13.09.2011 07:32 BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND

Geistiges Eigentum schützen, Gratismentalität weit verbreitet - aber Vorsicht ist geboten vor falscher Kriminalisierung

(C)Online-Netzwerk Campact

Von: Bundesregierung.de

Zur Eröffnung des Internationalen Medienkongresses in Berlin nahm Kulturstaatsminister Bernd Neumann zu den Chancen und Risiken der Digitalisierung Stellung. Dabei forderte er Urheberrechtsregelungen, die geistiges Eigentum wirksam schützen.

Wie viele andere Bereiche profitieren auch Kunst und Kultur vom Internet: Es erleichtert den Zugang zu Informationen, eröffnet neue Vertriebswege und Möglichkeiten der kulturellen Vermittlung.

Außerdem hilft die Digitalisierung, Kulturschätze zu bewahren und zu erschließen. Das verspricht zum Beispiel die Deutsche Digitale Bibliothek, die als Deutscher Beitrag zur "Europeana" zurzeit aufgebaut wird.

Gratismentalität weit verbreitet

Gleichzeitig birgt die Digitalisierung auch viele Risiken. Dazu gehöre vor allem der unzureichende Schutz des geistigen Eigentums, betonte Kulturstaatsminister Bernd Neumann bei der Eröffnung des diesjährigen Internationalen Medienkongresses in Berlin.

Dies gefährde die Existenz von Künstlern und von Kultur- wie Medienschaffenden, die von den Tantiemen für die Nutzung ihrer Werke leben. Belege dafür seien – so Neumann - die massenhafte Verbreitung illegaler Raubkopien im Internet und eine weit verbreitete Gratismentalität.

Freier Zugang nicht auf Kosten der Urheber

"Freier Zugang zu urheberrechtlich geschützten Werken kann im digitalen Zeitalter nicht auf Kosten der Kreativen erfolgen, in dem das Urheberrecht in ein Verbraucherrecht umgedeutet wird", ist Neumann überzeugt.

Deshalb fordert er ein Warnhinweismodell, das es ermöglicht, bei illegaler Nutzung zu verwarnen ohne sofort zu bestrafen. Bei wiederholter Rechtsverletzung sollten dann zum Beispiel kostenträchtige Abmahnungen folgen.

 



Verlage brauchen Spielraum für Marktentwicklung

Auch auf die Herauforderungen der Digitalisierung für Presseverlage ging Neumann ein. Ausdrücklich unterstrich er die Bedeutung der Presse für die Demokratie. Die Chancen der Printmedien für neue Geschäftsfelder im Online-Bereich müssten daher gewahrt werden.

"Wir brauchen zwar einen starken öffentlich-rechtlichen Rundfunk, der auch angemessene Entwicklungsmöglichkeiten in der digitalen Welt hat. Diese dürfen allerdings nicht zu Lasten eines ausgewogenen Verhältnisses zwischen privaten und öffentlich-rechtlichen Medien gehen. Private Medienanbieter wie Verlage brauchen Spielraum für publizistisch und wirtschaftlich erfolgreiche Marktentwicklungen", sagte Neumann.

Der Internationale Medienkongress ist einer der wichtigsten Branchentreffs in Europa. Er findet im Rahmen der medienwoche@ifa11 statt In diesem Jahr haben sich 180 Referenten für Keynotes, Podien und Präsentationen angemeldet.

Sie beschäftigen sich zwei Tage lang mit aktuellen Themen, Trends und Strategien von Medienhäusern und Internetwirtschaft. Weitere Themen sind neue Geschäftsmodelle und Inhalte sowie die anstehenden film-, medien- und netzpolitischen Weichenstellungen.

Auf dem diesjährigen Kongress wurden mit der neuen Sektion "Science Meets Content" auch Wissenschaft und Innovation mehr Raum gegeben. http://www.medienwoche.de

Quelle:
http://www.bundesregierung.de/...