20.04.2013 09:00 Alles Mimosen?

Nicht kritikfähig? - Qualität des Deutschen Journalismus eine Katastrophe ?

Qualität des Journalismus eine Katastrophe

Nur acht Prozent der befragten deutschen Journalisten kritisieren Kollegen

Von: GFDK - Hendrik Zörner

Sind deutsche Journalisten nicht kritikfähig? Sind sie allesamt Mimosen, die deutliche Worte nur gegen andere, nicht aber gegen sich selbst dulden? Zu dieser Meinung kann gelangen, wer einen Blick in eine internationale Untersuchung des Erich-Brost-Instituts für internationalen Journalismus wirft, die am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde. Danach bekannten sich nur acht Prozent der befragten deutschen Journalisten dazu, Kollegen zu kritisieren. Zum Vergleich: In der Schweiz waren es stattliche 70 Prozent.

Woran es liegt? Das wissen die Forscher auch nicht. Doch ihnen fiel auf, dass nach Aussage der befragten Journalisten nicht nur wenig kritisiert, sondern auch wenig gelobt wird. Vielleicht wird ja auch zu wenig miteinander diskutiert? Und wenn das so ist, stellt sich die Frage, ob bei den Journalisten eine Metamorphose zur Muffeligkeit stattgefunden hat.

Eher nicht. Der Befund spiegelt vielmehr das wieder, was der DJV seit Jahren beklagt: In den Redaktionen wird die Personaldecke immer kürzer, das Arbeitspensum für jeden einzelnen immer mehr. Wenn sich da die Einstellung verbreitet "Ich ziehe meinen Stiefel durch", ist das kein Wunder. Für die Qualität des Journalismus ist es auf Dauereine Katastrophe.