25.02.2012 07:18 Stiftung Kunsthalle Mannheim lobt Architektenwettbewerb aus

Visionäre Architekten für neue Kunsthalle Mannheim gesucht

Billing-Bau der Kunsthalle Mannheim, Foto: Robert Häusser

Von: Birgit Scheidecker

Bereits seit 2009 arbeitet die Kunsthalle Mannheim gemeinsam mit
Politik und Stadtgesellschaft strategisch an der Konzeptentwicklung
für einen Museums-Neubau. In Zusammenarbeit mit internationalen
Museumsexperten wurde jetzt – auf der Basis eines museologischen
Nutzungskonzeptes – ein komplexer Anforderungskatalog für die
neue Kunsthalle Mannheim erstellt. Nicht nur eine herausragende
Qualität der Architektur und eine verbesserte funktionale Infrastruktur
rücken in den Fokus, sondern auch die ökologische und die
ökonomische Nachhaltigkeit des Bauwerks. Heute lobt die neu
gegründete Stiftung Kunsthalle Mannheim den Architektenwettbewerb
aus.


Mit den Schwerpunktthemen Klima, Licht und Sicherheit sowie der
Notwendigkeit einer effizienten Infrastruktur stehen auch weitere
wesentliche Ziele für einen Neubau fest: Energieeffizienz, Barrierefreiheit
und Besucherorientierung. Doch innerhalb dieser Vorgaben gibt es viel
Spielraum. Der Neubau der Kunsthalle Mannheim – als Teil des Jugendstil-
Ensembles um den Wasserturm – soll neben den funktionalen
Anforderungen auch höchste ästhetische, wirtschaftliche und ökologische
Maßstäbe erfüllen.


„Das Friedrichsplatz-Ensemble ist von einzigartiger Bedeutung und
Qualität. Das ist Chance und Herausforderung zugleich. Es ist die
einmalige Chance, einen signifikanten Ort mit hohem Wiedererkennungswert
zu schaffen. Das empfiehlt uns zum Beispiel die
Stadtsoziologin Martina Löw: Einen spektakulären Neubau, ohne den
Mannheim künftig nicht mehr zu denken ist. Andererseits ist die
Anforderung hier besonders hoch, dies nicht gegen das, sondern mit dem
Ensemble zu realisieren“, erklärt Dr. Peter Kurz, Oberbürgermeister der
Stadt Mannheim und stellvertretender Vorsitzender der Stiftung Kunsthalle
Mannheim.

 

Um den idealen Entwurf zu finden, der all diese Ansprüche perfekt
zusammenführt, lobt die Stiftung Kunsthalle Mannheim einen
Internationalen Architektenwettbewerb aus.
„Natürlich ist uns seit langem klar, welche Eckdaten der Neubau erfüllen
muss“, sagt Kunsthallen Direktorin Dr. Ulrike Lorenz. „Doch die
Aufgabenstellung, ein Kunstmuseum im Spannungsfeld von Architektur,
Funktion und Energieeffizienz neu zu denken, bietet naturgemäß viel
Interpretationsraum. Sie ist vor allem eine riesige Herausforderung, an der
sich visionäre Architekten reiben und entzünden können.“
Architektenwettbewerbe sind ein beliebtes Mittel, für komplexe
Bauvorhaben völlig verschiedene innovative Lösungsansätze zu finden.
Für den Neubau der Kunsthalle Mannheim wird es einen mehrstufigen
Wettbewerb mit internationaler Beteiligung geben. Im ersten Schritt wird
das vorgeschaltete offene Bewerberverfahren am 17.02.2012 europaweit
ausgeschrieben.

Prinzipiell jedes Architekturbüro, das über die
notwendigen Qualifikationen verfügt, kann sich hierfür mit einer
Selbstdarstellung bewerben. Aus dem voraussichtlich großen
Bewerberkreis werden Ende März auf der Grundlage eines klaren
Kriterienkatalogs 13 erfahrene und drei junge Büros ausgewählt.
Am 26.03.2012 beginnt der eigentliche, nichtoffene und anonyme
Planungswettbewerb mit insgesamt 30 Teilnehmern aus aller Welt. Neben
den ausgewählten 16 Büros aus dem vorgeschalteten Bewerberverfahren,
werden auch 14 renommierte Museumsarchitekten, die die Ausloberin im
Vorfeld gesetzt hat, zweieinhalb Monate lang an Plänen und Modellen für
die Kunsthalle Mannheim arbeiten. Dazu werden auch zwei Mannheimer
Büros gehören. Am 14.06.2012 müssen die ausgearbeiteten Entwürfe in
Mannheim vorliegen. Das Preisgericht wird voraussichtlich am 18. und
19.07.2012 tagen und aus den 30 Lösungsansätzen drei Preisträger
auswählen. Alle Kunsthallen-Entwürfe werden danach der Öffentlichkeit
präsentiert.


Als Fachpreisrichter fungieren renommierte, international tätige
Architekten. Unter den Sachpreisrichtern finden sich neben
Museumsexperten auch Vertreter aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft.
Die Diskussionen des Preisgerichts begleitet ein Team aus Beratern für
Energie, Museumstechnik, Lichtplanung und Denkmalpflege. „Wir sind
sehr gespannt auf die Ideen der Architekten“, so Dr. Ulrike Lorenz.
„Wenn der Neubau der Kunsthalle Mannheim selbst ein großartiges Architektur-Kunstwerk wird, dann freuen wir uns umso mehr.“


Die 14 gesetzten Teilnehmer am Planungswettbewerb
· David Adjaye Associates - Berlin, London
· David Chipperfield Architects - Berlin, London, Milan, Shanghai
· DILLER SCOFIDIO + RENFRO - New York
· Max Dudler Architekten AG – Berlin
· Annette Gigon / Mike Guyer Architekten – Zürich
· Steven Holl Architects – New York, Peking
· Henning Larsen Architects – Damaskus, Kopenhagen, Reykjavik,
Riyad
· Lindemann Architekten – Mannheim
· Nieto Sobejano Architects - Berlin, Madrid
· Ortner & Ortner - Berlin, Köln, Rostov a. D., Wien
· Schmucker und Partner Planungsgesellschaft mbH – Mannheim
· Kazuyo Sejima + Ryue Nishizawa / SANAA – Tokio
· Staab Architekten GmbH – Berlin
· Zaha Hadid Architects - Hamburg, London


Die Ausstellung der Architekturentwürfe findet voraussichtlich ab
dem 21.07.2012 in der Kunsthalle Mannheim statt. Informationen
unter www.kunsthalle-mannheim.de