08.01.2012 07:28 am Mittwoch, 29. Februar, um 19 Uhr

„Nicht ganz koscher“ von Ruth Olshan - Eine Filmvorführung mit der Regisseurin Ruth Olshan

Plakat von Ruth Olshan

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Die Stiftung ZURÜCKGEBEN fördert Künstlerinnen und Wissenschaftlerinnen jüdischer Herkunft oder jüdischen Glaubens, die in Deutschland leben. Auch die Regisseurin Ruth Olshan hat für ihre Dokumentation „Nicht ganz koscher“ eine Förderung erhalten.

Eine Veranstaltung am Mittwoch, 29. Februar, um 19 Uhr in der Paul-Moor-Schule (Wehretal-Reichensachsen, Langenhainer Straße 19) stellt die Arbeit der Stiftung und Ruth Olshans Film vor.

„Koscher“ bedeutet im übertragenen Sinne „rein“. Für alles, was in der jüdischen Küche rein ist, gibt es ein Zertifikat: den Koscher-Stempel. Diese Tradition des Judentums, die Reinheit von Dingen zu prüfen, wendet Ruth Olshan in ihrem Film auf ihre Familiengeschichte an.

Ihre Vorfahren haben auf der Flucht vor Verfolgung an vielen Orten Europas Spuren hinterlassen und wechselten dabei auch die Religion: Ihre Urgroßmutter trat aus Angst vor Pogromen zum Katholizismus über, ihre Mutter heiratete einen Juden und emigrierte mit ihm nach Israel.

Die Regisseurin selbst wurde von ihrer Oma vor der Immigration nach Deutschland heimlich getauft, besuchte erst den jüdischen Kindergarten, dann die katholische Schule, feierte bei ihrer Oma Sabbat und sang im Advent Weihnachtslieder.

Vor dem Hintergrund dieses Identitätswirrwarrs befragt Ruth Olshan ihre Mutter, aber auch Rabbiner, Gelehrte und andere jüdische Familien nach der Einhaltung der 613 jüdischen Lebensregeln und der eigenen jüdischen Herkunft. Im Anschluss an die Filmvorführung beantwortet die Künstlerin Fragen des Publikums.

Die Veranstaltung des Geschichtsvereins Eschwege in Kooperation mit mindjazz pictures findet im Rahmen des Begleitprogramms zur Ausstellung „Legalisierter Raub“ statt, die der Hessische Rundfunk und das Fritz Bauer Institut auf Einladung der Sparkasse Werra-Meißner und der Stadt Eschwege noch bis zum 5. April in der Sparkasse zeigen.

Die Ausstellung ist von Montag bis Mittwoch zwischen 8.30 und 17.00 Uhr und donnerstags sowie freitags von 8.30 bis 18.00 Uhr geöffnet, außerdem am Sonnabend, 11. Februar, Sonntag, 4. März, und Sonnabend, 24. März, jeweils von 14.00 bis 18.00 Uhr.

Für Schulen und andere Bildungseinrichtungen öffnet die Ausstellung auf Anfrage bereits um 8 Uhr. Anmeldungen – auch zu den kostenpflichtigen Gruppenführungen - werden am Informations- und Anmeldetelefon in der Sparkasse unter der Telefonnummer 05651 306-1234 von Montag bis Freitag von 8.30 Uhr bis 17.00 Uhr entgegen genommen.

Gefördert wird die Ausstellung vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst und der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen. Die regionale Präsentation in Eschwege wird unterstützt von der Ernst-Ludwig-Chambré-Stiftung zu Lich, vom Geschichtsverein Eschwege, vom Archiv der Stadt Eschwege, der Historischen Gesellschaft des Werralandes, der Buchhandlung Heinemann, der Musikschule Werra-Meißner und der Paul-Moor-Schule.

Kontakt 

Hessischer Rundfunk
Kommunikation / Ausstellungen
Dr. Bettina Leder-Hindemith
Tel.: 069 / 155-4038
Handy: 0173 / 6557351
Mail: blederhindemith@hr-online.de

Weitere Informationen:
http://www.fritz-bauer-institut.de/legalisierter-raub
www.hr-online.de/
www.kurs-zukunft.com
www.eschwege.de