26.07.2011 07:32 experten warnen

MoMA und das Whitney Museum planen Neubauten in Manhattan trotz angespannter wirtschaftlicher Lage

Von: Maike Pelikan

Ende 2004 wurde der Erweiterungsbau des Museum of Modern Art eröffnet. Jetzt will der New Yorker Kunsttempel erneut im großen Stil anbauen. Dazu hat das Museum dem bankrotten American Folk Art Museum gleich nebenan Gebäude und Grundstück abgekauft. Der Preis soll bei weniger als 32 Millionen Dollar (22,3 Millionen Euro) liegen, den damaligen Baukosten für das 2001 errichtete Haus für amerikanische Volkskunst. Ob das Gebäude abgerissen werden soll, ist unklar. Konkrete Pläne gibt es noch nicht, so MoMA-Direktor Glenn Lowry. Doch das MoMA hat mit einem von Jean Nouvel entworfenen 75-stöckigen Turmbau, der auf einem bereits leeren Grundstück auf der 53. Straße entstehen soll, hochgesteckte Pläne. Noch streiten sich Bauherr, Architekt und Stadt um die Höhe des Turms, der neben Hotel und Luxusapartments auch 5500 zusätzliche Quadratmeter Ausstellungsfläche für das MoMA bereitstellen soll.

Aus den Nähten platzt auch das Whitney Museum auf der Madison Avenue. Wie das Kunstmagazin art in seiner August-Ausgabe berichtet, wurden jetzt die Gerüchte bestätigt, dass die Verwaltung einen ungewöhnlichen Deal mit dem Metropolitan Museum eingegangen ist. Das Met wird das Stammhaus des Whitney Museum ab 2015 übernehmen, um es als zeitgenössisches Labor zu nutzen. Der Deal läuft für mindestens acht Jahre, bis das Met seine Flügel für moderne und zeitgenössische Kunst umgebaut hat. Diese Zwischenlösung hilft dem Whitney, laufende Kosten zu sparen und Zeit zu gewinnen. Denn Geldgeber Leonard Lauder hatte mit seiner Spende von 131 Millionen Dollar für einen Whitney-Neubau die Bedingung gestellt, dass das Stammhaus nicht verkauft werden darf. Im Meatpacking District begannen nun die Arbeiten für das neue Whitney. Der 720-Millionen-Dollar-Bau von Renzo Piano wird bereits vorab in der Presse kritisiert. Dass Expansion nicht nur zum Erfolg führt, zeigt der Fall des American Folk Art Museum. Die Schulden, die der Neubau verursachte, ruinierten das Institut. Es zieht sich jetzt auf 460 Quadratmeter an die Upper West Side zurück.

 

Pressekontakt: Maike Pelikan art Marktkommunikation 20444 Hamburg Telefon +49 (0) 40 / 37 03 - 21 57 Telefax +49 (0) 40 / 37 03 - 56 83

E-Mail presse@remove-this.art-magazin.de

Internet www.art-magazin.de

Weiterführende Links:
http://www.art-magazin.de/