29.03.2013 09:01 Planer ohne Mut?

Zögern und zaudern der Kulturpolitiker - Ein Musterbeispiel für mangelnden Mut in Frankfurt

Mittelteil des Museumsufers mit den (drei) Häusern des Museums der Weltkulturen (links). Rechts von der Schweizer Strasse folgt das Filmmuseum und das Architekturmuseum. Das Museum für Angewandte Kunst wird links vom Commerzbank Tower und ein Teil des Architekturmuseums durch den Eurotower verdeckt.

Mittelteil des Museumsufers mit den (drei) Häusern des Museums der Weltkulturen (links). Rechts von der Schweizer Strasse folgt das Filmmuseum und das Architekturmuseum. Das Museum für Angewandte Kunst wird links vom Commerzbank Tower und ein Teil des Architekturmuseums durch den Eurotower verdeckt. Fotos: dontworry, Wikipedia

Museum für Kommunikation, Staedel, Liebieghaus und Museum Giersch bilden den dritten (und letzten) Teil des Museumsufers. Links unten sieht man die Rückseite des Jüdischen Museums. Kürzeste Verbindung ist über den Holbeinsteg möglich.

Museum für Kommunikation, Staedel, Liebieghaus und Museum Giersch bilden den dritten (und letzten) Teil des Museumsufers. Links unten sieht man die Rückseite des Jüdischen Museums. Kürzeste Verbindung ist über den Holbeinsteg möglich.

Von: GFDK - Stefan Lüddemann

So ändern sich die Zeiten: Frankfurt leistete sich in den Achtzigerjahren ein ganzes "Museumsufer". Der Vergleich mit dem Wiener "Museumsquartier" oder gar der Berliner "Museumsinsel" war gewollt. Jetzt zögern und zaudern die Kulturpolitiker der Mainmetropole vor dem vergleichsweise überschaubaren Projekt eines Romantikmuseums, das mit 16 Millionen Euro nur knapp ein Drittel des neuen Essener Museums Folkwang kosten würde.

Ein Musterbeispiel für mangelnden Mut? Beileibe nicht. Inzwischen gehört nicht nur die Gründerzeit der "Neuen Kulturpolitik" der Vergangenheit an. Kommunen haben auch gelernt, was es heißt, die Folgekosten neuer Kulturhäuser bewältigen zu müssen. Kein Wunder, dass Museumsplanungen immer häufiger erst dann vorankommen, wenn private Geldgeber auf den Plan treten.

Ein Romantikmuseum würde allerdings Schätze präsentieren, die bislang nur im Archiv liegen. Das Haus könnte helfen, ein gewichtiges Stück deutscher Kulturgeschichte neu zu entdecken. Das Konzept muss allerdings stimmen. Blaue Blume und Mondscheinnächte scheinen heute ferner denn je zu sein. Die Besucher werden ihren Weg zu Novalis und Co. erst wieder finden müssen.

Stefan Lüddemann

Neue Osnabrücker Zeitung