08.06.2012 07:58 Darmstädter Wissenschaftler und hr-iNFO

Social-Media und Datensicherheit: Viele Ängste, wenig Wahl - drei Viertel der befragten Internet-User teilen diese Angst

Von: Brigitte Schulz

Darmstädter Wissenschaftler und hr-iNFO legen Nutzer-Studie vor. Junge Menschen sind im Umgang mit sozialen Netzwerken wie Facebook oder Google+ weniger naiv als gemeinhin angenommen. Das ist ein Ergebnis einer Studie von Wirtschaftsinformatikern der Technischen Universität (TU) Darmstadt in Kooperation mit hr-iNFO, dem Informationsradio des Hessischen Rundfunks (hr).

 

Über 60 Prozent der Befragten unter 20 Jahren finden es nicht in Ordnung, dass die Anbieter mit den Nutzerdaten Geld verdienen, finden sich aber damit ab. In allen Altersgruppen ist die Angst groß, die Kontrolle über die eigenen Daten durch die Nutzung sozialer Netzwerke zu verlieren: Rund drei Viertel der befragten Internet-User teilen diese Angst.

Gleichzeitig sagen sie: „Ich nutze die Dienste trotzdem und verhalte mich entsprechend vorsichtig.“ Dieses Nutzungsdilemma trifft insbesondere die Jüngeren: Während nur knapp fünf Prozent der Jugendlichen bewusst auf soziale Netzwerke verzichten, tun dies immerhin rund 27 Prozent der über 60-Jährigen.

Insgesamt schätzt die überwältigende Mehrheit der Befragten ihre Kenntnisse der sozialen Netzwerke als gut oder sehr gut ein. Knapp 60 Prozent wären sogar bereit, Geld dafür zu zahlen, dass Daten nicht weitergegeben werden.

Untersucht wurde das Nutzerverhalten im Internet im Rahmen des Projekts „Der Preis des Kostenlosen“. 1375 Menschen aller Altersgruppen folgten dem Aufruf von hr-iNFO, unterstützt von hr-online und YOU FM, und haben umfangreiche Auskunft über ihr Nutzerverhalten in sozialen Netzwerken gegeben.

Die Darmstädter Forschungsgruppe um Professor Peter Buxmann hat die Daten analysiert (siehe Anhang). „Es scheint also nicht mehr so zu sein, dass Jugendliche grundsätzlich eher naiv und sorglos mit ihren Daten in sozialen Netzwerken umgehen“, kommentiert der Darmstädter Lehrstuhlinhaber.

Die Ergebnisse werden am Mittwoch, 30. Mai, in hr-iNFO präsentiert. Mit der jetzt vorliegenden Nutzer-Studie beleuchten die Darmstädter Wirtschaftsinformatiker und hr-iNFO ein wissenschaftlich bislang weitgehend unerforschtes Feld.

Ansprechpartner:
hr-iNFO: Oliver Günther, Telefon 0171/5501580
Professor Dr. Peter Buxmann: Pressestelle der TU Darmstadt (Frau Kneifel) kneifel.ge@pvw.tu-darmstadt.de , Telefon 06151/16-70966

Daten zum Projekt „Der Preis des Kostenlosen“:
Forschungsprojekt des Fachgebiets Wirtschaftsinformatik, TU Darmstadt, Lehrstuhlinhaber Professor Dr. Peter Buxmann, in Kooperation mit hr-iNFO.

Über die wichtigsten Ergebnisse berichtet hr-iNFO am Mittwoch, 30. Mai 2012.

Alle Beiträge zum Projekt „Der Preis des Kostenlosen“ sind auf www.hr-inforadio.de nachzuhören und nachzulesen. Beiträge und Diskussionen gibt es im Blog auf http://blogs.hr-online.de/der-preis-des-kostenlosen/

Brigitte Schulz

brigitte.schulz@hr.de