Reden ist silber, Schreiben ist gold

21.07.2019 Die Steigbügelhalter in den Medien

GFDK - Reden ist Silber - Gottfried Böhmer

Ich erinnere mich an ein Gespräch, das ich 2007 mit dem Top-Journalisten Dr. Andreas Wildhagen in den Redaktionsräumen der Wirtschafts-Woche-Handelsblatt Redaktion in Düsseldorf geführt habe.

Ich polterte los, warum schreibt ihr nicht über das, das und das? Das sind die Themen, die das Volk interessieren, warum klärt ihr sie nicht auf? Das wollen die wissen.

Er lehnte sich nach der stundenlangen Diskussion mit einem Lächeln im Gesicht süffisant in seinem Ledersessel zurück und sagte nur, aber Gottfried wir gehören zum Establishment . Er hätte auch gleich sagen können, wir gehören zur Elite. Damit hatte er alles gesagt und meine Fragen beantwortet.

Vor zwei Jahren habe ich den Elite-Journalisten noch einmal in Düsseldorf getroffen. Er fiel mir um den Hals und schrie es hinaus, ich habe hingeworfen, ich kann diese Lügen nicht mehr mittragen.

Andreas Wildhagen war Ressorleiter bei Gruner und Jahr. Danach fünf Jahre bei Burda und Deutschland Korrespondent der Tageszeitung Welt.

Seit 1997 war er bei der Wirtschaftswoche. Sein Motto war: " Ein Matrose auf einem sinkenden Schiff merkt schnell, das es am Land schöner ist." Wildhagen hat die sinkenden Fake-News Medien-Schiffe verlassen. An der Propaganda fur die Eliten wollte er nicht mehr mitwirken. Gut so.

Echokammern und Filterblasen - Wer ist noch glaubwürdig? Der Medienwissenschaftler Norbert Bolz schreibt in der aktuelle Cicero-Ausgabe - Bolz führt den Begriff der „weißen Lügen“ ein: „Sie sind das Medium, in dem die politische Klasse und die Medienklasse gemeinsam den Mainstream kanalisieren.

Weiße Lügen sind gut gemeinte Übertreibungen, mit denen man die unmündigen Bürger in die richtige Richtung schubst, also die Propaganda der Gutmenschen.

„Political Correctness ist die linke, Fake News die rechte Variante derselben Realitätsverweigerung.“ 

Hier mal ein Beispiel: Bei Nachrichten über die „Kriminalität von Flüchtlingen“ (73 Prozent), die „Zahl der Flüchtlinge, die zu uns kommen“ (67 Prozent) oder „den russischen Präsidenten Putin“ (59 Prozent) hat jeweils eine Mehrheit der Bürger Zweifel an der Berichterstattung.

Laut Bolz liegt eine so genannte „weiße Lüge“ bereits dann vor, wenn eine Redaktion auf eine Nachricht verzichte, um damit keine Fremdenfeindlichkeit auszulösen.

Auch ausgewiesene „Experten“ stoßen bei den Bürgern auf Skepsis. 61 Prozent vertreten die Position: „Auf das Urteil von Experten gebe ich im Allgemeinen nicht viel. Diese sogenannten Experten sind meist nicht unabhängig. Deshalb kann man sich auf ihr Urteil nicht verlassen."

Die Steigbügelhalter in den Medien

Albrecht Müller von den "Nachdenkseiten" zeigt uns, wer die Fake-News Betreiber sind, es sind die sogenanten Qualitäts-Leitmedien in Deutschland und nicht die viel gescholtenen asozialen Netzwerke im Internet.

Müller schreibt. "Nahezu einhellig haben alle unsere etablierten Medien den demographischen Wandel beklagt. Sie sind so „flachgründig“, dass sie gar nicht gemerkt haben, wie übertrieben die Panikmache war. Und sie haben nicht gemerkt oder sich willentlich dafür hergegeben, die Panik um den demographischen Wandel für eine Kampagne zur Teilprivatisierung der Altersvorsorge zu nutzen.

Geplant und einkalkuliert

Sie haben sich von der Versicherungswirtschaft und den Banken einspannen lassen. Sie haben keinerlei Distanz zu den Lobbyisten der Riester-Rente und der staatlich geförderten betrieblichen Altersvorsorge gewahrt. Reihenweise sind sie auf sogenannte Wissenschaftler hereingefallen, die erkennbar offen mit den Lobbyisten verbunden waren."

Lobbyisten und die Medien haben ganze Arbeit geleistet

Die etablierten Medien haben zu beiden Fragen – zum demographischen Wandel und zur abgeleiteten Empfehlung zur privaten Altersvorsorge – eine Kampagne nach der anderen gefahren. Reich geworden sind die Versicherer, Banken, Bert Rürup, Walter Rister und Maschmeyer. Die Lobbyisten in den Medien haben ganze Arbeit geleistet.

Ohne die Zustimmung und Unterstützung der Fake-News-Medien hätte man die gesetzliche Rente nicht schlecht reden können. Das erklärte Ziel war, der Politik den Weg zu bereiten, die Leistungsfähigkeit der gesetzlichen Rente platt zu machen. An diesem widerlichen Kuh-Handel, zu lasten der heutigen und zukünftigen Rentner, waren alle Parteien, CDU/CSU, SPD, FDP und die Grünen beteiligt.

Schwerwiegende Fakes

Weil die NachDenkSeiten-Macher nicht immer meckern wollen, hatten sie sich fest vorgenommen, die Wahl Steinmeiers zum Bundespräsidenten nicht zu kommentieren. Aber dann hat er sich am Tag der Wahl in einem Interview mit der ARD in einer Weise geäußert, die Widerspruch hervorrufen muss.

Der neue Bundespräsident macht sich Sorgen wegen der Verbreitung von Falschmeldungen in den sozialen Medien, er sieht darin ein Risiko für die Demokratie. Und er sieht nicht, dass in den etablierten Medien und von der etablierten Politik, gerade auch von ihm, Unwahrheiten verbreitet worden sind und mit Lügen Politik gemacht worden ist. Frank Walter Steinmeier ist einer der Verbreiter von schwerwiegenden „Fakes“. Albrecht Müller.

Gesine Schwan im Morning Briefing von Gabor Steingart

Eine späte Erkenntnis, funf Jahre nach beginn der Flüchtlingskriese: "Auch in der Migrationspolitik habe die SPD ihre Kernwählerschaft enttäuscht. Die Grundsätze der Gerechtigkeit seien verletzt worden, da man die Interessen der angestammten Bevölkerung nicht ausreichend berücksichtigt habe:

Man unterschätzt die Demütigungserfahrung, die Menschen machen, wenn ihnen – noch dazu in sozial schwierigen Situationen – etwas aufs Auge gedrückt wird.“ PS: Nun will Gesine Schwan Parteivorsitzende der SPD werden. Ich bin der Meinung, das hätte sie einmal vor fünf Jahren sagen sollen.

Gottfried Böhmer

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20.07.2019 Das NASA-Archiv 60 Jahre im All

GFDK - Reden ist Silber - Sönke C. Weiss

Wow, wow, wow. Fünfeinhalb Kilo Gewicht, 33 Zentimeter Kantenlängen, über sieben Zentimeter Dicke. Ohne zu übertreiben: Eines der wohl imposantesten Bücher, die ich Zeit meines Lebens gelesen habe, ist sicher „Das NASA-Archiv 60 Jahre im All“ von Piers Bizony.

Erschienen ist dieses Mammutwerk (468 Seiten) im Taschen-Verlag und ist in der Tat alles andere als ein Taschenbuch. Im Gegenteil.

Anhand von spannend verfassten Zeitzeugen-Berichten und 400 grandiosen wie opulenten Abbildungen wie bislang selten gezeigten Originaldokumenten erzählt das Werk die Geschichte der US-Raumfahrtbehörde, den Wettlauf mit den Russen ins All, die Hintergründe der ersten und bislang einzig bemannten Mondlandung bis hin zu den aktuellen Marsprojekten und zukünftigen Missionen.

So werden Raumfahrt und Forschung zu einem Abenteuer, das garantiert nicht nur Männern Spaß macht. Das Buch ist so cool wie sich die Raumfahrt der Öffentlichkeit immer präsentiert hat, der Druck ist hochwertig, so dass der Preis von 100 Euro (CHF 140) absolut gerechtfertigt ist.

Tipp für Weihnachten

„Das NASA-Archiv 60 Jahre im All“ erscheint im August. Mein Tipp: Schon jetzt für Weihnachten vormerken. Der Bildband spricht alle Generationen an. Und das Fest ist gerettet.

Sönke C. Weiss

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19.07.2019 Nee, watt wör datt schön

GFDK - Reden ist Silber - Heinrich Schmitz

Meine Mutter war traurig. " Isch hann extra de Käätzje in de Finster gestellt. Dann koom de Zoch , de Kapell hätt tapfer jespellt, ävver meenste do hät eene metjesonge ?" Ich wusste nicht auf Anhieb, was sie meinte. Kerzen im Fenster, Zug, Kapelle, keiner hat mitgesungen ? Dann war es mir klar.

"Meenste de Märteszoch ?" . "Jo, die kenne die Leeder all jar nit mieh. De Pänz net un de Eldere och net."

Wen kümmert's, dachte ich zunächst, aber das kurze Gespräch mit meiner Mutter ging mir den ganzen Tag über nicht aus dem Kopf. Ich war plötzlich wieder Kindergarten und Grundschulkind. Der Martinzug war früher ein Ereignis. Schon Wochen vorher bastelten wir mehr oder weniger schöne Laternen.

Mit echten Kerzen drin. Feuer, offenes Feuer. Die einzelnen Schulen wetteiferten um die schönsten Kreationen. Ältere Schüler begleiteten den Zug mit Pechfackeln. Wann bin ich endlich so alt, dass ich eine Pechfackel tragen darf, das war die Frage.

Und während der Bastelphase wurden Lieder geübt. Die hochdeutschen wie "St. Martin, St. Martin", die man auch heute noch googeln kann, und noch viel wichtiger, die Lieder im heimischen Dialekt, nach denen man vergeblich googelt.

Ein paar findet man noch in Archiven, aber - und da hat meine Mutter recht - viele sind vergessen. Die Kapellen haben noch die Noten, die Texte kennt kaum noch einer. Schade.

"Dörch all die Strooße trecke mir, Sank Määtes, Sank Määtes,

met Fackel un met Määtesfüer, Sank Määtes, Sank Määtes,

mir don dich och veriehre,

moss os och aanhüehre,

Sank Määtes, Sank Määtes, Sank Määtes, Sank Määtes, "

und da verließen sie ihn. Auch mir fällt der ganze Text nicht mehr ein, obwohl ich meine Mundart, der Rheinländer spricht hier von "singer Muttersprooch" ( das "o" offen , wie in Woche ), im Gegensatz zu manch anderem nie verleugnet und neben dem rheinisch-gefärbeten Hochdeutsch immer gesprochen habe.

Dass im Zweifelsfall ein Großteil der Kinder und der Eltern gar nicht mehr weiß, warum sie mit den Laternen hinter einem Mann auf einem Pferd her rennen, soll hier nicht das Thema sein. Dafür gibt ja Matthias Matussek. Mir geht es nicht um den katholischen Hintergrund, sondern um die Sprache.

Was wird aus unseren heimischen Dialekten, wenn die Kinder sie nicht mehr sprechen ? Sie gehen verloren. Warum sprechen die Kinder nicht mehr im Dialekt ? Weil die Eltern es nicht mehr tun, sei es , weil sie es selbst schon nicht mehr lernen durften, sei es weil sie es zwar noch können, aber mit ihren Kindern nicht sprechen.

In der Sozialisation der frühen 60er Jahre, der Zeit also, als neben Hochdeutsch vor allem in den Familien noch Dialekt gesprochen wurde, aber auch auch im Kindergarten, fing es langsam an. Plattdissing. Hochdeutsch sollte gesprochen werden.

Die Bildungsbürgereltern meiner Freunde verboten ihren Kindern im Dialekt zu sprechen. "Das sagt man aber nicht so". Dialekt gleich doof, Hochdeutsch gleich "jebildet".

"Watt ene Driss", möchte man da schreien. Kein Mensch kommt aus "Hochdeutschland", höchstens ein paar Hannoveraner. Jede Region, jeder Ort, ja teilweise jedes Stadtviertel hatte einmal ihre eigene Sprache. Pygmalion lebt von dieser Tatsache, Professor Higgins kannte sie alle. Und heute ?

Ist die Sprachkompetenz unserer Kinder heute besser als in den 60er Jahren, Alter ? Weit und breit kein Dialekt mehr zu hören, aber Hochdeutsch auch eher nicht. Was hat's gebracht, die Dialekte auch aus den Schulen und Kindergärten zu verbannen ? Dass Sprache sich verändert, ist normal.

Dass eine ganze Sprache bzw. eine ganze Reihe von Sprachen mit der Generation meiner Eltern ausstirbt, ist bedauerlich. Und dass der heimische Dialekt eine eigene Sprache ist, mit eigenen Wörten, eigener Grammatik und eigenem Wert, ist doch kein Geheimnis.

Im Rheinland wird, nicht zuletzt durch die vielen Mundartgruppen, wie BAP, Bläck Föös, Brings und wie sie alle heißen, eine Art Mundart immerhin noch ein wenig am Leben erhalten - auch wenn es weder das echte Kölsch noch sonst irgendein echter Dialekt ist, der da in der Regel verwendet wird.

Klingt aber wenigstens so ähnlich. Leider wird diese Sprache aber oft nur zu Karneval aus dem Giftschrank geholt und am Aschermittwoch mit dem Nubbel wieder verbrannt. Dialekt nur als Karnevalsaccessoire ?

Na und, fragt der ein oder andere Hochkulturer ? Diese niedere Sprache ist doch nicht wertvoll, nur etwas für Volkstheater. Falsch.

Die Dialekte sind eine untergehende Kultur. Wenn es sich um andere untergehende Kulturen weit weg , am Arsch der Welt handelt, sind die selben hochnäsigen Bildungsbürger gerne bereit ins Portemonnaie zu greifen und für deren Rettung zu spenden. Aber für die eigenen Wurzeln ? Kaum.

Es gibt einige Projekte wie z.B. die in Köln ansässige "Akademie för uns kölsche Sproch " (http://www.koelsch-akademie.de/) und kleiner örtliche Projekte. Gesprochen wird die "Sproch" aber nur noch von älteren, sie trocknet aus, sie verschwindet.

Mir tut das weh. Bevor jetzt die Nationalisten denken, sie hätten eine deutsch-nationale Schwachstelle bei mir entdeckt und ich sei ein heimlicher Deutschtümeler. Falsch. Das Gegenteil ist der Fall. In der Vielfalt der Dialekte zeigt sich die Vielfalt der Menschen, ein buntes Deutschland, ein buntes Europa und eine bunte Welt.

Es ist nicht nötig seine nationale oder regionale Herkunft zu verleugnen und seine Muttersprache , hier den Dialekt, zu verraten und zu verkaufen. Wer die Sprache beherrscht, beherrscht das Denken - und zwar im doppelten Sinne.

Natürlich ist das sogenannte Hochdeutsch als Amts- und Kommunikationssprache zwischen allen Bürgern wichtig und natürlich sollte jeder Bürger diese Sprache beherrschen.

Aber nicht um den Preis, damit eine Einheitsidentität überzustülpen und seine Herkunft zu verleugnen. "Deutschsprach, Deutschsprach über alles" kann nicht das Ziel sein. Vielmehr Erhaltung und Wiederbelebung der Dialekte.

Dass Dialekt und Nationalismus nichts, aber auch gar nicht miteinander zu tun haben, zeigen alle Künstler die an der größten antirassistischen und antinationalistischen Demonstration am 9.11.1992 und am 9.11.2012 teilgenommen haben.

Die heißt nicht "Hintern hoch - Zähne auseinander", nein, die heißt kraftvoll "ARSCH HUH - ZÄNG USSSENANDER". Ich versteige mich mal zu der Behauptung, dass ein lebender Lokalpatriotismus eine natürliche Immunisierung gegen jede Form von Nationalismus mit sich bringt.

Auf Hochdeutsch wäre eine solche Veranstaltung mit dieser emotionalen Intensität kaum vorstellbar, "do fählt et Hätz".

Ich erinnere mich an eine "Einer wird gewinnen" - Sendung mit Hans Joachim Kulenkampff, lange her. Auf der Bühne stand ein Statist in britischer Beefeater-Uniform für irgendein Zuordnungsspiel.

Nach dem Spiel fragte der Moderator diesen Statisten, "where do you come from" und der antwortet in herzerfrischendem Kölsch, "Isch bin uss Nippes". So muss es sein, unvergesslich, mein Held, der Nippesser.

Vielleicht können die Kindergärten ja mal in den Altersheimen vorbeischauen. Vielleicht können die Alten ihnen die alten Martinslieder vorsingen.

Vielleicht können die Kindergärtnerinnen das mit ihren schicken smartphones aufnehmen, die alten Texte aufschreiben. Vielleicht kann meine Mutter beim nächsten oder übernächsten Martinszug wieder die alten guten Lieder hören.

Nee, watt wör datt schön.

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14.07.2019 heute wäre das Völkermord

GFDK - Reden ist Silber - Gottfried Böhmer

Die Entschärfung einer Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg ist ja nichts besonderes. In Frankfurt mußte mal wieder eine geräumt werden. Viele mussten evakuiert werden und der Verkehr kam zum erliegen. Auch die ICE-Verbindung von München nach Frankfurt mußte umgeleitet werden. Eine Durchsage im ICE verägerte eine "Gut-Menschen-Frau" aufs äußerste.

Eine fragwürdige Durchsage des Zugführers?

Laut der Mitreisenden Julietta F. soll er gesagt haben: "Liebe Fahrgäste. Unser Zug hat wegen der Entschärfung einer Bombe, die die Westalliierten auf die unschuldige Bevölkerung Frankfurts abgeworfen haben, zurzeit 45 Minuten Verspätung."

"Das sind Nazis, meiner Ansicht nach, die so etwas sagen. Jetzt mal deutlich ausgedrückt", äußerte sich die Mitreisende Julietta F. gegenüber dem "Stern". Ah ha, wer also sagt, dass die Fliegerbomen der Westalliierten Kinder, Frauen und alte Männer, die Jungen waren ja an der Front, umgebracht haben, ist also ein NAZI, was sonst.

"Ich saß in einem Großraumwagen – und keiner hat sich gerührt. Jeder ist vor sich hingedümpelt und ich habe mich innerlich immer mehr aufgeregt", sagte die "gute Frau" dem Stern.  "Da saßen Kinder, Jugendliche – das geht doch nicht", so.

Frau F. beschwerte sich bei der Bahn via Facebook, und die reagierte so: Die Bahn werde dem Fall nachgehen und mit dem Personal an Bord des Zuges sprechen und dann arbeitsrechtliche Schritte prüfen. "Sollte die Ansage tatsächlich so erfolgt sein, bitten wir unsere Reisenden um Entschuldigung."

Eine Entschuldigung, die laut Frau F. auch durchaus angebracht wäre. "Allein die Wortwahl, 'Westalliierte' und "'unschuldige Bevölkerung': Ich finde, das kann die Deutsche Bahn nicht durchgehen lassen", so Frau  F. im Gespräch mit dem "Stern".

Vielleicht hätte die Deutsche Bahn Frau F. antworten sollen, dass nach heutigen Regeln, die Bombadierung der Zivilbevölkerung von der UN als Völkermord eingestuft werde.

Der Historiker Jörg Friedrich legt die erste umfassende Darstellung des Bombenkrieges und dieser Katastrophe vor, die trotz ihrer beispiellosen Dimension im nationalen Gedächtnis der Deutschen kaum Niederschlag gefunden hat.


Zu guter letzt:

Zwei Drittel der Bürger sagen, man müsse sehr aufpassen, zu welchen Themen man sich öffentlich äußere. Dazu gehören eindeutig die Flüchtlingsfrage und Muslime und der Islam, aber auch bei Themen wie Homosexualität, Patriotismus und Gendersprache müsse man vorsichtig sein, schrieb Andrea Seibel in ihrem Artikel, "Bei der Meinungsfreiheit droht ein Sozialismus light" auf "Welt-Online". Und über Fliegerbomen sollte man am besten auch nicht sprechen. So wie es aussieht, ist es um die Meinungsfreiheit schlecht bestellt.

Foto: U.S. Air Force  USAF website

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13.07.2019 Der gleiche Schmutz, der Alkohol, die gleiche Obszönität

GFDK - Heinrich Schmitz

Ob Bad Dürkheim ihm ein Denkmal bauen wird, wage ich zu bezweifeln. Vielleicht das neue Bad Dürkheim, dass entsteht, wenn das alte von jungen Leuten abgefackelt wurde – aber das ist ja nur ein gelegentlich auftretender Wunsch und keineswegs als Aufforderung zur schweren Brandstiftung zu verstehen.


Wo Ron Hard hinrotzt, da wächst kein Gras mehr.

HardStoff! - ist ein 3-Monats Periodikum mit Poemen, Notizen und Stories aus Ron Hard's Welt in Heftform, Format A5. Die Texte sind in nostalgischer Schreibmaschinenschrift gesetzt.
Herausgeber: Acheron Verlag, Leipzig
ISBN:978-3-9810222-7-8
Die Erstausgabe ist soeben erschienen.

Buch Tipp

Das äußerlich an eine gut gemachte Schülerzeitung erinnernde Buch mit 58 Seiten – hält, was der Name verspricht.

Ron Hards Poeme, wie er seine Gedichte nennt, sind nichts für zart besaitete Lyrikfreunde, die gerne Gedichte über Frühlingsdüfte und Vögelein lesen, eher was für Freunde von Vögeleien.

Aber auch die sind mehr unfromme Wünsche, und da Ron Hard gnadenlos ehrlich mit sich und ein eventuelles Publikum ihm scheinbar scheissegal ist, wird’s dann doch oft wieder nur die einsame Onanie. Und das Ergebnis landet auf und in der Tastatur.

Neu im Buchhandel

Wer bei Hards Poemen nicht unwillkürlich an Charles Bukowski denkt, hat Bukowki nicht gelesen. Der gleiche Schmutz, der Alkohol, die gleiche Obszönität, die aus einer schonungslosen Ehrlichkeit mit sich selbst entsteht. Hier tut einer nicht nur so als hätte er den Blues, hier hat einer den Blues. Und die offenkundigen Depressionen schaffen eine kraftvolle Kunst mit eigenständigem Wert.

Klar weiß auch Ron Hard, dass Alkohol keine Lösung ist, aber wenn sowieso alles sinnlos ist, dann nützt diese Erkenntnis auch nicht viel. Es ist ein zwiespältiges Gefühl, dass einen ergreift, wenn man die tiefen Einblick in die finstere Seele des Autors erhält und dabei denkt, dass er wohl sich wohl auch eine Pistole in den Mund stecken und abdrücken würde, wenn er nicht schreiben würde. Andererseits tut er das ja und jedes Wort beschreibt seine Wahrheit.


"Vor der Hölle habe ich verdammt nochmal keine Angst. Ich lebe mitten drin." schrieb Ron Hard und da ist was dran. Machen wir uns nichts vor, wir machen uns ständig etwas vor. Ron Hard nicht.
Es mag sein, dass dabei die schönen Seiten der Existenz von ihm gelegentlich oder auch ständig übersehen werden, aber so ist das nun mal, wenn man den Blues hat, wenn sich die Sinn- und Hoffnungslosigkeit in jeder Zelle ausbreitet. Wer sich auf die Poeme einlässt, der hört die rauhe Stimme von Tom Waits, ohne er eine zerkratze LP auflegen müsste.

Hier ist nichts rein und digital gesäubert, hier ist es schmutzig, dreckig und dunkel. Nichts ist verlogen oder geglättet, auf Effekt oder Verkauf konzipiert. Hier lebt ein Gegenstück zur sinnentleerten Konsumgesellschaft, angeekelt von dieser und hoffnungslos besessen davon, das alles zu Papier zu bringen.
Das Buch ist kongenial illustriert mit Grafiken von André Krommer. Und auch die erinnern an einen anderen genialen Säufer, Horst Janssen.

In diesem Buch, dass eine Welt beschreibt, in der nichts stimmt, stimmt einfach alles.

Über den Autor

Ron Hard, geboren 1949 am Niederrhein, lebt seit 1963 in der Pfalz und seit 2010 in Bad Dürkheim, seiner „emotionalen Heimat“ seit Jahrzehnten. Offensichtlich auch sein Faible für Ludwigshafen (Die Stadt, die Rizzi vergessen hat zu malen …), wo Leo Sachs, der Protagonist aus vielen seiner Stories und Poemen, lebt.

Nach seiner Biografie gefragt, gibt Ron Hard einen Überriss, direkt und schnörkellos, ohne schmückenden Firlefanz, eben Ron Hard. Wer sie liest ahnt, dass er sich seine Poeme und Stories nicht aus den Fingern saugt:

Volksschule, Lehre als Dreher, dann wieder Schule, Leadsänger bei einer Rockband, Bundeswehr, Taxifahrer, Lagerarbeiter, Handelsvertreter für Bauelemente, Autoverkäufer, Kneipenwirt, Barkeeper, Türsteher, Fotograf, Baustoffhändler, Verkaufsleiter, Versicherungsvertreter, Ehemann, Vater, Opa, Ehebrecher, Immobilienverkäufer, Heizungsmonteur, Tontaubenschütze, Hobbypilot, Golfer, Vizepräsident eines Golfclubs, Seminarleiter, Verkaufstrainer, Unternehmer, Unternehmensberater,
Bankrotteur, Hartz IV-Empfänger, Dozent, Schriftsteller.

Er begann mit etwa dreizehn zu schreiben, meist für die Schublade.

„Nach meiner endgültigen Pleite 2008/2009 setzte ich mich dann endgültig auf den Arsch und schrieb mir die Seele frei. Aufhören werde ich erst wieder, wenn ich im Nirwana bin.“

ron.hard@live.de

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09.07.2019 unser rassistisches Erbe

GFDK - Reden ist Silber - Sönke C. Weiss

Leider gibt es viel zu wenige deutsche Journalisten, die sich auf dem afrikanischen Kontinent auskennen. Die meisten reisen für eine Story an, hinterlassen bei ihren Recherchen verbrannte Erde, weil sie eh nicht gedenken zurückzukehren, und schreiben dann oftmals Unfug.

Bartholomäus Grill ist eine Ausnahme. Jahrelang berichtete er als Zeit-Korrespondent aus Afrika, seit 2013 für den Spiegel, sein jüngstes Afrika-Buch heißt „Wir Herrenmenschen“ (24 Euro, Siedler Verlag).

Auf 304 Seiten schreibt Grill über unser rassistisches Erbe, nimmt uns mit auf eine Reise in die deutsche Kolonialgeschichte zwischen Vergangenheit und Gegenwart, bleibt dabei immer beunruhigend aktuell und zeigt anschaulich, wie sehr uns unser rassistisches Erbe immer noch anhaftet. Ein packendes Buch, das sich wie eine spannende Reportage liest, klug, ausgewogen und authentisch.

Ein ganz anderes Leseerlebnis bietet Isaac Bashevis Singer auf 464 Seiten in seinem Roman „Jarmy und Keila“ (26 Euro, Jüdischer Verlag im Suhrkamp Verlag).

Singers Story, dem 1978 der Nobelpreis für Literatur verliehen und der sehr wohl von Christa Krüger ins Deutsche übersetzt wurde, dreht sich um Keila, die bereits in drei Bordellen gearbeitet hat und Jarmy, einem ehemaligen Häftling, der zu ihrer großen Liebe wird.

Die Zeit: 1911. Der Ort: Warschau, um genauer zu sein, ein jüdisches Getto, geprägt von Armut, Angst vor Pogromen und dem Traum von einem besseren Leben in Amerika.

Singer, der „Jarmy und Keila“ bereits als Fortsetzungsroman zwischen 1976 und 1977 veröffentlicht hat, erinnert in seiner Epik an Dickens oder Dostojewski und spiegelt eine Gesellschaft, die bereit ist, mit Konventionen zu brechen, um endlich ihr Glück zu finden.

Freunden des „visuellen Buches“, leider wird dem illustrierten Roman in Deutschland nach wie vor viel zu wenig Bedeutung beigemessen, empfehle ich die Comic-Biografien von Willi Blöss im gleichnamigen Aachener Verlag (www.kuenstler-biografien.de).

Blöss war unter anderem Architekt, Übersetzer, Werbetexter und Illustrator. Seit 2000 konzentriert er sich ausschließlich auf den Aufbau seiner Comic-Biografien. In seinem Verlag, ein Familienbetrieb mit Ehefrau Beatriz) erschienen bislang 32 Bände.

Von Pablo Picasso über Frida Kahlo bis Edward Hopper und Goya. Blöss schafft es, komplexe Geschichten innovativ darzustellen und einem erwachsenen wie auch jugendlichen Publikum nahezubringen.

Die kleinen Büchlein, DIN A6, je 32 Seiten, 3 Euro, sind ganz famos verarbeitet. Es gibt sogar Sammelboxen. Fazit: Ein grafisches Erlebnis, nicht nur für die Stunden im Strandkorb.

Sönke C. Weiss

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04.07.2019

GFDK - Reden ist Silber - Sönke C. Weiss

Sönke C. Weiss hat wieder eine Buch-Empfehlung für Euch. Um Hoffnung und Glück geht es vor allem auch in Callie Shells Fotoband „Hope, Never Fear“, das im Elisabeth Sandmann Verlag erschienen ist und 25 Euro kostet.

Auf 232 Seiten zeigt die US-amerikanische Fotografin den Mann und seine Familie, als noch niemand glaubte, dass er einmal Präsident der Vereinigten Staaten werden würde:

Barack Obama. In„Hope, Never Fear“ zeigt Shell, vielfach ausgezeichnet, Obamas historische Wahlkampagne aus einer sehr persönlichen wie privaten Atmosphäre. Fast jedem Foto steht ein Zitat von Barack oder Michelle Obama gegenüber.

Zum Beispiel: „Einer der Grundsätze, mit denen ich aufgewachsen bin, lautet, sich selbst immer treu zu bleiben und sich nicht durch das, was andere sagen, von seinen Zielen abbringen zu lassen.

“ Shells grandioses Fotobuch offenbart Wärme, Mitgefühl und endloses soziales Engagement. Es berührt und inspiriert zutiefst.

Sönke C. Weiss

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02.07.2019 Deutschland ohne Ämter

GFDK - Reden ist Silber

Gabor Steingart ist der Meinung, deutschland sei eine unsichbare Nation. Leider hat er wie fast immer Recht. Er schreibt in seinem Morning Briefing vom 1. July 2019:

Oder in Worten so: Kein Kommissionspräsident. Kein Ratspräsident. Kein EZB-Präsident. Kein geschäftsführender Direktor des Internationalen Währungsfonds.

Kein Präsident der Weltbank. Kein Präsident des Europäischen Gerichtshofs. Das zahlenmäßig größte und ökonomisch bedeutendste Land Europas steht nach diesem Wochenende einmal mehr mit leeren Händen da. Deutschland in der Amtszeit von Angela Merkel: die unsichtbare Nation.


Doch das eben ist die Konstante der Merkelschen Kanzlerschaft: Sie betreibt den Zerfall nicht, aber sie lässt ihn geschehen. Sie nominiert ihre Gefolgsleute, aber schon wenige Sekunden später lässt Merkel sie fallen. Deutschland ist bei der Besetzung internationaler Spitzenämter die erfolgloseste Nation unter der Sonne.

Gabor Steingart

Stellt sich nur noch die Frage, was hat Deutschland noch mitzureden, und an welchen Entscheidungen ist man noch beteiligt.

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20.06.2019 Der Bildband „Hab und Gut“

GFDK - Reden ist Silber - Sönke C. Weiss

„Wir können uns einreden, dass wir mit einem Buch nicht allein sind, wie wir uns einreden können, dass wir mit einem Menschen nicht allein sind.“ Thomas Bernhard (1931 - 1989)

Als ich noch jung war, also jünger zumindest, drängte mir meine damalige Freundin, deren Name hier unerwähnt bleiben soll, dauernd Bücher auf, die für sie Pflichtlektüre darstellten und von Autoren wie Heinrich Böll, Max Frisch oder einem Franzosen namens Antoine de Saint-Exupery, was ich bis heute nicht fehlerfrei aussprechen kann, stammten.

Ich las die Werke, die besagte Freundin hatte einen hübschen Mund und was tut man als 17-Jähriger, wenn man noch Träume hat, nicht alles für einen hübschen Mund, war indes von einem ganz anderen Schriftsteller begeistert, den sie, die mit dem hübschen Mund, nun gar nicht mochte: Thomas Bernhard nämlich.

Zum 30. Todestag dieses famosen Einzelgängers hat der Brandstätter-Verlag in Wien nun einen wunderbaren, wenn nicht gar einzigartigen Bildband veröffentlicht: Thomas Bernhard - „Hab und Gut“ (Das Refugium des Dichters).

Herausgeber ist André Heller, die in der Tat Hammer-Fotos hat Hertha Hurnaus gemacht, weiter kommen mehrere Bernhard-Experten zu Wort, aber zum Glück nicht zu viel und zu lang, denn die 80 Aufnahmen der Bernhard-Wohnorte sind so grandios und lassen visuell so tief in die Seele des Künstlers blicken, dass die 35 Euro wohl investiert sind für den Leser, der diesen Weltdramatiker und Literaten (Der Theatermacher, Die Jagdgesellschaft, Städtebeschimpfungen - grandios - um nur einige zu nennen.) noch heute zu schätzen weiß.

Diese Bilder, die meines Erachtens auch und gerade in eine Ausstellung gehören, machen deutlich, wie Thomas Bernhard seine Lebensräume, wie beispielsweise seinen Vierkanthof in Ohlsdorf, Oberösterreich, theatralisch inszeniert hat.

Alles hat seinen Platz, selbst Dinge, die er, der Autor, nie benutzt hat, Requisiten eines Lebens, die den „ungewollten Besucher“ verunsichern sollten: seien es die Hüte, die Anzüge, die Messer, die Schnapsflaschen am Bett, die Flinten, alles an seinem Platz, penibel und bestimmt platziert; nichts schien er offenbaren zu wollen, ein Rätsel eben wie der Mann selbst, wie die Fünf-Sterne-Küche, die er kein einziges Mal benutzt hat in seinen Denk- und Schreibkerkern, wie Thomas Bernhard seine Habitate auch zu nennen pflegte.

Alles ist noch so hergerichtet, wie zu seinen Lebzeiten. Faszinierend. Ein organisiertes Außenleben, wo nichts dem Zufall überlassen blieb, sondern unter der Kontrolle des Schaffenden blieb. Sein Universum.

Thomas Bernhard. Der Autor, bei dem man sich nie sicher sein konnte, ob das, was man las, nun eine Tragödie oder eine Komödie war. Thomas Bernhard. Österreicher. Der seine Landsleute als katholisch-nationalsozialistisch definierte.

Im Zeichen des Wassermanns am 9. Februar 1931 geboren, gestorben am 12. Februar 1989, also vor nunmehr 30 Jahren, viel zu jung, leider, denn:

Was für eine Stimme, was für eine Literatur, was für eine Wahrheit dieser Mann immer wieder zu Papier brachte, insgesamt 10324 Seiten umfaßt das Gesamtwerk, ohne sich dabei zu verkaufen, im Sinne von dazugehören zu wollen, geliebt werden zu wollen, Anerkennung zu brauchen, trotzdem erhielt er 1970 den Georg-Büchner-Preis, 1972 den Grimme-Preis, ein wahres Unikat.

Ich war damals, zur Zeit der Freundin mit den besagt hübschen Lippen begeistert und bin es heute noch. Weltliteratur, die es selten aus dem deutschsprachigen Raum gibt, wo so viel geschwätzt wird. Thomas Bernhard entlarvte immer wieder das bornierte Klein- wie Großbürgertum.

Tut es heute noch, denn seine Werke sind zeitlos und werden es wohl auch immer bleiben, auch im Ausland. Und die Fotos in dem Bildband „Hab und Gut“ sprechen eine Sprache, die dem Mann und Autoren Thomas Bernhard sehr wohl gerecht werden. Tadellos.

Sönke C. Weiss

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17.06.2019 Journalisten abgefüttert und vor die Tür gesetzt?

GFDK - Reden ist Silber - Michaela Boland

Diese Geschichte aus dem Oktober 2013 haben wir noch einmal hervorgeholt. Es zeigt die Schattenseiten des Journalismus. Düsseldorf - Wiesbaden- Stuttgart. "Man soll immer der bleiben, der man ist", erklärt mir der Mann, der sich an diesem Abend als einziger der Verantwortlichen mit viel Herzlichkeit Zeit nimmt und meine Fragen in aller Ruhe beantwortet.

Die Rede ist von Herbert Seckler, Gründer des Sylter Szene-Kult-Restaurants `Sansibar`, Gault-Millau-ernannter Restaurateur des Jahres 2009 und sympathischer Schwabe. Seinen Dialekt hat der 60-Jährige seinem Grundsatz entsprechend beibehalten.

Und so kommt es denn auch, dass dem gebürtigen Aalener die Sympathien nur so zufliegen als er mit ein wenig Verspätung anläßlich des "exklusiven Presse-Previews" zum Opening des Restaurants "Sansibar by Breuninger" im Düsseldorfer Kö-Bogen erscheint und in lässigen Jeans, weißem Hemd und Sakko zwischen den übrigen Anzugträgern eine Bodenständigkeit verkörpert, die begeistert. Doch zum Anfang des Abends:

Herbert Seckler ein Mann mit viel Herzlichkeit

Auf Einladung der Unternehmenskommunikation des urschwäbischen Warenhauses Breuninger aus Stuttgart, welches noch einen Abend zuvor die Eröffnung seiner neuen Dependance in Düsseldorf mit riesigem Staraufgebot, darunter waren Brooke Shields, Irina Shayk, Stararchitekt Daniel Libeskind Barbara Becker, Bettina Zimmermann, Katja Flint, Thomas Rath, Annica Hansen, Sonja Kraus, Gudrun Landgrebe, Rolf Bauer, Magdalena Brzeska und Sönke Wortmann und insgesamt 800 geladenen Gästen feierte, mache ich mich auf den Weg zum neuen imposanten Kö-Bogen des Architekten Daniel Libeskind.

Auf dem Programm: Die Sansibar-Einweihung im Breuninger-Kaufhaus mit 150 geladenen Gästen aus Politik, Wirtschaft und Kultur.

Der Abend für Journalisten war alles andere als erfreulich

Medienvertreter sollen im Anschluss an ein Pressegespräch zum offiziellen Preview-Event im exklusiven Kreis mit gemeinsamem "Tasting" der Sansibar-Köstlichkeiten die einmalige Gelegenheit erhalten, schon einen Abend vor der offiziellen Eröffnung das Sylt-Feeling an der Königsallee zu erleben.

Erst in einer gesonderten Hinweis-Mail zum Ablauf wird klar, dass der Abend für uns Journalisten nach einer knappen Stunde enden soll und wir somit leider nicht mehr aus erster Hand erfahren, welche 150 geladenen Gäste der "Restaurant-Taufe" beiwohnen. Doch dazu später.

Von jungem Security-Personal im Auge behalten

Dass es in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt in der Regel ein wenig schicker zugeht, ist bekannt, daher versuche ich, dies beim Pressetermin zu beherzigen.

Am Gebäude gibt es mehrere Eingänge, aufmerksam von jungem Security-Personal im Auge behalten, denn schließlich durfte ab 15.00 Uhr nachmittags erstmals auch zahlendes Publikum die Räumlichkeiten des selbst erklärten Fashion- und Lifestyleunternehmens, Breuninger, unter die Lupe nehmen.

Um der temporären Orientierungslosigkeit ein Ende zu bereiten und vor allem, um nicht zu spät zum Sansibar-Opening zu kommen, nachdem schriftlich um Pünktlichkeit gebeten wurde, frage ich einen Sicherheits-Herrn höflich nach dem Weg.

"Sind sie eingeladen", will er wissen, nachdem er mich taxiert und offenbar erst von meinem "ja" abhängig macht, ob er überhaupt antwortet. Er schickt mich einige Meter weiter um das Gebäude herum, zu Kollegen, die vor einem anderen Eingang stehen.

Sind Sie eingeladen?

Dort angekommen, erkundige ich mich erneut nach dem Weg und wieder werde ich zuerst inspiziert und gefragt, ob ich eingeladen sei, bevor man mir auf mein Anliegen antwortet.

So langsam kommen mir Zweifel ob meines Erscheinungsbildes und ich frage mich insgeheim, ob man hier meinem Habitus wohl auf geheimnisvolle Weise entnimmt, dass ich in der historisch bedingten "Feindesstadt", Köln, studiert habe, oder ob ich gar den Eindruck einer ausgebufften Profi-Schnorrerin erwecke, welche von der Sansibar-Eröffnung gehört und es sich zur Mission gemacht haben könnte, am heutigen Abend heimlich kulinarische Luxus-Häppchen abzuräumen?

Ich bin irritiert, gehe jedoch tapfer weiter zum nächsten Security-Mitarbeiter, zu welchem man mich gesandt hatte, mittlerweile aber immerhin schon einmal im Innenbereich des großen Gebäudes angelangt und sage zu dem jungen Mann: "Verzeihung, ich suche die Sansibar by Breuninger und ja, ich bin eingeladen. Würden Sie mir freundlicherweise die Richtung weisen?"

Er bittet mich höflich, die Rolltreppe in den ersten Stock zu nehmen und erklärt, dass sich die Location sogleich gegenüber jener Treppe befinde.

So rolle ich denn in die nächst höhere Etage hinauf und erhalte dabei einen ausgiebigen Blick über sämtliche erlesene Luxusartikel des Erdgeschosses, in welchem es derzeit, zugegebenermaßen, einfach wundervoll riecht. Zahlreiche edle Duftstoffe erfüllen den Raum und machen gute Laune.

Oben angekommen, erblicke ich den großzügigen, augenblicklich noch geschlossenen Eingangsbereich meines Ziels. Davor steht eine attraktive Dame an einem Counter.

Erleichtert stelle ich mich ihr vor und sie fragt mich glücklicherweise keineswegs misstrauisch, ob ich eingeladen sei, sondern begrüßt mich freundlich lächelnd und teilt mir dann mit, dass man sich über mein Erscheinen freue, aber, für mich einen anderen Eingang "gewählt" habe.

"Hintereingang? Lieferanteneingang?", schießt es mir durch den Kopf. Doch die Dame schickt mich auf den Weg um die nächste Ecke, dort sei ich bereits aufgelistet.

Ich tue wie mir aufgetragen und lande: vor den Toiletten. Eine junge Security-Mitarbeiterin kann mir leider auch nicht weiterhelfen, doch verweist mich an ihren Kollegen, der gerade auftaucht.

Er geleitet mich durch einen Gang und schon wieder um eine Ecke bis ich vor der verschlossenen Glastür stehe, die einen kleinen Blick ins Innere der nagelneuen Sansibar gewährt, und hinter der sich zwei PR-Mitarbeiterinnen, noch eifrig beschäftigt, befinden.

Ich klopfe an, stelle mich erneut vor als eine der Damen öffnet, sich als Textschwester Lena Wanders entpuppt und bekomme gesagt, dass ich mich wieder zurück in den Bereich der Verkaufsräume begeben möge.

Dort befänden sich auch die anderen Journalisten, denn man sei noch nicht ganz fertig. Es dauert ein paar Minuten bis uns ein groß gewachsener junger Mann im roten Jacket begrüßt. Christian Witt, studierter Politologe und Breuninger-Unternehmenssprecher seit erstem Juni 2011.

Essen und Trinken umgeben von einer exklusiven Markenwelt

Dann geht es los: Wir dürfen die neuen Räumlichkeiten erstmals betreten, nachdem wir zügig von einer PR-Kollegin auf deren Liste abgehakt und flink mit einer Pressemappe versorgt worden sind. Eindruck:

Die 140 Sitzgelegenheiten auf großzügiger Ebene sind schick und schön, für Düsseldorfer Verhältnisse zwar nicht außergewöhnlich, aber gemütlich und eine Atmosphäre verbreitend, die unbedingt zum Wohlfühlen einlädt.

Ein Designer-Restaurant, wie es in Düsseldorf bereits zahlreiche gibt, ist laut Breuninger-Chef Willy Oergel auch nicht beabsichtigt. Die Idee, die hinter Breuninger Düsseldorf stehe, sei, viele besondere Dinge zu machen. Hierher also soll künftig das sogenannte Sylt-Feeling bei ausgewählten Sansibar-Speisen transportiert werden.

Was dabei freilich schmerzlich fehlen dürfte, ist wohl die Brise und auch die Dünen, deren Entbehren ein Blick in den angrenzenden Düsseldorfer Hofgarten sicherlich kaum wett machen kann. Das findet auch Sansibar-Erfinder Seckler.

Der stellt sich als Herbert vor, der von der Insel Sylt komme und eigentlich dort sehr glücklich sei. Die letzten Monate bezeichnet er als die redeintensivste Zeit, die er in den vergangenen Jahren erlebt habe. Jeder habe ihn gefragt, was er in Düsseldorf wolle und er habe sich viele Gedanken darüber gemacht.

  "Man kann Sansibar nicht transportieren", sagt der Original-Restaurant-Chef. Weder mit dem Sylt-Flair, noch der Atmosphäre oder der Magie dieser Insel ließe sich derartiges bewerkstelligen.

Jedoch könne man womöglich versuchen, über die Produkte, die sie über Jahrzehnte gesammelt hätten und von denen sie meinten, dass es besondere Sachen seien, den Menschen, wenngleich auch nur Sekundenweise, das Gefühl der Freiheit und des wundervollen Sylts zu vermitteln.

Zwar würden die Leute in Düsseldorf arbeiten, während die Menschen, wenn sie auf Sylt seien, in der Regel Urlaub hätten, was schon einen großen Unterschied darstelle.

Wenn jedoch durch einen typischen Sansibar-Geschmack vielleicht ein bisschen der Insel-Magie herüberkommen würde, sei sein Ziel bereits erreicht. Dennoch wird wohl auch ein gewisser Druck auf den Mitarbeitern in Düsseldorf lasten.

Die Sylter Sansibar sei, so  Herbert Seckler, in der glücklichen Lage, immer voll und ausgebucht zu sein. Diesem Umstand müssten natürlich auch die Mitarbeiter in der NRW-Landeshauptstadt gerecht werden. Doch der Star sei das Produkt.

Die Kunst sei, gut einzukaufen und das mache Breuninger. Schließlich gäbe es in diesem Kaufhaus ausschließlich Spitzenprodukte. "Wenn wir es schaffen, mit dem Gedankengut, auch weiterhin die besten Produkte dessen einzukaufen, was es im Moment gibt, dann kann eigentlich in so einer schönen Umgebung gar nichts schief gehen", schließt der Sylter Sansibar-Chef.

Das Besondere am Düsseldorfer Konzept besteht wohl auch darin, dass es sich nicht um eine Franchise-Variante, sondern um ein ganz eigenes Modell handelt.

So berichtet Daniel Ohr, Mitglied der Unternehmensleitung und zuständig für den Gastro-Bereich bei Breuninger, dass ein Teil der Karte, die sogenannten Sansibar-Klassiker, herausgesucht und gemeinsam entwickelt wurden.

Die gleichen Grundprodukte, wie Fleisch und natürlich Fisch, der täglich frisch von Sylt nach Düsseldorf geliefert werde, sollen für das Aufgehen des Düsseldorfer Konzepts sorgen. Dort, wo man allerdings sinnvollerweise regionale Produkte kaufe, wie beispielsweise Kartoffeln, werde dies auch geschehen.

Auch sei die gesamte Service-Crew  für einige Zeit nach Sylt gebracht worden, um ihnen dort sowohl das Sansibar- als auch das Syltgefühl zu vermitteln und um mit ihnen vor Ort zu kochen.

Was dabei unter anderem herausgekommen ist, können die geladenen Medienvertreter sodann kosten. Die Fingerfood-Portionen des Sashimi vom Thunfisch mit Kapern und Limonendressing sowie frische Austern stoßen bei vielen Journalisten auf große Begeisterung.

Breuninger-Chef Willy Oergel hatte zuvor die Currywurst angepriesen, die er bei Flügen mit der Air-Berlin regelmäßig verspeise. Leider wird diese, die mit Pommes und Sansibar`s Currysauce auf der hauseigenen Karte für 12,- Euro offeriert wird, während des Medien-Tastings nicht verkostet.

Von Herbert Seckler möchte ich unbedingt erfahren, was seine schwäbischen Landsleute eigentlich dazu sagen, dass die erste und bisher einzige Sansibar-Dependance im Rheinland und nicht im Schwabenland, wie möglicherweise im Breuninger-Haus am Standort Stuttgarter Marktplatz startet.

"Ja, das hat mich geschafft" Das macht mich auch fertig"

"Ja, das hat mich geschafft", antwortet der Wahl-Insulaner. "Das macht mich auch fertig, dass wir nicht in Stuttgart sind, aber Düsseldorf ist eines der Haupteinzugsgebiete der Insel. In Düsseldorf sind auch fröhliche Menschen, wenn ich nur an den Oberbürgermeister denke", ergänzt der sympathische Geschäftsmann noch, bevor es allmählich zum letzten Programmpunkt kommt.

Journalisten Abgefüttert und vor die Tür gesetzt?

Dass die PR-Veranstalter des Abends es mit dem Vollzug des Journalisten-Events augenscheinlich insgesamt ein wenig eilig haben, ist wohl der Tatsache geschuldet, dass die 150 geladenen Gäste, zu denen wir Journalisten nicht gehören, in Kürze Einzug halten sollen.

Zunächst nutzt Breuninger-Kommunikationschef Witt, der das Event auch moderiert, eine Bemerkung Secklers hastig als "wundervolle Überleitung" zum Tasting, was er uns keineswegs vorenthalten möchte, weil wir nach einer knappen Viertelstunde offizieller Statements und einigen Fragen "noch 20 Minuten haben".

No net hudle!

So kommt es wohl auch, dass eine andere PR-Kollegin mich kurze Zeit später verfolgt und höflich aber bestimmt mit dem Hinweis versieht, dass jetzt möglichst alle Journalisten beisammen bleiben und sich so langsam zum Ausgang begeben sollten, als ich mich in den hinteren Bereich des Restaurants bewege, um eine gemütliche Sitzecke mit ausgefallener Lampendekoration über dem Tisch abzulichten.

Eine nette Art des Hinauskomplimentierens. Wie schön, dass sich Sylt-Sansibar-Boss Seckler davon kaum aus der Ruhe bringen lässt.

Entspannt steht der gelernte Koch nämlich noch immer Fragen Rede und Antwort, lässt sich bereitwillig in gewünschten Positionen fotografieren und beweist, dass ein Schwabe, selbst, wenn er schon seit 1974 auf Sylt lebt, einen schwäbischen Grundsatz verinnerlicht hat, nämlich: No net hudle!

Michaela Boland ist Journalistin und TV-Moderatorin. Bekannt wurde sie als Gastgeberin der Sommer-Unterhaltungsshow „HOLLYMÜND“ des Westdeutschen Rundfunks Köln. Seit 1988 schrieb sie für die Rheinische Post, unterschiedliche Publikationen der WAZ-Gruppe Essen, Bayer direkt und Kommunalpolitische Blätter.

Außerdem präsentierte sie die ARD-Vorabendshow „STUDIO EINS“ und arbeitete als On-Reporterin für das Regionalmagazin „Guten Abend RTL“. Auf 3-Sat, dem internationalen Kulturprogramm von ARD, ZDF, ORF und SRG, moderierte sie die Kulturtalkshow „Doppelkopf“, sowie für TV NRW, die Casino

Show „Casinolife“ aus Dortmund-Hohensyburg. Michaela Boland arbeitet auch als Veranstaltungsmoderatorin und Synchron- sowie Hörspielsprecherin.

Für die Gesellschaft Freunde der Künste, GFDK moderiert sie den Kaiserswerther Kunstpreis sowie alle grossen Kulturveranstaltungen der Gesellschaft.

Seit Mitte 2009 ist sie verantwortlich für die Ressorts:

Exklusivinterview und Porträt des Monats

© Michaela Boland und Gesellschaft Freunde der Künste

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