25.10.2012 08:37 vom 19. und 20. Oktober 2012 in Leipzig

Kulturlogen in Deutschland - Netzwerkarbeit auf Augenhöhe - Nachbericht zum dritten bundesweiten Arbeitstreffen

Am 19. und 20. Oktober 2012 veranstaltete die Bundesweite Arbeitsgemeinschaft der Kulturlogen in Deutschland (BAG) in Leipzig ihr drittes bundesweites Arbeitstreffen.

Die Teilnehmer des ersten bundesweiten Kulturlogen-Treffens Foto: Kulturloge Berlin

Von: GFDK - Miriam Kremer

Leipzig. Am 19. und 20. Oktober 2012 veranstaltete die Bundesweite Arbeitsgemeinschaft der Kulturlogen in Deutschland (BAG) in Leipzig ihr drittes bundesweites Arbeitstreffen. Kulturlogen aus ganz Deutschland reisten zum Treffen an. Angemeldet waren die Kulturpforte Göttingen, die Kulturliste Köln, der KulturRaum München sowie Kulturlogen aus Burghausen, Berlin, Dresden, Hamburg, Hannover, Hildesheim, Leipzig, dem Lahn-Dill-Kreis, Münster, Potsdam, Ruhr und Ulm.

Diverse Methoden der niedrigschwelligen Kulturvermittlung und die Ausrichtung der eigenen Strukturen standen im Mittelpunkt der Diskussion. Alle anwesenden Initiativen waren sich einig, dass die bundesweite Arbeitsgemeinschaft ihre flexible Netzwerkstruktur beibehalten wird. Der Austausch innerhalb der BAG soll weiterhin auf Augenhöhe stattfinden, auf die Gründung eines hierarchisch organisierten Vereins mit Vorstand soll verzichtet werden. Mit Julia von Weymarn, Leiterin der Kulturloge Hamburg, wurde jedoch eine Sprecherin gewählt, die die BAG zukünftig nach außen repräsentieren wird.

Um neben der Kulturlogen-Methode andere  Methoden der niedrigschwelligen Kulturvermittlung kennenzulernen, hatte die BAG Eva Ringer von der Initiative „Kultur für alle Stuttgart e.V.“ zu einem Vortrag nach Leipzig geladen. Durch die Anbindung an den Sozialausweis der Landeshauptstadt Stuttgart, die Bonuscard + Kultur, können StuttgarterInnen mit geringem Einkommen seit 2009 kostenlos Kulturveranstaltungen besuchen. Kooperierenden Kultureinrichtungen stellen der Initiative pro Veranstaltung ein festes Freikartenkontingent zur Verfügung.

Die TeilnehmerInnen des bundesweiten Arbeitstreffens sind davon überzeugt, dass verschiedene Vermittlungsmethoden sich gegenseitig befruchten können. Geplant ist ein weiterer Austausch und der Aufbau eines Netzwerks für niedrigschwellige Kulturvermittlung. Das nächste Treffen der Bundesweiten Arbeitsgemeinschaft der Kulturlogen in Deutschland findet im Mai 2013 in Hamburg statt.

1. Ziele und Leitlinien der "Kulturlogen in Deutschland"

Die folgenden Ziele und Leitlinien wurden von den TeilnehmerInnen des ersten bundesweiten Arbeitstreffens der Kulturlogen in Deutschland in Berlin am 7. und 8. Oktober 2011 gemeinsam ausgearbeitet.

1.1 Präambel

"Kulturlogen“ ermöglichen Menschen mit geringem Einkommen den kostenfreien Zugang zu Kulturveranstaltungen durch die Vermittlung von Plätzen, die Kulturveranstalter zur Verfügung stellen wollen. Die Idee stammt von Christine Krauskopf, die 2008/2009 die erste "Kulturloge" mit Hilde Rektorschek in Marburg gründete. Seit 2010 pflanzt sich diese Idee in weiteren Städten und Regionen durch die Gründung von Vereinen und Organisationen fort, die dasselbe Ziel verfolgen. Mit dem Zusammenschluss dieser Organisationen auf Bundesebene soll die Zusammenarbeit im Hinblick auf das gemeinsame Ziel gefördert werden. Mitglieder können alle Organisationen werden, die die nachfolgenden Ziele und Grundsätze berücksichtigen.

1.2 Ziele der "Kulturloge"

Ziel der Kulturlogenarbeit ist es,

  • den kulturellen und sozialen Zusammenhalt in der Gesellschaft,
  • Bildung, Integration und bürgerschaftliches Engagement
  • und die Relevanz und öffentliche Wahrnehmung von Kultur in der Gesellschaft zu fördern.

1.3 Leitlinien der „Kulturlogenarbeit“

  • Die Zusammenarbeit mit Kultureinrichtungen zur Vermittlung von Plätzen kultureller Veranstaltungen an Menschen mit geringem Einkommen ist mit jedem Veranstalter individuell durch Vereinbarung geregelt.
  • Die “Kulturloge” vermittelt Plätze ausschließlich an die Gäste der “Kulturloge" (Menschen mit geringem Einkommen). Für die Gäste der „Kulturloge“ ist der Besuch dieser vermittelten Veranstaltungen kostenlos.1
  • Die „Kulturloge“ erbringt ihre Vermittlungsleistung für die Veranstalter kostenlos.
  • Der Begriff „Menschen mit geringem Einkommen" ist regional definiert. Die Anmeldung der Gäste erfolgt schriftlich. Die Überprüfung der Bedürftigkeit durch die Partner oder die „Kulturloge“ ist Voraussetzung.
  • Die Gäste werden vorrangig telefonisch zu den Kulturveranstaltungen eingeladen und im persönlichen Gespräch beraten, informiert und motiviert. Es besteht für den einzelnen Gast kein Anspruch auf eine bestimmte Anzahl von Vermittlungen oder eine persönliche Auswahl von kulturellen Veranstaltungen. Individuelle Wünsche werden im
    Rahmen der Möglichkeiten berücksichtigt.
  • Die „Kulturloge“ übermittelt die Namen der Gäste an die Veranstalter. Die Gäste sind verpflichtet, ggf. ihren Personalausweis an der Abendkasse vorzulegen. Von einer Vorlage des Einkommensnachweises an der Abendkasse ist abzusehen.
  • Die Aufgaben und Tätigkeiten der "Kulturloge" werden überwiegend durch den Einsatz ehrenamtlicher MitarbeiterInnen erledigt.
  • Die „Kulturloge“ darf nicht gewerblich betrieben werden und hat keine Gewinnerzielungsabsicht. Ziel ist es, die Anerkennung der Gemeinnützigkeit zu erreichen.
  • Die „Kulturloge“ ist politisch, kulturell und weltanschaulich unabhängig und baut Partnerschaften mit anderen örtlichen Initiativen und Trägern sozialer Aufgaben auf.
  • „Kulturlogen“ streben die Zusammenarbeit und den Informationsaustausch an.


Kontakt BAG: www.kulturlogen-deutschland.de                   
Mail: ag@kulturlogen-deutschland.de

Kontakt Kulturloge Berlin: www.kulturloge-berlin.de          
Mail: presse@kulturloge-berlin.de

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