21.07.2011 07:54 Ein ständiges Ärgernis für sie

Zu hohe Eintrittspreise für ihre Auftritte - stern: Anna Netrebko will ein Restaurant eröffnen und kann "La Traviata" nicht mehr hören - Die Starsopranistin im Interview

Foto: © Felix Broede

Von: stern-Ressort Kultur und Style

Hamburg (ots) - Anna Netrebko wird zur Gastronomin. Der weltweit umjubelte Popstar der klassischen Musik plant gemeinsam mit seinem Lebensgefährten, dem Bariton Erwin Schrott, ein Restaurant zu eröffnen.

Das verrät die Sängerin in einem Interview in der neuen, am Donnerstag erscheinenden Ausgabe des Hamburger Magazins stern. "Es soll etwas ganz Modernes, Interessantes sein", sagt Netrebko. "Wir gehen im Moment oft in Sternerestaurants, um herauszufinden, was es alles gibt.

Wir haben auch schon einen Koch im Auge." Sie wolle nicht ausschließlich in der Welt der Musik leben: "Irgendwann habe ich verstanden, dass ich mich nicht weiterentwickele, wenn sich mein ganzes Leben immer nur um die Musik dreht. Man kommt dann an einen Punkt, an dem es auch etwas anderes im Leben gibt."

Über die Erwartungen ihres Publikums an sie, sei sie sich völlig im Klaren, so die Sängerin weiter: "Sie wollen einen Hit nach dem anderen hören. Sie wollen nur die bekannten Arien.

Und wenn ich zum Schluss meine Schuhe nicht in die Luft werfe und wild barfuß tanze, sind sie enttäuscht." Eine weitere Enttäuschung für ihre Fans dürfte auch der Abschied der Sopranistin von einer ihrer Paraderollen sein:

"Ich kann 'La Traviata' nämlich nicht mehr hören! Es ist wunderbare Musik, aber du kannst nicht die eine Rolle dein ganzes Leben lang wieder und wieder spielen." Andere beliebte Opernpartien werde sie ebenfalls nicht übernehmen, sie möge sie einfach nicht: Die Desdemona aus dem "Othello" zum Beispiel. Oder die Liu aus "Turandot".

Ein ständiges Ärgernis für sie, sagt Netrebko im stern, seien die Eintrittspreise für ihre Auftritte: "Egal wo ich hinkomme kämpfe ich gegen diese überhöhten Ticketpreise, ich hasse das, es nervt mich. Ich habe auch nichts davon. Ich bekomme meine Gage und bezahle davon 50 Prozent Steuern. Den Rest bekommen andere."

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