Reden ist silber, Schreiben ist gold

06.08.2019 Den Heiligenschein poliert

GFDK - Reden ist Silber - Sönke C. Weiss

Immer wenn wir uns mit dramatischen Geschichten aus der sogenannten Dritten Welt befassen, mitfiebern, aufgewühlt sind, zornig oder traurig, dann kommt sie irgendwann, die Frage:

Wie soll sich das alles ändern? Was läuft alles falsch, woran liegt es, das millionenfache Elend? Und warum haben eigentlich 50 Jahre Entwicklungshilfe so wenig gebracht?

In ihrem provokanten Sachbuch „Das NGO-Spiel“ stellt die US-amerikanische Autorin und Politikwissenschschaftlerin Patrice C. McMahon die These auf, dass NGOs, also Hilfswerke oder Nichtregierungsorganisationen, nicht so sehr eine Hilfe bei der Schaffung dauerhaften Friedens und Wohlstands sind, sondern vielmehr Teil der anhaltenden Probleme in Gesellschaften, die aus Konfliktsituationen kommen.

Die Idee zu diesem Buch, das jetzt auf Deutsch im Verlag Hamburger Edition erschienen ist und 35 Euro kostet, entstand Ende 2000, als die Autorin zum ersten Mal Bosnien besuchte und über Jahre recherchierte, wie NGOs auch in der internationalen Politik eine steile Karriere gemacht haben und von unbedeutenden Spielfiguren zu maßgeblichen Kräften in der Friedenskonsolidierung wurden.

So ist McMahon der Überzeugung, dass wir, die Öffentlichkeit, die Spender, nicht viel über diese Akteure wüßten und es an der Zeit sei, sich mit der Realität von NGOs, die zum Teil mehr für Hilfsleistungen ausgeben, als viele europäische Staaten, näher zu befassen.

Denn mit Geld kommt Macht und mit Macht Einfluß auf die Politik, ob auf dem Balkan oder in Afrika, was ich nur unterschreiben kann, da ich selbst sechs Jahre für eines weltweit größten Hilfswerke international in der Kommunikation tätig war.

Meine Meinung: Weg mit der Unterstellung, Entwicklungshilfe könne die Welt retten. Gier, Hass und Korruption werden durch NGOs nicht verschwinden.

Unfaire Handelssysteme übrigens auch nicht, und auch nicht der heute so beliebte Landraub, der aus dem Kontinent Afrika mal wieder eine weltweit knapp gewordene Ressource herauspresst, um den Energie- und Fleischhunger Europas und Asiens zu befriedigen.

Für das Beseitigen dieser Ungerechtigkeiten ist nicht Entwicklungshilfe notwendig, sondern politischer Mut, Weitblick und Empathie, weil globaler Hunger und globales Elend schon längst bei uns angekommen sind.

Ich sage immer Menschen, die insbesondere gerne zur Weihnachtszeit spenden: Misstrauen Sie dem Entwicklungshelfer, der nur noch Brunnen bohrt. Fragen Sie ihn, wie er sicherstellt, dass dies der letzte Brunnen ist, der dort jemals mit ausländischer Hilfe gebohrt werden muss.

Auf 309 Seiten untersucht McMahon den ehemals großen NGO-Boom, der mehr und mehr zu verblassen scheint, auch wenn Hilfswerke in absehbarer Zeit nicht verschwinden werden.

Immer öfter werden internationale wie lokale NGOs kritisiert, die Öffentlichkeit verlangt nach mehr Transparenz, Rechenschaftslücken aufgedeckt, ihre scheinbare Immunität in Frage gestellt.

NGOs und der Mythos, dass Geld an solche Organisationen zu geben automatisch bedeute, Gutes zu tun, können in die Irre führen, schreibt McMahon. Mit schlimmen Folgen, wie auch ich meine.

Das NGO-Spiel“ ist wie gesagt ein Sachbuch und eine in der Tat wissenschaftliche Abarbeitung; doch spannend von der ersten bis zur letzten Seite. Apropos:

Leider findet sich in der Sekundärliteratur dieses Buches kaum ein deutscher Autor wieder, der sich diesem Thema gewidmet hat. Schade, gehört doch gerade Deutschland mit zu den größten Geberländern mit den großzügigsten Spendern. 

Sönke C. Weiss

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02.08.2019 Mein McQueen und Die Frau, die nein sagt

GFDK - Reden ist Silber - Sönke C. Weiss

Dass der Ankerherz-Verlag in Hollenstedt, das ist irgendwo in Niedersachsen, an die Kraft einer guten Geschichte glaubt, haben mir jüngst zwei seiner Bücher bewiesen, obwohl ich kein großer Fan von Biografien bin, da diese doch meist geschönt sind.

Schluß mit absurden Mordgerüchten

Nicht so „Mein McQueen“, in dem Barbara McQueen, die dritte und letzte Ehefrau des legendären Schauspielers Steve McQueen, zum ersten Mal schildert, wie der größte Filmstar seiner Zeit wirklich war und - bemerkenswerter noch - wirklich starb und somit auch endlich mit absurden Mordgerüchten aufräumt, die sich über die zurückliegenden 30 Jahre hartnäckig gehalten haben.

 „Mein McQueen“ ist eine Art intimes Tagebuch über die letzten gemeinsamen Jahre eines Paares, keine Biografie im klassischen Sinne, sondern eine atemberaubende wie rohe Liebesgeschichte, spannend und kenntnisreich aufgeschrieben vom ehemaligen Stern-Chef Christian Krug und dem Biografen Marshall Terrill, die Barbara McQueen immer wieder besucht haben.

„Die Frau, die nein sagt“

Die 188 Seiten - mit vielen privaten Fotografien - sind ihre 29,90 Euro auf jeden Fall wert. Auf 186 Seiten und zehn Euro günstiger schreibt die Rebellin, Muse und Malerin Françoise Gilot über ihr Leben mit und ohne Picasso.

(Apropos: Sie war die einzige Frau, die den Weltstar-Maler je verließ.) Für ihr Buch, übrigens auch nicht die übliche Biografie, sondern eher eine Reise ins Innere der Kunst, öffnete Madame Gilot, sie ist die Mutter von Paloma Picasso, dem Stern-Reporter Malte Herwig, die Türen zu ihrer Vergangenheit wie Gegenwart.

Es geht um Glück und Zufriedenheit, um eben die Kunst eines erfüllten Lebens und überhaupt über ein Leben, das von Kunst bestimmt war und ist. „Wenn du etwas riskierst, erlebst du auch schlimme Dinge, aber du lebst und verstehst immer mehr.

Vor allem wirst du nicht langweilig. Das ist das Allerschlimmste: langweilig werden“, sagt „Die Frau, die nein sagt“, so auch der Titel des Buches, das auf jeden Fall eines nicht ist: langweilig. Beide Bücher gibt es sicher in den Buchhandlungen Ihres Vertrauens oder direkt bei www.ankerherz.de

Sönke C. Weiss

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29.07.2019 Die Mörder auf den Bahnhöfen

GFDK - Reden ist Silber - Gottfried Böhmer

Mord auf deutschen Bahnhöfen. Erst letzte Woche wurde eine 34-Jährige Frau im niederrheinischen Voerde vor einen Zug gestoßen und überrollt. Die Frau verstarb noch an der Unfallstelle. Es wird noch so weit kommen, dass wir an jedem Bahngleis drei Polizeibeamte abstellen müssen, um die Fahrgäste zu schützen.

Bezeichnend ist, dass die Spiegel-Relotius-Presse, die täglich drei bis fünf Artikel über Rechtsextrimismus verbreiten, mit keinem Wort die Herkunft des Mörders nennen wollte, wobei es auch vollkommen egal ist woher der Mann kommt, Mord bleibt Mord.

Vor einen einfahrenden ICE gestoßen

Kind wurde vom Zug erfasst und starb noch an der Unfallstelle.

Mann stößt Mutter und Kind im Frankfurter Hauptbahnhof vor einfahrenden ICE
Achtjähriger stirbt, Mutter rettet sich von Gleisen, dritte Person wehrt Angriff ab,
Eritreer (40) tatverdächtig, offenbar keine Verbindung zu Opfern
. Mutter überlebt mit viel Glück

Ein achtjähriger Junge und seine Mutter sind am Montag 29.07.2019 im Frankfurter Hauptbahnhof vor einen einfahrenden Zug gestoßen worden. Das teilte die Polizei in Frankfurt mit. Laut Polizei ereignete sich der Vorfall gegen 9.50 Uhr am Morgen. Bei dem Festgenommenen handelt es sich demnach um einen 40-jährigen Eritreer.

Unmittelbar nach der Tat rückten die Einsatzkräfte mit einem Großaufgebot zum Hauptbahnhof an. Unter anderem waren 16 Rettungswagen und ein Hubschrauber vor Ort. In der Bahnhofshalle kam es zu dramatischen Szenen.

"Die Leute sind heulend zusammengebrochen", berichtete eine Augenzeugin, die in dem einfahrenden ICE 529 aus Düsseldorf saß, der den Jungen erfasste, so der Hessischen Rundfunk.

Mehrere Reisende und Passanten mussten medizinisch versorgt und seelsorgerisch betreut werden. Der Bahnsteig sei voller Kinder gewesen, sagte die Zeugin dem hr. Eine Schaffnerin, die die Tat aus dem Zug heraus mit ansehen musste, habe laut geschrien, berichtete die Frau.

Sicherheitslage? Was für eine Sicherheit?

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) unterbricht wegen der Tötung des Jungen seinen Urlaub. „Angesichts mehrerer schwerwiegender Taten in jüngerer Zeit“ wolle er die Chefs der Sicherheitsbehörden treffen, erklärte der Minister per Mitteilung.

Soweit nötig, stelle er dem Land Hessen jede Unterstützung etwa der Bundespolizei oder des Bundeskriminalamts zur Verfügung. Am Dienstag will er in Berlin die Öffentlichkeit informieren. Er sei tief bestürzt über den Vorfall in Frankfurt, teilte Seehofer mit. Er wünsche Angehörigen und Freunden des getöteten Jungen Kraft.

Unser Ratschlag: Laufen Sie nie entlang der Bahnsteigkante, bewegen Sie sich immer mindestens drei Meter davon entfernt. Nur so sind Sie einigermaßen sicher. Warum, frage ich mich, kommen diese Ratschläge nicht von unseren Politikern und Sicherheitsbehörden? Na klar, damit würden sie ja zugeben, das sie die Kontrolle verloren haben.

Und noch was: Die Beileidsbekundungen der Politiker können sich die Angehörigen der Opfer an den Hut stecken.

Schon beim Amoklauf im Düsseldorfer Hauptbahnhof am 9. März 2017 verletzte ein Mann in Düsseldorf neun Personen mit einer Axt teils lebensgefährlich. Auch bei der Axt-Attacke in einem Zug bei Würzburg war plötzlich der Terror in Deutschland angekommen.

Ein junger Flüchtling hatte fünf Menschen schwer verletzt. Zudem haben sich die Messerangriffe auf den Bahnhöfen zum Volkssport entwickelt, nur nicht von den Deutschen.

Gottfried Böhmer

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29.07.2019 Jörg Kachelmann über Dürre-Warnungen der Medien

GFDK - Reden ist Silber

Jörg Kachelmann über Dürre-Warnungen der Medien: “Über 90 Prozent aller Geschichten zu Wetter und Klima sind falsch oder erfunden” sagte Kachelmann "meedia.de".

Fake News, Postfaktisch, Propaganda - Wer Lügt? war schon mehrfach unsere Frage. Jetzt kommen die Lügen schon bem Wetter an. Echokammern und Filterblasen - Wer ist noch glaubwürdig?

Verkommenheit des Medienbetriebs

"Wetterdienst warnt vor Dürresommer", meldete die ARD-Nachrichtensendung. Die Bild übergeigte komplett mit der Schlagzeile: "Meteorologen sicher! Sahara-Sommer mit Mega-Dürre droht. U.a. auch Greenpeace verbreitete das apokalyptische Szenario. Alles frei erfunden, sagt der Wetterexperte Jörg Kachelmann im MEEDIA-Interview.

Hier nur drei Aussagen von Kachelmann

meedia.de fragt: Können Sie sich erklären warum die Medien diese Lügen verbreiten.

Mir fallen nur Sachen ein, die ich nicht denken möchte. Es ist eine neue Dimension, dass fast alle Medien gleichzeitig über lange Zeit eine Lüge verbreiten, die durch diese kollektive Verbreitung bei den Medienkonsumenten nicht mehr als Lüge wahrnehmbar wird. Wenn Bild, FAZ und Fernsehen dieselbe frei erfundene Räubergeschichte verbreiten, wird es schwer, diese zu erkennen. Es ist Wasser auf die Mühlen derjenigen, die Lügenpresse schreien.

Wir sollten das übliche freie Erfinden bei Wettergeschichten nicht euphemistisch “Zuspitzung” nennen. Für mich persönlich ist der Mittwoch dieser Woche ein Dammbruch. Eine frei erfundene Meldung, eigentlich eine Lüge, ist trotz dpa-Korrektur, trotz Hinweise unzähliger Menschen wider besseres Wissen über mehr als 24 Stunden aufrechterhalten und weiterverbreitet worden.

Was die Berichterstattung zu naturwissenschaftlichen Themen angeht erlebe ich eine Verkommenheit weiter Teile des Medienbetriebs, die mich beelendet.

Was schreibt Gabor Steingart in seinem Morning Briefing am 29.07.2019: Die Wissenschaft ist Teil einer internationalen Apokalypse-Industrie geworden: Das einzige Feuer, das klimapolitisch noch korrekt ist, ist das Feuer unterm Hintern der Bürger. Wir sollen – das ist die Zentralbotschaft vieler Studien – endlich unser Leben ändern.

Aktivisten und Medien

Deutschland hat sich dem Klimaabsolutismus unterworfen. Das Land muss grüner werden, verkünden Politiker und Wissenschaftler, Aktivisten und Medien einhellig – und zwar um jeden Preis und blind für mögliche Konsequenzen, schreibt Natalie Mekelburger auf "Welt-Online". Unter dem Deckmantel einer weltrettenden Umweltpolitik werden linke Umverteilungsideologien in großem Umfang legitimiert.

Die „Fridays for Future“-Bewegung“ wird zur Religionsgemeinschaft. Sie predigt eine Heilsbotschaft. Sie bezeichnet alle als Häretiker, die Zweifel an den anthropogenen Ursachen des Klimawandels äußern – und sie glaubt, durch neue Gebote die Welt retten zu können, schreibt WELT- Autor Henryk M. Broder, und meint: Rettet das Klima! Schaut keine Pornos.

Gegen Ende dieses Videos

https://youtu.be/Q_dXO5dKjS0

zitiert Heiko Schrang aus den seit Dienstag gültigen neuen Nutzungsbedingungen von Youtube. Demnach können jetzt Videos oder Kanäle einzig deshalb gelöscht werden, weil sie „Verschwörungstheorien“ verbreiten. Man darf dann nichts mehr in Frage stellen, was Youtube oder die Regierung (was auf das Gleiche hinauslaufen dürfte) als Wahrheit betrachten. Sogar Aufklärung über die Klimalüge könnte es treffen.

Die Meinungsfreiheit wird immer weiter eingeschränkt. Wann merkt endlich die Mehrheit, dass wir schon mit einem Bein im Totalitarismus stehen?

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22.07.2019 Das hochphilosophische Werk von Dieter Bohlen

GFDK - Reden ist Silber - Gottfried Böhmer

Das waren noch Zeiten als Dieter Bohlen ganz Deutschland unterhalten hat. Der Hitgigant der deutschen Fernseh und Buchlandschaft zu seinem hochphilosophischen Werk „Planieren statt sanieren“.

Weil es so schön war: Ich habe mein Gespräch mit Dieter vom 26.10.2008  noch mal aus dem Archiv geholt - Dieter Bohlen befreit Deutschland von der Bildungsmiesere. Wie? „Planieren“. Es handelt sich hier um keine Fake News, nur um einen Traum.

Dieter, Hochkulturmenschen glauben Du seist ein Planierraupenfahrer aus Oldenburg bei Oldenburg (Die Zeit).

„Das sind doch Vollpfosten, die sollen doch liegen blieben, dann taugen sie wenigstens zum Teppich.“

Dieter, Michael Naumann meinte gerade, sie sehen aus wie ein Anlageberater.

Was will der denn? Der hat es doch nicht mal zum Bürgermeister von Hamburg gebracht. Das Leben ist nicht Kurzstrecke, das Leben ist Marathon, das Leben ist kein Ponyhof“. Das hätte Herr Naumann auch wissen sollen, dann wär er jetzt Bürgermeister.

Ja ja, Dieter, für Dich gibt es ja nur 2 Standpunkte Deine und den falschen. Dieter, was ist los, mit den Rappern in Deutschland, die nur Sülze in die Gehirne unserer Jugend quetschen? Was hälst Du denn von ihrer Pop-Musik?

Die hat man bei der Mülltrennung auf den falschen Haufen getan, bei mir kommen solche Geräusche aus anderen Öffnungen“. Soll heissen? „Mit der Musik kannst Du Kakerlaken ins Koma singen. Wenn ich auf dem Oktoberfest vor das Bierzelt kotze, dann ist das rhythmischer“.

So, so Dieter, so weit zur Jugend, das haben wir zur Kenntnis genommen.

Dieter, man hört, dass Dir als größter Kulturarbeiter Deutschlands das Schreiben richtig Spass gemacht hat, weil Du endlich mal selbst entscheiden konntest, was ins Buch kommt.

„Stimmt, beim Schreiben sind mir Ideen für mindestens 35 weitere Bücher gekommen“.

Wollen Sie uns das wirklich antun?

„Warum nicht, schliesslich hat man mir philosophische Qualitäten nachgesagt, nachdem ich bekanntgab, dass ich Friedrich Nietzsche für einen Hammertyp halte, dem auch geile Sachen eingefallen sind.“

Dieter, jetzt, wo Du so in Fahrt bist und die Tinte nicht so schnell trocknet wie Du schreibst, wann rechnest Du mit dem Nobelpreis für Literatur???

"Die Frage stellt sich doch nicht mehr. Das ist doch nur eine Frage der Zeit. Sie haben es doch gesehen. Beim Nobelpreisträger, wie hieß er noch Le...? Na, egal, waren weniger Leute und weniger Kameras da als bei mir. Schauen Sie sich doch mal um, wo steht denn die Literaturkritikerdichte? Noch Fragen???"

Zum guten Schluss, Dieter, was hältst Du von Leuten, die nicht Deiner philosophischen Meinung sind?

Ganz einfach, tu was für Deutschland, wandere aus.“

Das Gespräch führte Gottfried Böhmer im Traum. GFDK, 26. Oktober 2008

Das neuste von Dieter. Wie erhellend?

"Ich gebe das zu, obwohl das jetzt nicht gut für mein Image ist, dass ich zu Hause schon lieber bin. Also wer mich zu Hause sieht, würde sich, glaube ich, extrem wundern", sagte er RTL. (Quelle: vip.de)

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Gottfried Böhmer ist seit 1997 künstlerischer Direktor der Gesellschaft Freunde der Künste und Redaktionsleiter der GFDK.

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21.07.2019 Die Steigbügelhalter in den Medien

GFDK - Reden ist Silber - Gottfried Böhmer

Ich erinnere mich an ein Gespräch, das ich 2007 mit dem Top-Journalisten Dr. Andreas Wildhagen in den Redaktionsräumen der Wirtschafts-Woche-Handelsblatt Redaktion in Düsseldorf geführt habe.

Ich polterte los, warum schreibt ihr nicht über das, das und das? Das sind die Themen, die das Volk interessieren, warum klärt ihr sie nicht auf? Das wollen die wissen.

Er lehnte sich nach der stundenlangen Diskussion mit einem Lächeln im Gesicht süffisant in seinem Ledersessel zurück und sagte nur, aber Gottfried wir gehören zum Establishment . Er hätte auch gleich sagen können, wir gehören zur Elite. Damit hatte er alles gesagt und meine Fragen beantwortet.

Vor zwei Jahren habe ich den Elite-Journalisten noch einmal in Düsseldorf getroffen. Er fiel mir um den Hals und schrie es hinaus, ich habe hingeworfen, ich kann diese Lügen nicht mehr mittragen.

Andreas Wildhagen war Ressorleiter bei Gruner und Jahr. Danach fünf Jahre bei Burda und Deutschland Korrespondent der Tageszeitung Welt.

Seit 1997 war er bei der Wirtschaftswoche. Sein Motto war: " Ein Matrose auf einem sinkenden Schiff merkt schnell, das es am Land schöner ist." Wildhagen hat die sinkenden Fake-News Medien-Schiffe verlassen. An der Propaganda fur die Eliten wollte er nicht mehr mitwirken. Gut so.

Echokammern und Filterblasen - Wer ist noch glaubwürdig? Der Medienwissenschaftler Norbert Bolz schreibt in der aktuelle Cicero-Ausgabe - Bolz führt den Begriff der „weißen Lügen“ ein: „Sie sind das Medium, in dem die politische Klasse und die Medienklasse gemeinsam den Mainstream kanalisieren.

Weiße Lügen sind gut gemeinte Übertreibungen, mit denen man die unmündigen Bürger in die richtige Richtung schubst, also die Propaganda der Gutmenschen.

„Political Correctness ist die linke, Fake News die rechte Variante derselben Realitätsverweigerung.“ 

Hier mal ein Beispiel: Bei Nachrichten über die „Kriminalität von Flüchtlingen“ (73 Prozent), die „Zahl der Flüchtlinge, die zu uns kommen“ (67 Prozent) oder „den russischen Präsidenten Putin“ (59 Prozent) hat jeweils eine Mehrheit der Bürger Zweifel an der Berichterstattung.

Laut Bolz liegt eine so genannte „weiße Lüge“ bereits dann vor, wenn eine Redaktion auf eine Nachricht verzichte, um damit keine Fremdenfeindlichkeit auszulösen.

Auch ausgewiesene „Experten“ stoßen bei den Bürgern auf Skepsis. 61 Prozent vertreten die Position: „Auf das Urteil von Experten gebe ich im Allgemeinen nicht viel. Diese sogenannten Experten sind meist nicht unabhängig. Deshalb kann man sich auf ihr Urteil nicht verlassen."

Die Steigbügelhalter in den Medien

Albrecht Müller von den "Nachdenkseiten" zeigt uns, wer die Fake-News Betreiber sind, es sind die sogenanten Qualitäts-Leitmedien in Deutschland und nicht die viel gescholtenen asozialen Netzwerke im Internet.

Müller schreibt. "Nahezu einhellig haben alle unsere etablierten Medien den demographischen Wandel beklagt. Sie sind so „flachgründig“, dass sie gar nicht gemerkt haben, wie übertrieben die Panikmache war. Und sie haben nicht gemerkt oder sich willentlich dafür hergegeben, die Panik um den demographischen Wandel für eine Kampagne zur Teilprivatisierung der Altersvorsorge zu nutzen.

Geplant und einkalkuliert

Sie haben sich von der Versicherungswirtschaft und den Banken einspannen lassen. Sie haben keinerlei Distanz zu den Lobbyisten der Riester-Rente und der staatlich geförderten betrieblichen Altersvorsorge gewahrt. Reihenweise sind sie auf sogenannte Wissenschaftler hereingefallen, die erkennbar offen mit den Lobbyisten verbunden waren."

Lobbyisten und die Medien haben ganze Arbeit geleistet

Die etablierten Medien haben zu beiden Fragen – zum demographischen Wandel und zur abgeleiteten Empfehlung zur privaten Altersvorsorge – eine Kampagne nach der anderen gefahren. Reich geworden sind die Versicherer, Banken, Bert Rürup, Walter Rister und Maschmeyer. Die Lobbyisten in den Medien haben ganze Arbeit geleistet.

Ohne die Zustimmung und Unterstützung der Fake-News-Medien hätte man die gesetzliche Rente nicht schlecht reden können. Das erklärte Ziel war, der Politik den Weg zu bereiten, die Leistungsfähigkeit der gesetzlichen Rente platt zu machen. An diesem widerlichen Kuh-Handel, zu lasten der heutigen und zukünftigen Rentner, waren alle Parteien, CDU/CSU, SPD, FDP und die Grünen beteiligt.

Schwerwiegende Fakes

Weil die NachDenkSeiten-Macher nicht immer meckern wollen, hatten sie sich fest vorgenommen, die Wahl Steinmeiers zum Bundespräsidenten nicht zu kommentieren. Aber dann hat er sich am Tag der Wahl in einem Interview mit der ARD in einer Weise geäußert, die Widerspruch hervorrufen muss.

Der neue Bundespräsident macht sich Sorgen wegen der Verbreitung von Falschmeldungen in den sozialen Medien, er sieht darin ein Risiko für die Demokratie. Und er sieht nicht, dass in den etablierten Medien und von der etablierten Politik, gerade auch von ihm, Unwahrheiten verbreitet worden sind und mit Lügen Politik gemacht worden ist. Frank Walter Steinmeier ist einer der Verbreiter von schwerwiegenden „Fakes“. Albrecht Müller.

Gesine Schwan im Morning Briefing von Gabor Steingart

Eine späte Erkenntnis, funf Jahre nach beginn der Flüchtlingskriese: "Auch in der Migrationspolitik habe die SPD ihre Kernwählerschaft enttäuscht. Die Grundsätze der Gerechtigkeit seien verletzt worden, da man die Interessen der angestammten Bevölkerung nicht ausreichend berücksichtigt habe:

Man unterschätzt die Demütigungserfahrung, die Menschen machen, wenn ihnen – noch dazu in sozial schwierigen Situationen – etwas aufs Auge gedrückt wird.“ PS: Nun will Gesine Schwan Parteivorsitzende der SPD werden. Ich bin der Meinung, das hätte sie einmal vor fünf Jahren sagen sollen.

Gottfried Böhmer

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20.07.2019 Das NASA-Archiv 60 Jahre im All

GFDK - Reden ist Silber - Sönke C. Weiss

Wow, wow, wow. Fünfeinhalb Kilo Gewicht, 33 Zentimeter Kantenlängen, über sieben Zentimeter Dicke. Ohne zu übertreiben: Eines der wohl imposantesten Bücher, die ich Zeit meines Lebens gelesen habe, ist sicher „Das NASA-Archiv 60 Jahre im All“ von Piers Bizony.

Erschienen ist dieses Mammutwerk (468 Seiten) im Taschen-Verlag und ist in der Tat alles andere als ein Taschenbuch. Im Gegenteil.

Anhand von spannend verfassten Zeitzeugen-Berichten und 400 grandiosen wie opulenten Abbildungen wie bislang selten gezeigten Originaldokumenten erzählt das Werk die Geschichte der US-Raumfahrtbehörde, den Wettlauf mit den Russen ins All, die Hintergründe der ersten und bislang einzig bemannten Mondlandung bis hin zu den aktuellen Marsprojekten und zukünftigen Missionen.

So werden Raumfahrt und Forschung zu einem Abenteuer, das garantiert nicht nur Männern Spaß macht. Das Buch ist so cool wie sich die Raumfahrt der Öffentlichkeit immer präsentiert hat, der Druck ist hochwertig, so dass der Preis von 100 Euro (CHF 140) absolut gerechtfertigt ist.

Tipp für Weihnachten

„Das NASA-Archiv 60 Jahre im All“ erscheint im August. Mein Tipp: Schon jetzt für Weihnachten vormerken. Der Bildband spricht alle Generationen an. Und das Fest ist gerettet.

Sönke C. Weiss

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19.07.2019 Nee, watt wör datt schön

GFDK - Reden ist Silber - Heinrich Schmitz

Meine Mutter war traurig. " Isch hann extra de Käätzje in de Finster gestellt. Dann koom de Zoch , de Kapell hätt tapfer jespellt, ävver meenste do hät eene metjesonge ?" Ich wusste nicht auf Anhieb, was sie meinte. Kerzen im Fenster, Zug, Kapelle, keiner hat mitgesungen ? Dann war es mir klar.

"Meenste de Märteszoch ?" . "Jo, die kenne die Leeder all jar nit mieh. De Pänz net un de Eldere och net."

Wen kümmert's, dachte ich zunächst, aber das kurze Gespräch mit meiner Mutter ging mir den ganzen Tag über nicht aus dem Kopf. Ich war plötzlich wieder Kindergarten und Grundschulkind. Der Martinzug war früher ein Ereignis. Schon Wochen vorher bastelten wir mehr oder weniger schöne Laternen.

Mit echten Kerzen drin. Feuer, offenes Feuer. Die einzelnen Schulen wetteiferten um die schönsten Kreationen. Ältere Schüler begleiteten den Zug mit Pechfackeln. Wann bin ich endlich so alt, dass ich eine Pechfackel tragen darf, das war die Frage.

Und während der Bastelphase wurden Lieder geübt. Die hochdeutschen wie "St. Martin, St. Martin", die man auch heute noch googeln kann, und noch viel wichtiger, die Lieder im heimischen Dialekt, nach denen man vergeblich googelt.

Ein paar findet man noch in Archiven, aber - und da hat meine Mutter recht - viele sind vergessen. Die Kapellen haben noch die Noten, die Texte kennt kaum noch einer. Schade.

"Dörch all die Strooße trecke mir, Sank Määtes, Sank Määtes,

met Fackel un met Määtesfüer, Sank Määtes, Sank Määtes,

mir don dich och veriehre,

moss os och aanhüehre,

Sank Määtes, Sank Määtes, Sank Määtes, Sank Määtes, "

und da verließen sie ihn. Auch mir fällt der ganze Text nicht mehr ein, obwohl ich meine Mundart, der Rheinländer spricht hier von "singer Muttersprooch" ( das "o" offen , wie in Woche ), im Gegensatz zu manch anderem nie verleugnet und neben dem rheinisch-gefärbeten Hochdeutsch immer gesprochen habe.

Dass im Zweifelsfall ein Großteil der Kinder und der Eltern gar nicht mehr weiß, warum sie mit den Laternen hinter einem Mann auf einem Pferd her rennen, soll hier nicht das Thema sein. Dafür gibt ja Matthias Matussek. Mir geht es nicht um den katholischen Hintergrund, sondern um die Sprache.

Was wird aus unseren heimischen Dialekten, wenn die Kinder sie nicht mehr sprechen ? Sie gehen verloren. Warum sprechen die Kinder nicht mehr im Dialekt ? Weil die Eltern es nicht mehr tun, sei es , weil sie es selbst schon nicht mehr lernen durften, sei es weil sie es zwar noch können, aber mit ihren Kindern nicht sprechen.

In der Sozialisation der frühen 60er Jahre, der Zeit also, als neben Hochdeutsch vor allem in den Familien noch Dialekt gesprochen wurde, aber auch auch im Kindergarten, fing es langsam an. Plattdissing. Hochdeutsch sollte gesprochen werden.

Die Bildungsbürgereltern meiner Freunde verboten ihren Kindern im Dialekt zu sprechen. "Das sagt man aber nicht so". Dialekt gleich doof, Hochdeutsch gleich "jebildet".

"Watt ene Driss", möchte man da schreien. Kein Mensch kommt aus "Hochdeutschland", höchstens ein paar Hannoveraner. Jede Region, jeder Ort, ja teilweise jedes Stadtviertel hatte einmal ihre eigene Sprache. Pygmalion lebt von dieser Tatsache, Professor Higgins kannte sie alle. Und heute ?

Ist die Sprachkompetenz unserer Kinder heute besser als in den 60er Jahren, Alter ? Weit und breit kein Dialekt mehr zu hören, aber Hochdeutsch auch eher nicht. Was hat's gebracht, die Dialekte auch aus den Schulen und Kindergärten zu verbannen ? Dass Sprache sich verändert, ist normal.

Dass eine ganze Sprache bzw. eine ganze Reihe von Sprachen mit der Generation meiner Eltern ausstirbt, ist bedauerlich. Und dass der heimische Dialekt eine eigene Sprache ist, mit eigenen Wörten, eigener Grammatik und eigenem Wert, ist doch kein Geheimnis.

Im Rheinland wird, nicht zuletzt durch die vielen Mundartgruppen, wie BAP, Bläck Föös, Brings und wie sie alle heißen, eine Art Mundart immerhin noch ein wenig am Leben erhalten - auch wenn es weder das echte Kölsch noch sonst irgendein echter Dialekt ist, der da in der Regel verwendet wird.

Klingt aber wenigstens so ähnlich. Leider wird diese Sprache aber oft nur zu Karneval aus dem Giftschrank geholt und am Aschermittwoch mit dem Nubbel wieder verbrannt. Dialekt nur als Karnevalsaccessoire ?

Na und, fragt der ein oder andere Hochkulturer ? Diese niedere Sprache ist doch nicht wertvoll, nur etwas für Volkstheater. Falsch.

Die Dialekte sind eine untergehende Kultur. Wenn es sich um andere untergehende Kulturen weit weg , am Arsch der Welt handelt, sind die selben hochnäsigen Bildungsbürger gerne bereit ins Portemonnaie zu greifen und für deren Rettung zu spenden. Aber für die eigenen Wurzeln ? Kaum.

Es gibt einige Projekte wie z.B. die in Köln ansässige "Akademie för uns kölsche Sproch " (http://www.koelsch-akademie.de/) und kleiner örtliche Projekte. Gesprochen wird die "Sproch" aber nur noch von älteren, sie trocknet aus, sie verschwindet.

Mir tut das weh. Bevor jetzt die Nationalisten denken, sie hätten eine deutsch-nationale Schwachstelle bei mir entdeckt und ich sei ein heimlicher Deutschtümeler. Falsch. Das Gegenteil ist der Fall. In der Vielfalt der Dialekte zeigt sich die Vielfalt der Menschen, ein buntes Deutschland, ein buntes Europa und eine bunte Welt.

Es ist nicht nötig seine nationale oder regionale Herkunft zu verleugnen und seine Muttersprache , hier den Dialekt, zu verraten und zu verkaufen. Wer die Sprache beherrscht, beherrscht das Denken - und zwar im doppelten Sinne.

Natürlich ist das sogenannte Hochdeutsch als Amts- und Kommunikationssprache zwischen allen Bürgern wichtig und natürlich sollte jeder Bürger diese Sprache beherrschen.

Aber nicht um den Preis, damit eine Einheitsidentität überzustülpen und seine Herkunft zu verleugnen. "Deutschsprach, Deutschsprach über alles" kann nicht das Ziel sein. Vielmehr Erhaltung und Wiederbelebung der Dialekte.

Dass Dialekt und Nationalismus nichts, aber auch gar nicht miteinander zu tun haben, zeigen alle Künstler die an der größten antirassistischen und antinationalistischen Demonstration am 9.11.1992 und am 9.11.2012 teilgenommen haben.

Die heißt nicht "Hintern hoch - Zähne auseinander", nein, die heißt kraftvoll "ARSCH HUH - ZÄNG USSSENANDER". Ich versteige mich mal zu der Behauptung, dass ein lebender Lokalpatriotismus eine natürliche Immunisierung gegen jede Form von Nationalismus mit sich bringt.

Auf Hochdeutsch wäre eine solche Veranstaltung mit dieser emotionalen Intensität kaum vorstellbar, "do fählt et Hätz".

Ich erinnere mich an eine "Einer wird gewinnen" - Sendung mit Hans Joachim Kulenkampff, lange her. Auf der Bühne stand ein Statist in britischer Beefeater-Uniform für irgendein Zuordnungsspiel.

Nach dem Spiel fragte der Moderator diesen Statisten, "where do you come from" und der antwortet in herzerfrischendem Kölsch, "Isch bin uss Nippes". So muss es sein, unvergesslich, mein Held, der Nippesser.

Vielleicht können die Kindergärten ja mal in den Altersheimen vorbeischauen. Vielleicht können die Alten ihnen die alten Martinslieder vorsingen.

Vielleicht können die Kindergärtnerinnen das mit ihren schicken smartphones aufnehmen, die alten Texte aufschreiben. Vielleicht kann meine Mutter beim nächsten oder übernächsten Martinszug wieder die alten guten Lieder hören.

Nee, watt wör datt schön.

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14.07.2019 heute wäre das Völkermord

GFDK - Reden ist Silber - Gottfried Böhmer

Die Entschärfung einer Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg ist ja nichts besonderes. In Frankfurt mußte mal wieder eine geräumt werden. Viele mussten evakuiert werden und der Verkehr kam zum erliegen. Auch die ICE-Verbindung von München nach Frankfurt mußte umgeleitet werden. Eine Durchsage im ICE verägerte eine "Gut-Menschen-Frau" aufs äußerste.

Eine fragwürdige Durchsage des Zugführers?

Laut der Mitreisenden Julietta F. soll er gesagt haben: "Liebe Fahrgäste. Unser Zug hat wegen der Entschärfung einer Bombe, die die Westalliierten auf die unschuldige Bevölkerung Frankfurts abgeworfen haben, zurzeit 45 Minuten Verspätung."

"Das sind Nazis, meiner Ansicht nach, die so etwas sagen. Jetzt mal deutlich ausgedrückt", äußerte sich die Mitreisende Julietta F. gegenüber dem "Stern". Ah ha, wer also sagt, dass die Fliegerbomen der Westalliierten Kinder, Frauen und alte Männer, die Jungen waren ja an der Front, umgebracht haben, ist also ein NAZI, was sonst.

"Ich saß in einem Großraumwagen – und keiner hat sich gerührt. Jeder ist vor sich hingedümpelt und ich habe mich innerlich immer mehr aufgeregt", sagte die "gute Frau" dem Stern.  "Da saßen Kinder, Jugendliche – das geht doch nicht", so.

Frau F. beschwerte sich bei der Bahn via Facebook, und die reagierte so: Die Bahn werde dem Fall nachgehen und mit dem Personal an Bord des Zuges sprechen und dann arbeitsrechtliche Schritte prüfen. "Sollte die Ansage tatsächlich so erfolgt sein, bitten wir unsere Reisenden um Entschuldigung."

Eine Entschuldigung, die laut Frau F. auch durchaus angebracht wäre. "Allein die Wortwahl, 'Westalliierte' und "'unschuldige Bevölkerung': Ich finde, das kann die Deutsche Bahn nicht durchgehen lassen", so Frau  F. im Gespräch mit dem "Stern".

Vielleicht hätte die Deutsche Bahn Frau F. antworten sollen, dass nach heutigen Regeln, die Bombadierung der Zivilbevölkerung von der UN als Völkermord eingestuft werde.

Der Historiker Jörg Friedrich legt die erste umfassende Darstellung des Bombenkrieges und dieser Katastrophe vor, die trotz ihrer beispiellosen Dimension im nationalen Gedächtnis der Deutschen kaum Niederschlag gefunden hat.


Zu guter letzt:

Zwei Drittel der Bürger sagen, man müsse sehr aufpassen, zu welchen Themen man sich öffentlich äußere. Dazu gehören eindeutig die Flüchtlingsfrage und Muslime und der Islam, aber auch bei Themen wie Homosexualität, Patriotismus und Gendersprache müsse man vorsichtig sein, schrieb Andrea Seibel in ihrem Artikel, "Bei der Meinungsfreiheit droht ein Sozialismus light" auf "Welt-Online". Und über Fliegerbomen sollte man am besten auch nicht sprechen. So wie es aussieht, ist es um die Meinungsfreiheit schlecht bestellt.

Foto: U.S. Air Force  USAF website

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13.07.2019 Der gleiche Schmutz, der Alkohol, die gleiche Obszönität

GFDK - Heinrich Schmitz

Ob Bad Dürkheim ihm ein Denkmal bauen wird, wage ich zu bezweifeln. Vielleicht das neue Bad Dürkheim, dass entsteht, wenn das alte von jungen Leuten abgefackelt wurde – aber das ist ja nur ein gelegentlich auftretender Wunsch und keineswegs als Aufforderung zur schweren Brandstiftung zu verstehen.


Wo Ron Hard hinrotzt, da wächst kein Gras mehr.

HardStoff! - ist ein 3-Monats Periodikum mit Poemen, Notizen und Stories aus Ron Hard's Welt in Heftform, Format A5. Die Texte sind in nostalgischer Schreibmaschinenschrift gesetzt.
Herausgeber: Acheron Verlag, Leipzig
ISBN:978-3-9810222-7-8
Die Erstausgabe ist soeben erschienen.

Buch Tipp

Das äußerlich an eine gut gemachte Schülerzeitung erinnernde Buch mit 58 Seiten – hält, was der Name verspricht.

Ron Hards Poeme, wie er seine Gedichte nennt, sind nichts für zart besaitete Lyrikfreunde, die gerne Gedichte über Frühlingsdüfte und Vögelein lesen, eher was für Freunde von Vögeleien.

Aber auch die sind mehr unfromme Wünsche, und da Ron Hard gnadenlos ehrlich mit sich und ein eventuelles Publikum ihm scheinbar scheissegal ist, wird’s dann doch oft wieder nur die einsame Onanie. Und das Ergebnis landet auf und in der Tastatur.

Neu im Buchhandel

Wer bei Hards Poemen nicht unwillkürlich an Charles Bukowski denkt, hat Bukowki nicht gelesen. Der gleiche Schmutz, der Alkohol, die gleiche Obszönität, die aus einer schonungslosen Ehrlichkeit mit sich selbst entsteht. Hier tut einer nicht nur so als hätte er den Blues, hier hat einer den Blues. Und die offenkundigen Depressionen schaffen eine kraftvolle Kunst mit eigenständigem Wert.

Klar weiß auch Ron Hard, dass Alkohol keine Lösung ist, aber wenn sowieso alles sinnlos ist, dann nützt diese Erkenntnis auch nicht viel. Es ist ein zwiespältiges Gefühl, dass einen ergreift, wenn man die tiefen Einblick in die finstere Seele des Autors erhält und dabei denkt, dass er wohl sich wohl auch eine Pistole in den Mund stecken und abdrücken würde, wenn er nicht schreiben würde. Andererseits tut er das ja und jedes Wort beschreibt seine Wahrheit.


"Vor der Hölle habe ich verdammt nochmal keine Angst. Ich lebe mitten drin." schrieb Ron Hard und da ist was dran. Machen wir uns nichts vor, wir machen uns ständig etwas vor. Ron Hard nicht.
Es mag sein, dass dabei die schönen Seiten der Existenz von ihm gelegentlich oder auch ständig übersehen werden, aber so ist das nun mal, wenn man den Blues hat, wenn sich die Sinn- und Hoffnungslosigkeit in jeder Zelle ausbreitet. Wer sich auf die Poeme einlässt, der hört die rauhe Stimme von Tom Waits, ohne er eine zerkratze LP auflegen müsste.

Hier ist nichts rein und digital gesäubert, hier ist es schmutzig, dreckig und dunkel. Nichts ist verlogen oder geglättet, auf Effekt oder Verkauf konzipiert. Hier lebt ein Gegenstück zur sinnentleerten Konsumgesellschaft, angeekelt von dieser und hoffnungslos besessen davon, das alles zu Papier zu bringen.
Das Buch ist kongenial illustriert mit Grafiken von André Krommer. Und auch die erinnern an einen anderen genialen Säufer, Horst Janssen.

In diesem Buch, dass eine Welt beschreibt, in der nichts stimmt, stimmt einfach alles.

Über den Autor

Ron Hard, geboren 1949 am Niederrhein, lebt seit 1963 in der Pfalz und seit 2010 in Bad Dürkheim, seiner „emotionalen Heimat“ seit Jahrzehnten. Offensichtlich auch sein Faible für Ludwigshafen (Die Stadt, die Rizzi vergessen hat zu malen …), wo Leo Sachs, der Protagonist aus vielen seiner Stories und Poemen, lebt.

Nach seiner Biografie gefragt, gibt Ron Hard einen Überriss, direkt und schnörkellos, ohne schmückenden Firlefanz, eben Ron Hard. Wer sie liest ahnt, dass er sich seine Poeme und Stories nicht aus den Fingern saugt:

Volksschule, Lehre als Dreher, dann wieder Schule, Leadsänger bei einer Rockband, Bundeswehr, Taxifahrer, Lagerarbeiter, Handelsvertreter für Bauelemente, Autoverkäufer, Kneipenwirt, Barkeeper, Türsteher, Fotograf, Baustoffhändler, Verkaufsleiter, Versicherungsvertreter, Ehemann, Vater, Opa, Ehebrecher, Immobilienverkäufer, Heizungsmonteur, Tontaubenschütze, Hobbypilot, Golfer, Vizepräsident eines Golfclubs, Seminarleiter, Verkaufstrainer, Unternehmer, Unternehmensberater,
Bankrotteur, Hartz IV-Empfänger, Dozent, Schriftsteller.

Er begann mit etwa dreizehn zu schreiben, meist für die Schublade.

„Nach meiner endgültigen Pleite 2008/2009 setzte ich mich dann endgültig auf den Arsch und schrieb mir die Seele frei. Aufhören werde ich erst wieder, wenn ich im Nirwana bin.“

ron.hard@live.de

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