23.04.2012 07:34 "Young Friends" setzen Kontrapunkt in Jazz-Debatte

jazzahead! SKODA Award geht an Siggi Loch - Musikproduzent beschreitet neuen Weg der Nachwuchsförderung

© GFDK/ACT / CF Wesenberg, Siegfried Loch

Von: GFDK - Rainer Strang

In der aktuellen Debatte um die kulturelle Relevanz und Förderungswürdigkeit des Jazz in Deutschland setzt eine Größe der Szene jetzt einen bemerkenswerten Kontrapunkt:

Siggi Loch, mit seinem Label ACT MUSIC einer der führenden Jazz-Produzenten in Europa, ist heute auf der weltweit bedeutendsten Jazzmesse jazzahead! in Bremen mit dem jazzahead! SKODA Award ausgezeichnet worden.

Der erfolgreiche Musikproduzent nahm die Preisverleihung zum Anlass, ein Projekt zur Förderung junger Jazzmusiker ins Leben zu rufen, das seiner Meinung nach den Blick auf die eigentliche Misere des deutschen Jazz lenkt.

Siggi Loch erhielt den begehrten jazzahead! SKODA Award, der in diesem Jahr zum siebten Mal vergeben wurde, für seine besonderen Verdienste um den Jazz als Kulturgut. Der ehemalige Europa-Chef von wea habe entscheidende Impulse gegeben und stehe seit über einem halben Jahrhundert im Dienste des Jazz, so die Begründung der jazzahead!-Verantwortlichen für diese Ehrung.

"Die aktuelle Debatte über eine Förderung des Jazz mit öffentlichen Mitteln halte ich im Grunde für zu kurz gedacht", konstatiert Siggi Loch. Und er legt dar, wo seiner Meinung nach angesetzt werden muss: "Unterstützung der Künste ist wichtig, aber der Erfolg eines Jazzmusikers entscheidet sich nicht nach dem Grad seiner öffentlichen Förderung.

Unsere Musiker müssen vielmehr lernen, dass ihr Erfolg von der Fähigkeit abhängt, ein Publikum für ihre Musik zu begeistern. Das geht nur über Bühnenerfahrung. Außerdem fehlt vielen jungen Musikern das Wissen über die Geschichte des Jazz. Doch wer seine Geschichte nicht kennt und ehrt, der hat keine Zukunft", so der erfahrene Musikmanager.

"Nur wer erkannt hat, wie man mit dem Publikum interagiert, sich selbst positioniert und Bühnenpräsenz entwickelt, ist am Ende in der Lage, eigenständig wirtschaftlich erfolgreich als Jazzmusiker zu agieren." Um diesen Gedanken zu fördern und in die Tat umzusetzen, wird Siggi Loch den mit 15.000 Euro dotierten jazzahead! SKODA Award aus eigenen Mitteln auf 30.000 Euro verdoppeln.

Mit dem Geld will Loch ein Projekt anstoßen, dass es jungen Jazzmusikern ermöglicht, zusammen mit einem "alten Hasen" Bühnenerfahrung zu sammeln und sich eben jene Gunst des Publikums zu erspielen, die laut Loch Voraussetzung für den musikalischen Erfolg ist.

Loch hat einen starken Partner für die Idee gewonnen: Inzwischen hat sich SKODA grundsätzlich bereit erklärt, das Projekt auch über die Startphase hinaus zu begleiten, so dass eine nachhaltige Talentförderung in Aussicht steht. Auch einen "alten Hasen", der die jungen Künstler im Projekt begleitet, hat Siggi Loch bereits zur Hand: Pete York soll den Nachwuchstalenten als musikalischer Leiter und spiritus rector dienen, der mit Rat und Tat zur Seite steht.

Er gilt als einer der weltbesten Schlagzeuger in den Bereichen Rock, Jazz und Blues. Als Mitglied der legendären Spencer Davis Group feierte er bereits in den 60-er Jahren musikalische Erfolge und kann auf eine umfangreiche Bühnenerfahrung unter anderem mit Klaus Doldinger, Konstatin Wecker und Helge Schneider zurückblicken.

Mit den jungen Künstlern wird er nicht nur eine Reihe gemeinsamer Konzerte bestreiten, sondern in Einzelgesprächen und Workshops auch wertvolle Tipps für die erfolgreiche Symbiose zwischen Künstler und Publikum geben.

Unter dem Namen "Pete York and Young Friends" soll das Projekt denn auch an den Start gehen - in der aktuellen Debatte um die Förderungswürdigkeit des Jazz in Deutschland ein ganz besonderer Beitrag. Ansprechpartner bei redaktionellen

Portrait des Monats: Musikproduzent und Verleger Siegfried "Siggi" Loch - der Mann hinter dem renommierten Jazz-Label ACT

http://www.freundederkuenste.de/aktuelles/portrait-des-monats/einzelansicht/article/portrait_des_monats_musikproduzent_und_verleger_siegfried_siggi_loch_der_mann_hinter_dem_renomm.html

 

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