12.12.2012 08:38 Drei Fragen, drei Antworten.

SWR2-Hörspielregisseur Leonhard Koppelmann über „In Zeiten des abnehmenden Lichts“

SWR2-Hörspielregisseur Leonhard Koppelmann über  „In Zeiten des abnehmenden Lichts“

(c) Rowohlt Verlag

Von: Isabel Heine

SWR2 hat mit Regisseur Leonhard Koppelmann einen der bewegendsten deutschsprachigen Romane der letzten Jahre als Hörspiel produziert: "In Zeiten des abnehmenden Lichts" von Eugen Ruge hat letztes Jahr den Deutschen Buchpreis erhalten. Zur Adventszeit sendet SWR2 das zweiteilige Hörspiel am 16. und 23. Dezember ab 18.20 Uhr (Dramaturgie: Andrea Oetzmann).
Internetnutzer können das Hörspiel auch online auf ihrem Computer mitschneiden - mit dem SWR2 Radiorecorder. Die kostenlose Software dafür und eine kurze Anleitung gibt es auf www.SWR2.de.

Eugen Ruge erzählt auf gelassene und ironische Art und Weise eine deutsche Familiengeschichte zwischen Ost und West von 1952 bis 2001. Leonhard Koppelmann und seinem Schauspielerensemble ist es gelungen, den Roman neu
zu dramatisieren und zu vertonen. Aus der spannenden Roman-Geschichte ist ein Hörspiel zum Eintauchen geworden.

In Zeiten des abnehmenden Lichts nach dem gleichnamigen Roman von Eugen Ruge
Regie und Bearbeitung: Leonhard Koppelmann
Produktion: SWR 2012
Teil 1: So, 16.12.2012, 18.20 Uhr
Teil 2: So, 23.12.2012, 18.20 Uhr



1. Warum haben Sie sich entschieden ausgerechnet den Roman „In Zeiten des abnehmenden Lichts“ von Eugen Ruge zu bearbeiten?

Es ist vor allem die Lust an großen Erzählungen. Es handelt sich bei Eugen Ruges Roman, um eine der schönsten, deutschsprachigen Bücher der jüngeren Zeit – mit großer Leichtigkeit erzählt, voller Witz und Wärme. Und ich glaube das Hörspiel ist durchaus ein Ort für diese Art von großen Geschichten, in die man eintauchen kann, die einen "entführen".

2. Warum sollte man das Hörspiel hören, wenn man den Roman schon gelesen hat?

 

Ich glaube durch unsere Dramatisierung, vor allem durch die großartigen Stimmen von Eva-Maria Hagen, Dieter Mann, Devid Striesow, Michael Schweighöfer, Hans Teuscher u.v.a.– kann vielleicht auch der Buchkenner neue Aspekte erfahren. Im besten Fall erfährt man zu den Eindrücken bei der Lektüre, noch viele zusätzliche neue Details im Hörspiel. Bei einem so vielschichtigen und komplexen Roman wie „In Zeiten des abnehmenden Lichts“ ist das einmal mehr möglich. Das gewonnene Geschichtsbild wir reicher und vollständiger. Es ist eben keine Strichfassung oder gekürzte Lesung, sondern eine eigenständige Dramatisierung.


3. Wie war die Zusammenarbeit mit Eugen Ruge an der Hörspielbearbeitung?

Es war eine wunderbare, produktive, gemeinschaftliche Erarbeitung dieses Stoffes. Eugen Ruge hat uns noch mit einigem zusätzlichen Material beglückt. Ich glaube, wir haben uns über die Verschiedenheit unserer Sozialisation hinweg (wir sind ja nun in unterschiedlichen Systemen sozialisiert worden und gehören unterschiedlichen Generationen an), bei unserer gemeinsamen Lust an einer starken Narration getroffen. "In Zeiten des abnehmenden Lichts" ist kein Insider-Roman, den man nur durch eine entsprechende Biographie entschlüsseln kann. Im Gegenteil, er ist der große Nachwende-Roman, der über die genaue Charakterzeichnung seiner Protagonisten, Motivationen, Leben, Ideen und Ideale erfahrbar wird.




Isabel Heine
SUEDWESTRUNDFUNK
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