Reden ist silber, Schreiben ist gold

20.02.2019 als Steuereintreiber missbraucht

GFDK - Reden ist Silber

Heute haben wir unschöne News vom nächstgelegenen Finanzamt. Denn wer an US-Riesen wie Google & Co. Rechnungen überweist, muss aufpassen, dass er künftig nicht als Steuereintreiber missbraucht wird. Quellensteuer heißt das Unwort des Tages.

Das beste ist ja, dass die US-Tech-Konzerne nicht einmal Steuern im eigenem Land bezahlen. Bezahlen sollen die Steuern jetzt die deutschen Unternehmer. Gehts noch? Nahezu alle Unternehmen, die im Internet tätig sind, wären davon betroffen, auch die GFDK. Denn auch wir haben Werbegelder an Google bezahlt, auch wenn das schon länger her ist.

Um das einmal klarzustellen. Wir kaufen bei google Werbung ein, bezahlen die Rechnung, google zahlt darauf keine Steuern, und das Finanzamt will diese nun bei uns eintreiben. Wir sollen uns dann mit Google anlegen, und uns das Geld zurück holen. HA HA HA.

Sieben Jahre rückwirkend

Die deutschen Finanzämter versuchen bei Werbekunden neuerdings eine Quellensteuer von 15 Prozent auf Zahlungen an die Internetkonzerne einzutreiben – und das sogar bis zu sieben Jahre rückwirkend, berichtete das ZDF-Magazin "Frontal 21"

"Für viele Unternehmen sind solche Steuerforderungen existenzbedrohend", so Christoph Wenk-Fischer, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes E-Commerce und Versandhandel (bevh), gegenüber "Frontal 21".

Die Chance dieser deutschen Mittelständler, sich die Summe bei den Internetkonzernen zurückzuholen, tendiere gegen null, so Experten. "Das ist reine Theorie", sagt Steuerrechtsexperte Professor Manuel Theisen, "wie soll ein bayrischer Einzelunternehmer an Google herankommen, an dem sich die Finanzverwaltungen dieser Welt die Zähne ausbeißen"?

Oft geht es um Beträge von mehreren Millionen Euro. Denn die Steuerbelastung soll nicht nur für die Zukunft gelten, sondern vielmehr rückwirkend, zum Teil für bis zu sieben Jahre. Für die betroffenen Unternehmen bedeutet das, Rückstellungen in Millionenhöhe in der Bilanz vorzusehen - Beträge, die kaum eines der oft jungen Unternehmen zur Verfügung hat.

Die ersten bekannt gewordenen Fälle dieser Art kommen ausgerechnet aus Bayern. Das ZDF nennt zum Beispiel den Markisenhersteller Schoenberger. Der Chef des Mittelständlers rechnet mit einer Nachforderung zwischen zwei und vier Millionen Euro.

Die bayerischen Finanzämter seien angewiesen, "die betroffenen Fälle bis zur endgültigen Festlegung einer bundeseinheitlichen Verwaltungsauffassung offen zu halten", heißt es nun aus dem bayerischen Finanzministerium gegenüber "Frontal 21".

Das beste zum Schluß: Der Bundesfinanzminister will sich noch nicht festlegen, kommt noch, wetten das.

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17.02.2019

GFDK - Reden ist Silber

"Als Ultima Ratio wäre das durchaus auch denkbar“, so beantwortete CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer in einem Interview mit den „Tagesthemen“ die Frage, ob sie im Falle einer schwer kontrollierbaren Flüchtlingswelle die Grenze schließen würde.

Kehrtwende der CDU

Kramp-Karrenbauer äußerte sich nach einem "Werkstattgespräch" ihrer Partei, das die umstrittene Migrationspolitik von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) aufarbeiten sollte.

Merkel war bei dem "Werkstattgespräch" nicht dabei. Es ist auch bemerkenswert, dass die Ostdeutschen Ministerpräsidenten Merkel nicht im Wahlkampf sehen wollen. "Merkel muß weg"-Rufe, können die wohl nicht gebrauchen.

"Wir müssen deutlich machen: Wir haben unsere Lektion gelernt", hatte Kramp-Karrenbauer im Anschluss gesagt. Im Ergebnispapier der Veranstaltung heißt es: "Wir müssen Humanität und Härte vereinen." Der Chef der Werteunion, Alexander Mitsch sagte dem "tagesspiegel"

 "Es wäre allerdings „naiv zu glauben, dass die Umstände und Folgen der unkontrollierten Masseneinwanderung seit 2015 mit dem ‚Werkstattgespräch‘ nun abschließend aufgearbeitet“ seien. Vielmehr gelte es, eine „Asylwende“ einzuleiten".

Madame Gnadenlos?

Daraus machen die Medien: Verrat und Merkel-Kritik. Die „Zeit“ sprach von einer „gefährlichen Kurskorrektur“, die den Kern von Merkels Flüchtlingspolitik und die dahinterstehenden Prinzipien infrage stellen würde. Die "bild"  schreibt von einer krassen Aussage zum Thema Flüchtlinge, und die "taz" titelte "Madame Gnadenlos" und weiter " Die neue CDU-Vorsitzende wischt in der Flüchtlingspolitik mit einem Satz weg, was Angela Merkel jahrelang verteidigt hat."

Eine angewandte Vernunft und ein Realitätssinn kommt für die unsere Medien einfach nicht in Frage.

Auf Facebook schreibt einer, "Jetzt vertritt die CDU die AFD Position, für die sie von Anfang an angefeindet wurde."

Die Fraktionsvorsitzende der AfD im Deutschen Bundestag, Alice Weidel, bezeichnete das Werkstattgespräch als „Alibi-Verantstaltung“. Die CDU weigere sich, ihre „katastrophale falsche Weichenstellung“ klar zu benennen: „Sie will keinen Politikwechsel, sondern einen Schlussstrich unter die Debatte über ihr Versagen“, sagte Weidel.

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12.02.2019 Der schwarze Peter. Sich schwarz ärgern

GFDK - Reden ist Silber - Sönke C. Weiss

Zwei neue Bücher nehmen sich den Themen Afrika und Hautfarbe an und - halten uns den Spiegel vor

Von Sönke C. Weiss

Schwarzfahren. Schwarzsehen. Schwarzarbeit. Der schwarze Peter. Sich schwarz ärgern. Solange ich bewußt denken kann, versucht man mit der Farbe schwarz etwas Negatives zu verbinden. Und es scheint noch heute zu funktionieren.

So auch, wenn über den vermeintlich schwarzen Kontinent - Afrika also - gesprochen und geschrieben wird. Das Herz der Finsternis sozusagen, um bei Stereotypen zu bleiben, die mittlerweile der Maßstab sind, wonach oftmals ein ganzer Kontinent bewertet, ja beleidigt wird.

„Afrotopia“ und „Warum ich nicht länger mit Weißen über Hautfarbe spreche“

Jüngst sind in deutscher Sprache - endlich - zwei Bücher erschienen, die das thematisieren, die für mich zusammengehören und denen man wirklich einige Stunden seiner Zeit widmen sollte, weil sie elementar wichtig sind für unser Verständnis, was eben Afrika angeht und - Hautfarbe. Schade nur, dass solche Bücher nie von deutschen Autoren stammen:

Das erste heißt „Afrotopia“, wurde vom senegalesischen Schriftsteller Felwine Sarr, Jahrgang 1972, geschrieben und ist aus dem Französischen sehr pragmatisch von Max Henninger übersetzt worden. Die 175 Seiten (Matthes & Seitz Berlin) kosten 18 Euro und sind wohl investiert.

Sarr räumt mit Gemeinplätzen, Klischees und Pseudogewissheiten hinsichtlich Afrika auf und zeichnet das Bild eines Kontinents im 21. Jahrhundert, dessen „Imperativ lautet, zu seiner eigenen Bewegung zurückzufinden“, was umso wichtiger ist, bedenkt man, das in „35 Jahren Afrika ein Viertel der Weltbevölkerung stellen wird.“

Der Kontinent werde den höchsten Anteil an Einwohnern im Alter zwischen 15 und 45 Jahren aufweisen. Sarr schreibt: „Dieses demografische Gewicht und diese Vitalität werden das gesellschaftliche, politische, wirtschaftliche und kulturelle Gleichgewicht des Planeten verschieben.“

Ich denke, dass der Autor mit seinen im Buch aufgestellten Thesen hinsichtlich Wirtschaft, Politik und Soziales, er deckt jeden Bereich ab, wenn manchmal auch ein wenig oberlehrerhaft, richtig liegt. Seit über 20 Jahren arbeite ich in Afrika, habe dort viele Jahre gelebt und war sechs Jahre lang für ein internationales Hilfswerk in der Kommunikation tätig.

Es geht um Respekt, der eingefordert wird

Es ist faszinierend zu beobachten, wie Afrika, beziehungsweise die junge Generation, sich von Tag zu Tag mehr vom Westen emanzipiert; man will kein Abbild von Paris, London oder New York mehr sein, sondern sich als eigenständige Gemeinschaft empfinden und - wichtiger noch - ausdrücken und wahrgenommen werden, wovon Sarrs Buch in erster Linie berichtet.

Es geht um Respekt, der eingefordert wird, nicht Almosen oder Dritte-Welt-Gelaber. (Das allein schon ist meiner Meinung nach Rassismus.)

Leider findet in den deutschen Medien Afrika nur am Rande statt und die Berichterstattung konzentriert sich in seiner Einfältigkeit und Schlichtheit oftmals auf Elendsgebiete oder Konflikte.

Kultureller und geistiger Reichtum

Sarr berichtet uns aber von einer Fülle kulturellen und geistigen Reichtums, zu dem die deutsche Gesellschaft meiner Überzeugung nach noch keinen Zugang gefunden hat; wie auch, steht hier die sogenannte deutsche Leitkultur immer im Vordergrund der Debatte.

Das Zuhören fehlt dem Deutschen, nein, dem Europäer meist schwer in seinem Weltbild. Und leider gibt es auf dem deutschen Buchmarkt zu wenige Bücher, die sich Afrika widmen und keine Titel haben, wie: „Ach, Afrika.“ Anders in Großbritannien, wo. Die Kolonialzeit noch immer präsent ist, wohingegen sie in Deutschland so gut wie nie thematisiert wird, aber sollte.

So hat Reni Eddo-Lodges Buch „Warum ich nicht länger mit Weißen über Hautfarbe spreche“ auch mit Afrika zu tun. Schreibt sie unter anderem über Großbritanniens Mitschuld am Sklavenhandel, und dass Liverpool der größte britische Sklavenhafen war.

Aber das nur zur Einleitung eines Buches, das sehr lebendig aus dem Englischen von Anette Grube übersetzt wurde und für 18 Euro bei Tropen, leider erst zwei Jahre nach der Erstveröffentlichung in Großbritannien, zu kaufen ist.

Der Mangel an historischem Wissen, bei Rechten, Linken und Liberalen

Und: Jede der 263 Seiten hat es wirklich in sich. Eddo-Lodges zeigt auf, wie sich Rassismus in jeden Winkel der Gesellschaft gefressen hat, wobei sich die Beispiele der Autorin meist auf Großbritannien beziehen, man aber ohne Bedenken spiegelgleiche Parallelen nach Deutschland ziehen kann, und wie der Mangel an historischem Wissen und politischem Hintergrund den Rassismus weiterhin kultiviert und fördert, insbesondere, aber nicht nur in rechten Gruppierungen, sondern auch in der Welt der Kultur und der sogenannten Linken und Liberalen, die angeblich so weltoffen und tolerant ist.

Weltumspannender Rassismus

Apropos meine Erfahrung in der Entwicklungshilfe: Nie in meinem Leben habe ich krassere Rassisten als bei den in Afrika tätigen Hilfswerken kennengelernt. Nach dem Motto: Du lebst mein Weltbild und kriegst dafür ne Handvoll Reis... (Das N-Wort habe ich übrigens unzählige Male in diesen Kreisen gehört.)

„Ich hörte auf, mit Weißen über Hautfarbe zu sprechen, weil ich nicht glaube, dass Aufgeben ein Zeichen von Schwäche ist.

Manchmal geht es dabei um Selbsterhalt,“ schreibt Eddo-Lodges. Im englischen Original heißt es statt „Hautfarbe“ Race, also Rasse und ich weiß nicht, was unseren weltumspannenden Rassismus treffender ausdrückt, Rasse oder Hautfarbe, oder ob‘s letztendlich keine Rolle spielt.

Nichtsdestotrotz, obwohl die Autorin und Journalistin, 1989 in London geboren, nicht länger mit Weißen über das Thema sprechen wollte, scheint sie nach ihren Artikeln für The Guardian und The New York Times keine andere Wahl zu haben, denn es weiter zu tun, seit sie 2014 in ihrem Blog ihren Abschied vom „Thema Hautfarbe“ angekündigt hat. Und ich hoffe, sie wird es auch weiter tun, dieses vermutlich wichtigste Thema unserer Zeit in die Welt tragen.

Denn: Was bedeutet es, in einer Welt, in der Weißsein als die selbstverständliche Norm gilt, eben nicht weiß zu sein?

Ein Weißer wird das nie verstehen, ja nachfühlen können. Wie auch? Eddo-Lodges geht auf Spurensuche, siehe Sklaverei, und führt uns als Leser Schritt für Schritt, klar, deutlich und unmißverständlich, hinter die Fassade und in die Abgründe diskriminierender Ungerechtigkeiten in Systemen, die in der Tat weiß geprägt sind und - wichtiger noch - weiß dominiert werden.

Dabei versteht sie sich als Teil einer Bewegung, die in erster Linie dazu da ist, dass Menschen sich kennenlernen und lokale Widerstände gegen Rassismus aufbauen. Beide Bücher, „Afrotopia“ wie „Warum ich nicht länger mit Weißen über Hautfarbe spreche“ sind für sich Offenbarungen und sehr zu empfehlen. Chapeau.

Das Mädchen und der Krieg: Die Geschichte einer Kindersoldatin von Sönke C. Weiss

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07.02.2019 Die Meinungsmacherin Gabi Bauer

GFDK - Reden ist Silber - Gottfried Böhmer NDR

Pressemeldung des NDR. Aber eines vorweg. Es gibt in Deutschland nicht wenige, die froh sind Gabi Bauer nicht mehr sehen zu müssen. Ob ihr Abgang von dieser sehr prominenten Position ganz freiwillig ist, können wir nicht beurteilen, aber es läßt aufhorchen, wenn sie sagt, "Das Angebot des NDR habe sie hoch erfreut".

Die Meinungsmacherin Gabi Bauer

Tatsache ist, eine „korrekte Einbettung“ der Nachrichten konnten viele bei Gabi Bauer nicht feststellen. Die von ihr vermeldeten Nachrichten waren häufig genug eine Art zusammengeschraubte Informationswirklichkeit und noch schlimmer - ihre Kommentare zu der Ukraine, Putin, Trump,Syrien, Flüchtlingskrise,etc.

Die Informationsdarstellung ließ bei ihr viel zu wünschen übrig. Den Nachrichtenwert von Frau Gabi Bauer haben viele als gleich null empfunden. Wir auch.

Die skandalös falsche und grob irreführende Berichterstattung von Nachtmagazin Moderatorin Gabi Bauer über die Folgen des AtomGau von Fukushima, in der sie behauptete 18.000 Menschen wären bei dem Unglück getötet worden, war ein unrümlicher Höhepunkt ihrer Berichterstattung.

In Wahrheit war kein einziger ums Leben gekommen. Die genannten 18.000 Menschen sind im laufe der Jahre an den Folgen des Tsunami verstorben und das hatte viele Gründe. Die totalitäre politisch-korrekte Berichterstattung von ihr, war oft nicht zu ertragen. Und wer ihr nicht paßte, wurde umgehend mit der Nazi-AfD Keule überzogen. Das eigene Weltbild war ihr immer wichtiger als die Information.

PRESSE NDR

Gabi Bauer gibt nach 13 Jahren die Moderation des „Nachtmagazins“ im Ersten ab. Künftig wird sie als Redakteurin und Autorin im Programmbereich Kultur und Dokumentation des NDR tätig sein und sich vor allem auf lange Formate konzentrieren. Sie wird für das NDR Fernsehen vor und hinter der Kamera arbeiten.

Gabi Bauer: „Ich hatte viele spannende, erfolgreiche und schöne Jahre bei ARD-aktuell. Aber jetzt will ich mal wieder die Perspektive wechseln. Insofern hat mich das Angebot des NDR sehr gefreut - und überzeugt.“

Gabi Bauer führt seit Anfang 2006 durch das „Nachtmagazin“; im Wechsel mit ihr moderieren Susanne Stichler, Anna Planken, Julia-Niharika Sen, Kirsten Gerhard, Thorsten Schröder und Constantin Schreiber die Sendung.

Gabi Bauer (56) wurde in Celle geboren. Nach ihrem Studium in Hamburg, Grenoble, Michigan und Hannover (Anglistik, Romanistik und Philosophie) arbeitete sie zunächst als Reporterin und Moderatorin beim Radio. 1995 wechselte sie zum NDR Fernsehen.

Nach zwei Jahren im NDR Landesfunkhaus Niedersachsen kam Gabi Bauer als erste Moderatorin der „Tagesschau“-Nachmittagsausgaben zu ARD-aktuell. Im September 1997 übernahm sie die Moderation der „Tagesthemen“.

Mit der Geburt ihrer Kinder 2001 verließ Gabi Bauer die Sendung und kehrte 2006 als „Nachtmagazin“-Moderatorin zu ARD-aktuell zurück. Für ihre Arbeit erhielt Gabi Bauer zahlreiche Auszeichnungen und Preise, darunter den „Goldenen Löwen“, den Bambi und den Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis.

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05.02.2019 journalistische Standards

GFDK - Reden ist Silber

Es gab eine Zeit, da war Prof. Frank Überall noch nicht der Chef beim DJV, und da war der gute Mann auch noch viel nachdenklicher. 2015 hat er der GFDK noch gesagt " Nur auszuwählen nach dem Motto, was nehme ich denn jetzt aus den Agenturen, das ist kein Journalismus". Zu jener Zeit war Herr Überall noch deutlich objektiver als heute.

Prof. Frank Überall ist nun der Boss des sogenannten "Deutschen Journalisten Verbandes". In diesem sind über 35.000 Journalisten organisiert. Inkl. mehr oder weniger auch alle Mitarbeiter der deutschen Mainstreammedien, aber auch PR-Fachleute und Regierungssprecher.

In dieser Funktion (und wohl eher im Auftrag seiner Puppenspieler von Springer, Bertelsmann, Burda & Co) forderte er die deutschen Behörden auf, dem "Kreml-Propagandamedium" RT die deutsche Rundfunklizenz zu entziehen.

In diesem Interview auf Heise/Telepolis (ein von mir sehr geschätztes Medium) entlarvt sich Herr Überall in nur wenigen Sätzen selbst. Vor allem, in dem er ganz offen unterschiedliche Maßstäbe ansetzt, was Objektivität, Wahrheit und journalistische Standards angeht.

Heise fragt hier geschickt, wie Herr Überall eigentlich sein völlig idiotisches Statement RT Deutsch gegenüber im Vergleich zur "journalistischen Arbeit" von Medien wie Bild & Co rechtfertigt...

HEISE: "Fällt RT Deutsch signifikanter durch unseriösen Journalismus auf als andere Medien, die regelmäßig bei BILDblog zu Gast sind?"

FRANK ÜBERALL:
"Wie ich bereits gesagt habe: RT steht nicht für seriösen Journalismus. Deshalb sind Vergleiche mit journalistischen Medien unangebracht."

HEISE:
"Der staatliche deutsche Auslandssender Deutsche Welle hatte letztes Jahr bei den russischen Präsidentschaftswahlen zum Boykott aufgerufen. Ist Ihnen eine vergleichbare Wahlbeeinflussung deutscher Wahlen durch RT deutsch bekannt?"

Frank Überall: RT befeuert eine politische Stimmung, die der AfD nützt.

HEISE:
"Sie beklagen, RT Deutsch stelle tatsächliche Ereignisse einseitig dar. Fordert der DJV also von privaten Medienhäusern künftig Objektivität?"

FRANK ÜBERALL:
"RT ist nicht privat."

Anmerkung: "Privat" war als Gegenbegriff zu öffentlich-rechtlichen Rundfunkhäusern gemeint, die zu interner Vielseitigkeit verpflichtet sind, sog. Binnenpluralismus.

Auch das noch - gerade gefunden:

So geht Journalismus: Gerade das "Tagesgespräch" auf Bayern 2. Thema ist der SPD-Rentenvorschlag. Leute können anrufen, im Studio sitzt ein Professor, der vorgibt, alles wissenschaftlich neutral einzuordnen und der ständig von "Wir Wissenschaftler" spricht. In Wahrheit ist er in der Jungen Rentenkommission und Partei in der Debatte.

Ein Verbands-Lobbyist also, der unter dem Deckmantel der Wissenschaft gegen die SPD vom Leder ziehen darf. Diese Art Journalismus unterscheidet sich nicht mehr vom Stil in den sozialen Netzwerken, nur dass wir alle dafür Gebühren zahlen.

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04.02.2019 aktuelle Anti-RT-Kampagne

GFDK - Reden ist Silber

Mit Schmuddelkindern soll man nicht sprechen? Wenn es nach dem DJV geht, ist RT Deutsch, das Schmuddelkind der Medien. Im Kontext der aktuellen Anti-RT-Kampagne, hier lässt "heise" den Chefredakteur von RT Deutsch zu Wort kommen und der haut so einiges raus, was einfach mal so stehen gelassen werden kann - und zugleich die ganze Debatte treffend beschreibt:

"Es gehört eine gewisse Unabhängigkeit und geistige Souveränität dazu, mit RT Deutsch zu sprechen. Vor allem, wenn man eine Karriere in Politik, Medien oder Staatsdienst vor sich hat. Diejenigen, die sich trauen - wie Matthias Platzeck, Sahra Wagenknecht oder Sigmar Gabriel - müssen danach viel Schelte einstecken.

U.a. vom DJV, wie im Fall Platzeck. Es war sein Interview, dass Hendrik Zörner zu einer Eskapade mit dem Lisa-Fake im DJV-Blog veranlasste. Bemerkenswert ist, dass die "Kritik" sich nie inhaltlich mit dem jeweiligen Interview auseinandersetzt.

Allein schon die Erscheinung auf RT Deutsch reicht den "Kritikern", um in Wallung zu geraten. Es ist schwer zu übersehen, dass zu bestimmten Themenblöcken wie etwa EU, NATO, Euro, Russland, Ukraine, pro-atlantische Beziehung, Syrien alle deutschen Mainstream-Medien unisono berichten.

Bestimmte Narrative werden gar nicht erst hinterfragt. Dabei lassen sie viel Raum, zumindest für Nachfrage und Diskussion."

(RT-Deutsch-Chefredakteur Ivan Rodionov)

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29.01.2019 Angriff deutscher Klimapolitiker

GFDK - Reden ist Silber

Die Kohlekommission und die Verkehrskommission werden uns noch ruinieren. Die Bundesregierung sollte noch weitere Kommissionen ins Leben rufen, damit Deutschland entgültig platt ist. Die Angriffe deutscher Klimapolitiker brechen uns eines Tages das Genick. Kohle wird es in Deutschland nur noch zum Grillen geben.

RWE stellt sich nach dem Kompromiss für den Kohleausstieg auf einen Arbeitsplatzabbau ein. Wie viele Mitarbeiter betroffen sein werden, könne er noch nicht sagen, erklärte RWE-Chef Schmitz in einem Zeitungsinterview. Also: Wie viele Mitarbeiter betroffen sein werden, kann oder will, der RWE Boss noch nicht sagen, aber er deutet an, dass es viele werden.

Die Deutschen steigen aus, die ganze Welt steigt ein

Weltweit befinden sich aktuell 491 Großkohlekraftwerke im Bau, 790 weitere sind in Planung. Und mit Polen hat sich gerade erst ein direkter Nachbar der Bundesrepublik für die Kohleförderung ausgesprochen. Präsident Andrzej Duda sagte auf dem UN-Klimagipfel im Dezember in Kattowitz:

„Solange ich Präsident bin, lasse ich nicht zu, dass irgendjemand den polnischen Bergbau ermordet.“ Am rande bemerkt, in Deutschland sind derzeit noch ca, 120 aktive Kraftwerke am Netz, kleine wie große.

Politisch korrekt und total verblödet

Manfred Haferburg schreibt dazu auf www.achgut.com: Eines steht fest: Der deutsche Kohleausstieg wird die globale Erwärmung genauso wenig verzögern wie der deutsche Kernenergieausstieg die weltweite Sicherheit vor Atom-GAUs verbessert und die deutschen Dieselfahrverbote ein fiktives Massensterben von fiktiven Feinstaubopfern verhindert.

Das kostet NIX, das zahlt der Staat? Schön wäre es

Die Energiewendeumlage darf nicht über 3,5 Cent steigen“ sagte Bundeskanzlerin Merkel 2011 im Bundestag. Heute liegt sie mehr als doppelt so hoch und steigt weiter.

Die Energiewende kostet eine Familie nicht mehr als eine Kugel Eis (6:35min)“ sagte Bundesumweltminister Jürgen Trittin im Jahre 2004. Eine vierköpfige Familie zahlt bis 2025 direkt und indirekt über 25.000 Euro für die Energiewende

Die heutige „FAZ“ zeigt die wahren Kosten dieses Kohle-Beschlusses: Es geht um Ausgleichszahlungen für Konzerne, Kohle-Kumpel und die betroffenen Regionen. Der „Solidarpakt Kohle“ würde demnach mehr als 80 Milliarden Euro in den nächsten 20 Jahren verschlingen. Die „FAZ“ prophezeit: Entweder werden die Strompreise oder die Steuern steigen.

Der Irrsinn geht noch weiter

Mit höheren Spritsteuern, einem Tempolimit auf Autobahnen und einer Pflichtquote für Elektroautos will die Verkehrskommission der Regierung stärker zum Klimaschutz beitragen. Diesel- und Benzinsteuern sollen laut der Verkehrskommission ab 2023 erhöht werden, zunächst um drei Cent und dann jährlich jeweils um einen weiteren Cent. Der Liter Treibstoff würde dann bis 2030 um 52 Cent teurer.


Diese Änderungen bei Steuern und Abgaben würden fast die Hälfte der Einsparungen an Treibhausgas liefern, so diese Irren.

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27.01.2019 Dem eigenen Gedächtnis vertrauen

GFDK - Alexander Wallasch

Und es hat sich nichts geändert. Hier noch einmal der Artikel vom 1. Sebtember 2013 von Alexander Wallasch. Ob Agenda 2010, Bankenkrise oder Syrienkonflikt – die Mächtigen in der Gesellschaft profitieren vom kollektiven Vergessen. Doch es gibt einen Ausweg: die Erinnerung.

Was ist wahr, was ist unwahr? Haben Sie auch manchmal das Gefühl, Sie wären nicht mehr in der Lage sich zu diesem oder jenem nachrichtenrelevanten Problem eine eigene Meinung zu bilden? Haben Sie Mühe, die Fakten, Ihre Wahrheiten von Gestern, mit den Fakten und Wahrheiten von heute zu synchronisieren?

Keine Sorge, dieses Gefühl ist berechtigt. Politik und Wirtschaft, oder wenn Sie schon links überholt haben, gerne auch: die herrschende Klasse, die Aktionäre, die Geldschweine usw. spekulieren sogar auf Ihre Amnesie, auf Ihre Gedächtnisverluste, auf den Verlust Ihrer Fähigkeit, eine einfache Transferleistung über Jahre im Aktiv-Modus zu halten. Fordert die sogenannte etablierte Politik Jahr für Jahr mehr Investitionen in Bildung, so wünscht sie sich umso mehr einen Abbau ihrer Gedächtnisleistung.

Dem eigenen Gedächtnis vertrauen

Konkret: Nehmen wir mal Griechenland, Portugal, Zypern. Wer aufmerksam geblieben ist und noch die Kraft hat, strategisch verkomplizierte Ereignisse zu simplifizieren; wer beispielsweise realisiert hat, wohin ein Großteil der Rettungsschirm-Charity-Kohle zurückfließt – auf die Konten von Großbanken in Deutschland – für den ist die ganze schmutzige Angelegenheit zunächst hinreichend besprochen.

Alles was seit dieser 1-plus-1-Erkenntnis noch dazu kommt, ist Kosmetik, ist Revision. Die Schuldigen, bzw. die Profiteure aber, sind da geduldig. Das aktuelle Meisterstück ist übrigens Syrien und der schon vor Jahren geplante Sturz Assads. Aber das ist eine andere fiese Baustelle.

Wichtig ist zunächst nur eines: Die Behauptung, es gäbe immer mehrere Wahrheiten ist falsch, also unwahr. Man muss sich nur irgendwann für die plausibelste entscheiden. Und man muss seinem Gedächtnis vertrauen, bzw. es benutzen. Und vor allem: Man sollte seinem Gedächtnis treu bleiben. Auch in schwierigen Zeiten.

Altkanzler Schröder nutzt die Gedächtnisschwäche

Das kollektive Gedächtnis hat heute eine Halbwertzeit von gerade einmal zwei bis drei Jahren. Das einzige, das länger haften bleibt, sind Ressentiments und Songs von Vicky Leandros. Die bleiben unvergessen.

Die Frage ist nun also nur, wie man so eine Vicky-Leandros-Gedächtnisleistung auf die wirklich wichtigen Dinge überträgt. Wer hat wann was getan und was hat sich daraus ergeben, was wird sich daraus ergeben?

Nehmen wir doch mal diesen Altbundeskanzler Gerhard Schröder. Ein geduldiger Mann. Wollig wattiert auf Putins Kosten hat er geduldig die Amnesie des kollektiven Gedächtnisses abgewartet und taucht nun rechtzeitig zum Bundeswahlkampf der SPD aus seiner lupenreinen Versenkung auf mit großer Fresse wie eh und je. Die Haare so schön gefärbt – pardon: getönt – wie anno dazumal.

Und was hat er im Gepäck? Zehn Jahre nach dem Start seiner Agenda 2010-Reformen warnt er vor einer nachlassenden Veränderungsbereitschaft in Deutschland. Reformen seien zu einer ständigen Aufgabe geworden. Die wirtschaftliche Basis Deutschlands ändere sich dramatisch, deshalb müsse das politisch-soziale System in immer kürzeren Abständen nachgebesserten werden.

Applaus bei den Genossen. Kopfschütteln bei allen, die sich zur Erinnerung zwingen, die Schröder-Altlasten vickyleandrossen.

Der Niedersachse mit russischen Neuwurzeln setzt also im Namen der SPD auf eine Eskalation der Nachbesserungen, auf eine Todesspirale für alles, das sozial ist, für alles, das deutsche Euros kostet, die woanders in Europa wohl dringender benötigt werden.

Entsorgt werden soll also mittels Agenda 2010-Reloaded was vom Sozialstaat übriggeblieben, was noch von der Bonner Sozialen Marktwirtschaft übriggeblieben ist.

Und da es Schröder nicht nur um eine Nachbesserung des sozialen, sondern des Politischen-Sozialen geht, darf angenommen werden, das die bundesdeutsche Rumpf-Demokratie für Schröder ebenfalls ein paar Nachbesserungen benötigt. Deutschland hat heute den größten Niedriglohnsektor Europas.

Weil Schröder damals auf einen Mindestlohn verzichtet hat, beziehen heute hunderttausende Vollzeitkräfte mit und ohne Familien Zuschüsse aus Hartz4, zählen aber nicht mehr offiziell in der Arbeitslosenstatistik und so weiter und so fort. Die politische Kosmetik wider eines erstarkenden kollektiven Gedächtnisses hat Hochkonjunktur.

DIE LINKE: Die Partei pro Gedächtnis

Nur eine Frage der Zeit, wann sich nach Schröder auch der Gangster Fischer reloaded. Die Grünen haben es allerdings etwas besser. Die Versager von gestern sind teilweise einfach weiterhin politisch aktiv geblieben und haben die Zeit, bis sie hoffen durften, das ihr Versagen kollektiv vergessen wird, so wie Ex-Bundesminister Jürgen Trittin, als grüne Parteiführungsfunktionäre ausgesessen.

Eines allerdings wird dieses Mal nicht gelingen: Die Amnesie bleibt unvollständig, denn unter dem starken Eindruck wachsender sozialer und politischer Ungerechtigkeit bei Agenda 2010 hat sich damals die Partei DIE LINKE etabliert. Ein Bumerang. Und die hat eine besondere Aufgabe mit Alleinstellungsmerkmal übernommen: Sie agiert wider des Vergessens.

Partei pro Gedächtnis. Und sie wird lautstark dafür sorgen, das Untote wie Gerhard Schröder keine Generalamnestie erwarten dürfen. Die erhoffte Amnesie findet einfach nicht statt. Es besteht sogar Hoffnung, dass es daraus resultierend so etwas wie eine Rückkehr zum Gedächtnis geben kann.

Die nun bald im Wochentakt einschießenden Wahlprognosen für die kommende Bundestagswahl dürften also so unsicher sein, wie nie zuvor. Wenn Sie sich nur erinnern. Und dann wählen gehen. Ihre Erinnerungen könnten für den einen oder anderen Reanimierten ziemlich lehrreich werden.

Alle Rechte beim Autor

ALLE INFOS ZU Alexander Wallasch auf Wikipedia

http://www.theeuropean.de

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22.01.2019 Bier trinkend in Trainingsanzügen

GFDK - Reden ist Silber - Gottfried Böhmer

Der ehemalige Oberbürgermeister von Düsseldorf, Dirk Elbers, hat ja mal gesagt, im Ruhrgebiet möchte er nicht tot über dem Zaun hängen. Na gut, die Wahl hat er danach verloren. Mit den Klischees und den Schubladen ist das so eine Sache.

Dass Dortmund nicht gerade zu den schönsten Städten in Deutschland zählt, sei mal dahingestellt, dass jemand, der in Heidelberg oder in Garmisch wohnt, nicht nach Dortmund will, dürfte gesichert sein.

Zum Ruhrgebiet fällt mir noch folgendes ein: Ich war einmal für sechs Monate in Kettwig an der Ruhr, ein wirklich sehr schöner Ort nahe Düsseldorf. Die Einwohner der "Stadt Kettwig" sind bis auf den heutigen Tag sauer, dass sie gegen ihren Willen, am 1. Januar 1975, zu Essen eingemeindet wurden.

Mit dieser Stadt wollen sie nichts zu tun haben. Die Bürger von Kettwig leisteten damals massiven Widerstand  gegen diese Eingemeindung. Am meisten wurmt es die Kettwiger heute noch, dass ihre Autos nun nicht mehr das Düsseldorfer Nummerschild tragen, sondern nun das verhasste Esserner. Soviel zum Ruhrgebiet.

Eine plumpe Darstellung von Dortmund und seinen Bürgern

Der ARD Tatort ist normalerweise für die Städte, in denen diese gedreht werden, eine willkommene und  kostenlose Werbung, über die sich jeder Stadkämmerer freut. Nicht so der Dortmunder Oberbürgermeister Ullrich Sierau. Der ist stinksauer und will keine einzige Tatortfolge mehr aus seiner Stadt.

Der Dortmunder Oberbürgermeister Ullrich Sierau hat die jüngste "Tatort"-Ausgabe "Zorn" als klischeehaft und als "Mobbing" gegenüber Stadt und Bewohnern kritisiert. In einem Brief an WDR-Intendanten Tom Buhrow schrieb der SPD-Politiker, auch ein Krimi-Drehbuch müsse "ein Mindestmaß an Bezug zur Realität vorweisen".

Bier trinkend in Trainingsanzügen

Aber: "Es ist eine plumpe Darstellung ohne jedwede regionalen Kenntnisse." Eine Sprecherin vom WDR bestätigte am Dienstag den Eingang des Schreibens, dass die Stadt am Vorabend auch an die Medien verschickt hatte.

Der WDR wollte eine Stellungnahme prüfen. Sierau monierte, über die Handlungsorte Dortmund und Marl und die gesamte Region sei ein nicht zutreffendes Bild vermittelt worden. Der Strukturwandel werde ausgeblendet.

"Die Macher dieser Folge geben die Menschen einer Region der Lächerlichkeit preis, indem sie diese Bier trinkend in Trainingsanzügen vor heruntergekommenen Häusern herumstehen lassen." Der WDR disqualifiziere auch "sich selbst als produzierender Sender". Gedreht worden sei der Film zudem in Duisburg, so der erboste Oberbürgermeister.

Die Reaktion des WDR lautet so:

Der WDR zeigt in seinen vielen Dortmunder Tatort-Folgen ein vielschichtiges Bild der Stadt, etwa durch diverse Milieus und Drehorte wie den Phoenixsee, den Westfalenpark oder das Dortmunder "U".

Der Tatort ist Fiktion - aus dramaturgischen Gründen wird auch verdichtet und zugespitzt. Dadurch können einzelne Szenen von den einen als Klischees empfunden werden, von anderen als realitätsnahe Darstellungen. Das polarisiert, löst Debatten aus - das ist aus unserer Sicht nicht negativ, sondern bereichernd. Die Publikumsreaktionen auf die Tatorte aus Dortmund sind im Übrigen überwiegend positiv, bei den letzten öffentlichen Vorführungen in Dortmund gab es sehr viel Applaus. 

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22.01.2019 Roman von Michel Houellebecq

GFDK - Reden ist Silber - Sönke C. Weiss

Sönke C. Weiss schreibt uns: Im Allgemeinen lese und schreibe ich keine Literaturkritiken. Meiner Überzeugung nach dienen diese meist, die Kulturkenntnis des Verfassers zu preisen und, um ehrlich zu sein, schreiben die doch eher für ihre Kollegen/Mitbewerber und/oder Neider.

Ein Buch wie ein Hammer

Schlußendlich geht es bei jedem Kunstwerk aber um nur eines: es soll verflixt nochmal nicht langweilen, was schon die Maxime des Filmgenies Billy Wilder war. Und somit komme ich zum Punkt und verlaute: „Serotonin“, das neue Buch des französischen Bestsellerautoren Michel Houellebecq (MH), ist einfach der Hammer und sein bislang bestes Buch. Weil es genau das nämlich nicht ist, je langweilig.

Zum Inhalt: Florent-Claude Labrouste (46), der Held des Romanes (335 Seiten), der sein Geld im Landwirtschaftsministerium von Frankreich verdient, hat endgültig genug von der Mittelmäßig- und Sinnlosigkeit seinem nichtssagenden Daseins, knallt sich mit Alkohol und einem neuen Antidepressiva zu - mit der Konsequenz, dass sein Libido nunmehr auch noch versagt und ihm gar nichts mehr bleibt, als alles in seinem Leben aufzulösen, Beziehung, Job, Wohnung, und sich auf einen Roadtrip zu machen, um ins Innere seiner bedauernswerten Existenz zu gelangen.

Alkohol und „Muschi, Muschi und noch mehr Muschi“

Was er dort findet, soll hier nicht verraten werden, nur soviel: die Reise dorthin lohnt sich Seite für Seite. MH hält - insbesondere - dem männlichen Geschlecht den Spiegel vor und darüber hinaus der Gesellschaft, aber nie mit erhobenen Zeigefinger, so klein-klein macht sich MH nie.

Aber: In „Serotonin“ bedient MH seine Leser aufs Feinste, er enttäuscht sie nie, weiß er doch genau, was sie mittlerweile von ihm verlangen, 24 Euro wollen wohl investiert sein. Also: 1. Der Held ist wie immer bei MH eine arme Wurst, die sich nur durch Alkohol und „Muschi, Muschi und noch mehr Muschi“, mit eines der Lieblingsworte von MH, am Leben hält.

(Dabei wage ich zu behaupten, dass MH einer der wirklich wenigen wahren feministischen Autoren ist, strahlen seine Frauen, auch wenn sie kurz vor dem äußeren Verfall sein mögen, Würde und Authentizität aus. Seine Männer nie.)

2. Das Leben ist sinnlos, gerne zitiert MH die großen Philosophen - Schopenhauer, etc. - die man aber nicht gelesen haben muß, um seine Anspielungen zu verstehen. Dafür gelingt es MH zu elegant, Hoch- Mittel- und Tiefkultur miteinander zu vereinen, es ist für jeden etwas dabei, Angst vor Unterhaltungsliteratur hat der Autor nicht.

(3. Eigentlich MHs Umgang mit dem Islam, um es ganz vorsichtig auszudrücken, aber der spielt hier keine wirkliche Rolle.)

4. Dafür die unendliche Bürokratie seitens der EU und der Länder im Großen und Ganzen. Dafür wurde MH schon oft kritisiert, gar als EU-Feind deklariert, als Rechter auch, was Unsinn ist, MH ist weder rechts noch links, sondern in seiner eigenen Kunstwelt unterwegs, was ihn ja als Autoren so faszinierend macht, weil er eben in keine Schublade passt und einen Humor hat, mit dem sich viele Deutsche schwertun, leider, ist er doch so subtil, wie man es von deutschen Autoren erhoffte, statt sich bei ihnen zu langweilen, weil es ihnen oftmals an Fantasie und eben Humor fehlt. (Die Liste ist lang.)

Chaos und Gewalt und kein Hoffnungsschimmer auf Liebe

Die Übersetzung von Stephan Kleiner aus dem Französischen ist wohl gelungen und schafft es immer wieder zum Ausdruck zu bringen, wonach sich die Menschen in MHs Buch - wie auch in seinen anderen Werken - sehnen: nach Liebe nämlich, wie sie immer wieder enttäuscht werden, sich selbst täuschen und täuschen lassen oder wie die Welt um sie herum im Chaos und Gewalt versinkt, und jeden kleinen Hoffnungsschimmer auf Liebe im Keim erstickt.

Nichtsdestotrotz, MH ist kein Nihilist, vielleicht ein Agnostiker, und schon gar kein Misanthrop, vielleicht eher ein Romantiker, ein wenig desillusioniert und sogar viel. Und so hofft der Leser auch bei „Serotonin“, dass alles auf ein happy ending hinausläuft. Ich finde das tut‘s. Auf die gewisse MH-Weise, unverwechselbar eben. Und darauf einen Dujardin...

„Serotonin“ ist im DuMont Buchverlag, Köln, erschienen.

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