07.10.2012 07:04 Neue OZ: Kommentar zu Kölner Oper

Schmierenkomödie in Köln - Kultur zerbröselt, wieder einmal opfert eine Stadt Teile ihrer Kultur

die Kölner Oper gleichzeitig zum Opernhaus und zum Ärgernis des Jahres erklären

Das neue Kölner Opernhaus am Offenbachplatz,Fotos:© Raimond Spekking / CC-BY-SA-3.0 Wikipedia

Von: GFDK - Neue Osnabrücker Zeitung

Die Kritiker haben entschieden, und zwar kulturpolitisch: Indem sie die Kölner Oper gleichzeitig zum Opernhaus und zum Ärgernis des Jahres erklären, legen sie den Finger noch einmal in die klaffende Wunde, die Kulturpolitik und -verwaltung in Köln gerissen haben.

Einseitige Schuldzuweisungen sind dabei fehl am Platz; sicherlich ist der Streit nicht nur wegen der Kölner Kulturadministration eskaliert, sondern weil Uwe Eric Laufenberg offenbar nicht der geschickteste Diplomat ist. Er hat also Teil am Welttheater und an der Schmierenkomödie.

Der Anlass für Letzteres gibt allerdings doch Grund zur Sorge. Wieder einmal opfert eine Stadt Teile ihrer Kultur für einen vergleichsweise geringen Spareffekt. Und das ist keineswegs der Ausfluss eines Kölschen Klüngels, sondern gängige Politik landauf, landab. Dabei hätte Köln durchaus aus den Erfahrungen anderer Städte lernen können: Berlin hat seine Pläne, ein Opernhaus zu schließen, wieder versenkt, Hamburg hat sich nicht erdreistet, das Altonaer Museum zu schließen, München denkt gar über einen neuen Konzertsaal nach. Und Köln? Feilscht um ein knappes Prozent seines Kulturetats.

Dafür zerbröselt nun ein zentrales Segment der Kölner Kultur. Ob die Oper dort in naher Zukunft wieder Opernhaus des Jahres wird, ist fraglich. Sicher ist: Das Ärgernis bleibt länger.

Pressekontakt: Neue Osnabrücker Zeitung