Reden ist silber, Schreiben ist gold

20.02.2019 Mahnungen ignoriert Wohnung weg

GFDK - Reden ist Silber

Bald könnte es 1,2 Millionen Menschen ohne Wohnung geben medet heute die "ZEIT"
Immer mehr Menschen in Deutschland werden wohnungslos. Doch was heißt das? Wer ist betroffen, warum und was tut die Politik dagegen? Antworten auf die wichtigsten Fragen hier.

Die Zahlen, so die "ZEIT" sind alarmierend: Hunderttausende sind in der Bundesrepublik wohnungslos, vor allem in den Großstädten schlafen Zehntausende als Obdachlose unter freiem Himmel – auch im Winter. Und es werden immer mehr.

Ein paar Mal die Miete nicht bezahlt, Mahnungen ignoriert und so schnell kann es gehen: Der Gerichtsvollzieher kommt und setzt Sie vor die Tür.

Haben Sie als Mieter Ihre Zahlungspflicht mehrere Monate lang ignoriert oder den Eigenbedarf des Vermieters nicht akzeptiert und sind Sie nach der Kündigungsfrist nicht ausgezogen, lassen Sie dem Vermieter meist keine andere Wahl als eine Zwangsräumung zu veranlassen.

Wenn der Gerichtsvollzieher vor der Tür steht, ist es zu spät

Das ist sicher die schlechteste Möglichkeit seine Wohnung aufzugeben, da Sie gegen einen Räumungstitel, der durch ein Gericht erwirkt wurde, als Mieter nicht ankommen.

Der Vermieter muss die Zwangsräumung zunächst schriftlich beantragen, indem er eine Räumungsklage einreicht. Ist der Räumungstitel vom Richter erteilt, muss der Vermieter einen Gerichtsvollzieher mit der Räumung der Wohnung beauftragen.

Dieser fordert dann vom Vermieter einen Vorschuss für die Kosten der Räumung. Davor wird er nicht mit der Arbeit beginnen. Ist die Zahlung eingetroffen, muss der Gerichtsvollzieher dem Mieter eine Frist zur Räumung seiner vier Wände von mindestens drei Wochen erteilen.

Die Kosten für die gesamte Zwangsräumung hängen immer von der Größe der Wohnung und somit von der Größe des Hausrates ab. Sie belaufen sich im Regelfall aber auf einige Tausend Euro.

Es klingelt: Wie geht es weiter?

Sind Sie am Tag der Räumung in Ihrer Wohnung anzutreffen, muss der Gerichtsvollzieher immerhin keinen Schlüsseldienst beauftragen, um das Schloss aufbrechen zu lassen. Es sei denn, Sie weigern sich, die Tür zu öffnen.

Dem Gerichtsvollzieher steht es frei, ob er zum Termin Polizeibeamte, den Schlüsseldienst oder auch gleich eine Spedition mitbringt.

Letztere muss ebenfalls zunächst vom Vermieter bevorschusst werden. Die Kosten werden anschließend auf den Mieter übertragen. Allerdings sind die Chancen, dass der Vermieter das Geld vom verschuldeten Mieter zurückbekommt in den meisten Fällen eher gering.

Anschließend wird der Schuldner aufgefordert, seine persönlichen Sachen zu nehmen, die Schlüssel auszuhändigen und sich dann von der Wohnung zu entfernen.

Die Hauptaufgabe eines Gerichtsvollziehers bei einer Zwangsräumung ist es, den verschuldeten Mieter aus dem Besitz zu setzen und diesen an den Gläubiger, meist den Vermieter, zu übertragen. Dafür muss der Vermieter bei der Räumung anwesend sein.

Was passiert mit dem Eigentum des Mieters?

Bei einer Zwangsräumung werden alle beweglichen Gegenstände aus der Wohnung geräumt. Dies erledigt meist ein Speditionsunternehmen. Die Sachen werden dann für maximal einen Monat eingelagert. Der Vermieter kann dafür eigene räumliche Kapazitäten anbieten, um nicht noch mehr für den Vorschuss der Räumung zahlen zu müssen.

Innerhalb dieses Monats kann der Verschuldete sein (ehemaliges) Eigentum nur gegen Geld, also in diesem Fall gegen eine Erstattung der entstandenen Kosten für die Zwangsräumung zurückbekommen.

Nach der Frist wird Müll entsorgt und die übrigen Sachen ggf. versteigert, um den Vorschuss des Vermieters ansatzweise decken zu können. Allerdings ist es unwahrscheinlich, dass etwas von Wert dabei ist, da die meisten Menschen, denen eine Zwangsräumung widerfährt, mittellos sind.

Tatsächlich gibt es auch unpfändbare Gegenstände, wie Schränke, Waschmaschine, Staubsauger, Haustiere, Betten, Sofas oder Eheringe. Auch Bargeld kann nicht ohne weiteres eingezogen werden.

Natürlich gibt es auch die Möglichkeit, dass der Schuldner innerhalb der dreiwöchigen Frist mitsamt seiner Sachen auszieht. So wird die zumeist unangenehme Begegnung mit dem Zwangsvollstrecker unterbunden.

Der Vermieter sollte aber in jedem Fall neue Schlösser einsetzen lassen, da sich doch einige Mieter Schlüssel nachmachen lassen.

Berliner Räumung – der gängige Weg der Zwangsvollstreckung

Bei der sogenannten Berliner Räumung können sich Mieter und Vermieter darauf verständigen, dass der Mieter bis zu einem bestimmten Tag all sein Hab und Gut aus der Wohnung entfernt. Dadurch spart der Gläubiger die Kosten für die Spedition, die sonst damit beauftragt werden müsste. Hält der Schuldner diesen Termin nicht ein, darf der Vermieter die Sachen entsorgen (lassen).

Diese Methode bietet sich vor allem dann an, wenn die Chancen, dass der Vermieter das Geld vom Mieter zurück bekommt, sehr schlecht stehen.

Am Tag der Zwangsvollstreckung wird der Verschuldete dann nur noch vor die Tür gesetzt, sofern er sich in der Wohnung befindet.

Lässt sich die Zwangsräumung noch abwenden?

Nach der Zustellung des Räumungstermins hat der Schuldner drei Wochen Zeit, das Schlimmste zu verhindern. Er kann einen Antrag auf Vollstreckungsschutz stellen. Eine Genehmigung kommt nur dann zustande, wenn das Gericht der Meinung, dass eine gewisse Härte vorliegt. Diese kann z.B. eine Obdachlosigkeit, aufgrund der Zwangsräumung beinhalten.

Droht diese dem Mieter tatsächlich und kann er nicht etwa bei Familie oder Freunden unterkommen, kann die zuständige Behörde einen Ersatzwohnraum zur Verfügung stellen.

Ein Anwalt kann Ihnen helfen, die Räumung noch abzuwenden. Sie können dafür einen Antrag auf Prozesskostenhilfe stellen, um die Kosten decken zu können.

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20.02.2019 als Steuereintreiber missbraucht

GFDK - Reden ist Silber

Heute haben wir unschöne News vom nächstgelegenen Finanzamt. Denn wer an US-Riesen wie Google & Co. Rechnungen überweist, muss aufpassen, dass er künftig nicht als Steuereintreiber missbraucht wird. Quellensteuer heißt das Unwort des Tages.

Das beste ist ja, dass die US-Tech-Konzerne nicht einmal Steuern im eigenem Land bezahlen. Bezahlen sollen die Steuern jetzt die deutschen Unternehmer. Gehts noch? Nahezu alle Unternehmen, die im Internet tätig sind, wären davon betroffen, auch die GFDK. Denn auch wir haben Werbegelder an Google bezahlt, auch wenn das schon länger her ist.

Um das einmal klarzustellen. Wir kaufen bei google Werbung ein, bezahlen die Rechnung, google zahlt darauf keine Steuern, und das Finanzamt will diese nun bei uns eintreiben. Wir sollen uns dann mit Google anlegen, und uns das Geld zurück holen. HA HA HA.

Sieben Jahre rückwirkend

Die deutschen Finanzämter versuchen bei Werbekunden neuerdings eine Quellensteuer von 15 Prozent auf Zahlungen an die Internetkonzerne einzutreiben – und das sogar bis zu sieben Jahre rückwirkend, berichtete das ZDF-Magazin "Frontal 21"

"Für viele Unternehmen sind solche Steuerforderungen existenzbedrohend", so Christoph Wenk-Fischer, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes E-Commerce und Versandhandel (bevh), gegenüber "Frontal 21".

Die Chance dieser deutschen Mittelständler, sich die Summe bei den Internetkonzernen zurückzuholen, tendiere gegen null, so Experten. "Das ist reine Theorie", sagt Steuerrechtsexperte Professor Manuel Theisen, "wie soll ein bayrischer Einzelunternehmer an Google herankommen, an dem sich die Finanzverwaltungen dieser Welt die Zähne ausbeißen"?

Oft geht es um Beträge von mehreren Millionen Euro. Denn die Steuerbelastung soll nicht nur für die Zukunft gelten, sondern vielmehr rückwirkend, zum Teil für bis zu sieben Jahre. Für die betroffenen Unternehmen bedeutet das, Rückstellungen in Millionenhöhe in der Bilanz vorzusehen - Beträge, die kaum eines der oft jungen Unternehmen zur Verfügung hat.

Die ersten bekannt gewordenen Fälle dieser Art kommen ausgerechnet aus Bayern. Das ZDF nennt zum Beispiel den Markisenhersteller Schoenberger. Der Chef des Mittelständlers rechnet mit einer Nachforderung zwischen zwei und vier Millionen Euro.

Die bayerischen Finanzämter seien angewiesen, "die betroffenen Fälle bis zur endgültigen Festlegung einer bundeseinheitlichen Verwaltungsauffassung offen zu halten", heißt es nun aus dem bayerischen Finanzministerium gegenüber "Frontal 21".

Das beste zum Schluß: Der Bundesfinanzminister will sich noch nicht festlegen, kommt noch, wetten das.

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17.02.2019

GFDK - Reden ist Silber

"Als Ultima Ratio wäre das durchaus auch denkbar“, so beantwortete CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer in einem Interview mit den „Tagesthemen“ die Frage, ob sie im Falle einer schwer kontrollierbaren Flüchtlingswelle die Grenze schließen würde.

Kehrtwende der CDU

Kramp-Karrenbauer äußerte sich nach einem "Werkstattgespräch" ihrer Partei, das die umstrittene Migrationspolitik von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) aufarbeiten sollte.

Merkel war bei dem "Werkstattgespräch" nicht dabei. Es ist auch bemerkenswert, dass die Ostdeutschen Ministerpräsidenten Merkel nicht im Wahlkampf sehen wollen. "Merkel muß weg"-Rufe, können die wohl nicht gebrauchen.

"Wir müssen deutlich machen: Wir haben unsere Lektion gelernt", hatte Kramp-Karrenbauer im Anschluss gesagt. Im Ergebnispapier der Veranstaltung heißt es: "Wir müssen Humanität und Härte vereinen." Der Chef der Werteunion, Alexander Mitsch sagte dem "tagesspiegel"

 "Es wäre allerdings „naiv zu glauben, dass die Umstände und Folgen der unkontrollierten Masseneinwanderung seit 2015 mit dem ‚Werkstattgespräch‘ nun abschließend aufgearbeitet“ seien. Vielmehr gelte es, eine „Asylwende“ einzuleiten".

Madame Gnadenlos?

Daraus machen die Medien: Verrat und Merkel-Kritik. Die „Zeit“ sprach von einer „gefährlichen Kurskorrektur“, die den Kern von Merkels Flüchtlingspolitik und die dahinterstehenden Prinzipien infrage stellen würde. Die "bild"  schreibt von einer krassen Aussage zum Thema Flüchtlinge, und die "taz" titelte "Madame Gnadenlos" und weiter " Die neue CDU-Vorsitzende wischt in der Flüchtlingspolitik mit einem Satz weg, was Angela Merkel jahrelang verteidigt hat."

Eine angewandte Vernunft und ein Realitätssinn kommt für die unsere Medien einfach nicht in Frage.

Auf Facebook schreibt einer, "Jetzt vertritt die CDU die AFD Position, für die sie von Anfang an angefeindet wurde."

Die Fraktionsvorsitzende der AfD im Deutschen Bundestag, Alice Weidel, bezeichnete das Werkstattgespräch als „Alibi-Verantstaltung“. Die CDU weigere sich, ihre „katastrophale falsche Weichenstellung“ klar zu benennen: „Sie will keinen Politikwechsel, sondern einen Schlussstrich unter die Debatte über ihr Versagen“, sagte Weidel.

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07.02.2019 Die Meinungsmacherin Gabi Bauer

GFDK - Reden ist Silber - Gottfried Böhmer NDR

Pressemeldung des NDR. Aber eines vorweg. Es gibt in Deutschland nicht wenige, die froh sind Gabi Bauer nicht mehr sehen zu müssen. Ob ihr Abgang von dieser sehr prominenten Position ganz freiwillig ist, können wir nicht beurteilen, aber es läßt aufhorchen, wenn sie sagt, "Das Angebot des NDR habe sie hoch erfreut".

Die Meinungsmacherin Gabi Bauer

Tatsache ist, eine „korrekte Einbettung“ der Nachrichten konnten viele bei Gabi Bauer nicht feststellen. Die von ihr vermeldeten Nachrichten waren häufig genug eine Art zusammengeschraubte Informationswirklichkeit und noch schlimmer - ihre Kommentare zu der Ukraine, Putin, Trump,Syrien, Flüchtlingskrise,etc.

Die Informationsdarstellung ließ bei ihr viel zu wünschen übrig. Den Nachrichtenwert von Frau Gabi Bauer haben viele als gleich null empfunden. Wir auch.

Die skandalös falsche und grob irreführende Berichterstattung von Nachtmagazin Moderatorin Gabi Bauer über die Folgen des AtomGau von Fukushima, in der sie behauptete 18.000 Menschen wären bei dem Unglück getötet worden, war ein unrümlicher Höhepunkt ihrer Berichterstattung.

In Wahrheit war kein einziger ums Leben gekommen. Die genannten 18.000 Menschen sind im laufe der Jahre an den Folgen des Tsunami verstorben und das hatte viele Gründe. Die totalitäre politisch-korrekte Berichterstattung von ihr, war oft nicht zu ertragen. Und wer ihr nicht paßte, wurde umgehend mit der Nazi-AfD Keule überzogen. Das eigene Weltbild war ihr immer wichtiger als die Information.

PRESSE NDR

Gabi Bauer gibt nach 13 Jahren die Moderation des „Nachtmagazins“ im Ersten ab. Künftig wird sie als Redakteurin und Autorin im Programmbereich Kultur und Dokumentation des NDR tätig sein und sich vor allem auf lange Formate konzentrieren. Sie wird für das NDR Fernsehen vor und hinter der Kamera arbeiten.

Gabi Bauer: „Ich hatte viele spannende, erfolgreiche und schöne Jahre bei ARD-aktuell. Aber jetzt will ich mal wieder die Perspektive wechseln. Insofern hat mich das Angebot des NDR sehr gefreut - und überzeugt.“

Gabi Bauer führt seit Anfang 2006 durch das „Nachtmagazin“; im Wechsel mit ihr moderieren Susanne Stichler, Anna Planken, Julia-Niharika Sen, Kirsten Gerhard, Thorsten Schröder und Constantin Schreiber die Sendung.

Gabi Bauer (56) wurde in Celle geboren. Nach ihrem Studium in Hamburg, Grenoble, Michigan und Hannover (Anglistik, Romanistik und Philosophie) arbeitete sie zunächst als Reporterin und Moderatorin beim Radio. 1995 wechselte sie zum NDR Fernsehen.

Nach zwei Jahren im NDR Landesfunkhaus Niedersachsen kam Gabi Bauer als erste Moderatorin der „Tagesschau“-Nachmittagsausgaben zu ARD-aktuell. Im September 1997 übernahm sie die Moderation der „Tagesthemen“.

Mit der Geburt ihrer Kinder 2001 verließ Gabi Bauer die Sendung und kehrte 2006 als „Nachtmagazin“-Moderatorin zu ARD-aktuell zurück. Für ihre Arbeit erhielt Gabi Bauer zahlreiche Auszeichnungen und Preise, darunter den „Goldenen Löwen“, den Bambi und den Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis.

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04.02.2019 aktuelle Anti-RT-Kampagne

GFDK - Reden ist Silber

Mit Schmuddelkindern soll man nicht sprechen? Wenn es nach dem DJV geht, ist RT Deutsch, das Schmuddelkind der Medien. Im Kontext der aktuellen Anti-RT-Kampagne, hier lässt "heise" den Chefredakteur von RT Deutsch zu Wort kommen und der haut so einiges raus, was einfach mal so stehen gelassen werden kann - und zugleich die ganze Debatte treffend beschreibt:

"Es gehört eine gewisse Unabhängigkeit und geistige Souveränität dazu, mit RT Deutsch zu sprechen. Vor allem, wenn man eine Karriere in Politik, Medien oder Staatsdienst vor sich hat. Diejenigen, die sich trauen - wie Matthias Platzeck, Sahra Wagenknecht oder Sigmar Gabriel - müssen danach viel Schelte einstecken.

U.a. vom DJV, wie im Fall Platzeck. Es war sein Interview, dass Hendrik Zörner zu einer Eskapade mit dem Lisa-Fake im DJV-Blog veranlasste. Bemerkenswert ist, dass die "Kritik" sich nie inhaltlich mit dem jeweiligen Interview auseinandersetzt.

Allein schon die Erscheinung auf RT Deutsch reicht den "Kritikern", um in Wallung zu geraten. Es ist schwer zu übersehen, dass zu bestimmten Themenblöcken wie etwa EU, NATO, Euro, Russland, Ukraine, pro-atlantische Beziehung, Syrien alle deutschen Mainstream-Medien unisono berichten.

Bestimmte Narrative werden gar nicht erst hinterfragt. Dabei lassen sie viel Raum, zumindest für Nachfrage und Diskussion."

(RT-Deutsch-Chefredakteur Ivan Rodionov)

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29.01.2019 Angriff deutscher Klimapolitiker

GFDK - Reden ist Silber

Die Kohlekommission und die Verkehrskommission werden uns noch ruinieren. Die Bundesregierung sollte noch weitere Kommissionen ins Leben rufen, damit Deutschland entgültig platt ist. Die Angriffe deutscher Klimapolitiker brechen uns eines Tages das Genick. Kohle wird es in Deutschland nur noch zum Grillen geben.

RWE stellt sich nach dem Kompromiss für den Kohleausstieg auf einen Arbeitsplatzabbau ein. Wie viele Mitarbeiter betroffen sein werden, könne er noch nicht sagen, erklärte RWE-Chef Schmitz in einem Zeitungsinterview. Also: Wie viele Mitarbeiter betroffen sein werden, kann oder will, der RWE Boss noch nicht sagen, aber er deutet an, dass es viele werden.

Die Deutschen steigen aus, die ganze Welt steigt ein

Weltweit befinden sich aktuell 491 Großkohlekraftwerke im Bau, 790 weitere sind in Planung. Und mit Polen hat sich gerade erst ein direkter Nachbar der Bundesrepublik für die Kohleförderung ausgesprochen. Präsident Andrzej Duda sagte auf dem UN-Klimagipfel im Dezember in Kattowitz:

„Solange ich Präsident bin, lasse ich nicht zu, dass irgendjemand den polnischen Bergbau ermordet.“ Am rande bemerkt, in Deutschland sind derzeit noch ca, 120 aktive Kraftwerke am Netz, kleine wie große.

Politisch korrekt und total verblödet

Manfred Haferburg schreibt dazu auf www.achgut.com: Eines steht fest: Der deutsche Kohleausstieg wird die globale Erwärmung genauso wenig verzögern wie der deutsche Kernenergieausstieg die weltweite Sicherheit vor Atom-GAUs verbessert und die deutschen Dieselfahrverbote ein fiktives Massensterben von fiktiven Feinstaubopfern verhindert.

Das kostet NIX, das zahlt der Staat? Schön wäre es

Die Energiewendeumlage darf nicht über 3,5 Cent steigen“ sagte Bundeskanzlerin Merkel 2011 im Bundestag. Heute liegt sie mehr als doppelt so hoch und steigt weiter.

Die Energiewende kostet eine Familie nicht mehr als eine Kugel Eis (6:35min)“ sagte Bundesumweltminister Jürgen Trittin im Jahre 2004. Eine vierköpfige Familie zahlt bis 2025 direkt und indirekt über 25.000 Euro für die Energiewende

Die heutige „FAZ“ zeigt die wahren Kosten dieses Kohle-Beschlusses: Es geht um Ausgleichszahlungen für Konzerne, Kohle-Kumpel und die betroffenen Regionen. Der „Solidarpakt Kohle“ würde demnach mehr als 80 Milliarden Euro in den nächsten 20 Jahren verschlingen. Die „FAZ“ prophezeit: Entweder werden die Strompreise oder die Steuern steigen.

Der Irrsinn geht noch weiter

Mit höheren Spritsteuern, einem Tempolimit auf Autobahnen und einer Pflichtquote für Elektroautos will die Verkehrskommission der Regierung stärker zum Klimaschutz beitragen. Diesel- und Benzinsteuern sollen laut der Verkehrskommission ab 2023 erhöht werden, zunächst um drei Cent und dann jährlich jeweils um einen weiteren Cent. Der Liter Treibstoff würde dann bis 2030 um 52 Cent teurer.


Diese Änderungen bei Steuern und Abgaben würden fast die Hälfte der Einsparungen an Treibhausgas liefern, so diese Irren.

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27.01.2019 Dem eigenen Gedächtnis vertrauen

GFDK - Alexander Wallasch

Und es hat sich nichts geändert. Hier noch einmal der Artikel vom 1. Sebtember 2013 von Alexander Wallasch. Ob Agenda 2010, Bankenkrise oder Syrienkonflikt – die Mächtigen in der Gesellschaft profitieren vom kollektiven Vergessen. Doch es gibt einen Ausweg: die Erinnerung.

Was ist wahr, was ist unwahr? Haben Sie auch manchmal das Gefühl, Sie wären nicht mehr in der Lage sich zu diesem oder jenem nachrichtenrelevanten Problem eine eigene Meinung zu bilden? Haben Sie Mühe, die Fakten, Ihre Wahrheiten von Gestern, mit den Fakten und Wahrheiten von heute zu synchronisieren?

Keine Sorge, dieses Gefühl ist berechtigt. Politik und Wirtschaft, oder wenn Sie schon links überholt haben, gerne auch: die herrschende Klasse, die Aktionäre, die Geldschweine usw. spekulieren sogar auf Ihre Amnesie, auf Ihre Gedächtnisverluste, auf den Verlust Ihrer Fähigkeit, eine einfache Transferleistung über Jahre im Aktiv-Modus zu halten. Fordert die sogenannte etablierte Politik Jahr für Jahr mehr Investitionen in Bildung, so wünscht sie sich umso mehr einen Abbau ihrer Gedächtnisleistung.

Dem eigenen Gedächtnis vertrauen

Konkret: Nehmen wir mal Griechenland, Portugal, Zypern. Wer aufmerksam geblieben ist und noch die Kraft hat, strategisch verkomplizierte Ereignisse zu simplifizieren; wer beispielsweise realisiert hat, wohin ein Großteil der Rettungsschirm-Charity-Kohle zurückfließt – auf die Konten von Großbanken in Deutschland – für den ist die ganze schmutzige Angelegenheit zunächst hinreichend besprochen.

Alles was seit dieser 1-plus-1-Erkenntnis noch dazu kommt, ist Kosmetik, ist Revision. Die Schuldigen, bzw. die Profiteure aber, sind da geduldig. Das aktuelle Meisterstück ist übrigens Syrien und der schon vor Jahren geplante Sturz Assads. Aber das ist eine andere fiese Baustelle.

Wichtig ist zunächst nur eines: Die Behauptung, es gäbe immer mehrere Wahrheiten ist falsch, also unwahr. Man muss sich nur irgendwann für die plausibelste entscheiden. Und man muss seinem Gedächtnis vertrauen, bzw. es benutzen. Und vor allem: Man sollte seinem Gedächtnis treu bleiben. Auch in schwierigen Zeiten.

Altkanzler Schröder nutzt die Gedächtnisschwäche

Das kollektive Gedächtnis hat heute eine Halbwertzeit von gerade einmal zwei bis drei Jahren. Das einzige, das länger haften bleibt, sind Ressentiments und Songs von Vicky Leandros. Die bleiben unvergessen.

Die Frage ist nun also nur, wie man so eine Vicky-Leandros-Gedächtnisleistung auf die wirklich wichtigen Dinge überträgt. Wer hat wann was getan und was hat sich daraus ergeben, was wird sich daraus ergeben?

Nehmen wir doch mal diesen Altbundeskanzler Gerhard Schröder. Ein geduldiger Mann. Wollig wattiert auf Putins Kosten hat er geduldig die Amnesie des kollektiven Gedächtnisses abgewartet und taucht nun rechtzeitig zum Bundeswahlkampf der SPD aus seiner lupenreinen Versenkung auf mit großer Fresse wie eh und je. Die Haare so schön gefärbt – pardon: getönt – wie anno dazumal.

Und was hat er im Gepäck? Zehn Jahre nach dem Start seiner Agenda 2010-Reformen warnt er vor einer nachlassenden Veränderungsbereitschaft in Deutschland. Reformen seien zu einer ständigen Aufgabe geworden. Die wirtschaftliche Basis Deutschlands ändere sich dramatisch, deshalb müsse das politisch-soziale System in immer kürzeren Abständen nachgebesserten werden.

Applaus bei den Genossen. Kopfschütteln bei allen, die sich zur Erinnerung zwingen, die Schröder-Altlasten vickyleandrossen.

Der Niedersachse mit russischen Neuwurzeln setzt also im Namen der SPD auf eine Eskalation der Nachbesserungen, auf eine Todesspirale für alles, das sozial ist, für alles, das deutsche Euros kostet, die woanders in Europa wohl dringender benötigt werden.

Entsorgt werden soll also mittels Agenda 2010-Reloaded was vom Sozialstaat übriggeblieben, was noch von der Bonner Sozialen Marktwirtschaft übriggeblieben ist.

Und da es Schröder nicht nur um eine Nachbesserung des sozialen, sondern des Politischen-Sozialen geht, darf angenommen werden, das die bundesdeutsche Rumpf-Demokratie für Schröder ebenfalls ein paar Nachbesserungen benötigt. Deutschland hat heute den größten Niedriglohnsektor Europas.

Weil Schröder damals auf einen Mindestlohn verzichtet hat, beziehen heute hunderttausende Vollzeitkräfte mit und ohne Familien Zuschüsse aus Hartz4, zählen aber nicht mehr offiziell in der Arbeitslosenstatistik und so weiter und so fort. Die politische Kosmetik wider eines erstarkenden kollektiven Gedächtnisses hat Hochkonjunktur.

DIE LINKE: Die Partei pro Gedächtnis

Nur eine Frage der Zeit, wann sich nach Schröder auch der Gangster Fischer reloaded. Die Grünen haben es allerdings etwas besser. Die Versager von gestern sind teilweise einfach weiterhin politisch aktiv geblieben und haben die Zeit, bis sie hoffen durften, das ihr Versagen kollektiv vergessen wird, so wie Ex-Bundesminister Jürgen Trittin, als grüne Parteiführungsfunktionäre ausgesessen.

Eines allerdings wird dieses Mal nicht gelingen: Die Amnesie bleibt unvollständig, denn unter dem starken Eindruck wachsender sozialer und politischer Ungerechtigkeit bei Agenda 2010 hat sich damals die Partei DIE LINKE etabliert. Ein Bumerang. Und die hat eine besondere Aufgabe mit Alleinstellungsmerkmal übernommen: Sie agiert wider des Vergessens.

Partei pro Gedächtnis. Und sie wird lautstark dafür sorgen, das Untote wie Gerhard Schröder keine Generalamnestie erwarten dürfen. Die erhoffte Amnesie findet einfach nicht statt. Es besteht sogar Hoffnung, dass es daraus resultierend so etwas wie eine Rückkehr zum Gedächtnis geben kann.

Die nun bald im Wochentakt einschießenden Wahlprognosen für die kommende Bundestagswahl dürften also so unsicher sein, wie nie zuvor. Wenn Sie sich nur erinnern. Und dann wählen gehen. Ihre Erinnerungen könnten für den einen oder anderen Reanimierten ziemlich lehrreich werden.

Alle Rechte beim Autor

ALLE INFOS ZU Alexander Wallasch auf Wikipedia

http://www.theeuropean.de

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22.01.2019 Bier trinkend in Trainingsanzügen

GFDK - Reden ist Silber - Gottfried Böhmer

Der ehemalige Oberbürgermeister von Düsseldorf, Dirk Elbers, hat ja mal gesagt, im Ruhrgebiet möchte er nicht tot über dem Zaun hängen. Na gut, die Wahl hat er danach verloren. Mit den Klischees und den Schubladen ist das so eine Sache.

Dass Dortmund nicht gerade zu den schönsten Städten in Deutschland zählt, sei mal dahingestellt, dass jemand, der in Heidelberg oder in Garmisch wohnt, nicht nach Dortmund will, dürfte gesichert sein.

Zum Ruhrgebiet fällt mir noch folgendes ein: Ich war einmal für sechs Monate in Kettwig an der Ruhr, ein wirklich sehr schöner Ort nahe Düsseldorf. Die Einwohner der "Stadt Kettwig" sind bis auf den heutigen Tag sauer, dass sie gegen ihren Willen, am 1. Januar 1975, zu Essen eingemeindet wurden.

Mit dieser Stadt wollen sie nichts zu tun haben. Die Bürger von Kettwig leisteten damals massiven Widerstand  gegen diese Eingemeindung. Am meisten wurmt es die Kettwiger heute noch, dass ihre Autos nun nicht mehr das Düsseldorfer Nummerschild tragen, sondern nun das verhasste Esserner. Soviel zum Ruhrgebiet.

Eine plumpe Darstellung von Dortmund und seinen Bürgern

Der ARD Tatort ist normalerweise für die Städte, in denen diese gedreht werden, eine willkommene und  kostenlose Werbung, über die sich jeder Stadkämmerer freut. Nicht so der Dortmunder Oberbürgermeister Ullrich Sierau. Der ist stinksauer und will keine einzige Tatortfolge mehr aus seiner Stadt.

Der Dortmunder Oberbürgermeister Ullrich Sierau hat die jüngste "Tatort"-Ausgabe "Zorn" als klischeehaft und als "Mobbing" gegenüber Stadt und Bewohnern kritisiert. In einem Brief an WDR-Intendanten Tom Buhrow schrieb der SPD-Politiker, auch ein Krimi-Drehbuch müsse "ein Mindestmaß an Bezug zur Realität vorweisen".

Bier trinkend in Trainingsanzügen

Aber: "Es ist eine plumpe Darstellung ohne jedwede regionalen Kenntnisse." Eine Sprecherin vom WDR bestätigte am Dienstag den Eingang des Schreibens, dass die Stadt am Vorabend auch an die Medien verschickt hatte.

Der WDR wollte eine Stellungnahme prüfen. Sierau monierte, über die Handlungsorte Dortmund und Marl und die gesamte Region sei ein nicht zutreffendes Bild vermittelt worden. Der Strukturwandel werde ausgeblendet.

"Die Macher dieser Folge geben die Menschen einer Region der Lächerlichkeit preis, indem sie diese Bier trinkend in Trainingsanzügen vor heruntergekommenen Häusern herumstehen lassen." Der WDR disqualifiziere auch "sich selbst als produzierender Sender". Gedreht worden sei der Film zudem in Duisburg, so der erboste Oberbürgermeister.

Die Reaktion des WDR lautet so:

Der WDR zeigt in seinen vielen Dortmunder Tatort-Folgen ein vielschichtiges Bild der Stadt, etwa durch diverse Milieus und Drehorte wie den Phoenixsee, den Westfalenpark oder das Dortmunder "U".

Der Tatort ist Fiktion - aus dramaturgischen Gründen wird auch verdichtet und zugespitzt. Dadurch können einzelne Szenen von den einen als Klischees empfunden werden, von anderen als realitätsnahe Darstellungen. Das polarisiert, löst Debatten aus - das ist aus unserer Sicht nicht negativ, sondern bereichernd. Die Publikumsreaktionen auf die Tatorte aus Dortmund sind im Übrigen überwiegend positiv, bei den letzten öffentlichen Vorführungen in Dortmund gab es sehr viel Applaus. 

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22.01.2019 Roman von Michel Houellebecq

GFDK - Reden ist Silber - Sönke C. Weiss

Sönke C. Weiss schreibt uns: Im Allgemeinen lese und schreibe ich keine Literaturkritiken. Meiner Überzeugung nach dienen diese meist, die Kulturkenntnis des Verfassers zu preisen und, um ehrlich zu sein, schreiben die doch eher für ihre Kollegen/Mitbewerber und/oder Neider.

Ein Buch wie ein Hammer

Schlußendlich geht es bei jedem Kunstwerk aber um nur eines: es soll verflixt nochmal nicht langweilen, was schon die Maxime des Filmgenies Billy Wilder war. Und somit komme ich zum Punkt und verlaute: „Serotonin“, das neue Buch des französischen Bestsellerautoren Michel Houellebecq (MH), ist einfach der Hammer und sein bislang bestes Buch. Weil es genau das nämlich nicht ist, je langweilig.

Zum Inhalt: Florent-Claude Labrouste (46), der Held des Romanes (335 Seiten), der sein Geld im Landwirtschaftsministerium von Frankreich verdient, hat endgültig genug von der Mittelmäßig- und Sinnlosigkeit seinem nichtssagenden Daseins, knallt sich mit Alkohol und einem neuen Antidepressiva zu - mit der Konsequenz, dass sein Libido nunmehr auch noch versagt und ihm gar nichts mehr bleibt, als alles in seinem Leben aufzulösen, Beziehung, Job, Wohnung, und sich auf einen Roadtrip zu machen, um ins Innere seiner bedauernswerten Existenz zu gelangen.

Alkohol und „Muschi, Muschi und noch mehr Muschi“

Was er dort findet, soll hier nicht verraten werden, nur soviel: die Reise dorthin lohnt sich Seite für Seite. MH hält - insbesondere - dem männlichen Geschlecht den Spiegel vor und darüber hinaus der Gesellschaft, aber nie mit erhobenen Zeigefinger, so klein-klein macht sich MH nie.

Aber: In „Serotonin“ bedient MH seine Leser aufs Feinste, er enttäuscht sie nie, weiß er doch genau, was sie mittlerweile von ihm verlangen, 24 Euro wollen wohl investiert sein. Also: 1. Der Held ist wie immer bei MH eine arme Wurst, die sich nur durch Alkohol und „Muschi, Muschi und noch mehr Muschi“, mit eines der Lieblingsworte von MH, am Leben hält.

(Dabei wage ich zu behaupten, dass MH einer der wirklich wenigen wahren feministischen Autoren ist, strahlen seine Frauen, auch wenn sie kurz vor dem äußeren Verfall sein mögen, Würde und Authentizität aus. Seine Männer nie.)

2. Das Leben ist sinnlos, gerne zitiert MH die großen Philosophen - Schopenhauer, etc. - die man aber nicht gelesen haben muß, um seine Anspielungen zu verstehen. Dafür gelingt es MH zu elegant, Hoch- Mittel- und Tiefkultur miteinander zu vereinen, es ist für jeden etwas dabei, Angst vor Unterhaltungsliteratur hat der Autor nicht.

(3. Eigentlich MHs Umgang mit dem Islam, um es ganz vorsichtig auszudrücken, aber der spielt hier keine wirkliche Rolle.)

4. Dafür die unendliche Bürokratie seitens der EU und der Länder im Großen und Ganzen. Dafür wurde MH schon oft kritisiert, gar als EU-Feind deklariert, als Rechter auch, was Unsinn ist, MH ist weder rechts noch links, sondern in seiner eigenen Kunstwelt unterwegs, was ihn ja als Autoren so faszinierend macht, weil er eben in keine Schublade passt und einen Humor hat, mit dem sich viele Deutsche schwertun, leider, ist er doch so subtil, wie man es von deutschen Autoren erhoffte, statt sich bei ihnen zu langweilen, weil es ihnen oftmals an Fantasie und eben Humor fehlt. (Die Liste ist lang.)

Chaos und Gewalt und kein Hoffnungsschimmer auf Liebe

Die Übersetzung von Stephan Kleiner aus dem Französischen ist wohl gelungen und schafft es immer wieder zum Ausdruck zu bringen, wonach sich die Menschen in MHs Buch - wie auch in seinen anderen Werken - sehnen: nach Liebe nämlich, wie sie immer wieder enttäuscht werden, sich selbst täuschen und täuschen lassen oder wie die Welt um sie herum im Chaos und Gewalt versinkt, und jeden kleinen Hoffnungsschimmer auf Liebe im Keim erstickt.

Nichtsdestotrotz, MH ist kein Nihilist, vielleicht ein Agnostiker, und schon gar kein Misanthrop, vielleicht eher ein Romantiker, ein wenig desillusioniert und sogar viel. Und so hofft der Leser auch bei „Serotonin“, dass alles auf ein happy ending hinausläuft. Ich finde das tut‘s. Auf die gewisse MH-Weise, unverwechselbar eben. Und darauf einen Dujardin...

„Serotonin“ ist im DuMont Buchverlag, Köln, erschienen.

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20.01.2019

GFDK - Reden ist Silber

Die #MeToo Debatte macht alle platt. Ganze Branchen rechnen mit ihren Stars ab: Hollywood, Schauspieler, Musiker, Dirigenten, Kultur, Ausstellungsmacher, Kuratoren, Medien, Journalisten, Mode, Sport und auch die Wirtschaft.

Nun ist einer der größten Stars der US-Musikszene, der R&B-Sänger R. Kelly, dran. Wie lange sein Welthit "I Believe I Can Fly" noch zu hören ist, der bisher 103.724.420 Aufrufe hat, dürfte schon besiegelt sein.

Der unangreifbare Superstar wurde zu Fall gebracht

Kellys Label RCA und dessen Mutterhaus Sony Music haben die vorzeitige Auflösung des Vertages mit dem Musiker mitgeteilt, nachdem in einer 6-teiligen Doku etliche Frauen den R&B-Sänger R. Kelly beschuldigten, sie mißbraucht zu haben.

Die sechsteilige Serie "Surviving R. Kelly", die der US-Sender "Lifetime" Anfang Januar 2019 ausstrahlte, brach ihm nun das Genick. Sony Music bekam eiskalte Füsse und hat sich vom Acker gemacht.

Die Doku wurde wie eine Anklage konstruiert, und das ist zumindest bedenklich. Auf der RCA-Website wurde Kellys Name bereits ins Nirvana versenkt. Angefangen hatten die Vorwürfe als er die damals 15-jährige Sängerin Aaliyah heiratete. Diese kam im Alter von 22 Jahren bei einem Flugzeugabsturz ums Leben.

Bei Wikipedia steht: "Am 15. Juni 2008 wurde Kelly sechs Jahre nach Anklageerhebung vom Vorwurf der Kinderpornografie freigesprochen. Zwölf Geschworene eines Bezirksgerichts in Chicago befanden Kelly in allen 14 Punkten der Anklage für unschuldig.

Er war angeklagt gewesen etwa zehn Jahre zuvor Geschlechtsverkehr mit einer damals 13-Jährigen gehabt und dies auf Video aufgenommen zu haben. Hauptbeweisstück war das Videoband, das ihn mit dem Mädchen zeigen sollte. Kelly und das angebliche Opfer bestritten in dem Prozess erfolgreich, die darin gezeigten Personen zu sein."

Seine Fans sind nicht sonderlich beeindruckt

Der Quotendienst Nielsen meldete, dass sich die Streams für Kelly-Songs nach der Dokumentation mehr als verdoppelt hätten, von zuvor 870.000 auf 1,7 Milionen pro Tag. Trotzdem findet die Kampagne #MuteRKelly, die Kellys Stimme zum Schweigen bringen will, neuen Zuspruch. Immer mehr Stationen blenden ihn aus.

"Wer noch R. Kelly spielt, sollte sich schämen", schrieb die "Chicago Sun-Times". "Der Rattenfänger des R&B sollte keinen Penny mehr verdienen." Gut, Pennys hat er schon genug.

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