21.09.2012 07:50 Neue OZ: Kommentar zu Kunst / Messen / Ausstellungen

Kunstszene in Berlin ist frustriert, Künstler hauen ab - Mehr als eine Lifestyle-Tapete?

Der Koffer in Berlin ist abgeholt. Die Bilderberge sind versetzt. Auch Dorothea Schüle verließ Berlin und ging wieder nach Düsseldorf Foto GFDK

Von: GFDK - Neue Osnabrücker Zeitung

Arm, aber sexy: Mit diesem Etikett kokettierte Berlin jahrelang, auch im Kunstbetrieb. Billige Ateliermieten sorgen für Zustrom von Künstlern, eine trubelige Galerienszene garantiert Unterhaltungswert. Berlin bietet eines der schönsten Schaufenster der Kunst weltweit. Doch was nützt das, wenn zu wenige Sammler kaufen und viele Künstler frustriert sind? Mancher Akteur der Kunstszene kehrt inzwischen der deutschen Hauptstadt den Rücken.

Die Art Week kommt da gerade richtig. Sie bündelt die Aufmerksamkeit des Publikums, wenigstens in Ansätzen. Ob auf diese Weise ein Kunsthandelsplatz entstehen kann, der international konkurrenzfähig ist, bleibt allerdings abzuwarten. Die Art Basel ist teurer, die Londoner Frieze schicker und die Art Cologne traditionsbewusster als das neue Berliner Format. Das Aus für das Art Forum bescherte Berlin obendrein negative Schlagzeilen. Die deutsche Hauptstadt wird weiter daran arbeiten müssen, dass ihre Kunstszene mehr darstellt als eine bunte Lifestyle-Tapete. Nachhaltige Entwicklung ist gefragt. Ob die Art Week das leisten kann, ist noch lange nicht ausgemacht.



Pressekontakt: Neue Osnabrücker Zeitung Redaktion