19.09.2015 10:08 Theater-Festival im Februar 2016

Leipziger Bewegungskunstpreis 2015 - Bekanntgabe der Nominierten, exklusive Aufführung in Leipzig

Theater Leipzig - Fight Palast

Vom 4. bis 6. Februar 2016 kommen alle fünf Nominierten in einem Festival exklusiv zur Aufführung. DAS ÜZ und pipidasdas mit DARK STAR – FIGHT THE BOMB, FIGHT THE CRISIS (c) Rob Lewis

Theaterproduktion Wald

Theaterproduktion Wald (c) Hendrik Pupat

Theater Leipzig - DARK STAR

Dark Star (c) Sebastian Schimmel

Von: GFDK - Sebastian Göschel

Die Jury des Leipziger Bewegungskunstpreises hat aus dem mit 25 Produktionen erneut größten Bewerberfeld seit Bestehen des Leipziger Bewegungskunstpreises fünf Nominierte benannt. Diese Produktionen werden im Bewegungskunst-Festival im Februar 2016 aufgeführt. Wir gratulieren den diesjährigen Nominierten herzlich!

Folgende Produktionen sind ausgezeichnet:

Heike Hennig WALD

Jurybegründung: Der fantasievolle szenische Streifzug open air durch den Auwald zeichnet den Jahreszeitenwechsel nach. Bewegung und Begegnung gibt es dabei nicht nur mit Flora und Fauna, sondern auch mit mythologischen Motiven und der Musik verschiedener Kulturen. In freier Assoziation spielen die einzelnen Stationen mit der Metaphernfülle des Waldes. Wenn Jogger und Spaziergänger den Weg kreuzen, verdutzt innehalten, entfaltet die Produktion vollends ihre eigentümliche Kraft: Der vermeintlich altbekannte Wald erhält in diesem federleichten Stück Naturpoesie ein völlig neues Antlitz.

DAS ÜZ und pipidasdas mit DARK STAR – FIGHT THE BOMB, FIGHT THE CRISIS

Jurybegründung: Inspiriert vom Kultfilm »Dark Star« (1974) ruft der Science-Fiction-Rätselabend zur Zuschauerkooperation. Gemeinschaftliches Agieren ist Grundbedingung, damit die Handlung vorangeht. Das bis in ihre Erschöpfung hinein intensiv agierende Darstellerduo, das via Intercom Problemlösungen vom Publikum erbittet, begeistert. Darüber hinaus gelingt es der Produktion, mit den Mitteln des Off-Theaters die aufwändigen, derzeit im Stadttheatertrend stehenden Interaktions-formate nicht zu konterkarieren, sondern etwas Eigenständiges zu schaffen.

PENG! Palast mit FIGHT! PALAST #membersonly

Jurybegründung: Der inszenierte Arenakampf, in dem sich die Performer zuvor angestaute Wut aus dem Bauch prügeln, ist frei von Selbstentblößungsklischee und Darstellertristesse. Exakt im Timing, handwerklich versiert und auch in den Kickbox-Sparring-Szenen überzeugend, entsteht ein intensiver Abend und das Publikum ist unmittelbar dabei. Man merkt dieser Inszenierung nicht an, dass sie einem langen Probenprozess entstammt – weil sie genau einem solchen entstammt.

Schau-Ensemble mit CAMUS

Jurybegründung: Die räumlichen Optionen der Schaubühne werden für diesen Abend der Perspektivwechsel treffend in Szene gesetzt: distanzierte Totale, intimes Kammerspiel, fast klaustrophobische Enge. So zieht ein Stationentheater vorüber, das Leben und Werk Albert Camus' zur dramatischen Einheit zu verdichten weiß – und mit den Mitteln der Sprache, des Spiels, des Tanzes und des Films jenseits einer rein intellektuellen Annäherung eine Empfindung für das Absurde und die Sinnlosigkeit der Existenz heraufbeschwört.

erweiterte zugeständnisse leipzig/wien mit ABGÄNGE

Jurybegründung: In diesem gedankenscharfen Mix aus Lesung, Schauspiel und Installation sind die bitter-schönen Kopfwelten des Schweizer Autors Markus Werner zu entdecken und bewundern. Das alte Thema Liebe umarmt die Zuschauer im Sinnsuchen mit einer existentialistischen Tiefe, die tatsächlich Neues zum Menschsein preisgibt. Verena Noll und Andreas Gugliemetti schaffen dies ohne Emotionsschlacht über eine wohltuend unmoderne Haltung konzentrierter Aufmerksamkeit und hoher Verletzlichkeit – exzellent auch in Sprache und Spreche!

Theater in Leipzig

Vom 4. bis 6. Februar 2016 kommen alle fünf Nominierten in einem Festival exklusiv zur Aufführung. Gespielt wird in LOFFT, Schaubühne Lindenfels und der naTo. Anschließend wird der Gewinner des Bewegungskunstpreises 2015 gekürt sowie ein von der aus aus fünf Leipziger Kulturexperten bestehenden Jury initiierter Sonderpreis vergeben. Der Leipziger Bewegungskunstpreis wird erstmals im Februar verliehen, um so mehr Aufmerksamkeit für das neu geschaffene Festival zu ermöglichen. Außerdem benötigt ein Festival dieser Größenordnung eine intensivere und  längere Vorbereitung sowohl für die  Veranstalter als auch für die beteiligten Häuser und vor allem für die aufführenden Künstler. Die Leipziger Freien Szene feiert so einen würdigen Jahresbeginn, der den Nominierten mehr – auch überregionale – Anerkennung zukommen lässt. Der Vorverkauf für das Festival startet Anfang Januar an allen bekannten Vorverkaufsstellen. Der Eintritt zur Preisverleihung ist frei, Anmeldung unter info@bewegungskunstpreis.de.

Der Bewegungskunstpreis

Idee und Initialzündung für die Auslobung eines jährlichen Kulturpreises kamen von Ronald Schubert, dem Konzeptentwickler und Vorsitzenden des Leipziger Bewegungskunst e.V. und der ehemaligen Geschäftsführerin des Leipziger Anzeigenblatt Verlages (LAV), Helga Pappelbaum. Thomas Jochemko, jetziger Geschäftsführer des LAV, setzt das kulturelle Engagement des Unternehmens kontinuierlich und leidenschaftlich fort. Hinter der Idee steckt das Vorhaben, der Leipziger Kulturlandschaft, insbesondere den darstellenden Künsten, einen Glanzpunkt zu verleihen. Die jährliche Verleihung eines Jurypreises honoriert herausragende Leipziger Produktionen aus der jeweiligen Spielzeit. Einbezogen werden Produktionen des Zeitgenössischen Tanzes, der Performance-Kunst, des Tanztheaters bzw. Theaters. Der Leipziger Bewegungskunstpreis ist ein Förderpreis für künftige Inszenierungen. Er ist mit 5.000 Euro ein hochdotierter Preis für Darstellende Kunst in Deutschland. Der Name Bewegungskunstpreis trägt zum einen die Eigenschaft der darstellenden Künste in sich, immer bewegt und oft bewegend zu sein und zum anderen die Bewegung der Kultur durch bürgerschaftliches Engagement zur Förderung der darstellenden Kunst.