14.12.2017 09:10 Unfallversicherung empfehlenswert

Musiker und ihr Berufsrisiko: Eine Handverletzung ist existenzbedrohend

Von: GFDk - Redaktion

Wer eine besondere musische Fähigkeit hat, der kann mit seinem Talent gutes Geld verdienen - doch jeder sollte sich eines bewusst sein: Der eigene Körper ist das Kapital. Pianisten sind das Paradebeispiel dafür, dass schon eine einfache Handverletzung ausreicht und man kann seinen Lebensunterhalt nicht mehr bestreiten.

Und nicht jeder blickt zum Zeitpunkt eines solchen Unfalls wie der 73-Jährige Justus Frantz bereits auf eine erfolgreiche Karriere zurück. Sich gegen finanzielle Engpässe im Falle einer Berufsunfähigkeit zu wappnen, ist daher für jeden Künstler sinnvoll. Schutz vor einem Unfall kann zwar niemand bieten, wohl aber vor den wirtschaftlichen Folgen.

Präventionsmaßnahmen

1. Unfallversicherung

Damit zu dem gesundheitlichen Schaden nicht auch noch finanzielle Sorgen hinzukommen, ist eine private Unfallversicherung empfehlenswert. Eine branchenübliche Unfallversicherung macht allerdings, was die Bewertung der Verletzung betrifft, keinen Unterschied zwischen einem Musiker und beispielsweise einem Manager.

Allerdings gibt es auch spezielle Unfallversicherungen für Berufsmusiker: Während eine normale Unfallversicherung den Verlust oder die vollständige Funktionsunfähigkeit eines kleinen Fingers im Regelfall mit einem Invaliditätsgrad von 5 Prozent bewertet, springt eine spezielle Unfallversicherung für Berufsmusiker zu 100 Prozent ein.

2. Künstlersozialkasse

Selbstständige Künstler und Publizisten haben die Möglichkeit, sich bei der Künstlersozialkasse beraten zu lassen. Diese berät, welche Versicherungen sinnvoll sind, meldet Künstler bei den Kranken-, Renten- und Pflegekassen an und leitet die Beiträge an die zuständigen Träger weiter.

Anträge auf Krankengeld, eine Reha-Maßnahme oder Rente wegen verminderter Erwerbstätigkeit müssen die Künstler jedoch selbst einreichen. Das Problem: Auch wenn der Antrag bewilligt wird, etwa von der gesetzlichen Rentenversicherung, entsteht aufgrund der niedrigen Beiträge meist eine Versorgungslücke.

3. Berufsunfähigkeitsversicherung

Denn seit der Gesetzesänderung vom 01. 01. 2001 zahlt der Staat nicht mehr, wenn ein Musiker seinen Beruf nach schwerer Krankheit oder einem Unfall nicht mehr im vollen Umfang ausüben kann. Die volle Erwerbsunfähigkeitsrente erhalten nur jene, die weniger als drei Stunden am Tag arbeiten können.

Daher sollten vor allem Musiker mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung privat vorsorgen und sich wie auch ihre Liebsten im Ernstfall versorgt wissen. Wichtig ist, dass man bei Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung darauf achtet, ob der Vertrag dem Versicherer ein Verweisungsrecht gewährt. Dann könnte der beispielsweise einen Pianisten auf Berufe verweisen, die kaum etwas mit seiner bisherigen Tätigkeit zu tun haben.

Wichtig ist, dass man bei Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung darauf achtet, ob der Vertrag dem Versicherer ein Verweisungsrecht gewährt. Dann könnte der beispielsweise einen Pianisten auf Berufe verweisen, die kaum etwas mit seiner bisherigen Tätigkeit zu tun haben.

4. Weiterbildungsmöglichkeiten

Wer sein Instrument nicht mehr selbst spielen kann, für den besteht immer noch die Möglichkeit, andere im Umgang damit zu schulen. Ein Plan B für Pianisten wäre etwa eine pädagogische Zusatzausbildung, um so an Volkshochschulen oder als Privatlehrer unterrichten zu können.

Andernfalls kann es sein, dass Musiker in einem Beruf arbeiten müssen, der ihnen nicht zusagt und/oder unterbezahlt ist - beispielsweise als Nachtwächter oder Call-Center-Mitarbeiter.

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