Reden ist silber, Schreiben ist gold

11.07.2020 Alles begann am 25.5.2020

GFDK - Reden ist Silber - Matthias Hausladen

Ein Leser wendet sich an unsere GFDK Redaktion und berichtet über die Zustände in den Niederbayrischen Krankenhäusern. Das Erstaunlichste ist, in den letzten Monaten, sind unsere Krankenhäuser und das Personal über den grünen Klee in den Medien und von den Politikern gelobt worden.

Nur, dass was wir hier zu Lesen bekommen haben, sollte zu denken geben, wie es vor allen um unsere älteren Patienten bestellt ist. Ist das alles nur ein schöner Schein, der uns da vorgegaukelt wird?

Hier nun der Brief

Alles begann am 25.5.2020, mein an Herzinsuffizienz leidener Großvater muss sich wegen Wasserödemen in Behandlung begeben. Er wird bis 29.5 von seinen Beschwerden befreit und will nach Hause.

Da kommt der Oberarzt ins Spiel (der erste im Bunde, der der deutschen Sprache nicht allzu mächtig ist) und verweist auf die schlechten Nierenwerte, die unbedingt behandelt werden müssen.

Aus purer Angst lassen wir uns dazu überreden. Doch schnell wird klar, er verträgt die Medikamente nicht. Es geht jeden Tag mehr und mehr abwärts. Auch nach mehrmaligen Gesprächen hören die Ärzte nicht mit der Behandlung auf.

Als mein Großvater, der im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte ist und 50 Jahre Unternehmer war die Schwester auffordert die Infusion zu beenden, wird dem Wunsch nicht entsprochen.

Im Gegenteil der Oberarzt kommt mit dem Stationsarzt (dieser spricht noch schlechteres Deutsch) und erklärt ihm "hier passiert was er sagt" und die Infusion bleibt. Es geht weiter abwärts, nichts geschiet.

Durch Corona kann nur meine Mutter in Krankenhaus. Schließlich bricht mein Großvater die Behandlung ab und geht auf eigenen Wunsch nach Hause. Unser Hausarzt hat bis heute keinen vernünftigen Abschlußbericht.

Mein Großvater wurde innerhalb 5 Tage pflegebedürftig und ist jetzt nach 5 Wochen einigermaßen erhohlt.

Am 26.6. geht es mit meiner Großmutter weiter. Der Hausarzt überweist sie in stationäre Behandlung mit dem Verdacht eines sich nähernden Schlaganfalls. Sie wurde am 30.6. 84 Jahre alt.

Als der Krankenwagen in einem anderen Kreiskrankenhaus angekommt stellen die Ärzte Fieber fest. Anstatt einen Schnelltest zu machen, wird der normale Test (der einige Tage dauert) veranlasst.

Meine Großmutter kommt auf die Corona Station und nichts geschieht. Ich muss vorweg nehmen, die Schwester auf der Corona Station hat sich vorbildlich gekümmert.

Doch kein Arzt ist ans Telefon zu bringen und meine Großmutter versteht keinen dort, wen wundert es,  da keiner deutsch spricht. Die Tage vergehen sie bekommt Infusionen und Katheter gelegt. (Man muss wissen, am Freitag Vormittag ist sie noch Auto gefahren), da die Entzündungswerte hoch sind. OK. Das verstehe ich. Aber es geht um keinen sich nähernden Schlaganfall mehr, sondern nur noch ob der Corona Test positiv oder negativ ist. Sonst nichts.

Am Montag, endlich die erlösende Nachricht - kein Corona. Sie kommt auf die Innere. Das Thema Schlaganfall ist längst erledigt und wird auch nicht mehr verfolgt. Jetzt komme ich ins Spiel.


Ich schlage im Krankenhaus auf. Meine Großmutter mittlerweile durch das viele liegen wackelig auf den Beinen hangelt sich vom Bad gerade zum Bett. Ich komme gerade noch rechtzeitig, da beim Bett nicht mal die Feststellbremse angezogen ist. Ich will ein Gespräch mit dem Stationsarzt.

Die Dame weiss von nichts und ganz ehrlich ich war sehr bemüht, hab aber fast nichts verstanden. Es geht hin und her. Sie behandeln den Sauerstoffmangel und die Entzündungswerte.

Mehr wollen wir auch gar nicht mehr. Plötzlich meldet sich der medizinische Dienst. Ansage: "Ihre Mutter verweigert jegliche Hilfe". Gegenfrage: "braucht sie den Hilfe"? Dann wurde mir in perfekten Deutsch erklärt, dass sich meine Großmutter gerade zum Pflegefall entwickelt und wir tätig werden müssen.

Die junge Dame hat einen Wind gemacht, unglaublich. Ein Pflegedienst muss her, ein Sanitätshaus benannt werden. Was wir machen. Es kommt wie es kommen muss, nicht das genannte meldet sich, sondern das, dass die Dame will.

Ich hätte nicht mal interveniert, wenn sie nicht so auf einen bestimmten Pflegedienst bestanden hätte. Plötzlich habe ich das Gefühl bekommen da steckt Methode dahinter. Ich bin fest überzeugt, dass sich die Zusammenarbeit lohnen wird. 

Jetzt ist meine Großmutter zu Hause, ein Pflegebett steht im Wohnzimmer und die Welt dreht sich weiter. Sie selbst sagte mir, dass sie ca. 8 Ärzte gesehen hat und nur eine junge Ärztin sprach deutsch.

Sie hat nichts verstanden und fühlte sich überrannt und übervorteilt. Zumindest gibt es einen Arztbericht und einen Befund. Unser Hausarzt muss jetzt den Blutdruck einstellen, weil die das nicht machen konnten. Was soll ich dazu noch sagen.

Ich kann nicht sagen, ob ich mich nur so ärgere oder ob es mich einfach nur traurig macht wie mit unseren Alten umgeganen wird...

Matthias Hausladen

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07.07.2020 Schicksalsmelodie

GFDK - Reden ist Silber - Sönke C. Weiss

„Liebe heißt, nie um Verzeihung bitten zu müssen.“ Erinnern Sie sich noch an diesen Satz? Na klar. „Love Story“ von Erich Segal. Seit 50 Jahren der Klassiker der Liebes-Literatur. Jetzt bei Fischer (www.fischerverlage.de) für 12 Euro in einem handlichen Kleinformat für die Hosentasche wunderbar neu aufgelegt.

Hier noch mal kurz eine Zusammenfassung für die Nichteingeweihten: Oliver, aus reichem Hause, und Jenny, aus ärmlichen Verhältnissen, sind zwei Studenten, die sich Hals über Kopf ineinander verlieben und allen Hindernissen zum Trotz heiraten, auch dass Oliver enterbt wird, kann sie nicht davon abhalten.

Ohne Geld sind sie glücklich und alles scheint perfekt für sie zu laufen, doch dann erfährt das Paar, dass ihre Liebe nicht von Dauer sein kann.

„Love Story“ wurde 1970 äußerst erfolgreich mit Ryan O’Neal und Ali McGraw in den Hauptrollen verfilmt, die Titelmusik, in Deutschland als Schicksalsmelodie bekannt, erhielt sogar einen Oscar.

Ich empfehle Buch wie Film, beide sind zeitlos schön und romantisch, und lassen einen an die ewige Liebe glauben, selbst wenn sie unseren beiden Helden nicht vergönnt ist.

Die 70er Jahre waren auch der Höhepunkt in der Karriere von „Joni Mitchell“, die David Yaffe in der gleichnamigen Biografie sehr eindrucksvoll porträtiert.

Brillant führt uns der Autor durch Mitchells Entwicklung als Musikerin, voller imposanter Beschreibungen über die Entstehung jedes einzelnen Albums von Song to a Seagull bis Shine aus dem Jahre 2007.

Dutzende Interviews mit der Künstlerin selbst - oftmals innerlich zerrissen, verletzlich in ihrer ganzen Person, ein Freigeist des Lebens - sowie Freunden und Geliebten - zum Beispiel Leonard Cohen und David Crosby - liegen den 583 kurzweiligen Seiten zugrunde und ist der Musik Mitchells würdig, die übrigens wunderbar zur Lektüre von „Love Story“ passt.

„Joni Mitchell - Ein Porträt“ ist bei Matthes & Seitz Berlin (www.matthes-seitz-berlin.de) erschienen und kostet 28 Euro.

Was ich indes schade finde: In der US-amerikanischen Originalausgabe heißt das Werk „Reckless Daughter“ - also Rücksichtslose Tochter. Ein Titel, der der Künstlerin wirklich gerecht wird und den sie mit Stolz trägt.

Sönke C. Weiss

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07.07.2020 asoziale Holländer

GFDK - Reden ist Silber - Gottfried Böhmer

Kurz und knapp, dafür saftig - Deutschland diskutiert über die Maskenpflicht im Kampf gegen Corona. Mal wieder. Dabei ist die Sache ganz einfach: Wer beim Einkaufen oder in der Bahn keine Maske trägt, handelt asozial, schreibt der Reporter Christoph Seidler vom Spiegel.

Nun ich war gestern in Holland. Dort hatte niemand eine Maske in den Geschäften auf, weil sie es auch nicht müssen. Demnach sind wohl, für das Spiegel-Männlein, alle Holländer und auch die dortige Regierung asozial. Das wird unsere lieben Nachbarn sicherlich freuen. Ich rate Herrn Seidler dringend davon ab, in der nächsten Zeit seinen Urlaub in Holland zu verbringen.

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06.07.2020 Die alpine Heimsuchung

GFDK - Reden ist Silber - Sönke C. Weiss

Die alpine Heimsuchung - Ruhig sieht das Dorf aus, verlassen, keineswegs wie ein Tourismus-Ungeheuer mit 250 Millionen Euro Umsatz jährlich und 1,4 Millionen Übernachtungen bei knapp 1.600 Einwohnern. Delirium Alpinum. Ischgl in Tirol. Eine Heimsuchung.

Ein nie enden wollender Rausch. Vermutlich die Partnergemeinde von Sodom und Gomorrah. Aber auch eines der besten Skigebiete in den Alpen und Hochburg der - auf Neudeutsch - Eventkultur und seit Corona auch Drehscheibe der Ausbreitung von Covid-19 für ganz Europa und vermutlich darüber hinaus.

In seinem jüngsten Fotoband „Ischgl“ zeigt Lois Hechenblaikner Schreckensbilder dieser enthemmten und zügellosen Urlaubswelt, dass einem sofort klar wird, warum sich das Virus so rasant hat ausbreiten können:

Ausufernde Aprés-Ski-Orgien und andere Exzesse, die sprachlos machen. Hechenblaikner war mit seiner Kamera so gnadenlos mitten unter diesen Menschen, dass ich schon Anblicken seiner Fotos den Wahnsinn dieser verantwortungslosen Vergnügungsindustrie fühlen konnte.

„Ischgl“ irritiert, ist aber alternativlos, kommt einem einzigen Grenzgang nahe, verspricht und liefert eine visuelle Herausforderung, versprüht pure visuelle Wucht, der Hammer unter den neuesten Fotobüchern und geht es zur Zeit auch verkaufstechnisch durch die Decke, die dritte Auflage ist bereits im Druck, was für dieses Buchgenre sehr ungewöhnlich ist.

Alkohol. Hormonstau. Abfall. Chaos. Ich war den 240 Seiten ausgeliefert. Besonders auch wegen der Aktualität. Als „Ischgl“ bei Steidl (www.steidl.de) erschien, wurde die Quarantäne über dem Ort aufgehoben.

Der Spuk verspricht schon bald wieder zu beginnen. „Ischgl“ kostet 34 Euro, für eine Flasche Wein blättern Mann wie Frau dort schon mal 3.000 hin. Zum Wohl!

Sönke C. Weiss

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06.07.2020 Davis Bowie der Bücherwurm

GFDK - Reden ist Silber - Sönke C. Weiss

David Bowie hasste Flugzeuge. So es ihm möglich war, reiste er mit dem Zug, wobei er in speziellen Koffern stets seine mobile Bibliothek mit sich führte, was für den einen oder anderen Leser eine Überraschung sein mag, aber David Bowie, einer der größten musikalischen Künstler der zurückliegenden Jahrzehnte, liebte Literatur.

Er sagte: „Die einzige Kunst, mit der ich mich jemals beschäftige, ist die, bei der ich mich bedienen kann.“ Bowie hat immer und überall gelesen, vor Konzerten, nach Konzerten, im Drogenrausch und während des Entzugs; er hat Rezensionen verfasst und sprach pausenlos über die unzähligen Werke, die er über die Jahre verschlungen hat.

Ob es Der Fremde von Albert Camus war, Madame Bovary von Gustave Flaubert, die Ilias von Homer, Unterwegs von Jack Kerouac oder Alfred Döblins Berlin Alexanderplatz, sie alle waren bis zu Bowies Tode 2016 im Alter von nur 69 Teil seines Lebens.

100 dieser Bücher stellt der Londoner Journalist John O’Connell jetzt mit Hilfe kurzer Essays in „Bowies Bücher“ vor; jeder gibt uns einen neuen Einblick in den Mann Bowie, wie die Literatur seine Musik beeinflusst hat und lassen uns so einen Künstler neu kennenlernen, der über vier Jahrzehnte wie kaum ein anderer die Musikwelt geprägt hat.

Die Wahl dieser Bücher stammt übrigens von Bowie selbst. Er hat sie 2013 für die Londoner Ausstellung „David Bowie Is“ zusammengestellt, eine Retrospektive seiner Karriere mit Rekordbesucherzahlen, wo sie zum Teil von der Decke des The Victoria & Albert Museums hingen.

Es sind die für ihn wichtigsten und prägendsten Bücher. Und schaut man sich die Werke genauer an, werden folgende zwei Muster deutlich:

Das erste bilden die kulturellen Elemente, die Bowies künstlerisches Empfinden formten; das zweite zeigt einen Weg durch Bowies Leben vom Kind zum Teenager und vom drogenumnebelten Superstar zum zurückgezogen lebenden Familienmenschen auf.

Bowie hat sich - zum Glück - nie in oberflächlichen Interviews oder einer selbstherrlichen Autobiografie gemein gemacht hat. (In der Bowie-Biografie „Ein Leben“ von Dylan Jones kommen nur Weggefährten und Kollegen zu Wort.)

Wer also war David Bowie? Ich denke, die Antwort steckt in seinen Lieblingsbüchern. „Bowies Bücher“ ist frisch bei Kiepenheuer & Witsch (www.kiwi-verlag.de) erschienen, hat knapp 400 Seiten und kostet 16 Euro. Großartig!

Sönke C. Weiss

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06.07.2020 The Atmosphere of Crime

GFDK - Reden ist Silber - Sönke C. Weiss

Als ehemaliger Polizeireporter bin ich von dem Fotoband „The Atmosphere of Crime, 1957“ des US-amerikanischen Fotografen Gordon Parks restlos begeistert:

Als das Life-Magazin Gordon Parks 1957 bat, eine Reihe von Artikeln über Kriminalität in den USA zu illustrieren, war er bereits seit fast einem Jahrzehnt fest bei Life angestellt, der erste Afroamerikaner, der diese Position innehatte.

Parks begab sich auf eine sechswöchige Reise, die ihn auf die Straßen von New York, Chicago, San Francisco und Los Angeles führte.

Im Gegensatz zu vielen seiner früheren Arbeiten fotografierte er dieses Mal in Farbe. Der daraus resultierende achtseitige Fotoessay "The Atmosphere of Crime" war nicht nur wegen seiner kühnen ästhetischen Raffinesse bemerkenswert, sondern auch, weil er Stereotypen über Kriminalität in Frage stellte, die damals in den Mainstream-Medien allgegenwärtig waren.

Parks lieferten eine farbenprächtige Darstellung einer weitgehend verborgenen Welt: Gewalt, Polizeiarbeit und Inhaftierung, gesehen mit Empathie und Offenheit.

Parks lehnte Klischees von Kriminalität, Drogenkonsum und Korruption ab und entschied sich für eine differenziertere Sichtweise, die die sozialen und wirtschaftlichen Faktoren spiegelte, die mit kriminellem Verhalten verbunden sind.

Parks tat das, was er am besten konnte: die Realität so lebendig und überzeugend aufzunehmen, dass der Betrachter die Komplexität dieser in den Revolverblättern seiner Zeit chronisch vereinfachten Situationen erkannte.

„The Atmosphere of Crime, 1957“, vor wenigen Wochen bei Steidl (www.steidl.de) für 38 Euro erschienen, enthält auf 120 Seiten eine umfangreiche Auswahl nie zuvor veröffentlichter Aufnahmen aus der Originalreportage von Parks (1912 - 2006), der als erster afroamerikanischer Fotograf und Filmemacher landesweite Beachtung in den USA fand.

Sönke C. Weiss

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05.07.2020 Klima- und Coronahysterie, Rassismushysterie

GFDK - Reden ist Silber - Klaus Miehling

Zur Klima- und Coronahysterie haben sie die Rassismushysterie hinzugefügt. Denkmäler werden besudelt oder gar gestürzt, der Film „Vom Winde verweht“ nicht mehr gezeigt, einzelne Folgen der Serie „Scrubs“ gelöscht.

Synchronsprecher der Serie „Die Simpsons“ geändert, Mohrenköpfe aus dem Sortiment genommen, nach dem Sarotti-Mohr auch die Werbefigur von „Uncle Ben‘s“ Reis eliminiert.

„Mohrenapotheken“ und „Mohrenstraßen“ umbenannt, die Flagge des US-Bundesstaates Mississippi geändert … und was die Selbstzensur nicht schafft, das zensieren die Sozialen Medien.

Man kann das nur noch als absoluten Wahnsinn bezeichnen. Wahrscheinlich hätte keine einzige dieser Maßnahmen eine Mehrheit in der Bevölkerung – trotzdem werden sie durchgesetzt. Wie kann das sein?

Warum lassen wir uns von einigen extremistischen Spinnern diktieren, wie wir uns zu verhalten haben, was wir reden und schreiben dürfen?

Das auch noch

Merkel, von der Leyen und Lagarde: „Das Damen-Trio mobilisiert gemeinsam also mehr als 2.000.000.000.000 Euro. Würde man diese Menge in 50-Euro-Scheinen der Länge nach hintereinanderlegen, könnte man 140-mal um die Erde kommen.

Alternativ könnte man - nach Berechnung des Frankfurter Mathematikprofessors Matthias Ludwig - damit das deutsche Autobahnnetz zweimal komplett bekleben - und das in Österreich und der Schweiz gleich mit dazu, inklusive Leitplanken und Standstreifen.“

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04.07.2020 Werbeboykott Facebook

GFDK - Reden ist Silber - Gottfried Böhmer

Eines muß ich mal loswerden. Ich habe 1300 "Freunde" bei Facebook, und habe in den vergangenen 10 Jahren, weder auf meiner Seite, noch bei den "Freunden" jemals einen Hasskommentar gelesen. Ok: Es hat mal einer geschrieben, der alte weiße Mann soll aufhören zu schreiben. Nun gut, damit kann ich Leben. Aber das Unternehmen und Konzerne sich nun als Wächer aufspielen, geht mir zu weit.

Die Streamingplattform Twitch hat den Account des Wahlkampfteams von US-Präsident Donald Trump vorübergehend gesperrt. Grund dafür sind Hassinhalte und der Verstoß gegen die Community-Richtlinien der Plattform, wie mehrere US-Medien unter Berufung auf eine Twitch-Sprecherin berichteten.

Twitch, gehört zum Amazon-Konzern. Das Jeff Bezos und Donald Trump keine Freunde sind, ist ja auch bekannt.

Die Plattform Reddit sperrte die bei Trumps Anhängern beliebte Gruppe "The_Donald", die laut "New York Times" zuletzt knapp 800.000 Mitglieder hatte. "Gefährliche Individuen" oder Organisationen werden nun auch bei Facebook  gesperrt.

Werbeboykott gegen Facebook

Facebook ergreift unter dem Druck des Werbeboykotts erste Maßnahmen, um Hass und Hetze auf seiner Plattform den Riegel vorzuschieben. Wie das Unternehmen mitteilte, wurden rund 320 Konten, mehr als 100 Gruppen und 28 Seiten des rechtsextremen und regierungsfeindlichen "Boogaloo"-Netzwerks aus den USA gesperrt.

Die Bewegung bemühe sich aktiv darum, Gewalt gegen Zivilpersonen, Sicherheitskräfte, Beamte und Regierungsinstitutionen anzustacheln.

In seiner Erklärung betonte Facebook, dass man gewaltverherrlichende Inhalte der Bewegung seit Monaten entferne. Nun aber gehe man noch einen Schritt weiter. Davon ist nicht nur das Boogaloo-Netzwerk betroffen.

Daneben wurden auch noch 400 weitere Gruppen und über 100 Seiten gesperrt, die gemäß Facebooks Richtlinien als gefährliche Individuen oder Organisationen einzustufen sind.

Für die freie Meinungsäußerung

Facebook wehrt sich: "Wir investieren jedes Jahr mehrere Milliarden Dollar in Mitarbeiter und Technologien, um unsere Plattform sicherer zu machen, schrieb der Chef der globalen Unternehmenskommunikation von Facebook, Nick Clegg.

"Wir haben die Zahl der Menschen, die für die Sicherheit unserer Plattformen zuständig sind, verdreifacht auf mittlerweile mehr als 35.000 Personen", berichtet Clegg.

Wenn Inhalte weder als Hassrede eingestuft würden noch gegen andere Richtlinien wie zum Beispiel Wahlbeeinflussung verstießen, entscheide man sich im Zweifel für die freie Meinungsäußerung."

Nick Clegg nimmt in seinem Gastbeitrag, der in Deutschland in der FAZ erschienen ist, das Netzwerk in Schutz. In den täglich mehr als 100 Milliarden Nachrichten und Interaktionen sei nur ein "winziger Bruchteil" hasserfüllt.

"Bei so vielen Inhalten, die jeden Tag veröffentlicht werden, ist das Entfernen von Hassrede wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen", schreibt der Ex-Politiker.

"Wenn wir Hassrede auf Facebook und Instagram finden, verfolgen wir einen Null-Toleranz-Ansatz und entfernen sie." Mittlerweile haben sich über 300 Unternehmen dem Werbeboykott gegenüber dem sozialen Netzwerk angeschlossen. Dazu muß man Wissen, Facebook hat über sieben Millionen Kunden.

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25.06.2020 der Wegaufzeichner

GFDK - Reden ist Silber - Eva Horstick-Schmitt

Erstveröffentlichung am 15. März 2013 auf GFDK - Martin Kippenberger war ein genialer,  sich selbstinszenierender Kunst-Clown mit radikaler Selbstironie.

Ich tauche mit Respekt ein in seine verletzliche Seele beim Blick auf sein umfangreiches Werk, präsentiert in der Nationalgalerie Hamburger Bahnhof Berlin.

Sein Leben als Mischpult der Kunst, in der er der Mittelpunkt sein wollte.

Er hinterfragt in seinen Werken sich, die Gesellschaft, die Kunst, den Markt – stilmixend, mit dem Hirn und Herzen eines chaotischen und sympathischen Treppentwisters. 

Die kunstbeflissene Jetztzeitgesellschaft - ob sie sein Werk versteht?

Seine Frösche am Kreuz glänzen auf uns herab wie ein Frosch-Ermahnung, uns besser mit der Natur zu versöhnen, als sie weiter zu quälen.

Martin Kippenberger - ich sage  Dir, egal wo du gerade bist im Universum - es ist ein Genuss  zu verstehen - wenn man mit dem Herzen sieht und nicht nur mit dem Verstand.

Das Bild, welches Du von Dir vermittelst, zeigt mir einen Menschen, der auch geht, wenn ein Tor ohne Kontur ist. Deine Nase ragt ebenso vorwitzig in die Welt, wie die mich berührenden Plakate deiner Ausstellungsankündigungen mit den schrägen Slogans, die an Dadaismus erinnern lassen.

Dein umfangreiches und abwechslungsreiches Lebenswerk in Form von Installationen, Malerei, Fotografie, Grafik und mehr beeindruckt genauso wie deine Statements.

Der Martin in der Ecke - als Skulptur - erinnerte mich an meine eigene Schulzeit  "Eva in der Ecke", wie es viele erinnern wird an eine Zeit, in der das Diktat des Gehorsams galt.

Die Plakate, Malereien und Fotografien lassen nicht nur erahnen, welch ein kluger Kopf hinter dem allen stand, sondern sind der Beweis für humorvolles und zynisches "Zeit-voraus-denken".

Als permanente "Ermahnungsleuchte" im Dickicht dieser Welten sammelte Kippenberger scheinbar alles was ihm vor die Füsse fiel und verarbeitete es zu einem leckeren Menü diverser Speisen, die uns manches Mal auch im Hals stecken bleiben sollen. 

Mich beeindruckte auch der Aufbau der Show, wie sie präsentiert wurde durch die verantwortlichen Kuratoren. Das war eine Höchstleistung, wo es doch 300 Werke kreativ unterzubringen galt.

Diese Kippenberger Show lohnt sich - und es fiel mir äußerst schwer, diese Aura des Werkes zu verlassen. Ich hätte mir gern mein Zelt dort aufgebaut und mehrere Tage diese Ausstellung genossen.

Kippenberger wurde nicht nur zu Lebzeiten von Dortmund ignoriert. 

Als das U gebaut -  2010 gerade fertig geworden - verwarf man in Dortmund schnell die Überlegung den Platz vorm U  "Kippenberger Platz" zu nennen, weil er doch Frösche ans Kreuz nagelte und die Inhaber der Provinzpossen aus Dortmund nicht gerade Durchblick bewiesen haben mit ihrer Art des Denkens.

Sie bekamen die Quittung. Eine Ausstellungsanfrage des Direktors des U wurde von den "Wächtern des Werkes Kippenbergers" zu recht abgesagt.

Martin Kippenbergers Mutter hat in Dortmund eh nur  kurz seine Windeln entsorgt, denn die Familie zog meines Wissen schon frühzeitig aus Dortmund weg.

Einige private sw Bilder des jungen Kippenberger lassen erahnen, welch inniges Verhältnis er zu seiner Mutter, seiner Familie hatte.

Auf mich wirkt er durch seine Kunst wie ein Mensch, der seinen Lebens-WEG ausdrücken wollte mit anderen Mitteln.  Einer, der durch seine Rastlosigkeit etwas suchte, was in der Welt ins Abseits geriet. 

Er verlor sich vielleicht auf der Autobahn des Lebens  und ertrug das alles nur noch mit einer nicht geringen Menge an Alkohol.

1997 starb er und wurde posthum zum berühmten Aussenseiter. Ich hätte ihm von Herzen gegönnt seinen Erfolg geniessen zu dürfen, der ihm seit einigen Jahren entgegen eilt.

Er wäre 2013  60 geworden. 

Trotz gefälltem Baum, eine Wurzel lebt   - und das ist diese seine Kunst. 

Die Kunst-Wurzel in die unendlich verschlungene Tiefe der Erde mit Abzweigwurzeln in alle Richtungen.

Eva Horstick-Schmitt

2013 im Februar 

arteve.de

Kuratiert von Udo Kittelmann und Britta Schmitz, Ko-Kuratorin: Miriam Halwan

23. Februar - 18. August 2013

Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart - Berlin

Invalidenstraße 50-51
10557 Berlin

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18.06.2020 Bücher von Starken Frauen

GFDK - Reden ist Silber - Sönke C. Weiss

Ihr Weltbestseller „Eat Pray Love“ verkaufte sich 15 Millionen Mal, Elizabeth Gilberts neuestes Werk „City of Girls“ verspricht auch wieder, die Verlagshäuser reich(er) zu machen:

Vivian wird aus der Provinz in die große Stadt geschickt, New York natürlich, wohin sonst, und findet sich in einem Trubel von Musicals, Bars, Jazz und selbstverständlich fiesen Gangstern wieder, bis sie in einen Skandal verwickelt wird, der ihr Leben für immer verändert.

Oha! Genau. Die ganze Schose spielt in den Vierzigern und, das muß Mann schon sagen dürfen, ist auf Frauen gemünzt, ähnlich wie „Eat Pray Love“ gestrickt ist. Vermutlich wird „City of Girls“ auch mit Julia Roberts verfilmt werden, denn das Muster Ende gut, alles gut, trägt die 496 Seiten für nur 16,99 Euro aus dem Hause S. Fischer (www.fischerverlage.de) wohl.

„Der Funke des Lebens“ ist Jodi Picoults 27. Buch und hat wesentlich mehr Tiefgang. Es beschäftigt sich mit dem immer wieder aktuellen Thema: Wie können die Rechte schwangerer Frauen in Einklang mit den rechten ungeborener Kinder gebracht werden?

Was sich zunächst nach einer Wiederholung von „hart aber fair“ anhört, liest ich in der Tat sehr spannend: An einem warmen Herbsttag stürmt ein Schütze in eine Frauenklinik in Jackson, Mississippi, nimmt alle Anwesenden als Geiseln, darunter auch die Tochter des leitenden Polizeiunterhändlers wie eine als Patientin getarnte Pro-Leben-Aktivistin.

Viele andere Nebenpersonen, die alle ihre eigene Geschichte haben, tragen zum Plot bei, ohne nur Seitenfüller zu sein. „Der Funke des Lebens“ ist emotional aufwühlend, ohne dabei zu manipulieren.

Zumindest nicht politisch, was die Autorin, die in Princeton und Harvard ausgebildet wurde, schon mal auszeichnet und verdient zu einer der mutigsten Gegenwartsautorinnen der USA macht.

„Der Funke des Lebens“ gibt keine Antworten, was vermutlich auch die Stärke des Buches ist. Erschienen bei C. Bertelsmann (www.randomhouse.de), hat der Roman 448 Seiten und kostet 20 Euro.

Sönke C. Weiss

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