22.04.2012 07:21 Auszeichnung für den Nachwuchs

Hamburg - Der Dr. Wilhelm Oberdörffer-Preis - Katerina Tretyakova, Kiran West und Ralph van Daal erhalten Nachwuchspreise

©Hamburgische Staatsoper

Von: Bettina Bermbach

Die Sopranistin Katerina Tretyakova, der Tänzer Kiran West und der Englischhornist und Oboist Ralph van Daal sind die diesjährigen Träger des Dr. Wilhelm Oberdörffer-Preises und des Eduard Söring-Preises. Die Auszeichnungen wurden am 14. April 2011 im Rahmen des Operndinners von der Stiftung zur Förderung der Hamburgischen Staatsoper vergeben.

Die beiden Oberdörffer-Preise werden von der Opernstiftung bereitgestellt, die Berenberg Bank stiftet den Eduard Söring-Preis. Die drei Preise werden in diesem Jahr zum 46. Mal an junge Künstler der Staatsoper Hamburg, des HAMBURG BALLETT – John Neumeier und der Philharmoniker Hamburg verliehen.

Die Preise sind mit je 8.000 Euro dotiert: »Schon seit ihrem Bestehen legt unsere Stiftung bei ihrer Arbeit einen Schwerpunkt auf die Nachwuchsförderung«, sagt Geschäftsführer Dr. h.c. Hans-Heinrich Bruns.

»Wir freuen uns, dass wir in den letzten Jahren einen Teil dazu beitragen konnten, junge Sängerinnen und Sänger, Tänzer und Orchestermusiker, die noch am Anfang ihrer Karriere stehen, zu fördern. Das macht uns stolz und glücklich – vor allem, wenn wir dann deren künstlerischen Erfolg miterleben dürfen.«

Der erste Träger des Dr. Wilhelm Oberdörffer-Preises war Hans Sotin, ihm folgten unter anderen Franz Grundheber, Hanna Schwarz, Kurt Streit, Gigi Hyatt und Gamal Gouda. Der ebenfalls mit 8.000 Euro ausgestattete Eduard Söring-Preis wird an Mitglieder der Philharmoniker Hamburg verliehen.

Die gezielte Nachwuchsförderung der Stiftung hat mit der Auslobung der beiden Preise begonnen und wird seit 1994 auch mit der Gründung und Unterstützung des Internationalen Opernstudios der Staatsoper fortgesetzt.

Katerina Tretyakova wurde 1980 im russischen Murmansk geboren. Sie begann ihre Gesangsausbildung 2005 an der Litauischen Akademie für Musik und Theater bei Giedre Kaukaite. 2006 führte sie ihr Ausbildungsweg nach Salzburg, wo sie im selben Jahr bei den Salzburger Festspielen als Hyacinthus in Mozarts »Apollo und Hyacinthus« debütierte.

2007 schloss Katerina Tretyakova am Mozarteum Salzburg ihr Studium des Fachs Oper und Musiktheater ab. Für ihre Darstellung der Fiordiligi in »Così fan tutte« erhielt sie mit der Lilli-Lehmann-Medaille die höchste Auszeichnung der Stiftung des Mozarteums.

2008 wurde die Sopranistin neben elf weiteren jungen Sängern weltweit für das Young Singers’ Project der Salzburger Festspiele ausgewählt, wo sie unter Anleitung von Barbara Bonney und Michael Schade Partien wie Pamina (»Die Zauberflöte«) und Juliette aus Gounods »Roméo et Juliette« einstudierte.

Von 2008 bis 2010 war Katerina Tretyakova Mitglied im Internationalen Opernstudio der Hamburgischen Staatsoper und sang hier unter anderem Valencienne in »Die lustige Witwe«, Ortlinde in »Die Walküre«, Musetta in »La Bohème«, Berta in »Il Barbiere di Siviglia«, Emma (»Chowanschtschina«), Oscar (»Un Ballo in Maschera«) und Papagena (»Die Zauberflöte«).

Seit der Spielzeit 2010/11 ist die Sopranistin Mitglied im Ensemble der Staatsoper und interpretierte unter anderem Ighino in den Neuproduktionen von »Palestrina« und Cunibert in »Flavius Bertaridus«.

Außerdem gab sie ihr Debüt als Gilda in Verdis »Rigoletto« und war als Pamina (»Die Zauberflöte«), Adina (»L’Elisir d’Amore«) und Gretel (»Hänsel und Gretel«) zu erleben. Im März und April sang sie die Musetta an der Seite von Angela Gheorghiu, und im Mai ist sie in der Neuproduktion von »Ariadne auf Naxos« zu erleben.


Der in Großbritannien geborene Kiran West erhielt seine Ausbildung an der National Ballet School of Canada und an der Ballettschule des HAMBURG BALLETT. Er tanzte zunächst beim Junior Ballett Zürich und wurde 2005 ans HAMBURG BALLETT engagiert. Im Jahr 2010 avancierte er zum Solisten.

John Neumeier hat bereits einige Rollen für den jungen Tänzer kreiert, unter anderem Ein Matrose in seinem jüngsten Werk »Liliom« und Der rote Ritter in »Parzival – Episoden und Echo« (gemeinsam mit Stefano Palmigiano) sowie Soli in »Purgatorio« und »Chopin Dialogue«.

Kiran Wests Neumeier-Repertoire ist vielfältig. Unter anderem tanzte er Stanislaw Nijinsky, den jungen Mann in »Jeux« und Leonid Massine in »Nijinsky« sowie Demetrius und Flaut/Thisbe in »Ein Sommernachtstraum«. Er interpretierte zudem bereits Fritz in »Der Nussknacker«, Gaston Rieux in »Die Kameliendame«, Ein Soldat in »Endstation Sehnsucht«, Friedrich der Große in »Tod in Venedig« und Hermes, den Seelengeleiter in »Orpheus«.

Weiterhin zählt er den Schotten-Pas de deux in Pierre Lacottes »La Sylphide« (nach Filippo Taglioni) zu seinem Repertoire. Im Jahr 2010 tanzte Kiran West John Neumeiers Ballett »Opus 100 – for Maurice« beim 50-jährigen Jubiläum der National Ballet School of Canada.


Der niederländische Oboist Ralph van Daal begann bereits mit neun Jahren Oboe zu lernen. Mit 17 erhielt er einen Studienplatz als Jungstudent an der Hochschule für Musik in Maastricht, wo er von 2001 bis 2006 Oboe und Gesang studierte.

Von 2006 bis 2009 absolvierte er das Solistendiplom für Oboe bei Prof. François Leleux an der Hochschule für Musik und Theater München. Mit 23 Jahren bekam Ralph van Daal einen einjährigen Zeitvertrag beim WDR Sinfonieorchester Köln, worauf ein Zeitvertrag bei den Duisburger Philharmonikern als Englischhornist folgte. 2011 wurde er von den Philharmonikern Hamburg als Englischhornist engagiert.

Aushilfsweise spielt Ralph van Daal weiterhin regelmäßig als Solooboist und als Englischhornist in anderen Orchestern wie dem »The Swedish Radio Symphony Orchestra« Stockholm, der Staatsoper Hannover, dem Radio Sinfonieorchester Hilversum und dem City of Birmingham Symphonie Orchestra, in dem er kürzlich mit dem großen Englischhorn Solo aus »Tristan und Isolde« von Richard Wagner zu hören war.

Als Solist trat er mit der Staatsphilharmonie Koblenz und der Sinfonietta Dachau auf. Seit 2005 ist Ralph van Daal Mitglied des Ouros Quintetts, mit dem er zahlreiche Konzerte im In- und Ausland gibt

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