12.07.2013 09:50 Protest gegen G+J-AGB

Knebelverträge und keine Bezahlung für erneute Nutzungen - Gewinnmaximierung mit G+J-AGBs

Nach der neuen Rahmenvereinbarung sollen Freie etwa Texte und Bilder für die gesamte Markenfamilie der G+J-Zeitschriften zur Verfügung stellen muessen

Nach der neuen Rahmenvereinbarung sollen Freie etwa Texte und Bilder für die gesamte „Markenfamilie“ der G+J-Zeitschriften zur Verfügung stellen müssen

Von: GFDK - Hendrik Zörner

Die Journalistengewerkschaften DJV und dju in ver.di haben die freien Journalistinnen und Journalisten, die für Medien des Verlags Gruner + Jahr arbeiten, zum Widerspruch gegen die neuen Allgemeinen Geschäftsbedingungen von G+J aufgefordert.

Auf der von DJV und dju gemeinsam betriebenen Homepage www.faire-zeitungshonorare.de haben die Freien die Möglichkeit, unter Wahrung der Anonymität gegen die AGB des Verlags zu protestieren. Innerhalb weniger Tage machten davon bereits über 100 G+J-Freie Gebrauch.

Der Grund: Seit Mitte Juni verschickt Gruner + Jahr Rahmenvereinbarungen an Freie als neue Allgemeine Geschäftsbedingungen, die für journalistische Beiträge innerhalb so genannter Markenfamilien gelten sollen. „Den ökonomischen Interessen und den Persönlichkeitsrechten freier Journalisten werden die AGB in keiner Weise gerecht“, kritisierte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken.


Nach der neuen Rahmenvereinbarung sollen Freie etwa Texte und Bilder für die gesamte „Markenfamilie“ der G+J-Zeitschriften zur Verfügung stellen müssen – häufig ohne Bezahlung für erneute Nutzungen in derselben Markenfamilie. Auch die Nutzung von Beiträgen in unterschiedlichen Markenfamilien soll ungleich und oft unangemessen niedrig honoriert werden. Zudem sollen Freie bei Recherchereisen im Auftrag von G+J nicht für sich selbst oder etwa andere Auftraggeber recherchieren oder Fotos machen dürfen.

Unklarheiten sind mit der Verteilung der Tantiemen aus den Verwertungsgesellschaften verbunden. „Die Rahmenvereinbarung trägt die Handschrift von Gewinnmaximierern, die nur den Profit des Verlags im Blick haben“, sagte der stellvertretende ver.di-Bundesvorsitzende Frank Werneke. Dagegen wollten sich die Freien mit Unterstützung von DJV und dju zur Wehr setzen