18.09.2017 09:20 eben doch nicht alles Gold was glänzt?

Porträt des Monats - über Jungstar Matthias Rödder von Michaela Boland - Ein Mann will nach oben! Aus dem Leben eines Schauspielers

Michaela Boland hat für die GFDK den Schauspieler und Saenger Matthias Roedder gesprochen, der Mann will ganz nach oben

Michaela Boland hat für die GFDK den Schauspieler und Sänger Matthias Rödder gesprochen, der Mann will ganz nach oben. Bilder © Michaela Boland/GFDK 1-4 und © Laura ZOEPF 5 - 8

Der Journalistin Michaela Boland erzaehlte Matthias Roedder vom taeglichen Ueberlebenskampf

Der Journalistin Michaela Boland erzählte Matthias Rödder vom täglichen Überlebenskampf in einer Zunft, in der eben doch nicht alles Gold ist, was glänzt.

Dem Star-Regisseur Dieter Wedel hatte Matthias Roedder kurzerhand die Arbeit aufgekuendigt

Dem Star-Regisseur Dieter Wedel hatte Matthias Rödder kurzerhand die Arbeit aufgekündigt.

Ob das eine gute Idee von Matthias Roedder war wird sich noch zeigen

Ob das eine gute Idee von Matthias Rödder war wird sich noch zeigen.

Aber ploetzlich war Matthias Roedder beruehmt

Aber plötzlich war Matthias Rödder berühmt.

Um die drei Millionen Zuschauer sahen Matthias Roedder im Schnitt zu einer wunderbaren Sendezeit Abend für Abend

Um die drei Millionen Zuschauer sahen Matthias Rödder im Schnitt zu einer wunderbaren Sendezeit Abend für Abend

Nur drei Monate waehrte das Rollen-Glueck für Matthias Roedder

Nur drei Monate währte das Rollen-Glück für Matthias Rödder.

Matthias Roedder bleibt optimistisch

Matthias Rödder bleibt optimistisch, weil ich weiß, was ich tue und dass ich etwas drauf habe.

Von: GFDK - Michaela Boland

Was ist aus Matthias Rödder geworden? Michaela Boland hat für die GFDK 2010 mit ihm gesprochen, da wollte er noch ganz nach oben.

Plötzlich war er berühmt. Um die drei Millionen Zuschauer sahen ihn im Schnitt zu einer wunderbaren Sendezeit Abend für Abend auf der Mattscheibe. Lange nachdem er für große Namen wie Mario Adorf und Andre Eisermann eingesprungen war, jedoch mit Dieter Wedel nicht klar kam und dem Star-Regisseur kurzerhand die Arbeit aufkündigte, erhielt Jungschauspieler Matthias Rödder (29) ein verlockendes TV-Angebot:

Beim durchgehenden Tagesquotensieger unter sämtlichen Bildschirmformaten des deutschen TV innerhalb der werberelevanten Zielgruppe der 14 bis 49-Jährigen, bekam der selbstbewusste Mime die Möglichkeit, sein Gesicht einer Fernsehnation bekannt zu machen. Drei Monate währte das Rollen-Glück.

Jetzt warten neue Herausforderungen. Wie es sich anfühlt, plötzlich von sämtlichen Menschen erkannt zu werden, warum viele glauben, dass jeder, der im Fernsehen zu sehen ist, reich und glücklich sei, und aus welchem Grund man als Schauspieler zu aller erst sein eigener Manager sein müsse, verrät TV-Stern Matthias Rödder im Gespräch.

Der Journalistin Michaela Boland erzählt er außerdem vom täglichen Überlebenskampf in einer Zunft, in der eben doch nicht alles Gold ist, was glänzt.

In seiner Rolle als junger Musik-Manager einer neu zu formierenden Girlie-Group, „Amos“, wirkte er nicht nur professionell, straight und tough, sondern hin und wieder auch ein bisschen überheblich. Ganz anders als als türkischer Feuerwehrmann „Kadir“ in der täglichen actionreichen Nachmittagsserie „112 – Sie retten Dein Leben“ (RTL).

Den hilfsbereiten, verständnisvollen, manchmal etwas zickigen jungen Türken gab Rödder derart authentisch, dass es beinahe verwunderlich schien, ihn anschließend im erfolgreichsten Daily-Format Deutschlands, GZSZ (Anm. d. Red: Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ RTL), unvermittelt so arrogant wirkend zu sehen.

Das Gute daran: Ein Schauspieler, der es vermag, glaubhaft unterschiedlichste Charaktere darzustellen und darin zu überzeugen, kann eigentlich nicht schlecht sein.

Dass es jedoch für einen Mimen, der sich auch Charakter-Rollen wünscht, recht kompliziert werden kann, aus dem Serien-Schubladen-Denken der Köpfe mancher Produzenten wieder herauszugelangen, muss Rödder derzeit am eigenen Leibe erfahren.

Für eine kleinere Rolle beim ZDF, um welche er gerade kämpfe, könnte es sich nämlich problematisch gestalten, dass auf seinem Band vornehmlich RTL-Soaps zu sehen seien.

Ob es in Deutschland hinsichtlich der Besetzung von Schauspielern tatsächlich nur die Kategorien Film, Fernsehen und Soap gibt, in welchen man, soweit einmal in einer erschienen, auf ewig mit einem mehr oder weniger hochwertigen Stempel versehen, verhaften muss, will Matthias Rödder im Gespräch erläutern.

Hierzu haben wir uns am Rudolfplatz in Köln verabredet, wo Matthias bereits wartet. Lässig lehnt er bei ersten Frühlingssonnenstrahlen an einer Mauer und wirkt im modischen schwarzen Kurzmantel, mit dunkler Sonnenbrille und Dreitagebart recht entspannt.

Als er zur Begrüßung die Sonnengläser abnimmt, kommen tief blaue Augen zum Vorschein. In Kombination zum struppigen dunklen Haarschopf und ebenmäßigen Gesichtszügen, verwundert es kaum, dass der Schauspieler bereits seit einigen Jahren erfolgreich modelt.

Wir begeben uns in eines seiner Lieblingsfrühstückscafes in der Nähe und schon kurz nachdem wir bestellt haben, zeigt sich, was für die Domstadt typisch ist: Wir befinden uns in einer Medienmetropole, in der einem nahezu alle paar Minuten bekannte TV-Gesichter über den Weg laufen.

Pro 7-„SWITCH- Reloaded“-Star Michael Kessler nimmt gleich am Tisch hinter Matthias Platz, um sich mit einigen Herren zu besprechen. „Wie verlief dein Morgen bisher“, möchte ich von Rödder wissen. „Ich habe heute morgen bereits meine neuen Sed-Card-Fotos abgeholt und sie umhergemailt“, erzählt der Schauspieler lächelnd.

Er wirkt fröhlich und zuversichtlich. „Ich habe eigentlich immer etwas zu tun. Hier wieder mit jemandem in Kontakt treten, da wieder einer Produzentin etwas zuschicken, woanders noch mal auf sich aufmerksam machen. Das ist wichtig für einen selbst, dass du abends ins Bett gehst und sagst: Ich habe etwas getan.

Für mich wäre es das Schlimmste, mir vorwerfen zu müssen, nichts getan zu haben“, sagt der Schauspieler. Derzeit steht er im Kölner Theater Tiefrot in der Dagobertstraße in dem Stück „Die Bakchen“ auf der Bühne und gibt darin Dionysos. Am 19., 20. und 21. Mai ist er dort noch zu sehen.

Noch vor wenigen Wochen glänzte er in der RTL Serie „Gute Zeiten schlechte Zeiten“ und machte Co-Star Anne Menden (Anm. d .Red: Spielt die „Emily Höfer“) den Einstieg in eine Mädchen-Kombo als engstirniger Girl-Group-Manager richtiggehend schwer.

Für diese Rolle habe er sich typische Manager genauer angesehen, oder auch einen Dieter Bohlen bei DSDS (Anm. d. Red: Deutschland sucht den Superstar) beobachtet.

Auf die Frage, ob er sich vom Pop-Titan eine spezielle Verhaltensweise für seine Rolle abgeguckt habe, antwortet der Mime: “Nee nee, es war einfach nur dieses „ein bisschen groß auftreten“, was ich da gesehen habe.“. Nach drei Monaten war die von vorneherein zeitlich begrenzte Drehzeit in Berlin vorüber.

Wenngleich der Mime auch gerne mitgespielt hat, so sieht er seine Zukunft längerfristig nicht in der Welt der Seifenopern. Obgleich es nämlich ein dankbarer, finanziell lukrativer Job sei, bei dem man auch viel lernen könne, würde es schwer bis unmöglich, etwas anderes zu bekommen, wenn man erst mal ein paar Jahre in der Soap gesteckt habe.

„Ich glaube einfach, dass wenn du dich für dein Leben lang im Job des Schauspielers etablieren möchtest und auch den Anspruch an dich selbst halten willst, dann musst du wirklich sehen, dass du in verschiedenen Formaten mitspielst und nicht immer nur die Soap bedienst“, konstatiert Rödder.

Seine ersten schauspielerischen Einsätze in Sachen Theater hatte der heute 29-Jährige übrigens bereits vor annähernd zehn Jahren inmitten einer recht prominenten Runde: Bei den Wormser Nibelungenfestspielen unter der Regie von Kult-Spielleiter Dieter Wedel fungierte der junge Rödder als Probendouble.

Für Schauspielgrößen wie Mario Adorf oder Andre Eisermann, die Engagements an großen Häusern und somit kaum Zeit für die Nibelungen-Proben hatten, durfte der junge Rödder Texte einlesen und ersatzweise neben Schauspielerin Maria Schrader einspringen.

Die Regie unter Dieter Wedel sei für den angehenden Mimen damals recht hart gewesen. „Ich habe nach zwei Monaten meinen Job bei Wedel gekündigt, weil er mit mir umging, wie er auch bekannt dafür ist“, erinnert sich Matthias Rödder.

„Er hat mich einfach ignoriert, nennen wir es so. Und dann habe ich schlichtweg gesagt, gut, ich glaube, meine Arbeit wird hier nicht gebraucht und bin erst mal nach Ibiza geflogen“ erzählt der Schauspieler.

Mit seinen knappen 20 Jahren, schmunzelt Rödder, habe er zum damaligen Zeitpunkt natürlich noch gar keine Ahnung davon gehabt, was er tat, als er Dieter Wedel einen Job kündigte. Trotz seines „tollkühnen“ Verhaltens gegenüber dem Star-Regisseur, ging es für Rödder munter weiter.

Von einer Komparsen-Agentin jener Festspiele von der Urlaubsinsel zurückgebeten, arbeitete Rödder fortan für magere 16 DM am Tag den Rest der Zeit als Komparse weiter.

So gab er denn einmal den toten Soldaten, ein anderes Mal den Fanfarenbläser oder bediente hin und wieder auch einfach nur den Pausengong. „Heute bin ich sehr stolz darauf, das gemacht zu haben“, erzählt Matthias Rödder, der zu jenem Zeitpunkt ja längst Schüler einer Mainzer Schauspielschule war.

Er habe keineswegs das Gefühl gehabt, durch seine Komparsentätigkeit ein paar Schritte zurück zu treten, denn im Endeffekt habe es ihm weitaus mehr gebracht, als sich auch weiterhin von Wedel ignorieren zu lassen. „Was war der Grund für deinen Berufswunsch“, frage ich den Schauspieler, der bereits vor GZSZ ein Jahr lang für die RTL-Serie „112 – Sie retten dein Leben“ vor der Kamera stand.

„Vor 15 Jahren wollte ich, so glaube ich, mal das, was manche meiner Kollegen in meinem Alter wohl auch heute noch wollen“, lacht der Mime, „nämlich, reich und berühmt werden. Ich habe aber dann zwischenzeitlich gelernt, dass das nicht die Realität ist“, gibt er ernüchtert zu.

In seiner Heimatstadt, Wissen an der Sieg, wo es nicht sonderlich viel Kultur gegeben habe, habe er als Jungendlicher stets „Verbotene Liebe“ (Anm. d. Red: Soapoera, die seit 1995 täglich in der ARD zu sehen ist) geguckt. Inspiriert und fasziniert durch die Figur der Clarissa von Anstetten (Anm. d. Red.: hinterhältige Intrigantin in der Serie) habe Rödder als Teenager ursprünglich selbst Soap-Star werden wollen.

Erst durch die Ausbildung in der Schauspielschule sei ein tiefes Interesse an der Theaterarbeit gekommen. “Zuvor“, so sagt er, „hatte ich gar keinen Zugang zum Theater.

Doch dann hat es mich gefesselt und ich begriff, dass es eine wesentlich intelligentere Form der Unterhaltung sein kann als viele Dinge, die du im Fernsehen siehst“ Bereits mit 15 Jahren sei Rödder an einer Schauspielschule in Siegburg aufgenommen gewesen, habe aber dann mit seinem Vater den Deal geschlossen, erst mal eine herkömmliche Ausbildung abzuschließen.

„Meine Eltern sicherten mir zu, dass wenn ich nach drei Jahren noch immer den Wunsch verspüren sollte, Schauspieler zu werden, dann geschlossen hinter mir zu stehen und mich in allem zu unterstützen“, erzählt Rödder.

Gesagt, getan. Nach seinem Realschulabschluss absolvierte er zunächst eine Ausbildung zum Bauzeichner, anschließend leistete er Zivildienst in der Krankenpflege, um dann endlich sein Schauspielstudium an einer privaten Schule in Mainz zu beginnen.

Auch noch während des Studiums jobbte er nebenbei als Pflegehelfer, um sein Budget aufzubessern. „In dieser ganzen oberflächlichen Welt des Films und Theaters war es mir besonders wichtig, gerade so einen Job zu machen“, sagt Matthias Rödder.

„ Du hast schon immer mit Menschen zu tun, die , vorgeben, etwas zu sein, was sie nicht sind. Im Gegensatz hierzu siehst du dann im Pflegeberuf ganz andere Dinge, das hat mir ganz viel gegeben“, erinnert er sich.

Schon mit 22 Jahren war Rödder sodann fertig mit seiner Schauspielschule und konnte loslegen. Vorausschauend wie er nun einmal denkt, hatte er sich bereits zu Schauspielschulzeiten nach einem Management umgesehen. Durch dieses gab es nämlich dann auch schon frühzeitig Castings.

Dennoch bleibt offensichtlich auch noch viel Arbeit für ihn selbst übrig „Ich glaube, das Wichtigste für einen Schauspieler ist, zu verstehen, dass man wahnsinnig viel arbeiten muss. Ich verstehe meinen Job schon fast mehr als Manager und mein eigener Agent, als dass ich Schauspieler bin.

Du musst immer mit der Zeit gehen, dich immer bewerben, dich vor allem immer wieder ins Gespräch bringen und für alles offen sein, sowie verschiedene Fächer bedienen können“, beschreibt Matthias Rödder.

Warum man die Schauspielerei oftmals als „brotlose“ Kunst definiert hat, davon weiß auch der Jungmime ein Lied zu singen. Offen erzählt er, wie es ist: „Es gibt nicht einen graden Weg, man muss auch Kurven gehen.

„Es war eine verdammt harte Realität, in die ich nach der Schauspielschule hineingeschmissen wurde“, sagt der gebürtige Wissener. „Ich habe zunächst fest im Ensemble am Stadttheater Bamberg bei Rainer Lewandowski gespielt.

Ich spielte die männliche Hauptrolle im Musical „Harry & Sally“, spielte im Stück „Die Altruisten“ und „Das Maß der Dinge“. Eigentlich hatte ich einen Zweijahresvertrag, ging aber schon vorher, weil Bamberg am Arsch der Welt lag und ich durch die ganzen Theaterproben einfach nicht agieren konnte“, sagt Rödder.

Dann sei er eben auf gut Glück nach Köln gezogen, ohne einen festen Job zu haben. Wie hart sich das Leben ohne einen solchen gestalten kann, sollte Schauspieler Matthias dann schon bald erfahren.

Um sich über Wasser zu halten, nahm der attraktive Single unzählige Nebenjobs an: „Ich musste dreieinhalb Jahre im Einzelhandel Klamotten verkaufen, was übrigens der schlimmste Job meines Lebens war. Außerdem habe ich weiter in der Krankenpflege gearbeitet, gekellnert und im Callcenter gesessen“, gibt er zu.

Dann sei ein Angebot aus Frankfurt am Main gekommen, den Claudius in Hamlet zu spielen, anschließend die Einladung, an die Bochumer Studiobühne zu gehen. Haken: Leider alles ohne Bezahlung.

Aus Leidenschaft zu seinem Beruf habe Rödder dann beide Projekte gemacht und sie letztlich durch seine Nebenjobs finanziert. „Konntest du die Schauspielarbeit ohne Bezahlung in irgendeiner Form genießen, wenn die ursprüngliche Motivation diesen Beruf zu ergreifen, die war, reich und berühmt zu werden“, frage ich den 112-Bildschirmhelden.

„Es war wirklich ultrahart mitzuerleben, wie die Realität aussieht, weil du wahnsinnig viel Energie aufbringen musstest, sehr viel Zeit in Zügen verbrachtest, die einfach unbezahlt war“, antwortet der Mime. „Du hast dich quasi für einen Beruf entschieden, wo du froh sein musst, ihn machen zu dürfen“, fügt er hinzu.

Dennoch habe ihm jedes Stück wahnsinnig viel Spaß bereitet. Besonders, so betont er, wenn er mit Laien gespielt habe. „Profi-Schauspieler haben schon mal sehr einen an der Klatsche“, petzt Rödder und ergänzt, dass sie sich häufig gerne selbst reden hörten und mit Sprüchen wie: „ Du, ich fühl`s noch nicht so ganz“, aufwarteten, was Matthias Rödder zum „da könntest du ja nur noch kotzen“, findet.

Das Zusammenspiel mit Laien habe er demgegenüber oftmals genossen, wenngleich jene Zeit natürlich schon schwierig gewesen sei und er viele Probleme gehabt habe. Diese, so räumt er ein, habe er allerdings bis heute. So beschreibt er: „Dass du wirklich teilweise in Depressionen verfällst und sagst, das kann doch nicht sein, ist das dein Job?“

Monatelang habe man keinen Job und dann wisse man plötzlich nicht mehr, wo man alle Jobs hinpacken solle „Da verdienst du auf einmal in einem Monat so viel, dass du das ganze Jahr damit leben kannst, sitzt aber den Rest des Jahres herum“, erklärt er. Man habe einfach Null Sicherheit, keinen roten Faden darin.

Diesen findet man dafür aber um so eher in seinem eigenen Soloprogramm: „Ohne Dich ist es blöd“. Erst im März führte Rödder das „One-Man-Stück“ begleitet von seiner Pianistin in Wuppertal auf. Darüber hinaus ist es über seine Homepage auch für Restaurants buchbar.

Im Stück, welches Rödder gemeinsam mit Dramaturgin Julia Wahren entwickelt hat, geht es um einen auf die 30 zugehenden Mann, mit Dreitagebart, welcher sich mit Schoko, Tee und Teddy auf dem Sofa liegend, durch die Höhen und Tiefen der Liebe denkt.

Er habe zeigen wollen, erläutert Matthias Rödder, dass der ganz normale Mann auch ohne Alkohol und Kippe in seinen vier Wänden leiden könne. Zufall sind die Parallelen zum Hauptdarsteller wohl kaum.

So entschlüsselt dieser denn auch, dass das Stück, das erstmalig vor fünf Jahren in Bamberg aufgeführt wurde, deshalb entstanden sei, weil er damals wahnsinnigen Liebeskummer gehabt habe und am liebsten nur traurige Gedichte vorlesen wollte.

Alt-Freundin Julia Wahren habe sich dann aber mit der früheren Pianisten seiner angenommen und ihm klar gemacht, dass traurige Gedichte kein Mensch brauche. Kurzerhand wurde gemeinschaftlich das Soloprogramm entwickelt.

 „Daran hängt mein ganzes Herz“ erklärt Matthias Rödder, der in dem Stück von „Kann den Liebe Sünde sein“ über Silbermondlieder bis hin zum Robbie -Williams-Song „Angels“ auch sein gesangliches Talent unter Beweis stellt. Einziger Wermutstropfen:

„Das Ding zu vermarkten und damit auftreten zu können, ist halt die Hölle“, beklagt der Schauspieler. Es seien viele Glücksgriffe dabei gewesen und manche Kontakte, habe er im Theater gemacht. Außerdem kämpfe man in Köln mit der Presse.

„Einmal habe ich sogar einer Redakteurin angeboten, ihr eine Woche im Büro zu helfen, wenn sie bitte, bitte kommen und eine wie auch immer geartete Kritik schreiben würde“. Zwar seien die Ankündigungen allesamt gut gelaufen, worum sich Multitalent Rödder allerdings auch selbst habe kümmern müssen.

Dies sei auch immer wieder seine Kritik an Köln: „Dieses Geklüngel und dieses Bitten müssen und dass die Kultur so vernachlässigt wird, das ist echt schlimm.“

Umso stolzer zeigt er sich darauf, sich auf eine Bühne stellen und die Menschen unterhalten zu können. „Und wenn es anderthalb Stunden sind, in denen ich die Leute allein unterhalten muss, dann kann ich das auch“, sagt er.

Ohne arrogant klingen zu wollen, stellt Rödder fest, dass dies zeige, diesen Beruf eben wirklich erlernt zu haben. „Ich habe es einfach gelernt und weiß, was ich da tue.“ Schade nur, dass er nicht gerade immer mit einem Plusbetrag nach Hause gehe, sondern es ihn manches Mal noch Geld koste, wenn er an einem Abend sein Soloprogramm spiele.

„Selbst wenn 180 bis 200 Leute da sitzen, kann es noch sein, dass ich durch die ganze Werbung, wie Plakate und alles weitere, gerade mal mit Plus minus Null da raus gehe“, rechnet er vor.

Das Schauspielerdasein stellt somit wohl nicht immer ein bequemes Leben dar, so scheint es. Doch Rödder praktiziert seinen Job mit Leidenschaft und bleibt ihm dauerhaft treu. „Schauspiel war immer das, was ich wollte, so hart die Zeiten auch waren“, sagt er überzeugt.

Wenn man natürlich nach so einer Soap monatelang da hänge, nichts zu tun habe und nicht wisse, was man machen könne, wäre das nicht eben schön. „Ich habe mich auch auf verschiedene Nine-to-Five-Jobs beworben, was natürlich schwierig ist, gerade, wenn du so in der Öffentlichkeit gestanden hast.

Womit der Schauspieler schon deshalb Recht behält, als noch lange erkannt wird, wer in einem erfolgreichen Fernseh-Format mitgewirkt hat. Wichtig sei dem attraktiven TV-Beau Authentizität, was die Schauspielerei anbelange.

Dass sie ihm auch im wahren Leben wichtig zu sein scheint, merkt man schnell, wenn man sich mit dem direkten Mimen unterhält. Stets nennt er die Dinge beim Namen, unverblümt, ehrlich und auf den Punkt. So meint er denn auch:

„ Die Leute wollen vielleicht nicht hören, dass es mir mal schlecht geht. Die denken halt, jeder, der im Fernsehen ist, ist reich, glücklich sowieso und trägt nur Designer-Klamotten. Die Leute wollen eigentlich keine negativen Sachen ihrer Idole, das wollen sie nicht hören.“

Um seine Ziele zu erreichen, muss man jedoch hin und wieder Opfer bringen. Rödders Vorteil: Er denkt seit jeher bodenständig und jobbt regelmäßig nebenher abends in einer Discothek.

Auf die Frage, wo er in seinem Leben genau hin möchte und was er gezielt dafür tut, um dies zu erreichen, sagt der ehemalige GZSZ-Mime: „Du musst jeden Tag ran, kannst also nicht zu Hause sitzen und warten bis dein Agent anruft, sondern solltest auch selbst Ideen haben.

Ich stehe jeden Morgen auf, mache diese ganze Managerarbeit über E-Mail und Telefon.“ Oftmals seien es Dinge, die aus dem Bauch heraus kämen, auch schalte er nie ab, sondern sei in Gedanken immer irgendwie bei seinem Job.

„Ich bin optimistisch, weil ich weiß, was ich tue und dass ich etwas drauf habe. Einzig sei schwierig, die Chance zu erhalten. Doch was dies anbelangt, zeigt Rödder sich genauso zuversichtlich: „Ich warte halt wirklich auf die Menschen, die sagen, o.k., wir geben dir die Chance“.

„Fernsehfilm, Viertel nach acht, beispielsweise „Inga Lindström“, ob er sich so etwas wohl vorstellen könnte, möchte ich wissen. „Absolut“, befindet Rödder, „ich finde die gut.“

Trotz Nebenjob und Hauptjob, seiner Schauspielerei, bleibt Matthias Rödder auch noch ausreichend Zeit für seine zweite große Leidenschaft, die Musik. Augenblicklich bastelt er an seiner ersten CD. Alle englischen Texte habe er selbst geschrieben.

Es gehe um die Liebe, darum, man selbst zu sein und das zu tun, was man tun wolle. „Ich glaube da einfach dran“, schwärmt der sympathische Matthias. „Das CD-Projekt ist eine meiner besten Arbeiten und macht mich einfach glücklich“. Gemeinsam mit der New Yorker Sängerin Pamela Falcon hat Matthias Rödder großen Spaß am Singen, wenngleich er sich auch über Chancen am Markt derzeit noch wenig Gedanken macht.

Optimistisch blickt er in die Zukunft: „Du kannst sehr erfolgreich sein, wenn du auch mal über Umwege gehst und, genau wie in der Schauspielerei, nicht immer den leichten Weg wählst“ ist er sich sicher.

Ganz leicht wird es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wohl nicht werden, da der 29-Jährige nach einem Disput mit dem Produzenten derzeit ein neues Team für die Produktion seiner Scheibe sucht.

Auf die Frage, welchen Rat er jungen Kollegen geben würde, die heute da stehen, wo er schon vor zehn Jahren stand, antwortet der Wahlkölner, der übrigens Trompete spielt:  „Lern was Vernünftiges (lacht). Nein, ich würde ihm raten, in sich zu gehen und es sich gut zu überlegen.

Du musst es dir als einen der härtesten Jobs der Welt vorstellen. Ich habe hier in den Kneipen viele junge angehende Schauspieler kennen gelernt, die gerade auf der Schule sind und einen dann irgendwie anhimmeln, weil sie einen aus dem Fernsehen kennen.

Also, ich bin knallhart mit der Realität und sage denen auch ganz direkt, du, ich gehe gerade zum Arbeitsamt oder auch, ich kriege gar kein Geld mehr vom Arbeitsamt, denn warum soll ich das nicht sagen? Eine Ulrike Folkerts sagt auch, wenn sie gerade keinen Tatort dreht, sitzt sie ebenfalls da und stempelt.“

„Du musst oft mehr Manager sein als Schauspieler, darauf musst du dich einstellen. Es ist kein bequemes Leben“, fügt er hinzu. Und dennoch werden seine Augen wohl leuchten, wenn er demnächst wieder sein Soloprogramm „Ohne dich ist es blöd“ spielt, vor der Kamera oder auf den Brettern, die nicht nur ihm die Welt bedeuten, steht. 

Matthias Rödder ist ein deutscher Schauspieler und wurde am 20.03.1981 in Wissen an der Sieg geboren. Sein Vater arbeitet als Projektleiter in einer Firma, die Schulen baut, seine Mutter ist Hausfrau.

Rödder, der noch eine Schwester hat, absolvierte seine Schauspielausbildung an der Schauspielschule Mainz in den Jahren 2001 bis 2004, außerdem nahm er an unterschiedlichsten Workshops in Mainz, Wiesbaden und Worms teil. Einem größeren Publikum würde der Schauspieler durch seine Serienrolle „Kadir Karabulut“ im RTL-Format „112 – Sie retten dein Leben“ bekannt.

In 2009 spielte er darüber hinaus an der Seite von Seriensternchen Anne Menden und Ex-DSDS-Bohlen-Aufreger Annemarie Eilfeld im RTL-Quotenhit „Gute Zeiten schlechte Zeiten“. U.a. war er auch in Filmen wie „Das Büro“oder Dörte`s dancing“ zu sehen.

Am Staatstheater Mainz wirkte er in „Gloria von Jaxtberg“ mit, außerdem war er im Musical „Hexe Lili“ zu sehen. Mit seinem Soloprogramm „Ohne dich ist es blöd“ begeistert Matthias Rödder in regelmäßigen Abständen sein Publikum.  

  

Michaela Boland ist Journalistin und TV-Moderatorin. Bekannt wurde sie als Gastgeberin der WDR-Sonntags-Nachmittags-Show „HOLLYMÜND“. Für „Guten-Abend-RTL“ arbeitete sie als Redakteurin und On-Reporterin. Darüber hinaus präsentierte sie die Vorabendshow „Studio Eins“ in der ARD. Auf 3-Sat moderierte sie die Kulturtalkshow „Doppelkopf“, außerdem die Casinoshow „Casinolife“ auf TV NRW.

Für die Gesellschaft Freunde der Künste moderiert sie den Kaiserswerther Kunstpreis sowie alle grossen Kulturveranstaltungen der Gesellschaft.

Seit mitte 2009 ist sie verantwortlich für die Ressorts:

Exklusivinterview und

Porträt des Monats