Reden ist silber, Schreiben ist gold

11.07.2018 Merkels Zeit ist abgelaufen

GFDK - Reden ist Silber - Gottfried Böhmer

Wie sieht die Zukunft für Angela Merkel, Horst Seehofer, Deutschland und der CDU aus? Das wollen bestimmt viele wissen. Hier einige Betrachtungen der GFDK Redakion von Gottfried Böhmer.

Wenn, was eher wahrscheinlich ist, die CSU keine 47,5% bei der Landtagswahl in Bayern bekommt, dann wird man Seehofer den schwarzen Peter zuschieben, und Söder kann dann schnell komplett das Ruder in der CSU übernehmen.

Feuer frei

Nach der kurzen Karenz bis zur Hessenwahl 2 Wochen später heißt es dann: Feuer frei - Die Zeit von Angela Merkel ist unwiderbringlich vorbei, alle wissen das, nur Merkel nicht. Goethe: „Es irrt der Mensch, solang er strebt.“

Angesichts der multiplen Sackgassen, in die sich Angela Merkel selbstverschuldet, innen wie außenpolitisch, manövriert hat, gibt es dann zahlreiche Ansatzpunkte, wo und wie die Sau, dann aktuell durchs Medien-Dorf getrieben wird, und am besten geschossen werden kann.

Geschossen wird in jedem Fall. Die Frage ist nur, wen trifft es zuerst. Merkel oder Seehofer? Die Messer sind schon lange gewetzt.

Spahn macht das klug und steht schon in den Startlöchern. Er hat genug „Duftmarken“ gesetzt, um sich für den Wechsel zu präsentieren. Der CDU wird keine große Wahl bleiben, denn Schäuble ist zu alt für das Amt, auch wenn die meisten ihm das Amt wünschen und auch sehr zutrauen.

Spahn kann sich nun, entgegen, bzw. besser gesagt, für den kommenden Job im Kanzleramt richtig positionieren. Ein Merkel-Wechsel erst nach 2019 wäre für die CDU das Todesurteil als Volkspartei.

Merkels Zeit ist abgelaufen

Seit der Bundestagswahl kommt die Politik in Deutschland nicht zur Ruhe. Der Asylstreit ist nur der vorläufige Höhepunkt der Entwicklung. Kanzlerin Merkel entgleitet allmählich die Kontrolle über ihr Regierungsbündnis, schriebt Eric Gujer in der NZZ.

Und weiter: "Seit der Bundestagswahl 2017 ist die deutsche Politik nicht zur Ruhe gekommen...Alle Einzelereignisse haben je eigene Gründe und zugleich einen gemeinsamen Nenner: Die Kanzlerschaft hat sich erschöpft, Merkel besitzt nicht mehr die Kraft, die vielen losen Enden zu einem sinnvollen Ganzen zusammenzubinden."

Ein Vorgeschmack des Medienfeuers das auf Merkel zukommt:

Das Morning Briefing am 4. Juli, vom Handelsblatt - Deutschland im Verweil-Modus
Deutschland im Verweil-Modus: Seehofer bleibt, Merkel bleibt, Löw bleibt. Doch was Stabilität signalisieren soll, steigert die Unsicherheit, weil jeder weiß: Die Leistung stimmt nicht mehr… Die Pattex-Allianz der deutschen Postenverteidiger ist ein Pakt gegen die Wirklichkeit…
Es grüßt Sie herzlich,
Hans-Jürgen Jakobs

Und "Welt-Online" Seehofer-und-Merkel-reiten-in-den-Sonnenuntergang

Sogar die "New York Times" fordert den Rücktritt von Merkel:

Merkel würde drohen – trotz großer Leistungen – als ungewollte Zerstörerin der EU in die Geschichte einzugehen. “Sind 13 Jahre an der Macht nicht genug?”, fragen die Amerikaner deshalb. Das Fazit der “NYT”: “Es steht zu viel auf dem Spiel, als dass ein Wirrkopf wie Merkel weiter im Amt bleibt.”

Nur noch drei Monate bis die Würfel fallen

Am 14. Oktober in Bayern, und am 28. Oktober in Hessen, werden die Würfel für Angela Merkel und Horst Seehofer fallen, aber noch viel mehr, fallen die Würfel für die gesamte CDU. Uns erwarten, Eskalationen, Entgleisungen, Kulturbrüche am laufenden Band, auf beiden Seiten, mit Schaum vor dem Mund:

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08.07.2018 Befreiung für Deutschland?

GFDK - Reden ist Silber - Gottfried Böhmer

Am besten hat es für uns Gabor Steingart auf den Punkt gebracht: Über die SPD schreibt Steingart: "Andrea Nahles will sich noch nicht für oder gegen Merkel festlegen. Sie spricht von „ungedeckten Schecks“ und „offenen Fragen“.

Wunschdenken von Funktionären und Medien

Sie weiß ja: Ihre Funktionäre sind bei den Flüchtlingen, ihre Wähler bei Horst Seehofer. Der liebste Aufenthaltsort der SPD-Chefin ist daher die Hintertür."

Aber schauen wir uns doch mal genau um. Hier das Wunschdenken der ARD und vieler Medien. Der erste Chefredakteur von ARD-aktuell, Kai Gniffke, kommentierte die Nachricht über den Rücktritt von Seehofer, nicht nur falsch, nee er jubelte fast. „Endlich, der Rücktritt von Horst Seehofer wäre eine Befreiung für Deutschland“, sagte er. Na ja, für die ARD vielleicht.

Befreiung für Deutschland?

Das sehen die Wähler ganz anders. Dass die CSU-Wähler hinter Seehofer stehen, versteht sich von selbst. Auch die Fans von Sahra Wagenknecht dürften der gleichen Meinung sein wie Seehofer. Ein Großteil der CDU-Wähler ebenso, und die AfD-Wähler brauchen wir nicht zu fragen.

Bliebe noch die FDP, dass die keine Merkel-Fans sind, ist auch kein Geheimnis. Über die SPD-Wähler hat Gabor Steingart schon alles gesagt. Auch wenn "WELT-Online" einen hohen SPD-Politiker zitiert, der gesagt haben soll „Wir überlegen noch, wie wir dem Seehofer am besten eins in die Fresse geben können.“ Aber OK, in die Fresse gibt es was für die SPD, von ihren Wählern

Ach ja, da sind ja noch die Grünen, OK für die, aber nur für die, wäre der Rücktritt von Seehofer tatsächlich eine Befreiung. Oh ja, wie gerne würden die mit Merkel regieren, keine Frage.

Die Stimmungsmacher der SPD

SPD-Vize Ralf Stegner teilte schon im gemeinsamen Morgenmagazin von ARD und ZDF mit, Seehofer sei "vollständig gescheitert mit seiner Krawallpolitik". Der SPD-Linke Matthias Miersch höhnte, "der greise bayerische Löwe brüllte ein letztes Mal und verkroch sich dann in seiner Höhle".

Und SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil schrieb mit Blick auf Seehofers Äußerungen im "Spiegel" auf Twitter: "Kleiner Tipp: Wenn du im Loch sitzt, hör auf zu buddeln."

Christian Weilmeier schreibt dazu: Du meine Güte, wie man jetzt gegen Seehofer tobt und wettert, als hätte er eine Majestätsbeleidigung begangen. Ein Machtkampf, na und, ganz normal für eine Demokratie. Und dann das mit der Bayernwahl, so als hätte noch niemand im Bund rumgetobt, um seine Heimatwahl zu retten.

Nichts als leeres Bayern-Bashing. Bayern hat noch ein intaktes und ungebrochenes Staatsbewusstsein, das stört den herrschenden Mainstream. Damit wird er leben müssen, aus Bayern heraus ist stets mit Aktionen zu rechnen. Der Bayer lässt sich nicht rumkommandieren. Dafür liegt uns zu sehr der Anarchismus im Blut.

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08.07.2018 Die Springer Presse rastet aus

GFDK - Gottfried Böhmer

Gabor Steingart schrieb in seinem Morning Briefing: "Am 17. Juli wollen sich Putin und Trump zum Zweier-Gipfel in Helsinki treffen. Der Vorgang zeigt: Das Jahrhundert der Weltmächte ist keineswegs vorbei.

Spätestens jetzt fällt auf, dass es ein deutscher Kardinalfehler war, Putin nach der Krimbesetzung aus dem G8-Format zu werfen.

Die Krim ist noch immer besetzt und nicht Moskau, sondern das westliche Europa steht isoliert da. Dass der US-Präsident beim vergangenen G7-Gipfel später kam und früher ging, fand man im Kanzleramt unhöflich. Dabei war es nur ehrlich".

Die Springer Presse rastet aus

Peter Huth schreibt auf "WELT-Online" - "Die Art und Weise wie Donald Trump Putins Geschäfte verrichtet, ist atemberaubend. Der US-Präsident ist der beste Helfer des Autokraten von Moskau, dessen Ziel die Zerstörung der europäischen Friedensordnung ist, um den Einflussbereich Russlands auf die ehemaligen unterjochten Staaten im Osten wieder zu stärken.

Der gescheiterte Ex-KGB-Agent?

Wie Putin in der Ukraine vorgegangen ist und weiter vorgeht, zeigt mit welcher kriminellen Energie der innen- und wirtschaftspolitisch gescheiterte Ex-KGB-Agent dieses Geschäft betreibt.

Russen und Assads-Schergen in Syrien?

Während also das dröhnende Schweigen der Weltgemeinschaft zu den neuen Attacken der Russen und Assads-Schergen in Syrien – ausgerechnet oder ganz bewusst während der Fußball-Weltmeisterschaft – ohnehin unerträglich ist, setzt Donald Trump noch einen drauf.

Geprüft wird vom Pentagon der Abzug der US-Truppen aus Deutschland. Das alles, so heißt es beschwichtigend, sei ja nur ein Szenario".

Ein Affront gegen die gesamte "freie Springer-Welt" ist, dass Trump auf die Frage nach einer Anerkennung der Krim-Annexion nicht mehr zu sagen hat als: „Wir werden sehen.“

Hier noch ein weiteres Beispiel wie Springer Fakten verdreht

Im Vorfeld der Fußball Weltmeisterschaft hat die Springer-Spinner-Presse in unzähligen Artikeln behauptet, Putin würde die WM für sich intrumentalisieren.

Nur zu dumm, Putin läßt sich kaum oder besser gesagt, nicht einmal blicken. Und was macht nun die Springer-Spinner-Presse daraus?

"Wer mit Wladimir Putins Dauerpräsenz bei der WM gerechnet hatten, lag falsch. Öffentlich inszeniert sich Russlands Präsident kaum. Eine bewusste Entscheidung, hinter der eine klare Strategie steckt". So so, eine Strategie.

Und nun wird es so richtig dumm bei Springer. Weil der Präsident sich bei der WM sehr zurückhält, unterstellen die Springer-Dummköpfe ihm nun, Putin spiele den bescheidenen Diener des Volkes, der auch am Wochenende schuften muss, und das sei seine Botschaft an das Volk.

Kriminelle Anmaßungen des Kreml?

Der Wunsch der Russenhasser bei Springer ist in Erfüllung gegangen.

Richard Herzinger der größte Putin und Russlandfresser der Springer Presse wünschte sich "Ein frühzeitiges Aus für die Deutschen wäre wünschenswert" Er schreibt: "Wenn westliche Politiker zum Fußballspektakel nach Russland fahren, legitimieren sie den Vorherrschaftsanspruch des Kreml-Chefs.

Denn eine WM bei Putin kann niemals unpolitisch sein." Der Fußball Weltmeisterschaft sei ein "politisch höchst bedenklichen Spektakel" so der Russlandfresser, und Putin wolle die Welt über seinen wahren Charakter zu täuschen. Putins infame Selbstdarstellung". Herzinger schreibt von "kriminellen Anmaßungen des Kreml".

Alles ohne Worte, mehr kann ich dazu nicht mehr sagen.

Gottfried Böhmer

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06.07.2018 Merkel oder Seehofer

GFDK - Reden ist Silber

"Ich lasse mich nicht von einer Kanzlerin entlassen, die nur wegen mir Kanzlerin ist"

Frage an Radio Eriwan:

- Wer hat sich durchgesetzt, Merkel oder Seehofer?

Antwort:

- Das kommt darauf an.

(Pythische Ausfertigung des delphischen Raunens, shortly:)
- Rein formal ist die Unions-Erklärung vom 2.7.18 ein Manifest des (nicht kompletten, aber markanten Teil-)Kurswechsels, einer „Asylwende“, und damit (tendenziell) das (partielle) Ende eines deutschen Sonderwegs der letzten 3 Jahre in der EU.


- Faktisch wird sich erst später erweisen, wer der Sieger ist: Seehofer, wenn das verbal Proklamierte tatsächlich leidlich und in rel. kurzer Zeit umgesetzt wird, Merkel, wenn es praktisch „weiter so“ geht. We shall see…Inschallah.

Seehofer: bleibt. Merkel: bleibt. Löw: bleibt. Krise: bleibt

Nur die Angst der Parteikader vor Neuwahlen halten Seehofer und Merkel zusammen. Gabor Steingart schreibt in seinem Morning Briefing: "ein wochenlanger Machtkampf endet nicht mit Sieg, sondern mit Ermattung. Keiner der Kontrahenten hatte die Kraft, den anderen niederzuringen".

Der SPD bleibt nur die Hintertür

Und über die SPD schreibt Steingart: "Andrea Nahles will sich noch nicht für oder gegen Merkel festlegen. Sie spricht von „ungedeckten Schecks“ und „offenen Fragen“. Sie weiß ja: Ihre Funktionäre sind bei den Flüchtlingen, ihre Wähler bei Horst Seehofer. Der liebste Aufenthaltsort der SPD-Chefin ist daher die Hintertür."

Christian Weilmeier meint dazu:

Der Asyl-Kompromiss zwischen Merkel und Seehofer bringt Bewegung. Merkel musste endlich nachgeben, der Druck Seehofers war richtig, auch wenn der Mehrheit der konsenssüchtigen Deutschen der Streit nach Umfragen unangenehm war.

Was allerdings die Wirksamkeit des Kompromisses angeht, so habe ich starke Zweifel. Österreich z.B. will Flüchtlinge gerade nicht zurücknehmen, Italien auch nicht. Wo sollen die hin aus den Transitzentren? Jeder schaut in Europa auf sich selber.

Aber immerhin sehen andere Staaten, dass in Deutschland was passiert, das könnte die Kooperationsbereitschaft verbessern. Am Ende wirksam ist nur eine gesicherte europäische Außengrenze mit einer starken Frontex. Wer illegal nach Europa will, käme dann gar nicht mehr herein. Das könnte die richtigen Folge-Effekte auslösen.

Nun regen sich etliche Kommentatoren in den Medien auf, dass Europa seine Grenzen ernst nimmt, sie schützen und sichern will. Das ist wieder die Ideologie, dass Grenzen per se schlecht sind. Die Grenzenlosigkeit als Ideal.

Das ist falsch. Jeder Mensch braucht Grenzen, seinem Dasein sind natürliche Grenzen gesetzt. Jede Ordnung braucht Grenzen, jeder Staat, ansonsten verfällt die Ordnung. Der Einzige der keine Grenzen hat und braucht ist Gott.

Menschliche Grenzenlosigkeit ist Wahn und Anmaßung. Ja, Europa braucht Grenzen und muss sich dazu bekennen, wenn es weiterexistieren will. Europa braucht Grenzen, wenn es sich selbst definieren und erhalten will. Europäische Einigung ist nicht Globalisierung und Weltstaat.

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03.07.2018 Schattenboxereien der Politiker

GFDK - Reden ist Silber - Heiko Ostendorf

Heiko Ostendorf hat für uns einmal aufgezeigt wie es um die Verantwortung unserer Parteien und Politiker steht. Und ja, der Bürger steht im Regen.

Aktuell zeigt sich wieder die Verlogenheit der Politik. Es gibt die Grünen, die sich freuen, dass sie nicht in der Verantwortung stehen, denn da kann man als Opposition natürlich das volle Programm frei von Konsequenzen fordern. Da kann man "auf der richtigen Seite" stehen und all das "Nette" raushauen, es kostet ja nichts.

Anmerkung der Redaktion:

Grünen-Chef Robert Habeck:
„Vaterlandsliebe fand ich stets zum Kotzen.
Ich wusste mit Deutschland noch nie etwas anzufangen und weiß es bis heute nicht.“

Staatsmännische Verantwortung sieht anders aus

Dann gibt es da die SPD. Die mutete uns ein Jahr lang den jämmerlichen Schulz zu, brachte von Woche zu Woche "Erfolgsmeldungen", um dann am Wahlabend krachend zu scheitern. Ohne Not floh man damals aus der Verantwortung, musste vom Bundespräsidenten ermahnt werden.

Heute reden die SPD-Politiker, als wären sie die Garanten von politischer Noblesse und staatsmännischer Verantwortung, ärmlich und lächerlich. Die FDP nutzt das Sommerspektakel nur noch zur Eigen-PR. Den anderen wird der schwarze Peter zugeschoben, man selbst habe ja schon vor Jahren das "Richtige" gefordert.

AfD der heimliche Gewinner

Die AfD steht lächelnd in der Ecke und reibt sich die Hände, ihren aktiven Wahlkampf machen alle anderen. Und die Unionsschwestern? Da steht Merkels einsam entschiedenes "Wir schaffen das", innerhalb der letzten drei Jahre deutlich erodiert, gegen Seehofers angeblichen Alleingang gegen Europa.

Dabei hat in der Union niemand grundlegendes Interesse eine Lösung abseits Europas zu finden. Jedoch, Merkel gewinnt in Europa keine Partnerschaften, die substantiell wirken würden. Vielen unter großem Druck in letzter Minute ausgehandelten Optionen stehen handfeste Absagen und Zweifel entgegen.

Merkels Verhandlungsspielraum ist begrenzt, sie ist europäisch schwach und ihre Haltung, insbesondere in der Flüchtlingsfrage, ist nicht mehrheitsfähig.

Wie will man dem Wähler klar machen, dass man Knöllchen für Parkvergehen bis ins Letzte ahndet, an der deutschen Grenze aber Straftäter einreisen lässt, die anderswo in Europa bereits registriert sind oder rechtkräftig abgelehnt?

Welcher Steuerzahler, der den Verfall von Schulen und Bildung erlebt, den Mangel im Gesundheits- und Pflegewesen (um nur wenige Stichworte zu nennen), will solche Individuen Mal um Mal durchfüttern, nur weil sie "Asyl" sagen können.

So betreiben alle ihre Schattenboxereien, auf dem Rücken der Bevölkerung Deutschlands und, was besonders perfide ist, auf dem Rücken derer, die tatsächlich auf den Asylgedanken angewiesen sind. Um diese Menschen müsste es gehen, aber scheinbar sind die fast allen egal.

Von links bis rechts, alle köcheln ihr Süppchen, keiner verhält sich verantwortlich. Verantwortung dafür trägt die politische Spitze dieses Landes. Vielleicht verhält Seehofer sich unklug nun das Rückgrat durchzudrücken und nicht nochmals vertrauen zu wollen.

Aber die Verantwortung für dieses unsägliche Geschachere trägt die Bundeskanzlerin. Ihr Abtritt wäre eine Erleichterung für Deutschland und würde die Spaltung Europas zumindest verlangsamen.

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03.07.2018 Haßprediger beim WDR

GFDK - Reden ist Silber

Aber Hallo, Deutschland ist kaum eine Minute aus der WM in Russland ausgeschieden, und schon wetzt der WDR die Waffen gegen Russland.

"Der Ball wird weiterrollen, aber nun ohne Deutschland. Eine Chance also, den Fokus ein wenig zu verrücken. Und übrigens würde das geschafft, könnte das Ausscheiden der Mannschaft unfreiwillig das erreichen, woran der DFB bisher gescheitert war: die Menschenrechtsverletzungen in Russland klar zu benennen. Und der Gedanke trägt doch seine ganz eigene Fußballromantik in sich."

Sie erleben einen Kommentar voll geballter "journalistischer Kompetenz" mit einem zuweilen feisten Grinsen und einer feinen blasierten geölten Stimme.


Video Jochen Leufgens, WDR, kommentiert das Ausscheiden des DFB-Teams

Ein Nato-WDR-Erleuchteter liest jeden Satz nachlutschend vom Teleprompter ab und verrichtet gehorsam das Werk seiner Herren. Es wird sehr schlimm, wenn das der Nachwuchs des WDR ist.

Er spricht wie ein nordkoreanischer Gewerkschaftsführer, der seine Genossen wegen der versprochenen, aber ausgebliebenen Bonus-Zahlungen für die Übersollerfüllung beim Bau des Stadions des Weltfußballs trösten muss.

Jochen Leufgens, muss man sich merken, das ist kein Stern am Himmel des Öffentlichen TV. Mit besten Grüßen von Vladimir, dem Schrecklichen.

Ein Kommentar dazu auf Facebook:

Eben, jetzt ist noch mehr Zeit für Russlandhetze.
Und wenn es schon nicht mit dem Fußball klappt sind wir wenigstens dabei Weltmeister.
Da zahlen wir doch gern diese Gebühren.
Und super gern auch noch mehr. Oder?

Und ja, stimmt.
Man hört bei uns im Fernsehen nichts über Ukraine, über Sudan, über Jemen, über Saudi Arabien, über andere "Menschenrechtsfreunde" westlicher Lesart.

Möge dieser "Kommentator" mal nach Russland reisen und seine Ergüsse ganz normalen Bürgern ins Gesicht sagen. Er wird sich wundern.

So weit mein Kommentar zu diesem Haßprediger.
Manfred Rissmann

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01.07.2018 So werde ich das Buch auf jeden Fall selber lesen

GFDK - Heinrich Schmitz

Lange ist es her. Im November 2012 hat Heinrich Schmitz uns die Buch-Autorin Carla Berling vorgestellt. In der Folge, hat die GFDK Redaktion weitere drei Titel von Carla Berling besprochen. Heute ist sie eine Bestsellerautorin, über die sogar die "WELT" schreibt.

"Carla Berling lebte jahrelang in Armut. Dann schrieb sie Romane, veröffentlichte sie im Selbstverlag und wurde zur Bestsellerautorin. Mit 50 fuhr sie das erste Mal in Urlaub. Ihr Leben, ein Weg von ganz unten auf die Bestsellerliste".

November 2012

Kurz vor der Lesung hatte sie noch auf facebook gepostet, "So. Text ist geübt. Haare liegen nicht, Pumps sind poliert. Von mir aus können wir. Wenn keiner kommt, geh ich einen trinken.".

Nun, die Haare lagen, es kamen viele und keiner kam vergeblich.

Carla Berling stellte ihren aktuellen Roman, "Die Rattenfänger" im Rahmen einer Premierenlesung in der Mayerschen Buchhandlung Nippes vor. Das Buch, mit dem sie Mitte der Neunziger das Bücherschreiben hochmotiviert begonnen hatte.

Und das dann kein Verlag haben wollte. Das Buch, in dem jede Menge persönliche Erlebnisse und Erfahrungen verarbeitet sind. Das Buch, das der Anlass für ein erfolgreiches Tagebuch über das Schreiben von Romanen wurde. Ihr zehntes Buch.

Nachdem sie sich energisch und mit viel persönlichem Einsatz durch den Literaturdschungel gekämpft und jede Menge Online-Marketing per facebook betrieben hatte, unzählige Lesungen ihrer anderen Bücher absolviert und sich eine treue Fangemeinde aufgebaut hat, kam plötzlich der VAT-Verlag von sich aus darauf, "Die Rattenfänger" zu verlegen. Eine kluge Entscheidung.

Zunächst hatte ich ja bedauert, dass ich das Buch nicht vor der Lesung lesen konnte, weil es nicht zum zugesagten Termin ankam, aber im Nachhinein empfinde ich es sogar als Vorteil, völlig unbefangen der angenehmen Stimme der Autorin gelauscht zu haben.

Die Thematik des Buches mag in der Vergangenheit manchen Verlag abgeschreckt haben. Strukturvertrieb. Drückermethoden. Versicherungen. Anlagemodelle. Alles schon x-mal in der Presse gelesen. Alles gähn. Wer soll so was lesen wollen ?

Aber nein. Carla Berlings mit stimmigen Dialogen der Hauptfiguren Rena und Mike gespickter Vortrag zieht einen unwillkürlich in seinen Bann. Man sieht den chronisch klammen DJ Mike und seine Freundin leibhaftig miteinander diskutieren, wenn man der Autorin zuhört. Schreit nach Verfilmung das Ding.

Wie die Beiden langsam aber unaufhaltsam in die Fänge der JUNO geraten, wie sie sich eine bessere Zukunft in Reichtum und Luxus ausmalen, wobei die Ansprüche sich zunächst nur darauf beschränken, einmal beim Lebensmitteleinkauf nicht im Kopf mitrechnen zu müssen, um an der Kasse genug Geld zum Zahlen zu haben.

Das alles ist völlig lebensnah, in einem leicht ironischen Tonfall vorgetragen, unterhaltsam und spannend. Klare Sprache, schnörkellos richtig. Dem System Strukturvertrieb wäre man vermutlich selbst erlegen, wenn man in seine Fänge geraten wäre, denkt man zwischendurch.

Dabei sind die Schilderungen absolut vergnüglich und mit Insiderdetails gespickt. Das ist kein trockener Hassvortrag gegen die Branche, das ist viel effektiver.

Carla Berling gelingt es Spannung und Humor durch dezente Ironie miteinander zu verbinden - und das ganze auch noch brillant vorzutragen. Selbst chronische Nichtleser würden ihren Spaß an einer solchen Lesung haben.

Es gibt gute Autoren, die es bei Lesungen schaffen, ihre Texte dermaßen dröge vorzutragen, dass man sich wünscht, es nahe das baldige Ende der Veranstaltung. Und es gibt Autoren wie Carla Berling, bei der eine Stunde Vorlesen wie im Fluge vergeht und wo man gar nichts dagegen hätte, sie würde noch ein Stündchen weiterlesen oder doch gleich das ganze Buch.

So werde ich das Buch auf jeden Fall selber lesen.

Carla Berling (Bio)

Die Rattenfänger

Aus der Welt der Strukturvertriebe

Roman

250 Seiten, gebunden, 19.90 EUR

ISBN 978-3-940884-40-4

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01.07.2018 Eine Frau schreibt um ihr Leben

GFDK - Heinrich Schmitz

Eine Frau schreibt um ihr Leben - über Carla Berlings " Vom Kämpfen und vom Schreiben"

Ein Rückblick in das Jahr 2013. Damas schrieb Heinrich Schmitz - Wäre Carla Berling im Jahre 1994 mit einem Beratungshilfeschein bei mir aufgelaufen und hätte mir erzählt, sie werde einen Bestseller schreiben, hätte ich ihr vermutlich geraten sich eine "anständige" Arbeit zu suchen, sich um ihre Kinder zu kümmern und ihre Phantasien von der Schriftstellerei unter unerfüllbare Träume abzuhaken.

Hätte es damals schon die Verbraucherinsolvenz gegeben, ich hätte sie ihr empfohlen. Aber die kam erst 1999.

Der Mann arbeitslos, kein Geld um die Heizung zu bezahlen, Heizen mit dem Backofen, kleine Kinder, die was zu essen brauchen - und diese Frau will ein Buch schreiben ? "Sie sind doch irre." Hätte ich wohl gesagt.

Was für eine idiotische Idee, die wirtschaftliche Not, in die sie und ihre Familie gerade durch den fatalen Ausflug ins Versicherungsgewerbe, in einem Strukturvertrieb - grandios dargestellt in dem Roman "Die Rattenfänger" - geraten war, durch eine Karriere als Schriftstellerin zu lindern. Völlig bekloppt. Hätte ich wohl gesagt. Von so was kann doch nur eine Hand voll Leute leben.

Nun ja, glücklicherweise ist sie damals nicht bei mir gewesen und hat ihren Traum einfach wahr gemacht. Dass dieses "einfach" alles andere als einfach "einfach" war, kann man in der erweiterten Neuauflage von "Vom Kämpfen und vom Schreiben"  miterleben - nicht nur lesen.

Der Leser wird in dieses irre Leben einer Frau, die ihr Ziel gegen alle Regeln der Vernunft verfolgt, schon mit den ersten Sätzen hinein gesogen. Er sitzt mit im kalten Zimmer und hofft und bangt, ist enttäuscht, freut sich, ist entsetzt, freut sich, usw.

Vom Erwerb der ersten Schreibmaschine, die gleich den ersten tränen auslösenden Rückschlag mit sich bringt, weil ihr der am meisten benutze Buchstabe, das "e", fehlt, über die Zeit in einer Lokalredaktion, zu einem ersten Sachbuch, TV-Auftritten, die zwar bekannt aber sonst nichts machen, Lesungen, Druckzuschussverlagen.

Stress mit dem Sozialamt, Recherchen in der Sado-Maso-Szene, Enttäuschungen mit Verlegern, vermeintlichen Freundinnen, persönlichen Niederlagen.

Scheidung, Krankheiten körperlicher und psychischer Art, Therapie, dem Tod des früheren Ehemanns, Lebensfreundes und Vaters ihrer Kinder, Hinfallen, Aufstehen, Guerillamarketing, kleine Erfolge, große Enttäuschungen, große Hoffnungen, großer Kampf - Carla Berling schont weder sich noch den Leser, sie legt die Karten auf den Tisch. Ohne Wenn und Aber.

Das ist kein Lehrbuch für angehende Schriftsteller. Jedenfalls keines, dass einem beim Schreiben hilft. Aber es ist ein Buch, dass die Vorstellung vom Alltag einer Schriftstellerin aus rosaroten Wohlstandsträumen auf den Boden der bitteren Realität holt und damit manchen Möchtegernschriftsteller davor bewahrt im finanziellen und emotionalen Elend zu landen. Es sei denn, er ist genauso süchtig nach Schreiben wie die Autorin.

"Vom Kämpfen und vom Schreiben" gibt es schon länger. Warum also eine Rezension ?

Wer die Vorauflage bei einem anderen Verlag bereits gelesen hat, wird vielleicht sagen, ja, schön, kenne ich schon, muss ich nicht nochmal haben. Falsch. Die jetzt im VAT Verlag erschienene Neuauflage lohnt eine erneute Lektüre.

Carla Berling hat "Vom Kämpfen und vom Schreiben" nicht nur überarbeitet, sondern auch konsequent fortgeschrieben. Auch ihr Schicksal und das des Buches "Die Rattenfänger" nach der Vorauflage ist Thema der Neuauflage und auch das ist irgendwie verrückt.

Der VAT Verlag André Thiele hat sich sehr viel Mühe gemacht. Das Buch ist nicht nur inhaltlich, sondern auch optisch und haptisch ein Erlebnis. Hardcover mit Schutzumschlag inklusive downloadcode für ein e-book.

Diese Schriftstellerbiographie sollte mit jeder Auflage ein weiteres Kapitel bekommen, damit der Leser sieht, ob Carla Berling sich ihren Traum am Ende erfüllen konnte. Sie ist auf einem guten Weg. Ihre Bücher sind es wert gekauft und gelesen zu werden. Und ja - irgendwo ist Carla Berling eine Irre.

VAT Verlag André Thiele (http://www.vat-mainz.de/)
Carla Berling
Vom Kämpfen und vom Schreiben
Bericht, Mainz 2013
190 Seiten, gebunden inkl. eBook, 19.90 EUR
ISBN 978-3-940884-N.N.
Erscheint am 1.März 2013



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28.06.2018 Der öffentlich-rechtliche Rundfunk

GFDk - Reden ist Silber

Auf das Merkel-Unterstützungs-Zentralkomitee des ZDF und ARD ist verlaß. Die Aufgabe von wahrhaft unabhängigem Journalismus.

Der Cicero schreibt vollkommen richtig: "Weite Teile der Medien unterstützen im Asylstreit Angela Merkel. Sie verfallen in einen apokalyptischen Ton, um Kritiker wie Horst Seehofer als Gefahr für die Demokratie darzustellen. Im „Heute-Journal“ des ZDF verwendet man besonders raffinierte Methoden" . Oder besser gesagt, die totale Manipulation der Öffentlichkeit.

Auf die ARD und ZDF kann sich Angela Merkel verlassen. Und dazu haben wir 2017 geschrieben: Das Symptom journalistischen Übermenschentums bei ZDF und ARD - Die Agitation und Meinungsmache von ARD und ZDF ist schon dem seinerzeitigen FAZ-Herausgeber Frank Schirmacher 2014 aufgefallen.

ARD und ZDF berichten nicht was in der Welt passiert, sondern was nach ihren Vorstellungen in der Welt passieren soll.

Anja Reschke (ARD, Panorama): "Egal, ob Markus Söder das Wort in Berlin sagt oder im Biergarten. Wie sehr er auch versucht, den Begriff Asyltourismus in unsere Köpfe zu hämmern. Er wird nicht richtiger. Remember: Es geht nur um Bayern. Deutschland ist nicht im Wahlkampf."

Tina Hassel (ZDF, Berlin Direkt): "Absolut richtig. @AnjaReschke1 Noch wird nur in Bayern und nicht in Bund gewählt. Das könnte sich aber bald ändern..."

Marc Felix Serrao (Neue Zürcher Zeitung): "Der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Deutschland ist und bleibt eine der wichtigsten Stützen der Kanzlerin. Das wird in den Beiträgen und Kommentaren zum Unionsstreit genauso deutlich wie hier auf Twitter."

Anja Reschke ist eine deutsche Journalistin, Publizistin und Moderatorin. Seit 2015 leitet sie die Abteilung Innenpolitik beim Norddeutschen Rundfunk, für den sie seit 2001 das Fernsehmagazin Panorama moderiert. Wikipedia

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20.06.2018 Wer schützt unsere Konzerne?

GFDK - Reden ist Silber - Gottfried Böhmer

Mit trockenen Worten gab die Staatsanwaltschaft München II bekannt, dass Audi-Chef Rupert Stadler sein Büro mit einer Gefängniszelle eintauschen muss. Als Haftgrund wird Verdunkelungsgefahr genannt. Seit einer Woche wird Stadler als Beschuldigter geführt. Aber Hallo, Verdunklungsgefahr? Was soll der denn noch verdunkeln?

Schande über Deutschlands Staatsanwälte

Vorgeworfen wird ihm "Betrug sowie mittelbare Falschbeurkundung" im Zusammenhang mit dem "Inverkehrbringen von mit manipulativer Abgassteuerungssoftware ausgestatteten Diesel-Kraftfahrzeugen auf dem europäischen Markt.

"Zusammen mit Beamten des Landeskriminalamtes vollstreckten die Staatsanwälte den Haftbefehl am Montagmorgen in Ingolstadt.

Ein Machtwort der Regierung?

Das Pikante daran, noch bis vor vier Wochen, hat die gleiche Staatsanwaltschaft noch nicht einmal einen Anfangsverdacht gegen Audi-Chef Rupert Stadler gesehen. Da fragt man sich, woher kommt der Sinneswandel oder der Auftrag?

Oder gibt es da einen anderen Zusammenhang? Am Montag, den 11.06.2018, also vor einer Woche, besuchte Daimlerchef Dieter Zetsche Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer in Berlin, um die verdächtig hohen Abgaswerte etlicher Mercedes-Modelle zu erklären.

Scheuer habe Zetsche eingeladen, heißt es in der offiziellen Verlautbarung. Man könnte auch sagen: Zetsche wurde einbestellt - und durch Scheuers anschließend angeordneten Rückruf Hunderttausender Fahrzeuge öffentlich abgewatscht, schrieb der "Spiegel". Ist Rupert Stadler nur ein Bauernopfer?, frage ich mich.

Michael Kröger schrieb: Der Verkehrsminister täte gut daran, diplomatischer vorzugehen, sonst spielt er Donald Trump in die Hände.

Bekannt, gefürchtet und berüchtigt, die Jäger aus München

Die Staatsanwaltschaft München hat schon auf viele Top-Manager von Deutschland die Jagd eröffnet. Darunter auf Siemens, MAN, Ferrostaal und die BayernLB. 2006 eröffneten die Münchner Jäger die Jagd auf Siemens Top Manager. Der Vorwurf lautete, Siemens habe mit einem System der schwarzen Kassen Aufträge erkauft.

Wer schützt unsere Konzerne?

Dass die US-Konzerne, wie General Electrics und die Franzosen, also die direkten Konkurrenten von Siemens, Bestechungsgelder zur weltweiten Aufragsbeschaffung einsetzen, hat für die bemitleidenswerte Staatsanwaltschaft in München keine Rolle gespielt und auch nicht für den Bundesgerichtshof. Schwarze Kassen zur Auftragsbeschaffung steht eben nur den ausländischen Konzernen zu.

Der Deutsche Saubermann

Hauptsache man kann den deutschen Saubermann spielen und dabei auch noch nachhaltig der deutschen Wirtschaft schaden. Glaubt irgendein Depp, dass es ein US-Staatsanwalt wagen würde, sich mit den US-Konzernen-Managern anzulegen, um ein US-Unternehmen zu schädigen? Das machen nur die Deutschen.

Niemals würde das geschehen. Für die Amerikaner gilt der Grundsatz, jeder Dollar der in einer US-Kasse landet, ist ein guter Dollar, und die US-Manager verrichten einen gute Job. Ein Us-Staatsanwalt würde wegen Landes und Hochverrat wohl selber im Knast landen.

Ralf-Dieter Brunowsky stellt die richtige Frage: "Will man jetzt alle Vorstände von Daimler, VW, Audi, Porsche und BMW in Untersuchungshaft bringen? Will Deutschland sich den neben der Telekommunikation wichtigsten industriellen Ast absägen, auf dem es sitzt?"

Ganz am Rande bemerkt:

Siemens hat in den vergangenen Jahren sich von einer ganzen Reihe an Industriebeteiligungen und Sparten getrennt, für die man nicht mehr genug Aufträge bekommen hatte. Das wird die Ausländer gefreut haben, auf die deutsche Staatsanwaltschaft ist eben Verlaß.

Die Deutschen Manager machen nach Lesart der deutschen Justiz aber keinen guten Job, wenn sie Geld verdienen und Arbeitsplätze schaffen und erhalten. Wenn die deutsche Schlüsselindustrie in die Knie geht und die ersten Massenentlassungen anstehen, können sich die Arbeitnehmer in München bedanken.

Das Recht des Stärkeren

Mal eine Frage, was soll das dumme Gerede vom "Dieselbetrug"? Die Franzosen und Amerikaner produzieren und verkaufen die größten Dreckschleudern der Welt. Bei Ford und Fiat-Chrysler in Amerika kommt man aus dem Lachen nicht mehr raus und trinkt darauf ein gutes Gläschen mit einem besondern Dank an die Münchener Staatsanwaltschaft.

Michael Kröger: "Ist es also sinnvoll, Industriekonzerne öffentlich zu desavouieren, und damit Leuten wie Donald Trump weitere Argumente für sein nationalistisches Heimatschutzprogramm zu liefern? Denn der US-Präsident wird, wie seine Vorgänger in der Vergangenheit auch, diese Steilvorlage nutzen.

Gegen Volkswagen zum Beispiel trieb das US-Justizministerium noch unter Barack Obama die Ermittlungen mit Hochdruck voran". Na ja, so weit können die in München nicht denken.

Und weiter: Im Wettbewerb von Nationalstaaten finden die Grundprinzipien unserer gesetzlichen Regelwerke allerdings nur eingeschränkt Anwendung. Hier gilt das Eigeninteresse als oberste Triebfeder des Handelns. Und nicht erst seit Donald Trump das Recht des Stärkeren. Das kann man beklagen, doch an der Tatsache führt kein Weg vorbei.

Was hat Seehofer noch Ende letzen Jahres gesagt: Ein Verbot von Verbrennungsmotoren zerstört unseren Wohlstand. Genau, nur die Deutsche Justiz weiß das nicht.

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