21.12.2013 09:15 Veranstaltungsreihe zum digital turn in der Kultur

Netzkultur wirft einen Blick auf „Die stumme Masse“ - Vortrag im Haus der Berliner Festspiele 18. Januar 2014

Elektro-Noise-Jazz-Band Koenigleopold

Ein Tag mit Vorträgen, Aktionen, Diskussionen und Konzert zu digitaler Gemeinschaft im künstlerischen Kontext mit Elektro-Noise-Jazz-Band Koenigleopold, Quelle: Berliner Festspiele/ Rania Moslam

Von: Berliner Festspiele - Sara Franke

In der Januar-Ausgabe wirft Netzkultur einen Blick auf „Die stumme Masse“. Sie ist das Gegenteil von aktiver Netz-Gemeinschaft, aber gleichzeitig ihr größtes Publikum.

Wann klickt der unbekannte Nutzer sein Like? Wie demokratisch ist WikiLeaks? Wie hackt man Kulturinstitutionen? Was kommt nach Facebook? Kann ich ein Youtube-Star werden? Machen Bitcoins unsere Welt besser? Und sind soziale Netzwerke künstlerische Interventionen? Ohne Communities geht heute nichts mehr. Aber manchmal ist Partizipation auch einfach nur ein Albtraum.

Ein Tag mit Vorträgen, Aktionen, Diskussionen und Konzert zu digitaler Gemeinschaft im künstlerischen Kontext: Die Regisseurin Angela Richter (Schauspiel Köln) spricht mit dem WikiLeaks-Botschafter Joseph Farrell und der Tänzerin und Internetfreiheitsaktivistin Allegra Searle-LeBel über „Freundschaft zwischen Avantgarde und Nerdtum“. Seit ihrer Theater-Kooperation mit Julian Assange und anderen Aktivisten hat sich auch ihr eigenes Leben und Arbeiten, aber auch ihre Weltsicht verändert. Wer kämpft heute an der Speerspitze der Avantgarde? Sind es nicht vielleicht sogar die Computerspezialisten und Hacker? Und wie kommen sie eigentlich zusammen? Der einflussreiche niederländische Medientheoretiker Geert Lovink hat sich in den vergangenen Jahren stark mit sozialen Netzwerken beschäftigt, die seiner Meinung nach nur „halbwegs sozial“ seien. Er wird darüber sprechen, wie man digitale Interaktion auch als künstlerische Intervention verstehen könnte.

Wie tradierte Systeme durch gemeinschaftliche digitale Arbeit aufgebrochen und revolutioniert werden können, ist Thema der Diskussion mit Rachel Coldicutt („Culture Hack“), Volker Oppmann („LOG.OS“, ein alternatives Betriebssystem für die Literatur, ein Anti-Amazon) und Ward Al-Assi, einem syrischen Künstler, der aus der zerstörten Stadt Deir Ezzor Nachrichten auf Karton per Facebook in die Welt sendet.

Außerdem: Preview des ersten deutschen Bitcoin-Dokumentarfilms und Gespräch mit dem jungen Regisseur Johannes Rösler, die in Österreich durch einen Youtube-Hit zu Ruhm gekommene Elektro-Noise-Jazz-Band Koenigleopold, Politaoke mit der Performerin Diana Arce, wo jeder, der will, Online-Reden von Politikern nachsprechen kann, der „Photo Shop“, eine Siebdruck-Station für Ihre digitalen Porträts, die afghanische Graffiti-Künstlerin Shamsia Hassani (lokale Kunst – im Netz?) und der Architekt Markus Miessen (Albtraum Partizipation) per Skype u.v.m.

Das Gesamtprogramm finden Sie auf http://netzkultur.berlinerfestspiele.de

Das Programm von der Bühne wird wieder live ins Netz gestreamt werden.

#nk1314, FB-Event, Kuratorin Nikola Richter

Tickets ab sofort: Tagesticket  € 20,-; ermäßigt € 15,-; Konzertticket € 10,-

Save the Date: Nächster „Netzkultur“-Termin am Sa, 22. Februar 2014 „Digitale Identitäten“

 

GESAMTPROGRAMM „Die stumme Masse“

HAUPTPROGRAMM, Seitenbühne

18.00 Uhr Einspruch! „Freundschaft zwischen Avantgarde und Nerdtum“ Die Regisseurin Angela Richter (u.a. „Assassinate Assange“, Schauspiel Köln) im Gespräch mit dem WikiLeaks-Botschafter Joseph Farrell und der Tänzerin und WikiLeaks-Aktivistin Allegra Searle-LeBel. (en)

19.00-19.30 Uhr Public Soundcheck „Youtube-Hit: Und dann?“ Gespräch mit der österreichischen Band Koenigleopold und öffentlicher Kurz-Gig (dt)

19.30-20.30 Uhr Vortrag „Die Macht der Echtzeit: Social Media als künstlerische Intervention“ Geert Lovink, einflussreicher niederländischer Netzwerk-Theoretiker (dt)

20.30-21.30 Uhr Diskussion „Ebooks, Apps und Nachrichten auf Karton: Wie Systeme gehackt werden“ mit Rachel Coldicutt (Culture Hack, Agentur Caper), Volker Oppmann (Initiator von LOG.OS, einer gemeinnützigen digitalen Universalbibliothek), Ward Al-Assi (syrischer Künstler und Mitbetreiber der Facebookseite „Cartoons from Deir ez-Zor“).

22.00 Uhr: Konzert Koenigleopold. Avantgarde meets Disco meets Elektro-Noise. Danach DJ in Kooperation mit De:Bug.

 

ACADEMY: Rang und Eiserner Vorhang als Projektionsfläche

18.00 Uhr „Do you click me?“ mit Paula Hannemann von change.org (dt)

18.30 Uhr Skype-Gespräch „Albtraum Partizipation“ mit Markus Miessen, Architekt (dt)

19.00 Uhr Skype-Gespräch „Fenster zur Welt“ mit der afghanischen Graffiti-Künstlerin Shamsia Hassani (en)

19.30 Uhr „Nach Facebook“ Einführung in neue soziale Netzwerke mit John Ngo (en)

20.00-21.00 Uhr „Bitcoin – The Documentary“ Skypegespräch und Screening mit Regisseur Johannes Häusler und Preview des ersten deutschen Bitcoin-Dokumentarfilms (dt)

 

AKTIONEN, Oberes Foyer

19.00-20.30 Uhr „LiquidFeedback“ Theorie und Praxis mit den Programmierern Axel Kistner und Andreas Nitsche (dt)

19.00-22.00 Uhr „Social Media-Sprechstunde“ mit dem Blogger und Kulturbranchenberater Leander Wattig, Hollywoodschaukel (dt)

19.00-23.00 Uhr „Mythos Clans“ Eine moderierte Reise in das Community-Computer-Spiel „World of Warcraft“ (dt)

19.00-23.00 Uhr „Photo Shop“ Interaktive Installation mit Siebdruck-Station des niederländischen Künstlers Lukas Julius Keijser (dt/en)

21.00-22.00 Uhr: „Politaoke“ mit der Performerin Diana Arce, Bornemannbar (dt/en)

Sara Franke
Presse / Press Office

Berliner Festspiele
Schaperstraße 24
10719 Berlin
sara.franke@berlinerfestspiele.de

www.berlinerfestspiele.de

Weiterführende Links:
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