01.08.2013 09:54 Die Festpielpreise 2013

Hanna-Elisabeth Müller erhielt den Festspielpreis zur Förderung der Münchner Opernfestspiele

Hanna-Elisabeth Mueller bekommt den Preis  für ihre zahlreichen Auftritte bei der UniCredit Festspiel-Nacht, in Ariadne auf Naxos, Don Carlo, Parsifal, Das Rheingold und Goetterdaemmerung.

Hanna-Elisabeth Müller bekommt den Preis für ihre zahlreichen Auftritte bei der UniCredit Festspiel-Nacht, in Ariadne auf Naxos, Don Carlo, Parsifal, Das Rheingold und Götterdämmerung. Fotos: (c) Kris Gonz

Von: GFDK - Bayerische Staatsoper

Die traditionell von der Gesellschaft zur Förderung der Münchner Opernfestspiele vergebenen Festspielpreise (2013 dotiert mit insgesamt EUR 40.000) gehen in diesem Jahr an drei verschiedene Preisträger.

Das Dramaturgie-Team des Hauses (Miron Hakenbeck, Rainer Karlitschek, Andrea Schönhuber, Olaf A. Schmitt, Christoph Lang) wird für die Konzeption der vox populi-Projekte während der Festspiele geehrt, Ensemblemitglied Hanna-Elisabeth Müller für ihre zahlreichen Auftritte bei der UniCredit Festspiel-Nacht, in Ariadne auf Naxos, Don Carlo, Parsifal, Das Rheingold und Götterdämmerung.

Den dritten dotierten Preis erhält die technische Abteilung der Bayerischen Staatsoper für den außergewöhnlichen Einsatz beim Festpielprogramm, welches durch die Vielfalt der verschiedenen Produktion auch zahlreiche Nachtschichten nötig machte.

Ein undotierter Ehrenpreis geht an den Münchner Komponisten Moritz Eggert für die Konzeption und Komposition bei Wagner vs. Verdi.

Hanna-Elisabeth Müller studierte Gesang in Mannheim. Sie gastierte u.a. im Amsterdamer Concertgebouw, in der Londoner Wigmore Hall, der Kölner Philharmonie und bei den Schwetzinger Festspielen und gewann den ersten Preis beim Ada-Sari-Wettbewerb. Nach ersten Engagements in Rheinsberg und Gera debütierte sie 2012 am Teatro dell’Opera di Roma als Pamina (Die Zauberflöte).

Seit der Saison 2012/13 gehört sie dem Ensemble der Bayerischen Staatsoper an, wo sie bereits Mitglied des Opernstudios war. Im Rahmen eines Gastspiels in Paris singt sie in dieser Saison erstmals die Marzelline (Fidelio). Partien in der Bayerischen Staatsoper 2012/13: Pamina, Woglinde (Der Ring des Nibelungen), Berta (Il barbiere di Siviglia), Gretel (Hänsel und Gretel), Klingsors Zaubermädchen (Parsifal), Zerlina (Don Giovanni), Echo (Ariadne auf Naxos), Tebaldo, Page Elisabeths (Don Carlo).

Biografie

Hanna-Elisabeth Müller ist gebürtige Mannheimerin und erhielt bereits mit elf Jahren ihren ersten Gesangsunterricht. Die junge Sopranistin ist mehrfache Preisträgerin des Bundeswettbewerbs "Jugend musiziert" und Stipendiatin der „Studienstiftung des deutschen Volkes“, der Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz, der Yehudi Menuhin "Live Music Now" Organisation, der Paula-und-Albert Salomon-Stiftung und des Richard-Wagner-Verbandes Heidelberg. Im April 2009 gewann sie zusammen mit der Pianistin Mihaela Tomi beim Internationalen Lied-Duo-Wettbewerb in Enschede den ersten Preis, den Preis für die beste Interpretation des modernen Pflichtstückes und den Publikumspreis.

Im Mai 2010 wurde ihr der hochdotierte Musikpreis des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft verliehen. 2011 gelang es ihr beim International Ada Sari Competition neben dem Ersten Preis sämtliche Preise zu gewinnen, die der Wettbewerb zu vergeben hat:  den Mozartpreis, den Liedpreis sowie Konzerte an der Krakauer Oper und mit dem Krakow Philharmonic Orchestra.

Sie studierte bei Rudolf Piernay an der Musikhochschule Mannheim, mit dem sie nach Abschluss ihres Solistenexamens nach wie vor eng zusammenarbeitet. Weiteren Feinschliff holte sie sich in Meisterklassen von Dietrich Fischer-Dieskau, Julia Varady, Edith Wiens, Elly Ameling, Thomas Hampson und Wolfram Rieger.
 
Nach ersten Gastengagements als Eurydike in Glucks Orpheus und Eurydike an der Kammeroper Rheinsberg – „An Bühnenpräsenz weit überlegen war die Eurydike: Hanna-Elisabeth Müller sorgte mit ihrem klaren und dennoch expressiven Sopran für die berührendsten Momente des Abends“ Opernglas, Juni 2010 – war sie für die Spielzeit 2010/11 Mitglied des Opernstudios der Bayerischen Staatsoper. Im März 2012 gab sie als Pamina ihr Debüt am Teatro dell’opera di Roma. Seit der Saison 12/13 gehört sie dem Ensemble der Bayerischen Staatsoper an, wo sie in ihrer ersten Saison in Partien wie Pamina, Zerlina oder als Gretel in einer Neuproduktion von Hänsel und Gretel zu erleben war.

In ihrer zweiten Saison warten neue Debüts auf Hanna-Elisabeth Müller: unter der Leitung des neuen Generalmusikdirektors Kirill Petrenko als Hüter der Schwelle in Frau ohne Schatten, Servilia in La Clemenza di Tito und Prinzessin und Zwerg in L’enfant et les Sortilèges (unter Martin Brabbins).
2014 steht ihr Debüt bei den Salzburger Osterfestspielen an, wo sie unter der Leitung von Christian Thielemann neben Renée Fleming und Thomas Hampson als Zdenka in der Neuinszenierung von Richard Strauss‘ Arabella zu hören sein wird.
 
Mit ihrer Vielseitigkeit ist die junge Sopranistin aber auch regelmäßiger Gast auf den Lied- und Konzertpodien, sofern ihre Operntätigkeit den Raum lässt. Von Bachs weltlichen Kantaten über Haydns Schöpfung bis hin zu Beethovens Missa solemnis oder Mahlers 4. Sinfonie reicht ihr Konzertrepertoire, mit dem sie bei der Bachwoche Ansbach, mit dem RIAS Kammerchor, auf Tourneen mit dem Orchestre des Champs Elysées unter Philippe Herreweghe, beim Oregon Bach Festival unter Helmuth Rilling oder beim Europäischen Musikfest Stuttgart unter Michael Sanderling zu hören war.

Im April 2013 sang sie zum ersten Mal mit Robin Ticciati und den  Bamberger Symphonikern (Bruckners f-moll-Messe - ein Projekt, das für Tudor auch auf CD aufgenommen wurde). Im Herbst 2014 übernimmt sie den Solopart im Brahms-Requiem  beim WDR-Symphonieorchester unter der Leitung von Jukka Pekka Saraste.
 
Nach ihrem Lieddebüt beim Heidelberger Frühling 2011, arbeitete sie bei der Schubertiade Vilabertran zum ersten Mal mit dem renommierten Liedbegleiter Wolfram Rieger. Weitere Liederabende führten sie gemeinsam mit Juliane Ruf zu den Schwetzinger Festspielen, in die Kölner Philharmonie sowie in den De Singel nach Antwerpen.
 
Seit Anfang 2013 ist Hanna-Elisabeth Müller SWR2 New Talent, so der Titel der neu eingeführten offiziellen Nachwuchsförderung des Südwestrundfunks, der sie während der kommenden drei Jahre begleiten wird. 

Bayerische Staatsoper
Max-Joseph-Platz 2
D-80539 München
Karten: 0049 - (0)89 - 21 85 19 20