22.01.2013 09:13 Kommentar "Opfer-Abo" wird Unwort des Jahres 2012

Sexuelle Gewalt erfunden ? ein echtes "Opfer-Abo" - Miriam Kachelmann ist "mutmaßliche Urheberin" des Ausdrucks

Jörg und Miriam Kachelmann bei Günther Jauch. (Screenshot)

Jörg und Miriam Kachelmann bei Günther Jauch. (Screenshot)

Von: GFDK - RALF T. MISCHER

Bielefeld (ots) - Niklas Luhmann hat einst gesagt, dass die Welt komplex und kontingent sei. Vereinfacht bedeutet das, dass die Welt ziemlich kompliziert ist. Bei Jörg Kachelmann ist das noch nicht angekommen. Seine Welt scheint klar strukturiert: Männer sind stark, Frauen sind Opfer - vor Gericht jedenfalls. Dort, so meint er, haben sie immer einen Frauenbonus und werden als Opfer gesehen, auch wenn sie Täter sind.

Das hat Kachelmann in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel gesagt. Darin sprach er auch von einem "Opfer-Abo". Das Wort wurde jetzt von der Jury der sprachkritischen Aktion zum Unwort des Jahres gewählt. Das sechsköpfige Gremium kritisierte den Begriff dafür, dass er Frauen pauschal unter Verdacht stelle, sexuelle Gewalt zu erfinden.

Und es hat recht. Die Jury vergisst dabei aber, dass der Begriff auch all jene Fälle verharmlost, bei denen Frauen von der Gesellschaft tatsächlich systematisch zu Opfern gemacht werden, etwa durch Massenvergewaltigungen wie in Indien oder die Unterdrückung in fundamentalistischen Ländern. Dort haben Frauen ein echtes "Opfer-Abo".

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"Leider ist es die Wahrheit, die manchmal politisch unkorrekt ist", schrieb der Wettermoderator auf seinem Twitter-Account. Er nannte seine Frau Miriam als "mutmaßliche Urheberin" des Ausdrucks.