08.06.2013 09:09 eine tolle Würdigung ihres Schaffens

Sichtlich überwältigt - Maria Lassnig nahm den Goldenen Löwen in Empfang

Bundesministerin Claudia Schmied und Joanneums-Intendant Peter Pakesch ueberreichen den Goldenen Loewen von Venedig an Maria Lassnig

Bundesministerin Claudia Schmied und Joanneums-Intendant Peter Pakesch ueberreichen den Goldenen Löwen von Venedig an Maria Lassnig Foto: Julian Scharpf/HBF

Von: GFDK - Christoph Pelzl

"Ich habe die Jahre nie gezählt. Ich war nie jung. Und bin jetzt nicht alt"

Bundesministerin Claudia Schmied und Joanneums-Intendant Peter Pakesch überreichten den Goldenen Löwen von Venedig seiner würdigen Besitzerin, die sichtlich überwältigt war.

Am vergangenen Samstag erhielt Maria Lassnig im Rahmen der Eröffnungsfeierlichkeiten zur 55. Biennale in Venedig den Goldenen Löwen für ihr Lebenswerk, als „einmaliges Beispiel für Unabhängigkeit und Durchsetzungskraft“, wie es in der Jurybegründung heißt.

Aufgrund ihres Gesundheitszustandes war es Maria Lassnig leider nicht möglich, nach Venedig zu reisen. Stellvertretend für die Preisträgerin nahm Joanneums-Intendant Peter Pakesch die Auszeichnung entgegen. Bei einem Besuch in Maria Lassnigs Wiener Atelier übergab Peter Pakesch heute den Goldenen Löwen gemeinsam mit Bundesministerin Claudia Schmied an die Künstlerin, die sich über den Spontanbesuch außerordentlich freute.

„Die Auszeichnung ist eine tolle Würdigung ihres Schaffens, mit dem sie die Kunst seit über sieben Jahrzehnten prägt“, so Peter Pakesch. „In all der Zeit musste sie viele Entbehrungen in Kauf nehmen, sich erklären und immer wieder aufs neue Akzeptanz verschaffen. Der Goldene Löwe ist in dieser Hinsicht nicht nur eine große Auszeichnung für eine große Künstlerin, sondern steht vielleicht auch als Symbol für ihren beispielhaften und letztendlich erfolgreichen Kampf um einen Platz im Olymp der Kunst.“

Bundesministerin Claudia Schmied: „Maria Lassnig ist eine der außergewöhnlichsten Künstlerinnen Österreichs. Durch ihre zahlreichen Ausstellungen in Galerien und Museen in aller Welt hat sie weit über die Grenzen unseres Landes Anerkennung erlangt. Auch mit ihren Arbeiten im österreichischen Pavillon bei der Kunstbiennale in Venedig im Jahr 1980 hat sie sich als würdige Repräsentantin heimischer Kunst im Ausland erwiesen.

Die kraftvollen, ausdrucksstarken Darstellungen weiblicher Körper haben Maria Lassnig eine Alleinstellungsrolle in der modernen Malerei gesichert. Sie ist eine Wegbereiterin und ein Vorbild für viele junge Künstlerinnen. Ich gratuliere Maria Lassnig ganz herzlich zu dieser hoch verdienten Auszeichnung.“


Christoph Pelzl
 

Maria Lassnigs Ausstellung Der Ort der Bilder, die für die Neue Galerie Graz konzipiert wurde und noch nie gezeigte Arbeiten aus Lassnigs Atelier zeigt, ist von 21. Juni bis 8. September in den Deichtorhallen Hamburg zu sehen und wandert im Anschluss in das MoMA PS1, Long Island City/USA und in das Museum Dhondt-Dhaenens, Deurle/Belgien.