24.09.2012 07:43 Neue OZ: Kommentar zu Buch der Piratin Julia Schramm

Viel Spaß im Shitstorm! - Julia Schramm bezeichnet sich als "Privilegienmuschi" - Was für ein Eigentor

Julia Schramm auf dem Bundesparteitag der Piraten 2012 Foto: Bastian Haast/Wikipedia

Von: Neue Osnabrücker Zeitung

Auszug aus dem "Weltveränderungsmanifest", mit dem Julia Schramms Buch endet: "Ziel ist eine Gesellschaft, in der Ideen den Menschen nutzen und nicht vor ihnen versteckt werden - sei es nun aus wirtschaftlichen oder ideologischen Gründen." Das hätte die Piratin leicht umsetzen können, zum Beispiel, indem sie ihr Buch verschenkt, statt damit ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

Nun geht ihr Verlag (zu Recht) gegen Raubkopien vor - und blamiert die großzügige Urheberrechtsidee der Autorin. Die macht die heilsame Erfahrung: So einfach funktioniert das mit den freien Informationen gar nicht.

Eine zweite Lehre gibt es gratis dazu: Die Meinungsbildung im Netz ist auch nicht so schön aufklärerisch, wie die Piraten sich das denken. Womöglich steht in Schramms Buch auch was Differenziertes zum Urheberrecht. Um das zu beurteilen, müsste man es lesen. Um beim Shitstorm mitzumachen, reicht ein Blick in den Klappentext: Da nennt Schramm sich selbst "Privilegienmuschi". Was für ein Eigentor.

Pressekontakt: Neue Osnabrücker Zeitung Redaktion