10.07.2016 11:54 Jubel unter den Künstlern des Hauses

Österreichischer Musiktheaterpreis: 3 Auszeichungen gingen ans Tiroler Landestheater

Oesterreichischer Musiktheaterpreis - Marie Stockhausen

Marie Stockhausen (Bild 1) und Bruno Klimek (Bild 2+3) nehmen den Österreichischen Musiktheaterpreis 2016 entgegen. © ÖMTP / Katharina Schiffl

Oesterreichischer Musiktheaterpreis - Bruno Klimek nimmt Preis entgegenPreistraeger Bruno Klimek
Von: GFDK - Christina Alexandridis

Am Montagabend fand im RONACHER die Verleihung des Österreichischen Musiktheaterpreises statt. Der vor vier Jahren von Karl Michael Ebner ins Leben gerufene hochkarätig besetzte Gala-Abend würdigt in 11 Kategorien und fünf Sonderpreisen die herausragenden Leistungen im Bereich Oper, Operette, Musical und Ballett an Österreichs Bühnen.

In drei der 11 Kategorien konnte das Tiroler Landestheater die international besetzte Jury überzeugen und damit die meisten Preise auf sich vereinen. Als beste Ballettproduktion wurde Marie Stockhausens „Charlie Chaplin“ ausgezeichnet, als beste Musikalische Leitung Chefdirigent Francesco Angelicos Dirigat von „Adriana Lecouvreur“ und als beste Regie Bruno Klimek, ebenfalls für „Adriana Lecouvreur“. Unter dem frenetischen Applaus der rund 1000 geladenen Gäste, darunter Gregor Bloeb, Sunnyi Melles, Wolfgang Hesoun, Sissy Straus, Anelia Peschev, Wolfgang Hesoun, Robert Meyer, Marika Lichter, Uschi und Christian Pöttler, Maria Happel, Uwe Kröger, Silvia Schneider und Silvester Levay, wurden die von Augarten neu geschaffenen Trophäen übergeben.

Verleihung des Österreichischen Musiktheaterpreises

"Die Verleihung des Österreichischen Musiktheaterpreises in Wien war für uns ein großes und wichtiges Ereignis. An diesem Abend war das Tiroler Landestheater wirklich die dominierende Bühne. Wir sind sehr glücklich über die Auszeichnungen und freuen uns riesig mit den Preisträgern und Nominierten. Zu Recht können wir stolz sein auf unsere Künstlerinnen und Künstler. Dieser überwältigende Erfolg bestätigt erneut, dass unsere qualitätvolle Arbeit in Tirol auch überregionale Anerkennung findet", zeigte sich Intendant Johannes Reitmeier begeistert. 

Marie Stockhausen 

Die Tänzerin erhielt ihre Ausbildung an der Staatlichen Ballettschule Berlin. Engagements folgten u. a. ans Staatstheater Saarbrücken, ans Landestheater Kiel und an die Staatsoper Hannover. Sie tanzte u. a. in Choreographien von Stephan Thoss, Birgit Scherzer, Thomas Wilhelm, Yuki Mori, Marco Goecke und Mats Ek, stellte eigene Choreographien vor und war in Schauspielrollen in Film, Fernsehen und Musicals zu sehen. Sie wurde 2006.07 Solistin der Tanzcompany am Tiroler Landestheater und tanzte u. a. in „Georg Trakl“, die Titelrolle in „Frida Kahlo“, das Orakel in „Carmen“ sowie die Titelrolle im „Feuervogel“ und die 300-Jährige in „Le Sacre du printemps“, beides im Tanzabend „Strawinski . 3D“. In den Kammerspielen waren ihre Choreographien „Schläft ein Lied in allen Dingen“ („Bitter Sweet“), „Aufwind“ („Salt And Pepper“) „Charlie Chaplin“, sowie zuletzt „Geheimnis“ zu sehen.


Francesco Angelico 

Der junge italienische Dirigent, der nach seinem Violoncello-Studium in Modena Dirigieren bei Giorgio Bernasconi in Lugano studierte, erhielt Preise bei internationalen Wettbewerben. 2013 übernahm er die Musikalische Leitung für Henzes „Elegie für junge Liebende“ an der Bayerischen Staatsoper und kehrt in der Spielzeit 2015.16 mit Rossinis „Il barbiere di Siviglia“ dorthin zurück. Mit einer Neueinstudierung von Puccinis „La Bohème“ debütiert er 2015.16 an der Oper Köln. Am Tiroler Landestheater gastierte er 2012 als Musikalischer Leiter von „Maria Stuarda“. Seit 2013 ist er Chefdirigent des Tiroler Symphonieorchesters Innsbruck, seit 2014 auch des Tiroler Landestheaters und leitete bisher „La forza del destino“, „Tiefland“, „Strawinski . 3D“, „Adriana Lecouvreur“, „Pique Dame“ und „Fidelio“.  


Bruno Klimek

Bruno Klimek arbeitete ab 1982 zunächst als Schauspielregisseur u. a. in Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Köln, Mannheim, München und Nürnberg. Von 1985 bis 1988 war er Spielleiter am Theater Krefeld/Mönchengladbach, von 1988 bis 1992 Oberspielleiter am Nationaltheater Mannheim, an das er von 1996 bis 2000 als Schauspieldirektor zurückkehrte. Seit 2000 ist er freischaffender Opern- und Schauspielregisseur und immer häufiger auch sein eigener Bühnenbildner. Operninszenierungen entstanden seither u. a. in Braunschweig, Darmstadt, Dortmund, Nürnberg, Oldenburg, Weimar und am Nationaltheater Belgrad. Für das Tiroler Landestheater inszenierte er 2012 bereits Leoš Janáčeks „Jenufa“. An der Folkwang Universität der Künste in Essen leitet Klimek seit 2011 als Dekan den Fachbereich Darstellende Künste.