Reden ist silber, Schreiben ist gold

31.03.2021 teilanonymisierte Handydaten

GFDK - Reden ist Silber

Als wirksames Mittel schlägt Karl Lauterbach erneut Ausgangsbeschränkungen ab 20 Uhr vor, sagte er der "Zeit" im Interview. Aber es kommt noch besser.

„Wir sehen anhand von teilanonymisierten Handydaten, dass viele Leute abends ins Taxi oder in ihre Autos steigen, durch die Städte fahren.

Und dann sieht man für ein paar Stunden Handys in Wohnungen zusammen, die man normalerweise nicht zusammen sieht.

Die bleiben für ein paar Stunden und fahren wieder zurück“, erläutert er das Problem. Restaurantbesitzer berichteten, sie brächten jeden Abend Speisen für bis zu acht Leute in kleine Wohnungen.

„Die (Menschen) gehen zu Freunden, entkorken vielleicht die eine oder andere Weinflasche, essen zusammen.“

So so, Herr Lauterbach, Sie wollen also wissen, wer sich mit seinen Freunden trifft, und was die sogar trinken. Und Handys in Wohnungen können Sie auch schon mitzählen. Und was heißt "teilanonymisierte Handydaten" Da läßt doch die Stasi grüssen. Aber wir sagen mal so: Solange der Lauterbach nicht unsere Schuhgröße und unser Autokennzeichen kennt, kann der uns den Buckel runterrutschen, mitsamt der Merkel. Obwohl dem Lauterbach ist alles zuzutrauen.

Dass die deutschen Gerichte, nicht den Bürger schützen, sondern nur Handlager der Regierenden sind, zeigt dieses Urteil vom 1. April 2021. Das Hamburger Oberverwaltungsgericht erklärt eine Maskenpflicht für Jogger an Elbe und Alster für angemessen. 

Die Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts ist unanfechtbar.

Das Gericht geht in seiner Entscheidung davon aus, dass eine Ansteckung mit dem Coronavirus auch im Freien möglich ist. Aha, die Richter sind anscheinend zu Virologen mutiert.

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23.03.2021 Freiheitsbedrohung in Deutschland

GFDK - Reden ist Silber

Vor rund zehn Jahren am 13.Mai 2011 hielt der damalige Chef der Liberalen Guido Westerwelle, eine Rede zur Freiheit, in der er sich nicht den politischen Gegner, sondern die Bürger vorknöpfte.

Es war die bewegendste und die leidenschaftlichste Rede seiner Karriere, die in der heutigen Situation nichts von ihrer Aktualität verloren hat: Das dumme ist nur, die Bürger deutschlands haben ihre Freiheit aufgegeben. Das Video seiner Rede, unten angehängt, sollte man sich unbedingt ansehen, und einmal darüber nachdenken.

"Die Freiheitsbedrohung in Deutschland kommt nicht mit Gewalt und laut daher, sondern sie kommt leise. Sie kommt mit allerlei Begründungen, mit oftmals auch gut gemeinten Begründungen.“     

"Und Freiheit stirbt nicht durch Politiker, stirbt nicht dadurch, dass man Bürgerrechte und Freiheitsrechte von Politik wegen einschränken will, sondern es wird dann gefährlich für die Freiheit, wenn die Bürgerinnen und Bürger ihr eigenes Immunsystem vergessen, das sie wappnen muss gegen jede Freiheitsbedrohung.“     

"Wir wollen ein Volk von selbstbewussten Staatsbürgern sein und nicht von Untertanen. Bürgerrechte zu verteidigen, das ist eine heilige Aufgabe zu allen Zeiten. In der Vergangenheit und auch in Zukunft.“

Neues aus dem Corona-Führer-Bunker

Merkel und die Landeschefs wollen im Kampf gegen Corona schalten und walten, wie es ihnen beliebt. Stufenpläne und andere Vorfestlegungen sind ihnen ein Gräuel. Ostern auch.

Der Bürger wird mit einer dürren Zahl abgespeist, die virologisch ohne Belang ist, schrieb Olaf Gersemann Ressortleiter Wirtschaft, Finanzen, Immobilien von "Welt-Online" Er meinte auch:  Die Ziele werden absichtlich verschoben – damit es schwerer wird.

Im Vorfeld hatte Gabor Steingart in seinem Mornig-Briefing schon geschrieben:befeuert vom Schattenkabinett der Virologen will Angela Merkel heute die Verlängerung des Lockdowns durchsetzen – Geschäftsschließungen, Kontaktverbote, Reisebeschränkungen und womöglich auch nächtliche Ausgangssperren. Schluss mit den Jo-Jo-Effekten. Durchziehen, jetzt! Angela Merkel denkt, was die Hardliner sagen. Oder ist es umgekehrt?

Fest steht, dass die Puritaner unter den Experten für staatliche Härte und autoritäre Strenge plädieren und die Idee von Eigenverantwortung und politischem Interessenausgleich in Zeiten der Pandemie nicht sonderlich goutieren.

Fazit: Im Bundeskanzleramt regiert der virologische Imperativ. Man könnte meinen, das Virus hat nicht nur die Atemwege, sondern auch die Denkapparate der Regierung befallen. Dass die Zustimmung der Bevölkerung bröckelt, ist kein Wunder. Ein Wunder ist es, dass sie so lange hielt.

Weidel nannte den Bund-Länder-Gipfel eine „Kungelrunde“

 „Das unwürdige Schauspiel geht in die nächste Runde“, sagt Fraktionschefin Alice Weidel als erste Rednerin der Opposition nach Merkels Regierungserklärung im Bundestag am 11. Februar 2021. Eine „Kungelrunde“ habe erneut massive Eingriffe im Leben der Menschen beschlossen.

Die Regierung setze auf die Methode von „Einsperrung und Dichtmachung“ und springe mit den Bürgern um „wie mit Untertanen“. Weidel wies auf die volkswirtschaftlichen Schäden des Lockdowns hin: „Die Kollateralschäden wachsen ins Unermessliche“, sagte sie – und fügte an die Regierung gerichtet hinzu: „Wollen Sie Deutschland auf den Stand eines Entwicklungslands bringen?“

FDP-Vizechef Kubicki wirft Merkel und Ministerpräsidenten „offenen Rechtsbruch“ vor „Es ist gestern keine Öffnungs-, sondern eine Schließungsstrategie verabschiedet worden“

Diesen Kommentar haben wir heute auf "Welt-Online" zu den am 23.03.2021 beschlossenen Corona-Maßnahmen von Angela Merkel gefunden.

"Das Licht am Ende des Tunnels ist nicht die Hoffnung auf Besserung sondern Grün-Rot-Rot!
Da geht 's nicht mehr voran sondern wieder rückwärts.

Da kommen noch mehr Verbote, noch mehr Gängelung, noch mehr Einschränkungen der Grundrechte, noch mehr Gehirnwäsche, noch mehr und höhere Steuern, noch mehr Obrigkeit aber dafür weniger Freiheit! Das Grundgesetzt wird der neuen Ideologie angepasst und alles ist gut. Ob der deutsche Michel das bis zur Wahl im Kurzzeitgedächnis behält ist jedoch fraglich."

Nur Lauterbach jubelt

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hält die geplante Osterruhe für dringend nötig, hätte sie sich aber noch härter und mit Ausgangssperre gewünscht. „Wir brauchen noch einmal einen Lockdown-Beschluss, den haben wir ja jetzt auch gefasst, ich hoffe, er wirkt ausreichend, ich hätte ihn früher gefasst und auch härter“, sagte Lauterbach im WDR. 

Katarina Witt, glaubt sie wäre in der DDR

 „Die Ähnlichkeit ist verblüffend, was man im Namen "zum Wohle des Volkes" so kollektiv, früher im Sozialismus und gegenwärtig im Kapitalismus, in so kleinem Kreise einfach durchsetzten kann“, schrieb Katarina Witt auf ihrer Facebook-Seite. „Ich mag es gar nicht aussprechen, aber ein kleines Teufelchen auf meiner Schulter flüstert mir fast schelmisch ins Ohr – ‚Willkommen zurück in der DDR‘.“

„Natürlich will ich nicht die DDR zurück. Aber wir leben seit 30 Jahren in einem Rechtsstaat und erleben seit einem Jahr, dass wir gesagt bekommen, was wir zu tun und zu lassen haben“, sagte Katarina Witt am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. „Und die, die uns das sagen, kriegen ihren eigenen Job nicht auf die Reihe.“

Katarina Witt betont in ihrem Facebook-Beitrag: Das „lebensgefährliche Virus ist da, und es gilt, Menschen zu beschützen!“ Inzwischen gebe es aber „sichere Öffnungskonzepte, die ein gesellschaftliches und wirtschaftliches Leben, wenn auch eingeschränkt, zulassen würden“.

Ganz Deutschland, so Katarina Witt, verspüre nun „einen Hauch“ davon, wie es sei, „von einer Handvoll Regierungsmitgliedern bestimmt, gelenkt und beeinflusst zu werden“. Vielleicht könne diese Erfahrung auch dazu führen, „dass wir ehemaligen DDR-Bürger uns nicht mehr erklären und verteidigen müssen“.

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22.03.2021 Beutekunst aus Afrika

GFDK - Reden ist Silber - Sönke C. Weiss

Beutekunst sind Kulturgüter, die sich jemand in einem Krieg oder konfliktähnlichen Zustand widerrechtlich aneignet. Kunstraub also. Afrikas Bemühungen um seine in der Kolonialzeit nach Europa verschleppte Kunst sind keineswegs neu.

Schon bald nach 1960, als 18 ehemalige Kolonien die Unabhängigkeit erlangten, wurde von afrikanischen Intellektuellen eine ungeheure Dynamik in Gang gesetzt, die auch Bénédicte Savoys neues Buch „Afrikas Kampf um seine Kunst“ reflektiert:

Der Kontinent kämpfte um seine Kunst, fand viele Befürworter, doch schlußendlich war der Kampf nicht nur vergebens, sondern ist so gut wie vergessen.

Auf Grundlage von zahlreichen bislang unbekannten Quellen aus Europa und Afrika erzählt die Professorin für Kunstgeschichte an der TU Berlin und am Collège de France in Paris die Geschichte einer verpassten Chance, einer Niederlage, die heute mit umso größerer Wucht auf uns zurückschlägt.

Denn statt auf postkoloniale Solidarität zu bauen, sorgten zahlreiche Akteure dafür, dass die faire Rückgabe von Kulturgütern bis dato meist traurig scheiterte, was in der Tat erneut kein Ruhmesblatt für Europa ist.

Wer sich für Kunst interessiert, insbesondere die versteckten Interessen des internationale Kunstmarktes, kommt an diesem Buch nicht vorbei.

Bénédicte Savoy ist eine der ehrlichsten Stimmen in der Debatte um die Rückgabe geraubter Kunst in westlichen Sammlungen.

„Afrikas Kampf um seine Kunst“ ist bei C.H. Beck (www.chbeck.de) erschienen, hat 256 Seiten und kostet 24 Euro.

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20.03.2021 me and white supremacy

GFDK - Reden ist Silber - W&V Sönke C. Weiss

Weiße Überlegenheit ist eine rassistische Ideologie, die davon ausgeht, dass Menschen mit weißer Hautfarbe Menschen mit anderer Hautfarbe in vielerlei Hinsicht überlegen sind und deshalb über diese herrschen sollten.

Weiße Überlegenheit ist ein internationales Problem, zeitlos und kulturübergreifend. In den zurückliegenden Jahren haben wir immer wieder über neue Bücher berichtet, die dieses Thema behandeln.

Mit „me and white supremacy - Warum kritisches Weißsein mit dir selbst anfängt“ der britischen Social-Media-Aktivistin, Autorin und Dozentin Layla F. Saad setzten wir diese lose Folge auch 2021 fort.

Sind wir alle unbewußt rassistisch? Ja, meint Saad und geht dieser Frage in ihrem Buch nach. Mit einem 28-tägigen Anti-Rassismus-Programm fordert sie uns auf, unsere (mutmaßlichen) rassistischen Verhaltensweisen und Denkmuster aktiv zu entleeren.

Unbequeme Fragen sollen dabei helfen, unseren eigenen (weißen) Privilegien kritisch zu reflektieren.

Man kann seine Hautfarbe nicht aussuchen, aber man kann aktiv entscheiden, wie man sich damit verhält“, schreibt die Autorin und ist davon überzeugt, dass wer ihr Buch vollendet, sein Leben und die Welt zum Besseren verändern wird.

Das wäre sehr schön. Sicher aber gibt uns Saad einen Leitfaden an die Hand, eine Art Kompass, mit dem sich etwas gegen die gefährliche Dynamik namens Rassismus tun läßt.

Mein Ratschlag: Das Buch im Freundeskreis durcharbeiten. Es könnte ein wahrer Augenöffner sein. „me and white supremacy - Ich und die weiße Vormachtstellung.

Warum kritisches Weißsein mit dir selbst anfängt“ ist der internationale Bestseller zu Saads erfolgreichen Instagram-Challenge #meandwhitesupremacy, kommt aus dem Penguin Verlag (www.penguin-verlag.de) und kostet 14 Euro. 

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19.03.2021 Fotokunst aus Amerika

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„Off Worlds“ ist ein ausgesprochen eindrucksvoller Fotoband, der jetzt im Dortmunder Verlag Kettler (www.verlag-kettler.de) erschienen ist.

Auf 48 großformatigen Seiten nehmen uns die Fotokünstler Louise Amelie und Aljaz Fuis mit in die amerikanische Seele und lassen uns in die Randgebiete der US-Gesellschaft blicken.

Es sind nicht die oftmals typischen Bilder der West- und Ostküste, die man so häufig präsentiert bekommt, sondern Empfindungen aus dem Herzen der Vereinigten Staaten, wo das „periphere Gefühl von Abgeschiedenheit“ auch das Weltbild der Menschen spiegelt:

Stolz und Freiheit, Unabhängigkeit und Selbstbestimmtheit. Ich habe selbst sechs Jahre lang in den US-Bundesstaaten Indiana und Texas gelebt, wohin es kaum Europäer verschlägt.

Umso mehr begeistert mich „Off Worlds“, da es ein Leben zeigt, das schon beinahe archetypisch für die USA ist. Es geht um die gesellschaftsferne Weite des Menschen, wie ich sie nur in den USA habe kennenlernen dürfen.

Genau das haben die Fotokünstler zwischen 2017 und 2020 eingefangen. Die Portraits wie Landschafts- und Architekturaufnahmen ergeben ein Gesamtbild, in dem man sich nicht nur verlieren kann, sondern auch wieder Raum zum Atmen findet. „Off World“ kostet 38 Euro und ist in der Tat eine Perle der Fotokunst. 

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14.03.2021 Geschichte und Kultur

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Jeder, der sich für China interessiert, wird bemerkt haben, dass jedes Jahr mehr Bücher über dieses Land veröffentlicht werden. Die meisten von ihnen befassen sich mit politischen und wirtschaftlichen Themen, aber auch Geschichte und Kultur erhalten langsam ihren angemessenen Anteil an Aufmerksamkeit.

„About Us - Young Photography in China“ ist ein neuer wie wunderbarer Fotoband aus dem Münchner Hirmer Verlag (www.hirmerverlag.de), der dem Betrachter einen einzigartigen Blick in die Welt der modernen chinesischen Fotokunst gewährt.

Zusammengestellt von den Kuratorinnen Eva-Maria Fahrner-Tutsek und Petra Giloy-Hirtz, erzählen die 40 vorgestellten Fotokünstler*Innen in 220 Arbeiten über ihre Lebensformen und Mentalität angesichts eines rapiden gesellschaftlichen Wandels in der Volksrepublik zwischen Coolness und Konfusion, Metropolen und ländlicher Peripherien, Natur und Zementbauten.

Auf der Suche nach ihrer Identität erkunden sie das Medium der Fotografie und geben uns Einblick in die individuellen Gefühls- und Erfahrungswelten ihrer Generation als - eben - Fotografen.

Sie sprechen oder schreiben nicht über ihr Land; vielmehr sehen sie es mit ihren Augen durch eine Kamera. Ihre visuelle Sprache ist unkompliziert.

Sie enthüllt ihre persönlichen Ansichten. Diese Künstler suchen nach ihrem Geburtsort, nach ihrer Heimat und finden dabei Freunde ihres Alters in ähnlichen oder inszenierten Lebenssituationen. Grandios! „About Us - Young Photography in China“ kostet 39,90 Euro. 

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13.03.2021 Die südafrikanische Fotokünstlerin

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Vielfach als eine der „versiertesten und am meisten unterschätzten Fotografinnen ihrer Zeit“ beschrieben, präsentiert der Steidl Verlag (www.steidl.de) gemeinsam mit der Walther Collection (www.walthercollection.com) aus Neu-Ulm, die sich insbesondere afrikanischen Fotograf*Innen widmet, das erste Buch, das die südafrikanische Fotokünstlerin umfassend und in Gänze darstellt.

„Jo Ractliffe: Photographs 1980s - now“ umfasst 456 Seiten mit 291 Abbildungen und enthält darüber hinaus zahlreiche überaus aufschlußreiche Texte wie Gespräche mit der Fotografin.

„In Ractliffes Werk bedeutet ‚Sehen‘ - insbesondere im besonders schwierigen Fall Südafrikas, wo die Dinge trotz des Anscheins einer moralischen Klarheit weitaus undurchsichtiger sind, als sie oft dargestellt werden.

Über das hinauszugehen, als was sich das Bild ausgibt“, schreibt der 2019 verstorbene nigerianische Kurator, Autor und Hochschullehrer Okwui Enwezor, der von 2011 bis 2018 Direktor des Hauses der Kunst in München war.

So enthält das Buch künstlerische Arbeiten der frühen 80er Jahre, vornehmlich Landschaften, wendet sich dann Angola zu, beziehungsweise den Nachwirkungen des dortigen Krieges, der von 1975 bis 2002 andauerte. Grundsätzlich stellt sich Ractliffe immer die gleiche Frage:

Wie verhält sich die geistige Mentalität der Menschen in Bezug auf die Landschaft und was hinterläßt Gewalt? Apartheid in Südafrika und der Krieg in Angola eben.

„Jo Ractliffe: Photographs 1980s - now“ kostet 95 Euro und ist eine faszinierende Zeitreise durch die Augen einer Künstlerin, die zwar menschenscheu zu sein scheint, aber das Prinzip Mensch immer wieder im Fokus hat, selbst wenn sie sich selbst davon distanziert. 

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09.03.2021 Bravo für dieses Buch

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In „Becoming - Erzählt für die nächste Generation“ schreibt die Ex-First-Lady der USA, Michelle Obama, insbesondere jugendliche Leser*innen ab 13 Jahren an. Es ist die Überarbeitung ihres internationalen Bestsellers, in dem sie über ihren Weg ins Weiße Haus berichtet. (Natürlich an der Seite ihres Mannes Barack.)

Während sie aber ihre eigene Story erzählt, fragt sie insbesondere junge Menschen: „Wer seid ihr, und was wollt ihr werden?“

Michelle Obama führt ihr Publikum zu ihren Kindertagen an der South Side von Chicago, ein sozialer Brennpunkt, bis zu ihren Jahren in einer juristischen Führungsposition, als sie Muttersein und Berufstätigkeit unter einen Hut bringen mußte, bis nach Washington D.C., der Hauptstadt der Macht.

Wie das Original, ist auch „Becoming - Erzählt für die nächste Generation“ ungemein ehrlich und freimütig und setzt meines Erachtens nach neue Maßstäbe hinsichtlich Autobiografien.

(Die ihres Mannes ist übrigens gleichermaßen grandios, wie wir hier bereits berichtet haben.)

Darüber hinaus ist Michelle Obamas Apell, den eigenen Weg zu finden und die eigene Stimme zu erheben, eine überaus wichtige und mutmachende Botschaft in einer Zeit, in der es immer schwerer fällt, Individuen zu erkennen.

Bravo für dieses Buch! Erschienen in der Penguin Random House Verlagsgruppe (www.cbj-verlag.de), hat „Becoming - Erzählt für die nächste Generation“ 608 Seiten und kostet 20 Euro. P.S. Die Übersetzerinnen Kristin Lohmann und Heike Brillmann-Ede haben einen vorzüglichen Job gemacht.

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03.03.2021 Geschichte der Sklaverei

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Dass Sachbücher in keiner Weise langweilig sein müssen, zeigen folgende Neuerscheinungen: Zum einen erzählt Andreas Eckert, Professor für die Geschichte Afrikas an der Humboldt-Universität zu Berlin, die „Geschichte der Sklaverei“ in dem gleichnamigen C.H. Beck Wissensband (www.chbeck.de) von der Antike bis ins 21. Jahrhundert.

Denn noch heute leben schätzungsweise 40 Millionen Menschen in „moderner Sklaverei“. Auf 128 kurzweiligen Seiten zeichnet Eckert die düstere Geschichte einer Institution nach, die schon seit der Antike in unterschiedlichen Ausprägungen in allen Weltregionen anzutreffen ist.

Der Autor geht den Motiven von Sklavenhändlern wie -käufern nach, zeigt Ursachen auf und führt uns die Sklaverei als wohl akzeptiertes gesellschaftliches Übel bis hin zu einer dem Zeitgeist geschuldeten Abscheulichkeit vor.

Die „Geschichte der Sklaverei“ ist ein bitterer Augenöffner und kostet 9,95 Euro. Absolut köstlich dagegen ist „Im Wald der Metropolen“.

Der Autor und Journalist Karl-Markus Gauß erzählt in seinem neuen Buch beispielsweise von der Erfindung Jugoslawiens, von schlesischen Täuschungen und sprachlosen Sprachen und nimmt uns so mit auf eine epische Kulturreise durch Europa, die nicht nur vortrefflich geschrieben, sondern auch beachtenswert durchdacht ist.

Die 13 Kapitel auf gut 300 Seiten sind meisterhaft verwoben und das Werk eines Fachmanns der Alltagsbeobachtung, eines Chronisten der Ambivalenzen, die diesen Kontinent so sehr ausmachen. Grandios! „Im Wald der Metropolen“ ist im Unionsverlag (www.unionsverlag.com) erschienen und kostet 12,95 Euro. 

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02.03.2021 Die Tat beim Namen nennen

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Mit ihrem neuen Buch „Alle Drei Tage“ wollen die Spiegel-Redakteurin Laura Backes und die investigative Journalistin  Margherita Bettoni ihre Leser über Verbrechen aufklären, die oftmals als schlichte Eifersuchtsdramen, Ehrenmorde oder Beziehungstaten abgearbeitet werden und nicht bei dem Namen genannt werden, den diese Taten verdienen: Femizide nämlich, Morde, die an Frauen verübt werden, weil sie Frauen sind.

Auf 204 Seiten zeigen die Autorinnen, dass die Tötung von Frauen aufgrund ihres Geschlechts auch in Deutschland ein ernsthaftes gesamtgesellschaftliches Problem ist, was indes immer noch verharmlost wird.

Backes und Bettoni haben mit Überlebenden gesprochen, Experten gefragt, die Motive männlicher Gewalttäter untersucht und ihre Taten rekonstruiert.

Es sind Schilderungen sexualisierter Gewalthandlungen, die, so die Warnung am Anfang des Buches, für den Leser belastend sein können. Nichtsdestotrotz, jeden Tag, so die Statistik, versucht bei uns ein Mann, seine Frau umzubringen.

Alle drei Tage wird eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet. Hinzu kommen die Morde an Frauen durch ihnen unbekannte Täter.

„Alle Drei Tage“ ist ein eindrückliches wie wichtiges Buch, das in der Deutschen Verlags-Anstalt (www.dva.de) erschienen ist und 20 Euro kostet. 

Sönke C. Weiss

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