10.05.2017 19:11 Gewinne versteuern – ja oder nein?

Wie sieht es in Deutschland aus? Sind Gewinne aus Glückspielen steuerfrei

Muessen Gewinne aus Gluecksspielen versteuert werden

Viele spielen Glücksspiele im Internet. Sind diese von der Steuer befreit oder müssen Spieler ihre Gewinne versteuern? Foto (c) GFDK

Von: GFDK Redaktion

Die Deutschen spielen gerne. Der deutsche Glücksspielmarkt profitiert davon und nimmt bis zu 11 Milliarden Euro brutto jährlich ein. Davon fließen rund drei Milliarden Euro an den Staat. Doch wie sieht es mit den Gewinnen der Spieler aus? Müssen Spieler, die online wie auf roulettonline24.de spielen, oder ihr Glück in der Spielbank versuchen, eine Steuer zahlen?

Gewinne versteuern – ja oder nein?

Gelegenheitsspieler müssen sich keine Gedanken um die Steuer machen. Das Gleiche gilt für Lottospieler. Ihre Gewinne sind komplett steuerfrei. Kein Wunder, dass die Deutschen deshalb so gerne spielen. Denn steuerlich ist ein Glücksspielgewinn ein echter Treffer. Kein Cent muss an das Finanzamt abgegeben werden.

Erst wenn der Gewinn angelegt wird und dadurch Zinsen oder weitere Gewinne abfallen, muss eine Steuer gezahlt werden. Warum ist das so? Der Staat sieht den Gewinn von Casinospielen als Zufall an. Dabei spielt es keine Rolle, wie hoch der gewonnene Betrag ist. Selbst bei dem Knacken eines Jackpots in Millionenhöhe, was beim Spielen von progressiven Jackpotslots in Online Casinos häufig vorkommt, langt das Finanzamt nicht zu.

Bei Profispielern sieht es anders aus

Allerdings gelten bei Profispielern andere Regeln. Als Profispieler zählt jemand, der sich seinen Lebensunterhalt mit Glücksspiel-Gewinnen verdient und zwar auch dann, wenn das nur zum großen Teil und nicht ausschließlich passiert. Sprich, wenn über 50 Prozent des Verdienstes monatlich aus Glücksspielgewinnen fließen, meldet sich das Finanzamt schnell.

In der Regel muss der Spieler seine Gewinne wie ein Freiberufler versteuern und diese in der Einkommensteuererklärung angeben, da er den „Glücksspiel-Sport“ beruflich ausübt. Übrigens darf das Geld aus Gewinnen nicht einfach verschenkt werden. Dann muss eine Schenkungsteuer gezahlt werden – lediglich Eltern, Lebens- und Ehepartnern, Kindern und Geschwistern steht ein Freibetrag zu.

Sportwetten bilden die Ausnahme

Bei Sportwetten wird seit dem Jahr 2012 eine Wettsteuer in Höhe von fünf Prozent erhoben. Diese wird entweder vom Wettgewinn des Kunden oder vom Einsatz abgezogen. Hier haben die Buchmacher Spielraum. Die Steuer ist allerdings Pflicht und lässt sich nicht umgehen. Es sei denn, der Sportwetten-Anbieter selbst bezahlt diese (das kommt nur sehr selten vor).

Die Einführung der Wettsteuer dient aber nicht dazu, die Spieler zu bestrafen, sondern zu schützen und die Wettanbieter vom deutschen Markt zu verdrängen. Das gelang aber nur kurze Zeit. Mittlerweile ist alles beim Alten. Naja, immerhin sichert sich der Staat damit weitere Steuereinnahmen. Ob das sinnvoll ist oder nicht, sei dahin gestellt.

Fazit:

Übrigens, der Fiskus will auch bei Poker, (das viel mit Strategie zu tun hat), Preisgeldern und anderen Arten des Vergnügens zulangen. In einigen Fällen tut er das schon. So wurden selbst bei Wissenschaftspreisen die Gewinner mit einer Steuer belastet.

Bald weht vielleicht sogar ein noch schärferer Wind. Die Rechtsprechung könnte demnächst die Gewinne von Glücksspielen aus Online Casinos und Spielbanken in Angriff nehmen. Das wäre ein logischer Schritt, sind doch Sportwetten bereits mit einer Steuer versehen.