28.08.2013 12:07 eine bittere Chronik seines Leidens

Herrliche Prosa - Wolfgang Herrndorfs Literatur hat den Blick auf die Welt verwandelt

Wolfgang Herrndorf ist Tot

Wolfgang Herrndorf © Steffi Roßdeutscher/ Rowohlt Verlag

Von: GFDK - Gottfried Böhmer

Dem Rowohlt Verlag zufolge soll Wolfgang Herrndorf an Krebs gestorben sein. Seine Lebensgefährtin und Autorin Kathrin Passig teilte allerdings gestern auf twitter mit, dass der unheilbarkranke Autor sich erschossen haben soll.

Wolfgang Herrndorf gelang erst spät zu Ruhm


Er soll 25 Jahre am Existenzminimum gelebt haben. Er kam aus einfachen Verhältnissen, studierte Kunstgeschichte. Er startete als Maler, arbeitete als Illustrator für das Satiremagazin "Titanic" und schreibt 2001 seinen ersten Roman „In Plüschgewittern“, der allerdings kein Erfolg wurde. Danach hat Herrndorf noch drei weitere Bücher veröffentlicht.

Eine bittere Chronik seines Leidens

„Jenseits des Van-Allen-Gürtels“, ein Band mit sechs komischen Erzählungen wurde zwar von den Literaturkritikern geliebt, aber verhalf ihm immer noch nicht zum Durchbruch. Der kam kam erst viele Jahre später mit dem Abenteuer- und Jugendroman „Tschick“. Hier beschreibt Herrndorf die Freundschaft zweier Jugendlicher aus sehr unterschiedlichen Verhältnissen, welcher zu Recht als modernes Spiel mit der Freundschaft von Tom Sawyer und Huckleberry Finn von den Literaturkritikern gelobt wurde.

Für seinen letzten Roman „Sand“ hat Wolfgang Herrndorf 2012 den Preis der Leipziger Buchmesse gewonnen. Er litt seit Jahren an einem bösartigen Gehirntumor. In seinem Blog „Arbeit und Struktur“ hat er in den letzten  Jahren über sein Leben und Umgang mit seiner Krankheit berichtet,  ihm wurde ein bösartiger Hirntumor diagnostiziert.

In den letzten Monaten haben gleich mehrere Theaterhäuser Wolfgang Herrndorfs "Tschick" auf die Bühne gebracht. Das Staatstheater Wiesbaden, das Thalia Theater Hamburg, die Bühnen in Augsburg und Rostock gehörten dazu.