17.02.2015 08:26 raubzug in köln

Kölner Kultur auf dem Weg in die Kriminalität - Gelder werden zweckentfremdet

Freihandelszone Koeln

Der Topf für Projektförderung Freier Theater wird zu großen Teilen zweckentfremdet, um die seit Jahren vorherrschende strukturelle Unterfinanzierung der Konzeptionsförderung zu kompensieren; Logo Freihandelszone

Von: GFDK - Redaktion

Mit Bestürzung erfahren wir von einem unglaublichen Angriff auf unsere künstlerische Existenz: Der Topf für Projektförderung Freier Theater wird zu großen Teilen zweckentfremdet, um die seit Jahren vorherrschende strukturelle Unterfinanzierung der Konzeptionsförderung zu kompensieren. Projektförderung geht zu 100% in künstlerische, kreative Arbeit der freien Kölner Ensembles ohne eigene Spielstätte – also an jene Künstler*innen, welche auch die Häuser und den Stadtraum dieser Stadt mit Leben und Kreativität füllen. Diese Entscheidung sendet ein absolut falsches Signal und beschädigt selbst die erfolgreichsten Theatergruppen, da ihnen die Möglichkeit entzogen wird, neben der Sicherung ihrer Produktionsgrundlage, sich erfolgreich um Drittmittel zu bemühen. Weitere Einschnitte gab es auch im Gastspieltopf und in der Abspielförderung. Insgesamt werden freien Theaterprojekten 135.000,- Euro ohne plausible Argumentation aberkannt.

Die künstlerische Qualität und Vielfalt der Kölner Theaterszene wird damit massiv bedroht und die Konkurrenzfähigkeit Kölner Gruppen im überregionalen Vergleich zerstört.

Beispiel: Der Fonds Darstellende Künste fordert eine 75 %ige Deckung des Finanzierungsplans, sonst können dort keine Gelder beantragt werden. Die vage Möglichkeit, dass der Projektfördertopf irgendwann in diesem Jahr doch noch aufgestockt wird, ist keine Lösung, denn auch Freie Ensembles sind abhängig von Planungssicherheit. Insbesondere von den Spielstätten und deren Terminplanung. Es ist jetzt schon schwer Spieltermine zu bekommen, gibt es aber keine Planungssicherheit, so werden auch die Spielstätten keine Termine freihalten. Die Folge ist, dass die Freien Ensembles weniger Termine zu schlechten Zeiten bespielen müssen. Durch diese Maßnahme wird die Szene damit auf mehreren Ebenen geschwächt und ihre Präsenz in der Öffentlichkeit damit nachhaltig beschädigt.

Wir fordern als Sofortmaßnahme die zeitnahe Rücknahme der Kürzungen der Projektfördermittel, der Abspiel- und Gastspielförderung. Mit jedem Tag entsteht hier ein irreparabler Schaden für die Theaterszene in Köln. Als weiteren Schritt fordern wir nachdrücklich, die Mittel für das Freie Theater in Köln schrittweise auf 10% der Zuschüsse für die städtischen Bühnen – von Oper & Schauspiel - zu erhöhen, um einen Aderlass der Theaterszene und die sich ausbreitende Kannibalisierung innerhalb der Szene zu verhindern.

Unterzeichner:

  • Rosi Ulrich/theater-51grad.com
  • Jörg Fürst/A.TONAL.THEATER
  • Bernd Rehse/artheater köln
  • Angie Hiesl Produktion
  • André Erlen, Stefan H. Kraft/FUTUR3
  • Stefanie Thiersch/MOUVOIR
  • Daniel Schüssler, Dorothea Förtsch/ANALOGTHEATER
  • Klaus Schweizer, Jutta M. Staerk/Comedia Theater Köln
  • ACTING ACCOMPLICES
  • Janosch Roloff/nö theater
  • Gerhardt Haag/Theater im Bauturm
  • Tomasso Tessitori/tt-Theaterproduktion
  • movingtheatre.de
  • Philine Velhagen/Drama Köln
  • Freihandelszone - ensemblenetzwerk köln e.V.
  • Julia Dick und Katharina Jej/katze und krieg

Kontakt: info@freihandelszone.org

Weiterführende Links:
http://www.theaterszene-koeln.de