rottweil im dortigen schwäbischen ‘Jura’ Ölschiefer im Tagebau gebrochen, in Mailer geschichtet, verschwelt und so zu Öl umgewandelt werden. Öl war knapp. Um nur einige der zahlreichen Aussenlager zu benennen: KZ Bissingen, KZ Erzingen, KZ Dormettingen, KZ Schömberg bei Balingen, KZ Haslach im Kinzigtal, wo alleine 210 Häftlinge ermordet wurden.

Zahlreiche Massengräber zeugen heute noch von den grausamen Verbrechen und dem elenden Sterben der Häftlinge der KZ – Aussenlager von Natzweiler-Struthof. Das KZ Echterdingen wurde ab dem November 1944 auf dem Fliegerhorst Echterdingen eingerichtet. Im Jahre 1945 wurde auch dieses Lager aufgelöst. Zurück blieben nur Massengräber. Ein weiteres Aussenlager befand sich in Geislingen/Steige, wo die Häftlinge für die Württembergische Metallwarenfabrik ( WMF) arbeiten mussten.

Die Aufseherinnen wurden im KZ Ravensbrück ausgebildet. Bei Anrücken der Alliierten wurden diese Häftlinge in das KZ Dachau “evakuiert”. Daneben gab es noch zahlreiche andere KZ Aussenlager von Natzweiler-Struthof: KZ Neckarelz, KZ Bruttig-Treis an der Mosel, KZ Mannheim-Sandhofen, KZ Aussenlager Spaichingen bei Tuttlingen, die in einem zehntägigen Marsch in das Allgäu deportiert wurden. Nur etwa die Hälfte der Deportierten überlebten den Todesmarsch, sowie dem KZ Aussenlager Heppenheim, deren Insassen ebenfalls nach Dachau deportiert wurden.

Der damalige Lagerkommandant, der schon vor Natzweiler– Struthof und danach im KZ- Bergen-Belsen Kommandant verschiedener Konzentrationslager war, war die sogenannte Bestie von Bergen-Belsen, SS–Hauptsturmführer Josef Kramer. Er wurde am 10. November 1906 in München geboren und wurde am 13. Dezember 1945 von den Alliierten hingerichtet. Seine NSDAP Mitgliedsnummer war 753.597. Er kam aus einfachen Verhältnissen, zog mit seinen Eltern nach Augsburg und wurde Elektriker. Er war in einem Warenhaus angestellt und arbeitete auch als Buchhalter.

Von 1925 – 1933 war er praktisch arbeitslos. Am 20. Juni 1932 trat er in die SS ein (Mitgliedsnummer 32.217). Vom November 1934 bis Juni 1936 arbeitete er im KZ Esterwegen in der Kommandantur. Danach kehrte er nach Dachau zurück, wo er im Schreibdienst eingesetzt wurde. Danach war bis 1938 im KZ Sachsenhausen in der Adjudantur beschäftigt und stieg dann zum Leiter der Poststelle auf. Erst im KZ Mauthausen bei Linz in Österreich stieg er erstmals in den direkten Lagerdienst auf.

Nach einer Station in Auschwitz absolvierte er die Schulung zum Lagerführer im KZ Dachau. Danach erst wurde er im KZ Natzweiler-Struthof als Schutzhaftlagerführer eingesetzt. Im Jahre 1942 stieg er zum Lagerkommandanten auf. Im Frühjahr 1943 erhielt er das Kriegsverdienstkreuz 2. Klasse.

Er erhielt im Jahre 1945 das Kriegsverdienstkreuz erster Klasse, wurde aber bei der Befreiung des Konzentrationslagers verhaftet und von einem britischen Militärgericht zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde am 13. Dezember 1945 durch den britischen Henker Albert Pierrepoint vollstreckt.

PS: Der Leiter der Abteilung Gegenspionage in der Dienststelle AST der Spionageabwehr der Wehrmacht war Sonderführer-Z Walter Kähni und enger Freund des Chefs des SD im Reichssicherheitshauptamt (RSHA), SS-Brigadeführer Walter Schellenberg. Sie waren vor dem Krieg beides Rechtsanwälte, Schellenberg am Landgericht Saarbrücken und Kähni am Landgericht Konstanz.

Nachkriegskarriere in der Bundesdeutschen Justiz und Politik

Beide wurden für ihre Verbrechen nie belangt. Walter Kähni (ATB-Verbindungsname 'SPATZ‘) tauchte bis 1948 unter und konnte eine beachtliche Nachkriegskarriere in der Bundesdeutschen Justiz und in der Politik machen, Walter "Schelle" Schellenberg sagte als Kronzeuge der Anklage im Nürnberger Kriegsverbrechertribunal gegen den Chef des RSHA SS-Obergruppenführer Ernst Kaltenbrunner aus.

Angeblich verstarb er 1953 in Turin, was eine Lüge ist. Er wurde Geheimdienstchef des argentinischen Präsidenten Juan Domingo Peron und arbeitete künftig sehr eng mit der CIA zusammen. Der Chef der Geheimen Feldpolizei in Dijon war SS-Oberführer Wilhelm "Willi" Kriechbaum. Er war es auch, der die Wehrmachtsstammakte von Walter Kähni „reinigte“ und selbst hoher Beamter bei der Organisation Gehlen, dem späteren BND, wurde.

Quellen:                                   

1. Deutsche Dienststelle für die Benachrichtigung der nächsten Angehörigen der deutschen Wehrmacht (WASt) Berlin AZ: II D 223/1155/10
2. Musée municipale de Natzwiller, Département Bas-Rhin)
3. Gedenkstätte im KZ Natzweiler-Struthof
4. Musée de la Résistance et Déportation Belfort und Besançon
5. Zeitgeschichtliche Dokumentation von Rainer Kahni:  "TOSCA“

Rainer Kahni, besser bekannt als Monsieur Rainer, ist Journalist und Autor von Polit - und Justizthrillern. Er ist am Bodensee aufgewachsen, lebt jedoch seit vielen Jahren in Paris und bei Nizza. Seine Muttersprache ist deutsch, seine Umgangssprache ist französisch. Er ist Mitglied von Reporters sans frontières und berichtet für Print - Radio - und TV - Medien aus Krisengebieten.

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05.05.2014 Gabriel wiederspricht sich wo immer er kann

Rainer Kahni und Gottfried Böhmer

"Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube", fällt einem bei den beruhigend klingen sollenden Worten des Herrn Ministers Gabriel ein. Warum werden dann auf Verlangen der USA die Verhandlungen über das Freihandelsabkommen GEHEIM geführt und nicht, wie in einer Demokratie üblich, öffentlich diskutiert? fragt unser Autor Rainer Kahni.

Wem soll denn das Freihandelsabkommen nützen? Europa etwa? Wachstum soll dadurch generiert werden? Wo? Antwort: In den USA! Beispiel: Durch das Freihandelsabkommen mit Mexico hat der hispanische Staat 0,5 % Wachstum verloren und ist in eine der schlimmsten Wirtschaftskrisen seiner Geschichte geschlittert.

Die Zahl der Arbeitslosen in Mexico hat sich um 27% erhöht! Cui bono, fragt sich also der Betrachter? Dieses Freihandelsabkommen nützt den USA und sonst niemand! Damit der Markt auch wirklich gross genug wird, wurden zahlreiche Staaten, die nicht einmal die Mindestanforderungen an die EU - Standards erfüllen, ohne jede demokratische Legitimation in die EU aufgenommen.

Das Freihandelsabkommen nützt nur den USA

Nur dies ist der Grund, warum die riesige Ukraine in die EU gezwängt werden soll, ohne Rücksicht auf Verluste. Alles andere sind unsägliche Lügen! Es geht nicht um Demokratie oder gar um Menschen, es geht um Märkte für die USA!

Die EU und die Vereinigten Staaten haben Sorgen von Verbrauchern und Umweltschützern vor geringeren Standards im Zuge des geplanten Freihandelsabkommen zurückgewiesen. „Wir werden ein Abkommen erreichen, das viel Nutzen bringt und das die jeweiligen Werte und Prinzipien aufrecht erhält“, sagte EU-Handelskommissar Karel De Gucht in Berlin.

Nach Ansicht von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) besteht bei dem umstrittenen Handelsabkommen die Chance, Spielregeln für die ganze Weltwirtschaft vorzugeben. „Ein transatlantisches Abkommen soll und muss neue Maßstäbe für die wirtschaftliche Globalisierung setzen“, sagte er während eines Spitzentreffens mit Vertretern der amerikanischen Regierung und der EU-Kommission in Berlin berichtete die FAZ.

Sigmar Gabriel wiederspricht sich wo immer er kann

Die EU und Amerika verhandeln seit Juli 2013 über eine transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft (TTIP) unter ausschluß der Öffentlichkeit. Der Vize-Kanzler Sigmar Gabriel lehnt die von Kritikern geforderte Abbruch der Verhandlungen mit den USA ab. Hat jemand was anderes erwartet? Und unsere Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat bis Ende 2015 einen Abschluss der Verhandlungen angekündigt. TOLL.

Der Schutz von Investoren ist das Ziel der Amerikaner

Der Vertraute des amerikanischen Präsidenten Barack Obama, Michael Froman pochte laut ausage der FAZ auf zusätzliche Vereinbarungen zum Schutz von Investoren. Laut Gabriel wünsche er sich durchaus mehr Transparenz in den Verhandlungen. Auf Wunsch der Amerikaner aber müsse die Vertraulichkeit von Dokumenten akzeptiert werden. Also bleiben die für uns wichtigsten Vereinbarungen weiterhin Geheim.

Und Gabriel wiederspricht sich wo immer er kann „In Demokratien darf es keine Geheimverhandlungen geben“ hat er noch vollmundig erklärt.

Rainer Kahni, besser bekannt als Monsieur Rainer, ist Journalist und Autor von Polit - und Justizthrillern. Er ist am Bodensee aufgewachsen, lebt jedoch seit vielen Jahren in Paris und bei Nizza. Seine Muttersprache ist deutsch, seine Umgangssprache ist französisch. Er ist Mitglied von Reporters sans frontières und berichtet für Print - Radio - und TV - Medien aus Krisengebieten.

Gottfried Böhmer ist seit 1997 künstlerischer Direktor der Gesellschaft Freunde der Künste und Redaktionsleiter der GFDK.

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