Reden ist silber, Schreiben ist gold

15.06.2020 Zwei Bücher, Passport und Ober-Fläche

GFDK - Reden ist Silber - Sönke C. Weiss

In seinem jüngsten Buch „Passport“ zeigt uns der französische Fotograf François-Marie Banier (www.fmbanier.com) einfach nur 29 Gesichter junger Afghanen, die er auf den Straßen von Paris porträtiert hat, die ihren Weg vom Hindukusch zum Place de la République geschafft haben, irgendwie.

Der Schriftsteller Atiq Rahimi hat die jungen Männer befragt, daraus entstanden Textfragmente, die zu den Bildern hinzugefügt wurden. Es sind Sätze, die oftmals mehr sagen und einen tiefer treffen, denn mancher Roman auf 500 Seiten. Wie zum Beispiel:

„In your eyes I am the other. Like you in the eyes of another.“ Was so viel heißt wie: In deinen Augen bin ich der Andere. Wie du das in den Augen eines Anderen bist.

„Passport“ ist ein direktes, ein ehrliches Buch, das sich wie eine Herzensangelegenheit der Autoren Banier und Rahimi anfühlt, die voller Empathie Umstände wie Exil, Fremdheit und Dazugehören in Wort und Bild in Frage stellen, so sie doch zu unserer modernen Welt dazugehören.

Das Alltägliche steht auch in Martin D‘Orgevals neuen Buch „Sur Face“ (Ober Fläche) im Mittelpunkt.

Der ebenfalls französische Fotokünstler (www.martindorgeval.com), dem man wohlgetrost als Minimalisten bezeichnen darf, zeigt uns 26 scheinbar banale Dinge auf oder in Oberflächen, wie ein Loch in einer Holzwand, einen Farbklecks auf einer Straße oder eine Zahl auf einer Häuserwand.

D’Orgevals trifft in seiner Fotokunst Aussagen zu Materie, die Sache, die alles verbindet, die sich ihm zu offenbaren scheint und sagt: ‚Ich bin das. Mach mal ein Foto.“

Die große Gabe dieses Künstlers ist, dass bevor der Auslöser klickt, er erkennt, wann sich ihm Materie offenbart. Ich vermute, er kann die Anwesenheit von Photonen wahrnehmen, was kein Witz ist.

Er erkennt das Moment. So oder so, seine Kunst erlaubt uns einen anderen Blick auf die Welt, ist verzückend und legt trotz seiner offensichtlichen Einfachheit etwas sehr Komplexes unter der „Ober Fläche“ frei.

Beide Bücher - unterschiedlich, nichtsdestotrotz auf ihre nonkonformistische Art faszinierend - sind bei Steidl erschienen (www.steidl.de). „Passport“ kostet 24, „Sur Face“ 40 Euro.

Sönke C. Weiss  

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09.06.2020 Lust auf Wandel

GFDK - Reden ist Silber - Sönke C. Weiss

Seit dem 27. Januar 2020 ist die COVID-19-Pandemie in Deutschland präsent, am 27. März trat der sogenannte Shutdown in Kraft, heute, nach den ersten Lockerungen, ist unsere Gesellschaft geteilt in Verschwörungstheoretiker, Vernünftige, Leichtsinnige und denen, die sich irgendwo dazwischen zu Hause fühlen.

Bücher gibt es selbstverständlich auch schon zu unserer neuen Zeitrechnung, zwei davon empfehle ich sehr, weil sie weg von jeglicher Hysterie angesiedelt sind, ein positives Weltbild spiegeln und Lust auf neues Gemeinwohl machen.

In „Trotzdem“ gehen der Jurist und Schriftsteller Ferdinand von Schirach sowie der ebenfalls Jurist und Filmemacher Alexander Kluge der Frage nach, was Corona für unsere Gesellschaftsordnung und unsere bürgerliche Freiheit bedeutet.

Ihr scharfsinniges Gespräch stimmt nachdenklich und bietet viele Lösungsansätze, hat Weitblick und endet mit der Frage, warum eigentlich wenden wir unsere Lehren durch Corona nicht ins Positive?

Von außen ist „Trotzdem“ - bei Luchterhand (www.randomhouse.de) erschienen - ein unscheinbares Buch, in der Flut sensationslüsterner Berichterstattung sind die 80 Seiten für nur acht Euro aber eine lohnende Reflexionshilfe.

Wie „Die Zukunft nach Corona“ des Trend- und Zukunftsforschers Matthias Horx, der auf 144 Seiten beschreibt, wie Corona unsere zwischenmenschliche Kommunikation verändert, die Art wie wir arbeiten, wie wir fühlen, denken und welche Rolle die menschliche Angst in unserer Gesellschaft spielen wird.

Es geht dem Autoren um die gesellschaftlichen Herausforderungen und wie wir diese in Zuversicht wandeln können. Grundsätzlich handelt „Die Zukunft nach Corona“, bei Ullstein (www.ullstein-buchverlage.de) für 15 Euro erschienen, von unserem Umgang mit dem Unberechenbaren und dass es keinen Weg zurück in die Vergangenheit gibt, selbst wenn sich das viele von uns erträumen oder vormachen.

Panik und Verblüffung weichen hier einer wahren Lebenserfahrung, die unser Inneres verändern wird, wodurch Corona auch zum Spiegel unserer selbst wird, unseres Wandels, auf den wir irgendwann die richtigen Antworten finden werden.

Sönke C. Weiss

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05.06.2020 der Schwanz des Mannes

GFDK - Reden ist Silber - Sönke C. Weiss

Der Roman „Pandatage“ von James Gould-Bourn, der diese Geschichte in einem Kursus für kreatives Schreiben entwickelt hat, was man beim Lesen leider auch spürt ist bei Kiepenheuer & Witsch (www.kiwi-verlag.de) erschienen.

Zu witzig, zu übertrieben, zu dramatisch und von daher zu konstruiert erscheinen die Personen in diesem 384 Seiten langen Buch, in dem es schlicht und ergreifend um einen Mann namens Danny geht, der mit Hilfe eines Pandakostüms die Beziehung zu seinem elfjährigen Sohn aufpimpen will, stattdessen jedoch immer neue Probleme erzeugt, statt alte zu lösen.

Alles ist „too much“ würde meine ehemalige Lehrerin für kreatives Schreiben urteilen, nichtsdestotrotz hat Gould-Bourn ein Talent, aus dem er sicher für sein kommendes Buch schöpfen kann. „Pandatage“ kosten 20 Euro.

Für dagegen nur 18 Euro ist jetzt die grandiose Neuauflage des Weltbestsellers einer feministischen Galionsfigur „Salz auf unserer Haut“ von Benoîte Groult bei Ullstein (www.ullstein-buchverlage.de) erhältlich:

George, eine Pariser Intellektuelle, verliebt sich in Gauvin, einem bretonischen Fischer. Schon bald erkennen sie, dass ihre unterschiedliche Erziehung und Bildung zwischen ihnen steht, doch ihr Verlangen zueinander will alle Konventionen brechen und das über viele, viele Jahre hinweg, in denen sie immer wieder einen schmalen Grat zwischen Traum und Wirklichkeit für sich finden.

Es geht um Freiheit, gesellschaftliche Moralverstellung und um das, worum sich das Universum zu drehen scheint, der Schwanz des Mannes. So wurde „Salz auf unserer Haut“, 1988 zum ersten Mal erschienen, im Heimatland der Autorin Frankreich auch als „Frauen-Porno“ und „Hymne an den Phallus“ bezeichnet, verkaufte sich weltweit aber millionenfach und ist schon heute ein Klassiker.

Für mich ist es darüber hinaus ein klares wie kluges und scharfsinniges Buch, federleicht geschrieben, zeitlos und ehrlich. Chapeau für 336 Seiten!

Sönke C. Weiss

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04.06.2020 Buchvorstellung Im Jahr des Affen

GFDK - Reden ist Silber - Sönke C. Weiss

Berühmt wurde Patti Smith in den Siebzigerjahren durch ihre einzigartige Weise, Rock‘n‘Roll und Dichtung miteinander zu verschmelzen. Gekreuzt haben sich unsere Wege 2005 während einer UN-Friedenskonferenz in New York. Beide waren wir Delegierte, saßen zufällig nebeneinander in der Generalversammlung.

Nach vielen hehren Reden brauchten unbedingt eine Kaffeepause, während der wir uns natürlich über Krieg und Frieden unterhielten und warum die Menschen nicht nach der Maxime „peace, love and understanding“ lebten.

Anschließend gaben wir uns die Hände, was heute undenkbar wäre, und gingen unserer Wege. Jetzt habe ich Patti Smiths neues Buch „Im Jahr des Affen“ gelesen und bin erneut begeistert von diesem wunderbaren Menschen, der mir damals in New York begegnet ist.

In Erinnerungen und Rückblenden läßt sie das Jahr 2016 Revue passieren, in dem zwei ihrer engsten Freunde - der Musiker Sandy Pearlman und der Dramatiker Sam Shepard - sterben, Donald Trump zum US-Präsidenten gewählt wird und wo sich eine (fragil) positive Grundstimmung mehr und mehr verflüchtigt.

Die Autorin blickt zurück und dennoch nach vorne, verharrt nie im Konkreten, sondern verzaubert den Leser mit ihrer ganz persönlichen Poesie. „Im Jahr des Affen“ - im chinesischen Horoskop war 2016 das Jahr des Affen - hat mich sehr berührt und ich empfehle es uneingeschränkt: 208 Seiten, 20 Euro, erschienen bei Kiepenheuer & Witsch (www.kiwi-verlag.de).

Sönke C. Weiss

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26.05.2020 Widerstandskämpferinnen aus Augsburg

GFDK - Reden ist Silber - Gottfried Böhmer

Zwei Frauen wehren sich gegen die Corona-Maßnahmen in Augsburg. Weil Auflagen nicht eingehalten wurden, rückte die Polizei zu einem Lokal in Augsburg aus. Dort gingen die Wirtin und ihre Mutter auf die Beamten los, heißt es. Vier Beamte sollen von ihnen verletzt worden sein, drei davon sind dienstunfähig.

Widerstand in Augsburg

Was war da passiert: Der Ordnungsdienst hatte der Mitteilung zufolge in dem Lokal Lärmbelästigung und Verstöße im Rahmen des Ausschankes festgestellt und die Polizei gerufen. Die 30-jährige Lokalbetreiberin ( Jeanne d'Arc) war von den anrückenden Polizei-Kommando nicht sonderlich beeindruckt, und schlug zu, heißt es.

Mutter nimmt sich Polizei zur Brust

Ihre 62jährige Mutter kam ihr sogleich zu Hilfe und nahm sich die Beamten zur Brust. Auch die tapfere Wirtin und ihre Mutter wurden leicht verletzt: Sie erlitten Atemreizungen wegen des Einsatzes von Pfefferspray.

Während des Einsatzes soll sich ein Teil einer Menschenmenge vor dem Lokal mit der Gastwirtin solidarisiert und die Einsatzkräfte bedrängt haben, hieß es weiter in der Mitteilung der Augsburger Polizei, und: „sie skandierten lautstark den Namen des Lokals und warfen Plastikbecher auf die Einsatzkräfte.“

Laut „Bild“-Zeitung sollen die Gäste demzufolge nicht nur die Beamten während des Einsatzes mit Bechern beworfen haben, sondern die Szenen auch gefilmt und ins Internet gestellt haben. Der Einsatz fand der „Augsburger Allgemeinen“ zufolge in der Maxstraße statt, einer zur Abendzeit gut besuchten „Partymeile“.

Nun hat sich die Wirtin selbst zu dem Vorfall geäußert

Erst im November hatte sie das betreffende Lokal in der Maxstraße übernommen. Sie sagte dem Portal "Presse Augsburg": "Ich kann nur sagen, dass ich seit Monaten aufgrund der Coronalage um den Erhalt kämpfe und ich hatte auch nie ein schlechtes Verhältnis zu Beamten."

Die Schilderungen des Vorfalls durch die Polizei seien nicht richtig. "Ich wurde nach einem sehr aggressiven Gespräch seitens der Polizei plötzlich zu Boden gerissen und hatte Pfefferspray im Gesicht. Trotz all dem bekomme ich noch einen Faustschlag von einem Beamten. Ich verstehe die Welt nicht."

Das Schlimmste sei, dass sie wie eine Verbrecherin dargestellt werde. "Ich bin zutiefst erschüttert", zitiert "Presse Augsburg" die Wirtin. Das Landeskriminalamt prüft nun auch den Einsatz der Polizei. Wie auch immer: Ist die Mutter oder Oma anwesend, sollte man auf der Hut sein, das gilt auch für Polizeibeamte.

Auch die berühmte Hamburger Kultkneipe Zwick ist wegen des Verstoßes gegen die Corona-Regeln vorübergehend geschlossen worden. Die Polizei fand am frühen Sonntamgmorgen 89 Personen in der Kneipe vor, nachdem sich Nachbarn beschwert hatten, berichtet der NDR

Hier hatte die Polizei Glück, es war keine Mutter und Oma unter den 89 Personen.

Nach Angaben des Deutschen Richterbundes wurden an deutschen Verfassungs- und Verwaltungsgerichten schon weit mehr als 1000 Eilverfahren gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung angestrengt. Bei Anwaltskanzleien sollen die Telefone seit Wochen nicht mehr still stehen. Derweil will das Kanzleramt die Kontaktbeschränkungen bis 5. Juli verlängern.

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25.05.2020 Die toxische Macht der Narzissten

GFDK - Reden ist Silber - Sönke C. Weiss

„Die toxische Macht der Narzissten“ heißt das neue Buch der französischen Psychoanalytikerin und Familientherapeutin Marie-France Hirigoyen, die seit ihrem 2006 Beststeller „Warum tust du mir das an?

Gewalt in Partnerschaften“ auch in Deutschland einem breiten Publikum bekannt ist, und das meiner Überzeugung nach zur Pflichtlektüre aller gehören sollte, die die narzisstischen Zeichen unserer Zeit noch nicht erkannt haben wollen.

Auf 253 Seiten erklärt uns die Autorin, was einen gesunden Narzissmus von einem pathologischen unterscheidet, welche Symptome Narzissten entwickeln und wieso manche von ihnen den Bezug zur Realität verlieren, andere dagegen höchst verletzlich sind.

Machtmissbrauch, Lügen, Tricksereien

So nimmt sie in ihrem ersten Kapitel Donald Trumps Psyche in einer Ferndiagnose ordentlich auseinander, erklärt, warum sich der US-Präsident nie ändern wird und wie es gekommen ist, dass er zum Spiegelbild einer Gesellschaft wurde, die wir einst bewunderten.

Wegen dieser Analyse allein schon lohnt es sich das Buch zu lesen. Vor allem aber, weil wir alle durch die Folgen des herrschenden Narzissmus - von Trump über Facebook bis hin zu Anne Will am Sonntagabend - betroffen sind: Machtmissbrauch, Lügen, Tricksereien.

Marie-France Hirigoyen wappnet uns dagegen und zeigt, wie man sich wehren kann. „Die toxische Macht der Narzissten“ ist kein typisches Sachbuch, sondern liest sich spannend wie ein Krimi. 16,95 Euro sind dafür wirklich nicht zu viel verlangt.

Ebenso unterhaltsam wie lehrreich ist Daniel Masons neuer Roman „Der Klavierstimmer Ihrer Majestät“, in dem der Verfasser, der übrigens auch als Psychiater arbeitet, über die Macht des Einzelnen in Zeiten des britischen Imperialismus berichtet.

Vom Kriegsministerium beauftragt, soll Edgar Drake einen wertvollen Flügel im tiefsten Dschungel von Birma, dem heutigen Myanmar, wo ein britisch-birmanischer Krieg wütet, stimmen.

Der sensible Drake verliebt sich selbstverständlich in die exotische Landschaft des ihm fremden Kontinents wie natürlich auch in eine Person und versucht der Brutalität des Krieges zu trotzen, was schlußendlich fatale Folgen hat.

Die englische Originalausgabe erschien bereits 2002; warum wir in Deutschland 18 Jahre lang auf diese sehr wohl gelungene Übersetzung warten mußten, ist wirklich schade, denn die 398 Seiten sind voller Poesie und Liebe für einen Landstrich und seiner Menschen, über die wir leider noch immer viel zu wenig wissen.

„Der Klavierstimmer Ihrer Majestät“ kostet 24 Euro und erzählt zwar eine fiktive Geschichte, ist aber auch ein historischer Roman, weil umfangreich wie scharfsinnig recherchiert, ohne dabei auf die Menschlichkeit der Figuren zu verzichten.

Nun irgendwie gar nichts mit wahrer Geschichte zu tun hat der Band „Paargespräche“ von Line Hoven und Jochen Schmidt. Weswegen haben sich eigentlich Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir in die Haare gekriegt? Wie tickten Romeo und Julia wirklich?

Und was verband Helmut Schmidt mit Loki? Dass hin und wieder der ganz normale Wahnsinn in jeder Beziehung wütet, zeigen uns treffsicher-komische Dialoge berühmter Kultpaare aus der Popkultur, der Kunstgeschichte und der Bibel.

Die 95 Seiten sind kurzweilig, charmant und zeigen, dass selbst Zeus und Hera „Menschen“ waren. Die imaginären „Paargespräche“ kosten 18 Euro und sind wie die anderen beiden Bücher bei C.H. Beck (www.beck.de) erschienen.

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19.05.2020 Der große Beard - Ein Leben wie ein Gesamtkunstwerk

GFDK - Reden ist Silber - Sönke C. Weiss

Neunzehn Tage lang blieb er spurlos verschwunden, dann stellte sich heraus, der große Fotograf, Maler und Abenteurer Peter Beard war tot. An Demenz erkrankt, hatte er sich wohl im Camp Hero State Park in Montauk, New York, verlaufen und war mit großer Wahrscheinlichkeit nach verdurstet, bis die Polizei ihn am 19. April 2020 fand.

Er war 82 Jahre alt. Peter Beard machte sein Leben auf dem afrikanischen Kontinent zum Gesamtkunstwerk: Eine Collage aus Fotografie, Umweltaktivismus und Tagebuch, jetzt unter dem Titel „Peter Beard“ bei Taschen (www.taschen.com) für 100 Euro erschienen.

Diese XL-Ausgabe auf 770 Seiten präsentiert die gesamte Welt des Künstlers. Ein wahrer Prachtband, den er noch mit seiner Frau Nejma zusammenstellte, in dem Haute-Couture-Models wie Iman, später David Bowies Frau und von Beard entdeckt, unter der kenianischen Sonne Giraffen füttern und Elefantenkadaver Zeugnis für die Zerstörung der Natur durch den Menschen ablegen.

Peter Beard war eine Mischung aus Selbstbewusstsein und Selbstironie. 1938 in eine beeindruckend reiche US-amerikanische Familie geboren, sein Urgroßvater war Gründer der Great Northern Eisenbahngesellschaft, wollte er zunächst Medizin studieren, fand für sich aber schnell heraus, dass „der Mensch die Krankheit selbst ist“.

Er widmete sich stattdessen der Kunst, wobei er sich auch ein Jetset-Leben mit Freunden wie Truman Capote, Mick Jagger oder Jacqueline Kennedy Onassis gönnte und dabei wie eine Figur aus einem Fitzgerald-Roman wirkte, ein exotischer Aussenseiter, der sich, ermutigt durch die dänische Schriftstellerin Karen Blixen, irgendwann lieber mit 23 nach Afrika aufmachte, um von seiner Hog Ranch in Kenia aus den Kontinent zu fotografieren.

Beards Fotos von afrikanischen Wildtieren erinnern in ihrer Reduziertheit und kristallener Klarheit fast an Kriegsberichterstattung: Gefahr, Tod und alles was dazwischen lauert.

(Bei dem Versuch, einen Elefanten zu fotografieren, spießte dieser Peter Beard auf und verletzte ihn lebensgefährlich.) „Als ich mich 1955 zum ersten Mal nach Ostafrika aufmachte, war es noch eine der absolut unberührten Regionen dieser Welt für wild lebende Tiere.

Heute ist es ein touristenverseuchter Parkplatz“, schreibt er in seinem Buch „The End of the Game“, weniger eine Dokumentation, sondern eher von einem prophetischen Ansatz geprägt, ohne selbst zum Propagandisten zu werden.

Die Retrospektive „Peter Beard“ zeigt, dass dieser Mann ein Künstler war, dessen Medium nicht dieses eine Foto oder jene Fotostrecke in einer beliebigen Zeitschrift war, sondern absolut alles - dass es sich um einen dieser vielschichtigen Jäger und Sammler handelte, denen nichts im Leben entgeht.

Insbesondere seine Collagen zeugen von dieser Nähe zum Sein. Mit Sicherheit gibt es in der Kunstwelt nichts annähernd Vergleichbares, und wer durch die vielen wahnhaften Schichten dringt, fällt in eine Beard-Welt der visuellen Wortspiele und peinigender Parallelen - Models und Massai, Politiker und Popikonen, BH-Werbung und sonnengebleichte Knochen, Löwen und Geisteskranke, Krokodile und Dosensuppe, abgetrennte Köpfe, Blutflecken, Innereien, Stripperinnen und Hungernde.

Mythisch, grenzenlos und absolut einzigartig sind diese Arbeiten eines Mannes, für den das Leben selbst die größte Show der Welt war. „Peter Beard“ ist ein bedeutender Fotoband eines leidenschaftlichen Künstlers, der dies bis zu seinem Tod vor nur wenigen Wochen blieb.

Sönke C. Weiss

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18.05.2020 der Meister des Augenblicks

GFDK - Reden ist Silber - Sönke C. Weiss

„Ich bin ein visueller Typ. Ich begreife durch die Augen“ - Henri Cartier-Bresson (1908 - 2004), Meister des entscheidenden Augenblicks, hat ein gewaltiges photographisches Werk geschaffen, das stilprägend für die Moderne im 20. Jahrhundert wurde.

Schriftlich hat er sich wenig über seine Tätigkeit geäußert, das überlies er befreundeten Schriftstellern und der Kunstwissenschaft. In Interviews und Gesprächen hingegen gab er freimütig Auskunft.

Jetzt ist eine vom Centre Pompidou in Paris herausgegebene Auswahl seiner Gespräche und Interviews erstmals in deutscher Übersetzung bei Schirmer/Mosel in München (www.schirmer-mosel.com) erschienen.

Hinter dem vielsagenden Titel „Man redet immer zu viel“ steckt ein mit Verve und Esprit, mit Temperament und Humor erzähltes Buch, das uns durch das Leben des Jahrhundertfotografen Cartier-Bresson führt.

In zwölf Interviews aus knapp 50 Jahren, die sonst schwer zu finden sind, berichtet er von seinen frühen Abenteuerreisen durch Afrika und Mexiko, seiner geliebten Leica-Kamera, seiner Zeit im Krieg und in der Gefangenschaft, der Gründung der Fotoagentur Magnum, wie er vom Surrealismus und Kubismus in seiner Arbeit beeinflußt wurde, spricht über Stil und Ethos und vieles andere mehr.

„Man redet immer zu viel“ liest sich wie eine Autobiografie, die Cartier-Bresson nie geschrieben hat und ist die perfekte Ergänzung zu den Bildbänden des Künstlers, der in diesen Gesprächen auch so manche Legende um seine Person zurechtrückt.

Die 216 Seiten lesen sich spannend und vergnüglich, wie eine Reise um die Welt und durch die Geschichte sein sollte, und kosten 24,80 Euro. 

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16.05.2020 eine Traumreise zum Albtraum

GFDK - Reden ist Silber - Sönke C. Weiss

Wie eine Traumreise zum Albtraum wird zeigt uns der niederländische Autor Gerwin van der Werf in seinem neuen Buch „Der Anhalter“, das bei S.Fischer (www.fischerverlage.de) erschienen ist, 286 Seiten hat und 20 Euro kostet. Zum Inhalt: Tiddo, Isa und ihr Sohn Jonathan fahren mit dem Wohnmobil durch Island.

Tiddo erhofft sich von der Reise nicht weniger, als seine zerrüttete Ehe zu retten. Irgendwann nehmen sie einen seltsamen Anhalter mit, der immer wieder neue Gründe findet, sie weiter zu begleiten.

Bis das neue geschaffene Gleichgewicht der noch immer fragilen Familie endgültig wieder zu kippen droht und Tiddo eine folgenschwere Entscheidung trifft.

Van der Werf hat glaubwürdige Figuren erschaffen, in denen ich mich immer wiedergefunden habe. Insbesondere Tiddo, ein entgleister Vater, hatte von Anfang an an meine ernsthafte Zuneigung, weil dieser immer wieder versucht, ein guter Vater zu sein.

Wer kennt diese Herausforderung nicht? „Der Anhalter“ ist ein ganz famoses Buch, wie es auch „I Seem To Live. The New York Diaries, 1950 - 2011“ von Jonas Mekas ist

Dieser unglaubliche Filmschaffende zählte zur Speerspitze der amerikanischen Filmkunst. 1922 in Litauen geboren, kam er nach dem Zweiten Weltkrieg mittel- und staatenlos in New York an und wurde dort bald Teil der Szene um Andy Warhol.

In der Tradition des Amateurregisseurs illustrierte er sein unmittelbares Umfeld wie einen nie enden wollenden Traum, der trotzdem wahr zu sein scheint. „I Seem To Live. The New York Diaries, 1950 - 2011“ ist sein literarisches Schlüsselwerk.

Der erste Band dieses Magnum Opus, der die Zeit von 1950 bis 1969 umfasst und 38 Euro kostet, ist jetzt posthum ein Jahr nach Mekas’ Tod 2019 bei Spector Books in Leipzig (www.spectorbooks.com) auf Englisch erschienen.

Er umfasst 824 Seiten mit zahlreichen Abbildungen. Dieses fulminante Werk - nicht verwunderlich, sind Jonas Mekas’ Filme nicht selten drei oder vier Stunden lang - steht gleichberechtigt neben seinem filmischen Schaffen.

Es ist ehrlich, berührt und spiegelt eine Zeit des Aufbruchs und der Veränderung. Die totale und unverfälschte Reflexion des Lebens manifestiert den Anspruch Jonas Mekas’ Kunst, die er neben seiner wöchentlichen Kolumne in der New Yorker „Village Voice“ und seinem Magazin „Film Culture“ kultivierte.

Für mich war und ist Jonas Mekas immer schon das wahre amerikanische Kino gewesen, aus dem Regisseure wie Martin Scorsese oder Francis Ford Coppola wuchsen, bevor sie zu bezahlten Gehilfen Hollywoods wurden.

Insbesondere seine Meisterwerke „As I was moving ahead, I saw brief Glimpses of Beauty“ (2000) und „Lost, Lost, Lost“ (1976) sind gefilmte Selbstporträts, die jedem Cineasten unvergesslich bleiben werden.

Leider blieb diese Ikone einem breiten Publikum so gut wie unbekannt. Vielleicht hilft dieses Buch und die folgenden Bände, dass Mekas unverkennbare Filmsprache nie ein Ende erfährt.

Sönke C. Weiss

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12.05.2020 Freiheit, Widerstand, Volksverräter

GFDk - Reden ist Silber - Gottfried Böhmer

Immer mehr Rechtsextreme und Verschwörungstheoretiker tauchen, wenn es nach den Medien geht, in Deutschland auf.  Allen voran, Johannes Boie, Chefredakteur bei WELT AM SONNTAG, dieser schreibt: "Früher gab es pro Dorf ein paar Spinner, die alleine in der Kneipe saßen. Heute sind dank sozialer Medien wie Facebook diese Spinner mit anderen global vernetzt.

Alles Fälle für Polizei und Psychiater?

Sie reden von „querdenken“ und „hinterfragen“, in Wahrheit haben sie schlicht den Schulstoff aus der vierten Klasse vergessen. Oder nie gelernt. Der Koch und Corona-Kritiker Attila Hildmann ist für ihn ein Fall für Polizei und Psychiater.

Sein Wunsch ging sogleich in Erfüllung. Attila Hildmann wurde in Berlin auf einer Anti-Corona-Demo von der Polizei abgeführt. In Berlin war richtig was los: Viele Teilnehmer skandierten unter anderem „Freiheit“, „Widerstand“, „Volksverräter“ und „Wir alle sind das Volk“. Nun gut, scheinbar gehören auch die Bischöfe zu denen, die den Schulstoff aus der vierten Klasse nie gelernt haben.

Verschwörer - Bischöfe sind auch nicht besser?

Die Deutsche Bischofskonferenz hat sich deutlich von einem Schreiben gegen die Corona-Beschränkungen distanziert, das auch von mehreren Bischöfen unterzeichnet worden ist. In dem Schreiben mit dem Titel „Ein Aufruf für die Kirche und für die Welt – an Katholiken und alle Menschen guten Willens“ werden die Corona-Maßnahmen scharf kritisiert.

„Es sind Tatsachen, dass unter dem Vorwand der Covid-19-Epidemie in vielen Fällen unveräußerliche Rechte der Bürger verletzt und ihre Grundfreiheiten unverhältnismäßig und ungerechtfertigt eingeschränkt wurden, einschließlich des Rechts auf Religionsfreiheit, freie Meinungsäußerung und Freizügigkeit“, heißt es dort unter anderem.

Weiter heißt es: Über die Durchführung von Gottesdiensten dürften nur die „Hirten der Kirche“ entscheiden, nicht staatliche Behörden oder die Politik. Weiterhin wird gewarnt, der Kampf gegen Covid-19 dürfe nicht „als Vorwand zur Unterstützung unklarer Absichten supranationaler Einheiten dienen, die sehr starke politische und wirtschaftliche Interessen verfolgen“.

Kritisiert werden aber auch „Trackingsysteme“ und „zweifelhafte Geschäftsinteressen“, insbesondere aus dem Bereich der Pharmaindustrie. Weiterhin wird daran erinnert, „dass es für Katholiken moralisch inakzeptabel ist, sich mit Impfstoffen behandeln zu lassen, zu deren Herstellung Material von abgetriebenen Föten verwendet wird“.

Man habe zudem Grund zu der Annahme, „dass es Kräfte gibt, die daran interessiert sind, in der Bevölkerung Panik zu erzeugen“. Auf diese Weise wollten sie dauerhaft „Formen inakzeptabler Freiheitsbegrenzung und der damit verbundenen Kontrolle über Personen und der Verfolgung all ihrer Bewegungen“ durchsetzen.

„Diese illiberalen Steuerungsversuche sind der beunruhigende Auftakt zur Schaffung einer Weltregierung, die sich jeder Kontrolle entzieht.“ Das ist nun der Stein des Ansoßes. Hierin sehen die Kritiker eine Verschwörungstherorie.

Grundgesetz statt Corona-Wahnsinn

Der "Spiegel" schreibt von einem "Corona-Rebell" im Innenministerium
Ein Referent des Bundesinnenministeriums verfasst ein Papier zur Coronakrise, in dem von einem "Fehlalarm" die Rede ist und das Virus angeblich verharmlost wird. Nun wurde er von seinen Dienstpflichten entbunden.

Das Bundesinnenministerium von Horst Seehofer (CSU) steht nun sehr dumm da. Das gut 80 Seiten umfassende Papier soll er nach SPIEGEL-Informationen sowohl intern wie extern an einen großen Verteiler verschickt haben.

Globaler Fehlalarm aus dem Bundesinnenministerium

Seiner Ansicht nach handele es sich beim Umgang mit Covid-19 um einen "globalen Fehlalarm", behauptet der Ministeriumsmitarbeiter dort. Die Gefahr des neuartigen Coronavirus sei "nicht größer als die vieler anderer Viren". Die von den Behörden angeordneten Maßnahmen richteten mehr Schäden an als Nutzen, glaubt er.

Er behauptet: Der Staat müsse sich in der Coronakrise womöglich den Vorwurf gefallen lassen, "einer der größten Fake-News-Produzenten" gewesen zu sein. Das Papier widerspricht so ziemlich allem, was die Bundesregierung und das Robert Koch-Institut zu Covid-19 sagen, meint der "Spiegel".

Und was soll man sagen? Die AfD darf als Sündenbock nich fehlen

Nähe zwischen AfD und Corona-Verschwörungstheoretikern. SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil sieht eine „gefährliche Nähe“ zwischen der AfD und Menschen, die in der Corona-Krise Verschwörungstheorien verbreiten.

„Das ist die gleiche Tonspur, in der die Leute unterwegs sind“, sagte Klingbeil der Deutschen Presse-Agentur. Derzeit versuchten vor allem rechte Gruppen das Land durch Verschwörungstheorien zu destabilisieren, indem sie mit professionellen Videos und Tonnachrichten nachweislich Lügen verbreiteten.

„Das ist der organisierte Versuch, zu spalten und zu hetzen“, warnte Klingbeil. Er rief die Bürger auf, sich stärker als bisher dagegen zu wehren. „Wir brauchen einen Widerstand der normalen Leute, das fängt im Bekanntenkreis, in den eigenen WhatsApp-Gruppen an“, forderte der Bundestagsabgeordnete.

Thüringens Ex-Ministerpräsident Thomas Kemmerich hat an einem Protest gegen die Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie teilgenommen und bekommt sogleich eins auf Maul. Er habe an einer Veranstaltung in Gera für „Verhältnismäßigkeit und einen Corona-Exit mit Maß und Mitte“ teilgenommen, schrieb Kemmerich in dem Nachrichtendienst Twitter.

Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) kritisierte, dass der FDP-Politiker sich dafür lobe, zusammen mit der AfD und Verschwörungstheoretikern „gegen Verantwortung für unser aller Gesundheit“ aufzulaufen. Kritik an Kemmerichs Teilnahme kam prompt, sichtbar wurde sie vor allem in den sozialen Medien. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow, Die LInke, etwa kritisierte dort vor allem die mutmaßliche Nicht-Einhaltung von Corona-Regeln bei der Veranstaltung:

Das Hauptstadt-Briefing von Gabor Steingart zeigt was auf uns zukommt

Fast 1,2 Billionen Euro beträgt das staatliche Hilfsprogramm für die deutsche Wirtschaft bislang, es ist das größte der Geschichte: Es umfasst Kredite, Garantien, Zuschüsse und Mindereinnahmen. Doch was hinter den abstrakten Zahlen steckt, wird erst jetzt klar. Die Rücklagen der Sozialkassen schmelzen.

Die Reserve des Gesundheitsfonds in Höhe von 10 Milliarden Euro wird in diesem Jahr schwinden, ließ Gesundheitsminister Spahn intern durchblicken. Düster sieht es auch bei Rente, Pflege und Arbeitslosenversicherung aus. Dem Fiskus drohen historische Steuermindereinnahmen, von 100 Milliarden Euro, heißt es in Regierungskreisen.

Die Zeit der Schockstarre in Deutschland ist vorbei

Die Zeit der Schockstarre scheint vorbei schreibt Gabor Steingart in seinem Mornig-Briefing. Zehntausende demonstrierten am Wochenende in Stuttgart, Berlin, München und Frankfurt am Main, begleitet von dem Vorwurf, es handele sich um Verschwörungstheoretiker und Rechtsradikale.

Die Botschaften von Transparenten und Sprechchören belegen diesen Vorwurf in seiner Pauschalität nicht.

"Freiheit. Demokratie. Grundgesetz“

"Legt den Maulkorb ab“

"Sind die Maßnahmen verhältnismäßig?“

"Gib Gates keine Chance“

"Betreutes Denken“

"Wir fordern einen Corona-Untersuchungsausschuss“

"Sei kein Walking De(ad)pp“

"Wir wollen unser Leben zurück“
Ein buntes Potpourri von Menschen hat sich da zusammengefunden. Alles Spinner? Schwer zu glauben. Auch Spinner? Mit Sicherheit.

Allianz der Schwachsinnigen und Fake-Ziviler-Ungehorsam?

In den sozialen Medien und mittlerweile auch auf der Straße formiert sich in Sachen Corona gerade eine Allianz des Schwachsinns, schreibt der "Spiegel-Mann" Christian Stöcker in seiner Kolumne auf "Spiegel-Online", und gewaltbereit sollen die auch sein. Auch Grünen-Chef Robert Habeck hat die Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen kritisiert.

"Welt-Online" hat noch so eine Kellerassel ausgegraben, die die Demonstranten verunglimpft. Claus Leggewie tönt dort rum,

"Das ist eine Usurpation des Widerstandsrechts, eine Art „Fake-Ziviler-Ungehorsam“. Die Voraussetzungen, um zivilen Ungehorsam zu reklamieren, sind überhaupt nicht gegeben, schon gar nicht das Recht auf Widerstand nach Art. 20,4 Grundgesetz, mit dem die radikale Rechte schon seit Langem operiert.

" Die Covidioten haben den antiautoritären Gestus gekapert, sie sind prinzipiell gegen alles, was eine Regierung tut". Das ist der Tonfall von dem gleichen Typ der den zivilen Ungehorsam von Fridays for Future gutheißt, und lauthals verteidigt.

2,1 Millionen Deutsche stehen jetzt schon vor dem Ruin, und in sechs Monaten werden es 10 Millionen sein, vorsichtig gerechnet, und dann wird abgerechnet.

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